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Hamburg Karl Lauterbach Kassenärztliche Vereinigung Sparplan SPD

Geschlossene Praxen: „Lauterbach saugt Praxen aus“ – Ärzte protestieren gegen Sparpläne

Durch die neuen Pläne von Karl Lauterbach sehen Ärzte die ambulante Versorgung ihrer Patienten in Gefahr. In Hamburg wollen die Mediziner dagegen protestieren. Offiziell bei einer Fortbildung, bleiben viele Praxen kommenden Mittwoch geschlossen.

Unter dem Motto „Lauterbach saugt Praxen aus“ mobilisieren die Hamburger Kassenärzte und Vertragspsychotherapeuten gegen Sparpläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Die Pläne, die Honorare auch für Neupatienten künftig wieder nur mit einem rund 20 prozentigen Abschlag zu zahlen, gefährdeten die ambulante Versorgung in Hamburg, sagte der Vizevorsitzende der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung (KVH), Björn Parey, am Freitag. „Dagegen müssen wir uns wehren.“

Karl Lauterbach als Vampir

Geschehen soll das unter anderem mit einem Protesttag am kommenden Mittwoch, bei dem sehr viele Praxen wegen einer Fortbildungsveranstaltung geschlossen bleiben, und mit einer Informationskampagne für die Patienten – auf Flyern und Plakaten wird Lauterbach dabei als Vampir dargestellt, der nach einer Arztpraxis greift. Wie an Feiertagen werde während der Praxisschließungen am Mittwoch eine Notversorgung über Notfallpraxen und den Arztruf 116117 sichergestellt.

PAID Karl Lauterbach in Israel 20.58h

Mit Inkrafttreten des Terminservice- und Versorgungsgesetzes 2019 hätten die Praxen ihre Sprechstunden und das Terminangebot ausgeweitet und in zusätzliche Leistungen investiert, sagte Andreas Bollkämper, Facharzt für Radiologie und Leiter der Protestkampagne. Im Gegenzug seien die Honorare für Neupatienten ohne Abschläge gezahlt worden. „Damit wurde die Versorgung signifikant verbessert, die Wartezweiten konnten drastisch verkürzt werden.“ Falle diese Regelung jetzt weg, führe das zwangsläufig zu einem schlechteren oder fehlenden Angebot für die Patienten, warnte er.

Fach- und Hausärzte von Sparplänen betroffen

Seit 2019 hätten die rund 3000 Hamburger Praxen viel geleistet, sagte KVH-Vorsitzender John Afful. „Bis Ende 2021 stieg die Versorgung von Neupatienten um 19 Prozent auf eine Anzahl von insgesamt 6,1 Millionen, allein in Hamburg. Gleichzeitig wurden insgesamt vier Prozent mehr Fälle in Hamburger Praxen versorgt.“ Gerade in sozial schwächeren Stadtteilen hätten die Praxen für eine Ausweitung der Behandlungskapazitäten gesorgt.

Medizin Römisches Chirurgenbesteck 2040

„Wenn künftig die Wartezeiten auf Facharzttermine länger werden, führt das dazu, dass unsere Patientinnen und Patienten mit dringendem Behandlungsbedarf verstärkt in der Klinik landen – das ist schlecht für sie und verteuert die Versorgung“, warnte Silke Lüder, Hausärztin in Neuallermöhe. Entgegen den Behauptungen Lauterbachs seien nicht nur Fachärzte von den Sparplänen betroffen. „Auch die Hausarztpraxen sind in Hamburg ganz besonders betroffen. Wir haben bundesweit die „rote Laterne“, jede fünfte Leistung wird unseren Praxen nicht bezahlt.“

„In einer Zeit, in der sehr viele Praxen durch Superinflation, explodierende Energiekosten und weiterhin sehr hohe Zwangsrabatte ohnehin massiv unter Druck stehen, treffen die geplanten zusätzlichen Kürzungen nun besonders hart – und sind nebenbei auch ein desaströses Signal an den ärztlichen Nachwuchs“, sagte Parey.

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Bayern Berlin Coronavirus Erlass Innenraum Karl Lauterbach Maskenpflicht München Oktoberfest Twitter

Corona-Pandemie: Lauterbach: Mit Maskenpflicht in Innenräumen nicht warten

Seit Beginn des Oktoberfestes geht die Kurve der Corona-Infektionen besonders in München steil nach oben. Das hätte nicht sein müssen, sagt der Gesundheitsminister.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Länder aufgefordert, mit dem Erlass einer Maskenpflicht für Innenräume nicht zu lange zu warten.

Er verbreitete auf Twitter eine Nachricht weiter, in der eine Grafik den starken Anstieg der Corona-Zahlen in Bayern und besonders München seit dem Beginn des Oktoberfests zeigt. Dazu schrieb er am Samstagabend: „Das wäre nicht nötig gewesen wenn vor dem Einlass Selbsttests gemacht worden wären. Auf 2-3 Euro wäre es bei den Preisen pro Maß nicht angekommen. Die Entwicklung zeigt aber, was passieren wird, wenn die Länder mit der Maskenpflicht im Innenraum zu lange warten.“

In Bayern ist die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche um 86 Prozent auf 655 am Freitagmorgen gestiegen, in München um fast 200 Prozent auf 793. Bundesweit lag sie am Samstagmorgen bei 497. Experten gehen davon aus, dass die wirklichen Zahlen zwei- bis dreimal so hoch sind, weil viele Infizierte keinen PCR-Test mehr machen und somit nicht erfasst werden. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen im Zusammenhang mit Corona binnen einer Woche stieg in Bayern um 71 Prozent auf 1469.

Bundesweit einheitlich gibt es eine FFP2-Maskenpflicht nur in Fernzügen und Fernbussen, Pflegeheimen, Kliniken und Arztpraxen. Über den Regionalverkehr entscheiden die Bundesländer – ihre Gesundheitsminister halten dort aber an der Maskenpflicht fest. Mit der seit Samstag geltenden Neuregelung können die Länder in Eigenregie noch schärfere Maßnahmen verordnen, etwa Maskenpflichten in Geschäften und Restaurants.

Lauterbach-Tweet

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Bayern Berlin Coronavirus Erlass Innenraum Karl Lauterbach Maskenpflicht München Oktoberfest Twitter

Corona-Pandemie: Lauterbach: Mit Maskenpflicht in Innenräumen nicht warten

Seit Beginn des Oktoberfestes geht die Kurve der Corona-Infektionen besonders in München steil nach oben. Das hätte nicht sein müssen, sagt der Gesundheitsminister.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Länder aufgefordert, mit dem Erlass einer Maskenpflicht für Innenräume nicht zu lange zu warten.

Er verbreitete auf Twitter eine Nachricht weiter, in der eine Grafik den starken Anstieg der Corona-Zahlen in Bayern und besonders München seit dem Beginn des Oktoberfests zeigt. Dazu schrieb er am Samstagabend: „Das wäre nicht nötig gewesen wenn vor dem Einlass Selbsttests gemacht worden wären. Auf 2-3 Euro wäre es bei den Preisen pro Maß nicht angekommen. Die Entwicklung zeigt aber, was passieren wird, wenn die Länder mit der Maskenpflicht im Innenraum zu lange warten.“

In Bayern ist die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche um 86 Prozent auf 655 am Freitagmorgen gestiegen, in München um fast 200 Prozent auf 793. Bundesweit lag sie am Samstagmorgen bei 497. Experten gehen davon aus, dass die wirklichen Zahlen zwei- bis dreimal so hoch sind, weil viele Infizierte keinen PCR-Test mehr machen und somit nicht erfasst werden. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen im Zusammenhang mit Corona binnen einer Woche stieg in Bayern um 71 Prozent auf 1469.

Bundesweit einheitlich gibt es eine FFP2-Maskenpflicht nur in Fernzügen und Fernbussen, Pflegeheimen, Kliniken und Arztpraxen. Über den Regionalverkehr entscheiden die Bundesländer – ihre Gesundheitsminister halten dort aber an der Maskenpflicht fest. Mit der seit Samstag geltenden Neuregelung können die Länder in Eigenregie noch schärfere Maßnahmen verordnen, etwa Maskenpflichten in Geschäften und Restaurants.

Lauterbach-Tweet

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Berlin Coronavirus Eugen Brysch Fernbus Fernzug FlixBus Karl Lauterbach Maskenpflicht Pandemie RKI Robert-Koch-Institut SPD Virus

Pandemie: Neue Corona-Regeln in Kraft – Kritik von Patientenschützer

Mit dem Beginn der kalten Jahreszeit steigen erneut die Corona-Zahlen. Die neuen Corona-Regelungen sollen einen massiven Anstieg verhindern – doch nicht alle sind zufrieden.

FFP2-Maskenpflicht in Fernzügen und Fernbussen, Aufhebung der Regeln in Flugzeugen: An diesem Samstag sind die neuen Corona-Vorgaben in Kraft getreten. In den Fernzügen der Bahn reichte bisher eine OP-Maske, eine FFP2-Maske wurde nur empfohlen. Auch bei Flixbus genügte nach Angaben einer Sprecherin bisher eine medizinische Maske. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zeigte sich mit dem neuen Infektionsschutzgesetz zufrieden. Zugleich warnte er vor Corona-Varianten, mit denen sich auch vor kurzem Infizierte erneut anstecken könnten. Bereits jetzt verzeichnet das Robert Koch-Institut (RKI) deutlich steigende Infektionszahlen.

Im Regionalverkehr entscheiden die Bundesländer ab sofort selbst über Schutzmaßnahmen. Deren Gesundheitsminister hatten sich aber dafür ausgesprochen, an der geltenden Maskenpflicht in Bussen und Bahnen festzuhalten. In Flugzeugen fällt die Maske dagegen ab jetzt weg.

Bundesweit müssen außerdem FFP2-Masken in Kliniken, Pflegeheimen, Arztpraxen und anderen Gesundheitseinrichtungen getragen werden. Beim Zutritt zu Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern wird außerdem ein negativer Test verlangt. Beschäftigte müssen sich mehrmals pro Woche testen lassen.

Die Neuregelungen hatten Bund und Länder über eine weitere Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen – ansonsten wären die restlichen Corona-Regeln im September ausgelaufen. Festgelegt ist darin außerdem, dass die Bundesländer in Eigenregie noch schärfere Maßnahmen verordnen können, wie etwa Maskenpflichten in Geschäften und Restaurants oder Tests in Schulen und Kitas.

Weitere Vorgaben, etwa Besucherobergrenzen für Veranstaltungen, Abstandsvorgaben im öffentlichen Raum oder Masken auch draußen, wenn Abstände nicht möglich sind, können die Bundesländer ebenfalls machen. Allerdings muss dafür per Landtagsbeschluss zunächst festgestellt werden, dass eine konkrete Gefährdung für das Gesundheitswesen oder andere wichtige Versorgungsbereiche besteht.

Brysch: Neue Regelungen nicht ausreichend

Aus Sicht der Deutschen Stiftung Patientenschutz sind die neuen Regelungen nicht ausreichend. Es fehlten humane und effiziente Corona-Strategien, sagte der Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch, am Samstag. Pflegebedürftigen Menschen außerhalb des Zimmers eine FFP2-Maske zu verpassen, sei eine unangemessene Zwangsmaßnahme. „So ist der schon jetzt sprunghafte Anstieg der Infektionszahlen in der stationären Altenpflege nicht zu stoppen. Es fehlen externe Task Forces, die bei einer Ketteninfektion sofort pflegerisch unterstützen.“

Es gebe keine Ausweichquartiere, um infizierte und nichtinfizierte Bewohner von Pflegeheimen zu trennen, kritisierte Brysch. Statt Schnelltests dreimal die Woche brauche es ein PCR-Test-Regime. „Doch die Bundesregierung und Karl Lauterbach zeigen keine Initiative, den Pflegebedürftigen ein würdiges Leben mit dem Virus zu ermöglichen.“

Lauterbach zeigte sich dagegen zufrieden mit den neuen Vorgaben. „95 Prozent der Maßnahmen, die ich wollte, haben wir beschlossen“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Die Maskenpflicht in Flugzeugen habe er zwar beibehalten wollen, aber den Wunsch nicht ohne Gegenleistung aufgegeben. „Wir haben jetzt dafür eine strenge Maskenpflicht in Kliniken in den Kliniken und Arztpraxen. Die ist mehr wert, weil viel mehr Leute in Praxen oder Wartezimmern als in Flugzeugen sitzen.“

Eine „Killer-Variante“ des Virus im Herbst könne er ausschließen, sagte Lauterbach. Die schlechte Nachricht sei, dass es inzwischen Varianten gebe, bei denen die Immunflucht sehr ausgeprägt sei.

RKI: Inzidenz bei 497,0

Das RKI gab die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Samstagmorgen mit 497,0 an. Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 466,0 gelegen (Vorwoche: 308,9; Vormonat: 237,0). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen.

Angesichts der steigenden Zahlen warnte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) davor, die Isolationspflichten für Infizierte aufzuheben. Zwar habe man es mit Omikron-Varianten zu tun, die nicht so krank machten, sagte Heil den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Trotzdem müssen wir aufpassen, dass nicht zu viele Menschen erkranken – auch im Interesse der Unternehmen.“ Lauterbach hatte am Freitag ebenfalls betont, dass er an den Isolationspflichten festhalten wolle. Einige Bundesländer hatten das Ende der Isolationspflicht für Corona-Infizierte gefordert.

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Hamburg Karl Lauterbach Kassenärztliche Vereinigung Sparplan SPD

Gesundheit: Ärzte mobilisieren gegen Sparpläne von Lauterbach

Nächsten Mittwoch dürften viele Arztpraxen in Hamburg geschlossen bleiben. Offiziell bei einer Fortbildung, protestieren die Kassenärzte damit gegen Kürzungspläne des Bundesgesundheitsministers. Sie sehen die ambulante Versorgung ihrer Patienten in Gefahr.

Unter dem Motto „Lauterbach saugt Praxen aus“ mobilisieren die Hamburger Kassenärzte und Vertragspsychotherapeuten gegen Sparpläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Die Pläne, die Honorare auch für Neupatienten künftig wieder nur mit einem rund 20 prozentigen Abschlag zu zahlen, gefährdeten die ambulante Versorgung in Hamburg, sagte der Vizevorsitzende der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung (KVH), Björn Parey, am Freitag. „Dagegen müssen wir uns wehren.“

Geschehen soll das unter anderem mit einem Protesttag am kommenden Mittwoch, bei dem sehr viele Praxen wegen einer Fortbildungsveranstaltung geschlossen bleiben, und mit einer Informationskampagne für die Patienten – auf Flyern und Plakaten wird Lauterbach dabei als Vampir dargestellt, der nach einer Arztpraxis greift. Wie an Feiertagen werde während der Praxisschließungen am Mittwoch eine Notversorgung über Notfallpraxen und den Arztruf 116117 sichergestellt.

Mit Inkrafttreten des Terminservice- und Versorgungsgesetzes 2019 hätten die Praxen ihre Sprechstunden und das Terminangebot ausgeweitet und in zusätzliche Leistungen investiert, sagte Andreas Bollkämper, Facharzt für Radiologie und Leiter der Protestkampagne. Im Gegenzug seien die Honorare für Neupatienten ohne Abschläge gezahlt worden. „Damit wurde die Versorgung signifikant verbessert, die Wartezeiten konnten drastisch verkürzt werden.“ Falle diese Regelung jetzt weg, führe das zwangsläufig zu einem schlechteren oder fehlenden Angebot für die Patienten, warnte er.

Seit 2019 hätten die rund 3000 Hamburger Praxen viel geleistet, sagte KVH-Vorsitzender John Afful. „Bis Ende 2021 stieg die Versorgung von Neupatienten um 19 Prozent auf eine Anzahl von insgesamt 6,1 Millionen, allein in Hamburg. Gleichzeitig wurden insgesamt vier Prozent mehr Fälle in Hamburger Praxen versorgt.“ Gerade in sozial schwächeren Stadtteilen hätten die Praxen für eine Ausweitung der Behandlungskapazitäten gesorgt.

„Wenn künftig die Wartezeiten auf Facharzttermine länger werden, führt das dazu, dass unsere Patientinnen und Patienten mit dringendem Behandlungsbedarf verstärkt in der Klinik landen – das ist schlecht für sie und verteuert die Versorgung“, warnte Silke Lüder, Hausärztin in Neuallermöhe. Entgegen den Behauptungen Lauterbachs seien nicht nur Fachärzte von den Sparplänen betroffen. „Auch die Hausarztpraxen sind in Hamburg ganz besonders betroffen. Wir haben bundesweit die „rote Laterne“, jede fünfte Leistung wird unseren Praxen nicht bezahlt.“

„In einer Zeit, in der sehr viele Praxen durch Superinflation, explodierende Energiekosten und weiterhin sehr hohe Zwangsrabatte ohnehin massiv unter Druck stehen, treffen die geplanten zusätzlichen Kürzungen nun besonders hart – und sind nebenbei auch ein desaströses Signal an den ärztlichen Nachwuchs“, sagte Parey.

Protestkampagne der KVH

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Berlin Coronavirus Herbstwelle Karl Lauterbach SPD

Lauterbach fordert Bundesländer zu rechtzeitigen Maßnahmen gegen Corona-Welle auf

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat die Bundesländer zu rechtzeitigen Maßnahmen gegen die jetzt begonnene Herbstwelle der Corona-Pandemie aufgefordert. Die Bundesländer müssten angesichts der derzeit stark steigenden Fallzahlen den richtigen Zeitpunkt erwischen, sagte Lauterbach am Freitag in Berlin. „Es ist nur die Frage, wann steigen die Länder mit den Maßnahmen ein und versuchen die Welle abzubremsen.“

Lauterbach verwies auf die Möglichkeiten des Infektionsschutzgesetzes wie etwa eine Maskenpflicht in Innenräumen. Solche Maßnahmen müssten die Länder bedenken und je nach Lage einführen. „Ich appelliere an die Länder, es genau im Auge zu behalten.“ 

Falls die Corona-Welle nicht begrenzt werde, könne es in ein paar Wochen zu Problemen bei der sogenannten kritischen Infrastruktur kommen, weil dort Beschäftigte erkrankt ausfallen. Dann könnten etwa aufgrund Personalmangels nicht genügend Betten in Krankenhäusern zu Verfügung stehen.

Lauterbach appellierte außerdem insbesondere an ältere Menschen ab 65 Jahren, eine vierte Corona-Impfung zu machen. Diese reduziere die Sterblichkeit im Fall einer Corona-Infektion um 90 Prozent, sagte Lauterbach. „Es macht für ältere Menschen einen Riesenunterschied.“

ran/cha

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Atemwegserkrankung Berlin Coronavirus COVID - 19 Deutschland Erkältung Husten Karl Lauterbach RKI Sars-Cov-2 SPD Todesfall

Corona und Erkältungen: RKI: Derzeit mehr Atemwegserkrankungen als im Vorjahr

Es kommt mit Ansage: Mit dem Herbst zieht die Zahl der Corona-Ansteckungen wieder an. Auch Rhinoviren sind auf dem Vormarsch – und sorgen verbreitet für Schnupfen, Husten und Heiserkeit.

Akute Atemwegserkrankungen wie Covid-19 machen nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) derzeit mehr Menschen in Deutschland zu schaffen als in Vorjahren zur gleichen Zeit.

„Der Infektionsdruck nimmt jetzt im Herbst in allen Altersgruppen der Allgemeinbevölkerung wieder deutlich zu“, heißt es im Covid-19-Wochenbericht, der sich teilweise auch auf andere Erkrankungen der Atemwege bezieht. Darin wird die Zahl der Corona-Infizierten für vorige Woche auf 500.000 bis 1,2 Millionen geschätzt.

Am Freitagmorgen gibt das RKI die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz mit 466,0 an. Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche noch bei 409,9 gelegen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen zieht an: Die Gesundheitsämter melden 96.367 Neuansteckungen (Vorwoche: 50.800), außerdem 140 Todesfälle (Vorwoche: 93).

Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem, weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik.

Um 10 Uhr wollen sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und RKI-Chef Lothar zur Corona-Lage im Herbst äußern.

Rhinoviren auf dem Vormarsch

Laut RKI-Wochenbericht gehören Rhinoviren neben Sars-CoV-2 zu den vorherrschenden Viren, die etwa zu Hausarztbesuchen führen. Diese Erreger lösen Erkältungen aus. Bei schwer verlaufenden Erkrankungen der Atemwege hingegen – gemeint sind Krankenhausbehandlungen -, sei noch kein deutlicher Anstieg zu verzeichnen, hält das RKI mit Blick auf die vergangene Woche fest.

Weil sich Menschen im Herbst wieder vermehrt drinnen aufhalten und mit einem weiteren Anstieg der Erkrankungen gerechnet werden müsse, erinnert das RKI: „Regelmäßiges richtiges Lüften (Stoßlüften) mit hohem Luftaustausch und geringem Wärmeverlust“ sei sehr wichtig, um das Risiko von Ansteckungen zu verringern.

Hintergrund ist, dass man sich in geschlossenen Räumen leichter als im Freien durch Tröpfchen anstecken kann, die Kranke etwa beim Niesen oder Husten ausstoßen. Generell mahnte das RKI, zum Schutz gefährdeter Gruppen die Empfehlungen zum Vermeiden von Infektionen weiterhin einzuhalten.

BA.2.75 wohl eher kein großes Risiko für Herbst und Winter

Wie schon in den Wochen zuvor dürften laut einer Stichprobe fast alle Corona-Ansteckungen hierzulande auf die Omikron-Sublinie BA.5 zurückgehen. Die wegen einiger Mutationen unter Beobachtung stehende Sublinie BA.2.75 hingegen kommt laut RKI nach jüngsten Daten von vorvergangener Woche bisher nur auf einen sehr kleinen Anteil: Er liege unter ein Prozent.

Mehrere Wissenschaftler äußerten in der jüngsten Zeit die Einschätzung, dass diese Variante wohl eher kein großes Risiko für Herbst und Winter darstellen dürfte – es könnten jedoch noch neue auftauchen.

Immunologen sind der Ansicht, dass in Deutschland mittlerweile eine gute Basisimmunität besteht. Das bedeutet nicht unbedingt dauerhaften Schutz vor einer Corona-Ansteckung – der Großteil der Menschen dürfte in dem Fall aber durch Impfungen und/oder Infektion über Gedächtniszellen verfügen, die Schlimmeres verhindern.

Man könne vielleicht zwei, drei Tage Fieber haben oder sich eventuell auch richtig schlecht fühlen, aber am Ende sehr gut mit der Infektion zurechtkommen, sagte Christian Bogdan, Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko), kürzlich. „Das würden wir jetzt nicht als schwere Infektion bezeichnen.“

Es sei bei einem Virus wie Sars-CoV-2 nicht möglich, durch weitere Impfungen auch diese harmloseren Infektionen zu verhindern, betonte der Wissenschaftler. Auch das Senken von Inzidenzen sei kein Impfziel: „Es geht nicht darum, dass wir jetzt irgendwie dieses Zahlenspiel der Inzidenzen weiter betreiben“, sagte Bogdan.

Stiko empfiehlt zweiten Booster bislang nur ab 60

Der Fokus liege vielmehr auf dem Vermeiden schwerer Erkrankung bei gefährdeten Menschen wie Älteren und Vorerkrankten. Entsprechend empfiehlt die Stiko zweite Auffrischungsimpfungen bislang nicht der gesamten Bevölkerung, sondern zum Beispiel den ab 60-Jährigen.

Dies ist momentan auch die einzige Gruppe, bei der laut einem weiteren RKI-Bericht von Donnerstag derzeit noch ein relevanter Zuwachs bei Covid-19-Impfungen verzeichnet wird. Der generelle Abwärtstrend setzte sich vielmehr auch nach dem Hochsommer fort: „Im September 2022 wurde mit rund 636.400 Impfungen in rund 24.900 impfenden Stellen der bisherige Tiefststand des Covid-19-Impfgeschehens erreicht“, heißt es in dem monatlichen Impfreport.

Das RKI appellierte, dass in Langzeitpflegeeinrichtungen „unbedingt“ die anstehenden Grippe-Impfungen zum Anlass genommen werden müssten, um den Covid-19-Impfschutz zu vervollständigen.

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Atemwegserkrankung Atemwegsinfekt Berlin Coronavirus COVID - 19 Deutschland Husten Karl Lauterbach Lothar Wieler RKI Sars-Cov-2 SPD

RKI: Atemwegsinfekte stärker verbreitet – Anstieg erwartet

Es kommt mit Ansage: Mit dem Herbst zieht die Zahl der Corona-Ansteckungen wieder an. Aber auch bei Schnupfen, Husten, Heiserkeit und Co. verzeichnet das RKI ein erhöhtes Niveau.

Akute Atemwegserkrankungen wie Covid-19 machen nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) derzeit mehr Menschen in Deutschland zu schaffen als in Vorjahren zur gleichen Zeit.

„Der Infektionsdruck nimmt jetzt im Herbst in allen Altersgruppen der Allgemeinbevölkerung wieder deutlich zu“, heißt es im Covid-19-Wochenbericht vom Donnerstagabend, der sich teilweise auch auf andere Erkrankungen der Atemwege bezieht. Zur Corona-Lage im Herbst wollen sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und RKI-Chef Lothar Wieler heute in Berlin äußern.

Im RKI-Wochenbericht wird die Zahl der Corona-Infizierten für vorige Woche auf 500.000 bis 1,2 Millionen geschätzt. Steigende Werte werden demnach auch bei anderen Indikatoren wie der Inzidenz verzeichnet. Neben Sars-CoV-2 gehörten Rhinoviren zu den vorherrschenden Viren, die etwa zu Hausarztbesuchen führen, hieß es. Diese Erreger lösen Erkältungen aus. Bei schwer verlaufenden Erkrankungen der Atemwege hingegen – gemeint sind Krankenhausbehandlungen -, sei noch kein deutlicher Anstieg zu verzeichnen, hält das RKI mit Blick auf die vergangene Woche fest.

RKI gibt Tipps

Weil sich Menschen im Herbst wieder vermehrt drinnen aufhalten und mit einem weiteren Anstieg der Erkrankungen gerechnet werden müsse, erinnert das RKI: „Regelmäßiges richtiges Lüften (Stoßlüften) mit hohem Luftaustausch und geringem Wärmeverlust“ sei sehr wichtig, um das Risiko von Ansteckungen zu verringern. Hintergrund ist, dass man sich in geschlossenen Räumen leichter als im Freien durch Tröpfchen anstecken kann, die Kranke etwa beim Niesen oder Husten ausstoßen. Generell mahnte das RKI, zum Schutz gefährdeter Gruppen die Empfehlungen zum Vermeiden von Infektionen weiterhin einzuhalten.

Wie schon in den Wochen zuvor dürften laut einer Stichprobe fast alle Corona-Ansteckungen hierzulande auf die Omikron-Sublinie BA.5 zurückgehen. Die wegen einiger Mutationen unter Beobachtung stehende Sublinie BA.2.75 hingegen kommt laut RKI nach jüngsten Daten von vorvergangener Woche bisher nur auf einen sehr kleinen Anteil: Er liege unter ein Prozent. Mehrere Wissenschaftler äußerten in der jüngsten Zeit die Einschätzung, dass diese Variante wohl eher kein großes Risiko für Herbst und Winter darstellen dürfte – es könnten jedoch noch neue auftauchen.

Basisimmunität

Immunologen sind der Ansicht, dass in Deutschland mittlerweile eine gute Basisimmunität besteht. Das bedeutet nicht unbedingt dauerhaften Schutz vor einer Corona-Ansteckung – der Großteil der Menschen dürfte in dem Fall aber durch Impfungen und/oder Infektion über Gedächtniszellen verfügen, die Schlimmeres verhindern. Man könne vielleicht zwei, drei Tage Fieber haben oder sich eventuell auch richtig schlecht fühlen, aber am Ende sehr gut mit der Infektion zurechtkommen, sagte Christian Bogdan, Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko), kürzlich. „Das würden wir jetzt nicht als schwere Infektion bezeichnen.“

Es sei bei einem Virus wie Sars-CoV-2 nicht möglich, durch weitere Impfungen auch diese harmloseren Infektionen zu verhindern, betonte der Wissenschaftler. Auch das Senken von Inzidenzen sei kein Impfziel: „Es geht nicht darum, dass wir jetzt irgendwie dieses Zahlenspiel der Inzidenzen weiter betreiben“, sagte Bogdan. Der Fokus liege vielmehr auf dem Vermeiden schwerer Erkrankung bei gefährdeten Menschen wie Älteren und Vorerkrankten. Entsprechend empfiehlt die Stiko zweite Auffrischungsimpfungen bislang nicht der gesamten Bevölkerung, sondern zum Beispiel den ab 60-Jährigen.

Dies ist momentan auch die einzige Gruppe, bei der laut einem weiteren RKI-Bericht von Donnerstag derzeit noch ein relevanter Zuwachs bei Covid-19-Impfungen verzeichnet wird. Der generelle Abwärtstrend setzte sich vielmehr auch nach dem Hochsommer fort: „Im September 2022 wurde mit rund 636.400 Impfungen in rund 24.900 impfenden Stellen der bisherige Tiefststand des Covid-19-Impfgeschehens erreicht“, heißt es in dem monatlichen Impfreport. Das RKI appellierte, dass in Langzeitpflegeeinrichtungen „unbedingt“ die anstehenden Grippe-Impfungen zum Anlass genommen werden müssten, um den Covid-19-Impfschutz zu vervollständigen.

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Atemwegserkrankung Atemwegsinfekt Berlin Coronavirus COVID - 19 Deutschland Husten Karl Lauterbach Lothar Wieler RKI Sars-Cov-2 SPD

RKI: Atemwegsinfekte stärker verbreitet – Anstieg erwartet

Es kommt mit Ansage: Mit dem Herbst zieht die Zahl der Corona-Ansteckungen wieder an. Aber auch bei Schnupfen, Husten, Heiserkeit und Co. verzeichnet das RKI ein erhöhtes Niveau.

Akute Atemwegserkrankungen wie Covid-19 machen nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) derzeit mehr Menschen in Deutschland zu schaffen als in Vorjahren zur gleichen Zeit.

„Der Infektionsdruck nimmt jetzt im Herbst in allen Altersgruppen der Allgemeinbevölkerung wieder deutlich zu“, heißt es im Covid-19-Wochenbericht vom Donnerstagabend, der sich teilweise auch auf andere Erkrankungen der Atemwege bezieht. Zur Corona-Lage im Herbst wollen sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und RKI-Chef Lothar Wieler heute in Berlin äußern.

Im RKI-Wochenbericht wird die Zahl der Corona-Infizierten für vorige Woche auf 500.000 bis 1,2 Millionen geschätzt. Steigende Werte werden demnach auch bei anderen Indikatoren wie der Inzidenz verzeichnet. Neben Sars-CoV-2 gehörten Rhinoviren zu den vorherrschenden Viren, die etwa zu Hausarztbesuchen führen, hieß es. Diese Erreger lösen Erkältungen aus. Bei schwer verlaufenden Erkrankungen der Atemwege hingegen – gemeint sind Krankenhausbehandlungen -, sei noch kein deutlicher Anstieg zu verzeichnen, hält das RKI mit Blick auf die vergangene Woche fest.

RKI gibt Tipps

Weil sich Menschen im Herbst wieder vermehrt drinnen aufhalten und mit einem weiteren Anstieg der Erkrankungen gerechnet werden müsse, erinnert das RKI: „Regelmäßiges richtiges Lüften (Stoßlüften) mit hohem Luftaustausch und geringem Wärmeverlust“ sei sehr wichtig, um das Risiko von Ansteckungen zu verringern. Hintergrund ist, dass man sich in geschlossenen Räumen leichter als im Freien durch Tröpfchen anstecken kann, die Kranke etwa beim Niesen oder Husten ausstoßen. Generell mahnte das RKI, zum Schutz gefährdeter Gruppen die Empfehlungen zum Vermeiden von Infektionen weiterhin einzuhalten.

Wie schon in den Wochen zuvor dürften laut einer Stichprobe fast alle Corona-Ansteckungen hierzulande auf die Omikron-Sublinie BA.5 zurückgehen. Die wegen einiger Mutationen unter Beobachtung stehende Sublinie BA.2.75 hingegen kommt laut RKI nach jüngsten Daten von vorvergangener Woche bisher nur auf einen sehr kleinen Anteil: Er liege unter ein Prozent. Mehrere Wissenschaftler äußerten in der jüngsten Zeit die Einschätzung, dass diese Variante wohl eher kein großes Risiko für Herbst und Winter darstellen dürfte – es könnten jedoch noch neue auftauchen.

Basisimmunität

Immunologen sind der Ansicht, dass in Deutschland mittlerweile eine gute Basisimmunität besteht. Das bedeutet nicht unbedingt dauerhaften Schutz vor einer Corona-Ansteckung – der Großteil der Menschen dürfte in dem Fall aber durch Impfungen und/oder Infektion über Gedächtniszellen verfügen, die Schlimmeres verhindern. Man könne vielleicht zwei, drei Tage Fieber haben oder sich eventuell auch richtig schlecht fühlen, aber am Ende sehr gut mit der Infektion zurechtkommen, sagte Christian Bogdan, Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko), kürzlich. „Das würden wir jetzt nicht als schwere Infektion bezeichnen.“

Es sei bei einem Virus wie Sars-CoV-2 nicht möglich, durch weitere Impfungen auch diese harmloseren Infektionen zu verhindern, betonte der Wissenschaftler. Auch das Senken von Inzidenzen sei kein Impfziel: „Es geht nicht darum, dass wir jetzt irgendwie dieses Zahlenspiel der Inzidenzen weiter betreiben“, sagte Bogdan. Der Fokus liege vielmehr auf dem Vermeiden schwerer Erkrankung bei gefährdeten Menschen wie Älteren und Vorerkrankten. Entsprechend empfiehlt die Stiko zweite Auffrischungsimpfungen bislang nicht der gesamten Bevölkerung, sondern zum Beispiel den ab 60-Jährigen.

Dies ist momentan auch die einzige Gruppe, bei der laut einem weiteren RKI-Bericht von Donnerstag derzeit noch ein relevanter Zuwachs bei Covid-19-Impfungen verzeichnet wird. Der generelle Abwärtstrend setzte sich vielmehr auch nach dem Hochsommer fort: „Im September 2022 wurde mit rund 636.400 Impfungen in rund 24.900 impfenden Stellen der bisherige Tiefststand des Covid-19-Impfgeschehens erreicht“, heißt es in dem monatlichen Impfreport. Das RKI appellierte, dass in Langzeitpflegeeinrichtungen „unbedingt“ die anstehenden Grippe-Impfungen zum Anlass genommen werden müssten, um den Covid-19-Impfschutz zu vervollständigen.

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Atemwegserkrankung Atemwegsinfekt Berlin Coronavirus COVID - 19 Deutschland Husten Karl Lauterbach Lothar Wieler RKI Sars-Cov-2 SPD

RKI: Atemwegsinfekte stärker verbreitet – Anstieg erwartet

Es kommt mit Ansage: Mit dem Herbst zieht die Zahl der Corona-Ansteckungen wieder an. Aber auch bei Schnupfen, Husten, Heiserkeit und Co. verzeichnet das RKI ein erhöhtes Niveau.

Akute Atemwegserkrankungen wie Covid-19 machen nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) derzeit mehr Menschen in Deutschland zu schaffen als in Vorjahren zur gleichen Zeit.

„Der Infektionsdruck nimmt jetzt im Herbst in allen Altersgruppen der Allgemeinbevölkerung wieder deutlich zu“, heißt es im Covid-19-Wochenbericht vom Donnerstagabend, der sich teilweise auch auf andere Erkrankungen der Atemwege bezieht. Zur Corona-Lage im Herbst wollen sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und RKI-Chef Lothar Wieler heute in Berlin äußern.

Im RKI-Wochenbericht wird die Zahl der Corona-Infizierten für vorige Woche auf 500.000 bis 1,2 Millionen geschätzt. Steigende Werte werden demnach auch bei anderen Indikatoren wie der Inzidenz verzeichnet. Neben Sars-CoV-2 gehörten Rhinoviren zu den vorherrschenden Viren, die etwa zu Hausarztbesuchen führen, hieß es. Diese Erreger lösen Erkältungen aus. Bei schwer verlaufenden Erkrankungen der Atemwege hingegen – gemeint sind Krankenhausbehandlungen -, sei noch kein deutlicher Anstieg zu verzeichnen, hält das RKI mit Blick auf die vergangene Woche fest.

RKI gibt Tipps

Weil sich Menschen im Herbst wieder vermehrt drinnen aufhalten und mit einem weiteren Anstieg der Erkrankungen gerechnet werden müsse, erinnert das RKI: „Regelmäßiges richtiges Lüften (Stoßlüften) mit hohem Luftaustausch und geringem Wärmeverlust“ sei sehr wichtig, um das Risiko von Ansteckungen zu verringern. Hintergrund ist, dass man sich in geschlossenen Räumen leichter als im Freien durch Tröpfchen anstecken kann, die Kranke etwa beim Niesen oder Husten ausstoßen. Generell mahnte das RKI, zum Schutz gefährdeter Gruppen die Empfehlungen zum Vermeiden von Infektionen weiterhin einzuhalten.

Wie schon in den Wochen zuvor dürften laut einer Stichprobe fast alle Corona-Ansteckungen hierzulande auf die Omikron-Sublinie BA.5 zurückgehen. Die wegen einiger Mutationen unter Beobachtung stehende Sublinie BA.2.75 hingegen kommt laut RKI nach jüngsten Daten von vorvergangener Woche bisher nur auf einen sehr kleinen Anteil: Er liege unter ein Prozent. Mehrere Wissenschaftler äußerten in der jüngsten Zeit die Einschätzung, dass diese Variante wohl eher kein großes Risiko für Herbst und Winter darstellen dürfte – es könnten jedoch noch neue auftauchen.

Basisimmunität

Immunologen sind der Ansicht, dass in Deutschland mittlerweile eine gute Basisimmunität besteht. Das bedeutet nicht unbedingt dauerhaften Schutz vor einer Corona-Ansteckung – der Großteil der Menschen dürfte in dem Fall aber durch Impfungen und/oder Infektion über Gedächtniszellen verfügen, die Schlimmeres verhindern. Man könne vielleicht zwei, drei Tage Fieber haben oder sich eventuell auch richtig schlecht fühlen, aber am Ende sehr gut mit der Infektion zurechtkommen, sagte Christian Bogdan, Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko), kürzlich. „Das würden wir jetzt nicht als schwere Infektion bezeichnen.“

Es sei bei einem Virus wie Sars-CoV-2 nicht möglich, durch weitere Impfungen auch diese harmloseren Infektionen zu verhindern, betonte der Wissenschaftler. Auch das Senken von Inzidenzen sei kein Impfziel: „Es geht nicht darum, dass wir jetzt irgendwie dieses Zahlenspiel der Inzidenzen weiter betreiben“, sagte Bogdan. Der Fokus liege vielmehr auf dem Vermeiden schwerer Erkrankung bei gefährdeten Menschen wie Älteren und Vorerkrankten. Entsprechend empfiehlt die Stiko zweite Auffrischungsimpfungen bislang nicht der gesamten Bevölkerung, sondern zum Beispiel den ab 60-Jährigen.

Dies ist momentan auch die einzige Gruppe, bei der laut einem weiteren RKI-Bericht von Donnerstag derzeit noch ein relevanter Zuwachs bei Covid-19-Impfungen verzeichnet wird. Der generelle Abwärtstrend setzte sich vielmehr auch nach dem Hochsommer fort: „Im September 2022 wurde mit rund 636.400 Impfungen in rund 24.900 impfenden Stellen der bisherige Tiefststand des Covid-19-Impfgeschehens erreicht“, heißt es in dem monatlichen Impfreport. Das RKI appellierte, dass in Langzeitpflegeeinrichtungen „unbedingt“ die anstehenden Grippe-Impfungen zum Anlass genommen werden müssten, um den Covid-19-Impfschutz zu vervollständigen.

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