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BMG Coronavirus Impfstoff Impfung Johnson & Johnson Saarbrücken Saarland

Mit Johnson & Johnson erst nach drittem Piks geboostert

Für alle, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson gegen Corona geimpft worden sind, gilt nun auch im Saarland: Sie sind erst nach der dritten Impfung geboostert. Nach einer ersten Impfung mit dem Vakzin Johnson & Johnson und einer zweiten Impfung mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech oder Moderna) gelten Personen als «grundimmunisiert» – also vollständig geimpft, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch in Saarbrücken mitteilte. Erst nach einer weiteren Impfung nach frühestens drei Monaten liege dann der Booster vor.

Für alle, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson gegen Corona geimpft worden sind, gilt nun auch im Saarland: Sie sind erst nach der dritten Impfung geboostert. Nach einer ersten Impfung mit dem Vakzin Johnson & Johnson und einer zweiten Impfung mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech oder Moderna) gelten Personen als «grundimmunisiert» – also vollständig geimpft, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch in Saarbrücken mitteilte. Erst nach einer weiteren Impfung nach frühestens drei Monaten liege dann der Booster vor.

Rund 49 000 Menschen sind im Saarland im vergangenen Jahr mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft worden. Damals war damit geworben worden, dass bei dem Impfstoff ein Piks für die Grundimmunisierung ausreiche.

Hintergrund der jetzigen Anpassung sind laut Sprecher aktualisierte Vorgaben des Bundesgesundheitsministeriums, der Ständigen Impfkommission und des Paul-Ehrlich-Instituts. Andere Bundesländer machten es analog. Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium etwa twitterte am Dienstag: «Auch beim #Impfstoff von Johnson& Johnson bedarf es 3 Impfungen, um als „geboostert“ zu gelten.»

Im Saarland sind laut Impfdashboard (Stand Mittwoch) 79,0 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. 56,5 Prozent haben demnach bereits eine Auffrischimpfung (Booster) bekommen.

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Saarland sollte in den Arztpraxen am Mittwoch bei der Zahl der Impfungen gegen Corona die Ein-Million-Marke geknackt werden. Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie deren Teams stemmten in der Impfkampagne «den Hauptteil der Impfungen», teilte die KV in Saarbrücken mit.

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Coronavirus Impfdosis Impfstoff Impfung Israel Lauterbach Pfizer Tel Aviv Virus

Israelische Studie: Vierte Impfdosis erhöht Schutz vor Omikron-Ansteckung offenbar kaum

Eine israelische Studie untersucht, wie gut eine vierte Impfdosis vor Omikron-Infektionen schützt. Erste Ergebnisse zeigen: offenbar nicht ausreichend. Lauterbach drängt auf angepasste Impfstoffe.

Eine vierte Corona-Impfung schützt laut erster Daten einer israelischen Studie nicht ausreichend gegen Ansteckungen mit der Omikron-Variante. Man beobachte auch bei vierfach Geimpften Ansteckungen, sagte Professorin Gili Regev-Yochay vom Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv am Montag. Eine vierte Dosis erhöhe zwar den Antikörperspiegel, „sie bietet aber nur teilweise Schutz vor dem Virus“, erklärte die Studienleiterin.STERN PAID Corona Selbsttests im Selbsttest Schnelltests 13.15

Man sehe viele Omikron-Infektionen unter den Personen, die die vierte Dosis erhalten hatten, sagte Regev-Yochay. „Zugegeben, etwas weniger als in der Kontrollgruppe, aber immer noch viele Infektionen.“ Als Kontrollgruppe dienten Personen, die keine vierte Impfung erhalten hatten. Regev-Yochay betonte, es handele sich um Zwischenergebnisse der Studie, sie wollte daher auch keine genaueren Zahlen nennen.

Rund 150 Teilnehmer der Studie hatten eine vierte Dosis des Vakzins von Biontech-Pfizer erhalten. Weitere 120 Teilnehmer erhielten nach drei Dosen Biontech/Pfizer eine vierte Impfung mit Moderna. Es sei weltweit der erste Versuch mit einer vierten Impfung mit kombinierten Vakzinen, sagte Regev-Yochay.

Bereits frühere Untersuchungen zeigten, dass der Ansteckungsschutz der aktuellen Impfstoffe gegen Omikron im Vergleich zu früheren Varianten schwächelt. Omikron besitzt zahlreiche Mutationen im Spike-Protein – also der Virus-Stelle, gegen die sich aktuelle Impfstoffe richten. Die Forschenden in Israel gingen der Frage nach, ob sich der Schutz vor Infektion durch einen vierten Booster mit den bisherigen Impfstoffen verbessern lässt.

Eine Woche nach Studienbeginn hatte sich die Zahl der Antikörper zwar verfünffacht. Allerdings bieten „die Impfstoffe von Pfizer und Moderna, die gegen die anderen Varianten wirksamer waren, weniger Schutz gegen Omikron“, erklärte sie.

Israel verabreicht bereits vierte Impfdosis

Die israelische Regierung hatte vor kurzem grünes Licht für die Verabreichung einer nochmaligen Booster-Impfung an Patienten mit einem geschwächten Immunsystem, Menschen ab 60 Jahren und medizinisches Personal gegeben. Mehr als 537.000 Israelis haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits eine vierte Dosis erhalten.

„Die Entscheidung (in Israel), Immungeschwächten die vierte Dosis zu geben, könnte zwar einen kleinen Vorteil verleihen“, sagte Regev-Yochay. „Aber vermutlich nicht genug, um sie der ganzen Bevölkerung zu geben.“

Omikron-Impfstoffe „jetzt dringend gebraucht“

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sprach angesichts der ersten Studiendaten von „bisher enttäuschenden Ergebnissen“. Trotz der vierten Dosis infizierten sich „viele“ mit der Omikron-Variante. Speziell auf Omikron zugeschnittene Vakzine seien „jetzt dringend gebraucht“, schrieb Lauterbach auf Twitter. Er betonte zudem die Wichtigkeit der Booster-Impfung, also der dritten Impfdosis: Sie verhindere schwere Krankheitsverläufe.20.25 Urlaubsländer

Knapp 4,4 Millionen Israelis haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits die dritte Impfdosis erhalten, mehr als 537.000 schon die vierte. In Israel leben 9,4 Millionen Menschen. In Deutschland haben bislang mehr als 39,5 Millionen Menschen eine Dritt-Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das entspricht einer Booster-Impfquote von 47,6 Prozent. Eine Empfehlung für eine vierte Impfdosis gibt es in Deutschland aktuell nicht.

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Coronavirus Impfung Israel Omikron Pfizer Tel Aviv

Corona-Pandemie: Studie: Vierte Impfung nicht ausreichend gegen Omikron

In Israel können sich gegenwärtig auch Über-60-Jährige und medizinisches Personal zum vierten Mal impfen lassen. Doch vor Omikron bietet auch das laut einer Studie keinen vollständigen Schutz.

Eine vierte Corona-Impfung schützt laut einer israelischen Studie nicht ausreichend gegen die Omikron-Variante. Man beobachte auch bei vierfach Geimpften Ansteckungen, sagte Professor Gili Regev vom Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv am Montag.

Zwei Wochen nach einer vierten Dosis des Präparats von Biontech/Pfizer sei zwar ein «schöner Anstieg» der Antikörper zu beobachten. Deren Zahl liege sogar etwas über dem Wert nach der dritten Impfung. «Aber für Omikron ist dieser schöne Wert nicht genug.» Regev betonte, es handele sich um Zwischenergebnisse der Studie, sie wollte daher auch keine genaueren Zahlen nennen.

Rund 150 Teilnehmer der Studie hatten vor zwei Wochen eine vierte Dosis des Vakzins von Biontech-Pfizer erhalten. Vor einer Woche erhielten dann 120 weitere Teilnehmer nach drei Dosen Biontech/Pfizer eine vierte Impfung mit Moderna. Es sei weltweit der erste Versuch mit einer vierten Impfung mit kombinierten Vakzinen, sagte Regev. Die Ergebnisse beider Gruppen nach einer Woche seien sehr ähnlich. «Wir sehen keinen erheblichen Unterschied.»

Mehr als 530.000 Menschen haben die vierte Impfung

«Die Entscheidung (in Israel), Immungeschwächten die vierte Dosis zu geben, könnte zwar einen kleinen Vorteil verleihen», sagte Regev. «Aber vermutlich nicht genug, um sie der ganzen Bevölkerung zu geben.» Gegenwärtig können sich in Israel auch Über-60-Jährige und medizinisches Personal zum vierten Mal impfen lassen. Regev sprach angesichts der vorläufigen Studienergebnisse von einem «Dilemma», ob man Über-60-jährigen, gesunden Menschen die vierte Dosis geben sollte. «Wenn jemand eine persönliche Gefährdung hat, dann sollte man besser jetzt impfen, wenn nicht, dann vielleicht besser abwarten.»

Nur rund 62 Prozent der 9,4 Millionen Israelis gelten noch als vollständig geimpft. Dies sind zweifach Geimpfte bis zu sechs Monate nach der Zweitimpfung und Menschen mit Booster-Impfung. 30 Prozent der Bevölkerung sind gar nicht geimpft, bei acht Prozent ist die Gültigkeit der Impfung abgelaufen. Knapp 4,4 Millionen Israelis haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits die dritte Impfdosis erhalten, mehr als 537.000 schon die vierte.

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Bundesregierung Coronavirus Günther Jauch Impfung RTL Thomas Gottschalk Ungeimpfte

RTL-Moderator: „Mir fehlt jedes Verständnis“: Günther Jauch schimpft über Ungeimpfte

RTL-Moderator Günther Jauch hat in einem Interview Impfverweigerer kritisiert. Sie würden „eine ganze Gesellschaft in Geiselhaft“ nehmen, sagte der 65-Jährige. Auch zum Impfwirbel um Harald Schmidt äußerte sich Jauch.

Moderator Günther Jauch hat kein Verständnis für Menschen, die eine Impfung gegen Covid-19 ablehnen. „Im Prinzip wäre die Impfung die Lösung, wenn sich alle konsequent impfen lassen würden. (…) Die Impfverweigerer nehmen eine ganze Gesellschaft in Geiselhaft, denn es ist ja unfassbar, wie viele Tote es gibt, wie unser Gesundheitssystem überfordert wird, wie Leute, die dringend Operationen brauchten, nicht drankommen. Und ganz wichtig: die ökonomischen Folgen für Millionen Menschen. Mir fehlt jedes Verständnis für Leute, die sich nicht impfen lassen wollen“, sagte der 65-Jährige im Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung“.STERN PAID 51_21 Interview Serie Legal Affairs „Anwältinnen verhandeln manchmal geschickter“ 2035

Jauch selbst erkrankte im vergangenen Jahr an Corona. Als seine Infektion publik wurde, erschien fast zeitgleich eine Werbekampagne der Bundesregierung für die Impfung. Jauch wollte seine Beteiligung an der Aktion deshalb zurückziehen, weil er Sorge hatte, unglaubwürdig zu erscheinen. „Ich habe gesagt: Ihr müsst mich aus der Kampagne rausnehmen. Da hieß es, dass das technisch nicht mehr gehen würde. Das führte über Wochen zu einem Wahnsinns-Shitstorm. (…) Aus dieser Nummer kam ich nicht mehr raus“, erzählte er. 

Über Harald Schmidt, dessen Impfstatus seit mehreren Monaten für Schlagzeilen sorgt, sagte Jauch: „Ich akzeptiere, dass er nicht sagen will, ob er geimpft ist. Es besteht schließlich keine Auskunftspflicht. Die Annahme, dass er ein chronischer Impfgegner ist, würde mich allerdings irritieren.“

Günther Jauch schwärmt von Freundschaft mit Thomas Gottschalk

Wohlwollende Worte verlor er in dem Interview über seinen langjährigen Kollegen Thomas Gottschalk. „Wir sind seit fast einem halben Jahrhundert befreundet, obwohl wir sicher unterschiedlich ticken. Er ist einfach extrovertierter und im Kopf oft auch schneller als ich. Er nimmt die Welt mehr von der heiteren Seite, während ich doch zuweilen feststelle, dass das Glas statt halb voll eher halb leer ist. Aber es ist jetzt nicht so, dass ich zum Weltuntergangspropheten tauge.“ Den enormen Erfolg der „Wetten, dass ..?“-Jubiläumsfolge erklärte Jauch mit einer gewissen Sehnsucht nach Nostalgie im Fernsehen. „Da sitzen die Kinder im Schlafanzug vor dem Fernseher, zusammen mit Eltern und Großeltern, bei Gummibärchen und Goldfischlis. Diese Art von ‚Inklusionsfernsehen‘ hat Thomas für meine Begriffe immer perfekt bedient.“WWM Fotostrecke 7.34 Uhr

An seine eigene Talkshow bei der ARD hat Günther Jauch hingegen nicht so gute Erinnerungen. „Ich wollte das Beste aus der Welt des privaten Fernsehens und des öffentlich-rechtlichen zusammenführen und den Politikbegriff erweitern. Das ist mir aber nicht dauerhaft gelungen. Mir haben zu viele Menschen aus dem Sender reingeredet. (…) Das war so mühsam, dass ich oft ein Drittel meiner Kräfte gar nicht mehr in die Vorbereitung, sondern nur noch in die Verteidigung von Themen und Gästen stecken musste. Das hat mit der ARD zu Konflikten geführt, weil die mir vertraglich zugesicherte journalistische Unabhängigkeit nicht im für mich notwendigen Maß gegeben war. Ich habe meinen Vertrag nach drei Jahren mit Bauchschmerzen noch einmal verlängert, aber bei der nächsten Verlängerung klargemacht, dass ich so nicht weiterarbeiten möchte“, schilderte Jauch die Situation.

Er moderierte die Talkshow „Günther Jauch“ am Sonntagabend von 2011 bis 2015. Den Sendeplatz übernahm anschließend wieder Anne Will, die zuvor wegen Jauch auf den Mittwoch ausweichen musste.

Quelle:  „NZZ“

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Berlin Coronavirus Deutschland Impfung RKI Robert-Koch-Institut Sonntag Wochenende

Corona-Pandemie: Mehr als eine halbe Million Corona-Impfungen am Wochenende

Mehr als 72 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ist inzwischen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Laut RKI könnte der Anteil sogar noch etwas höher liegen.

In Deutschland sind am Wochenende mehr als eine halbe Millionen Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Am Sonntag wurden 129.000 Impfungen vorgenommen, am Samstag waren es 408.000, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Montag hervorgeht.

Mindestens 60,5 Millionen Menschen haben den vollständigen Grundschutz gegen das Coronavirus mit der meist nötigen zweiten Impfung erhalten. Das entspricht mindestens 72,7 Prozent der Bevölkerung. Hier liegt wie auch bei der Quote Erstgeimpfter Bremen im Bundesländer-Vergleich an der Spitze. Sachsen ist jeweils Schlusslicht.

Eine zusätzliche Auffrischungsimpfung haben 39,2 Millionen Menschen (47,1 Prozent) erhalten. Diese ist wichtig für einen wirksamen Schutz vor der ansteckenderen Virusvariante Omikron. Beim Anteil der Menschen mit Auffrischungsimpfungen ist das Saarland vorn, auch hier liegt Sachsen am Ende der Skala.

Mindestens eine Impfdosis erhalten haben bisher 62,4 Millionen Menschen (75,1 Prozent). Die Bundesregierung strebt eine Quote von 80 Prozent Erstgeimpfter bis Ende Januar an.

Auf dem RKI-Dashboard wird darauf hingewiesen, dass die Impfquoten als Mindestimpfquoten zu verstehen sind, «da eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem nicht erreicht werden kann». Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote um bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt.

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Christian Drosten Coronavirus Deutschland Impfung Omikron Pandemie Tagesspiegel Virus

Virologe: „Es gibt keine Alternative“: Drosten glaubt, dass sich alle mit Covid anstecken müssen und sieht Omikron als Chance

Wann kommt das Ende der Pandemie? Dieser Frage widmet sich Virologe Christian Drosten in einem aktuellen Interview. Und sieht eigentlich nur einen Weg.

Knapp zwei Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie sind die Infektionszahlen in Deutschland so hoch wie noch nie. Kein Wunder, dass die Menschen mittlerweile ziemlich ermüdet sind und ein baldiges Ende ersehnen. In einem aktuellen Interview äußert der Virologe Christian Drosten Hoffnung, dass es bald soweit sein könnte. Und nennt ausgerechnet die für den aktuellen Anstieg der Infektionen verantwortliche Omikron-Variante als Chance dazu.

„Die relevante Frage, die alle interessiert, lautet ja: Wie lange geht diese Quälerei noch weiter mit der Pandemie?“, bringt Drosten im Gespräch mit dem „Tagesspiegel“ auf den Punkt, was viele Menschen denken. Die Antwort auf die eigene Frage: Die deutsche Bevölkerung sei auf dem besten Weg, eine Immunität gegen das Virus Sars-CoV-2 zu entwickeln, durch Impfungen und natürliche Infektionen. „Den müssen wir jetzt zu Ende gehen, damit wir im Laufe des Jahres 2022 in die endemische Phase kommen und den pandemischen Zustand für beendet erklären können“, so Drosten.

Endemischer Zustand noch dieses Jahr?

Von einem endemischen Zustand spricht man, wenn das Virus im Alltag zwar weiter vorhanden ist, die Zahl der Infektionen im Laufe der Zeit aber relativ konstant bleibt. Ein Beispiel für endemische Krankheiten sind etwa die Grippe oder klassische Erkältungserkrankungen. Das könne auch mit Covid-19 passieren, so Drosten. Die Voraussetzung dafür sei aber, dass die Menschen eine ausreichende Immunisierung gegen das Virus entwickeln würden. Und zwar, indem wir alle mit dem Virus infiziert wurden.

Dabei sei ausgerechnet die für die aktuell stark steigenden Fallzahlen verantwortliche Omikron-Variante eine Chance. Die bestehende Immunität gegen Influenza in der Bevölkerung gäbe es vor allem deshalb, weil sich die Menschen im Laufe ihres Lebens mehrfach damit infizieren würde. „Die abgeschwächte Infektion auf dem Boden der Impfung, das ist so etwas wie ein fahrender Zug, auf den man aufspringt. Irgendwann muss man da aber auch mal drauf springen, sonst kommt man nicht weiter“, führt er aus. „Die gute Nachricht ist: Im Moment fährt der Zug angenehm langsam, denn Omikron hat eine verringerte Krankheitsschwere“, erläutert er. „Es wäre eine Chance jetzt, breite Immunität vorausgesetzt. Zumal niemand ausschließen kann, dass der Zug auch wieder schneller wird und wir dann nicht mehr so leicht draufkommen.“

Christian Drosten erwartet in diesem Jahr keine Normalisierung

Für dieses Jahr erwartet Drosten allerdings noch keine komplette Normalisierung. „Im nächsten Winter rechne ich noch einmal mit einer starken Inzidenz-Erhöhung“, auch das Tragen von Masken zum Schutz der Ungeimpften und Gefährdeten sei vermutlich weiter nötig, erklärt er. „Wirklich ins Gewicht fallende Einschränkungen werden aber wahrscheinlich nicht mehr nötig sein. Wir werden nur weiter Rücksicht nehmen müssen auf den Teil der Bevölkerung, der im Risiko steht. Es wird also noch nicht so sein wie jetzt bei einer normalen Influenza-Saison.“ Er sei sich aber sicher, dass wir irgendwann in einen Zustand wie vor der Pandemie zurückkehren können.Interview Wissenschaftler und Kommunikation Beatrice Lugger 20.05

Infektionen als Weg aus der Pandemie

An einer Infektion führe dabei auf Dauer aber kein Weg vorbei.“Wir müssen in dieses Fahrwasser rein, es gibt keine Alternative. Es hat sich ja irgendwann die Idee formiert, dass man Sars-Cov-2 komplett unter Kontrolle halten könne und müsse. Aber das ist nicht realisierbar“, erklärt der Virologe. „Wir können nicht auf Dauer alle paar Monate über eine Booster-Impfung den Immunschutz der ganzen Bevölkerung erhalten. Das muss das Virus machen. Das Virus muss sich verbreiten, aber eben auf Basis eines in der breiten Bevölkerung verankerten Impfschutzes.“

Der letzte Zusatz ist Drosten dabei sehr wichtig. Es sei etwas anderes, eine Grundimmunität auszubauen, als sie dann später zu erhalten, so der Virologe. „Das Aufbauen müssen wir in unserer alten Gesellschaft über Impfungen machen, das Erhalten muss das Virus erledigen“, erklärt er. „Natürlich unterstützt mit Booster-Impfungen, so wie bei Influenza auch.“

„Das bedeutet aber nicht, dass diejenigen Recht hatten, die Sars-Cov-2 für harmlos halten und ungehemmt durch die Bevölkerung rauschen lassen wollen“, stellt er klar. Sich ausschließlich über eine Infektion immunisieren zu wollen, sei nach wie vor zu gefährlich. „Ich kann den Menschen im Hinblick auf die Risikobewertung der Impfung nur immer wieder nahelegen: Es ist Impfung versus Virus, nicht Impfung versus keine Impfung. Das ist die Risikoabwägung“, warnt er. „Und da kann ich als Virologe sagen, dass man bei der Impfung einfach besser wegkommt.“

Quelle: Tagesspiegel

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Bernd Wiegand FDP Freie Wähler Halle Impfung Klima Stadtrat

Eine Impfung mit Folgen: Halles OB lässt nicht locker

Vor genau einem Jahr ließ sich Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand vorzeitig impfen. Es folgten seine Suspendierung, Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und zahlreiche juristische Niederlagen. Doch das Stadtoberhaupt drängt es weiter zurück auf seinen Platz im Rathaus.

Ein Jahr nach Beginn der Impfaffäre um Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) haben mehrere Stadträte ihren Wunsch nach dessen Rückzug von seinem Posten bekräftigt. Sie «würde sich wünschen, dass der OB zurücktritt», sagte die Vorsitzende Stadträtin Katja Müller (Linke). Angesichts des bisherigen Verhaltens Wiegands in der Impfaffäre halte sie das aber für unwahrscheinlich.

Ohne das suspendierte Stadtoberhaupt habe sich das Klima spürbar verbessert, ist von Teilen des Stadtrats zu hören. Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung habe sich deutlich verbessert, sagte unter anderem Yana Mark, Vorsitzende der FDP-Fraktion im Stadtrat. «Es ist jetzt ein Mit- statt Gegeneinander und man fühlt sich als Stadtrat ernst genommen und einbezogen in die Entscheidungen.» Es sei der Wille erkennbar, etwas zum Wohle der Stadt zu bewegen.

Die Stadtratsfraktion Hauptsache Halle & Freie Wähler, die während der Aufarbeitung der Affäre teilweise Partei für Wiegand ergriffen hatte, wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Fall äußern. Wiegand selbst stellte derweil Versäumnisse in seiner Abwesenheit fest: «Alle von mir eingeleiteten Projekte wurden fortgeführt. Neue richtungsweisende Ideen, wirtschaftliche Neuansiedlungen von Großunternehmen und die persönliche Begleitung von Bestandsunternehmen vor Ort durch den Oberbürgermeister blieben aus.»

Trotz der juristischen Niederlagen, hofft der suspendierte OB weiterhin auf einen – aus seiner Sicht – guten Ausgang des Falles. «Von Seiten der Behörden ist bis heute noch nicht einmal geprüft worden, ob ich gegen die im Januar 2021 geltende Coronavirus-Impfverordnung verstoßen habe», sagte Wiegand. Dies sei ein Zeichen von Willkür. Er habe nicht gegen geltendes Recht verstoßen, betonte er.

Vor einem Jahr, am 17. Januar, hatte sich das Stadtoberhaupt entgegen der damals gültigen Impfreihenfolge vorzeitig gegen das Coronavirus impfen lassen. Er behauptet bis heute, dass die Spritze ansonsten weggeworfen worden wäre. Vor der Impfung habe er sich mehrfach vergewissert, dass kein Mitarbeiter des Krankenhauses, in dem er geimpft wurde, zu dem Zeitpunkt für eine spontane Impfung zur Verfügung stand.

Während der Aufarbeitung seiner vorzeitigen Impfung geriet Wiegand zusehends in Erklärungsnot, verwickelte sich in Widersprüche und wurde schließlich vom Stadtrat suspendiert. Es folgte ein Disziplinarverfahren des Landesverwaltungsamtes gegen ihn, das bis heute läuft. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den OB wegen des Verdachts der veruntreuenden Unterschlagung von Impfstoff. Demnach könnte Wiegand ein System im Stadtrat und in der Stadtverwaltung geschaffen haben, durch das andere Menschen, die noch nicht dazu berechtigt waren, geimpft wurden.

Wiegand hatte sich anschließend an mehrere Instanzen gewandt, um seine Suspendierung aufzuheben – bisher erfolglos. Zuletzt scheiterte er mit einer Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht. Das Disziplinarverfahren am Landesverwaltungsamt, wurde im Laufe des vergangenen Jahres sogar um weitere Vorwürfe ausgeweitet.

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Coronavirus Impfung Mecklenburg-Vorpommern Pflegeeinrichtung Schwerin Sorgfalt SPD Stefanie Drese Zingst

Drese: Wirkung der Impfungen in Pflegeeinrichtungen zu sehen

Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) mahnt zu weiter großer Sorgfalt und Vorsicht während der Corona-Pandemie in Einrichtungen der Pflege und der Eingliederungshilfe. «Die hohe Ansteckungsgefahr durch die Omikron-Variante stellt auch die Pflegeeinrichtungen zukünftig vor große Herausforderungen», teilte Drese am Samstag mit. Dies zeigten Ausbrüche wie jüngst in Zingst. Die sehr hohe Impfquote im dortigen Pflegeheim habe verhindert, dass Bewohnende oder Beschäftigte schwer erkrankt seien.

Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) mahnt zu weiter großer Sorgfalt und Vorsicht während der Corona-Pandemie in Einrichtungen der Pflege und der Eingliederungshilfe. «Die hohe Ansteckungsgefahr durch die Omikron-Variante stellt auch die Pflegeeinrichtungen zukünftig vor große Herausforderungen», teilte Drese am Samstag mit. Dies zeigten Ausbrüche wie jüngst in Zingst. Die sehr hohe Impfquote im dortigen Pflegeheim habe verhindert, dass Bewohnende oder Beschäftigte schwer erkrankt seien.

«Wohl in keinem anderen Bereich ist die Schutzwirkung der Impfungen so gut ablesbar, wie in der Pflege», sagte Drese. Dennoch müsse an den Schutzmaßnahmen weitgehend festgehalten werden. «Vieles, wie die verpflichtenden Testungen für Besucherinnen und Besucher, hat sich bewährt.»

Nach Ministeriumsangaben waren im Nordosten mit Stand Freitag 16 Corona-Ausbrüche in vollstationären, teilstationären oder ambulanten Pflegeeinrichtungen zu verzeichnen.

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Coronavirus Impfung Schwangerschaft

Neue Studie: So gefährlich ist eine Corona-Infektion für Schwangere – und das Kind

Corona-Infektionen in der Schwangerschaft können zur Gefahr für Mutter und Kind werden. Trotzdem scheuen sich noch immer viele Schwangere vor der Spritze. Welche fatalen Folgen das haben kann, zeigt eine neue Studie aus Schottland.

Impfen oder nicht impfen? Eine Entscheidung, die vielen schwangeren Frauen noch immer schwer fällt. Sie fürchten, dass sie mit der Impfung ihr ungeborenes Kind gesundheitlich schädigen könnten. Dabei gilt es inzwischen als erwiesen, dass nicht die Impfung, sondern eine Corona-Infektion während der Schwangerschaft für Mutter und Kind blitzgefährlich werden kann. Wie wichtig die Immunisierung für werdende Mütter ist, das verdeutlichen Daten einer Gesundheitsstudie aus Schottland, die kürzlich im renommierten Fachblatt „Nature Medicine“ erschienen ist.

Im Rahmen der Studie analysierte ein Forscherteam der Universität Edinburgh Daten von Frauen, die zwischen März 2020 bis Oktober 2021 schwanger wurden, darunter 4950, die sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Ein Großteil der infizierten Frauen, mehr als 77 Prozent, waren demnach ungeimpft. Und: jede fünfte schwangere Ungeimpfte erkrankte so schwer an Covid-19, dass sie im Krankenhaus behandelt werden musste. Zum Vergleich: bei den Schwangeren mit Impfdurchbrüchen musste nur jede Zwanzigste ins Krankenhaus. Noch deutlicher sind die Zahlen von den Intensivstationen. Nahezu alle schwangeren Patientinnen, die intensivmedizinisch betreut werden mussten, waren ungeimpft – 98 Prozent laut Studie. Eine Frau starb.STERN PAID Fehlgeburt 12.09

Erhöhtes Risiko für ungeimpfte Schwangere

Eine Corona-Infektion ist aber nicht nur gefährlich für werdende Mütter, sondern auch für die Kinder. Insgesamt wurden in dem Untersuchungszeitraum 2364 Babys auf die Welt gebracht. 101 Babys wurden zu früh geboren. Elf Frauen, die sich während der Schwangerschaft mit dem Coronavirus infiziert hatten, brachten ihr Kind tot auf die Welt. Acht weitere Babys starben kurz nach der Geburt. Alle Mütter, deren Kinder verstarben, waren zum Zeitpunkt der Infektion ungeimpft gewesen. Die Forschenden schränken allerdings ein, dass sie keinen Zugang zu detaillierten klinischen Aufzeichnungen der Frauen gehabt hätten. Dadurch ist es nicht möglich zu beurteilen, welchen Einfluss die Corona-Infektion auf die Frühgeburten und Todesfälle gehabt habe. Hinweise, dass es vermehrt zu Früh- oder Fehlgeburten nach der Corona-Impfung kommt, liegen hingegen keine vor.

Eine entscheidende Rolle, welche Auswirkung eine Covid-19-Erkrankung auf die Schwangeren hat, könnte auch der Zeitpunkt der Infektion spielen. Laut der schottischen Studie stieg das Risiko schwerer zu erkranken mit dem Schwangerschaftsfortschritt. Etwa jede dritte Schwangere, die sich in den Wochen vor der Geburt infizierte, musste im Krankenhaus behandelt werden, im zweiten Trimester war es nur etwa jede Zehnte, im ersten Trimester 6,7 Prozent. Auch die Gefahr aufgrund einer Corona-Infektion auf der Intensivstation zu landen, ist laut Studienergebnissen für Hochschwangere am größten.

Zu einem anderen Ergebnis kamen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in den USA. Ein Forscherteam aus Seattle war nach der Auswertung von Krankenakten zu dem Ergebnis gekommen, dass gerade Infektionen in einer früheren Schwangerschaftsphase, in Trimester eins und zwei, das Risiko von Früh- und Totgeburten steigerte. Die Forschenden des Institute for System Biology hatten Daten von 882 mit Corona infizierten Schwangeren analysiert. Keine der Frauen war zum Zeitpunkt der Infektion geimpft gewesen. Die Ergebnisse wurden in „The Lancet Digital Health“ publiziert.

Impfung für Schwangere dringend empfohlen

Dass in Schottland so viele Schwangere zum Zeitpunkt der Infektion ungeimpft waren, liegt unter anderem daran, dass in Großbritannien, wie in vielen anderen Ländern, dazu gehört auch Deutschland,  die Schutzimpfung für Schwangere zunächst nicht empfohlen wurde. Es mangelte an Daten. Denn in die ersten Zulassungsstudien hatte man Schwangere und Stillende nicht einbezogen. Eine Vorsichtsmaßnahme. Bis die Daten vorlagen, die ersten Impfungen gesetzt werden konnten, dauerte es daher.

Seit Mai vergangenen Jahres empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe die Corona-Impfung für Schwangere, die Ständige Impfkommission folgte im September. Seither können sich Frauen ab der 13. Schwangerschaftswoche mit einem mRNA-Vakzin impfen lassen.

Quelle: Nature Medicine, The Lancet Digital Health, RKI, Science Media Center

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Charité Christian Drosten Deutschland Impflücke Impfung

Video: Drosten: „Wir haben diese Impflücke in Deutschland.“

Der Virologe der Charité Christian Drosten weißt darauf hin, dass wahrscheinlich noch mal bei der Impfung nachgesteuert werden muss.

Der Virologe der Charité Christian Drosten weißt darauf hin, dass wahrscheinlich noch mal bei der Impfung nachgesteuert werden muss.

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