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Carlo Masala Explosion Krim Masala Russland Ukraine

„Ukraine – die Lage“: „Der Krieg ist zu ihnen gekommen“: Militärexperte Masala betont psychologische Wirkung der Explosionen auf der Krim

Der Militärexperte Carlo Masala ordnet die Explosionen auf der Krim, über deren Ursache die Darstellungen weiterhin auseinandergehen, als ein auf mehreren Ebenen bemerkenswertes Ereignis im Ukraine-Krieg ein.

Der Militärexperte Carlo Masala sieht nach den Explosionen auf dem Luftwaffenstützpunkt Saky die auf der Krim urlaubenden Russen zum ersten Mal direkt mit dem Krieg konfrontiert. „Der Krieg ist zu ihnen gekommen“, so Masala im stern-Podcast „Ukraine – die Lage“, „sie werden dieses Erlebnis nach Russland hineintragen.“ Das sei eine nicht zu unterschätzende psychologische Wirkung. „Das ist der wesentliche Effekt.“ Denn bisher sei die russische Mittelschicht von den Kämpfen kaum betroffen gewesen, weil die Soldaten überwiegend ethnischen Minderheiten angehörten oder Söldner seien.

„Die russischen Darstellungen ergeben keinen Sinn.“

Der Politikprofessor der Bundeswehruniversität München geht davon aus, dass die Zerstörungen auf dem 200 Kilometer von der Front entfernten Luftwaffenstützpunkt tatsächlich von den Ukrainern angerichtet worden sind. „Die russischen Darstellungen, dass es sich um menschliches Fehlverhalten gehandelt hat, ergeben keinen Sinn.“ 

Unklar sei allerdings, wie genau die Ukrainer den Angriff bewerkstelligt hätten – ob mit Spezialkräften, Raketen oder einer Kombination von beidem. Aber das Land habe noch aus der Sowjetzeit das Knowhow für den Bau von ballistischen Kurzstreckenraketen. Masala hält es für unwahrscheinlich, dass die USA stillschweigend ihre Politik geändert haben und die Ukraine mit Raketen größerer Reichweite beliefern. „Dann würden die Russen das längst zu einem Politikum machen“, analysiert der Experte. 

Infokasten Masala

Russen müssten Nachschub deutlich stärker schützen

Auch wenn der psychologische Effekt überwiege, hätte der Angriff auch militärische Folgen. Wenn die Ukraine jetzt in der Lage sei, russische Ziele bis zu 200 Kilometer hinter der Front anzugreifen, dann stelle sich für die Russen das Problem, dass sie Nachschub und Infrastruktur viel mehr schützen müssten. STERN PAID Russen in Narwa Estland 15.07„Das ist ein erheblicher Aufwand“, so Masala. Angesichts des Erschöpfungsgrades und Materialverlusts der Russen sei das keine einfache Aufgabe. Es sei allerdings zu früh zu sagen: „Das ist die Wende für den Kriegsverlauf.“ Aber die Geschehnisse würden die Russen zwingen, sich neu aufzustellen. „Ob sie das schaffen, bin ich mir nicht sicher“, sagt der Militärexperte.

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Europa Explosion Halbinsel Kiew Kriegsverlauf Krim Luftwaffe Militär Militärflughafen Moskau PR-Desaster Russland Sicherheitsrisiko Ukraine Wolodymyr Selenskyj

Annektierte Halbinsel: Was die Explosionen auf der Krim (für den weiteren Kriegsverlauf) bedeuten

Ein PR-Desaster, Sicherheitsrisiko und verlustreicher Schlag: Die Explosionen am russischen Militärflughafen Saky auf der Krim sind ein Fiasko für Russland. Aber eins nach dem anderen.

Als gesichert gilt zu diesem Zeitpunkt wenig, außer: Humor haben sie, die Ukrainer, sofern sich das in diesen humorlosen Zeiten überhaupt sagen lässt.  

Es hat gekracht auf der Krim, der von Russland annektierten Halbinsel. Und zwar gewaltig. Videos zeigen, wie Strandbesucher das Weite suchen, nachdem es am Dienstag zu mehreren Explosionen am russischen Militärflughafen Saky gekommen ist. Die Zerstörung ist offenbar enorm, wie aktuelle Satellitenbilder zeigen.

Explosionen Krim Ukraine 10.40

Hat die Ukraine dem Aggressor einen schweren Gegenschlag verpasst? Russland bestreitet das, ohne jedoch die Explosion zu leugnen. Stattdessen führt das Verteidigungsministerium mutmaßliche Verstöße gegen die Brandschutzbestimmungen ins Feld, als sei es völlig normal, wenn ein wichtiger Militärstützpunkt im großen Stil Feuer fängt.

Auch die Ukrainer wollen sich nicht ins Blatt schauen lassen, dementieren einen Angriff – versehen mit dem Hinweis, dass man in der Nähe von explosivem Material nunmal nicht rauchen sollte.

Hinter der hämischen Pointe steckt womöglich ein Militärmanöver von großer Tragweite: Die Ukraine könnte nun jene großangelegte Gegenoffensive ins Werk gesetzt haben, die schon seit Längerem erwartet wird (lesen Sie hier mehr dazu). 

Viele Fragen, wenige Antworten – aus Gründen

„Dieser russische Krieg gegen die Ukraine, gegen das ganze freie Europa, hat mit der Krim begonnen und muss mit der Krim enden, mit ihrer Befreiung“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach der Explosion auf dem Luftwaffenstützpunkt am Dienstagabend. Man wolle mit Blick auf die nächste Heizperiode „maximale Maßnahmen“ ergreifen, „um den aktiven Teil des Krieges bis Ende Herbst zu beenden“, sagte sein Stabschef nur einen Tag später.

Ganz gleich, was hinter den Detonationen auf dem Militärflughafen steckt, die Schäden auf russischer Seite sind offenkundig groß. 

Entgegen der Darstellung Moskaus zeigen Satellitenbilder die Zerstörung mehrerer Kampfjets. Das renommierte US-Institut Institute for the Study of War (ISW) zählte am Donnerstag mindestens acht abgebrannte Flugzeuge, Kiew gar ein Dutzend. Russland hingegen hält an der Version fest: Ein Brand aufgrund von Fahrlässigkeit habe Munition zur Explosion gebracht, und keine Militärtechnik.

STERN PAID Interview Familie Cherson 18.47

Ein Unfall gilt jedoch als unwahrscheinlich. Experten gehen von einem ukrainischen Raketeneinschlag aus. Unklar ist bisher, von welchem Absender. Präsidentenberater Mychajlo Podoljak deutete an, dass möglicherweise Partisanen beteiligt waren. Die „Washington Post“ berichtet, ukrainische Spezialeinheiten hätten den Angriff verübt. Während einem Bericht der „New York Times“ zufolge ein ranghoher Militär bestätigt haben soll, dass die ukrainischen Streitkräfte den Angriff verübt haben.

Allein: Wie konnte dieser Schlag gelingen?  

Seit Jahren brüstet sich Moskau damit, dass die Krim eine „uneinnehmbare Festung“ sei, etwa wegen der starken Flugabwehr, aber auch Experten halten die Schwarzmeer-Insel für leichter zu verteidigen als anzugreifen. Darüber hinaus liegt der Militärstützpunkt Saky rund 200 Kilometer entfernt von den Stellungen der ukrainischen Armee – einer Distanz, für die es entsprechendes Geschütz bedarf. 

So hat die bisher (offiziell) gelieferte Munition etwa für die Himars-Mehrfachraketenwerfer jedoch nur eine Reichweite von 80 Kilometern. Es wird spekuliert, ob die USA nun auch weitreichendere Munition geliefert haben – eine entsprechende Angabe fehlt auf einem aktuellen Lieferschein. Beobachter halten auch den Einsatz von selbstentwickelten Waffen der Ukraine für denkbar.

Explosionen Krim Ursache 13.30

Derzeit gibt es mehr Fragen als Antworten. Und das soll offenkundig so bleiben. Der ukrainische Präsident Selenskyj rief nun alle Behördenvertreter zu Verschwiegenheit auf. Sie sollten sich mit Kommentaren zur militärischen Lage zurückhalten, um Operationen nicht zu gefährden, forderte er in seiner Videoansprache am Freitag.

Das deutet darauf hin, dass Kiew eine gewisse Unklarheit darüber bewahren möchte, wie der mutmaßliche Angriff stattgefunden hat – wohl nicht zuletzt in der Hoffnung, den Erfolg wiederholen zu können. 

„Auf jeden Fall macht es die Russen nervös“

Für Russland ist die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel von strategisch großer Bedeutung. Sie dient als Transport- und Logistikzentrum, Tausende Soldaten wurden über die Krim verlegt, um die Stellungen in der Südukraine zu verstärken.

Auch vor diesem Hintergrund könnte der mutmaßliche Raketenangriff der Ukraine ein Wendepunkt bedeuten, meinen Experten.

Justin Bronk, Analyst beim Thinktank Royal United Services Institute, geht davon aus, dass die russische Luftwaffe fortan „weniger Vertrauen in ihre Fähigkeiten zum Schutz der Streitkräfte innerhalb von mehreren Hundert Kilometern von der Frontlinie“ haben wird. Die Folge: Es müssten „mehr Truppen, Ausrüstung und Anstrengungen zum Schutz ihrer Luftwaffenstützpunkte“ aufgewendet werden, die dann an anderer Stelle fehlen würden, sagt Bronk zum „Guardian“.  

„Auf jeden Fall macht es die Russen nervös“, sagt der Militärexperte Gustav Gressel zum ZDF. Sollte die ukrainische Seite tatsächlich in Besitz von Raketen mit höherer Reichweite sein, wären „eine ganze Reihe von Luftwaffenstützpunkten, von Nachschublagern, von Eisenbahn-Knotenpunkten“ angreifbar. Die russische Seite müsse sich nun Gedanken machen, wie sie diese schützt. Das binde Kapazitäten.

Der Krieg erreicht die Köpfe

Und es würde auch dem russischen Narrativ widersprechen, die „Militär-Operation“, wie der Krieg in Russland genannt werden muss, verlaufe „streng nach Plan“. Schon jetzt dürfte der offenkundige Verlust von zahlreichen Kampfjets – und vielleicht sogar Piloten – ein PR-Desaster für Moskau darstellen, das vergleichbar ist mit dem Untergang des Raketenkreuzers „Moskau“ oder dem Fiasko bei einer Flussüberquerung in der Ostukraine, das verheerende Folgen für die russischen Streitkräfte hatte.

Die weitaus größere Sorge könnte der Kreml allerdings in den russischen Kreml-Strandurlaubern sehen, die Zeugen der Explosionen wurden und den Krieg nun in ihren Köpfen tragen – und nach ihrer hastigen Flucht, von der Videos zeugen, womöglich ins ganze Land. Schon jetzt gehen Clips von mutmaßlichen Betroffenen viral

Es verwundert daher kaum, dass eine russische Vergeltungsaktion nach dem mutmaßlichen Angriff auf Saky bislang ausgeblieben ist. Offenkundig hält Moskau lieber an der Erzählung fest, es habe sich um einen Unfall gehandelt – statt der ukrainischen Seite einen bedeutsamen Militärschlag zuzugestehen, der die eigenen Truppen als angreifbar und verwundbar erscheinen lassen würde. 

Ukraine Widerstand besetzte Gebiete 7.33

Friedensgespräche rücken weiter in Ferne

Dass die Ukraine möglicherweise zum Gegenschlag im größeren Stil ausgeholt hat, dürfte eine Verhandlungslösung jedoch in weiter(e) Ferne rücken lassen: Beide Seiten gehen davon aus, dass sie Geländegewinne erzielen können.

„Als jemand, der viele Jahre Friedensverhandlungen geführt hat, kann ich nur sagen: Verhandlungen in der gegenwärtigen, akuten Kriegsphase scheinen mir nicht zielführend“, sagt die ehemalige OSZE-Diplomatin Heidi Tagliavini zum „Spiegel“, die jahrzehntelang in Konflikten mit Russland vermittelt hat. Der Zeitpunkt dafür sei noch nicht gekommen. „Wir sind noch in einer Phase, in der eine Partei ein Land erobern will und das andere sich verteidigt. Es gibt keine Gesprächsbereitschaft“, so Tagliavini.

STERN PAID Russen in Narwa Estland 15.07

Tatsächlich ist ein Ende der Kampfhandlungen nicht absehbar. Eine Videobotschaft an russische Krim-Reisende könnte nun auch als Andeutung verstanden werden, dass die Ukraine Ziele auf der Halbinsel ins Visier nimmt.

„Wir raten unseren geschätzten russischen Gästen, die ukrainische Krim nicht zu besuchen“, heißt es in dem Clip des ukrainischen Verteidigungsministeriums, „sofern sie keine unangenehm heißen Sommerferien wünschen.“ Kein Sonnenschutzmittel schütze vor den „gefährlichen Auswirkungen des Rauchens in nicht zugelassenen Bereichen“.

Keine Pointe.

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Auto Explosion Neu-Ulm Polizei Rückbank Spraydose Zigarette

Neu-Ulm: Autofahrer wegen explodierter Spraydose schwer verletzt

Bei einer Explosion einer Spraydose auf der Rückbank eines Autos ist ein Mann in Neu-Ulm schwer verletzt worden. Ersten Ermittlungen der Beamten zufolge verursachte eine Zigarette des Fahrers die Explosion, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Das führte zur Verpuffung des Gases in der Spraydose, welches daraufhin entzündete und das Auto in Brand steckte. Ein aufmerksamer Straßenbauer konnte den Mann aus dem brennenden Auto ziehen. Der Fahrer wurde wegen schwerer Verbrennungen mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht.

Bei einer Explosion einer Spraydose auf der Rückbank eines Autos ist ein Mann in Neu-Ulm schwer verletzt worden. Ersten Ermittlungen der Beamten zufolge verursachte eine Zigarette des Fahrers die Explosion, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Das führte zur Verpuffung des Gases in der Spraydose, welches daraufhin entzündete und das Auto in Brand steckte. Ein aufmerksamer Straßenbauer konnte den Mann aus dem brennenden Auto ziehen. Der Fahrer wurde wegen schwerer Verbrennungen mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht.

Pressemitteilung

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Dementi Explosion Krim Luftwaffenstützpunkt Moskau Satellitenbild Stützpunkt Ukraine

Nach Explosionen: Trotz Dementi aus Moskau: Russischer Stützpunkt auf Krim stark beschädigt

Die genauen Hintergründe der Detonationen auf einem russischen Luftwaffenstützpunkt auf der Krim sind unklar. Satellitenbilder zeigen aber, wie schwer die Schäden dort sind.

Die genauen Hintergründe der Detonationen auf einem russischen Luftwaffenstützpunkt auf der Krim sind unklar. Satellitenbilder zeigen aber, wie schwer die Schäden dort sind.

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Explosion Kreml Krim Luftwaffenstützpunkt Moskau Russland Saki Satellitenbild Ukraine Wolodymyr Selenskyj Zerstörung

Halbinsel Krim: Explosionen auf russischem Luftwaffenstützpunkt: Satellitenbilder zeigen das Ausmaß

Was geschah auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt Saki auf der Krim? Das ist weiterhin nicht im Detail bekannt. Fakt ist jedoch: Die Explosionen dort sorgten für große Zerstörungen. Satellitenbilder zeigen das Ausmaß.

Was geschah auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt Saki auf der Krim? Das ist weiterhin nicht im Detail bekannt. Fakt ist jedoch: Die Explosionen dort sorgten für große Zerstörungen. Satellitenbilder zeigen das Ausmaß.

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Auto Deutschland Donezbecken Europa Explosion Invasion Kiew Krim Luftwaffenbasis Militär Moskau Omid Nouripour Russland Saki Schwarzmeerflotte (Russland) Sewastopol Twitter Ukraine US-Medien Wolodymyr Selenskyj

Russische Invasion: Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Präsident Selenskyj verspricht, die von Russland annektierte Krim zu befreien. Parallel werden von dort Explosionen gemeldet – US-Medien spekulieren über eine neue ukrainische Waffe. News im Überblick.

Nach Explosionen auf einer russischen Luftwaffenbasis auf der Krim hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seinen Landsleuten eine Heimholung der verlorenen Halbinsel versprochen.

„Die Krim ist ukrainisch, und wir werden sie niemals aufgeben“, sagte er in Kiew. Dem ersten verfügbaren Bildmaterial zufolge richteten die Detonationen auf dem Stützpunkt Saki im Westen der Krim schwere Schäden an.

Die Behörden riefen den Notstand in dem betroffenen Landkreis um den Militärstützpunkt aus. Bei den Explosionen kam nach offiziellen Angaben mindestens ein Mensch ums Leben, 14 Menschen wurden verletzt. Kiew übernahm zunächst keine Verantwortung für die Explosionen. Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak schrieb allerdings auf Twitter: „Das ist nur der Anfang.“

Die Ursache ist weiterhin nicht ganz klar. Doch legen Zahl und Wucht der Explosionen einen gezielten Angriff der Ukraine nahe. Es wäre die erste militärische Attacke auf Ziele auf der Schwarzmeerhalbinsel, die Russland 2014 annektiert hatte. Symbolisch wäre es für die Moskauer Führung ein ähnlich schwerer Schlag wie Mitte April das Versenken des Kreuzers „Moskwa“, des Flaggschiffs der russischen Schwarzmeerflotte.

Im Osten der Ukraine im Donbass versuchen russische Truppen unterdessen, weiter vorzustoßen. Die Sorgen der Ukraine und der internationalen Gemeinschaft gelten am Mittwoch weiter der Lage in dem von russischen Truppen besetzten Kernkraftwerk Saporischschja. Für die Ukraine es der 168. Tag ihrer Abwehr der russischen Invasion.

War es ein ukrainischer Angriff auf die Krim?

Auf dem Luftwaffenstützpunkt Saki nördlich von Sewastopol hatte Russland Bomber vom Typ Suchoi Su-24 und Mehrzweckkampfflugzeuge vom Typ Suchoi Su-30 stationiert. Von der Basis aus wurden viele Angriffe auf Ziele im Süden der Ukraine geflogen. Erste, noch nicht verifizierte Videos von dem Stützpunkt zeigten zahlreiche ausgebrannte Autos, aber auch eine zerstörte Su-24.

Während das russische Verteidigungsministerium am Dienstag davon sprach, es sei durch Fahrlässigkeit Munition explodiert, berichtete die „New York Times“ von einem ukrainischen Angriff. Dabei sei eine von der Ukraine entwickelte Waffe eingesetzt worden, zitierte die Zeitung einen ranghohen ukrainischen Militär. Bei der Attacke hätten auch Partisanen, die loyal zur Ukraine stehen, eine Rolle gespielt.

Auch Selenskyjs Berater Olexij Arestowytsch sprach inoffiziell von einem Angriff mit einer neuen ukrainischen Waffe, „während die Partner uns noch keine weitreichenden Raketen schicken“. Die ukrainische Rüstungsindustrie mache Fortschritte. Arestowytsch erwähnte auch den möglichen Einsatz von Partisanen.

Das Augenmerk von Militärexperten richtet sich vor allem auf neue ballistische Kurzstreckenraketen Hrim-2. Sie wurden in der Ukraine entwickelt und haben angeblich eine Reichweite bis zu 500 Kilometern.

Selenskyj: Krieg beginnt und endet mit der Krim

Mit der Annexion 2014 habe Russland die Krim in einen der gefährlichsten Orte Europas verwandelt, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. „Die Schwarzmeerregion kann nicht sicher sein, solange die Krim besetzt ist“, erklärte er. „Dieser russische Krieg gegen die Ukraine, gegen das ganze freie Europa, hat mit der Krim begonnen und muss mit der Krim enden, mit ihrer Befreiung.“

Grünen-Co-Chef Omid Nouripour bestärkte Selenskyj. „Es ist völlig richtig, dass ein Staatspräsident keinen Quadratzentimeter seines Landes der Aggression preisgibt“, sagte Nouripour der „Rheinischen Post“. „Die Annexion der Krim ist und bleibt völkerrechtswidrig.“ 

Russland betrachtet die Halbinsel als sein Staatsgebiet und hat für den Fall ukrainischer Angriffe mit massiver Vergeltung gedroht. Die meisten Staaten erkennen an, dass die Krim völkerrechtlich weiter zur Ukraine gehört.

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben bei Luftangriffen im Süden der Ukraine auch einen Flugabwehrpanzer Gepard vernichtet. „Nahe der Ortschaft Nowopawliwka im Gebiet Mykolajiw wurde ein von Deutschland an das Kiewer Regime geliefertes Kampffahrzeug für den Flugabwehrkanonenkomplex Gepard zerstört“, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Unabhängig lassen sich diese Angaben nicht überprüfen.

Insgesamt will Deutschland als Teil seiner Waffenhilfe an die Ukraine 30 Gepard-Flugabwehrpanzer liefern. Nach Angaben des deutschen Verteidigungsministeriums wurden bisher fünf Geparden verschickt. Die ukrainische Seite hat die Ankunft von drei Panzern bestätigt.

Brücke bei Dnipro-Staudamm nach Beschuss nicht mehr nutzbar

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben durch Raketenbeschuss eine Brücke beim Staudamm von Nowa Kachowka im Süden der Ukraine unbrauchbar gemacht. „Der Treffer war akkurat, aber wirksam“, teilte das Armeekommando Süd per Facebook mit. Von der Besatzungsverwaltung gab es dazu bisher keine Informationen.

Russland hat unter anderem das südukrainische Gebiet Cherson am Unterlauf des Flusses Dnipro weitgehend erobert. Mittels weitreichender Raketensysteme versucht die ukrainische Armee systematisch, die drei einzigen Flussquerungen in dem Gebiet zu zerstören. Damit soll der Nachschub der russischen Armee auf dem rechten Ufer verhindert und eine Rückeroberung ermöglicht werden.

Sieben Zivilisten durch russischen Beschuss getötet

Durch russischen Artilleriebeschuss auf die Stadt Bachmut im Osten der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben am Mittwoch mindestens sieben Zivilisten getötet worden. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Kiew wurden Hochhäuser, Einfamilienhäuser und Läden im Stadtzentrum getroffen. Russland habe Mehrfachraketenwerfer des Typs Uragan eingesetzt. Sieben Anwohner seien durch Bombensplitter verletzt worden. Unabhängig zu überprüfen sind die Angaben kaum.

Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts auf ein Kriegsverbrechen. Bachmut und die Nachbarstadt Soledar sind seit Tagen Ziel russischer Truppen, die in der Region Donbass vorzurücken versuchen.

Selenskyjs Stabschef: Ukraine braucht Kriegsende vor Winter

Die Kämpfe in der Ukraine müssen nach Einschätzung des Präsidialamts in Kiew dringend noch vor Beginn der nächsten Heizperiode beendet werden. Ansonsten bestehe das Risiko, dass Russland die Infrastruktur für Wärme und Energie zerstöre, sagte der Stabschef von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Andrij Jermak, nach Angaben der Agentur Interfax am Mittwoch in Kiew. Die russische Armee greife jetzt schon Infrastruktureinrichtungen an. „Das ist einer der Gründe, warum wir maximale Maßnahmen ergreifen wollen, um den aktiven Teil des Kriegs bis Ende Herbst zu beenden“, sagte Jermak. Der Krieg dauert inzwischen fast schon ein halbes Jahr.

Ukraine will Interessen in Moskau durch Schweiz vertreten lassen

Die Schweiz soll künftig die diplomatischen Interessen der Ukraine in Russland vertreten – allerdings lehnt Moskau diese Lösung ab. Das Außenministerium in Kiew teilte am Mittwoch mit, die Wahrnehmung der Interessen sei mit der Schweiz bereits bilateral vereinbart worden. Die Schweiz habe „große Erfahrung bei der Erfüllung solcher Funktionen“, sagte Ministeriumssprecher Oleh Nikolenko. Nach Angaben ukrainischer Medien bestätigte das Schweizer Außenministerium die Einigung, verwies aber auf die fehlende Zustimmung aus Moskau.

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Berlin Explosion Feuerwehr Fortschritt Grunewald Polizei Sprengplatz

Explosionen: Fortschritte bei Brand im Grunewald: Avus wieder offen

Seit Tagen hat der Brand auf einem Sprengplatz im Berliner Grunewald viele Einsatzkräfte gebunden. Löschhubschrauber bringen schließlich den ersehnten Fortschritt. Doch der Einsatz geht weiter.

Knapp eine Woche nach dem Ausbruch eines Brandes auf einem Sprengplatz im Berliner Grunewald gibt es nach Angaben der Feuerwehr wesentliche Fortschritte bei den Löscharbeiten. Am Mittwochabend um 18.00 Uhr wurde deshalb die Sperrung der Autobahn 115 (Avus) aufgehoben. Rund drei Stunden später rollte der Verkehr allmählich wieder, allerdings erst nach und nach, da noch nicht alle Absperrungen beseitigt waren, wie ein Sprecher der Berliner Feuerwehr sagte. Dies solle jedoch im Laufe des Abends geschehen. Die wichtige Autobahn liegt etwa 500 Meter von dem Sprengplatz entfernt – und gehörte damit zum Sperrkreis, der zuletzt bei 550 Metern lag. Zudem gab die Feuerwehr am Abend auch offiziell Entwarnung.

Vor der Freigabe der Autobahn musste sichergestellt werden, dass von verstreuter Munition und alten Weltkriegsbomben auf dem Platz keine Gefahr mehr ausgeht. Entscheidend dafür waren die Temperaturen auf dem Gelände, die am Montagmorgen noch bei 140 Grad lagen. Nun sei es gelungen, die Temperaturen auf dem gesamten Sprengplatz unter 60 Grad zu bringen, sagte der Feuerwehrsprecher.

Rund um den Platz sei eine Wasserversorgung gelegt worden, um den Platz weiter zu kühlen. „Durch die Befeuchtung wird die Temperatur gehalten“, sagte der Sprecher. Derzeit könne eine Gefahr durch Explosionen oder Detonationen ausgeschlossen werden, erklärte der Sprecher. Daher sei es möglich, den Sperrkreis zu verringern. Das Waldgebiet samt Wegen sei aber weiterhin für mehrere Hundert Meter rund um den Sprengplatz gesperrt. Feuerwehrleute würden nun weiter das Gebiet abfahren, um kleine Glutnester schnell löschen zu können.

Spezialkräfte der Polizei waren am Mittwoch erstmals auf dem Gelände. Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes und der Feuerwerker der Polizei hätten den Platz begutachtet, um die Schäden abzuschätzen, sagte der Feuerwehrsprecher.

Entscheidend für die Fortschritte bei der Brandbekämpfung war nach seinen Angaben der Einsatz von zwei Löschhubschraubern der Bundeswehr gewesen. Diese waren am Mittwoch eingesetzt worden, nachdem sie am Dienstag erstmals über dem Grunewald geflogen waren. Ihr Wasser nehmen sie an der nahen Havel auf. Ein dritter Helikopter untersuchte mit Hilfe von Wärmebildkameras, welche Erfolge das ganze am Boden erzielte. Die Hubschrauber wurden zuletzt auch bei den Waldbränden in Sachsen eingesetzt.

Zuvor konnte die Feuerwehr nur mit einem Löschpanzer und Löschrobotern die heißen Stellen am Boden und die restlichen Sprengkörper kühlen. Wegen der Hitze auf dem Gelände bestand die Gefahr, dass Munition und andere Kampfmittel explodieren. Am Dienstag hatte die Feuerwehr festgestellt, dass auch der Wald südlich des Sprengplatzes relativ stark mit Munition belastet ist, die durch Explosionen umhergeflogen ist.

Auf dem Sprenggelände, wo die Polizei 30 Tonnen alte Granaten, Weltkriegsbomben, Munition und beschlagnahmte Feuerwerkskörper lagerte, hatte es in der Nacht zum vergangenen Donnerstag heftig gebrannt. Die Ursache ist noch nicht bekannt. Zahlreiche Explosionen waren zu hören. Auch in den Tagen darauf gingen vereinzelt Sprengkörper hoch.

Bundeskanzler Olaf Scholz informierte sich unterdessen im Nachbarland Brandenburg, in dem zuletzt mehrere große Waldbrände tobten, über die Bekämpfung solcher Feuer. Gleichzeitig dankte er Feuerwehrleuten für ihren Einsatz. „Ohne das Engagement, ohne den Einsatz von vielen Frauen und Männern, werden wir mit solchen Herausforderungen nicht umgehen können“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch nach einem Besuch des Feuerwehrtechnischen Zentrums in Beelitz-Heilstätten – etwa 40 Kilometer entfernt vom Sprengplatz im Grunewald.

„Danke, danke für den Einsatz, für den Mut, die Bereitschaft, eigene Zeit zu investieren, um in einem solchen Notfall helfen zu können und das gut ausgebildet zu tun“, fügte er an die Einsatzkräfte gerichtet hinzu. „Die Waldbrände waren eine große Gefahr. Es ist beeindruckend zu sehen, wie viele Frauen und Männer gegen die Brände gekämpft haben, wie sie schnell im Einsatz waren.“

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Berlin Explosion Feuerwehr Fortschritt Grunewald Polizei Sprengplatz

Explosionen: Fortschritte bei Brand im Grunewald: Avus wieder offen

Seit Tagen hat der Brand auf einem Sprengplatz im Berliner Grunewald viele Einsatzkräfte gebunden. Löschhubschrauber bringen schließlich den ersehnten Fortschritt. Doch der Einsatz geht weiter.

Knapp eine Woche nach dem Ausbruch eines Brandes auf einem Sprengplatz im Berliner Grunewald gibt es nach Angaben der Feuerwehr wesentliche Fortschritte bei den Löscharbeiten. Am Mittwochabend um 18.00 Uhr wurde deshalb die Sperrung der Autobahn 115 (Avus) aufgehoben. Rund eineinhalb Stunden später rollte der Verkehr allerdings noch nicht. Die Absperrungen müssten noch beseitigt werden, erklärte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr. Dies könne bis etwa 21.00 Uhr dauern. Die wichtige Autobahn liegt etwa 500 Meter von dem Sprengplatz entfernt – und gehörte damit zum Sperrkreis, der zuletzt bei 550 Metern lag.

Vor der Freigabe der Autobahn musste sichergestellt werden, dass von verstreuter Munition und alten Weltkriegsbomben auf dem Platz keine Gefahr mehr ausgeht. Entscheidend dafür waren die Temperaturen auf dem Gelände, die am Montagmorgen noch bei 140 Grad lagen. Nun sei es gelungen, die Temperaturen auf dem gesamten Sprengplatz unter 60 Grad zu bringen, sagte der Feuerwehrsprecher.

Rund um den Platz sei eine Wasserversorgung gelegt worden, um den Platz weiter zu kühlen. „Durch die Befeuchtung wird die Temperatur gehalten“, sagte der Sprecher. Derzeit könne eine Gefahr durch Explosionen oder Detonationen ausgeschlossen werden, erklärte der Sprecher. Daher sei es möglich, den Sperrkreis zu verringern. Das Waldgebiet samt Wegen sei aber weiterhin für mehrere Hundert Meter rund um den Sprengplatz gesperrt. Feuerwehrleute würden nun weiter das Gebiet abfahren, um kleine Glutnester schnell löschen zu können.

Spezialkräfte der Polizei waren am Mittwoch erstmals auf dem Gelände. Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes und der Feuerwerker der Polizei hätten den Platz begutachtet, um die Schäden abzuschätzen, sagte der Feuerwehrsprecher.

Entscheidend für die Fortschritte bei der Brandbekämpfung war nach seine Angaben der Einsatz von zwei Löschhubschraubern der Bundeswehr gewesen. Diese waren am Mittwoch eingesetzt worden, nachdem sie am Dienstag erstmals über dem Grunewald geflogen waren. Ihr Wasser nehmen sie an der nahen Havel auf. Ein dritter Helikopter untersuchte mit Hilfe von Wärmebildkameras, welche Erfolge das ganze am Boden erzielte. Die Hubschrauber wurden zuletzt auch bei den Waldbränden in Sachsen eingesetzt.

Zuvor konnte die Feuerwehr nur mit einem Löschpanzer und Löschrobotern die heißen Stellen am Boden und die restlichen Sprengkörper kühlen. Wegen der Hitze auf dem Gelände bestand die Gefahr, dass Munition und andere Kampfmittel explodieren. Am Dienstag hatte die Feuerwehr festgestellt, dass auch der Wald südlich des Sprengplatzes relativ stark mit Munition belastet ist, die durch Explosionen umhergeflogen ist.

Auf dem Sprenggelände, wo die Polizei 30 Tonnen alte Granaten, Weltkriegsbomben, Munition und beschlagnahmte Feuerwerkskörper lagerte, hatte es in der Nacht zum vergangenen Donnerstag heftig gebrannt. Die Ursache ist noch nicht bekannt. Zahlreiche Explosionen waren zu hören. Auch in den Tagen darauf gingen vereinzelt Sprengkörper hoch.

Bundeskanzler Olaf Scholz informierte sich unterdessen im Nachbarland Brandenburg, in dem zuletzt mehrere große Waldbrände tobten, über die Bekämpfung solcher Feuer. Gleichzeitig dankte er Feuerwehrleuten für ihren Einsatz. „Ohne das Engagement, ohne den Einsatz von vielen Frauen und Männern, werden wir mit solchen Herausforderungen nicht umgehen können“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch nach einem Besuch des Feuerwehrtechnischen Zentrums in Beelitz-Heilstätten – etwa 40 Kilometer entfernt vom Sprengplatz im Grunewald.

„Danke, danke für den Einsatz, für den Mut, die Bereitschaft, eigene Zeit zu investieren, um in einem solchen Notfall helfen zu können und das gut ausgebildet zu tun“, fügte er an die Einsatzkräfte gerichtet hinzu. „Die Waldbrände waren eine große Gefahr. Es ist beeindruckend zu sehen, wie viele Frauen und Männer gegen die Brände gekämpft haben, wie sie schnell im Einsatz waren.“

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Russische Invasion: Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Präsident Selenskyj verspricht, die von Russland annektierte Krim zu befreien. Parallel werden von dort Explosionen gemeldet – US-Medien spekulieren über eine neue ukrainische Waffe. News im Überblick.

Nach Explosionen auf einer russischen Luftwaffenbasis auf der Krim hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seinen Landsleuten eine Heimholung der verlorenen Halbinsel versprochen.

„Die Krim ist ukrainisch, und wir werden sie niemals aufgeben“, sagte er in Kiew. Dem ersten verfügbaren Bildmaterial zufolge richteten die Detonationen auf dem Stützpunkt Saki im Westen der Krim schwere Schäden an.

Die Behörden riefen den Notstand in dem betroffenen Landkreis um den Militärstützpunkt aus. Bei den Explosionen kam nach offiziellen Angaben mindestens ein Mensch ums Leben, 14 Menschen wurden verletzt. Kiew übernahm zunächst keine Verantwortung für die Explosionen. Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak schrieb allerdings auf Twitter: „Das ist nur der Anfang.“

Die Ursache ist weiterhin nicht ganz klar. Doch legen Zahl und Wucht der Explosionen einen gezielten Angriff der Ukraine nahe. Es wäre die erste militärische Attacke auf Ziele auf der Schwarzmeerhalbinsel, die Russland 2014 annektiert hatte. Symbolisch wäre es für die Moskauer Führung ein ähnlich schwerer Schlag wie Mitte April das Versenken des Kreuzers „Moskwa“, des Flaggschiffs der russischen Schwarzmeerflotte.

Im Osten der Ukraine im Donbass versuchen russische Truppen unterdessen, weiter vorzustoßen. Die Sorgen der Ukraine und der internationalen Gemeinschaft gelten am Mittwoch weiter der Lage in dem von russischen Truppen besetzten Kernkraftwerk Saporischschja. Für die Ukraine es der 168. Tag ihrer Abwehr der russischen Invasion.

War es ein ukrainischer Angriff auf die Krim?

Auf dem Luftwaffenstützpunkt Saki nördlich von Sewastopol hatte Russland Bomber vom Typ Suchoi Su-24 und Mehrzweckkampfflugzeuge vom Typ Suchoi Su-30 stationiert. Von der Basis aus wurden viele Angriffe auf Ziele im Süden der Ukraine geflogen. Erste, noch nicht verifizierte Videos von dem Stützpunkt zeigten zahlreiche ausgebrannte Autos, aber auch eine zerstörte Su-24.

Während das russische Verteidigungsministerium am Dienstag davon sprach, es sei durch Fahrlässigkeit Munition explodiert, berichtete die „New York Times“ von einem ukrainischen Angriff. Dabei sei eine von der Ukraine entwickelte Waffe eingesetzt worden, zitierte die Zeitung einen ranghohen ukrainischen Militär. Bei der Attacke hätten auch Partisanen, die loyal zur Ukraine stehen, eine Rolle gespielt.

Auch Selenskyjs Berater Olexij Arestowytsch sprach inoffiziell von einem Angriff mit einer neuen ukrainischen Waffe, „während die Partner uns noch keine weitreichenden Raketen schicken“. Die ukrainische Rüstungsindustrie mache Fortschritte. Arestowytsch erwähnte auch den möglichen Einsatz von Partisanen.

Das Augenmerk von Militärexperten richtet sich vor allem auf neue ballistische Kurzstreckenraketen Hrim-2. Sie wurden in der Ukraine entwickelt und haben angeblich eine Reichweite bis zu 500 Kilometern.

Selenskyj: Krieg beginnt und endet mit der Krim

Mit der Annexion 2014 habe Russland die Krim in einen der gefährlichsten Orte Europas verwandelt, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. „Die Schwarzmeerregion kann nicht sicher sein, solange die Krim besetzt ist“, erklärte er. „Dieser russische Krieg gegen die Ukraine, gegen das ganze freie Europa, hat mit der Krim begonnen und muss mit der Krim enden, mit ihrer Befreiung.“

Grünen-Co-Chef Omid Nouripour bestärkte Selenskyj. „Es ist völlig richtig, dass ein Staatspräsident keinen Quadratzentimeter seines Landes der Aggression preisgibt“, sagte Nouripour der „Rheinischen Post“. „Die Annexion der Krim ist und bleibt völkerrechtswidrig.“ 

Russland betrachtet die Halbinsel als sein Staatsgebiet und hat für den Fall ukrainischer Angriffe mit massiver Vergeltung gedroht. Die meisten Staaten erkennen an, dass die Krim völkerrechtlich weiter zur Ukraine gehört.

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben bei Luftangriffen im Süden der Ukraine auch einen Flugabwehrpanzer Gepard vernichtet. „Nahe der Ortschaft Nowopawliwka im Gebiet Mykolajiw wurde ein von Deutschland an das Kiewer Regime geliefertes Kampffahrzeug für den Flugabwehrkanonenkomplex Gepard zerstört“, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Unabhängig lassen sich diese Angaben nicht überprüfen.

Insgesamt will Deutschland als Teil seiner Waffenhilfe an die Ukraine 30 Gepard-Flugabwehrpanzer liefern. Nach Angaben des deutschen Verteidigungsministeriums wurden bisher fünf Geparden verschickt. Die ukrainische Seite hat die Ankunft von drei Panzern bestätigt.

Brücke bei Dnipro-Staudamm nach Beschuss nicht mehr nutzbar

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben durch Raketenbeschuss eine Brücke beim Staudamm von Nowa Kachowka im Süden der Ukraine unbrauchbar gemacht. „Der Treffer war akkurat, aber wirksam“, teilte das Armeekommando Süd per Facebook mit. Von der Besatzungsverwaltung gab es dazu bisher keine Informationen.

Russland hat unter anderem das südukrainische Gebiet Cherson am Unterlauf des Flusses Dnipro weitgehend erobert. Mittels weitreichender Raketensysteme versucht die ukrainische Armee systematisch, die drei einzigen Flussquerungen in dem Gebiet zu zerstören. Damit soll der Nachschub der russischen Armee auf dem rechten Ufer verhindert und eine Rückeroberung ermöglicht werden.

Sieben Zivilisten durch russischen Beschuss getötet

Durch russischen Artilleriebeschuss auf die Stadt Bachmut im Osten der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben am Mittwoch mindestens sieben Zivilisten getötet worden. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Kiew wurden Hochhäuser, Einfamilienhäuser und Läden im Stadtzentrum getroffen. Russland habe Mehrfachraketenwerfer des Typs Uragan eingesetzt. Sieben Anwohner seien durch Bombensplitter verletzt worden. Unabhängig zu überprüfen sind die Angaben kaum.

Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts auf ein Kriegsverbrechen. Bachmut und die Nachbarstadt Soledar sind seit Tagen Ziel russischer Truppen, die in der Region Donbass vorzurücken versuchen.

Selenskyjs Stabschef: Ukraine braucht Kriegsende vor Winter

Die Kämpfe in der Ukraine müssen nach Einschätzung des Präsidialamts in Kiew dringend noch vor Beginn der nächsten Heizperiode beendet werden. Ansonsten bestehe das Risiko, dass Russland die Infrastruktur für Wärme und Energie zerstöre, sagte der Stabschef von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Andrij Jermak, nach Angaben der Agentur Interfax am Mittwoch in Kiew. Die russische Armee greife jetzt schon Infrastruktureinrichtungen an. „Das ist einer der Gründe, warum wir maximale Maßnahmen ergreifen wollen, um den aktiven Teil des Kriegs bis Ende Herbst zu beenden“, sagte Jermak. Der Krieg dauert inzwischen fast schon ein halbes Jahr.

London: Russland rekrutiert Freiwillige für neue Kampfeinheiten

Nach Einschätzung britischer Geheimdienste soll Russland zur Stärkung seiner Offensive in der Ukraine Freiwillige für ein neues Armeekorps rekrutieren. Den Rekruten – Männern bis zum Alter von 50 und mit mittlerem Schulabschluss – würden lukrative Boni angeboten, hieß es am Mittwoch in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums. Hauptquartier der neuen Einheit, die von den Briten als „3rd Army Corps (3AC)“ bezeichnet wird, soll Mulino, eine Siedlung im Gebiet Nischni Nowgorod östlich von Moskau, sein.

Es sei allerdings unwahrscheinlich, dass es den Ukraine-Krieg entscheidend beeinflussen werde, hieß es weiter aus London. Es werde den Russen voraussichtlich nicht gelingen, das neue Korps auf die übliche Truppenstärke von 15.000 bis 20.000 zu bringen.

Kriegsprotest: Razzia bei Moskauer Journalistin Owsjannikowa

Die russischen Behörden haben bei der Journalistin Marina Owsjannikowa wegen angeblicher Diskreditierung der russischen Armee eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Owsjannikowa, die nach ihrem berühmt gewordenen Protest im russischen Staatsfernsehen schon mehrere Geldstrafen wegen ihrer Kritik am russischen Angriffskrieg bezahlen musste, droht nun eine lange Haftstrafe.

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Russische Invasion: Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Präsident Selenskyj verspricht, die von Russland annektierte Krim zu befreien. Parallel werden von dort Explosionen gemeldet – US-Medien spekulieren über eine neue ukrainische Waffe. News im Überblick.

Nach Explosionen auf einer russischen Luftwaffenbasis auf der Krim hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seinen Landsleuten eine Heimholung der verlorenen Halbinsel versprochen.

„Die Krim ist ukrainisch, und wir werden sie niemals aufgeben“, sagte er in Kiew. Dem ersten verfügbaren Bildmaterial zufolge richteten die Detonationen auf dem Stützpunkt Saki im Westen der Krim schwere Schäden an.

Die Behörden riefen den Notstand in dem betroffenen Landkreis um den Militärstützpunkt aus. Bei den Explosionen kam nach offiziellen Angaben mindestens ein Mensch ums Leben, 14 Menschen wurden verletzt. Kiew übernahm zunächst keine Verantwortung für die Explosionen. Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak schrieb allerdings auf Twitter: „Das ist nur der Anfang.“

Die Ursache ist weiterhin nicht ganz klar. Doch legen Zahl und Wucht der Explosionen einen gezielten Angriff der Ukraine nahe. Es wäre die erste militärische Attacke auf Ziele auf der Schwarzmeerhalbinsel, die Russland 2014 annektiert hatte. Symbolisch wäre es für die Moskauer Führung ein ähnlich schwerer Schlag wie Mitte April das Versenken des Kreuzers „Moskwa“, des Flaggschiffs der russischen Schwarzmeerflotte.

Im Osten der Ukraine im Donbass versuchen russische Truppen unterdessen, weiter vorzustoßen. Die Sorgen der Ukraine und der internationalen Gemeinschaft gelten am Mittwoch weiter der Lage in dem von russischen Truppen besetzten Kernkraftwerk Saporischschja. Für die Ukraine es der 168. Tag ihrer Abwehr der russischen Invasion.

War es ein ukrainischer Angriff auf die Krim?

Auf dem Luftwaffenstützpunkt Saki nördlich von Sewastopol hatte Russland Bomber vom Typ Suchoi Su-24 und Mehrzweckkampfflugzeuge vom Typ Suchoi Su-30 stationiert. Von der Basis aus wurden viele Angriffe auf Ziele im Süden der Ukraine geflogen. Erste, noch nicht verifizierte Videos von dem Stützpunkt zeigten zahlreiche ausgebrannte Autos, aber auch eine zerstörte Su-24.

Während das russische Verteidigungsministerium am Dienstag davon sprach, es sei durch Fahrlässigkeit Munition explodiert, berichtete die „New York Times“ von einem ukrainischen Angriff. Dabei sei eine von der Ukraine entwickelte Waffe eingesetzt worden, zitierte die Zeitung einen ranghohen ukrainischen Militär. Bei der Attacke hätten auch Partisanen, die loyal zur Ukraine stehen, eine Rolle gespielt.

Auch Selenskyjs Berater Olexij Arestowytsch sprach inoffiziell von einem Angriff mit einer neuen ukrainischen Waffe, „während die Partner uns noch keine weitreichenden Raketen schicken“. Die ukrainische Rüstungsindustrie mache Fortschritte. Arestowytsch erwähnte auch den möglichen Einsatz von Partisanen.

Das Augenmerk von Militärexperten richtet sich vor allem auf neue ballistische Kurzstreckenraketen Hrim-2. Sie wurden in der Ukraine entwickelt und haben angeblich eine Reichweite bis zu 500 Kilometern.

Selenskyj: Krieg beginnt und endet mit der Krim

Mit der Annexion 2014 habe Russland die Krim in einen der gefährlichsten Orte Europas verwandelt, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. „Die Schwarzmeerregion kann nicht sicher sein, solange die Krim besetzt ist“, erklärte er. „Dieser russische Krieg gegen die Ukraine, gegen das ganze freie Europa, hat mit der Krim begonnen und muss mit der Krim enden, mit ihrer Befreiung.“

Grünen-Co-Chef Omid Nouripour bestärkte Selenskyj. „Es ist völlig richtig, dass ein Staatspräsident keinen Quadratzentimeter seines Landes der Aggression preisgibt“, sagte Nouripour der „Rheinischen Post“. „Die Annexion der Krim ist und bleibt völkerrechtswidrig.“ 

Russland betrachtet die Halbinsel als sein Staatsgebiet und hat für den Fall ukrainischer Angriffe mit massiver Vergeltung gedroht. Die meisten Staaten erkennen an, dass die Krim völkerrechtlich weiter zur Ukraine gehört.

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben bei Luftangriffen im Süden der Ukraine auch einen Flugabwehrpanzer Gepard vernichtet. „Nahe der Ortschaft Nowopawliwka im Gebiet Mykolajiw wurde ein von Deutschland an das Kiewer Regime geliefertes Kampffahrzeug für den Flugabwehrkanonenkomplex Gepard zerstört“, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Unabhängig lassen sich diese Angaben nicht überprüfen.

Insgesamt will Deutschland als Teil seiner Waffenhilfe an die Ukraine 30 Gepard-Flugabwehrpanzer liefern. Nach Angaben des deutschen Verteidigungsministeriums wurden bisher fünf Geparden verschickt. Die ukrainische Seite hat die Ankunft von drei Panzern bestätigt.

Brücke bei Dnipro-Staudamm nach Beschuss nicht mehr nutzbar

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben durch Raketenbeschuss eine Brücke beim Staudamm von Nowa Kachowka im Süden der Ukraine unbrauchbar gemacht. „Der Treffer war akkurat, aber wirksam“, teilte das Armeekommando Süd per Facebook mit. Von der Besatzungsverwaltung gab es dazu bisher keine Informationen.

Russland hat unter anderem das südukrainische Gebiet Cherson am Unterlauf des Flusses Dnipro weitgehend erobert. Mittels weitreichender Raketensysteme versucht die ukrainische Armee systematisch, die drei einzigen Flussquerungen in dem Gebiet zu zerstören. Damit soll der Nachschub der russischen Armee auf dem rechten Ufer verhindert und eine Rückeroberung ermöglicht werden.

Sieben Zivilisten durch russischen Beschuss getötet

Durch russischen Artilleriebeschuss auf die Stadt Bachmut im Osten der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben am Mittwoch mindestens sieben Zivilisten getötet worden. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Kiew wurden Hochhäuser, Einfamilienhäuser und Läden im Stadtzentrum getroffen. Russland habe Mehrfachraketenwerfer des Typs Uragan eingesetzt. Sieben Anwohner seien durch Bombensplitter verletzt worden. Unabhängig zu überprüfen sind die Angaben kaum.

Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts auf ein Kriegsverbrechen. Bachmut und die Nachbarstadt Soledar sind seit Tagen Ziel russischer Truppen, die in der Region Donbass vorzurücken versuchen.

Selenskyjs Stabschef: Ukraine braucht Kriegsende vor Winter

Die Kämpfe in der Ukraine müssen nach Einschätzung des Präsidialamts in Kiew dringend noch vor Beginn der nächsten Heizperiode beendet werden. Ansonsten bestehe das Risiko, dass Russland die Infrastruktur für Wärme und Energie zerstöre, sagte der Stabschef von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Andrij Jermak, nach Angaben der Agentur Interfax am Mittwoch in Kiew. Die russische Armee greife jetzt schon Infrastruktureinrichtungen an. „Das ist einer der Gründe, warum wir maximale Maßnahmen ergreifen wollen, um den aktiven Teil des Kriegs bis Ende Herbst zu beenden“, sagte Jermak. Der Krieg dauert inzwischen fast schon ein halbes Jahr.

London: Russland rekrutiert Freiwillige für neue Kampfeinheiten

Nach Einschätzung britischer Geheimdienste soll Russland zur Stärkung seiner Offensive in der Ukraine Freiwillige für ein neues Armeekorps rekrutieren. Den Rekruten – Männern bis zum Alter von 50 und mit mittlerem Schulabschluss – würden lukrative Boni angeboten, hieß es am Mittwoch in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums. Hauptquartier der neuen Einheit, die von den Briten als „3rd Army Corps (3AC)“ bezeichnet wird, soll Mulino, eine Siedlung im Gebiet Nischni Nowgorod östlich von Moskau, sein.

Es sei allerdings unwahrscheinlich, dass es den Ukraine-Krieg entscheidend beeinflussen werde, hieß es weiter aus London. Es werde den Russen voraussichtlich nicht gelingen, das neue Korps auf die übliche Truppenstärke von 15.000 bis 20.000 zu bringen.

Kriegsprotest: Razzia bei Moskauer Journalistin Owsjannikowa

Die russischen Behörden haben bei der Journalistin Marina Owsjannikowa wegen angeblicher Diskreditierung der russischen Armee eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Owsjannikowa, die nach ihrem berühmt gewordenen Protest im russischen Staatsfernsehen schon mehrere Geldstrafen wegen ihrer Kritik am russischen Angriffskrieg bezahlen musste, droht nun eine lange Haftstrafe.

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