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Steigender Trend: Garantiert grätenfrei – Vegane Fischalternativen erobern den Markt

Würstchen ohne Fleisch, Brot ohne Mehl, Cola ohne Koffein – die „Ohne“-Produkte boomen. Ein relativ neuer Trend sind vegane Fischalternativen. Was steckt dahinter?

In der Pfanne brutzeln drei knusprig braune Fischstäbchen. Auf den ersten Blick ist daran nichts ungewöhnlich. Doch beim ersten Biss schmeckt man es sofort. Die Fischstäbchen enthalten nicht eine Spur Fisch, sondern bestehen aus Tofu und Nori-Algen. „Es schmeckt interessant, aber nicht so sehr nach Fisch“, meint eine Besucherin der Naturkostmesse Biofach in Nürnberg, die bei einer Kochshow einen Probehappen nimmt. „Aber eine pflanzliche Alternative muss auch nicht unbedingt danach schmecken“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur.

Vegane Fisch-Alternativen auf dem Vormarsch

Pflanzendrinks statt Milch, vegane Schnitzel und Honig-Alternativen sind längst in fast jedem Supermarkt zu finden. Wer Heringssalat ohne Hering wollte, musste dagegen lange selbst kreativ werden. Doch inzwischen gibt es im Handel auch verschiedene Fertigprodukte vom pflanzlichen Fischstäbchen über panierte Filets bis zum veganen Thunfisch aus der Dose.

STERN PAID Fischmehl Senegal 12.58

Noch ist das Ganze eine Nische. Prognosen gingen jedoch jährlich von zweistelligen Wachstumsraten weltweit aus, sagt Dirk Liebenberg von der Organisation ProVeg International in Berlin, die sich für eine tierfreie Ernährung einsetzt. „Immer mehr Menschen interessieren sich für diese Art Produkte“, bestätigt auch Nora Bartha-Hecking, Sprecherin des Nahrungsmittelherstellers Nestlé in Frankfurt, der im vergangenen Jahr eine vegane Thunfischvariante auf den Markt gebracht hat. „Innerhalb weniger Monate gingen weit über eine Million Gläser über das Kassenband.“

Iglo-Klassiker gibt es seit einem Jahr ohne Fisch

Auch der Hamburger Tiefkühlkost-Produzent Iglo, vor allem für seine Fischstäbchen bekannt, bietet seine Klassiker seit vergangenem Jahr auch als vegane Variante an. Diese erreiche zwar noch lange nicht die Beliebtheit der normalen Fischstäbchen, sagte Iglo Deutschland-Sprecher Alfred Jansen. Doch die Tendenz sei steigend. Zahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht. Beim Konkurrenten Frosta machen die vier veganen Produkte eigenen Angaben zufolge etwa fünf Prozent des Umsatzes aus – aber ebenfalls mit stark steigender Tendenz, teilte Sprecherin Bianca Strötzel mit.

Eine gute Einschätzung zur Entwicklung kann auch das Deutsche Tiefkühlinstitut in Berlin geben, denn Fisch kaufen die Verbraucherinnen und Verbraucher am häufigsten tiefgefroren. Deshalb suchen sie wahrscheinlich auch eher in der Tiefkühlabteilung nach den Ersatzprodukten. Im vergangenen Jahr seien Fischalternativen auf einen Anteil von 14 Prozent im Tiefkühlsortiment gekommen, sagt Geschäftsführerin Sabine Eichner. Allerdings erlebten diese ein starkes Wachstum – allein innerhalb eines Jahres sei der Markt um rund 60 Prozent gewachsen.

Start-up treiben die Entwicklung

Auf der Biofach-Messe musste man im Sommer dagegen lange nach veganen Fischalternativen suchen. „Mit Bio-Zertifizierung gibt es fast noch nichts“, sagt Branchenkenner Liebenberg. Das liege daran, dass im Bio-Bereich die Hürden deutlich höher für solche Produkte seien, weil weniger Zusatzstoffe verwendet werden dürften. „Viele wollen Fisch essen, weil es gesund ist“, sagt Liebenberg. „Diese Vorteile müssen auch die Ersatzprodukte mit sich bringen.“ Sprich: Es müssten Vitamine, Mineralien und andere Nährstoffe hinzugefügt werden.

Fischstäbchen von Iglo liegen in einer Tiefkühltruhe
Für viele Menschen ein Klassiker aus der Kindheit: Die Fischstäbchen von Iglo.
© Roland Hartig

Treiber für Innovationen in dem Segment seien vor allem Start-ups, sagt Liebenberg. Eins davon ist das belgische Unternehmen Veggiebel, das unter anderem eine vegane Fischbouillon entwickelt hat. „Wir nutzen verschiedene Meeresalgen, um den Geruch und Geschmack von Fisch zu erzeugen“, sagt Gründer Pascal Depuydt. Dazu kommen 16 Gewürze – mehr will er nicht verraten. Doch welche vegan lebenden Menschen essen eigentlich pflanzliche Fischbouillon, also ein Imitat dessen, auf das sie bewusst verzichten? „Wir machen keine Produkte für Veganer“, erläutert Depuydt. „Unser Ziel ist es, Menschen zu überzeugen, sich mehr vegan zu ernähren.“

Ähnlich formuliert es Iglo: Man habe mit den veganen Varianten beliebter Gerichte von Anfang an die Flexitarier, also Menschen, die ab und zu bewusst auf Fleisch und Fisch verzichteten, ansprechen wollen, sagt Sprecher Jansen. „Damit werden die Menschen in ihren bekannten Essgewohnheiten abgeholt und die Einstiegshürde für etwas Neues auf dem Teller reduziert.“

„Fisch sollte etwas Besonderes sein“

Fisch jedenfalls sollte nach Ansicht der Umweltschutzorganisation Greenpeace nicht mehr so oft auf den Teller kommen. „Fisch sollte etwas Besonderes sein – wie der Sonntagsbraten, den man nur selten isst“, sagt Experte Till Seidensticker. „Wenn pflanzliche Alternativen dazu führen, dass Leute weniger Fleisch und Fisch essen, ist das ein guter Weg.“

Besser essen fürs Klima_ 17.01

Die Menschen in Deutschland essen nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung allerdings jetzt schon weniger Fisch als empfohlen. „Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit sind ein bis zwei Portionen pro Woche akzeptabel“, sagt die Ökotrophologin Astrid Donalies. Kritisch sieht sie, dass die veganen Alternativen oft stark verarbeitet seien und mitunter Zusatzstoffe für Farbe, Aroma, Geschmack, Konservierung oder Säureregulierung enthielten, aber meist nicht so wertvolle Nährstoffe wie Fisch.

„Es ist irgendwie en vogue, pflanzliche Alternativen für Fisch zu finden. Aber das ist nicht immer logisch“, meint Matthias Keller vom Fisch-Informationszentrum in Hamburg, dem zentralen Marketingorgan der Fischwirtschaft. „Der Großteil der Fische auf dem deutschen Markt stammt aus nachhaltiger Fischerei, die zudem noch zertifiziert ist.“ Fisch aus Wildfang habe außerdem eine sehr gute Klimabilanz. Bei pflanzlichen Alternativen, die extra produziert werden müssten, sei das zu hinterfragen.

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Aquakultur Fisch Fischerboot Senegal Westafrika

Umwelt : Europa züchtet immer mehr Fisch – warum das die Existenz vieler Senegalesen bedroht

In Senegal leben die Menschen vom Fisch. Doch er wird dort immer knapper und teurer. Schuld ist das Fischmehl – für die europäische Fischzucht. Ein Besuch vor Ort. 

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CDU Dortmund Düsseldorf Ermittlung Herbert Reul NRW Polizei Senegal

Ermittlungen: Reul hat „zunehmend Zweifel“ an Dortmunder Polizei-Einsatz

Im Fall des Dortmunder Polizei-Einsatzes, bei dem ein Jugendlicher aus dem Senegal erschossen wurde, kommen NRW-Innenminister Herbert Reul zunehmend Zweifel. „Bevor nicht alle Fakten klar sind, kann ich noch keine Bewertung abgeben“, betonte der CDU-Politiker in einem „Welt“-Interview. „Obwohl sich auch für mich zunehmend Zweifel ergeben, gilt die Unschuldsvermutung. Ob im Dortmunder Einsatz Fehler gemacht wurden, wenn ja, welche und wer sie dann zu verantworten hat, ist aber noch nicht geklärt.“

Im Fall des Dortmunder Polizei-Einsatzes, bei dem ein Jugendlicher aus dem Senegal erschossen wurde, kommen NRW-Innenminister Herbert Reul zunehmend Zweifel. „Bevor nicht alle Fakten klar sind, kann ich noch keine Bewertung abgeben“, betonte der CDU-Politiker in einem „Welt“-Interview. „Obwohl sich auch für mich zunehmend Zweifel ergeben, gilt die Unschuldsvermutung. Ob im Dortmunder Einsatz Fehler gemacht wurden, wenn ja, welche und wer sie dann zu verantworten hat, ist aber noch nicht geklärt.“

Am 8. August war ein 16 Jahre alter Flüchtling aus dem Senegal in Dortmund von einem Polizisten erschossen worden. Zuletzt hatte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen neben dem suspendierten Todesschützen auf vier weitere Beamte ausgeweitet.

Der Polizist hatte laut bisher bekanntem Ermittlungsstand sechs Mal mit einer Maschinenpistole auf den Jugendlichen geschossen. Der 16-Jährige starb, getroffen von vier Projektilen, im Krankenhaus. Die kritische Frage ist, ob und wie der Jugendliche mit einem Messer auf die Beamten zugegangen ist.

Zeugenaussagen zufolge hatte der Senegalese auf dem Boden gekauert und das Messer gegen sich selbst gerichtet, als die Polizei eintraf. Der Notruf war gegen 16.25 Uhr eingegangen. Der Tod des 16-Jährigen war um 18.02 Uhr in einer Dortmunder Klinik festgestellt worden.

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CDU Dortmund Düsseldorf Ermittlung Herbert Reul NRW Polizei Senegal

Ermittlungen: Reul hat „zunehmend Zweifel“ an Dortmunder Polizei-Einsatz

Im Fall des Dortmunder Polizei-Einsatzes, bei dem ein Jugendlicher aus dem Senegal erschossen wurde, kommen NRW-Innenminister Herbert Reul zunehmend Zweifel. „Bevor nicht alle Fakten klar sind, kann ich noch keine Bewertung abgeben“, betonte der CDU-Politiker in einem „Welt“-Interview. „Obwohl sich auch für mich zunehmend Zweifel ergeben, gilt die Unschuldsvermutung. Ob im Dortmunder Einsatz Fehler gemacht wurden, wenn ja, welche und wer sie dann zu verantworten hat, ist aber noch nicht geklärt.“

Im Fall des Dortmunder Polizei-Einsatzes, bei dem ein Jugendlicher aus dem Senegal erschossen wurde, kommen NRW-Innenminister Herbert Reul zunehmend Zweifel. „Bevor nicht alle Fakten klar sind, kann ich noch keine Bewertung abgeben“, betonte der CDU-Politiker in einem „Welt“-Interview. „Obwohl sich auch für mich zunehmend Zweifel ergeben, gilt die Unschuldsvermutung. Ob im Dortmunder Einsatz Fehler gemacht wurden, wenn ja, welche und wer sie dann zu verantworten hat, ist aber noch nicht geklärt.“

Am 8. August war ein 16 Jahre alter Flüchtling aus dem Senegal in Dortmund von einem Polizisten erschossen worden. Zuletzt hatte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen neben dem suspendierten Todesschützen auf vier weitere Beamte ausgeweitet.

Der Polizist hatte laut bisher bekanntem Ermittlungsstand sechs Mal mit einer Maschinenpistole auf den Jugendlichen geschossen. Der 16-Jährige starb, getroffen von vier Projektilen, im Krankenhaus. Die kritische Frage ist, ob und wie der Jugendliche mit einem Messer auf die Beamten zugegangen ist.

Zeugenaussagen zufolge hatte der Senegalese auf dem Boden gekauert und das Messer gegen sich selbst gerichtet, als die Polizei eintraf. Der Notruf war gegen 16.25 Uhr eingegangen. Der Tod des 16-Jährigen war um 18.02 Uhr in einer Dortmunder Klinik festgestellt worden.

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Leslie Mandoki München Oktoberfest Senegal

Papis Loveday: So stylt sich das Model für das Oktoberfest

Papis Loveday ist ein echter Wiesn-Fan: „Ich werde mich so gut stylen, dass jeder denkt, ich wäre Deutscher“, lacht das Topmodel.

Am morgigen Samstag heißt es wieder: O’zapft is! Nach zwei Jahren Pause öffnet das Oktoberfest endlich wieder seine Tore. Auch Topmodel Papis Loveday (45) wird sich das bekannteste Volksfest der Welt nicht entgehen lassen. Der im Senegal geborene 45-Jährige ist ein echter Wiesn-Fan. „Ich werde mich so gut stylen, dass jeder, der mich sieht, denkt, ich wäre Deutscher“, verspricht er lachend auf der Feier zum 10-jährigen Jubiläum der Nachrichtenagentur spot on news in München.

Loveday ist eines der bekanntesten Male Models der Welt und zieht mit seinen außergewöhnlichen Looks regelmäßig alle Blicke auf sich. Wenn er der Einzige ist, auf den alle Augen gerichtet sind, fühle er sich am wohlsten, gibt der 45-Jährige zu. „Das kann auch ein extravaganter Look sein“, so der ehemalige „Promi Big Brother“-Kandidat. Es sei niemals zu viel. Auch am Donnerstagabend war er der Hingucker auf der Party in München.

Exklusivkonzert von Leslie Mandoki

Für ein musikalisches Highlight sorgte Leslie Mandoki (69), der erst vor Kurzem sein 30-jähriges Bestehen der Mandoki Soulmates mit einem imposanten Open-Air-Konzert in seiner Geburtsstadt Budapest feierte. „Ich habe hier auf Augenhöhe und so nah am Publikum fast mehr Lampenfieber als vor 30.000 Zuschauern in einem Stadion“, erklärte die Musik-Legende mit einem Augenzwinkern vor seinem Exklusivkonzert mit seiner Band. Die Kölner Deutschrock-Band Schimmerling gab anschließend unter anderem ihren neuen Song „Luft+Liebe“ zum Besten und heizte den rund 150 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Medien und Unterhaltung ordentlich ein.

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Krawall Nationalversammlung Senegal

Video: Krawalle im Parlament von Senegal

Die Opposition wollte offenbar die Wahl eines neuen Präsidenten der Nationalversammlung verhindern.

Die Opposition wollte offenbar die Wahl eines neuen Präsidenten der Nationalversammlung verhindern.

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Bayern Bouna Sarr Champions League FC BAyern Fußball Fußball-WM Katar München Senegal

Fußball: Bayern-Profi Sarr muss operiert werden: Keine WM mit Senegal

Der senegalesische Abwehrspieler Bouna Sarr vom deutschen Meister FC Bayern muss an der Patellasehne operiert werden und fällt damit auch für die Fußball-WM in Katar Ende des Jahres aus. Wie die französische Sportzeitung „L’Equipe“ berichtet, soll der Eingriff beim 30-Jährigen bereits an diesem Dienstag erfolgen. Sarr klagt seit längerer Zeit über Probleme an der Kniesehne und hat in dieser Saison noch keine Minute für die Münchner gespielt.

Der senegalesische Abwehrspieler Bouna Sarr vom deutschen Meister FC Bayern muss an der Patellasehne operiert werden und fällt damit auch für die Fußball-WM in Katar Ende des Jahres aus. Wie die französische Sportzeitung „L’Equipe“ berichtet, soll der Eingriff beim 30-Jährigen bereits an diesem Dienstag erfolgen. Sarr klagt seit längerer Zeit über Probleme an der Kniesehne und hat in dieser Saison noch keine Minute für die Münchner gespielt.

Sarr hatte in diesem Jahr mit Senegal den Afrika Cup gewonnen. Insgesamt 13 Mal lief er für sein Heimatland auf. Sarr steht seit 2020 bei den Münchnern unter Vertrag, spielte aber bislang keine große Rolle.

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Deutsche Presse-Agentur Dortmund Ermittlung Körperverletzung Maschinenpistole Polizei Polizeieinsatz Polizeischuss Senegal

Polizeieinsatz: 16-Jähriger erschossen: Ermittlungen werden ausgeweitet

In Dortmund wird ein Jugendlicher von der Polizei erschossen. Nun ist ein Bericht mit Ermittlungsdetails bekanntgeworden, der einige Fragen aufwirft. Gegen den Schützen wird nun sogar der Vorwurf des Totschlags geprüft.

Nach den tödlichen Polizeischüssen aus einer Maschinenpistole auf einen Jugendlichen in Dortmund wird gegen vier weitere am Einsatz beteiligte Beamte ermittelt.

Gegen den Schützen selbst, der sechs Kugeln aus einer Maschinenpistole abgefeuert hatte, werde inzwischen auch der Verdacht des Totschlags geprüft. Offiziell werde derzeit aber weiter wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge gegen ihn ermittelt. Das geht aus einem Bericht des Innenministeriums an den Landtag hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Bei den vier weiteren Beamten, gegen die nun ermittelt wird, handele es sich um alle, die während des umstritten Einsatzes Waffen oder andere Einsatzmittel gegen den Jugendlichen eingesetzt haben.

Die neuen Ermittlungen wegen Körperverletzung im Amt richten sich gegen eine Polizeibeamtin, die Pfefferspray eingesetzt hat sowie gegen eine Polizistin und einen Polizisten, die mit Tasern geschossen hatten. Außerdem gegen den Einsatzleiter wegen Anstiftung zur Körperverletzung. Er hatte den Einsatz von Pfefferspray und Tasern angeordnet. Neu ist auch, dass zwölf Beamtinnen und Beamte an dem Einsatz beteiligt waren, darunter vier in Zivil. Bisher ging man von elf Einsatzkräften aus.

Der Dortmunder Polizeipräsident teilte am Abend mit, dass gegen alle Beamte, gegen die strafrechtlich ermittelt werde, auch Disziplinarverfahren eingeleitet worden seien. Ein Beamter sei vom Dienst suspendiert worden, vier weitere seien versetzt worden. Für die fünf Beamten gelte weiter die Unschuldsvermutung, hieß es.

Pfefferspray als Reaktion auf Suizidversuch

Die Polizei war am 8. August zum Innenhof einer Jugendhilfeeinrichtung im Dortmunder Norden gerufen worden, in dem sich der 16-Jährige ein 15 bis 20 Zentimeter langes Messer an den Bauch hielt. Der Einsatz lief zunächst als Suizidversuch. Der unbegleitete minderjährige Flüchtling aus dem Senegal war im April nach Deutschland und erst Tage vor dem Einsatz nach Dortmund gekommen und soll nicht gut Deutsch gesprochen haben.

Der Jugendliche habe zunächst auf dem Boden gehockt und das Messer gegen sich selbst gerichtet. Erst als er mit Pfefferspray besprüht wurde, sei er aufgesprungen und habe sich auf die Polizisten zubewegt. Dann seien die Taser zum Einsatz gekommen, aber wirkungslos geblieben.

Gab es einen Messerangriff?

Während es bislang hieß, der Jugendliche habe sich danach weiter auf die Polizisten zubewegt, bevor die tödlichen Schüsse fielen, heißt es nun im neuen Bericht, dies sei wegen unterschiedlicher Zeugenaussagen nicht abschließend geklärt. Auch sei nicht geklärt, wie er das Messer führte, bevor geschossen wurde.

Der Polizist schoss mit seiner Maschinenpistole sechs Mal. Bisher hieß es, dass fünf Schüsse den Jugendlichen im Gesicht, am Unterarm, in den Bauch und zwei Mal in die Schulter trafen. Der Obduktion zufolge wurde er aber viermal getroffen. Eine Kugel habe einen Körperteil durchschlagen und sei in einen weiteren eingedrungen und habe damit zwei Verletzungen verursacht. Der 16-Jährige starb später im Krankenhaus.

Wie aus dem Bericht an den Landtag hervorgeht, hatten die Beamten den Jugendlichen aus dem Senegal auf Deutsch und Spanisch angesprochen. Offenbar hatten sie ihm aber nicht gesagt, dass er das Messer weglegen soll, so der Bericht.

Wie es weiter heißt, hatten beide Taser-Schüsse nicht gewirkt. Der erste traf nicht richtig, der zweite hatte den Jugendlichen unter anderem am Glied getroffen, sei vermutlich schmerzhaft gewesen, habe aber nicht zur erhofften kurzzeitigen Körperstarre geführt.

Bodycams waren nicht eingeschaltet

Mehrere Punkte des Einsatzes hatten für Kritik gesorgt. Dabei ging es etwa um die Tatsache, dass die Bodycams der Polizisten nicht eingeschaltet waren. Eine Überprüfung ergab, dass sich auf ihnen keine Aufnahmen befunden hätten. Zudem werte das Bundeskriminalamt noch den Notruf aus.

Der tödliche Polizeieinsatz hatte für Bestürzung gesorgt. In Dortmund kam es zu Demonstrationen des linken Spektrums und der afrikanischen Community. Laut Staatsanwaltschaft gibt es aber keine Hinweise, dass die schwarze Hautfarbe des Jugendlichen bei dem Einsatz eine Rolle gespielt hätte.

NRW-Innenminister Reul: „Neue Lage“

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sieht nach der Ausweitung der Ermittlungen „eine neue Lage“. Das zeige aber auch, dass in dem Fall genau hingeschaut werde, sagte Reul am Donnerstag. Er betonte, dass es sich bei allen Verfahren um einen Anfangsverdacht handele.

„Durch diesen Bericht sind jetzt zahlreiche neue Details ans Licht gekommen. Damit ergibt sich eine neue Lage in diesem ohnehin schon dramatischen Fall“, kommentierte die innenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Christina Kampmann. Es sei gut, dass eine unabhängige Behörde für Aufklärung sorge.

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Dakar Deutsche Presse-Agentur Dortmund Polizei Polizeischuss Senegal

Nach Polizeischüssen: 16-Jähriger ist im Senegal beigesetzt worden

Nach den tödlichen Polizeischüssen in Dortmund ist ein 16-jähriger Senegalese in seiner Heimat beigesetzt worden. Lokale Medien zeigten am Freitagmorgen Bilder der Beerdigung im Dorf Ndiaffate. Wie die Bürgermeisterin von Ndiaffate, Aissatou Ndiaye, der Deutschen Presse-Agentur sagte, wurde der 16-Jährige gegen 21 Uhr Ortszeit beerdigt. Die Stadt Dortmund hatte laut einem Sprecher die Überführung des Leichnams bezahlt.

Nach den tödlichen Polizeischüssen in Dortmund ist ein 16-jähriger Senegalese in seiner Heimat beigesetzt worden. Lokale Medien zeigten am Freitagmorgen Bilder der Beerdigung im Dorf Ndiaffate. Wie die Bürgermeisterin von Ndiaffate, Aissatou Ndiaye, der Deutschen Presse-Agentur sagte, wurde der 16-Jährige gegen 21 Uhr Ortszeit beerdigt. Die Stadt Dortmund hatte laut einem Sprecher die Überführung des Leichnams bezahlt.

Wie der beauftragte Bestatter der dpa sagte, war der Sarg am Mittwoch von Dortmund aus zu einem Flugzeug gebracht worden. Vor Ort habe es noch ein Gebet gegeben, bei dem viele Trauernde und Vertreter der Stadt dabei gewesen seien. Da es keinen Direktflug nach Dakar gibt, wurde der Leichnam erst am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) dort erwartet. Laut senegalesischen Medien sollte der Leichnam dann sofort nach Ndiaffate gebracht werden. „BILD.de“ hatte zuvor über die Überführung berichtet.

Laut Bürgermeisterin Ndiaye, die nach eigenen Angaben eine Cousine des erschossenen 16-Jährigen ist, war der Jugendliche entgegen anderer Erkenntnisse der deutschen Behörden kein Waise. „Sein Vater, seine Mutter, seine Brüder und Schwestern leben alle und es geht ihnen gut“, so Ndiaye.

Der unbegleitete Flüchtling war am vorvergangenen Montag gestorben. Die Staatsanwaltschaft Dortmund und die Polizei Recklinghausen rekonstruieren die Geschehnisse. Nach bisherigem Ermittlungsstand war der 16-Jährige trotz des Einsatzes von Pfefferspray und Tasern im Innenhof einer Jugendhilfeeinrichtung mit einem Messer auf die Polizisten zugegangen. Ein zur Sicherung abgestellter Polizist hatte sechs Mal mit seiner Maschinenpistole geschossen, fünf Kugeln trafen den Jugendlichen.

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Dakar Deutsche Presse-Agentur Dortmund Polizei Polizeigewalt Polizeischuss Senegal

Polizeigewalt: 16-Jähriger ist im Senegal beigesetzt worden

Nach den tödlichen Polizeischüssen in Dortmund ist ein 16-jähriger Senegalese in seiner Heimat beigesetzt worden. Lokale Medien zeigten am Freitagmorgen Bilder der Beerdigung im Dorf Ndiaffate. Wie die Bürgermeisterin von Ndiaffate, Aissatou Ndiaye, der Deutschen Presse-Agentur sagte, wurde der 16-Jährige gegen 21 Uhr Ortszeit beerdigt. Die Stadt Dortmund hatte laut einem Sprecher die Überführung des Leichnams bezahlt.

Nach den tödlichen Polizeischüssen in Dortmund ist ein 16-jähriger Senegalese in seiner Heimat beigesetzt worden. Lokale Medien zeigten am Freitagmorgen Bilder der Beerdigung im Dorf Ndiaffate. Wie die Bürgermeisterin von Ndiaffate, Aissatou Ndiaye, der Deutschen Presse-Agentur sagte, wurde der 16-Jährige gegen 21 Uhr Ortszeit beerdigt. Die Stadt Dortmund hatte laut einem Sprecher die Überführung des Leichnams bezahlt.

Wie der beauftragte Bestatter der dpa sagte, war der Sarg am Mittwoch von Dortmund aus zu einem Flugzeug gebracht worden. Vor Ort habe es noch ein Gebet gegeben, bei dem viele Trauernde und Vertreter der Stadt dabei gewesen seien. Da es keinen Direktflug nach Dakar gibt, wurde der Leichnam erst am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) dort erwartet. Laut senegalesischen Medien sollte der Leichnam dann sofort nach Ndiaffate gebracht werden. „BILD.de“ hatte zuvor über die Überführung berichtet.

Laut Bürgermeisterin Ndiaye, die nach eigenen Angaben eine Cousine des erschossenen 16-Jährigen ist, war der Jugendliche entgegen anderer Erkenntnisse der deutschen Behörden kein Waise. „Sein Vater, seine Mutter, seine Brüder und Schwestern leben alle und es geht ihnen gut“, so Ndiaye.

Der unbegleitete Flüchtling war am vorvergangenen Montag gestorben. Die Staatsanwaltschaft Dortmund und die Polizei Recklinghausen rekonstruieren die Geschehnisse. Nach bisherigem Ermittlungsstand war der 16-Jährige trotz des Einsatzes von Pfefferspray und Tasern im Innenhof einer Jugendhilfeeinrichtung mit einem Messer auf die Polizisten zugegangen. Ein zur Sicherung abgestellter Polizist hatte sechs Mal mit seiner Maschinenpistole geschossen, fünf Kugeln trafen den Jugendlichen.

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