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Titelkämpfe in München: „Magisch“ und „Sternstunde“: Die EM der Leichtathleten

Deutschlands Leichtathleten verzaubern bei der EM dahoam ihre Fans. Insgesamt 16 Medaillen bringen nach der WM-Tristesse den großen Stimmungsaufheller. Eine große Herausforderung bleibt.

Deutschlands Leichtathleten verzückten das Heim-Publikum ihres Sommermärchens nach reichlich Gänsehaut-Auftritten nochmal mit zweimal Gold beim grandiosen EM-Finale.

Die Frauen-Staffel um Golden Girl Gina Lückenkemper sorgte beim Showdown zum Abschluss der Europameisterschaften ebenso für den Titel wie Speerwerfer Julian Weber, der mit seiner Siegesweite von 87,66 das Olympiastadion rockte. „Das ist einfach unfassbar geil“, rief Lückenkemper am Stadion-Mikrofon.

Weber zum Publikum: „Ihr seid der Hammer“

Für einen Aufschrei der Enttäuschung sorgte bei knisternder Stimmung die Staffel der Männer über 4 x 100 Meter, als der erste Wechsel völlig misslang und das Finale für das deutsche Quartett beendet war.

24 Stunden zuvor waren nach der mit Silber belohnten Hindernis-Show von Lea Meyer viele Tränen geflossen, Bo Kanda Lita Baehre stand als EM-Zweiter mit einer Kampfansage an Mr. Unschlagbar Armand Duplantis für ein neues Stück Siegermentalität. Mit 16 Medaillen betrieb die deutsche Mannschaft um die diesmal geschlagene Olympiasiegerin Malaika Mihambo kurz nach der großen WM-Tristesse und zwei Jahre vor Olympia gewaltige Imagepflege.

„Ihr seid der Hammer“, rief der von Schmerzen an Schulter und Rücken geplagte Weber dem frenetischen Münchner Leichtathletik-Publikum zu. „Mir fällt ein Riesenstein vom Herzen.“

Nach nur einmal Gold und einmal Bronze bei den Welttitelkämpfen vor vier Wochen in den USA jubelten am Sonntag Weber und die Frauen-Staffel mit Alexandra Burghardt, Lisa Mayer, Lückenkemper und Rebekka Haase. Zuvor hatten schon Lückenkemper im Einzelrennen, Langstrecken-Ass Konstanze Klosterhalfen, Zehnkampf-König Niklas Kaul, Marathon-Mann Richard Ringer und das Marathon-Frauenteam rauschende Titel-Partys gefeiert.

Dramen, wie der Kreislaufkollaps von Mihambo nach Weitsprung-Silber und Corona-Kampf, die Nacht von Lückenkemper in der Notaufnahme oder auf Rang vier nur knapp verfehlte Medaillen von Teamkollegen sorgten ebenfalls für denkwürdige Momente.

Cheftrainerin Stein: „Es waren wundervolle Tage“

„Das war eine Sternstunde unserer Sportart“, sagte Präsident Jürgen Kessing über das Doppelgold von Lückenkemper und Kaul an einem Abend. „Da kriege ich jetzt noch Gänsehaut.“ Neben ihm sprach Annett Stein über ihre „schönste Meisterschaft“ als Cheftrainerin. „Es waren wundervolle Tage“, sagte sie. Man habe bei der WM nicht performt, „aber den Spagat mit EM und WM ganz gut geschafft“.

Sie sprach während der EM-Tage von „geballten Emotionen“ oder von „Geschichten und einer Stimmung, die unter die Haut gingen“. Exemplarisch war da der atemberaubende Lauf von Meyer über 3000 Meter Hindernis vor einem schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer. „Es war wunderschön“, sagte die 24-Jährige und gedachte mit ergreifenden Worten ihrem in diesem Jahr nach Krankheit gestorbenen Trainer Henning von Papen (69). „Ich habe vor dem Rennen gedacht, Henning, das Rennen ist für dich“, sagte die Läuferin vom ASV Köln.

Nach den 19 Medaillen während der Berliner EM 2018 sowie einer noch nachträglich zugesprochenen Medaille standen die ähnlich erfolgreichen Titelkämpfe in München als Hauptattraktion der European Championships noch etwas mehr im Fokus. Sie vergrößerten das Interesse an der olympischen Sportart im Schatten des Fußballs. „Ich glaube, dass wir magische Momente hatten“, schwärmte Lita Baehre über die Begeisterung im altehrwürdigen Olympiastadion zum 50-jährigen Jubiläum der Sommerspiele von 1972. „Die Leute haben so Bock auf Leichtathletik.“ Stunden zuvor hatten sogar im strömenden Regen viele Zuschauer bei Bronze für Geherin Saskia Feige mitgejubelt.

Nach der EM ist vor der WM und Olympia

Der Stimmungsaufheller mit Erfolgen gegen europäische Konkurrenz ohne russische und belarussische Athleten kann Schwung für den Weg zu den Weltmeisterschaften im kommenden Jahr in Budapest und den Olympischen Spielen 2024 in Paris geben. Doch das ernüchternde WM-Abschneiden muss weiter aufgearbeitet werden, um lang- oder vielleicht auch schon mittelfristig im Weltmaßstab wieder konkurrenzfähiger zu sein. Endlich glückte auch Speerwerfer Weber nach vierten Plätzen bei Olympia und WM die ersehnte erste Medaille.

„Ja, es ist keine Weltmeisterschaft, das kann man festhalten. Und ja, das Weltniveau ist auch teilweise noch höher“, sagte Meyer nach ihrer um rund zehn Sekunden verbesserten persönlichen Bestzeit. Aber man „sollte jetzt einfach mal auch uns wirklich wertschätzen“. Das galt besonders für Meyer, die nach ihrem besorgniserregenden Sturz in den WM-Wassergraben schon in Eugene viel Kampfgeist bewiesen hatte.

Die 24-Jährige und der 23-jährige Lita Baehre stehen für jüngere Athleten, die Hoffnung für die Zukunft wecken. Das gilt auch für die nach ihrem Goldsturz am Knie genähte Lückenkemper (25), Klosterhalfen (25) oder Kaul (24). Die diesmal entthronte Allesgewinnerin Mihambo (28), die nach Corona-Erkrankung „Silber gewonnen und nicht Gold verloren“ hatte, bleibt sowieso ein Garant für Topleistungen. Weber (27) ist auch in einem guten Speerwerfer-Alter.

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Annett Stein Armand Duplantis Bo Kanda Coronavirus Deutschland Frauen Gina Lückenkemper Julian Weber Konstanze Klosterhalfen Lea Meyer Lita Baehre Malaika Mihambo Männer München Niklas Kaul Olympia Sommermärchen Sternstunde Titelkampf USA

Titelkämpfe in München: „Magisch“ und „Sternstunde“: Die EM der Leichtathleten

Deutschlands Leichtathleten verzaubern bei der EM dahoam ihre Fans. Insgesamt 16 Medaillen bringen nach der WM-Tristesse den großen Stimmungsaufheller. Eine große Herausforderung bleibt.

Deutschlands Leichtathleten verzückten das Heim-Publikum ihres Sommermärchens nach reichlich Gänsehaut-Auftritten nochmal mit zweimal Gold beim grandiosen EM-Finale.

Die Frauen-Staffel um Golden Girl Gina Lückenkemper sorgte beim Showdown zum Abschluss der Europameisterschaften ebenso für den Titel wie Speerwerfer Julian Weber, der mit seiner Siegesweite von 87,66 das Olympiastadion rockte. „Das ist einfach unfassbar geil“, rief Lückenkemper am Stadion-Mikrofon.

Weber zum Publikum: „Ihr seid der Hammer“

Für einen Aufschrei der Enttäuschung sorgte bei knisternder Stimmung die Staffel der Männer über 4 x 100 Meter, als der erste Wechsel völlig misslang und das Finale für das deutsche Quartett beendet war.

24 Stunden zuvor waren nach der mit Silber belohnten Hindernis-Show von Lea Meyer viele Tränen geflossen, Bo Kanda Lita Baehre stand als EM-Zweiter mit einer Kampfansage an Mr. Unschlagbar Armand Duplantis für ein neues Stück Siegermentalität. Mit 16 Medaillen betrieb die deutsche Mannschaft um die diesmal geschlagene Olympiasiegerin Malaika Mihambo kurz nach der großen WM-Tristesse und zwei Jahre vor Olympia gewaltige Imagepflege.

„Ihr seid der Hammer“, rief der von Schmerzen an Schulter und Rücken geplagte Weber dem frenetischen Münchner Leichtathletik-Publikum zu. „Mir fällt ein Riesenstein vom Herzen.“

Nach nur einmal Gold und einmal Bronze bei den Welttitelkämpfen vor vier Wochen in den USA jubelten am Sonntag Weber und die Frauen-Staffel mit Alexandra Burghardt, Lisa Mayer, Lückenkemper und Rebekka Haase. Zuvor hatten schon Lückenkemper im Einzelrennen, Langstrecken-Ass Konstanze Klosterhalfen, Zehnkampf-König Niklas Kaul, Marathon-Mann Richard Ringer und das Marathon-Frauenteam rauschende Titel-Partys gefeiert.

Dramen, wie der Kreislaufkollaps von Mihambo nach Weitsprung-Silber und Corona-Kampf, die Nacht von Lückenkemper in der Notaufnahme oder auf Rang vier nur knapp verfehlte Medaillen von Teamkollegen sorgten ebenfalls für denkwürdige Momente.

Cheftrainerin Stein: „Es waren wundervolle Tage“

„Das war eine Sternstunde unserer Sportart“, sagte Präsident Jürgen Kessing über das Doppelgold von Lückenkemper und Kaul an einem Abend. „Da kriege ich jetzt noch Gänsehaut.“ Neben ihm sprach Annett Stein über ihre „schönste Meisterschaft“ als Cheftrainerin. „Es waren wundervolle Tage“, sagte sie. Man habe bei der WM nicht performt, „aber den Spagat mit EM und WM ganz gut geschafft“.

Sie sprach während der EM-Tage von „geballten Emotionen“ oder von „Geschichten und einer Stimmung, die unter die Haut gingen“. Exemplarisch war da der atemberaubende Lauf von Meyer über 3000 Meter Hindernis vor einem schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer. „Es war wunderschön“, sagte die 24-Jährige und gedachte mit ergreifenden Worten ihrem in diesem Jahr nach Krankheit gestorbenen Trainer Henning von Papen (69). „Ich habe vor dem Rennen gedacht, Henning, das Rennen ist für dich“, sagte die Läuferin vom ASV Köln.

Nach den 19 Medaillen während der Berliner EM 2018 sowie einer noch nachträglich zugesprochenen Medaille standen die ähnlich erfolgreichen Titelkämpfe in München als Hauptattraktion der European Championships noch etwas mehr im Fokus. Sie vergrößerten das Interesse an der olympischen Sportart im Schatten des Fußballs. „Ich glaube, dass wir magische Momente hatten“, schwärmte Lita Baehre über die Begeisterung im altehrwürdigen Olympiastadion zum 50-jährigen Jubiläum der Sommerspiele von 1972. „Die Leute haben so Bock auf Leichtathletik.“ Stunden zuvor hatten sogar im strömenden Regen viele Zuschauer bei Bronze für Geherin Saskia Feige mitgejubelt.

Nach der EM ist vor der WM und Olympia

Der Stimmungsaufheller mit Erfolgen gegen europäische Konkurrenz ohne russische und belarussische Athleten kann Schwung für den Weg zu den Weltmeisterschaften im kommenden Jahr in Budapest und den Olympischen Spielen 2024 in Paris geben. Doch das ernüchternde WM-Abschneiden muss weiter aufgearbeitet werden, um lang- oder vielleicht auch schon mittelfristig im Weltmaßstab wieder konkurrenzfähiger zu sein. Endlich glückte auch Speerwerfer Weber nach vierten Plätzen bei Olympia und WM die ersehnte erste Medaille.

„Ja, es ist keine Weltmeisterschaft, das kann man festhalten. Und ja, das Weltniveau ist auch teilweise noch höher“, sagte Meyer nach ihrer um rund zehn Sekunden verbesserten persönlichen Bestzeit. Aber man „sollte jetzt einfach mal auch uns wirklich wertschätzen“. Das galt besonders für Meyer, die nach ihrem besorgniserregenden Sturz in den WM-Wassergraben schon in Eugene viel Kampfgeist bewiesen hatte.

Die 24-Jährige und der 23-jährige Lita Baehre stehen für jüngere Athleten, die Hoffnung für die Zukunft wecken. Das gilt auch für die nach ihrem Goldsturz am Knie genähte Lückenkemper (25), Klosterhalfen (25) oder Kaul (24). Die diesmal entthronte Allesgewinnerin Mihambo (28), die nach Corona-Erkrankung „Silber gewonnen und nicht Gold verloren“ hatte, bleibt sowieso ein Garant für Topleistungen. Weber (27) ist auch in einem guten Speerwerfer-Alter.

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Deutschland Freiwasser Italien Lido di Ostia Portugal Rom Schlussspurt Sonntag Sport Titelkampf

Titelkämpfe in Rom: Freiwasserschwimmerin Beck bejubelt EM-Gold

Mit einem furiosen Schlussspurt gewinnt Leonie Beck EM-Gold im Freiwasser. Die 25-Jährige kennt das Meer vor Lido di Ostia gut. In Deutschland wünscht sie sich mehr Begeisterung für ihren Sport.

Etwas wackelig auf den Beinen stapfte Leonie Beck an den Strand von Lido di Ostia. Lächelnd reckte sie den Zeigefinger nach oben. Ausgerechnet in ihrer Wahlheimat in der Nähe von Rom jubelte die 25-Jährige über EM-Gold.

„Das lief mal gut“, stellte Beck gespielt sachlich fest und lachte. „Europameisterin ist etwas ganz Besonderes.“

Beck siegte am Sonntag im Meer vor Lido di Ostia mit einem starken Schlussspurt vor der Italienerin Ginevra Taddeucci. Bronze ging an Angélica André aus Portugal. Für das von Wind und Wellen geprägte Rennen benötigte die Deutsche auf der olympischen Distanz 2:01:13,4 Stunden. Nie zuvor hatte sie Gold in einem großen internationalen Einzelrennen gewonnen.

Schwieriges EM-Rennen

Der Weg dorthin war am Abschlusstag der Europameisterschaften besonders anstrengend. „Es war eines der top drei welligsten Rennen, die ich je geschwommen bin“, sagte Beck, für die es zu Beginn gar nicht gut gelaufen war. „Ich habe wieder die Gruppe verloren, musste wieder aufholen – also jedes Mal das gleiche Spiel“, sagte sie. Trotz der schwierigen äußeren Umstände stellte Beck fest: „Mir hat es tatsächlich Spaß gemacht.“

Rund 200 Meter vor dem Ende des Rennens setzte sich die gebürtige Augsburgerin an die Spitze und ließ sich die Führung nicht mehr nehmen. Mit 1,8 Sekunden Vorsprung auf Taddeucci schlug Beck am auf dem Wasser schaukelnden Anschlagbalken an.

Im Freiwasserschwimmen hat Beck ihre sportliche Heimat gefunden. Nachdem sich die Erfolge im Becken nicht wie gewünscht einstellten, entschied sie, sich nur auf die Rennen im See oder Meer zu konzentrieren. Ihren Lebensmittelpunkt verlegte Beck zuletzt nach Italien. Dort trainiert sie mit dem italienischen Team. Den Wettkampfort kennt Beck aus dem Alltag.

Auch deshalb und wegen der enthusiastischen Stimmung am Strand war der Sieg für die Vizeweltmeisterin sehr speziell. „Es ist schon ganz cool, wenn man auf die Leute zukommt“, sagte Beck. „Italien ist ja sehr sportbegeistert. Es freut mich zu sehen, dass doch etwas Interesse für den Sport da ist. Das würde ich mir auch wünschen für Deutschland.“

Abreise zum Weltcup nach Kanada

Rund fünf Stunden nach Gold wurde sie an einem ereignisreichen Tag mit der Staffel Fünfte. Auch wenn die EM nun vorbei ist, hat Beck keine Pause. „Ich fliege morgen nach Kanada und habe da noch einen Weltcup“, sagte sie. „Danach habe ich dann endlich Sommerpause.“

In Becks großem Rennen belegte Lea Boy, die bei der WM Silber über 25 Kilometer gewonnen hatte, den 13. Platz. Jeannette Spiwoks musste das Rennen aufgeben. Bei den Männern belegte Oliver Klemet als bester Deutscher den fünften Rang. Es siegte der Italiener Domenico Acerenza vor dem Franzosen Marc-Antoine Olivier und dessen Landsmann Logan Fontaine.

Zeitplan der EM (Englisch) Neuigkeiten zur EM (Englisch) Neuigkeiten vom Deutschen Schwimm-Verband

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Dimitrij Ovtcharov Düsseldorf München Timo Boll Titelkampf Wang Yang

Rekord-Europameister: EM-Aus für Ovtcharov und Boll: „Ich höre noch nicht auf“

Rekord-Europameister Timo Boll ist bei den Titelkämpfen in München auf dem Weg zu seinem neunten Einzel-Gold jäh gestoppt worden. Der 41 Jahre alte Ausnahmespieler verlor am Samstag in München das Viertelfinale gegen seinen Team- und Düsseldorfer Vereinskollegen Dang Qiu unerwartet deutlich mit 0:4. Nach seinem 4:0-Erfolg am Vortag im Achtelfinale gegen den Slowaken Wang Yang kam das EM-Aus für Boll nach nur 28 Minuten.

Rekord-Europameister Timo Boll ist bei den Titelkämpfen in München auf dem Weg zu seinem neunten Einzel-Gold jäh gestoppt worden. Der 41 Jahre alte Ausnahmespieler verlor am Samstag in München das Viertelfinale gegen seinen Team- und Düsseldorfer Vereinskollegen Dang Qiu unerwartet deutlich mit 0:4. Nach seinem 4:0-Erfolg am Vortag im Achtelfinale gegen den Slowaken Wang Yang kam das EM-Aus für Boll nach nur 28 Minuten.

Anschließend verpasste auch der Weltranglisten-Neunte Dimitrij Ovtcharov vom TTC Neu-Ulm das Halbfinale. Der Olympia-Dritte verlor im Viertelfinale gegen den Schweden Kristian Karlsson in 53 Minuten mit 2:4.

„Es war leider eine sehr deutliche Angelegenheit. Er hat super gespielt und verdient gewonnen. Ich hätte es gerne vor dieser tollen Kulisse knapper gemacht“, gestand Boll. Ein Karriereende ist mit dieser Niederlage jedoch nicht verbunden, beteuerte der 41-Jährige. „Auch wenn es sich immer so anhört: Ich höre noch nicht auf. So ein Spiel ist zäh, wenn es so deutlich ausgeht, aber ich habe immer noch viel Spaß am Tischtennis. Ich freue mich schon auf die nächste Trainingseinheit gegen Dang“, betonte er.

Die deutschen Frauen haben derweil bereits drei Medaillen sicher. Nina Mittelham (Willich) sollte am Nachmittag im Halbfinale gegen Shan Xiaona (Düsseldorf) spielen und anschließend Sabine Winter (Kolbermoor) gegen die Österreicherin Sofia Polcanova. Der dritte Platz wird bei dem Turnier nicht ausgespielt.

Deutscher Tischtennis-Bund European Championships

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Asse Dimitrij Ovtcharov Düsseldorf München Timo Boll Tischtennis Titelkampf Wang Yang

European Championships: EM-Aus für Tischtennis-Asse Boll und Ovtcharov

Rekord-Europameister Timo Boll ist bei den Titelkämpfen in München auf dem Weg zu seinem neunten Einzel-Gold jäh gestoppt worden.

Rekord-Europameister Timo Boll ist bei den Titelkämpfen in München auf dem Weg zu seinem neunten Einzel-Gold jäh gestoppt worden.

Der 41 Jahre alte Ausnahmespieler verlor in München das Viertelfinale gegen seinen Team- und Düsseldorfer Vereinskollegen Dang Qiu unerwartet deutlich mit 0:4. Nach seinem 4:0-Erfolg am Vortag im Achtelfinale gegen den Slowaken Wang Yang kam das EM-Aus für Boll nach nur 28 Minuten.

Anschließend verpasste auch der Weltranglisten-Neunte Dimitrij Ovtcharov vom TTC Neu-Ulm das Halbfinale. Der Olympia-Dritte verlor im Viertelfinale gegen den Schweden Kristian Karlsson in 53 Minuten mit 2:4.

„Es war leider eine sehr deutliche Angelegenheit. Er hat super gespielt und verdient gewonnen. Ich hätte es gerne vor dieser tollen Kulisse knapper gemacht“, gestand Boll. Ein Karriereende ist mit dieser Niederlage jedoch nicht verbunden, beteuerte der 41-Jährige. „Auch wenn es sich immer so anhört: Ich höre noch nicht auf. So ein Spiel ist zäh, wenn es so deutlich ausgeht, aber ich habe immer noch viel Spaß am Tischtennis. Ich freue mich schon auf die nächste Trainingseinheit gegen Dang“, betonte er.

Die deutschen Frauen haben derweil bereits drei Medaillen sicher. Nina Mittelham (Willich) spielt am Nachmittag im Halbfinale gegen Shan Xiaona (Düsseldorf) und anschließend Sabine Winter (Kolbermoor) gegen die Österreicherin Sofia Polcanova. Der dritte Platz wird bei dem Turnier nicht ausgespielt.

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Düsseldorf München Timo Boll Titelkampf

Rekord-Europameister: EM-Aus für Boll im Viertelfinale: „Ich höre noch nicht auf“

Rekord-Europameister Timo Boll ist bei den Titelkämpfen in München auf dem Weg zu seinem neunten Einzel-Gold jäh gestoppt worden. Der 41 Jahre alte Ausnahmespieler verlor am Samstag in München das Viertelfinale gegen seinen Team- und Düsseldorfer Vereinskollegen Dang Qiu unerwartet deutlich mit 0:4. Nach seinem 4:0-Erfolg am Vortag im Achtelfinale gegen den Slowaken Wang Yang kam das EM-Aus für Boll nach nur 28 Minuten.

Rekord-Europameister Timo Boll ist bei den Titelkämpfen in München auf dem Weg zu seinem neunten Einzel-Gold jäh gestoppt worden. Der 41 Jahre alte Ausnahmespieler verlor am Samstag in München das Viertelfinale gegen seinen Team- und Düsseldorfer Vereinskollegen Dang Qiu unerwartet deutlich mit 0:4. Nach seinem 4:0-Erfolg am Vortag im Achtelfinale gegen den Slowaken Wang Yang kam das EM-Aus für Boll nach nur 28 Minuten.

„Es war leider eine sehr deutliche Angelegenheit. Er hat super gespielt und verdient gewonnen. Ich hätte es gerne vor dieser tollen Kulisse knapper gemacht“, gestand Boll. Ein Karriereende ist mit dieser Niederlage jedoch nicht verbunden, beteuerte der 41-Jährige. „Auch wenn es sich immer so anhört: Ich höre noch nicht auf. So ein Spiel ist zäh, wenn es so deutlich ausgeht, aber ich habe immer noch viel Spaß am Tischtennis. Ich freue mich schon auf die nächste Trainingseinheit gegen Dang“, betonte er.

Im Laufe des Tages spielt der Weltranglisten-Neunte Dimitrij Ovtcharov vom TTC Neu-Ulm gegen den Schweden Kristian Karlsson um den Einzug ins Halbfinale.

Die deutschen Frauen haben derweil bereits drei Medaillen sicher. Nina Mittelham (Willich) sollte am Nachmittag im Halbfinale gegen Shan Xiaona (Düsseldorf) spielen und anschließend Sabine Winter (Kolbermoor) gegen die Österreicherin Sofia Polcanova. Der dritte Platz wird bei dem Turnier nicht ausgespielt.

Deutscher Tischtennis-Bund European Championships

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Freistil Lukas Märten Rom Titelkampf

Titelkämpfe in Rom: Märtens schwimmt zu Gold bei EM – Bronze für Mühlleitner

Schwimmer Lukas Märtens ist Europameister über 400 Meter Freistil. Der Magdeburger kam am letzten Tag der EM-Beckenwettbewerbe in Rom auf 3:42,50 Minuten und verwies damit den Schweizer Antonio Djakovic um 1,43 Sekunden auf Rang zwei.

Schwimmer Lukas Märtens ist Europameister über 400 Meter Freistil. Der Magdeburger kam am letzten Tag der EM-Beckenwettbewerbe in Rom auf 3:42,50 Minuten und verwies damit den Schweizer Antonio Djakovic um 1,43 Sekunden auf Rang zwei.

Den deutschen Erfolg vervollständigte Henning Mühlleitner, der in 3:44,53 Minuten als Dritter Bronze holte. Märtens hatte zuvor bereits Silber über 800 Meter gewonnen. Bei den Weltmeisterschaften vor anderthalb Monaten in Budapest war er mit Silber über 400 Meter dekoriert worden. Vor dem Erfolg von Märtens hatte bereits dessen Lebensgefährtin Isabel Gose Gold über 400 Meter Freistil geholt.

„Ich hab das Rennen von Isabel gesehen und mir an ihr ein Beispiel genommen“, berichtete Märtens. „Ich habe mein Ding gemacht und wusste, dass ich auf den letzten Metern der Schnellste bin“, sagte der 20-Jährige.

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Bayern CSU Deutschland DOSB Joachim Herrmann Karla Borger München Olympia Olympiapark Olympische Spiele Sport Sportstätte Thomas Weikert Titelkampf

European Championships: Weist München den deutschen Weg zu Olympia?

Alle Neune für Olympia? Die European Championships in München zeigen: Deutschland kann Großereignisse organisieren. Die Sportler heben den Daumen, die Funktionäre bleiben reserviert.

Proppevolle Sportstätten, mitreißende Stimmung, begeisterte Sportler: Die European Championships in München mit gleich neun Titelkämpfen in elf Tagen haben mancherorts die Lust auf Olympische Spiele in Deutschland geweckt.

Auf Funktionärsebene aber reicht die Euphorie noch nicht aus, nach zahlreichen gescheiterten Bewerbungen einen erneuten Versuch zu wagen – zumal auch vonseiten der Bundespolitik ein eindeutiges Signal bislang fehlt.

Lediglich Bayerns Innen- und Sportminister Joachim Herrmann erklärte: „Die phänomenale Stimmung, die Begeisterung und die erfolgreiche, nachhaltige Organisation für die European Championships sind Ermutigung und Ansporn für weitere Wettbewerbe solcher Art.“ Das Wort Olympia nahm aber auch der CSU-Politiker nicht in den Mund.

DOSB-Präsident zurückhaltend

Für DOSB-Chef Thomas Weikert sind die Championships ein Baustein für eine neue Bewerbung. „Ich denke, man kann auch Olympische Spiele ausrichten, ohne einen Gigantismus zu haben. Hier ist eine sehr gute Veranstaltung mit neun Sportarten und man sieht, dass man darauf gut aufbauen kann“, sagte der Funktionär der Sportschau.

„Ich glaube, wir müssen ein bisschen die Kirche im Dorf lassen. Ich will nicht sagen, dass ich nicht gerne Olympia in Deutschland hätte – das wäre total genial. Aber ich denke, dass erst einmal andere Sachen geklärt werden müssen und einige Zielstellungen vielleicht auch formuliert werden müssen“, sagte Beachvolleyballerin Karla Borger, die auch Präsidentin des Vereins Athleten Deutschland ist. Man solle diesen Schwung lieber erstmal mit in die Vereine, in den Nachwuchs nehmen. „Das heißt ja noch nicht, dass dieser Sport jetzt angekommen ist in der Gesellschaft und akzeptiert ist, weil einmal die Hütte voll ist – und das soll nicht despektierlich klingen.“

Riesiges Publikumsinteresse in München

Im historischen Olympiapark hatten die Organisatoren zeitweise Mühe, den Publikumsandrang zu regulieren. „Es war natürlich der positiven Resonanz geschuldet. Aber dass der Olympiapark schließen muss, damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet“, sagte Tobias Kohler, Leiter der Stabstelle Kommunikation der Olympiapark GmbH, der „Rheinischen Post“. In der ausverkauften Olympiahalle bejubelten 9000 Menschen die goldenen Übungen von Emma Malewski und Elisabeth Seitz. Auf dem Königsplatz beim Klettern feierten 5000 Fans eine Party. Beim Straßenrennen feuerten offiziellen Angaben zufolge 110.000 Menschen die Radfahrer an, während am Bahnrad-Oval an allen Entscheidungstagen die knapp bemessenen 1700 Plätze besetzt waren.

„Das war richtig cool, es hat richtig Spaß gemacht. Man fährt über die Ziellinie und wenn man gewinnt, freuen sich die Leute halt, die stehen da und rufen den Namen, Deutschlandflaggen – ich habe jedes Mal Gänsehaut bekommen“, sagte Bahnrad-Weltmeisterin Emma Hinze, mit gleich drei Titeln einer der deutschen Stars von München. „Wahrscheinlich die beste Atmosphäre, in der ich je geklettert bin“, sagte der tschechische Szenestar Adam Ondra, der Bronze im Bouldern und Gold im Lead gewann.

Richard Ringer, zum Auftakt der Leichtathletik-Titelkämpfe Sieger im Marathon, gab sich wie andere deutsche Sportler als Fan der European Championships zu erkennen. „Bei den European Games sieht man ja, wie das Konzept funktioniert, wenn du nicht ganz so viele Sportarten aufeinander hast. Das ist ein Riesen-Event, das ist supertoll“, sagte der Rehlinger der dpa, gab aber auch zu bedenken: „Olympische Spiele in der heutigen Zeit, das ist schon echt enorm.“ Man müsse überlegen, warum das kaum einer mache, ergänzte der 33-Jährige.

Gescheiterte Olympia-Bewerbungen

Sieben gescheiterte Bewerbungen seit den Olympischen Spielen in München vor 50 Jahren haben die deutsche Sportführung zwar nicht mutlos, aber dennoch vorsichtig gemacht. Zuletzt war insbesondere die mangelnde Zustimmung in der Bevölkerung ausschlaggebend dafür, dass eine deutsche Olympia-Kandidatur fehlgeschlagen ist – nicht zuletzt wegen der enormen Kosten, die auf den Steuerzahler zukommen. Selbst das Multi-EM-Event in München verschlingt rund 100 Millionen Euro, für die ebenfalls zu einem großen Teil die öffentliche Hand aufkommt.

Als „nicht lukrativ“ bezeichnete Monika Schöne, Geschäftsführerin des Olympiaparks, das Großereignis im Deutschlandfunk. Die Veranstaltung finanziere sich über Ticketing-Einnahmen und Sponsoring, „aber der größte Batzen kommt letztendlich von den öffentlichen Zuschussgebern“. Je mehr Eintrittskarten verkauft würden, desto geringer falle der Zuschuss aus.

„Die European Championships sind eigentlich so eine Art Meilenstein zu weiteren Großveranstaltungen hier in Deutschland, weil man einfach wieder das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen musste, dass solche Großveranstaltungen möglich sind, dass die Leute auch mit dabei sind und das ist genau das, was wir vermitteln wollen“, sagte Schöne im Bayerischen Rundfunk.

DOSB-Chef Thomas Weikert kündigte an, dass der Dachverband sich mit dem Thema Olympia befassen werde. Bei der DOSB-Mitgliederversammlung im Dezember soll ein möglicher Prozess für eine Olympia-Bewerbung präsentiert werden. „Das heißt aber nicht, dass wir uns direkt bewerben“, sagte Weikert. Stattdessen solle transparent und ergebnisoffen mit allen Beteiligten und Betroffenen diskutiert werden, „ob und unter welchen Voraussetzungen eine erneute Bewerbung Deutschlands überhaupt Sinn macht. Oder eben nicht“, sagte Weikert der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“. Der Gigantismus der jüngeren Vergangenheit sei out, Nachhaltigkeit hingegen in. Mittlerweile habe auch der Letzte erkannt, „dass es keine megateuren Prachtbauten braucht, in denen wenige Jahre später Unkraut wuchert“.

Bündnis NOlympia weiter skeptisch

Das Bündnis NOlympia sieht trotz der Euphorie in München keine Grundlage für Olympische Spiele in Deutschland. „Die Rahmenbedingungen haben sich seit den letzten Bewerbungen nicht verändert: Das IOC (Internationale Olympische Komitee) ist immer noch das gleiche, inklusive Knebelverträge, die die finanziellen Risiken auf die Austragungsorte abwälzen nach dem Motto „Gewinne behalten wir, Verluste tragen die anderen““, sagte NOlympics-Sprecherin Katharina Schulze der dpa. Zudem betreibe das IOC eine massive Kommerzialisierung der Spiele. Dagegen stünden die European Championships für ein Konzept, welches auf Gigantomanie verzichte, die Wettkämpfe fügten sich gut in die Stadt ein, so Schulze.

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Bayern Berlin Bundesliga BVB Edin Terzic FC BAyern Fußball-Meisterschaft Hasan Salihamidzic Lothar Matthäus Sky Titelkampf

Bundesliga: Matthäus: Kein wahrer Bayern-Konkurrent im Titelkampf

Für Lothar Matthäus ist der Kampf um die deutsche Fußball-Meisterschaft schon nach zwei Spieltagen zu Gunsten des FC Bayern entschieden. „Ich sehe ehrlich gesagt keinen wahren Konkurrenten im Kampf um die Deutsche Meisterschaft“, schrieb der Ehrenspielführer der Nationalmannschaft in seiner Sky-Kolumne.

Für Lothar Matthäus ist der Kampf um die deutsche Fußball-Meisterschaft schon nach zwei Spieltagen zu Gunsten des FC Bayern entschieden. „Ich sehe ehrlich gesagt keinen wahren Konkurrenten im Kampf um die Deutsche Meisterschaft“, schrieb der Ehrenspielführer der Nationalmannschaft in seiner Sky-Kolumne.

Neben den Münchnern sind nur noch die Dortmunder mit zwei Siegen in die Bundesliga gestartet – und für den 61-jährigen Matthäus vielleicht der Bayern-Herausforderer. „Wenn überhaupt“, so Matthäus. Für den neuen BVB-Trainer Edin Terzic (39) gibt es ein Lob. „Er bringt das mit, was den Dortmundern gefehlt hat. Diese tiefe Identifikation, die von der Bank aus auf die Spieler überschwappt. So viel Leidenschaft und Liebe zu diesem Club strahlen aus ihm heraus, dass ich mir sicher bin, dass sie eine sehr gute Saison spielen werden.“

Bei Matthäus kommt aber auch Bayern-Trainer Julian Nagelsmann (35) genau wie Sportvorstand Hasan Salihamidzic (45) gut weg. „Ich gebe Hasan Salihamidzic die Note eins für seine Transfermarkt-Aktivitäten“, schrieb Matthäus und begründete die Notenvergabe so: „Weil ich möchte, dass er mich nach langer Zeit mal wieder auf einen Kaffee einlädt.“ Der Fußball-Experte spielte darauf an, dass er Salihamidzic im Frühjahr öffentlich in Frage gestellt hat. „Spaß beiseite“, meinte Matthäus, „die Einkäufe und Verkäufe, die Brazzo in dieser Transferperiode bis zum jetzigen Zeitpunkt getätigt hat, sind großartig.“

Nun sei der Bayern-Trainer gefordert, der den Konkurrenzkampf moderieren müsse. „Aber ich glaube, dass er dafür genau der Richtige ist. Er hat Fingerspitzengefühl, wird die richtigen Worte finden und außerdem sind es am Ende so viele Spiele, dass jeder zum Einsatz kommen wird“, erklärte Matthäus.

Matthäus-Kolumne

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1. FC Köln Anthony Modeste Borussia Dortmund Bundesliga BVB Dortmund Edin Terzic Freiburg Fußball-Bundesliga SC Freiburg Sébastien Haller Titelkampf Titelrennen Trump

Bundesliga: Modeste? Moukoko! Dortmunder Teenie-Trumpf im Titelkampf

Youssoufa Moukoko stiehlt Neuzugang Anthony Modeste beim BVB vorerst die Show. Der 17-Jährige könnte von dem Franzosen, der ihm im Sturm vor die Nase gesetzt wurde, sogar profitieren. Dortmunds Kampfgeist und ein weiterer „Gamechanger“ erfreuen Trainer Terzic ebenfalls.

Mit Temperament und Talent: Bei Borussia Dortmund wächst die Hoffnung, das Titelrennen in der Fußball-Bundesliga diese Saison endlich wieder spannender gestalten zu können. Auch dank eines Teenie-Trumpfs. Der erst 17-jährige Youssoufa Moukoko könnte eine entscheidende Rolle dabei spielen, den Ausfall von Mittelstürmer Sébastien Haller zu kompensieren. Eigentlich ist dafür in erster Linie Anthony Modeste vorgesehen, in der Form von Freitagabend ist aber auch Moukoko ein ganz großer Hoffnungsträger des Vizemeisters.

„Er ist ein Riesentalent“, lobte Modeste den Youngster, der beim hart erarbeiteten 3:1 (0:1)-Sieg beim SC Freiburg gerade mal 20 Minuten auf dem Platz stand, in diesen aber an allen drei Dortmunder Treffern beteiligt war. Ein Tor, zwei Vorlagen – der Joker hatte eindrucksvoll geliefert und dem doppelt so alten Modeste, der ihn aus der Startelf verdrängt und bei Anpfiff einen Großteil der Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte, glatt die Show gestohlen.

Modeste, erst wenige Tage zuvor als Ersatz für den wegen eines Hodentumors noch monatelang fehlenden Haller vom 1. FC Köln geholt, wird noch etwas Zeit brauchen, um voll in Dortmund anzukommen. Coach Edin Terzic sah „einen guten ersten Schritt“ des Neuen in Freiburg. Modeste bringt Körperlichkeit ins Spiel des BVB, soll seine Wucht sowohl offensiv als auch defensiv, zum Beispiel beim Verteidigen gegnerischer Standards, einsetzen. Natürlich auch Tore schießen. Nebenbei aber auch einem wie Moukoko etwas den Druck nehmen.

„Wenn du die Nummer 9 von Borussia Dortmund oder einem anderen großen Verein bist, spielst du auch immer mit einer Stoppuhr um den Hals“, hatte Terzic kürzlich gesagt. „Es wird immer wieder gezählt, wie viele Minuten du zuletzt nicht getroffen hast.“ Diese Last kann und soll der junge Moukoko nach dem Ausfall von Haller nicht alleine tragen. Der große, bullige Modeste will seinem kleinen, quirligen neuen Mitspieler „gerne Tipps geben“ und „helfen“, wie er betonte.

„Füreinander da zu sein“ ist Trainer Terzic bei seinen Schützlingen ja auch mit das Wichtigste. Wie sie sowohl beim 1:0-Auftaktsieg gegen Leverkusen als auch in Freiburg gekämpft haben, gefiel dem 39-Jährigen – und unterscheidet die aktuelle Borussia ein Stück weit auch von der der vergangenen Jahre. „Wir haben gefightet für den Trainer, für die Fans und für uns“, sagte Moukoko, nachdem der BVB die Optimalausbeute von sechs Punkten aus den ersten beiden Liga-Partien im Sack hatte. Am Ende habe man die Emotionen gesehen.

„Wir müssen Emotionen in unser Spiel kriegen“, sagte auch Verteidiger Nico Schlotterbeck. Der Nationalspieler tritt extrem leidenschaftlich auf. Gegen Ex-Club Freiburg hatte er für ein Foul an Ritsu Doan Gelb gesehen und sich sogar kurz mit seinem früheren Coach beim SC, Christian Streich, angelegt. Typen wie Schlotterbeck, der den Funken vom Rasen auf die Ränge und wieder zurück springen lässt, hatte Dortmund zuletzt nicht viele. Künftig sollen sie wieder ein entscheidendes Element sein – neben der spielerischen Klasse.

Die bringt neben dem technisch versierten Moukoko auch der 18-jährige Jamie Bynoe-Gittens mit. Ein „Gamechanger“ mit „unglaublichen Fähigkeiten, das Spiel zu beschleunigen und enge Situationen aufzulösen“ sei der Engländer, so BVB-Trainer Terzic. Bynoe-Gittens hatte bei seinem Tor zum 1:1 in Freiburg von einem schweren Fehler des SC-Keepers Mark Flekken profitiert, das Dortmunder Spiel nach seiner Hereinnahme in der 64. Minute insgesamt aber spürbar belebt. „Wenn das so weitergeht, hat er eine große Zukunft vor sich“, sagte Terzic – und hätte damit ohne Weiteres auch Moukoko meinen können.

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