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Absprache Brüssel Deutsche Presse-Agentur Europa Kriegseintritt Nato Russland Ukraine Waffenlieferung

Waffenlieferungen: Nato-Staaten: Durch Absprachen Krieg mit Russland verhindern

Ab welchem Punkt bei Waffenlieferungen sieht Russland einen Kriegseintritt anderer Staaten? Die Frage beschäftigt nicht nur die Öffentlichkeit in Europa – auch bei der Nato denkt man darüber nach.

Unter den Nato-Staaten gibt es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur informelle Absprachen zum Verzicht auf die Lieferung bestimmter Waffensysteme an die Ukraine.

Wie der dpa am Mittwoch in Bündniskreisen in Brüssel bestätigt wurde, soll dadurch das Risiko einer direkten militärischen Konfrontation zwischen Nato-Staaten und Russland möglichst gering gehalten werden. Befürchtet wird so zum Beispiel, dass Russland die Lieferung westlicher Kampfpanzer und Kampfflugzeuge offiziell als Kriegseintritt werten könnte und dann militärische Vergeltungsmaßnahmen ergreift. Waffensysteme dieser Art wurden bislang nicht in die Ukraine geliefert.

In Deutschland hatten zuletzt Aussagen der Parlamentarischen Staatssekretärin im Verteidigungsministerium, Siemtje Möller (SPD), für Diskussionen gesorgt. Sie sagte am Sonntag in der ZDF-Sendung «Berlin direkt» zu Waffenlieferungen, es sei innerhalb der Nato festgehalten, «dass keine Schützen- oder Kampfpanzer westlichen Modells geliefert werden».

Unionsfraktionsvize Johann Wadephul (CDU) kritisierte daraufhin am Mittwoch, dass die Bundesregierung eine solche Absprache bei den Beratungen im Bundestag zur Lieferung schwerer Waffen nicht erwähnt habe. «Entweder liegt das an einer skandalösen Unfähigkeit, die gepaart ist mit Schlamperei und Unwissenheit. Oder aber, und das wäre ein veritabler Skandal, der Deutsche Bundestag und die Öffentlichkeit werden mit immer neuen Pseudobegründungen hinter die Fichte geführt, um eine systematische Verzögerungsstrategie zu tarnen», sagte er dem Portal «Focus Online».

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Auto Bodensee Deutschland Europa Fahrzeug Friedrichshafen Sonntag

Autos: Tuning-Fans aus Europa treffen sich am Bodensee

Felgen, Folien, Fahrwerk: In Friedrichshafen dreht sich von Donnerstag an alles um getunte Wagen. Die Vorfreude der Szene auf die Messe Tuningworld ist nach der Pandemie-Zwangspause groß. Kritik an der Veranstaltung kommt aber vom Westufer des Bodensees.

Mehr als 1500 getunte Fahrzeuge sind von Donnerstag (10.00 Uhr) an bei der Messe Tuningworld Bodensee in Friedrichshafen zu sehen. Damit würden mehr Autos auf dem Gelände ausgestellt als je zuvor, sagte Projektleiter Dirk Kreidenweiß. Rund 850 Teilnehmer sowie Zehntausende Besucher aus Deutschland und anderen europäischen Ländern würden bis Sonntag erwartet.

«Nach zwei Jahren coronabedingter Pause spüren wir, dass die Fans der Messe auf den Restart warten», sagte Messe-Geschäftsführer Klaus Wellmann. Wegen des Andrangs rechne man mit vollen Straßen rund um Friedrichshafen.

Kritik an der Veranstaltung kam vom Konstanzer Oberbürgermeister Uli Borchardt. Nicht nur am Bodensee beschwerten sich Bürger seit Jahren «völlig zu Recht darüber, dass getunte, sinnlos laute Fahrzeuge Lärm in unsere Städte bringen», schrieb der CDU-Politiker auf Facebook. «Dass wir mit dieser Messe eine solche Szene und die zugehörige Industrie auch noch mit öffentlichen Mitteln fördern, halte ich persönlich für komplett falsch.»

Tuningworld-Projektleiter Kreidenweiß wies die Kritik zurück. «Die Tuner, die hier unterwegs sind, distanzieren sich ganz klar von Posern. Ein Fußballfan ist auch nicht automatisch ein Hooligan.» Den meisten Tunern seien ihre Autos «heilig», sagte Kreidenweiß. «Die stehen hauptsächlich in der Garage, weil daran gebastelt wird.»

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Bodo Ramelow Bukarest Bundesregierung Deutsche Presse-Agentur Deutschland Energiepartnerschaft Erfurt Europa Robert Habeck Rumänien Schwarze Meer Thüringen Ukraine

Energie: Ramelow: Rumänien bietet Energiepartnerschaft bei Gas an

Rumänien kann sich nach den Worten von Bundesratspräsident Bodo Ramelow (Linke) eine Energiepartnerschaft mit Deutschland vorstellen. Es gehe dabei um eine mögliche gemeinsame Erschließung von Gasfeldern im Schwarzen Meer, sagte Ramelow am Mittwoch zum Abschluss einer dreitägigen Reise nach Rumänien der Deutschen Presse-Agentur. Der Vorschlag sei bei einem Treffen vom rumänischen Ministerpräsidenten Nicolae-Ionel Ciucă in Bukarest gemacht worden. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sei darüber informiert.

Rumänien kann sich nach den Worten von Bundesratspräsident Bodo Ramelow (Linke) eine Energiepartnerschaft mit Deutschland vorstellen. Es gehe dabei um eine mögliche gemeinsame Erschließung von Gasfeldern im Schwarzen Meer, sagte Ramelow am Mittwoch zum Abschluss einer dreitägigen Reise nach Rumänien der Deutschen Presse-Agentur. Der Vorschlag sei bei einem Treffen vom rumänischen Ministerpräsidenten Nicolae-Ionel Ciucă in Bukarest gemacht worden. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sei darüber informiert.

Die Bundesregierung sucht als Konsequenz aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine Alternativen zu russischen Gaslieferungen. «Eine mögliche Energiepartnerschaft mit Rumänien löst unsere aktuellen Gasproblem nicht. Aber es könnte eine Alternative für die zweite Hälfte der 2020er Jahre sein», sagte Ramelow.

Thüringens Ministerpräsident besuchte Rumänien in seiner Funktion als diesjähriger Bundesratspräsident mit einer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation. Anlass war die Unterzeichnung des deutsch-rumänischen Freundschaftsvertrages vor 30 Jahren.

Aus europäischer Sicht sei es dringend notwendig, sich deutlicher an die Seite Rumäniens zu stellen, sagte Ramelow. Rumänien sei in einer Region mit vielen Konflikten ein Beispiel für eine gute Minderheitenpolitik, sagte Ramelow. Generell müssten Deutschland und Europa «stärker in den mittel- und osteuropäischen Raum schauen». Dieser Teil Europas dürfe nicht dem Einfluss des russischen Präsidenten Wladimir Putin überlassen werden. Rumänien gehört neben Kroatien und Bulgarien zu den jüngsten EU-Mitgliedstaaten.

Ramelow besuchte in Timişoara (Temeswar) Unternehmen, wo etwa 50.000 Menschen in Betrieben arbeiteten, die zu Unternehmen aus dem deutschen Sprachraum gehörten. Dort gebe es viele wirtschaftliche Anknüpfungspunkte, sagte Ramelow. Er habe bei seinen Gesprächen den Eindruck gewonnen, dass Rumänien Interesse am dualen Ausbildungssystem habe. Er könnte sich vorstellen, dass Fachleute aus Thüringen bei der Berufsausbildung in Rumänien unterstützen könnten.

Bei dem Besuch spielte laut Staatskanzlei auch die Städtepartnerschaft Geras mit Timişoara eine Rolle, das 2023 europäische Kulturhauptstadt sein werde. Kommendes Jahr gibt es ein Gemeinschaftsprojekt «Gurrelieder von Arnold Schönberg» des Theaters Altenburg Gera und der Filarmonica Banatul Timişoara.

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Europa Garching Künstliche Intelligenz München Rechenleistung Spitzenforschung

Forschung: Leibniz-Rechenzentrum in Garching bekommt KI-«Superchip»

Der weltweit größte Chip mit der höchsten Rechenleistung für Künstliche Intelligenz (KI) steht künftig der bayerischen Spitzenforschung zur Verfügung. Das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften teilte am Mittwoch mit, als erstes wissenschaftliches Rechenzentrum in Europa setze es auf die Wafer Scale Engine 2 – ein matt golden schimmernder Prozessor, der so groß ist wie ein Essteller. Darauf sind 2,6 Billionen Transistoren und 850.000 Rechenkerne, die speziell für KI-Verfahren entwickelt wurden.

Der weltweit größte Chip mit der höchsten Rechenleistung für Künstliche Intelligenz (KI) steht künftig der bayerischen Spitzenforschung zur Verfügung. Das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften teilte am Mittwoch mit, als erstes wissenschaftliches Rechenzentrum in Europa setze es auf die Wafer Scale Engine 2 – ein matt golden schimmernder Prozessor, der so groß ist wie ein Essteller. Darauf sind 2,6 Billionen Transistoren und 850.000 Rechenkerne, die speziell für KI-Verfahren entwickelt wurden.

Die Computerarchitektur ermögliche, größte Datenmengen mit Machine-Learning-Methoden zu verarbeiten. Mögliche Anwendungen seien die medizinische Bildverarbeitung oder die Strömungsmechanik in der Luft- und Raumfahrttechnik. «Aktuell beobachten wir, dass sich der KI-Rechenbedarf unserer Nutzerinnen und Nutzer alle drei bis vier Monate verdoppelt», sagte Professor Dieter Kranzlmüller, Leiter des LRZ. Die Integration von Prozessoren, Speichern und Netzwerken auf einem einzigen Chip ermögliche Hochleistung und Tempo. «Das verspricht deutlich mehr Effizienz bei der Datenverarbeitung und somit schneller bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse.»

Das Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ist IT-Dienstleister der Münchner Universitäten und bayerischen Hochschulen sowie Kooperationspartner wissenschaftlicher Einrichtungen in Europa. Der bayerische Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) sagte: «Der neue Superchip des LRZ ist der bis dato größte weltweit und wird der bayerischen Spitzenforschung neue Wege öffnen. Mit ihm stärken wir nachhaltig den KI-Standort Bayern.»

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Europa Garching Künstliche Intelligenz München Raumfahrttechnik Rechenleistung

Künstliche Intelligenz: Leibniz-Rechenzentrum in Garching bekommt KI-«Superchip»

In der medizinischen Forschung oder auch in der Luft- und Raumfahrttechnik: In vielen Bereichen steigt der Bedarf an Rechenkapazität immer weiter. Ein «Superchip» soll Abhilfe schaffen …

Der weltweit größte Chip mit der höchsten Rechenleistung für Künstliche Intelligenz (KI) steht künftig der bayerischen Spitzenforschung zur Verfügung.

Das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften teilte mit, als erstes wissenschaftliches Rechenzentrum in Europa setze es auf die Wafer Scale Engine 2 – ein matt golden schimmernder Prozessor, der so groß ist wie ein Essteller. Darauf sind 2,6 Billionen Transistoren und 850.000 Rechenkerne, die speziell für KI-Verfahren entwickelt wurden.

Die Computerarchitektur ermögliche, größte Datenmengen mit Machine-Learning-Methoden zu verarbeiten. Mögliche Anwendungen seien die medizinische Bildverarbeitung oder die Strömungsmechanik in der Luft- und Raumfahrttechnik. «Aktuell beobachten wir, dass sich der KI-Rechenbedarf unserer Nutzerinnen und Nutzer alle drei bis vier Monate verdoppelt», sagte Professor Dieter Kranzlmüller, Leiter des LRZ. Die Integration von Prozessoren, Speichern und Netzwerken auf einem einzigen Chip ermögliche Hochleistung und Tempo. «Das verspricht deutlich mehr Effizienz bei der Datenverarbeitung und somit schneller bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse.»

Das Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ist IT-Dienstleister der Münchner Universitäten und bayerischen Hochschulen sowie Kooperationspartner wissenschaftlicher Einrichtungen in Europa. Der bayerische Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) sagte: «Der neue Superchip des LRZ ist der bis dato größte weltweit und wird der bayerischen Spitzenforschung neue Wege öffnen. Mit ihm stärken wir nachhaltig den KI-Standort Bayern.»

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Apple Deutschland Europa Marktforschungsunternehmen München Software

Studie: 400.000 Jobs in Deutschland hängen am App-Store von Apple

In Europa sollen Konzerne wie Apple in ihre Schranken verwiesen werden sollen. Der iPhone-Hersteller verweist zugleich auf die Bedeutung der App-Ökonomie.

In Deutschland hängen immer mehr Jobs am App-Store von Apple. Nach einer Studie eines Marktforschungsunternehmens stehen mehr als 400.000 Arbeitsplätze in den Bereichen Software-Entwicklung, Vertrieb, Design und anderen Aufgabenfeldern in direkter Verbindung mit dem App-Store.

Im Vergleich zu 2020 sei die Zahl der Jobs um elf Prozent gestiegen, so die Studie des Progressive Policy Institute. Die Zuwachszahlen aus Europa liegen leicht unter den Werten aus Deutschland. Hier registrierten die Marktforscher ein Plus um sieben Prozent auf 2,2 Millionen Arbeitsplätze. Die Studie wurde von Apple in Auftrag gegeben.

Das Wachstum der App-Ökonomie im Apple-Umfeld ist vor allem auf den Erfolg kleinerer Software-Entwickler zurückzuführen. Sie hängen beim Umsatzwachstum inzwischen die großen Softwarekonzerne ab. Das geht aus einer zweiten Studie der US-Wirtschaftsberatungsfirma Analysis Group hervor, die von Apple in Auftrag gegeben wurde. In diesem Segment sei der Umsatz in den vergangenen zwei Jahren um 113 Prozent gestiegen. Die Zuwachsrate habe den Wert der großen Entwicklerfirmen um mehr als das Doppelte übertroffen.

Konkurrenz für Apple?

Als kleine Softwareentwickler gelten dabei Firmen mit einem Jahresumsatz von bis zu eine Million US-Dollar und weniger als eine Million Downloads im Jahr. Kleinere Entwickler aus Deutschland profitierten allerdings unterdurchschnittlich von den Erlössteigerungen. Während in Frankreich die Umsätze der kleineren Entwicklerfirmen im Zeitraum 2019 bis 2021 um 122 Prozent und in den USA um 118 Prozent zulegten, betrug das Plus in Deutschland 75 Prozent.

Die Hinweise von Apple auf die ökonomische Bedeutung erfolgen vor dem Hintergrund des kommenden europäischen Gesetzes über digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA). Der DMA wird derzeit im sogenannten Trilog zwischen EU-Parlament und Rat verhandelt. Auf die Grundsätze hatte sich das EU-Parlament und die europäischen Staaten bereits Ende März geeinigt. Danach können «Gatekeeper» wie Apple dazu gezwungen werden, auch alternative App-Stores zuzulassen.

Außerdem sieht der DMA-Entwurf vor, dass iPhone-Anwender in die Lage versetzt werden müssen, Apps direkt aus dem Internet installieren zu können. Apple sieht darin eine Gefährdung der Userinnen und User. Dieser Schritt werde böswilligen Akteuren die Möglichkeit geben, die umfassenden Sicherheitsvorkehrungen von Apple zu umgehen, sagte Apple-Chef Tim Cook.

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Amerika Babynahrung Donald Trump Europa Fox News Joe Biden Krise Milchpulver Militär New York Oberster Gerichtshof Republikaner Ukraine USA Wahlkampf

Milchpulver-Krise: Verzweifelte Eltern. Ein angeblich untätiger Präsident. Mit der Milchpulver-Krise wittern die Republikaner ihre große Chance

Was unmöglich schien im Land der Vielfalt, ist für Säuglings-Eltern Realität: leere Regale bei Milchpulver. Präsident Biden hat nun das Militär um Hilfe gerufen, während Republikaner seine angebliche Unfähigkeit anprangern. Der Wahlkampf hat endgültig begonnen.

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Affenpocken CDC COVID - 19 Europa Impfung Pocken Pockenimpfstoff Pockenimpfung STIKO Virus Weltgesundheitsorganisation WHO

Virusinfektion: Affenpocken-Ausbruch – wie sinnvoll eine Impfung für die ganze Bevölkerung ist

Viele Erwachsene tragen noch die Narbe der Pockenimpfung am Oberarm. Einige Länder haben sich nun mit Pockenimpfstoff ausgerüstet. Doch eine Impfung ist nur in bestimmten Fällen sinnvoll.

Bis heute zeugt die Narbe am Oberarm vieler Erwachsener davon: 1967 startete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine weltweite Impfkampagne gegen Pocken, im Zuge derer Milliarden geimpft wurden. Es war der Anfang vom Ende der auch Blattern genannten Krankheit. Sie hatte zuvor jahrtausendelang gewütet. Selbst bei ägyptischen Mumien fanden sich pockenähnliche Hautausschläge. Drei von zehn Infizierten starben nach Angaben der US-Seuchenschutzbehörde CDC. Überlebende blieben oft durch Narben gezeichnet. Bereits 1980 erklärte die WHO die Ausrottung der Pocken, der letzte natürliche Fall wurde drei Jahre zuvor erfasst.

Seit dem Ende von Pockenimpfungen – die Pflicht zur Erstimpfung wurde etwa in der BRD 1976 und in der DDR 1982 aufgehoben – sind allerdings immer weniger Menschen gegen das Variolavirus immun, das die Pocken hervorruft. Mit der derzeit ungewöhnlichen Häufung von Affenpockenfällen in westlichen Ländern durch einen verwandten Erreger stellt sich nach der Erfahrung mit Covid-19 die Frage: Braucht es nun erneut eine breite Impfkampagne oder reicht das bei bestimmten Gruppen?

PAID Affenpocken FAQ 15.16

Keine spezielle Impfung gegen Affenpocken zugelassen

Speziell gegen Affenpocken gibt es in Europa keine zugelassenen Impfstoffe. Allerdings nehmen Fachleute an, dass herkömmliche Pockenimpfstoffe einen gewissen Schutz bieten. Diese haben eine sehr lange Geschichte. Die erste gut belegte erfolgreiche Impfung gelang dem englischen Landarzt Edward Jenner 1796 gegen Pocken: Er verabreichte einem Jungen zunächst Kuhpockenviren, einen mit den Pocken verwandten Erreger, der weniger schwer krank macht. Einige Zeit später setzte Jenner das Kind mehrfach dem Pockenvirus aus – und es ging gut, der Junge erkrankte nicht daran. Chinesischen Quellen zufolge gibt es Formen und Versuche der Pocken-Immunisierung aber schon viel länger, heißt es in einem Konferenzbericht zur Ausrottung der Pocken – seit mindestens 1000 Jahren.

Auch nach der Ausrottung rückte die Pockengefahr noch einmal ins Bewusstsein: Durch den Anschlag auf das World Trade Center in den USA legten viele Länder aus Furcht vor Bioterrorismus Vorräte mit Pockenimpfstoff an. Vermehrungsfähige echte Menschenpockenviren lagern in den USA und in Russland, wie der Virologe Norbert Nowotny vom Institut für Virologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien sagte. „Rückblickend muss man aber festhalten, dass die Ängste vor Bioterrorismus nach 2001 irrational waren. Der Einsatz von Pocken als Waffe wäre schließlich überhaupt nicht kontrollierbar.“

Die Bundesregierung hat laut einem Bericht für den Gesundheitsausschuss des Bundestages etwa 100 Millionen Dosen Pockenimpfstoff eingelagert. Dieses Vakzin sei wegen zu erwartender Nebenwirkungen jedoch nicht zum Einsatz gegen Affenpocken geeignet, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach.

„Der ältere Pockenimpfstoff hat viele Nebenwirkungen, zudem enthält er vermehrungsfähige Viren, die sich im Körper von immungeschwächten Menschen ausbreiten könnten“, sagte Stefan Kaufmann, emeritierter Direktor am Berliner Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie. Nach den Worten des Wiener Facharztes für Impfen und Reisemedizin Herwig Kollaritsch wäre heutzutage etwa ein Viertel der Bevölkerung wegen Gegenanzeigen wie Immunschwächen nicht mehr damit impfbar.

Affenpocken gleichgeschlechtlicher Sex, 19.15

Neuer Pockenimpfstoff verträglicher

Daneben gibt es noch einen neueren Pockenimpfstoff, der auf einer Weiterentwicklung durch den Mikrobiologen Anton Mayr in den 1960er Jahren in Bayern basiert: Dabei werde ein im Labor abgeschwächtes Impfvirus genutzt, um eine Immunantwort gegen Pocken zu erzeugen, sagte Kollaritsch. Fachleute sprechen kurz von MVA-Impfung (MVA: Modifiziertes Vacciniavirus Ankara).

„Diese Impfung wurde in den 1960ern eine Zeit lang verwendet, aber nie in großem Stil. Sie ist besser verträglich, das Virus nicht mehr vermehrungsfähig“, sagte Kollaritsch, der Mitglied des österreichischen Pendants zur Ständigen Impfkommission (Stiko) ist. Es bilde sich auch keine Impfnarbe. Er sieht bei dem Vakzin das Problem einer recht ungewissen Impfeffektivität in der Praxis angesichts der ausgerotteten Krankheit. „Man kann aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von einem Schutz ausgehen.“

Das seit 2013 in der EU für Erwachsene gegen Pocken zugelassene MVA-Vakzin heißt Imvanex und kommt von der deutsch-dänischen Firma Bavarian Nordic. In den Vereinigten Staaten ist es bereits gegen Affenpocken zugelassen. Die WHO wies kürzlich darauf hin, dass es nicht flächendeckend verfügbar sei. Britische Gesundheitsbehörden haben jüngst nach Angaben der UK Health Security Agency mehr als 1000 Dosen davon an Kontaktpersonen von Affenpocken-Infizierten verabreicht.

Auch Deutschland sorgt für den Fall vor, dass solche sogenannten Ringimpfungen bei Kontakten von Erkrankten notwendig werden sollten: Lauterbach kündigte am Dienstag die prophylaktische Bestellung von bis zu 40.000 Dosen Imvanex an. Konkrete Pläne, diesen auch zu verwenden, gebe es noch nicht. „Wir könnten diesen Impfstoff, sollte es notwendig werden, unmittelbar einsetzen“, sagte Lauterbach.

Impfung gegen Affenpocken nur für Personen mit hohem Risiko sinnvoll

In dem neueren Impfstoff sieht Kollaritsch allenfalls ein Instrument, um Menschen zu impfen, die ein hohes Risiko haben, dem Erreger ausgesetzt zu sein. Als Beispiel nennt er das Personal spezieller Isolierstationen, die Infizierte versorgen. „Für die breite Bevölkerung wäre diese Impfung Unfug. Affenpocken sind wesentlich harmloser als die Pocken und infektionsepidemiologisch von viel geringerer Bedeutung. Wir müssen auch bedenken, dass eine sehr gute Therapie für Infizierte verfügbar ist.“

Auch Virologe Nowotny betonte: „Es gibt einen Riesenunterschied zwischen Affenpocken und Corona. Das wird diesmal keine Pandemie. Ich gehe davon aus, dass der Spuk in einigen Wochen bis wenigen Monaten vorbei ist.“ Der Erreger der Affenpocken sei ein DNA-Virus – das heiße, es sei sehr viel träger als Sars-CoV-2 und mutiere kaum. Varianten werde man daher nicht so schnell sehen. Er nehme auch nicht an, dass Impfstoffe speziell an Affenpocken angepasst werden müssen. Die Mortalität bei dem bisher bei der Häufung in Europa nachgewiesenen westafrikanischen Stamm der Affenpocken betrage in der Literatur ein Prozent: „In westlichen Ländern ist aber von geringeren Werten auszugehen.“

Der Leiter der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, sagte kürzlich im SWR: „Ich glaube nicht, dass es jetzt Sinn macht, sich Gedanken darüber zu machen, die ganze Bevölkerung im Augenblick gegen Pocken zu impfen.“

Das Robert Koch-Institut (RKI) hielt fest, dass nach derzeitigem Wissen ein enger Kontakt für eine Erreger-Übertragung erforderlich sei, „deshalb kann gegenwärtig davon ausgegangen werden, dass der Ausbruch begrenzt bleibt“. Empfohlen wird Isolierung beziehungsweise Quarantäne für Infizierte und ihre engen Kontakte. Kontakte von Infizierten müssen aus Expertensicht genau nachverfolgt werden. Das kann aber herausfordernd werden: Die Inkubationszeit beträgt laut RKI 5 bis 21 Tage. Menschen mit mehreren Sexualpartnern haben nach RKI-Einschätzung eine höhere Infektionsgefahr als andere. Gerade bei ihnen dürften auch anonyme Kontakte eine Rolle spielen.

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Coronavirus Deutschland Douglas Düsseldorf Europa Feierlaune Inflation Parfümeriekette Tina Müller Ukrainekrieg

Kosmetik: Douglas profitiert von der wachsenden Feierlaune in Europa

Das Geschäft der größten deutschen Parfümeriekette leidet zur Zeit noch nicht unter der hohen Inflation und dem Ukrainekrieg. Bei den Kunden überwiegt die Freude, endlich wieder feiern zu können.

Deutschlands größte Parfümeriekette Douglas profitiert nach dem Ende der meisten Corona-Auflagen von der wachsenden Feierlaune in Europa. «Man merkt, dass die Partys zurück sind», sagte Douglas-Chefin Tina Müller.

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 – also von Januar bis März – lagen die Umsätze des Beauty-Konzerns mit 719 Millionen Euro um 30,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Auch die Sorge über die hohe Inflation und der Ukrainekrieg hätten die Bereitschaft, wieder mehr für die eigene Schönheit auszugeben, bislang nicht dämpfen können, sagte Müller. Von einer Kaufzurückhaltung oder einem Umschwenken der Kunden auf billigere Produkte habe Douglas im 2. Quartal nichts gespürt. Der Nachholeffekt nach der Coronazeit und die Freude an sozialen Kontakten überlagerten offenbar bislang die Auswirkungen der aktuellen Krisen.

Bei Douglas selbst halten sich die Preiserhöhungen wegen der lang laufenden Verträge mit den Lieferanten nach Unternehmensangaben derzeit noch im «normalen Rahmen». Doch spüre auch die Parfümeriekette hier und da die Lieferprobleme der Hersteller. Weil es etwa an Pumpen bei den Parfümes oder an Glastiegeln fehle, seien öfter als sonst Produkte nicht lieferbar.

Werbestrategie mit bekannter Musikerin

Ein Comeback erlebten im ersten Quartal vor allem die Douglas-Filialen, die ihre Umsätze im Vergleich zu dem vom Lockdown stark beeinflussten Vorjahresquartal um 81 Prozent steigern konnten. Die Online-Umsätze gingen dagegen um 14 Prozent zurück. «Wir sehen nun nach Ende der Lockdowns, wie die Umsatzverhältnisse zwischen Online- und Filialgeschäft beginnen, sich neu einzupendeln, sagte Müller. Doch sei der E-Commerce-Umsatz auch im 2. Quartal doppelt so hoch gewesen wie vor der Pandemie.

Das operative Konzernergebnis (bereinigtes Ebitda) stieg um 16,5 Millionen Euro auf 25 Millionen Euro. Unter dem Strich musste Douglas nicht zuletzt wegen der Restrukturierungskosten für das Spaniengeschäft jedoch einen Verlust von 102 Millionen Euro ausweisen.

Wachstumsimpulse erwartet Douglas von der Übernahme der niederländischen Onlineapotheke Disapo. Seit April bietet das Tochterunternehmen im Douglas-Onlineshop Apotheken-Kosmetik und rezeptfreie Produkte an. Außerdem sicherte sich Douglas europaweit die Exklusivrechte für das Parfüm der US-Musikerin Billie Eilish und hofft auf gute Geschäfte damit. Die Nachfrage nach Celebrity-Produkten sei groß, sagte Müller.

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Coronavirus Deutschland Douglas Düsseldorf Europa Feierlaune Inflation Parfümeriekette Tina Müller Ukrainekrieg

Kosmetik: Douglas profitiert von der wachsenden Feierlaune in Europa

Das Geschäft der größten deutschen Parfümeriekette leidet zur Zeit noch nicht unter der hohen Inflation und dem Ukrainekrieg. Bei den Kunden überwiegt die Freude, nach den Corona-Auflagen endlich wieder feiern zu können.

Deutschlands größte Parfümeriekette Douglas profitiert nach dem Ende der meisten Corona-Auflagen von der wachsenden Feierlaune in Europa. «Man merkt, dass die Partys zurück sind», sagte Douglas-Chefin Tina Müller am Mittwoch in Düsseldorf. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 – also von Januar bis März – lagen die Umsätze des Beauty-Konzerns mit 719 Millionen Euro um 30,7 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Auch die Sorge über die hohe Inflation und der Ukrainekrieg hätten die Bereitschaft, wieder mehr für die eigene Schönheit auszugeben, bislang nicht dämpfen können, sagte Müller. Von einer Kaufzurückhaltung oder einem Umschwenken der Kunden auf billigere Produkte habe Douglas im 2. Quartal nichts gespürt. Der Nachholeffekt nach der Coronazeit und die Freude an sozialen Kontakten überlagerten offenbar bislang die Auswirkungen der aktuellen Krisen.

Bei Douglas selbst halten sich die Preiserhöhungen wegen der lang laufenden Verträge mit den Lieferanten nach Unternehmensangaben derzeit noch im «normalen Rahmen». Doch spüre auch die Parfümeriekette hier und da die Lieferprobleme der Hersteller. Weil es etwa an Pumpen bei den Parfümes oder an Glastiegeln fehle, seien öfter als sonst Produkte nicht lieferbar.

Ein Comeback erlebten im ersten Quartal vor allem die Douglas-Filialen, die ihre Umsätze im Vergleich zu dem vom Lockdown stark beeinflussten Vorjahresquartal um 81 Prozent steigern konnten. Die Online-Umsätze gingen dagegen um 14 Prozent zurück. «Wir sehen nun nach Ende der Lockdowns, wie die Umsatzverhältnisse zwischen Online- und Filialgeschäft beginnen, sich neu einzupendeln, sagte Müller. Doch sei der E-Commerce-Umsatz auch im 2. Quartal doppelt so hoch gewesen wie vor der Pandemie.

Das operative Konzernergebnis (bereinigtes Ebitda) stieg um 16,5 Millionen Euro auf 25 Millionen Euro. Unter dem Strich musste Douglas nicht zuletzt wegen der Restrukturierungskosten für das Spaniengeschäft jedoch einen Verlust von 102 Millionen Euro ausweisen.

Wachstumsimpulse erwartet Douglas von der Übernahme der niederländischen Onlineapotheke Disapo. Seit April bietet das Tochterunternehmen im Douglas-Onlineshop Apotheken-Kosmetik und rezeptfreie Produkte an. Außerdem sicherte sich Douglas europaweit die Exklusivrechte für das Parfüm der US-Musikerin Billie Eilish und hofft auf gute Geschäfte damit. Die Nachfrage nach Celebrity-Produkten sei groß, sagte Müller.

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