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„Geschichten, die zählen“: 100 Opfer berichten im Netz über sexuellen Missbrauch als Kind

Sexueller Missbrauch von Kindern galt lange als Tabuthema. Auf dem Internetportal „Geschichten, die zählen“ melden sich nun 100 ehemalige Opfer zu Wort. Sie wollen mit ihren Berichten anderen Betroffenen Mut machen. 

Die Berichte sind bedrückend, oft auch verstörend. Sie handeln von zum Teil massiver Gewalt gegen Kinder, sexuellem Missbrauch in verschiedenen Formen, Vertrauensbrüchen und andauernder Hilflosigkeit. 100 inzwischen erwachsene Menschen berichten, was ihnen als Kind angetan wurde. Veröffentlicht wurden sie am Mittwoch von der seit 2016 arbeitenden Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs auf einer neuen Internetseite mit dem Titel: „Geschichten, die zählen“.

Täter kommen oft aus dem nahen Umfeld

Die Namen der Opfer aus den vergangenen Jahrzehnten und beiden deutschen Staaten sind geändert, aber die Ereignisse real. Von Übergriffen, Schlägen und Vergewaltigungen vor allem durch Männer in Familien, Heimen, Sportvereinen, Schulen und Kirchengemeinden berichten sie.

„An diesem Tag ging meine Kindheit zu Ende, ein absoluter Alptraum begann“, schreibt Irina über ihre Jugend Anfang der 80er Jahre in einem Dorf in der DDR. Ihr Vater ließ sie mit zwölf Jahren nackt tanzen und schlug sie mit einem Gürtel. Ihr Bruder missbrauchte und verkaufte sie. „Ich werde dieses Bild nie vergessen, als sein Freund ihm Geld und eine Schachtel Zigaretten gab. Von jenem Tag an, wurde ich regelmäßig zur Ware. Sie haben mir sehr wehgetan und mir meine Würde genommen.“

Später schickten ihre Eltern sie zu einem Bekannten, der ein Auto hatte und in den Wald fuhr. „Niemand kann es erahnen, was es für ein 15-jähriges Mädchen bedeutet, allein einem erwachsenen Mann ausgeliefert zu sein. Vier Jahre lang wurde ich gezwungen mit ihm mitzufahren.“

Täter sind überwiegend Männer

Eine andere Frau erzählt von dem Klassenlehrer, der sich Ende der 70er Jahre Schülerinnen hinter seinen Schreibtisch auf den Schoß holte. „Dabei ist er mit seinen Fingern in den Schlüpfer gegangen und hat uns an der Scheide angefasst.“ Die Mädchen hätten nie darüber gesprochen. „Lehrer waren damals Respektspersonen, und ich wäre nie auf die Idee gekommen, dies meinen Eltern zu erzählen. Ich dachte nicht, dass irgendjemand mir geglaubt hätte.“

STERN PAID Kindesmissbrauch Münster Mutter Prozess 20.30Nach einer früheren Studie der Kommission zur Missbrauchsaufarbeitung die von der Bundesregierung einberufen wurde, waren die Täter ganz überwiegend Männer. Nur 13 Prozent waren Frauen. Fast die Hälfte dieser Männer waren leibliche Väter, Pflegeväter und Stiefväter. Dann gab es andere Verwandte, Nachbarn, Erzieher, Betreuer, Sporttrainer und Pfarrer. Bei den Opfern waren die Zahlenverhältnisse umgekehrt: Knapp 90 Prozent waren Mädchen, 10 Prozent Jungen, die meist Pädophilen ausgeliefert waren.

Johann erinnerte sich erst mit über 50 Jahren konkret zurück an seine Kindheit in einer Klosterschule mit einem „brutalen Regiment“ in den 60er Jahren in Westdeutschland. „Mit elf Jahren, 300 Kilometer von zu Hause entfernt (…), wurde ich in der Kirche, nachts und nur mit einem Messdienergewand bekleidet, vergewaltigt. Wer der Täter war, weiß ich bis heute nicht.“ Im Beichtstuhl hieß es danach, das „Ritual“ müsse ein Beichtgeheimnis bleiben, bei Strafe der ewigen Verdammnis.

Sexueller Missbrauch tritt in vielen Formen auf

Der sexuelle Missbrauch ist unterschiedlich. Mal sind es sich wiederholende Berührungen, die die Täter als harmlos beschreiben. Von den Opfern werden sie als grenzüberschreitend und verstörend erlebt. Aber die Berichte handeln auch von brutalen Fesselungen und Vergewaltigungen.

Das Vorgehen der Täter ist unterschiedlich. Manche erschleichen sich die Sympathie und das Vertrauen ihrer Opfer, dann werden Fotos gemacht oder es beginnen Berührungen. In Familien geht es oft direkter zu. Die Kinder können diesem Missbrauch noch schwerer entkommen, weil die Familie sich nach außen abschottet.

Die meisten Opfer machten die Erfahrung, dass sie allein gelassen wurden. Mütter schwiegen, um die Familien zu erhalten. Schulbehörden und Lehrer sahen weg. Die Kirche in Westdeutschland versetzte auffällige Pfarrer – und ignorierte die Opfer. Die Jugend- und Sportorganisationen in der DDR leugneten die Vorkommnisse.

Über die tatsächliche Verbreitung sexueller Gewalt gibt es angesichts hoher Dunkelziffern wenig verlässliche Daten. Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen von 2011 ergab, dass rund 7 Prozent der befragten Frauen und 1,5 Prozent der befragten Männer über frühere Erfahrungen als Opfer berichteten.Prinz Andrew FS 18.00

Berichte sollen bei Verarbeitung helfen

Die zunächst ausgewählten 100 Berichte auf dem neuen Portal lassen sich auswählen und sortieren nach dem Umfeld der Taten, den Jahrzehnten von 1950 bis zur Gegenwart, Bundesrepublik oder DDR und dem Geschlecht der Opfer. Weitere Schilderungen sollen folgen. Bei der Kommission meldeten sich bis heute fast 3000 Betroffene und Zeitzeugen.

„Nichts ist eindrücklicher als die Berichte der Betroffenen selbst“, begründete Brigitte Tilmann von der Aufarbeitungskommission das Projekt. „Nur so werden hinter dem Begriff Missbrauch die konkreten Erfahrungen der sexuellen Gewalt sichtbar.“ Viele Opfer hätten geschrieben, sie wollten mit ihrem Bericht anderen Betroffenen Mut machen. Wichtig sei die Botschaft, nicht alleine zu sein mit den Erfahrungen.

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„Geschichten, die zählen“: 100 Opfer berichten im Netz über sexuellen Missbrauch als Kind

Sexueller Missbrauch von Kindern galt lange als Tabuthema. Auf dem Internetportal „Geschichten, die zählen“ melden sich nun 100 ehemalige Opfer zu Wort. Sie wollen mit ihren Berichten anderen Betroffenen Mut machen. 

Die Berichte sind bedrückend, oft auch verstörend. Sie handeln von zum Teil massiver Gewalt gegen Kinder, sexuellem Missbrauch in verschiedenen Formen, Vertrauensbrüchen und andauernder Hilflosigkeit. 100 inzwischen erwachsene Menschen berichten, was ihnen als Kind angetan wurde. Veröffentlicht wurden sie am Mittwoch von der seit 2016 arbeitenden Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs auf einer neuen Internetseite mit dem Titel: „Geschichten, die zählen“.

Täter kommen oft aus dem nahen Umfeld

Die Namen der Opfer aus den vergangenen Jahrzehnten und beiden deutschen Staaten sind geändert, aber die Ereignisse real. Von Übergriffen, Schlägen und Vergewaltigungen vor allem durch Männer in Familien, Heimen, Sportvereinen, Schulen und Kirchengemeinden berichten sie.

„An diesem Tag ging meine Kindheit zu Ende, ein absoluter Alptraum begann“, schreibt Irina über ihre Jugend Anfang der 80er Jahre in einem Dorf in der DDR. Ihr Vater ließ sie mit zwölf Jahren nackt tanzen und schlug sie mit einem Gürtel. Ihr Bruder missbrauchte und verkaufte sie. „Ich werde dieses Bild nie vergessen, als sein Freund ihm Geld und eine Schachtel Zigaretten gab. Von jenem Tag an, wurde ich regelmäßig zur Ware. Sie haben mir sehr wehgetan und mir meine Würde genommen.“

Später schickten ihre Eltern sie zu einem Bekannten, der ein Auto hatte und in den Wald fuhr. „Niemand kann es erahnen, was es für ein 15-jähriges Mädchen bedeutet, allein einem erwachsenen Mann ausgeliefert zu sein. Vier Jahre lang wurde ich gezwungen mit ihm mitzufahren.“

Täter sind überwiegend Männer

Eine andere Frau erzählt von dem Klassenlehrer, der sich Ende der 70er Jahre Schülerinnen hinter seinen Schreibtisch auf den Schoß holte. „Dabei ist er mit seinen Fingern in den Schlüpfer gegangen und hat uns an der Scheide angefasst.“ Die Mädchen hätten nie darüber gesprochen. „Lehrer waren damals Respektspersonen, und ich wäre nie auf die Idee gekommen, dies meinen Eltern zu erzählen. Ich dachte nicht, dass irgendjemand mir geglaubt hätte.“

STERN PAID Kindesmissbrauch Münster Mutter Prozess 20.30Nach einer früheren Studie der Kommission zur Missbrauchsaufarbeitung die von der Bundesregierung einberufen wurde, waren die Täter ganz überwiegend Männer. Nur 13 Prozent waren Frauen. Fast die Hälfte dieser Männer waren leibliche Väter, Pflegeväter und Stiefväter. Dann gab es andere Verwandte, Nachbarn, Erzieher, Betreuer, Sporttrainer und Pfarrer. Bei den Opfern waren die Zahlenverhältnisse umgekehrt: Knapp 90 Prozent waren Mädchen, 10 Prozent Jungen, die meist Pädophilen ausgeliefert waren.

Johann erinnerte sich erst mit über 50 Jahren konkret zurück an seine Kindheit in einer Klosterschule mit einem „brutalen Regiment“ in den 60er Jahren in Westdeutschland. „Mit elf Jahren, 300 Kilometer von zu Hause entfernt (…), wurde ich in der Kirche, nachts und nur mit einem Messdienergewand bekleidet, vergewaltigt. Wer der Täter war, weiß ich bis heute nicht.“ Im Beichtstuhl hieß es danach, das „Ritual“ müsse ein Beichtgeheimnis bleiben, bei Strafe der ewigen Verdammnis.

Sexueller Missbrauch tritt in vielen Formen auf

Der sexuelle Missbrauch ist unterschiedlich. Mal sind es sich wiederholende Berührungen, die die Täter als harmlos beschreiben. Von den Opfern werden sie als grenzüberschreitend und verstörend erlebt. Aber die Berichte handeln auch von brutalen Fesselungen und Vergewaltigungen.

Das Vorgehen der Täter ist unterschiedlich. Manche erschleichen sich die Sympathie und das Vertrauen ihrer Opfer, dann werden Fotos gemacht oder es beginnen Berührungen. In Familien geht es oft direkter zu. Die Kinder können diesem Missbrauch noch schwerer entkommen, weil die Familie sich nach außen abschottet.

Die meisten Opfer machten die Erfahrung, dass sie allein gelassen wurden. Mütter schwiegen, um die Familien zu erhalten. Schulbehörden und Lehrer sahen weg. Die Kirche in Westdeutschland versetzte auffällige Pfarrer – und ignorierte die Opfer. Die Jugend- und Sportorganisationen in der DDR leugneten die Vorkommnisse.

Über die tatsächliche Verbreitung sexueller Gewalt gibt es angesichts hoher Dunkelziffern wenig verlässliche Daten. Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen von 2011 ergab, dass rund 7 Prozent der befragten Frauen und 1,5 Prozent der befragten Männer über frühere Erfahrungen als Opfer berichteten.Prinz Andrew FS 18.00

Berichte sollen bei Verarbeitung helfen

Die zunächst ausgewählten 100 Berichte auf dem neuen Portal lassen sich auswählen und sortieren nach dem Umfeld der Taten, den Jahrzehnten von 1950 bis zur Gegenwart, Bundesrepublik oder DDR und dem Geschlecht der Opfer. Weitere Schilderungen sollen folgen. Bei der Kommission meldeten sich bis heute fast 3000 Betroffene und Zeitzeugen.

„Nichts ist eindrücklicher als die Berichte der Betroffenen selbst“, begründete Brigitte Tilmann von der Aufarbeitungskommission das Projekt. „Nur so werden hinter dem Begriff Missbrauch die konkreten Erfahrungen der sexuellen Gewalt sichtbar.“ Viele Opfer hätten geschrieben, sie wollten mit ihrem Bericht anderen Betroffenen Mut machen. Wichtig sei die Botschaft, nicht alleine zu sein mit den Erfahrungen.

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Auto Berlin Bruder DDR Frau Frauen Jugend Kinder Lehrer Männer Missbrauch Opfer Schachtel Zigaretten Sexueller Missbrauch Tabuthema Verbrechen Westdeutschland

Sexueller Missbrauch als Kind: 100 Opfer berichten im Netz

Es war fast immer ein Tabuthema: Sexueller Missbrauch von Kindern. Die Opfer waren stumm aus Scham und Angst, die Gesellschaften sahen nicht hin und die Täter schwiegen sowieso. Erst langsam werden die Verbrechen bekannt, weil mehr Opfer sprechen.

Die Berichte sind bedrückend, oft auch verstörend. Sie handeln von zum Teil massiver Gewalt gegen Kinder, sexuellem Missbrauch in verschiedenen Formen, Vertrauensbrüchen und andauernder Hilflosigkeit. 100 inzwischen erwachsene Menschen berichten, was ihnen als Kind angetan wurde. Veröffentlicht wurden sie am Mittwoch von der seit 2016 arbeitenden Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs auf einer neuen Internetseite mit dem Titel: «Geschichten, die zählen».

Die Namen der Opfer aus den vergangenen Jahrzehnten und beiden deutschen Staaten sind geändert, aber die Ereignisse real. Von Übergriffen, Schlägen und Vergewaltigungen vor allem durch Männer in Familien, Heimen, Sportvereinen, Schulen und Kirchengemeinden berichten sie.

«An diesem Tag ging meine Kindheit zu Ende, ein absoluter Alptraum begann», schreibt Irina über ihre Jugend Anfang der 80er Jahre in einem Dorf in der DDR. Ihr Vater ließ sie mit zwölf Jahren nackt tanzen und schlug sie mit einem Gürtel. Ihr Bruder missbrauchte und verkaufte sie. «Ich werde dieses Bild nie vergessen, als sein Freund ihm Geld und eine Schachtel Zigaretten gab. Von jenem Tag an, wurde ich regelmäßig zur Ware. Sie haben mir sehr wehgetan und mir meine Würde genommen.»

Später schickten ihre Eltern sie zu einem Bekannten, der ein Auto hatte und in den Wald fuhr. «Niemand kann es erahnen, was es für ein 15-jähriges Mädchen bedeutet, allein einem erwachsenen Mann ausgeliefert zu sein. Vier Jahre lang wurde ich gezwungen mit ihm mitzufahren.»

Eine andere Frau erzählt von dem Klassenlehrer, der sich Ende der 70er Jahre Schülerinnen hinter seinen Schreibtisch auf den Schoß holte. «Dabei ist er mit seinen Fingern in den Schlüpfer gegangen und hat uns an der Scheide angefasst.» Die Mädchen hätten nie darüber gesprochen. «Lehrer waren damals Respektspersonen, und ich wäre nie auf die Idee gekommen, dies meinen Eltern zu erzählen. Ich dachte nicht, dass irgendjemand mir geglaubt hätte.»

Nach einer früheren Studie der Kommission zur Missbrauchsaufarbeitung die von der Bundesregierung einberufen wurde, waren die Täter ganz überwiegend Männer. Nur 13 Prozent waren Frauen. Fast die Hälfte dieser Männer waren leibliche Väter, Pflegeväter und Stiefväter. Dann gab es andere Verwandte, Nachbarn, Erzieher, Betreuer, Sporttrainer und Pfarrer. Bei den Opfern waren die Zahlenverhältnisse umgekehrt: Knapp 90 Prozent waren Mädchen, 10 Prozent Jungen, die meist Pädophilen ausgeliefert waren.

Johann erinnerte sich erst mit über 50 Jahren konkret zurück an seine Kindheit in einer Klosterschule mit einem «brutalen Regiment» in den 60er Jahren in Westdeutschland. «Mit elf Jahren, 300 Kilometer von zu Hause entfernt (…), wurde ich in der Kirche, nachts und nur mit einem Messdienergewand bekleidet, vergewaltigt. Wer der Täter war, weiß ich bis heute nicht.» Im Beichtstuhl hieß es danach, das «Ritual» müsse ein Beichtgeheimnis bleiben, bei Strafe der ewigen Verdammnis.

Der sexuelle Missbrauch ist unterschiedlich. Mal sind es sich wiederholende Berührungen, die die Täter als harmlos beschreiben. Von den Opfern werden sie als grenzüberschreitend und verstörend erlebt. Aber die Berichte handeln auch von brutalen Fesselungen und Vergewaltigungen.

Das Vorgehen der Täter ist unterschiedlich. Manche erschleichen sich die Sympathie und das Vertrauen ihrer Opfer, dann werden Fotos gemacht oder es beginnen Berührungen. In Familien geht es oft direkter zu. Die Kinder können diesem Missbrauch noch schwerer entkommen, weil die Familie sich nach außen abschottet.

Die meisten Opfer machten die Erfahrung, dass sie allein gelassen wurden. Mütter schwiegen, um die Familien zu erhalten. Schulbehörden und Lehrer sahen weg. Die Kirche in Westdeutschland versetzte auffällige Pfarrer – und ignorierte die Opfer. Die Jugend- und Sportorganisationen in der DDR leugneten die Vorkommnisse.

Über die tatsächliche Verbreitung sexueller Gewalt gibt es angesichts hoher Dunkelziffern wenig verlässliche Daten. Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen von 2011 ergab, dass rund 7 Prozent der befragten Frauen und 1,5 Prozent der befragten Männer über frühere Erfahrungen als Opfer berichteten.

Die zunächst ausgewählten 100 Berichte auf dem neuen Portal lassen sich auswählen und sortieren nach dem Umfeld der Taten, den Jahrzehnten von 1950 bis zur Gegenwart, Bundesrepublik oder DDR und dem Geschlecht der Opfer. Weitere Schilderungen sollen folgen. Bei der Kommission meldeten sich bis heute fast 3000 Betroffene und Zeitzeugen.

«Nichts ist eindrücklicher als die Berichte der Betroffenen selbst», begründete Brigitte Tilmann von der Aufarbeitungskommission das Projekt. «Nur so werden hinter dem Begriff Missbrauch die konkreten Erfahrungen der sexuellen Gewalt sichtbar.» Viele Opfer hätten geschrieben, sie wollten mit ihrem Bericht anderen Betroffenen Mut machen. Wichtig sei die Botschaft, nicht alleine zu sein mit den Erfahrungen.

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Dagmar von Cramm Diäten Ernährung Europa Frau Gewichtsabnahme Low Carb Social Media

Was sollen wir jetzt essen?: Ernährungsexpertin empfiehlt: Nur diese Ernährung hilft uns, nachhaltig fit zu bleiben

Low Carb, Low Fat oder kombiniert? Die Liste von Diäten kennt kein Ende, doch sind sie nicht die Lösung für eine dauerhafte Gewichtsabnahme. Wir haben mit der Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm gesprochen, was sie vom „Veganuary“ hält und zu welcher Ernährung sie rät.

Frau von Cramm, essen Sie diesen Monat vegan?

Nein, ich bin ein Fan von der vielseitigen Ernährung. Ich esse zwar sehr pflanzenbasiert, aber sicher nicht vegan, weil es für mich auch eine feinschmeckerische Einschränkung bedeutet. Außerdem, wenn ich mich vegan ernähren würde, müsste ich mehr Zeit dafür aufwenden oder jede Menge Fertigprodukte konsumieren.

Der „Veganuary“ ist gerade in aller Munde, was halten Sie von der Bewegung, die dazu auffordert, sich den Januar über vegan zu ernähren?

Dagmar von Cramm
Ernährungswissenschaftlerin Dagmar von Cramm weiß, mit welchen Gerichten man seine Wunschgewicht halten kann. Auf Youtube gibt sie zudem Tipps und Tricks rund um unsere Ernährung.
© Dagmar von Cramm

Jede Bewegung braucht seine Aufmerksamkeit und gerade bei der veganen Ernährung ist die Motivation in der Regel nicht Gesundheit, sondern ethische Gründe wie Tierschutz, Umwelt und Nachhaltigkeit. Da braucht man eine klare Botschaft. Wenn man sagt, man lebe flexitarisch oder pflanzenbasiert, das reißt niemanden vom Hocker. Der „Veganuary“ ist sehr plakativ und funktioniert auch auf Social Media. Ich finde das per se gut, denn die Deutschen essen immer noch zu viel Fleisch. Stemmt man nun so eine Challenge, bleibt vielleicht danach auch etwas hängen.

Öl 17.02Wo liegen für Sie die Vor- und Nachteile zum Beispiel im Vergleich zur vegetarischen Ernährung?

Vorteile gibt es da nicht so viele. Die Nachteile: Es gibt einen sehr eingeschränkten Speisezettel, vieles kriege ich nur mit Hilfsmitteln hin. Ich verzichte beispielsweise auf diese wunderbare Käsevielfalt, die es in Europa gibt. Die einfach wegzulassen, finde ich traurig. Ich verstehe die vegane Ernährung aus ethischen, aber aus ernährungsphysiologischen Gründen sehe ich keinen Vorteil: Vitamin B12, Jod und Calcium sind problematisch.

Also würden Sie sagen, dass sich eine so kurzfristige Ernährungsumstellung von vier Wochen für Körper und Gesundheit nicht lohnt.

Doch, kurzfristig wahrscheinlich schon. Also wenn jemand viel Fleisch isst und von heute auf morgen vollwertig vegan isst, dann werden die Blutwerte sofort besser. Ich denke aber viele, die das machen, ernähren sich sowieso schon gesund. Man kann sich aber auch vegan super ungesund ernähren.

Indem man viel Süßes isst.

Genau, Brownies, Cookies oder Muffins kann man auch vegan backen, aber dann ist da der Zucker und das Weißmehl das Problem. Vegan bedeutet nicht automatisch gesünder, auch da kommt es darauf an, was man isst. Genauso schwierig sind Kokos- und Palmfett.

Was ist daran problematisch?

Kokos- und Palmfett enthalten sehr viele gesättigte Fettsäuren, sie sind damit also nicht viel besser als Butter zum Beispiel. Die Fettsäurezusammensetzung bei der veganen Ernährung ist also nicht per se besser. Und es fehlen die Fischöle, die man zwar ergänzen kann, aber so wird die Ernährung auch schnell künstlich. Ich fürchte dann, dass wir abhängig von Fertigprodukten und Supplementierungen werden.  Veganuary 15.13

Was halten Sie von Fleischersatzprodukten?

Die Ökobilanz ist besser, auch wenn sie mit Soja gemacht werden. Meistens sind die Produkte aber aromatisiert und auch zu salzig, es gibt aber auch ganz gute Produkte. Man sollte auf die Zutatenliste achten. Bei Aufschnitt sollte man unter drei Gramm, bei Schnittkäse unter zwei Gramm und bei Frischkäse unter ein Gramm Salz bleiben. Zudem sollte man gucken, dass kein Eisenoxid verwendet wird und auf die Zutatenliste achten: je kürzer sie ist, desto besser. Am Ende entscheidet der Geschmack.

Das Milliarden-Geschäft mit den Fleischalternativen: Warum „Planted“ so gehypt wird 17.16Was raten Sie Menschen, die möglichst viel Gewicht in kurzer Zeit abnehmen wollen?

Ich würde ihnen raten, dies nicht zu tun, weil sie danach ganz schnell wieder zunehmen werden. Wer schnell abnimmt, baut immer Muskelmasse ab. Die Regel besagt, in einem Monat sollte man nicht mehr als ein bis zwei Kilo abnehmen, das ist solide. Es nützt bereits, nicht mehr zu snacken und Essenspausen einzuhalten. Und gleichzeitig sollte man sich mehr bewegen, weil das dem Muskelabbau entgegen wirkt.

Der „Veganuary“ ist eher eine Ernährungsumstellung, sind Diäten heutzutage out?

Diese Frage habe ich mir auch gestellt. Ich glaube, dass die Menschen kapiert haben, dass es keine Wunderdiäten gibt. Aber natürlich wollen die Menschen im Januar weiterhin abnehmen, weil Übergewicht auch wegen Corona zugenommen hat. Für jeden gibt es andere Wege, wie man mit dem Überangebot zurecht kommt, weil genau das ist unser Problem.

Was sollen wir denn jetzt essen, wenn wir nachhaltig gesund bleiben wollen?

Definierte Mahlzeiten, also dreimal am Tag essen und nicht zwischendurch snacken, immer wieder Essenspausen einlegen. Eine pflanzenbasierte Mittelmeerkost, flexitarisch, also helles Fleisch und Fisch darf man in Maßen konsumieren. Mit einem großen Anteil von Vollkornprodukten, Gemüse und Hülsenfrüchten. Möglichst gemischt in jedem Fall. Und ich würde versuchen isolierte Kohlenhydrate möglichst kleinzuhalten. Weißes Brot, Baguette, Gebäck, Süßigkeiten sollte man möglichst runterfahren. Slow Carb mediterran mit einem Schuss Thai ist für mich die optimale Ernährung.

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„Die Boss“: Überall Männer: Managerin von Deichkind erzählt, was in der Branche falsch läuft

Wer an die Band Deichkind ran will, muss an ihr vorbei: Managerin Katharina Köhler spricht im stern-Podcast „Die Boss“ mit Gastgeberin Simone Menne über ihre Karriere in der Musikbranche. Sie sagt: Die Männer müssen Platz machen.

Hören Sie den Podcast hier oder direkt bei Audio NowSpotify, iTunes, Youtube und weiteren Podcast-Anbietern.

Podcast „Die Boss“ mit Sterneköchin Ana Ros_6.30Katharina Köhler ist eine der wenigen Frauen in Führung in der Musikbranche: Die 38-Jährige verantwortet seit über zehn Jahren das Management der Band Deichkind, hat sich in einer stark männlich dominierten Branche behauptet. Im Gespräch mit Simone Menne für den stern-Podcast „Die Boss“ erzählt sie, was sich im Musikbusiness ändern muss. „Es muss eine Struktur geben, einen Nährboden und das gilt für die ganze Musikbranche. Es müssen mehr Frauen auf Bühnen, mehr Frauen in Playlisten, im Radio gespielt werden. (…) Ich wüsste kein großes Booking oder großes Label, wo eine Frau in Führungsposition sitzt, das sind alles Männer. Da kann man auch Platz machen!“, fordert Köhler.

Deichkind-Managerin befürwortet Frauen-Quote im Musikbusiness

Podcast Die Boss mit samantha Cristoforetti 13.34Sie unterstütze eine Quote im Musikbusiness. Um den Wandel zu forcieren, wird sie selbst aktiv: Gerade hat sie mit ihrer Kollegin Saskia Trautwein das Female Force Management gegründet. Gemeinsam wollen sie Diversität in der Musikbranche fördern,  Künstlerinnen und Künstler bei der Strategie und Positionierung beraten. Aber Köhler sagt auch: Frauen müssen mutiger sein. Das weiß sie aus eigener Erfahrung. „Was ist denn eine Musikmanagerin? Das ist nicht definiert. Früher dachte ich immer, ich sei eine bessere Sekretärin, so hat sich das angefühlt. Das hat Jahre gedauert, bis ich mich getraut haben zu sagen: Ich bin die Managerin. Das ist branchenüblich, das nennt man so, und das müssen alle wissen. Das müssen auch die Chefs wissen: Wenn sie mit der Band sprechen wollen, müssen sie mit mir sprechen“, sagt sie. 

Dieses Gespräch wurde live beim Reeperbahnfestival in Hamburg aufgezeichnet. In „Die Boss – Macht ist weiblich“ sprechen Spitzenfrauen unter sich: Gastgeberin und Multi-Aufsichtsrätin Simone Menne (unter anderem BMW, Deutsche Post DHL, Henkel) trifft  Chefinnen aus allen Gesellschaftsbereichen, um mit ihnen über ihr Leben und ihre Karriere zu reden. „Die Boss“ erscheint vierzehntäglich immer mittwochs auf stern.de und dem Youtube-Kanal des stern  sowie auf Audio Now und allen gängigen Podcast-Plattformen.

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Frau Küstenschutz NLWKN Norderney Nordseeküste Regen Sturm

Sturm an Küste erwartet: Schilder warnen vor Dünenabbruch

Die kommenden Tage werden an der Nordseeküste wohl ungemütlich: Sturm und Regen sind im Anmarsch. An einem Strand auf Norderney traf der Küstenschutz unterdessen Vorkehrungen, damit sich dort ein Unglück nicht wiederholt.

An der niedersächsischen Nordseeküste und auf den Inseln erwarten Meteorologen in den kommenden Tagen stürmisches Wetter. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, sind ab Mittwochmorgen erste Windböen der Stärke 7 mit Windgeschwindigkeiten um 55 Stundenkilometer möglich – später dann stürmische Böen und am Donnerstag auch teils schwere Sturmböen der Stärke 9.

Nach Angaben des Sturmflutwarndienstes des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) besteht für das Nachthochwasser zum Donnerstag und das Mittagshochwasser am Donnerstag die Gefahr einer leichten Sturmflut. Strände und Vorländer könnten dann überflutet werden.

Nachdem Anfang Januar bei einem Sandabbruch an einer Dünenkante auf Norderney eine 57 Jahre alte Frau teils verschüttet wurde, installierten Küstenschützer des NLWKN nun an der Gefahrenstelle mehrere Hinweisschilder, die dazu aufrufen, den vergleichsweise schmalen Strand dort bei höheren Wasserständen nicht zu betreten.

Insbesondere bei Sturmfluten sollten Spaziergänger dort am Strand Abstand zur Dünenkante halten, sagte ein NLWKN-Sprecher. Die Schutzdünen seien Teil des Küstenschutzes der Insel und daher Wind und Wellen ausgesetzt. Dabei könne es unter Umständen zu Sandabbrüchen kommen, hieß es. Ein Betreten der Dünen ist verboten.

Die Frau hatte bei stürmischem Wetter Schutz an der Dünenkante gesucht, als diese zum Teil abbrach. Zahlreiche Rettungskräfte der Feuerwehr waren daraufhin mit Geländewagen ausgerückt, um die Frau aus dem Sand zu befreien. Nach Angaben der Norderneyer Feuerwehr hatte es in den vergangenen Jahren an dem Strandabschnitt immer wieder Abbrüche an der Dünenkante gegeben. Dadurch hatten sich dort bis zu acht Meter hohe Abbruchkanten aufgetan.

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Beziehung Daily Mail Frau Ghislaine Maxwell ITV Jeffrey Epstein Prinz Andrew

Ex-Freundin von Prinz Andrew: „Ich war ein Köder“: Lady Victoria Hervey berichtet über ihre Zeit mit Ghislaine Maxwell

Eine neue Doku wirft Licht auf das Verhältnis zwischen Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell – und in diesem Zusammenhang auch Prinz Andrew. Zu Wort kommt unter anderem das ehemalige It-Girl Lady Victoria Hervey. 

Man ist dieser Tage fast geneigt zu glauben, man wisse schon einiges an Details über Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell. Immerhin wurde Letztere erst kürzlich für schuldig erklärt. Doch noch immer kommen neue Dinge ans Licht, die schockieren. So kommt in einer neuen Dokumentation des britischen Senders ITV eine weitere Frau zu Wort, die über ihre Beziehung mit den beiden spricht.

STERN PAID Auf dem Königsweg Prinz Andrew 17.15

Ghislaine Maxwell und Prinz Andrew: Ehemaliges It-Girl spricht

Lady Victoria Hervey, die offenbar mal eine Liaison mit Prinz Andrew hatte, ist heute 44 Jahre alt und lernte Epstein und Maxwell vor 20 Jahren kennen, wie sie selbst in der Doku sagt. Der „Daily Mail“ steht vorab ein Videoausschnitt zur Verfügung. Das ehemalige It-Girl ist die Tochter des 6. Marquess of Bristol. In dem Film „Ghislaine, Prinz Andrew und der Pädophile“, der heute in England ausgestrahlt wird, sagt sie: „Jeffrey war wirklich der Frontmann und Ghislaine war die Komplizin. Es war eine Art Batman und Robin, und sie waren eine Doppelnummer. Ich glaube nicht, dass Jeffrey irgendetwas davon ohne Ghislaine hätte tun können.“

Worte, die erstmal nicht überraschen, denn bereits während des Prozesses gegen Ghislaine Maxwell wurde die besondere Beziehung der beiden mehrfach betont. Sie berichtet in der Dokumentation auch, dass sie selbst von Maxwell für Epstein rekrutiert worden sei. „Ich glaube, er hat sich einfach zurückgelehnt und darauf gewartet, dass sie angelt und so viele Mädchen wie nötig auftreibt, um seine Freunde zu unterhalten. Ich glaube, ich war so etwas wie ein Köder“, so Hervey. 

Diana Trauerfeier_13.00

Maxwell sollte Namen nennen

Warum sie selbst überhaupt eingeladen wurde, dafür hat sie eine einfache Erklärung: „Damals war ich das It-Girl von London, in der gesellschaftlichen Szene, jeder kannte mich, ich war bei jedem Abendessen dabei. Es war ein Vorteil, mich auf ihrer Liste der einzuladenden Gäste zu haben“, sagte sie in der Morgensendung „Lorraine“. Außerdem betonte sie, dass Maxwell noch ein Trumpf bleibe: „Sie hat noch nicht wirklich neue Namen genannt. Ich hoffe, dass sie anfangen wird, Namen zu nennen. Ich glaube, wir sind noch nicht ganz so weit“, erklärte Lady Hervey. 

Da Lady Victoria Hervey auch mit Prinz Andrew eine enge Verbindung pflegte, wird es interessant sein zu sehen, über welche Informationen sie außerdem verfügt. Im Interview mit Piers Morgan sagte sie über ihre Treffen mit dem Royal: „Ich habe ihn nicht richtig gedatet, wir waren ein paar Mal gemeinsam aus. Ich glaube, es war so um 1999, 2000.“ Also in etwa zur gleichen Zeit wie Andrews Treffen mit Virginia Roberts Giuffre, die ihn wegen Missbrauchs angeklagt hat. 

Quelle: „Daily Mail“

+++ Lesen Sie auch: 

Was weiß Johanna Sjoberg? Die Frau, die Prinz Andrew schwer belasten könnte

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Asien Frau Großeltern Hamburg Kinder Männer Misshandeln Philippinen Sport

J. Peirano: Der geheime Code der Liebe: Meine Eltern haben mich misshandelt und weggeschickt, als ich ein kleines Kind war

Wie jeder Mensch wollte Maricel nur von ihren Eltern geliebt werden. Stattdessen schickten sie sie in ein ihr fremdes Land. Und misshandelten sie mit Schlägen und Worten. Lässt sich der seelische Schaden noch überwinden?

Liebe Frau Peirano,

ich bin eine Studentin aus den Philippinen und seit drei Jahren in Hamburg. Ich komme nicht mit mir zurecht, ich gerate immer an die falschen Männer und habe große Angst, etwas falsch zu machen. Ich finde mich hässlich und dumm und arbeite mehr, als es mir gut tut.

Kann es sein, dass es an meiner Lebensgeschichte liegt? Meine Eltern sind nach Holland gekommen, als ich zwei Jahre alt war. Ich wurde als Kind von meinen Eltern streng erzogen und geschlagen. Als ich sechs war, wurde meine kleine Schwester geboren, und meine Eltern haben mich auf die Philippinen geschickt zu meinen Großeltern und der Familie. Ich wurde viel geschlagen, eingesperrt und angeschrien. Das ist in Asien oft so. Aber meine Familie war besonders hart zu mir.

Meine Eltern haben mir nie gesagt, warum sie mich weggeschickt haben. Sie wollten nach ein paar Jahren selbst wieder auf den Philippinen leben, aber das haben sie nie getan. Wir hatten wenig Kontakt, nur ein Telefonat jeden Monat.Peirano Januar 2 21 19.47

Ich musste immer überall die Beste sein, damit ich geliebt wurde. Mir wurden andere Kinder vor Augen gehalten, die besser in der Schule waren, besser Klavier spielen konnten, besser im Sport waren. Aber meine Familie hat mich nicht unterstützt. Ich wurde oft erst Stunden später in der Schule abgeholt. Oder bekam kein Geld für Mittagessen in der Schule oder Bücher, obwohl meine Familie genug Geld hatte. Ich habe mich oft geschämt vor der anderen Kindern.

Meine Eltern sind jetzt auch sehr hart zu mir und erwarten, dass ich so wenig wie möglich an Unterhalt brauche. Sie werfen mir vor, dass ich zu viel Geld ausgebe, obwohl ich sehr sparsam bin, und sie erwarten (wie viele asiatische Eltern), dass ich ihnen nach meinem Studium alles zurück zahle.

Ich stehe sehr unter Druck damit und bin auch sehr mutlos. Ich weiß nicht, wie ich all diesen Erwartungen gerecht werden soll.

Viele Grüße

Maricel G.

Liebe Maricel G.,

es hat mich sehr berührt und auch traurig gemacht, was Sie über Ihre Kindheit geschrieben haben. Es klingt so, als wenn Sie viele Ereignisse erlebt haben, die Ihr Selbstwertgefühl schwer beschädigt haben, und als wenn Sie heute darunter leiden. Das kann ich gut verstehen! Es ist nahezu unmöglich, solche Erfahrungen ohne Therapie hinter sich zu lassen.

Eigentlich ist es die Aufgabe der Eltern, Kindern zu zeigen, dass sie in ihrem Leben willkommen sind, dass sie liebenswert sind. Eltern sollten ihre Kinder vor Gefahren beschützen und ihnen helfen, im Leben zurecht zu kommen.

Ihre Eltern haben Ihnen durch das Verschicken in ein weit entferntes, fremdes Land im Alter von sechs Jahren eine große psychische Belastung zugefügt. Kinder brauchen den Schutz der Eltern, um sich in fremden Umgebungen zurecht zu finden und dort Fuß zu fassen. Außerdem brauchen Kinder die Bindung an die Eltern, um sich geborgen und sicher zu fühlen und Vertrauen zu entwickeln. Die Trennung von Ihren Eltern und Verschickung muss Ihr Vertrauen in Menschen generell  erschüttert haben. Bio Julia Peirano

Zudem haben Sie anscheinend bis heute den Grund dafür nicht verstanden. Wenn Eltern zum Beispiel sterben oder schwer krank sind und sich deshalb nicht kümmern können, kann sich das Kind sagen: „Meine Eltern lieben mich, aber sie können sich nicht um mich kümmern.“ Sie verlieren nicht das Vertrauen in die engsten Bezugspersonen, sondern möglicherweise in das Schicksal (weil es die Eltern krank werden oder sogar sterben ließ). Wenn die Eltern sich aber ohne verständlichen Grund trennen und ihr Kind wegschicken, aber für ein Geschwisterkind (sogar ein später geborenes) bei sich gehalten, kann das im kindlichen Denkmuster nur bedeuten: „Meine Eltern haben mich weggegeben, weil sie mich nicht wollen. Vielleicht stimmt etwas mit mir nicht.“

Ihre Eltern haben es zugelassen, dass Sie bei Familienangehörigen gelebt haben, die Sie angeschrieben, entwertet und geschlagen haben. Und ihre Eltern haben Sie selbst geschlagen, auch das ist traumatisch. Das bedeutet, dass Sie schon früh die Erfahrung gemacht haben, nicht beschützt zu werden und nicht sicher zu sein. Das ist ein wiederkehrendes und tief sitzendes traumatisches Ereignis.

Letztlich haben Sie in Ihrer Kindheit ziemlich durchgängig das Gefühl vermittelt bekommen, lästig und minderwertig zu sein. Das bedeutet nicht, dass sie in Wirklichkeit auch minderwertig sind! Aber wir Menschen lernen durch die Spiegelung der Menschen um uns herum, gerade um frühe Spiegelungen. Ich habe mal fasziniert einen (zugegebenermaßen entzückenden) türkischen Zweijährigen mit seiner Familie beobachtet. Er hatte keine ruhige Minute, weil ständig eine der vielen Tanten, Cousinen und Schwestern ihn auf den Arm nehmen, füttern und verliebt ansehen wollte. Und dann wieder zurück zur Mama, und von Arm zu Arm. Ich nehme mal an, dass dieser Junge als erwachsener Mann kein Problem mit einem zu niedrigen Selbstwertgefühl haben wird, sondern sich sicher ist, dass er liebenswert ist. 

Vergleichen Sie das bitte mal mit Ihrer eigenen Geschichte – das ist sehr traurig. Aber Selbstmitgefühl (nicht Selbstmitleid) ist auch etwas, das man durch die Beschäftigung mit der eigenen Lebensgeschichte lernen kann und das sehr hilfreich ist.

Ich schätze es so ein, dass Sie eine längere Psychotherapie benötigen, um herauszufinden und nachzufühlen, was Ihnen als Kind an traumatischen und selbstwertschädigenden Ereignissen widerfahren ist. In einer vertrauensvollen Therapie können Sie lernen, sich selbst zuzuhören und Ihre innere Kritikerin zu erkennen, die wahrscheinlich täglich wie ein Papagei auf Ihrer Schulter sitzt und Ihnen zuflüstert: Du bist nichts wert. Ich würde Ihnen eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie oder eine Verhaltenstherapie mit Schwerpunkt Schematherapie oder Traumatherapie empfehlen. 

Nehmen Sie sich Zeit, um diese belastende Vergangenheit aufzuarbeiten, sonst wiederholen Sie unbewusst die Muster, verlassen und schlecht behandelt zu werden. Es geht auch darum, Beziehung so zu gestalten, wie es gut für Sie ist. Viele Menschen mit traumatischer Lebensgeschichte haben Probleme damit, Grenzen zu setzen (den Erwartungen Ihrer Eltern gegenüber) und suchen sich stattdessen Menschen, die Sie wieder ausnutzen, herabwürdigen oder verlassen und wiederholen so das Trauma.

Ich hoffe, dass Sie eine Therapeutin oder einen Therapeuten finden, bei dem/der Sie gut aufgehoben sind, und dass es Ihnen gelingt, diese destruktiven Erfahrungen zu verarbeiten.

Herzliche Grüße

Julia Peirano

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Beziehung Daily Mail Frau Ghislaine Maxwell ITV Jeffrey Epstein Prinz Andrew

Ex-Freundin von Prinz Andrew: „Ich war ein Köder“: Lady Victoria Hervey berichtet über ihre Zeit mit Ghislaine Maxwell

Eine neue Doku wirft Licht auf das Verhältnis zwischen Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell – und in diesem Zusammenhang auch Prinz Andrew. Zu Wort kommt unter anderem das ehemalige It-Girl Lady Victoria Hervey. 

Man ist dieser Tage fast geneigt zu glauben, man wisse schon einiges an Details über Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell. Immerhin wurde Letztere erst kürzlich für schuldig erklärt. Doch noch immer kommen neue Dinge ans Licht, die schockieren. So kommt in einer neuen Dokumentation des britischen Senders ITV eine weitere Frau zu Wort, die über ihre Beziehung mit den beiden spricht.

STERN PAID Auf dem Königsweg Prinz Andrew 17.15

Ghislaine Maxwell und Prinz Andrew: Ehemaliges It-Girl spricht

Lady Victoria Hervey, die offenbar mal eine Liaison mit Prinz Andrew hatte, ist heute 44 Jahre alt und lernte Epstein und Maxwell vor 20 Jahren kennen, wie sie selbst in der Doku sagt. Der „Daily Mail“ steht vorab ein Videoausschnitt zur Verfügung. Das ehemalige It-Girl ist die Tochter des 6. Marquess of Bristol. In dem Film „Ghislaine, Prinz Andrew und der Pädophile“, der heute in England ausgestrahlt wird, sagt sie: „Jeffrey war wirklich der Frontmann und Ghislaine war die Komplizin. Es war eine Art Batman und Robin, und sie waren eine Doppelnummer. Ich glaube nicht, dass Jeffrey irgendetwas davon ohne Ghislaine hätte tun können.“

Worte, die erstmal nicht überraschen, denn bereits während des Prozesses gegen Ghislaine Maxwell wurde die besondere Beziehung der beiden mehrfach betont. Sie berichtet in der Dokumentation auch, dass sie selbst von Maxwell für Epstein rekrutiert worden sei. „Ich glaube, er hat sich einfach zurückgelehnt und darauf gewartet, dass sie angelt und so viele Mädchen wie nötig auftreibt, um seine Freunde zu unterhalten. Ich glaube, ich war so etwas wie ein Köder“, so Hervey. 

Diana Trauerfeier_13.00

Maxwell sollte Namen nennen

Warum sie selbst überhaupt eingeladen wurde, dafür hat sie eine einfache Erklärung: „Damals war ich das It-Girl von London, in der gesellschaftlichen Szene, jeder kannte mich, ich war bei jedem Abendessen dabei. Es war ein Vorteil, mich auf ihrer Liste der einzuladenden Gäste zu haben“, sagte sie in der Morgensendung „Lorraine“. Außerdem betonte sie, dass Maxwell noch ein Trumpf bleibe: „Sie hat noch nicht wirklich neue Namen genannt. Ich hoffe, dass sie anfangen wird, Namen zu nennen. Ich glaube, wir sind noch nicht ganz so weit“, erklärte Lady Hervey. 

Da Lady Victoria Hervey auch mit Prinz Andrew eine enge Verbindung pflegte, wird es interessant sein zu sehen, über welche Informationen sie außerdem verfügt. Im Interview mit Piers Morgan sagte sie über ihre Treffen mit dem Royal: „Ich habe ihn nicht richtig gedatet, wir waren ein paar Mal gemeinsam aus. Ich glaube, es war so um 1999, 2000.“ Also in etwa zur gleichen Zeit wie Andrews Treffen mit Virginia Roberts Giuffre, die ihn wegen Missbrauchs angeklagt hat. 

Quelle: „Daily Mail“

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Aachen Alsdorf Frau Polizei Wohnungsbrand Zigarette

Brennende Zigarette war Auslöser für Brand mit einer Toten

Der Wohnungsbrand, bei dem in Alsdorf bei Aachen eine Frau starb, ist durch eine brennende Zigarette ausgelöst worden. Die Ermittler gingen von dieser Ursache des Feuers aus, teilte die Polizei am Dienstag in Aachen mit. Ein Fremdverschulden werde weiterhin ausgeschlossen. Die 61 Jahre alte Bewohnerin war von Feuerwehrleuten tot in ihrer Wohnung in der ersten Etage eines Dreifamilienhauses gefunden worden. Für die Frau sei jede Hilfe zu spät gekommen.

Der Wohnungsbrand, bei dem in Alsdorf bei Aachen eine Frau starb, ist durch eine brennende Zigarette ausgelöst worden. Die Ermittler gingen von dieser Ursache des Feuers aus, teilte die Polizei am Dienstag in Aachen mit. Ein Fremdverschulden werde weiterhin ausgeschlossen. Die 61 Jahre alte Bewohnerin war von Feuerwehrleuten tot in ihrer Wohnung in der ersten Etage eines Dreifamilienhauses gefunden worden. Für die Frau sei jede Hilfe zu spät gekommen.

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