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Aktienmarkt Andreas Lipkow CAC 40 Dow-Jones-Index Euro Stoxx 50 Europa Frankfurt Frankfurt am Main FTSE 100 Ifo-Index London MDAX New York Paris

Börse in Frankfurt: Dax schließt im Minus

Nach der verlustträchtigen Vorwoche ist der deutsche Aktienmarkt am Montag an einem Stabilisierungsversuch letztlich gescheitert. Der Dax schloss mit einem Minus von 0,46 Prozent bei 12.227,92 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich fast ein Prozent höher notiert hatte. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Ende um 0,40 Prozent auf 22.450,37 Punkte nach unten.

Nach der verlustträchtigen Vorwoche ist der deutsche Aktienmarkt am Montag an einem Stabilisierungsversuch letztlich gescheitert. Der Dax schloss mit einem Minus von 0,46 Prozent bei 12.227,92 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich fast ein Prozent höher notiert hatte. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Ende um 0,40 Prozent auf 22.450,37 Punkte nach unten.

Auch die anderen europäischen Leitindizes mussten überwiegend Federn lassen. Der EuroStoxx 50 erreichte den tiefsten Stand seit November 2020 und endete mit minus 0,18 Prozent bei 3342,56 Zählern. In Paris büßte der Cac 40 rund 0,2 Prozent ein, während der FTSE 100 in London ein Mini-Plus schaffte. In New York rutschte der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um rund 0,5 Prozent ab.

„Der Wochenstart ist durch einen verhaltenden und abwartenden Handel geprägt. Es wagt sich derzeit kaum ein Investor aus seiner Deckung und schaut, wie sich die anderen Kapitalsammelstellen verhalten“, beobachtete Marktexperte Andreas Lipkow. In Europa sei bereits sehr viel Pessimismus eingepreist, weitere negative Impulse würden teilweise nur noch mit einem Schulterzucken quittiert, spielte Lipkow auf den schwachen Ifo-Index an.

Das Ifo-Geschäftsklima fiel im September auf den niedrigsten Stand seit Mai 2020, während Analysten mit einer weniger deutlichen Eintrübung gerechnet hatten. „Die deutsche Wirtschaft rutscht in eine Rezession“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die befragten Unternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Lage als auch die zu erwartende Entwicklung schlechter.

Über die Aktienmärkte weltweit war in der vergangenen Woche eine Welle der Angst vor einem tiefgreifenden Konjunkturabschwung hinweg gerollt. Der Dax war am Freitag auf den niedrigsten Stand seit November 2020 gerutscht. Befeuert wurden diese Sorgen zuletzt vom vehementen Eingreifen der Notenbanken gegen die hohe Inflation.

Schnäppchenjäger griffen am Montag vor allem bei jenen Werten zu, bei denen die jüngste Verkaufswelle für deutlich gesunkene Kurse gesorgt hatte. Hierzu gehörten im Dax einige Werte aus dem Gesundheitssektor. So verzeichneten Siemens Healthineers, Fresenius, FMC und Sartorius Kursgewinne zwischen 0,2 und 1,2 Prozent.

Europaweit besonders gefragt waren auch Technologiewerte nach dem jüngsten Kursdämpfer. SAP gewannen als Dax-Spitzenreiter 2,2 Prozent. Für den Chipindustrieausrüster Aixtron ging es im MDax um 1,3 Prozent nach oben. Weil die Branche stark kreditfinanziert und deshalb von steigenden Zinsen betroffen ist, war sie zuletzt deutlich unter Druck geraten.

Auch griffen die Anleger bei jenen Unternehmen zu, die in der jüngsten Vergangenheit mit Gewinnwarnungen oder kassierten Jahreszielen negativ aufgefallen waren. Die Papiere des Gabelstaplerherstellers Kion kletterten nach der Gewinnwarnung vor knapp zwei Wochen und dem anschließenden Kursrutsch nun um 1,8 Prozent nach oben.

Die Anteilscheine von Uniper setzten ihre Erholung der vergangenen Handelstage mit einem Kurssprung von knapp 23 Prozent fort. Ein Beratergremium der Bundesregierung sieht in der geplanten Verstaatlichung des Gasimporteurs auf Dauer eine Gefahr für den Wettbewerb. Angesichts der allgemeinen Lage sei die Verstaatlichung zwar „politisch nachvollziehbar“, dürfe aber keine langfristige Lösung sein, sagte der Vorsitzende der Monopolkommission, Jürgen Kühling, der „Süddeutschen Zeitung“.

Der Euro fiel auf ein weiteres Tief seit 20 Jahren und kostete zuletzt 0,9610 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 0,9646 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 1,91 Prozent am Freitag auf 1,99 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,58 Prozent auf 128,38 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,75 Prozent auf 138,39 Zähler.

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Dow Jones & Dow-Jones-Index Inflation Nasdaq NASDAQ-100 New York S&P-500 US-Dollar US-Notenbank Wall Street

US-Börsen: Wall Street: Weiter bergab vor allem an der Nasdaq

Investoren an den amerikanischen Börsen zeigen sich weiter zaghaft. Vor allem die Inflation und das hohe Zinsniveau setzen den Märkten zu – ein Sektor steht besonders unter Druck.

Die US-Börsen haben am Donnerstag nach einer nur zaghaften Stabilisierung am Vortag wieder nachgegeben.

US-Konjunkturdaten ergaben ein durchwachsenes Bild und boten den Anlegern keinen Grund, etwas an ihrer Risikoscheu zu ändern. Entscheidend bleiben die hohe Inflation, das künftige Zinsniveau und die konjunkturellen Folgen. Nervosität herrschte womöglich auch vor dem am Freitag anstehenden großen Verfall an den Terminmärkten.

Technologiewerte unter Druck

Wachstumsempfindliche Technologiewerte, die sich am Vortag etwas stärker erholt hatten, standen besonders unter Druck. Der von dieser Branche geprägte Auswahlindex Nasdaq 100 sank um 1,71 Prozent auf 11 927,49 Punkte. Er rutschte unter die Marke von 12 000 Punkten und erreichte das niedrigste Niveau seit Mitte Juli.

Während der marktbreite S&P 500 auch recht deutlich um 1,13 Prozent auf 3901,35 Zähler fiel, waren die Verluste beim Dow Jones Industrial etwas kleiner. Das Kursbarometer der Wall Street verlor 0,56 Prozent auf 30 961,82 Punkte. Auch der Dow musste aber im Tagesverlauf das nächste Tief seit Juli hinnehmen.

Marktbeobachtern zufolge vermisst der Markt derzeit neue Anreize vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Mittwoch. Börsianer rechnen fest mit einer weiteren Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte, wobei einige wegen der ungebrochen hohen Inflation auch einen ganzen Punkt für möglich halten. Ausdruck dessen ist, dass die Renditen von Staatsanleihen auf breiter Front stiegen, wobei der geldpolitisch sensible Zweijahreszins den höchsten Stand seit 2007 erreichte.

Zahlreiche Konjunkturdaten veröffentlicht

Am Donnerstag wurden zahlreiche Konjunkturdaten veröffentlicht, die unter dem Strich gemischt ausfielen. Während ein regionaler Stimmungsindikator aus dem Bundesstaat New York positiv überraschte, enttäuschte die Industriestimmung aus dem Raum Philadelphia mit einer deutlichen Eintrübung. Besonders beachtet wurden aber die Einzelhandelsumsätze, die im August im Vergleich zum Vormonat zulegten. Allerdings sind sie ohne die schwankungsanfälligen Autoverkäufe gesunken.

Auf Unternehmensseite kam es bei den Adobe-Anlegern gar nicht gut an, dass der Softwarekonzern die Web-Design-Softwarefirma Figma übernehmen will. Die Bereitschaft, dafür rund 20 Milliarden US-Dollar zu zahlen, löste einen Kurseinbruch um 16,8 Prozent aus. Analysten bezeichneten den Preis als hoch. Kirk Materne vom Analysehaus Evercore ISI vermutete als Grund, dass Adobe mit der Übernahme vermeiden will, dass Figma zu einem starken Gegner wird.

Im Schlepptau des Adobe-Kursrutsches standen Softwarefirmen, die auch dem Technologiesektor zugerechnet werden, allgemein weit oben auf den Verkaufslisten der Anleger. Die Papiere von Salesforce und Microsoft waren im Dow mit Abgaben von bis zu 3,4 Prozent die beiden größten Verlierer.

Banken profitieren von höheren Zinsen

Besser erging es den Banken, da sie etwa im Kreditgeschäft von höheren Zinsen profitieren können. In einem international starken Branchenumfeld zogen die Titel von Goldman Sachs und JPMorgan im Dow um bis zu 1,5 Prozent an. Analystin Magdalena Stoklosa von Morgan Stanley hält den positiven Zinseffekt in einer Branchenstudie für noch nicht angemessen gewürdigt.

Mit einer Kursrally um fünf Prozent hob sich Netflix an der Nasdaq positiv ab. Die Titel des Streaming-Anbieters zogen an, nachdem ihnen Evercore ISI eine positive Empfehlung ausgesprochen hatte. Analyst Mark Mahaney sieht vor allem enorme Chancen im günstigeren, werbefinanzierten Netflix-Abo, das 2023 starten soll. Zuletzt hatte der Streaming-König im hart umkämpften Markt zuschauen müssen, wie die Konkurrenz stärker wird.

Der Euro hat sich am Donnerstag um die Parität zum US-Dollar bewegt. Im New Yorker Handel kostete die Gemeinschaftswährung 0,9995 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 0,9992 (Mittwoch: 0,9990) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,0008 Euro.

US-Staatsanleihen haben dem allgemeinen Renditeanstieg entsprechend Kursverluste verzeichnet. Während der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries um 0,35 Prozent auf 114,56 Punkte fiel, zog die Rendite in dieser Laufzeit auf 3,45 Prozent an.

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DAX Dow-Jones-Index Euro Stoxx 50 Frankfurt am Main Inflation Kursrutsch MDAX Nasdaq Wall Street

Dax: Moderate Gewinne im Dax nach jüngstem Kursrutsch

Der Dax ist der Wall Street gefolgt und hat sich stabilisiert. Der deutsche Leitindex stieg um 0,59 Prozent auf 13.104,41 Punkte. Geschockt von der hartnäckigen US-Inflation war das Börsenbarometer zuletzt in zwei Tagen um bis zu 4,5 Prozent von seinem Erholungshoch bei 13.564 Punkten im Bereich der 100-Tage-Linie abgesackt. Diese beschreibt die langfristigste Entwicklung.

Der Dax ist der Wall Street gefolgt und hat sich stabilisiert. Der deutsche Leitindex stieg um 0,59 Prozent auf 13.104,41 Punkte. Geschockt von der hartnäckigen US-Inflation war das Börsenbarometer zuletzt in zwei Tagen um bis zu 4,5 Prozent von seinem Erholungshoch bei 13.564 Punkten im Bereich der 100-Tage-Linie abgesackt. Diese beschreibt die langfristigste Entwicklung.

Der MDax der mittelgroßen Werte legte um 0,44 Prozent auf 24.907,32 Punkte zu. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,5 Prozent nach oben.

An der Wall Street hatte sich der Dow Jones Industrial am Mittwoch nach einem Tief seit Mitte Juli fangen können und war ins Plus gedreht. Besonders deutlich erholten sich Technologiewerte an der Börse Nasdaq.

Nach dem unerwartet deutlichen Preisauftrieb für Verbraucher habe die Abschwächung auf Herstellerebene am Vortag geholfen, die Gemüter wieder etwas zu beruhigen, hieß es bei der Schweizer Investmentbank Credit Suisse. In den USA hatte sich der Preisauftrieb auf Herstellerebene stärker als erwartet abgeschwächt, wie gestern bekannt wurde.

Dem aktuellen Bernecker-Börsenbrief „Bernecker-Daily“ zufolge geht „der Kampf um die Stabilisierung der Märkte gegen die Ängste einer deutlichen Zinsanhebung“ weiter. 30 Prozent aller Akteure in New York setzten bei der nächsten Zinssitzung der US-Notenbank am Mittwoch auf einen Zinsschritt von einem Prozentpunkt. Das habe es ganz selten gegeben.

Vor diesem Hintergrund waren europaweit und auch hierzulande Bankaktien gefragt, denn höhere Zinsen verbessern in der Regel die Ertragschancen der Finanzinstitute. So gewannen die Papiere der Deutschen Bank an der Dax-Spitze 2,7 Prozent. Im MDax hatten die Anteile der Commerzbank mit einem Plus von 4,2 Prozent die Nase vorn.

Unter den größten Verlierern im Dax gaben die Aktien von Munich Re um 0,3 Prozent nach. Die Papiere litten etwas unter einem skeptischen Analystenkommentar. Um den jüngsten Kursanstieg zu rechtfertigen, müsste sich unter anderem die Schaden-Unfall-Relation des Rückversicherers im kommenden Jahr verbessern, schrieb der Experte Will Hardcastle von der Schweizer Großbank UBS. Das aber sei höchst unwahrscheinlich.

Am MDax-Ende verloren die Papiere von Kion nach ihrem Kurseinbruch in Höhe von knapp 30 Prozent zur Wochenmitte nun mehr als 4 Prozent. Zwischenzeitlich waren sie auf ein Rekordtief abgesackt. Der Gabelstapler-Hersteller hatte am Mittwoch seinen Geschäftsausblick drastisch gesenkt.

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Arbeitsmarkt Dow-Jones-Index Federal Reserve System Inflation Konjunktur Schach US-Notenbank US-Wirtschaft

Konjunktur: Fed: US-Wirtschaft stehen schwere Zeiten bevor

Ein stotternder Arbeitsmarkt und die hohe Inflationsrate halten die größte Volkswirtschaft der Welt weiterhin in Schach – und die US-Notenbank sieht keine Besserung am Horizont.

Die US-Wirtschaft steuert nach Einschätzung der US-Notenbank wegen der hohen Preise und wegen fehlender Arbeitskräfte in vielen Bereichen auf schwere Zeiten zu. Die Aussichten für die Wirtschaft seien schwach und dürften sich im kommenden Jahr weiter eintrüben, geht aus dem Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed (Beige Book) hervor.

Etwas Hoffnung gibt es aber zumindest beim Blick auf die weiter sehr hohen Inflationsrate. Hier gebe es Anzeichen, dass sich der Anstieg verlangsamt. Die Aussagen des Berichts lieferten alles in allem keine großen Überraschungen, sondern spiegelten die zuletzt veröffentlichten Daten und Aussagen von führenden Währungshütern wider.

Am Aktien- und Devisenmarkt kam es zu keinen stärkeren Bewegungen. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial zog zunächst leicht an, schloss aber am Ende mit einem Plus von 1,4 Prozent praktisch auf dem Niveau, das er bereits vor der Veröffentlichung des Konjunkturberichts innehatte.

Der Dollar bewegte sich zum Euro unter dem Strich ebenfalls kaum, auch wenn der Eurokurs wieder über die sogenannte Parität stieg und damit wieder mehr als einen Dollar kostete. Auch die Anleihen reagieren kaum.

Die Federal Reserve stemmt sich seit längerem gegen die hohe Inflation. Im Juli hatte sich die jährliche Inflationsrate auf 8,5 Prozent etwas abgeschwächt, nachdem sie noch im Juni mit 9,1 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als 40 Jahren gestiegen war. Die Daten für den August stehen am Dienstag in der kommenden Woche (13. September) an. Von Bloomberg befragte Experten gehen dabei von einem Plus von 8,1 Prozent aus.

Der Konjunkturbericht der Federal Reserve gibt nicht die Wahrnehmung der Fed wieder, sondern stellt die Sichtweise wichtiger Kontaktpersonen etwa aus großen Unternehmen dar. Der aktuelle Konjunkturbericht wurde von der regionalen Notenbank von San Francisco verfasst. Er beschreibt die konjunkturelle Lage in den Vereinigten Staaten von Anfang Juli bis Ende August.

Das Beige Book wird acht Mal im Jahr jeweils zwei Wochen vor der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed, bei der über die Zinspolitik entschieden wird, veröffentlicht. Bei der Sitzung in zwei Wochen wird eine weitere Anhebung der Leitzinsen um einen halben Prozentpunkt auf 2,75 bis 3,00 Prozent erwartet, nachdem die US-Notenbank diese in den vergangenen beiden Sitzungen sogar jeweils um 0,75 Prozentpunkte erhöht hatte. Anfang März hatte die Spanne für den Leitzins noch bei 0 bis 0,25 Prozent gelegen, bevor die US-Notenbank die Zinswende einleitete. Wegen der zuletzt stark steigenden Preise wurde der Kurs zuletzt massiv verschärft.

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Arbeitsmarkt Dow Jones & Dow-Jones-Index Eskalation Europa Gaskrise Gasstopp Nachrichten NASDAQ-100 New York Nord Stream OAO Gazprom Rezession S&P-500 USA

Börse: Russischer Gasstopp nach Europa zieht Dow nach unten

Die stabilen Arbeitsmarktdaten ließen die Börsianer eigentlich hoffen, doch dann schickte die Nachricht einer russischen Firma den Dow Jones nach unten.

Die neuerliche Eskalation der Gaskrise in Europa hat die US-Börsen am Freitag deutlich ins Minus gedrückt. Anfängliche Gewinne im Zuge robuster Arbeitsmarktdaten verpufften.

Durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 wird von diesem Samstag an anders als angekündigt weiter kein Gas fließen, wie der Staatskonzern Gazprom mitteilte. Grund sei ein Ölaustritt in der Kompressorstation Portowaja.

Nun bleibt der Gasdurchfluss Gazprom zufolge bis zur Beseitigung gestoppt. Zuvor war damit gerechnet worden, dass nach Abschluss der angekündigten dreitägigen Wartungsarbeiten ab Samstag wieder Gas durch die Leitung fließt. Die Nachrichten rücken Europa einen Schritt näher an Stromausfälle, Gas-Rationierungen und eine schwere Rezession. Ein deutlicher wirtschaftlicher Abschwung der Region würde auch den wichtigen Handelspartner USA stark treffen.

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial büßte zwischenzeitliche Gewinne von mehr als 1 Prozent ein und fiel am Ende um 1,07 Prozent auf 31.318,44 Punkte. Im Wochenverlauf verzeichnete der bekannteste Wall-Street-Index damit einen Verlust von 2,99 Prozent.

Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Freitag um 1,07 Prozent auf 3924,26 Punkte abwärts. Der technologielastige Nasdaq 100 fiel um 1,44 Prozent auf 12.098,44 Zähler.

Aufatmen dank Jobdaten

Im frühen Handel sorgten noch Jobdaten für Erleichterung. So stieg zwar im August die Arbeitslosigkeit überraschend an, allerdings von niedrigem Niveau aus. Das Lohnwachstum verlangsamte sich etwas, bleibt im längeren Vergleich aber hoch. Zudem ging das Ausmaß der Beschäftigungszunahme im Vergleich zum Juli zurück, als außerordentlich viele neue Stellen geschaffen wurden. Damit ist insgesamt laut Beobachtern der Druck auf die US-Notenbank, die Zinsen im Kampf gegen die Inflation kräftig zu erhöhen, zumindest nicht noch weiter gestiegen.

„Der US-Arbeitsmarkt läuft auch im zweiten Halbjahr noch auf vollen Touren“, schrieb Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Der Arbeitsplatzaufbau könne zwar nicht mehr an die Vorgabe des Vormonats anknüpfen, doch in Anbetracht der erreichten Vollbeschäftigung und des nahezu leer gefegten Arbeitsmarktes mag dies dem Experten zufolge auch nicht weiter verwundern.

In dem wieder deutlich eingetrübten Umfeld konnten sich im Dow lediglich drei Werte in der Gewinnzone behaupten. Am Index-Ende büßten die Aktien des Mischkonzerns 3M 3,2 Prozent ein.

An der Nasdaq-100-Spitze schnellten die Anteilsscheine von Lululemon um 6,7 Prozent in die Höhe, nachdem der Sportbekleidungshersteller aus Kanada seinen Quartalsbericht vorgelegt und die Jahresziele angehoben hatte. Die Nachfrage von einkommensstarken Konsumenten sei hoch geblieben, sagte ein Händler. Analyst Michael Binetti von der Bank Credit Suisse schrieb: „Unterm Strich hat das Unternehmen eine herausragende Stärke gezeigt in einem deutlich schwächer werdenden Einzelhandelsumfeld.“

Die Papiere von Broadcom gewannen nach vorgelegten Zahlen zum dritten Geschäftsquartal 1,7 Prozent. Der Chipkonzern habe starke Resultate vorgelegt, urteilte der Experte Stacy Rasgon vom Analysehaus Bernstein Research. Die Halbleiter-Umsätze hätten die Erwartungen übertroffen. Insgesamt sei der Nachfrage-Ausblick zudem robust geblieben und auch die Ziele für das vierte Quartal nannte Rasgon „stark“.

Der Euro litt unter dem russischen Gasstopp und notierte zuletzt bei 0,9954 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 0,9993 (Donnerstag: 1,0004) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 1,0007 (0,9996) Euro. Die als sicher geltenden US-Staatsanleihen hingegen profitierten von den Kursverlusten am Aktienmarkt. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) stieg um 0,53 Prozent auf 116,59 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen fiel im Gegenzug auf 3,20 Prozent.

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Aktienmarkt Dow-Jones-Index Energiepreis Euro Stoxx 50 Europa Frankfurt Frankfurt am Main Jackson MDAX Nasdaq Russland Talfahrt USA Wyoming Zinsangst

Börse in Frankfurt: Zinsangst und Energiesorgen lösen Talfahrt aus

Die Zinsangst ist auf den deutschen Aktienmarkt zurückgekehrt. Hinzu kommen die steigenden Energiepreise. Russland hatte angekündigt, die Gaslieferungen nach Europa Ende August für drei Tage zu unterbrechen.

Die Zinsangst ist auf den deutschen Aktienmarkt zurückgekehrt. Hinzu kommen die steigenden Energiepreise. Russland hatte angekündigt, die Gaslieferungen nach Europa Ende August für drei Tage zu unterbrechen.

Der Leitindex Dax weitete am Montag seine jüngsten Verluste deutlich aus und büßte letztlich 2,32 Prozent auf 13.230,57 Punkte ein. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sackte um 3,61 Prozent auf 26.009,69 Zähler ab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,93 Prozent auf 3658,22 Punkte. In den USA verlor der Dow Jones Industrial zum Börsenschluss in Europa 1,3 Prozent, und auch die technologielastigen Nasdaq-Indizes zeigten sich schwach.

Das am Donnerstag beginnende Notenbanktreffen in Jackson Hole im US-Staat Wyoming wirft seine Schatten voraus. Anleger spekulieren, dass die US-Notenbank weiter einen strikten geldpolitischen Kurs verfolgen dürfte, um die Preissteigerungen in den Griff zu bekommen. Entsprechend trennten sich Investoren von als riskant angesehenen Anlagen. Im Falle eines erneuten deutlichen Zinsschritts der Fed um 0,75 Punkte würden Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren weiter an Attraktivität verlieren.

Aus Unternehmenssicht standen zwei Chefwechsel im Fokus, die allerdings unterschiedlich gewertet wurden. Beim Fresenius-Konzern soll der amtierende Lenker der Infusionstochter Kabi, Michael Sen, die Führung übernehmen und den Gesundheitskonzern aus der Dauerkrise führen. Stephan Sturm wird seinen Hut nehmen. Die Aktien zogen an der Dax-Spitze um 3,6 Prozent an.

Kasper Rorsted verlässt den Sportartikelhersteller Adidas im kommenden Jahr. Ein Nachfolger für das Amt des Vorstandschefs ist noch nicht gefunden, was die Anleger verunsicherte. Die Anteilscheine büßten 5,2 Prozent ein.

Aktien aus der Chemie- und Industriebranche litten unter Inflationssorgen, die sich mit erneut anziehenden Gaspreisen paarten. Covestro-Papiere sackten im Dax als Schlusslicht um 6,8 Prozent ab. Anteilsscheine von BASF und Siemens fielen um mehr als 4 Prozent. Im MDax büßten vor dem Hintergrund der russischen Ankündigung zur dreitägigen Gas-Lieferunterbrechung die Papiere von Uniper 7,7 Prozent ein.

Der Euro blieb unter Druck. Am frühen Abend wurde er mit 0,9935 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0001 Dollar fest. Auf dem Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite auf 1,12 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,22 Prozent auf 134,08 Punkte. Der Bund-Future sank zuletzt um 0,74 Prozent auf 151,15 Punkte.

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Amazon Apple Dow Jones & Dow-Jones-Index Inflation Intel iPhone Konjunktur NASDAQ-100 New York Quartalsbericht S&P-500 US-Börse US-Notenbank Wochenende

US-Börse: Amazon und Apple treiben US-Börsen an – Starker Juli

Überraschend solide Quartalsberichte und Ausblicke der beiden Schwergewichte Apple und Amazon haben an den US-Börsen vor dem Wochenende für Erleichterung gesorgt. Der Dow Jones Industrial stieg am Freitag um 0,97 Prozent auf 32.845,13 Zähler und damit auf den höchsten Stand seit Anfang Juni.

Überraschend solide Quartalsberichte und Ausblicke der beiden Schwergewichte Apple und Amazon haben an den US-Börsen vor dem Wochenende für Erleichterung gesorgt. Der Dow Jones Industrial stieg am Freitag um 0,97 Prozent auf 32.845,13 Zähler und damit auf den höchsten Stand seit Anfang Juni.

Auf Wochensicht bringt es der Dow auf einen Gewinn von drei Prozent. Den historisch eher schwachen Börsenmonat Juli hat der Index mit einem Aufschlag von 6,7 Prozent beendet, das ist für den Dow der stärkste Juli seit zwölf Jahren. Unterstützung erhielten die Aktienkurse zuletzt von der Erwartung, dass die US-Notenbank Fed bei ihren Zinserhöhungen möglicherweise doch etwas behutsamer vorgeht.

Der technologielastige Nasdaq 100 legte am Freitag mit 1,81 Prozent auf 12.947,98 Punkte stärker zu. Hier war der Juli mit plus 13 Prozent der beste Börsenmonat seit April 2020. Der marktbreite S&P 500 gewann am Freitag 1,42 Prozent auf 4130,29 Zähler. Positive Nachrichten gab es zudem von der Konjunktur, die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Juli etwas stärker aufgehellt als erwartet.

Um mehr als zehn Prozent ging es mit den Aktien von Amazon nach oben. Der weltgrößte Online-Händler hat den Umsatz im zweiten Quartal trotz hoher Inflation und Rezessionssorgen deutlich gesteigert. Analyst Lee Horowitz von der Deutschen Bank nannte Amazon „den Hafen im konjunkturellen Sturm“. Für Amazons Aktienkurs war der Juli mit einem Gewinn von 27 Prozent der beste Monat seit Oktober 2009.

Auch Apple trotzt mit dem iPhone-Geschäft bisher Konjunktursorgen und Logistik-Engpässen. Im vergangenen Quartal konnte das iPhone in einem insgesamt geschrumpften Smartphone-Markt zulegen. Die Aktien gewannen 3,3 Prozent.

Umsatzeinbruch bei Intel

Ganz anders Intel. Der Chip-Riese hat nach einem Umsatzeinbruch und roten Zahlen im vergangenen Quartal die Jahresziele kassiert. Experte Stacy Rasgon vom Investmenthaus Bernstein nannte die Profitabilität „erschreckend“ und die neuen Jahresziele „garstig“. Mit minus 8,6 Prozent fanden sich die Aktien abgeschlagen am Ende des Dow wieder.

Nicht gut kamen auch Aussagen des Konsumgüterriesen Procter & Gamble an, die Aktie war mit minus 6,2 Prozent zweitgrößter Verlierer im Index. Der Konzern rechnet in diesem Jahr mit Gegenwind von der hohen Inflation.

Auf den Beifall der Investoren stieß ein Rekordgewinn des Ölkonzerns Exxon Mobil. Die stark gestiegenen Öl- und Gaspreise verschafften dem Unternehmen im zweiten Quartal einen Gewinn von 17,9 Milliarden Dollar. Der Kurs stieg um 4,6 Prozent. Noch besser kamen indes die Zahlen des Kontrahenten Chevron an, der zudem den milliardenschweren Aktienrückkauf aufstockte. Chevron zogen an der Dow-Spitze um 8,9 Prozent an.

Der Euro holte anfängliche Verluste größtenteils wieder auf und notierte im späten Handel auf 1,0222 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0198 (Donnerstag: 1,0122) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9806 (0,9880) Euro gekostet.

Am US-Anleihemarkt ging es aufwärts. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries legte um 0,08 Prozent auf 121,08 Punkte zu. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen betrug 2,66 Prozent.

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Aktienmarkt China Coronavirus Dow-Jones-Index Erdgas Euro Stoxx 50 Frankfurt Frankfurt am Main Handelstag London MDAX New York Paris Russland

Börse in Frankfurt: Sorgen um Erdgas und China drücken Dax nach unten

Nach mehreren Handelstagen mit Gewinnen hat der deutsche Aktienmarkt einen schwachen Start in die neue Woche hingelegt.

Nach mehreren Handelstagen mit Gewinnen hat der deutsche Aktienmarkt einen schwachen Start in die neue Woche hingelegt.

Sorgen um mögliche neue Corona-Einschränkungen in China und einen drohenden dauerhaften Gasstopp aus Russland sorgten für Belastung. Der Dax schloss am Montag mit einem Minus von 1,40 Prozent bei 12.832,44 Punkten, nachdem er in der Vorwoche um rund anderthalb Prozent gestiegen war. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen fiel um 2,30 Prozent auf 25.695,53 Punkte.

Auch europaweit standen überwiegend Verluste zu Buche. Der EuroStoxx 50 büßte rund ein Prozent ein. An der Börse in Paris gab es etwas moderatere Verluste, während der Handelsplatz London stagnierte. In New York lag der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss rund ein halbes Prozent im Minus.

Das Risiko weiterer Corona-Beschränkungen in China verschärfe wieder die Sorgen über die globalen Wirtschaftsaussichten, hieß es am Markt. Die Zahl der Neuinfektionen erreichte dort den Angaben zufolge den höchsten Stand seit Ende Mai.

Zudem fließt vorerst kein russisches Gas mehr durch die Pipeline Nord Stream 1 nach Europa, da die planmäßigen etwa zehntägigen Wartungsarbeiten begonnen haben. Es herrscht die Sorge, dass der Durchfluss danach nicht wieder auf das alte Niveau gehoben wird.

Aktien der konjunktursensiblen Gas-Großverbraucher aus der Chemie-, Industrie-, Auto- und Stahlbranche zählten zu den größten Verlierern. Im Dax belegten Daimler Truck, Covestro, Mercedes-Benz und BASF mit Kursabschlägen zwischen 3,8 und 5,0 Prozent hintere Plätze. Letzterer veröffentlichte nach Börsenschluss vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal, die gut ankamen. Auf der Handelsplattform Tradegate stiegen die Papiere des Chemiekonzerns zuletzt um 1,7 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs im Xetra-Hauptgeschäft.

Schwächster MDax-Wert waren Uniper, die nach der jüngsten Stabilisierung zwischenzeitlich um fast 20 Prozent absackten und ein weiteres Rekordtief bei 8,78 Euro erreichten. Letztlich verloren die Papiere des Energieversorgers 14,4 Prozent. Nach dem Antrag des strauchelnden Gasversorgers auf staatliche Unterstützung ist weiter unklar, wie diese genau aussehen wird.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck will bei der Rettung des Unternehmens auch die Eigentümer in die Pflicht nehmen. Uniper-Hauptaktionär ist der finnische Energieversorger Fortum, der rund 80 Prozent des Grundkapitals hält und zu etwas mehr als 50 Prozent dem finnischen Staat gehört. Er stellt sich gegen weitere Hilfen für die Tochter. Die Fortum-Aktien sanken um 4,7 Prozent.

RWE gewannen 1,9 Prozent. Sie profitierten ebenso wie die britische Konkurrenz davon, dass dort aktive Stromanbieter vorerst keine Sondersteuer auf sogenannte Übergewinne im Zuge hoher Energiepreise fürchten müssen. RWE sieht in Großbritannien einen der strategischen Schlüsselmärkte und plant dort bis 2030 Milliardeninvestitionen.

Der Euro notierte zuletzt bei 1,0081 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0098 Dollar festgesetzt.

Die Umlaufrendite deutscher Bundesanleihen stieg von 1,10 Prozent am Freitag auf 1,12 Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,03 Prozent auf 134,65 Punkte zu. Der Bund-Future gewann 0,79 Prozent auf 151,26 Zähler.

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Biontech China Donald Trump Dow Jones & Dow-Jones-Index Handelsverlauf JPMorgan Chase Nasdaq New York Rezession S&P-500 Talfahrt USA Wall Street Wochenende

Märkte: Nach Berg- und Talfahrt überwiegen Gewinne an den US-Börsen

Zunächst ging es steil bergab an der Wall Street – anschließend erholten sich die Märkte aber doch spürbar. Ein Grund sind Gespräche zwischen den USA und China.

Die US-Börsen sind nach einem langen Wochenende am Dienstag zeitweise steil auf Talfahrt gegangen. Im Handelsverlauf gelang den Nasdaq-Indizes dank ihrer starken Ausrichtung auf Technologiewerte jedoch eine deutliche Kehrtwende in die Gewinnzone.

Auch der S&P 500 fand den Weg ins Plus, während der Dow Jones Industrial sich zwar ebenfalls spürbar erholte, aber mit Verlusten schloss. Die Stimmung blieb insgesamt weiter trüb. Rezessionssorgen dominieren zunehmend das Geschehen in den Handelssälen.

Der Dow ging mit einem Abschlag von 0,42 Prozent auf 30.967,82 Punkte aus dem Tag und weitete damit seinen etwas mehr als einprozentigen Verlust aus der vergangenen Woche leicht aus. Der marktbreite S&P 500 legte letztlich um 0,16 Prozent auf 3831,39 Zähler zu. Der Nasdaq-Auswahlindex 100 stieg um 1,68 Prozent auf 11.779,91 Punkte. Er hatte allerdings in der vergangenen Woche etwas mehr als vier Prozent eingebüßt.

Gutes Signal: Gespräche zwischen USA und China

Für Zuversicht sorgten Gespräche zwischen den USA und China über die mögliche Rücknahme einiger Handelszölle, die unter dem früheren US-Präsidenten Donald Trump eingeführt worden waren. Dies dürfte die Angst vor einer Rezession aber nicht ernsthaft mildern, da auch geringere Zölle auf Importe chinesischer Waren nur wenig zur Abkühlung der hohen Inflation beitragen könnten.

Die überraschend guten Auftragseingangsdaten der US-Industrie für den Monat Mai fanden zudem relativ wenig Beachtung. Solche Daten seien angesichts herrschender Lieferkettenprobleme und damit aufgestauter Auftragsbestände zweitrangig geworden, hieß es dazu.

Unter den Einzelwerten waren Chevron im Dow größter Verlierer mit minus 2,6 Prozent. ConocoPhillips gaben am Ende des S&P 100 um 7,0 Prozent nach. ExxonMobil verloren 3,1 Prozent. Die Ölpreise gaben angesichts der grassierenden Rezessionsängste deutlich nach.

Inzwischen etwa schätzt die US-Bank JPMorgan die Wirtschaftsaussichten in den USA ähnlich mau ein wie die in Westeuropa. Die Volkswirte der US-Bank kappten ihre Schätzungen daher deutlich. Für die Frage, ob aus einer Wachstumsschwäche letztlich eine Rezession werde, sei vor allem die Reaktion der Unternehmen entscheidend, schrieben sie.

Erholung für Tech-Werte

Nike indes stiegen an der Dow-Spitze um 3,1 Prozent. Sie waren allerdings erst am Freitag auf den tiefsten Stand seit rund zwei Jahren gefallen. Auf Erholungskurs gingen zudem auch zahlreiche Aktien aus dem Technologiesektor, die zum Teil ebenfalls im Lauf der vergangenen Woche auf Mehrjahrestiefs gesackt waren. So stiegen die Anteile des Chipherstellers Micron Technology um 5,7 Prozent. Paypal gewannen 4,2 Prozent und Nvidia 3,0 Prozent.

Die Papiere der Corona-Impfstoffhersteller zeigten sich überwiegend im Plus – auch wenn es zu Biontech eher negative Nachrichten gab. Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac reichte in Deutschland eine Klage wegen Patentrechtsverletzungen gegen Biontech und zwei Tochterunternehmen ein. Es geht um den Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer (Deutschland/USA). Curevac gaben nach anfänglichen Gewinnen um 1,1 Prozent nach, Biontech legten um 2,2 Prozent zu, während die Aktien des Biontech-Pharmapartners Pfizer 1,3 Prozent verloren. Im Nasdaq 100 legten außerdem die Anteile der Konkurrentin Moderna um 3,7 Prozent zu.

Der Euro kostete im späten US-Handel 1,0269 Dollar. Zeitweise sackte er bis auf 1,0235 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit rund 20 Jahren. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0290 (Montag: 1,0455) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9718 (0,9565) Euro. Am Markt für US-Staatsanleihen stieg der Terminkontrakt für zehnjährige richtungsweisende Treasuries (T-Note-Future) zuletzt um 0,45 Prozent auf 119,80 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen fiel im Gegenzug auf 2,82 Prozent.

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US-Börsen: Rezession in den USA? Schwächstes Halbjahr seit Jahrzehnten

Das Risiko weiter steigender Zinsen und einer davon ausgelösten Rezession hat die US-Aktienmärkte weiter fest im Griff.

Aktienanleger mussten die vergangenen Monate einiges durchmachen: Inflations- und Konjunktursorgen ließen die US-Börsen im ersten Halbjahr einbrechen wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Am Donnerstag ging es weiter nach unten, auch wenn die deutlichen Kursverluste aus dem frühen Handel später erkennbar eingedämmt wurden. An der erschreckend schwachen Halbjahresbilanz konnte dies nicht mehr viel ändern – der marktbreite S&P 500 verbuchte die schwächste Entwicklung seit 1970. Beim Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 war es das schlechteste Abschneiden seit 2002.

Zum Handelsende verzeichnete der Leitindex Dow Jones Industrial am Donnerstag ein Tagesminus von 0,82 Prozent auf 30.775,43 Punkte. Der S&P 500 verringerte seinen Verlust bei 3785,38 Zählern auf 0,88 Prozent, während der Nasdaq 100 letztlich um 1,33 Prozent auf 11 503,72 Punkte nachgab. Für die erste Jahreshälfte standen bei den drei Börsenbarometern satte Abschläge von 15, 21 und 30 Prozent zu Buche.

Das Risiko weiter steigender Zinsen und einer davon ausgelösten Rezession hat die US-Aktienmärkte weiter fest im Griff. Börsianer verwiesen darauf, dass am Mittwoch US-Notenbankchef Jerome Powell und seine Amtskollegen aus der Eurozone und Großbritannien auf einem Forum gewarnt hatten, dass die Inflation länger anhalten werde. Das habe die Debatte angeheizt, «dass fortdauernde Zinserhöhungen zur Bekämpfung der Inflation am Ende in eine Rezession münden», schrieb Marktstratege Jim Reid von der Deutschen Bank.

Bei steigenden Preisen versuchen Verbraucher, die Ausgaben zu drosseln. Das belegten auch die im Mai weniger stark als erwartet gestiegenen Ausgaben der US-Konsumenten. Außerdem waren die Ausgaben im Vormonat nach revidierten Daten schwächer als bisher bekannt gestiegen.

Die maue Kauflaune bekamen an der Börse etwa die Aktien der Autobauer zu spüren: Ford, General Motors (GM) und Stellantis verloren zwischen zweieinhalb und fünf Prozent. Autos als vergleichsweise kostspieliges Konsumprodukt rutschen oft als erstes von privaten Einkaufslisten. Zudem verteuert sich bei steigenden Kapitalmarktzinsen die Kauffinanzierung – auch für die wichtigen Firmenkunden.

Aktien der Apothekenkette Walgreens Boots Alliance sackten nach Zahlen um mehr als sieben Prozent ab und waren damit die größten Verlierer im Dow. Analystin Lisa Gill von der Bank JPMorgan verwies auf eine unter den Erwartungen liegende Profitabilität im dritten Geschäftsquartal.

Papiere des Corona-Bierbrauers Constellation Brands büßten knapp viereinhalb Prozent ein. Ein Händler begründete die Verluste mit einem verhaltenen Ausblick auf das zweite Geschäftsquartal.

Zu den Tagesgewinnern zählten hingegen Biontech und Pfizer mit Aufschlägen von rund fünf beziehungsweise fast drei Prozent. Die US-Regierung bestellt in großem Stil weiteren Corona-Impfstoff von den beiden Unternehmen für eine geplante Booster-Kampagne im Herbst. Laut Pfizer-Chef Albert Bourla geht es dabei auch um Mittel, die gegen neuartigere Virusvarianten wie Omikron schützen sollen.

Der Euro drehte mit den verringerten Verlusten an den US-Börsen ins Plus und kostete im New Yorker Handel zuletzt 1,0483 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs davor noch auf 1,0387 Dollar festgesetzt.

Die als besonders sichere Anlage geltenden US-Staatsanleihen profitierten von der anhaltenden Risikoscheu der Anleger: Während der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) um 0,59 Prozent auf 118,20 Punkte anzog, fiel die Rendite zehnjähriger Papiere auf 2,99 Prozent – und damit erstmals seit knapp drei Wochen unter die Drei-Prozent-Marke.

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