Kategorien
Deutschland Drogerie Frauen Insolvenz Philipp Rösler Schlecker

23. Januar 2012: Zehn Jahre nach dem Schlecker-Aus: Was bleibt vom einstigen Drogerie-Imperium?

Am 23. Januar 2012 meldete die Drogeriekette Schlecker nach einer steilen Talfahrt endgültig Insolvenz an. 25.000 Beschäftigte verloren vom einen auf den anderen Tag ihren Arbeitsplatz. Wie denken die Betroffenen heute über das Aus des Drogerie-Imperiums?

40 Prozent Marktanteil, 6,55 Milliarden Euro Umsatz – Schlecker war bis Anfang der 2000er Jahre eine der größten Drogerieketten in ganz Europa. In nahezu jeder Kommune in Deutschland hing zeitweise mindestens einmal der weiße Laden-Schriftzug auf blauen Grund. Was folgte war ein Absturz unvergleichlichen Ausmaßes. 

Vor zehn Jahren, am 23. Januar 2012, musste das Imperium des Drogeriekönigs und Selfmademan Anton Schlecker endgültig Insolvenz anmelden. Angekündigt hatte der Drogeriekonzern den Schritt schon drei Tage früher. Rund 25.000 Beschäftigte in Deutschland, vor allem Frauen, verloren ihren Job. „Es gab vermutlich in Deutschland bislang kaum ein vergleichbares Insolvenzverfahren hinsichtlich des öffentlichen und medialen Interesses“, heißt es im Büro von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz.

Insolvenz war hausgemacht

Der Niedergang des Schlecker-Imperiums zeichnete sich schon über ein halbes Jahr vor der Pleite ab. Im Juni 2011 kündigte das Unternehmen an, rund 10 Prozent der über 8000 Filialen in Deutschland zu schließen. Grund sei deren unzureichende Wirtschaftlichkeit. Die Probleme waren hausgemacht. Schlecker habe versucht, mit immer mehr Läden noch größer zu werden, mehr Einkaufsvorteile zu erzielen, um noch günstigere Preise erzielen zu können, sagt der Sprecher des Insolvenzverwalters. „Die Kunden blieben jedoch aus, weil die Läden zu klein, zu alt und unattraktiv waren.“ Der Umbau von der einstmals größten Drogeriekette Europas konnte nicht rasch genug umgesetzt werden, weil das Geld dazu fehlte. „Und dann fiel das auf Expansion gebaute Kartenhaus in sich zusammen.“

Legendär sind die Worte von Schleckers Tochter Meike wenige Tage nach der Insolvenzanmeldung auf einer Pressekonferenz zusammen mit Insolvenzverwalter Geiwitz. Sie wird gefragt, warum der Vater denn nicht mit Geld aus seinem Privatvermögen das Unternehmen gestützt habe. Meike Schlecker rückte auf ihrem Stuhl nach vorn und antwortete: „Ich glaube, Sie haben das nicht verstanden. Es ist nichts mehr da.“ Als sogenannter Einzelkaufmann haftete er mit allem, was er besaß. Etwa 28.000 Gläubiger haben Forderungen von etwas über 1,2 Milliarden Euro zur Insolvenztabelle angemeldet.

Mitarbeiter:innen von Politik im Stich gelassen

Der Fall Schlecker wird auch zum Politikum. Im März 2012 scheitert der Versuch von Geiwitz, eine Transfergesellschaft für knapp 10.000 vor der Kündigung stehende Beschäftigte auf die Beine zu stellen. Der damalige Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) lehnt einen Kredit durch die Staatsbank KfW ab und verweist auf die Zuständigkeit der Länder. Die FDP-Wirtschaftsminister in Bayern, Niedersachsen und Sachsen verhindern die Bildung der Gesellschaft. Und Rösler sorgt für zusätzliche Empörung, weil er den von Entlassung betroffenen Frauen der Drogeriekette empfohlen hatte, selbst eine neue Arbeit zu finden und dies als „Anschlussverwendung“ bezeichnet.

Auch zehn Jahre nach der Insolvenz ist Christel Hoffmann, die ehemalige Betriebsratschefin des Konzerns, noch empört. „Bei Schlecker hatte die Politik die Türen zugeschlagen. Die dort beschäftigten Frauen waren der Politik nicht wichtig“, sagt die heute 68-Jährige. Auch die heutige SPD-Bundestagsabgeordnete und damalige Verdi-Chefin von Baden-Württemberg, Leni Breymaier, meint rückblickend, Schlecker habe einfach ein zu schlechtes Image gehabt. Deshalb habe es kein Engagement der Politik gegeben.FS Einkaufsverhalten Supermarkt 15.39

Schlecker-Kinder müssen in Haft

Die frühere Betriebsratschefin arbeitete knapp 20 Jahre bei dem Drogerieunternehmen. Das große Manko der Familie Schlecker war aus Sicht von Hoffmann, dass diese beratungsresistent gewesen sei. In Ihrer Betriebsratszeit habe sie Anton Schlecker nie zu Gesicht bekommen, sagt Hoffmann. Einer breiteren Öffentlichkeit musste sich der Metzgermeister, der seinen ersten Drogeriemarkt nach dem Wegfall der Preisbindung für Markenartikel in den 1970er Jahren eröffnet hatte, während des Prozesses vor dem Landgericht Stuttgart stellen.

2017 wurde Schlecker wegen vorsätzlichen Bankrotts zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Im Wissen um die bevorstehende Insolvenz habe er Geld zur Seite geschafft. Ihm blieb das Gefängnis erspart. Seinen Kindern aber nicht. Meike und Lars Schlecker mussten hinter Gitter. Sie waren in letzter Instanz zu Haftstrafen von jeweils zwei Jahren und sieben Monaten verurteilt worden. Über zehn Millionen Euro hatten die Schleckers in der Vergangenheit an den Insolvenzverwalter zurückgezahlt.

dm und Rossmann sichern sich Marktanteile

Im Handel sind die Marktanteile von Schlecker dagegen längst neu verteilt. „Die Pleite von Schlecker hat erst einmal ein Riesenloch gerissen. Vor allem dm und Rossmann haben danach massiv um die Schlecker-Kunden gekämpft und sich regelrechte Preisschlachten geliefert. Das hat sich für beide ausgezahlt: Am Ende haben sie sich das größte Stück vom Kuchen gesichert“, sagt Handelsexperte Thomas Montiel-Castro vom Marktforschungsunternehmen NielsenIQ.

„Der Platzhirsch dm konnte seinen Marktanteil danach von 28,5 Prozent auf über 40 Prozent steigern, Rossmann von 22,5 Prozent auf 33,5 Prozent“, berichtet Mirko Warschun von der Unternehmensberatung Kearney. Andere Drogeriemarktketten hätten dagegen nur wenig profitiert. Und auch die großen Lebensmittelhändler seien weitgehend leer ausgegangen, als die Marktanteile von Schlecker neu verteilt wurden. „Sie hatten in ihren Filialen einfach nicht genug Platz, um eine wirklich konkurrenzfähige Produktauswahl im Drogeriewarensegment anzubieten, und in den Augen vieler Kunden fehlte es ihnen vielleicht auch an Kompetenz in diesem Bereich“, sagt der Branchenkenner.STERN PAID 2_22 Alnatura Chef 14.54

Kehrt Schlecker wirklich zurück?

Inzwischen hat der in Österreich ansässige Geschäftsmann Patrick Landrock angekündigt, die Marke Schlecker wiederbeleben zu wollen. So solle Schlecker kein reiner Drogeriemarkt mehr werden, sondern auch stark mit Produkten des täglichen Bedarfs wie Lebensmitteln, Büro- und Geschäftsbedarfsprodukten sowie Baumarktartikeln auftreten. Der Online-Vertrieb solle im ersten Halbjahr starten. Die ersten Filialen sollen dann folgen, in diesem Jahr seien 50 Verkaufsstellen geplant. Der Start des Online-Vertriebs sei bereits finanziert.

Landrock ist eigenen Angaben zufolge Markeninhaber von Schlecker. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters sagt, die Rechte an der Marke konnten im Zuge des Insolvenzverfahrens nicht an einen geeigneten Bieter veräußert werden. „Da die Marken seit 2012 nicht genutzt wurden, hat die Insolvenzverwaltung diese – nach einem Hinweis des Deutschen Marken- und Patentamts – gelöscht beziehungsweise die Eintragung nicht verlängert.“ Der Insolvenzverwalter verhandelte einst auch mit Landrock: „Zu einem Verkauf kam es seinerzeit nicht.“

Go to Source

Kategorien
Berlin Berlinale Deutschland Frankreich Goldener Bär Night Shyamalan

Berlinale 2022: Diese Filme sind im Rennen um Goldenen Bären

M. Night Shyamalan ist 2022 der Jurypräsident der Berlinale. Diese 18 Filme gilt es für ihn im Rennen um den Goldenen Bären zu bewerten.

Vom 10. bis zum 20. Februar finden die Internationalen Filmfestspiele Berlin, kurz die Berlinale, statt. In diesem Jahr wird „The Sixth Sense“-Regisseur M. Night Shyamalan (51) als Präsident die Wettbewerbsjury anführen. Nun haben die Veranstalter das vielfältige Teilnehmerfeld veröffentlicht. 18 Filme aus 15 Ländern werden im Wettbewerb der 72. Ausgabe der Veranstaltung um den Goldenen und mehrere Silberne Bären konkurrieren. Nur bei einem von ihnen wird es sich demnach nicht um die Weltpremiere handeln.

Das sei beim US-amerikanischen Beitrag „Call Jane“ mit Elizabeth Banks (47), Sigourney Weaver (72) und Kate Mara (38) der Fall. Das Drama soll bereits Ende Januar beim Sundance Film Festival seine Weltpremiere feiern.

Am häufigsten finden sich französische Produktionen im Wettbewerb: „Avec amour et acharnement“ mit Juliette Binoche (57), „Les passagers de la nuit“ mit Charlotte Gainsbourg (50) und „Peter von Kant“. Der Film von François Ozon (54) wird auch als Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale fungieren. Sechs weitere Filme sind französische Co-Produktionen.

Zahlreiche Co-Produktionen

Ein komplett deutscher Beitrag findet sich 2022 nicht im Teilnehmerfeld. Dafür die Co-Produktionen „A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe“ (Deutschland/Frankreich) mit Udo Kier (77), „Rimini“ (Österreich/Frankreich/Deutschland), „Drii Winter“ (Schweiz/Deutschland) und „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ (Deutschland/Frankreich).

Die weiteren Filme des Wettbewerbs sind: „Yin Ru Chen Yan“ (China), „Un été comme ça“ (Kanada), „Un año, una noche“ (Spanien/Frankreich), „So-seol-ga-ui Yeong-hwa“ (Südkorea), „Robe of Gems“ (Mexiko/Argentinien/USA), „Nana“ (Indonesien), „Leonora addio“ (Italien), „La ligne“ (Schweiz/Frankreich/Belgien), „Everything Will Be Ok“ (Frankreich/Kambodscha) sowie „Alcarràs“ (Spanien/Italien).

Go to Source

Kategorien
Anklageschrift Arabischer Frühling Arbeitszeugnis Baschar al-Assad Bundesanwaltschaft Damaskus Deutschland Folter Frankfurt Frankfurt am Main Geheimdienst Homs Justiz Kapuze OLG Parka Syrien Verbrechen

Fleißig, ehrgeizig und ein Kriegsverbrecher? Prozess

In den medizinischen Arbeitszeugnissen wird er als fleißig und ehrgeizig beschrieben. In der Anklageschrift als Kriegsverbrecher, der folterte. Nun hat in Frankfurt der Prozess gegen einen syrischen Arzt begonnen.

Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, förmlich zusammengesunken in seinem Parka und mit vor dem Körper gefesselten Händen betritt Alaa M. den Gerichtssaal. Vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt muss sich der 36 Jahre alte syrische Arzt seit diesem Mittwoch wegen Verbrechen wegen die Menschlichkeit verantworten.

Eine gute Dreiviertelstunde dauert die Verlesung der Anklageschrift, in der die Bundesanwältinnen auch auf die gewaltsame Niederschlagung der Opposition in Syrien nach dem Arabischen Frühling und ausführlich auf die Situation in den Militärgefängnissen eingehen – Gefängnissen wie jenes in Homs, in dem auch M. gefoltert haben soll.

Laut Anklage arbeitete er zwischen April 2011 und Ende 2012 als Assistenzarzt in einem Militärkrankenhaus in seiner Heimatstadt Homs. Dort sowie in einem weiteren Militärkrankenhaus in Damaskus und im Gefängnis des syrischen Militärischen Geheimdienstes in Homs soll der Angeklagte inhaftierte Zivilisten, die der Opposition gegen Machthaber Baschar al-Assad zugerechnet wurden, gefoltert haben.

Exzessive Gewalt, Folter in allen Bereichen von der Notaufnahme bis zu den unterirdischen Kellern, in denen Gefangene unter katastrophalen Bedingungen zusammengepfercht waren – M. soll Teil des Systems gewesen sein und vor Arztkollegen sogar mit seinen Taten geprahlt haben.

So habe er Kollegen erzählt, er «habe heute eine Küchenschabe mit Füßen getreten», heißt es in der Aufzählung der Anklägerin. Bei einer anderen Gelegenheit habe er damit angegeben, mit der Verbrennung von Genitalien «eine neue Foltermethode erfunden zu haben». Unter den Opfern dieser brutalen Gewalt war laut Anklage auch ein 14 bis 15 Jahre alter Junge. Der Orthopäde soll Knochenbrüche ohne Narkose behandelt und einem Gefangenen auf entzündete Wunden getreten sein.

Der Angeklagte, mittlerweile ohne Parka, in weißem Hemd und Jackett, hört der Verlesung der Anklage mit halb geschlossenen Augen und leicht vorgeneigtem Kopf zu. Den neben ihm sitzenden Dolmetscher braucht M., der seit 2015 in Deutschland als Arzt praktiziert, nicht. Auch zur eigenen Person äußert er sich in akzentgefärbten, aber gutem Deutsch: Er komme aus einer christlichen Familie, sei verheiratet und habe zwei Kinder. Dass er auch im Ausland praktizieren wollte, sei ihm bereits früh klar gewesen. Noch während seines Studiums besuchte er nach eigenen Angaben zwei Sprachkurse in England, entschied sich dann aber 2009, lieber Deutsch zu lernen.

Diese Zielstrebigkeit wird auch in den Arbeitszeugnissen bescheinigt, die anschließend verlesen werden. Immer wieder wird der Mann als ehrgeizig und zielstrebig hervorgerufen, höflich gegenüber Vorgesetzten – einer, der seine Pflicht erfüllt. Bemerkenswert: Laut Lebenslauf und den Bescheinigungen, die auch die Grundlage für seinen Arbeitsvertrag mit einer Klinik in Nordhessen bildeten, war er von 2010 bis 2015 durchgehend im Städtischen Krankenhaus Damaskus beschäftigt. Von Militärkrankenhäusern ist darin keine Rede. In der kommenden Woche will sich M. in seiner Einlassung vor Gericht zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen äußern.

«Wir werden Punkt für Punkt und Schritt für Schritt die Wege unseres Mandanten darstellen und dann werden wir das (mit den Zeugenaussagen) vergleichen», kündigt einer der Verteidiger nach dem ersten Prozesstag an. «Was wir heute in der Anklageschrift der GBA (Bundesanwaltschaft) gehört haben, werden wir widerlegen.»

«Der heutige Prozessbeginn ist ein klares Bekenntnis der deutschen Justiz zum Weltrechtsprinzip, und zum humanitären Grundgedanken des Völkerstrafrechts, betont Anna Zabeck, Oberstaatsanwältin und Anklagevertreterin in dem Verfahren, nach dem ersten Prozesstag. «Das Verfahren ist ein starkes Signal gegen die Straflosigkeit schwerster Verbrechen gegen die Menschlichkeit.»

Auf Aufklärung und mehr internationale Aufmerksamkeit hofft auch die kleine Gruppe von Syrern, die aus mehreren Städten Deutschlands, aus den Niederlanden und Frankreich angereist ist. Einige haben syrische Flaggen bei sich, auf denen «Freiheit» steht. Sie halten Plakate hoch mit den Bildern von Menschen, die als verschwunden gelten. Viele haben selbst Angehörige, die oft viele Jahre inhaftiert waren – so wie der Vater und Onkel des syrischen Exilaktivisten und Journalisten Sakher Edris, der aus Paris zu dem Prozess angereist ist.

«Die Syrer haben die Hoffnung in die internationale Gemeinschaft verloren nach all den Jahren voller Massaker, der Verhaftungen, der Gewalt», sagt Edris. «Aber jetzt, nach Koblenz und nun hier in Frankfurt, das ist ein Funke Hoffnung für uns, dass Täter zur Verantwortung gezogen werden und die Straflosigkeit endet.»

Und er berichtet über sein Gespräch mit der Mutter eines verschwundenen jungen Mannes, die ihre ganze Hoffnung auf die internationale Justiz setzt, auch wenn sie die Hoffnung für ihren Sohn aufgegeben habe. «Sie hofft nur, dass er inzwischen tot ist – dann kann er wenigstens nicht mehr gefoltert werden.»

Erst in der vergangenen Woche war der nach Angaben der Bundesanwaltschaft weltweit erste Strafprozess um Staatsfolter in Syrien vor dem Oberlandesgericht Koblenz zu Ende gegangen. Der Syrer Anwar R. wurde wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Go to Source

Kategorien
Berlin Berlinale Deutschland Frankreich Goldener Bär Night Shyamalan

Berlinale 2022: Diese Filme sind im Rennen um Goldenen Bären

M. Night Shyamalan ist 2022 der Jurypräsident der Berlinale. Diese 18 Filme gilt es für ihn im Rennen um den Goldenen Bären zu bewerten.

Vom 10. bis zum 20. Februar finden die Internationalen Filmfestspiele Berlin, kurz die Berlinale, statt. In diesem Jahr wird „The Sixth Sense“-Regisseur M. Night Shyamalan (51) als Präsident die Wettbewerbsjury anführen. Nun haben die Veranstalter das vielfältige Teilnehmerfeld veröffentlicht. 18 Filme aus 15 Ländern werden im Wettbewerb der 72. Ausgabe der Veranstaltung um den Goldenen und mehrere Silberne Bären konkurrieren. Nur bei einem von ihnen wird es sich demnach nicht um die Weltpremiere handeln.

Das sei beim US-amerikanischen Beitrag „Call Jane“ mit Elizabeth Banks (47), Sigourney Weaver (72) und Kate Mara (38) der Fall. Das Drama soll bereits Ende Januar beim Sundance Film Festival seine Weltpremiere feiern.

Am häufigsten finden sich französische Produktionen im Wettbewerb: „Avec amour et acharnement“ mit Juliette Binoche (57), „Les passagers de la nuit“ mit Charlotte Gainsbourg (50) und „Peter von Kant“. Der Film von François Ozon (54) wird auch als Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale fungieren. Sechs weitere Filme sind französische Co-Produktionen.

Zahlreiche Co-Produktionen

Ein komplett deutscher Beitrag findet sich 2022 nicht im Teilnehmerfeld. Dafür die Co-Produktionen „A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe“ (Deutschland/Frankreich) mit Udo Kier (77), „Rimini“ (Österreich/Frankreich/Deutschland), „Drii Winter“ (Schweiz/Deutschland) und „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ (Deutschland/Frankreich).

Die weiteren Filme des Wettbewerbs sind: „Yin Ru Chen Yan“ (China), „Un été comme ça“ (Kanada), „Un año, una noche“ (Spanien/Frankreich), „So-seol-ga-ui Yeong-hwa“ (Südkorea), „Robe of Gems“ (Mexiko/Argentinien/USA), „Nana“ (Indonesien), „Leonora addio“ (Italien), „La ligne“ (Schweiz/Frankreich/Belgien), „Everything Will Be Ok“ (Frankreich/Kambodscha) sowie „Alcarràs“ (Spanien/Italien).

Go to Source

Kategorien
Anklageschrift Arabischer Frühling Arbeitszeugnis Baschar al-Assad Bundesanwaltschaft Damaskus Deutschland Folter Frankfurt Frankfurt am Main Geheimdienst Homs Justiz Kapuze OLG Parka Syrien Verbrechen

Fleißig, ehrgeizig und ein Kriegsverbrecher? Prozess

In den medizinischen Arbeitszeugnissen wird er als fleißig und ehrgeizig beschrieben. In der Anklageschrift als Kriegsverbrecher, der folterte. Nun hat in Frankfurt der Prozess gegen einen syrischen Arzt begonnen.

Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, förmlich zusammengesunken in seinem Parka und mit vor dem Körper gefesselten Händen betritt Alaa M. den Gerichtssaal. Vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt muss sich der 36 Jahre alte syrische Arzt seit diesem Mittwoch wegen Verbrechen wegen die Menschlichkeit verantworten.

Eine gute Dreiviertelstunde dauert die Verlesung der Anklageschrift, in der die Bundesanwältinnen auch auf die gewaltsame Niederschlagung der Opposition in Syrien nach dem Arabischen Frühling und ausführlich auf die Situation in den Militärgefängnissen eingehen – Gefängnissen wie jenes in Homs, in dem auch M. gefoltert haben soll.

Laut Anklage arbeitete er zwischen April 2011 und Ende 2012 als Assistenzarzt in einem Militärkrankenhaus in seiner Heimatstadt Homs. Dort sowie in einem weiteren Militärkrankenhaus in Damaskus und im Gefängnis des syrischen Militärischen Geheimdienstes in Homs soll der Angeklagte inhaftierte Zivilisten, die der Opposition gegen Machthaber Baschar al-Assad zugerechnet wurden, gefoltert haben.

Exzessive Gewalt, Folter in allen Bereichen von der Notaufnahme bis zu den unterirdischen Kellern, in denen Gefangene unter katastrophalen Bedingungen zusammengepfercht waren – M. soll Teil des Systems gewesen sein und vor Arztkollegen sogar mit seinen Taten geprahlt haben.

So habe er Kollegen erzählt, er «habe heute eine Küchenschabe mit Füßen getreten», heißt es in der Aufzählung der Anklägerin. Bei einer anderen Gelegenheit habe er damit angegeben, mit der Verbrennung von Genitalien «eine neue Foltermethode erfunden zu haben». Unter den Opfern dieser brutalen Gewalt war laut Anklage auch ein 14 bis 15 Jahre alter Junge. Der Orthopäde soll Knochenbrüche ohne Narkose behandelt und einem Gefangenen auf entzündete Wunden getreten sein.

Der Angeklagte, mittlerweile ohne Parka, in weißem Hemd und Jackett, hört der Verlesung der Anklage mit halb geschlossenen Augen und leicht vorgeneigtem Kopf zu. Den neben ihm sitzenden Dolmetscher braucht M., der seit 2015 in Deutschland als Arzt praktiziert, nicht. Auch zur eigenen Person äußert er sich in akzentgefärbten, aber gutem Deutsch: Er komme aus einer christlichen Familie, sei verheiratet und habe zwei Kinder. Dass er auch im Ausland praktizieren wollte, sei ihm bereits früh klar gewesen. Noch während seines Studiums besuchte er nach eigenen Angaben zwei Sprachkurse in England, entschied sich dann aber 2009, lieber Deutsch zu lernen.

Diese Zielstrebigkeit wird auch in den Arbeitszeugnissen bescheinigt, die anschließend verlesen werden. Immer wieder wird der Mann als ehrgeizig und zielstrebig hervorgerufen, höflich gegenüber Vorgesetzten – einer, der seine Pflicht erfüllt. Bemerkenswert: Laut Lebenslauf und den Bescheinigungen, die auch die Grundlage für seinen Arbeitsvertrag mit einer Klinik in Nordhessen bildeten, war er von 2010 bis 2015 durchgehend im Städtischen Krankenhaus Damaskus beschäftigt. Von Militärkrankenhäusern ist darin keine Rede. In der kommenden Woche will sich M. in seiner Einlassung vor Gericht zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen äußern.

«Wir werden Punkt für Punkt und Schritt für Schritt die Wege unseres Mandanten darstellen und dann werden wir das (mit den Zeugenaussagen) vergleichen», kündigt einer der Verteidiger nach dem ersten Prozesstag an. «Was wir heute in der Anklageschrift der GBA (Bundesanwaltschaft) gehört haben, werden wir widerlegen.»

«Der heutige Prozessbeginn ist ein klares Bekenntnis der deutschen Justiz zum Weltrechtsprinzip, und zum humanitären Grundgedanken des Völkerstrafrechts, betont Anna Zabeck, Oberstaatsanwältin und Anklagevertreterin in dem Verfahren, nach dem ersten Prozesstag. «Das Verfahren ist ein starkes Signal gegen die Straflosigkeit schwerster Verbrechen gegen die Menschlichkeit.»

Auf Aufklärung und mehr internationale Aufmerksamkeit hofft auch die kleine Gruppe von Syrern, die aus mehreren Städten Deutschlands, aus den Niederlanden und Frankreich angereist ist. Einige haben syrische Flaggen bei sich, auf denen «Freiheit» steht. Sie halten Plakate hoch mit den Bildern von Menschen, die als verschwunden gelten. Viele haben selbst Angehörige, die oft viele Jahre inhaftiert waren – so wie der Vater und Onkel des syrischen Exilaktivisten und Journalisten Sakher Edris, der aus Paris zu dem Prozess angereist ist.

«Die Syrer haben die Hoffnung in die internationale Gemeinschaft verloren nach all den Jahren voller Massaker, der Verhaftungen, der Gewalt», sagt Edris. «Aber jetzt, nach Koblenz und nun hier in Frankfurt, das ist ein Funke Hoffnung für uns, dass Täter zur Verantwortung gezogen werden und die Straflosigkeit endet.»

Und er berichtet über sein Gespräch mit der Mutter eines verschwundenen jungen Mannes, die ihre ganze Hoffnung auf die internationale Justiz setzt, auch wenn sie die Hoffnung für ihren Sohn aufgegeben habe. «Sie hofft nur, dass er inzwischen tot ist – dann kann er wenigstens nicht mehr gefoltert werden.»

Erst in der vergangenen Woche war der nach Angaben der Bundesanwaltschaft weltweit erste Strafprozess um Staatsfolter in Syrien vor dem Oberlandesgericht Koblenz zu Ende gegangen. Der Syrer Anwar R. wurde wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Go to Source

Kategorien
Christian Drosten Deutschland FAZ Gastronomie Kontaktverfolgung Pandemie Partner Virus

Kontaktverfolgung – und dann?: Bezahlfunktion und mehr: Die Luca-App will auch nach der Pandemie nicht verschwinden

Mit dem Ende der Pandemie wird auch die Kontaktverfolgung ihren Sinn verlieren – und auch die darauf spezialisierte App Luca. Nun haben die Macher der App verraten, wie sie weiter relevant bleiben wollen.

Wer hatte wann mit wem Kontakt – diese Frage soll den Gesundheitsämtern seit Beginn der Pandemie helfen, mögliche Infektionensketten zu brechen. Eine Unterstützung dabei wollte die Luca-App sein. Innerhalb kürzester Zeit schaffte es die App durch die Pandemie, sich in unzähligen Gastronomie-Betrieben und Ladengeschäften zu etablieren. Jetzt könnte bald das Ende der Beschränkungen anstehen. Und damit auch das Ende der Notwendigkeit für Luca.

Das ist wohl auch den Machern der App, den Unternehmen Culture4Life, beziehungsweise Nexenio, aufgefallen. „Viele Experten erwarten im Laufe des Jahres eine endemische Situation in Deutschland „, beginnt ein Blogpost zur Zukunft der App. Die steht nämlich durchaus auf dem Spiel. Anders als bei der aktuellen Pandemie würde bei einer endemischen Situation dann nicht mehr eine ständige, konkrete Infektionsgefahr bestehen. Das Virus würde in der von Experten wie dem Virologen Christian Drosten erwarteten Situation dann ähnlich wie die Grippe Teil des Alltags sein, eine ständige Kontaktverfolgung entfiele. Luca will deshalb sein Angebot überarbeiten – und sich als Partner für Gastronomen und Läden umdefinieren.STERN PAID Luca App funktioniert nicht 1240

Luca neu gedacht

Zunächst wird allerdings das Kern-Angebot umgekrempelt. Anders als aktuell gibt es in einer endemischen Situation in der Regel nur einzelne, lokale Ausbrüche. Eine allgemeine Verpflichtung zur Kontaktverfolgung und die entsprechende Infrastruktur sind dann aber kaum zu rechtfertigen. Das überarbeitete Luca soll das widerspiegeln. „Damit dem Gesundheitsschutz weiterhin maximal gedient ist, will Luca den Bundesländern die Flexibilität geben, Luca immer dann einzusetzen, wenn sie es brauchen“, erklärt der Post.

Statt strikter Dauerabos können sie die App dann einfach als Service buchen, solange es sinnvoll erscheint. Damit das attraktiv bleibt, werden sogar die Preise halbiert. Statt 18.000 Euro im Monat pro Gesundheitsamt sollen die Länder nun nur noch die Hälfte zahlen, berichtet „Heise“. „Eine entsprechende Information wurde bereits an die Bundesländer geschickt“, erklärt Luca.

Zudem will die sich App breiter aufstellen. Die Funktionen sollen dabei erheblich erweitert werden. Luca überlegt, den Impfnachweis und den Personalausweis in der App zu verbinden, das soll die Kontrollen einfacher machen. Noch weiter gehen Pläne, eine eigene Bezahlfunktion einzubauen. Mit der könnten die Kunden dann direkt über die App bezahlen, die Preise sollen für Gastronomen günstiger sein als die etablierten Systeme von Visa oder Mastercard, sagte Culture4life-Chef Patrick Hennig der „FAZ“.App Store Apple Beliebte Apps 2021 17.25

Umstrittene App

Das Umdenken dürfte nicht nur auf die Entwicklung in Richtung Endemie zurückzuführen sein. In den letzten Monaten hatte Luca immer wieder heftig unter Beschuss gestanden, war etwa im Dezember von der Expertin Bianca Kastl als „technisch und der Wirkung tot“ bezeichnet worden (hier lesen Sie mehr). Zudem hatte ein Versuch der Polizei von Rheinland-Pfalz für Ärger gesorgt, über falsche Infektionswarnungen an Kontaktdaten der App zu kommen (hier lesen Sie mehr). Zwar traf die Luca-Entwickler in diesem Fall keine Schuld, der Rufschaden war da aber schon entstanden.

Viel schwerwiegender dürfte aber sein, dass in den letzten Wochen auch mehrere Bundesländer ihre Verträge mit den App-Betreibern zu hinterfragen begannen. Schleswig-Holstein hat den Vertrag bereits gekündigt, auch Bremen will einem Bericht von Netzpolitik aussteigen, andere Bundesländer wägen entsprechende Empfehlungen noch ab. Dabei scheint vor allem eine Rolle zu spielen, dass die Gesundheitsämter die von Luca gesammelten Daten offenbar schlicht nicht zu brauchen scheinen. Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard bringt das Dilemma mit der Zahl der durch die Gesundheitsbehörden des Stadtstaates erfolgten Anfragen an Luca auf den Punkt: Es waren genau zehn.

Quellen:Luca, FAZ, Netzpolitik

Go to Source

Kategorien
Christian Drosten Deutschland FAZ Gastronomie Kontaktverfolgung Pandemie Partner Virus

Kontaktverfolgung – und dann?: Luca nach der Pandemie: So will sich die umstrittene App in die Zukunft retten

Mit dem Ende der Pandemie wird auch die Kontaktverfolgung ihren Sinn verlieren – und auch die darauf spezialisierte App Luca. Nun haben die Macher der App verraten, wie sie weiter relevant bleiben wollen.

Wer hatte wann mit wem Kontakt – diese Frage soll den Gesundheitsämtern seit Beginn der Pandemie helfen, mögliche Infektionensketten zu brechen. Eine Unterstützung dabei wollte die Luca-App sein. Innerhalb kürzester Zeit schaffte es die App durch die Pandemie, sich in unzähligen Gastronomie-Betrieben und Ladengeschäften zu etablieren. Jetzt könnte bald das Ende der Beschränkungen anstehen. Und damit auch das Ende der Notwendigkeit für Luca.

Das ist wohl auch den Machern der App, den Unternehmen Culture4Life, beziehungsweise Nexenio, aufgefallen. „Viele Experten erwarten im Laufe des Jahres eine endemische Situation in Deutschland „, beginnt ein Blogpost zur Zukunft der App. Die steht nämlich durchaus auf dem Spiel. Anders als bei der aktuellen Pandemie würde bei einer endemischen Situation dann nicht mehr eine ständige, konkrete Infektionsgefahr bestehen. Das Virus würde in der von Experten wie dem Virologen Christian Drosten erwarteten Situation dann ähnlich wie die Grippe Teil des Alltags sein, eine ständige Kontaktverfolgung entfiele. Luca will deshalb sein Angebot überarbeiten – und sich als Partner für Gastronomen und Läden umdefinieren.STERN PAID Luca App funktioniert nicht 1240

Luca neu gedacht

Zunächst wird allerdings das Kern-Angebot umgekrempelt. Anders als aktuell gibt es in einer endemischen Situation in der Regel nur einzelne, lokale Ausbrüche. Eine allgemeine Verpflichtung zur Kontaktverfolgung und die entsprechende Infrastruktur sind dann aber kaum zu rechtfertigen. Das überarbeitete Luca soll das widerspiegeln. „Damit dem Gesundheitsschutz weiterhin maximal gedient ist, will Luca den Bundesländern die Flexibilität geben, Luca immer dann einzusetzen, wenn sie es brauchen“, erklärt der Post.

Statt strikter Dauerabos können sie die App dann einfach als Service buchen, solange es sinnvoll erscheint. Damit das attraktiv bleibt, werden sogar die Preise halbiert. Statt 18.000 Euro im Monat pro Gesundheitsamt sollen die Länder nun nur noch die Hälfte zahlen, berichtet „Heise“. „Eine entsprechende Information wurde bereits an die Bundesländer geschickt“, erklärt Luca.

Zudem will die sich App breiter aufstellen. Die Funktionen sollen dabei erheblich erweitert werden. Luca überlegt, den Impfnachweis und den Personalausweis in der App zu verbinden, das soll die Kontrollen einfacher machen. Noch weiter gehen Pläne, eine eigene Bezahlfunktion einzubauen. Mit der könnten die Kunden dann direkt über die App bezahlen, die Preise sollen für Gastronomen günstiger sein als die etablierten Systeme von Visa oder Mastercard, sagte Culture4life-Chef Patrick Hennig der „FAZ“.App Store Apple Beliebte Apps 2021 17.25

Umstrittene App

Das Umdenken dürfte nicht nur auf die Entwicklung in Richtung Endemie zurückzuführen sein. In den letzten Monaten hatte Luca immer wieder heftig unter Beschuss gestanden, war etwa im Dezember von der Expertin Bianca Kastl als „technisch und der Wirkung tot“ bezeichnet worden (hier lesen Sie mehr). Zudem hatte ein Versuch der Polizei von Rheinland-Pfalz für Ärger gesorgt, über falsche Infektionswarnungen an Kontaktdaten der App zu kommen (hier lesen Sie mehr). Zwar traf die Luca-Entwickler in diesem Fall keine Schuld, der Rufschaden war da aber schon entstanden.

Viel schwerwiegender dürfte aber sein, dass in den letzten Wochen auch mehrere Bundesländer ihre Verträge mit den App-Betreibern zu hinterfragen begannen. Schleswig-Holstein hat den Vertrag bereits gekündigt, auch Bremen will einem Bericht von Netzpolitik aussteigen, andere Bundesländer wägen entsprechende Empfehlungen noch ab. Dabei scheint vor allem eine Rolle zu spielen, dass die Gesundheitsämter die von Luca gesammelten Daten offenbar schlicht nicht zu brauchen scheinen. Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard bringt das Dilemma mit der Zahl der durch die Gesundheitsbehörden des Stadtstaates erfolgten Anfragen an Luca auf den Punkt: Es waren genau zehn.

Quellen:Luca, FAZ, Netzpolitik

Go to Source

Kategorien
Deutschland Dwayne "The Rock" Johnson Kanada Netflix Serien Streaming US-Dollar USA

Netflix: In Deutschland steigen Preise vorerst nicht

Kürzlich wurde bekannt, dass die Preise für ein Netflix-Abo in den USA steigen. Auf Deutschland hat dies offenbar keine Auswirkung.

Während die Preise in den Vereinigten Staaten und Kanada steigen, müssen deutsche Nutzerinnen und Nutzer von Netflix wohl zumindest vorerst noch keine Erhöhung befürchten. Das hat der Streamingdienst auf Nachfrage der Nachrichtenagentur spot on news bestätigt.

„Preiserhöhungen sind länderspezifisch. Die Erhöhung in den USA hat keinen Einfluss auf eine globale Preisänderung und deutet auch nicht darauf hin“, erklärt Netflix in einem Statement. Die Preise würden von Zeit zu Zeit erhöht, „um das Angebot an Serien, Filmen und Shows kontinuierlich zu erweitern und zu verbessern, ebenso wie die Qualität auf unserem Service“. Demnach sei es das wichtigste Ziel des Unternehmens, seinen Kundinnen und Kunden „weiterhin großartige Unterhaltung zu bieten und dafür zu sorgen, dass sie einen immer größeren Wert für ihre Mitgliedschaft erhalten“.

Abo-Preise schon mehrfach erhöht

In Deutschland werden die Preise also vorerst wohl bei 7,99 Euro für ein Basic-Abo, 12,99 Euro für ein Standard-Paket und 17,99 Euro für das Premium-Angebot bleiben. In den USA zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher künftig entsprechend 9,99 US-Dollar, 15,49 Dollar und 19,99 Dollar monatlich.

Netflix hat in den vergangenen Jahren immer wieder beim Preis nachjustiert, wohl um gestiegene Ausgaben zu kontern. Alleine der Hit „Red Notice“ mit Gal Gadot (36), Dwayne „The Rock“ Johnson (49) und Ryan Reynolds (45) soll den Streamingdienst Medienberichten zufolge zwischen 160 und 200 Millionen US-Dollar gekostet haben. Das hat sich für den Anbieter aber offenbar auch gelohnt. Innerhalb der ersten 28 Tage nach erscheinen brachte es der Film auf mehr als 364 Millionen Sehstunden.

In Deutschland hatte Netflix zuletzt im Januar 2021 die Abo-Preise angehoben. Das Standard-Abo lag zuvor bei 11,99 Euro monatlich und das Premium-Paket bei 15,99 Euro im Monat. Davor hatte der Streamingdienst die Preise im April 2019 erhöht.

Go to Source

Kategorien
Coronavirus Deutschland FFP2 Maske Kinder Kleinkinder Maske Stiftung Warentest

Corona-Pandemie: FFP2-Masken für Kinder: Was können die Mini-Modelle?

Die Anforderungen an FFP2-Masken für Kinder sind hoch. Sie sollten nicht nur sicher und fest im Gesicht sitzen, sondern den Kleinen auch ausreichend Luft zum Atmen lassen. Kauftipps und was Sie sonst noch über FFP2-Masken für Kinder wissen sollten.

Seit Jahresbeginn breitet sich die Omikron-Variante des Coronavirus in Deutschland flächendeckend aus. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz steigt täglich. In den Schulen und Kitas infizieren sich zunehmend Grundschüler und Kleinkinder mit dem offenbar hochansteckenden Corona-Erreger. Diese vulnerable Gruppe zu schützen, ist eine von vielen Herausforderungen, der sich Politik und Gesellschaft derzeit stellen müssen. Eine korrekt getragene Mund-Nase-Bedeckung, das belegen zahlreiche Studien, gehört neben dem Impfen zu den wichtigsten Maßnahmen, um sich und andere vor einer Infektion zu schützen oder zumindest das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Das gilt für Erwachsene und Kinder gleichermaßen. Doch während es die FFP-Masken für Erwachsene in Hülle und Fülle und beinahe überall zu kaufen gibt, ist die Auswahl für kleine Gesichter eher überschaubar.

FFP2-Masken für Kinder: Das ist beim Kauf wichtig

IPOS FFP2 XS

Kita-Kindern und Abc-Schützen eine normalgroße FFP2-Maske aufzusetzen, sieht nicht nur albern aus. Es ist unbequem und schützt weder das Kind noch die Mitmenschen. Doch worauf gilt es zu achten, wenn der Junior statt einer OP-Maske zukünftig auch mit einer FFP2-Maske ausgestattet werden soll? Zunächst sollte man auf das sogenannte CE-Kennzeichen achten, denn nur diese Produkte sind auch in der Europäischen Union zugelassen. „Die Masken müssen dazu regulär die Anforderungen der Norm DIN EN 149:2009-08 erfüllen“, heißt es auf der Website vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.

3M FFP2 MAske

Ob die Masken speziell auf kleine Gesichter zugeschnitten sind, erkennt man in der Regel an den Hinweisen auf der Verpackung. Achten Sie auf eine Angabe wie „Comfort S“, „Size Small“, „Mini“ oder auch „Mini XS“. Laut einem aktuellen Test von FFP2-Masken (Dezember 2021) für Kinder empfiehlt die Stiftung Warentest zudem die eine Maske von 3M, die eigentlich für Erwachsene entwickelt wurde. Das Modell 3M Aura 9320+ biete im Vergleich zu anderen auch für Kinder einen Atemkomfort, der okay sei, so die Tester. Zudem sei die Filterwirkung hoch und die Passform für Kinder geeignet. Für den Dauereinsatz in der Schule rät die Stiftung Warentest grundsätzlich aber eher zu den etwas komfortableren OP-Masken. An Orten, wo in einem kurzen Zeitraum ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln, erfülle das 3M-Modell aber seinen Zweck, so Stiftung Warentest weiter.

Warentest FFP2-Kindermasken 12.38

Statt der Maske in Standard-Weiß setzen einige Hersteller beim Mund-Nase-Schutz für Kinder auf Muster und kindgerechte Designs. Einige bieten ihre FFP2-Masken zumindest auch in alternativen Farben an. Auch hier ist natürlich die CE-Kennzeichnung zwingend. Die beiden wichtigsten Unterschiede zwischen den Masken für Erwachsene und denen für Kinder sind im Übrigen die Größe des Filters und die Länge der Gummibänder. In Größe S sind die Mini-Masken auch für Männer und Frauen mit kleinen Gesichtern zu empfehlen.

Quelle:Stiftung Warentest

Das könnte Sie auch interessieren: 

Dieser Artikel enthält sogenannten Affiliate-Links. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

Go to Source

Kategorien
Aftonbladet Astrid Lindgren Deutschland Estland Gotland Konflikt Lettland Militäroffensive Nato Ostsee Ostsee-Insel Panzer Russland Schiff Schweden Stockholm Ukraine Visby Wladimir Putin Wochenende

Soldaten geschickt: Warum Schweden ein russisches Interesse an seiner Ostseeinsel Gotland fürchtet

Gotland ist zum Mittelpunkt einer sicherheitspolitischen Debatte in Schweden geworden. Am Wochenende patrouillierten Soldaten in Panzern am Hafen von Visby. Man fürchtet, dass die schwedische Ostseeinsel eine wichtige Rolle in Russlands Militäroffensive einnehmen könnte.

Auf der sonst so idyllischen schwedischen Ostseeinsel Gotland fuhren am Wochenende Panzer der schwedischen Armee vor. Soldaten patrouilierten tagelang am historischen Hafen der Stadt Visby. Die Skandinavier lassen im Ukraine-Konflikt gegenüber Russland die Muskeln spielen. Schließlich könnte Schweden ein militärisch höchst attraktives Ziel für Wladimir Putin sein. Inzwischen sind über ein amerikanisches C-17-Transportflugzeug weitere Soldatentruppen auf der Insel angekommen.

So manch einer dürfte sich fragen, warum diese militärischen Machtspiele nun ausgerechnet auf einer Insel stattfinden, welche vielen Deutschen vor allem aus den Verfilmungen von Astrid Lindgren Pippi-Langstrumpf-Büchern bekannt ist. Das Geheimnis ist Gotlands strategisch wichtige Lage in der Ostsee. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, würden in NATO-Kreisen bereits Szenarien durchgespielt, in denen Russland die Insel für militärische Angriffe gegen seine Nachbarländer einnehmen könnte.STERN PAID Rasmussen Interview 12.00

Gotland könnte Schweden zum Verhängnis werden

Die schwedische Regierung bereitet sich demnach darauf vor, dass Russland in den nächsten Tagen oder Wochen nicht nur die Ukraine, sondern auch Estland, Lettland und Litauen angreifen könnte. Sollte es den Russen gelingen ihr Raketensystem S400 auf Gotland zu installieren, hätten sie die baltischen Republiken nahezu umzingelt und würden die Kontrolle über den gesamten Luftraum der Ostsee im Umkreis von 400 Kilometern besitzen.

Der Schritt könnte zudem eine amerikanische Intervention vorbeugen. Starts und Landungen in Schweden wären dann nahezu unmöglich. Selbst moderne Bomber der amerikanischen Armee könnten baltischen Staaten dann kaum zur Hilfe kommen.

Die Sorgen in Schwedens Bevölkerung wurden in den letzten Tagen größer, als Russland drei große Landungsboote gleichzeitig durch die Ostsee fuhren ließ. Die Marineschiffe waren durch die Meerenge des Großen Belts in Dänemark eingelaufen.

Im Netz kursieren Falschinformationen

Die Stimmung in der Bevölkerung des skandinavischen Landes ist in jedem Fall düster. Nach einigen Drohnensichtungen über Stockholm, einigen Atomkraftwerken und dem Privatwohnsitz des schwedischen Königspaar hat nun auch der Inlands-Nachrichtendienst Säkerhetspolisen die Ermittlungen aufgenommen. Eine Beteiligung Russlands ist bisher nicht bestätigt. Dennoch sorgen sich viele Menschen vor einem russischen Luft- und Raketenangriff.

Die schwedische Zeitung „Aftonbladet“ berichtet von einer Welle an kursierenden Falschinformationen in den sozialen Medien. Insbesondere auf TikTok machen reißerische Videoclips die Runde, welche vor einem anstehenden Krieg und einem Einmarsch Russlands warnen. Die Kinderrechtsorganisation BRIS registrierte laut Aftonbladet eine Vielzahl von Anrufen verängstigter Kinder und Jugendlicher.Ven-insel 10.26

Könnte Schweden nun der NATO beitreten?

Die sicherheitspolitische Krise in Europa befeuert zudem die uralte Debatte eines möglichen Beitritt Schwedens zum internationalen Militärbündnis NATO. Das Land pflegt bereits seit den 90er-Jahren sehr enge Beziehungen zur NATO, beteiligte sich auch an den Militärmissionen in Afghanistan. Ebenso wie Nachbar Finnland ist man allerdings kein permanentes Mitglied.

Russlands Vorgabe, kein weiteres Land dürfe jetzt noch der NATO beitreten, empfindet man in Schweden dennoch als übergriffig. „Ob wir das machen oder nicht, ist allein unsere Sache“, sagte Schweden Außenministerin Ann Linde. Der Kreml hatte kürzlich mit „schwerwiegenden Konsequenzen“ gedroht, sollte Schweden dem Bündnis beitreten. Seit der russischen Annexion der Krim hat Stockholm sein Militärbudget wieder aufgestockt. Vor vier Jahren wurde sogar die Wehrpflicht wieder eingeführt.

Wer glaube, dass die aktuellen Spannungen damit zu vernachlässigen sein, gebe sich allerdings einer Illusion hin, so die Leiterin des schwedischen Militärgeheimdienstes Lena Hallin. „Von Normalität sind wir, was die Sicherheit unseres Landes angeht, weit entfernt“.

Quellen:RND, Deutsche Welle, Expressen, AFP, Aftonbaldet

Go to Source