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Gesundheitsminister: Lauterbach plädiert für Impfpflicht ab April oder Mai und erwartet Höhepunkt der Omikron-Welle Mitte Februar

Omikron ist noch nicht vorbei. Das machte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach klar. Er rechnet in ein paar Wochen mit dem Höhepunkt. Um Ungeimpfte vor einer möglichen Corona-Welle im Herbst zu schützen, fordert der SPD-Politiker eine Impfpflicht ab April oder Mai.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hält es für wichtig, dass eine mögliche Corona-Impfpflicht nach einer entsprechenden Entscheidung des Bundestags schnell in Kraft tritt. Die Impfpflicht müsse schnell kommen, sagte der SPD-Politiker am Dienstagabend in der Sendung „RTL Direkt“. „Wenn wir einen Antrag machen wollen, der noch funktioniert, dann ist das ein Antrag, der die Impfpflicht in Kraft setzt – was weiß ich – im April oder um den April herum, vielleicht im Mai.“ Zur Begründung führte er an, dass noch genug Zeit bleiben müsse, um Ungeimpfte vor einer möglichen neuen Corona-Welle im Herbst zu immunisieren.

Wer noch nicht geimpft sei, müsse „drei Impfzyklen durchlaufen (…) und bis dahin ist man dann schon im September oder Oktober“, sagte Lauterbach. „Weil das muss schnell geschehen, damit ich die Welle – und das ist ja die Begründung für die Impfpflicht –, damit ich die Welle im Herbst noch abwenden kann.“STERN PAID 03_22 Leben mit dem Virus 20.19

Lauterbach: Sieben-Tage-Inzidenz deutlich höher als gemeldet

Lauterbach und Kanzler Olaf Scholz (SPD) befürworten eine allgemeine Impfpflicht. Es soll aber keinen Regierungsvorschlag der rot-grün-gelben Koalition geben. Stattdessen sollen Abgeordneten-Gruppen Anträge zu dem Thema ins Parlament einbringen. Die Union hatte dieses Vorgehen kritisiert.

Der Bundesgesundheitsminister rechnet zudem damit, dass die Omikron-Welle erst in einigen Wochen ihren Höhepunkt erreichen wird. „Ich glaube, dass wir den Höhepunkt der Welle Mitte Februar erreichen werden, und dann könnten die Fallzahlen auch wieder sinken, aber wir sind noch nicht auf dem Höhepunkt angekommen“, sagte Lauterbach bei RTL.

Lauterbach geht zudem davon aus, dass die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz deutlich höher liegt als der am Dienstag gemeldete Wert von 553,2. Die Dunkelziffer dürfte „ungefähr beim Faktor zwei liegen“, schätzte Lauterbach. „Ob es tausend sind, wissen wir nicht genau.“ Er rechne aber mit noch höheren Fallzahlen.Corona in Europa 20.00

Lauterbach warnt vor möglichen weiteren Corona-Varianten

Lauterbach teilt die Auffassung von Experten wie dem Berliner Virologen Christian Drosten, dass sich irgendwann jeder infizieren werde. Das bedeute aber nicht, dass die Impfung überflüssig sei. „Es gibt immer noch keine Grundimmunität besonders bei Alten und Kranken“, warnte der Minister, der daher einen schnellen Beschluss des Bundestags zur Einführung einer Impfpflicht forderte.

Lauterbach warnte auch davor, dass bis zum Herbst weitere neue Varianten des Coronavirus auftauchen könnten. „Dann stünden wir mit leeren Händen da, wenn wir erneut die große Zahl der Ungeimpften haben, die wir schützen müssen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.“

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Mittwoch): „Ich bin der Auffassung, der Deutsche Bundestag sollte nach gründlicher Beratung im März über die allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus abstimmen.“ Wenn man diesen Zeitrahmen einhalten wolle, „wäre es sinnvoll, die Gruppenanträge im Februar erstmals zu beraten“. Lauterbach sagte mit Blick auf die anstehenden Beratungen im Parlament: „Ich würde sagen, dass wir Ende Februar/Anfang März da schon wichtige Debatten sehen werden.“

Unterschiedliche Auffassungen zu Impfpflicht in der Ampel

Auch die SPD-Fraktion hatte bereits das Ziel genannt, die Entscheidung im März abzuschließen. Kommende Woche Mittwoch soll es eine erste Orientierungsdebatte im Bundestag geben. SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese sagte dem RND, er erwarte weitere konkrete Gruppenanträge im Nachgang. Das Ampel-Bündnis strebt eine Abstimmung ohne die sonst übliche Fraktionsdisziplin an und begründet dies damit, es handele sich um eine ethische Frage. Auch innerhalb der Koalition gibt es unterschiedliche Auffassungen zu dem Thema – so äußerten manche FDP-Politiker Sympathie für eine Impfpflicht nur für Ältere, andere FDP-Abgeordnete um Parteivize Wolfgang Kubicki lehnen eine Impfpflicht dagegen komplett ab.

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Antigentest Coronavirus Karl Lauterbach Omikron

Corona-Pandemie: Omikron erschöpft die Testkapazitäten – Lauterbach warnt: PCR-Tests werden knapp

Die Omikronwelle rollt und treibt die Coronavirus-Infektionen in die Höhe. Nun drohen die PCR-Tests knapp zu werden, warnt Gesundheitsminister Lauterbach. Um sich „freizutesten“ gibt es jedoch eine Alternative.

Angesichts der sich rasant ausbreitende Omikron-Variante drohen die als besonders sicher geltenden PCR-Tests knapp zu werden. „Wir werden nicht genug PCR-Tests haben“, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Dienstag im Deutschlandfunk. Allerdings funktioniere für die Freitestung, um etwa in die Schule oder an den Arbeitsplatz zurückkehren zu können, auch ein Antigentest sehr gut. Gleichzeitig warnte Lauterbach davor, dass eine besonders ansteckende und besonders tödliche Corona-Variante kommen könnte.

„Eine solche Variante kann niemand von uns jetzt ausschließen“, sagte Lauterbach. „Wenn eine solche Variante käme, dann müsste die Impfquote sehr hoch sein.“ Werte von 80 Prozent seien in so einem Fall deutlich zu niedrig. Die Bundesregierung wollte bis Ende Januar auf 80 Prozent Erstgeimpfte kommen. Derzeit sind es nur mindestens 75,1 Prozent. Lauterbach bekräftigte, ohne allgemeine Impfpflicht sei seiner Ansicht nach keine Impfquote zu erreichen, die nötig sei, um sagen zu können: „Wir leben wieder mehr oder weniger wie früher.“

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Testlabore bald wieder am Limit?

In den Laboren wurden unterdessen so viele PCR-Tests gemacht wie noch nie. In der vergangenen Woche bis zum Sonntag seien in den fachärztlichen Laboren in Deutschland etwa 1,95 Millionen PCR-Tests durchgeführt worden – mehr als je zuvor in der Pandemie, teilte der Laborverband ALM mit. Etwa jeder vierte Test sei positiv ausgefallen. Die Auslastung der Labore lag bei 86 Prozent.

Der ALM-Vorsitzende Michael Müller plädierte für Priorisierungen für PCR-Tests bei begrenzter Kapazität, um eine Labor-Überlastung zu vermeiden, und forderte erneut die konsequente Umsetzung der Nationalen Teststrategie. Demnach sollen etwa Menschen mit Covid-19-Symptomen und Kontaktpersonen von nachgewiesen Infizierten Vorrang haben. Doch auch der Schutz von Menschen mit besonders hohen Corona-Risiken beispielsweise im Gesundheitswesen stehe im Vordergrund.

Lauterbach begründete, warum ein Antigentest aus seiner Sicht zum Freitesten reicht: Er funktioniere aus biologischen Gründen nicht ganz so gut am Anfang einer Infektion, sagte er. „Er funktioniert aber sehr gut, wenn man zurück will.“ Deutschland sei mit den Antigentests für diesen Zweck sehr gut ausgestattet.

An welcher Stelle künftig noch welcher Corona-Test nötig ist, soll auch bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am kommenden Montag beraten werden, wie Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) mitteilte. Angesicht der Omikron-Welle dringt Giffey zudem auf neue Regeln für die Kontaktnachverfolgung. Geklärt werden müsse, wo diese noch sinnvoll sei, damit Gesundheitsämter „fokussierter arbeiten“ und entlastet werden könnten. Sinnvoll seien bundesweit einheitliche Regelungen.

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Neuer Nachweis für Johnson&Johnson-Geimpfte

Neues zu Impf- oder Genesenen-Zertifikaten und digitalen Testnachweisen gibt es bei der Corona-Warn-App des Bundes. Diese ist in einer neuen Version in der Lage, gültige Impf- oder Genesenen-Zertifikate sowie einen digitalen Testnachweis in einen Gesamtstatus zusammenzufassen. Das teilten die Betreiber der App, die SAP und Deutsche Telekom, in einem Blogeintrag mit.

In der App werden dann vier verschiedene Kombi-Anzeigen dargestellt: „2G“, „2G+“, „3G“ und „3G+“. Nutzer können über einen Schalter zwischen dem QR-Code des Impf- oder Genesenen-Nachweises und dem Code des Testzertifikats wechseln, um schnell und unkompliziert einen 2G-plus-Nachweis zu erbringen. „2G+“ in der App besagt, dass die Menschen vollständig geimpft oder genesen sind und zusätzlich einen aktuellen negativen Test vorweisen können.

Die digitalen Impfnachweise sollen in Deutschland bis Anfang kommenden Monats an jüngste EU-Vorgaben sowie an Erkenntnisse zur Wirksamkeit des Impfstoffs von Johnson&Johnson angepasst werden. Umgesetzt werden soll damit die Vorgabe der Europäischen Union, nach der Impfzertifikate in der EU künftig nur noch neun Monate nach der Grundimmunisierung gültig sind, wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte.

Im Zuge dessen soll in Deutschland demnach auch eine Änderung beim Vakzin von Johnson&Johnson umgesetzt werden. Als geimpft mit vollständigem Grundschutz gilt man in Deutschland nun erst dann, wenn auf die Johnson&Johnson-Erstimpfung eine zweite Impfung erfolgt. Dies solle möglichst mit einem mRNA-Vakzin wie dem von Biontech/Pfizer oder Moderna erfolgen, wie er bekräftigte. Der vollständige Grundschutz ist etwa für die Einhaltung von 2G-Zugangsregeln nötig. Diese Änderung gelte seit dem Wochenende und solle nun technisch umgesetzt werden, sagte der Sprecher. Mit diesem Schritt soll einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission nachgekommen werden.

Impfpflicht international vs. Deutschland 18.24

Coronavirus-Infektion: Krankschreibung per Telefon

Unterdessen soll die Möglichkeit zur Krankschreibung am Telefon bei leichten Atemwegsinfektionen im Fall einer andauernder Pandemie-Lage weiter verlängert werden. Das teilte der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses, Josef Hecken, in Berlin mit. Der Ausschuss ist das für die Regelung von Leistungen zuständige Spitzengremium im Gesundheitswesen. Derzeit können – momentan noch befristet bis 31. März – Patientinnen und Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen telefonisch bis zu sieben Kalendertage krankgeschrieben werden. Die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder hatten am Montagabend in einer Schalte das Bundesgesundheitsministerium um eine Verlängerung gebeten.

Hecken warnte vor Leichtfertigkeit in der aktuellen Pandemiephase: „Die unglaublich hohe Anzahl von Neuinfektionen durch die Omikron-Virusvariante ist herausfordernd für unser Gesundheitssystem.“ Das Robert Koch-Institut meldete 553,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche – einen neuen Höchstwert. Binnen eines Tages gab es 74.405 registrierte Corona-Neuinfektionen – und 193 Todesfälle nach einer Covid-19-Erkrankung.

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Coronavirus Deutschland Impfpflicht Klaus Stöhr Omikron Pandemie RTL.de

Corona-Pandemie: „Omikron läuft einfach durch“ – Virologe Stöhr hält Impfpflicht für nicht notwendig

Klaus Stöhr erklärt im Interview, warum eine Impfpflicht in Deutschland nicht notwendig sei. Laut Meinung des Virologen werden Frühling und Sommer „sehr entspannt“. Der Infektionsdruck lasse nach und viele Menschen seien durch eine natürliche Immunität geschützt.

Klaus Stöhr erklärt im Interview, warum eine Impfpflicht in Deutschland nicht notwendig sei. Laut Meinung des Virologen werden Frühling und Sommer „sehr entspannt“. Der Infektionsdruck lasse nach und viele Menschen seien durch eine natürliche Immunität geschützt.

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Corona-Pandemie: „Omikron läuft einfach durch“ – Virologe Stöhr hält Impfpflicht für nicht notwendig

Klaus Stöhr erklärt im Interview, warum eine Impfpflicht in Deutschland nicht notwendig sei. Laut Meinung des Virologen werden Frühling und Sommer „sehr entspannt“. Der Infektionsdruck lasse nach und viele Menschen seien durch eine natürliche Immunität geschützt.

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Ausbreitung CDC China Coronavirus Furcht Olympische Winterspiele Omikron Peking Winterspiel

Chinas Postmitarbeiter sollen wegen Omikron alle Auslandssendungen desinfizieren

Aus Furcht vor einer starken Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus vor den Olympischen Winterspielen in Peking haben die chinesischen Behörden die Desinfizierung aller im Land eingehenden

Aus Furcht vor einer starken Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus vor den Olympischen Winterspielen in Peking haben die chinesischen Behörden die Desinfizierung aller im Land eingehenden internationalen Postsendungen angeordnet. Die staatliche Post forderte die Menschen in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung zudem dazu auf, weniger Waren „aus Ländern und Regionen“ mit hohen Corona-Inzidenzen zu bestellen.

Der Mitteilung zufolge sollen Postmitarbeiter, die in Kontakt mit internationalen Brief- und Paketsendungen kommen, Booster-Impfungen erhalten. Die Desinfizierung aller internationalen Sendungen soll demnach „so schnell wie möglich“ beginnen.

Chinesische Behördenvertreter hatten zuletzt mehrfach angedeutet, dass inländische Corona-Infektionsfälle im Zusammenhang mit ausländischen Postsendungen stehen könnten. Dies betraf demnach auch eine Frau in Peking, die sich ohne persönlichen Kontakt zu Infizierten mit dem Coronavirus angesteckt haben soll.

Das Coronavirus wird hauptsächlich über virushaltige Partikel übertragen, die etwa beim Sprechen oder Husten freigesetzt werden können. Sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die US-Gesundheitsbehörde CDC stufen das Infektionsrisiko durch Kontakt mit kontaminierten Oberflächen als sehr gering ein. Nach Angaben der CDC reduziert sich der Virengehalt auf den meisten Oberflächen binnen drei Tagen um 99 Prozent.

China rüstet sich derzeit für die im Februar in Peking stattfindenden Olympischen Winterspiele. Um größere Infektionsherde zu vermeiden, setzen die Behörden in dem Land auf strikte regionale Lockdowns, Massentestungen und die Kontaktverfolgung über spezielle Apps.

Dennoch treten in China immer wieder einzelne Infektionen auf. Zuletzt waren vor allem die Hafenstadt Tianjin und die südostchinesische Provinz Guangdong von kleinen Ausbrüchen betroffen. Am Dienstag meldeten die chinesischen Behörden insgesamt 127 neue inländische Infektionsfälle.

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Baden-Württemberg Coronavirus Deutsche Presse-Agentur Intensivstation Inzidenz Krankenhäuser Manne Lucha Omikron Stuttgart Weihnachten

Land will Corona-Stufensystem wegen Omikron anpassen

Die Belastung der Intensivstationen im Südwesten lässt merklich nach, auch wenn die Inzidenzen steigen. Die bald vorherrschende Variante Omikron verläuft milder. Wie Bayern will deshalb auch die Regierung in Stuttgart ihre Corona-Regeln nachjustieren.

Das Land Baden-Württemberg will sein Stufensystem der Anti-Corona-Maßnahmen wegen der Omikron-Variante überarbeiten. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Stuttgart erfuhr, will das Sozialministerium die Regeln in der neuen Corona-Verordnung Ende Januar anpassen. Dann könnte es dem Vernehmen nach voraussichtlich in einigen Bereichen auch leichte Lockerungen geben. Minister Manne Lucha (Grüne) wolle an diesem Dienstag im Kabinett erste Vorschläge dazu machen, hieß es.

Zurzeit gilt im Südwesten weiter die Alarmstufe II mit zahlreichen Einschränkungen vor allem für Ungeimpfte, obwohl auf den Intensivstationen der Krankenhäuser längst nicht mehr so viele Covid-19-Patienten liegen wie noch vor Weihnachten. Experten gehen davon aus, dass die äußerst ansteckende Omikron-Variante deutlich mildere Verläufe hat als Delta und deswegen weniger Menschen schwer erkranken. Allerdings sind die Sieben-Tages-Inzidenzen zuletzt wieder stark gestiegen.

Im vergangenen Sommer hatte die grün-schwarze Landesregierung ein System mit Basis-, Warn- und Alarmstufe I und II eingeführt. Um eine Überlastung der Kliniken zu verhindern, wurde die Belegung der Intensivbetten und die sogenannte Hospitalisierungsrate als entscheidende Kriterien eingeführt. Letztere gibt an, wie viele Corona-Infizierte innerhalb einer Woche und pro 100.000 Einwohner in eine Klinik gebracht werden.

Eigentlich hätte die Regierung die Corona-Regeln gemäß seinem Stufensystem längst lockern müssen, da die Grenzwerte vor allem bei den belegten Intensivbetten unterschritten wurden. Doch wegen der wieder steigenden Inzidenzen hatte das Land vergangene Woche entschieden, bis Ende Januar in der Alarmstufe II mit zahlreichen Einschränkungen zu bleiben. Das sei auf Dauer aber nicht zu halten, hieß es in Regierungs- und Koalitionskreisen.

Nach der ursprünglichen Regelung müsste das Land voraussichtlich Mitte der Woche sogar zurück in die sogenannte Warnstufe gehen, da der Grenzwert von 390 belegten Intensivbetten dann fünf Tage nacheinander unterschritten werden dürfte. In der Warnstufe würde dann wieder weitgehend 3G gelten und zum Beispiel Fußballstadien könnten wieder ganz öffnen, während es derzeit nur Geisterspiele gibt. Auch Clubs und Diskotheken könnten wieder öffnen, Ungeimpfte hätten mit einem aktuellen PCR-Test Zugang.

Solche weitgehenden Öffnungen gingen angesichts der steigenden Inzidenzen durch Omikron aber zu weit, deshalb müssten die Regeln, die in den einzelnen Stufen gelten, nochmal angepasst werden, hieß es in Koalitions- und Regierungskreisen.

Zuletzt hatte der Virologe und Berater der Bundesregierung, Christian Drosten, erklärt, er sehe in der milder verlaufenden Omikron-Variante eine «Chance». Früher oder später müssten sich alle Menschen mit Sars-Cov-2 infizieren. «Wir können nicht auf Dauer alle paar Monate über eine Booster-Impfung den Immunschutz der ganzen Bevölkerung erhalten.» Das müsse das Virus machen, erklärte Drosten.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will wegen Omikron künftig einen «breiteren Ansatz» in der Corona-Politik verfolgen. «Es wird nicht mehr ausreichen, die Lage nur medizinisch und virologisch zu betrachten. Wir müssen auch auf die gesellschaftliche und soziale Komponente stärker achten», sagte der CSU-Chef. Anfang kommender Woche beraten die Ministerpräsidenten wieder mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) über die weitere Strategie im Kampf gegen Corona.

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Impfangebot Lauterbach Manuela Schwesig Omikron Schwerin

Video: Lauterbach: „Ich warne davor, Omikron zu unterschätzen.“

Der Bundesgesundheitsminister sprach während eines Besuchs in Schwerin bei Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Sie forderte die Bürgerinnen und Bürger erneut auf, vom Impfangebot Gebrauch zu machen.

Der Bundesgesundheitsminister sprach während eines Besuchs in Schwerin bei Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Sie forderte die Bürgerinnen und Bürger erneut auf, vom Impfangebot Gebrauch zu machen.

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Coronavirus Impfung Israel Omikron Pfizer Tel Aviv

Corona-Pandemie: Studie: Vierte Impfung nicht ausreichend gegen Omikron

In Israel können sich gegenwärtig auch Über-60-Jährige und medizinisches Personal zum vierten Mal impfen lassen. Doch vor Omikron bietet auch das laut einer Studie keinen vollständigen Schutz.

Eine vierte Corona-Impfung schützt laut einer israelischen Studie nicht ausreichend gegen die Omikron-Variante. Man beobachte auch bei vierfach Geimpften Ansteckungen, sagte Professor Gili Regev vom Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv am Montag.

Zwei Wochen nach einer vierten Dosis des Präparats von Biontech/Pfizer sei zwar ein «schöner Anstieg» der Antikörper zu beobachten. Deren Zahl liege sogar etwas über dem Wert nach der dritten Impfung. «Aber für Omikron ist dieser schöne Wert nicht genug.» Regev betonte, es handele sich um Zwischenergebnisse der Studie, sie wollte daher auch keine genaueren Zahlen nennen.

Rund 150 Teilnehmer der Studie hatten vor zwei Wochen eine vierte Dosis des Vakzins von Biontech-Pfizer erhalten. Vor einer Woche erhielten dann 120 weitere Teilnehmer nach drei Dosen Biontech/Pfizer eine vierte Impfung mit Moderna. Es sei weltweit der erste Versuch mit einer vierten Impfung mit kombinierten Vakzinen, sagte Regev. Die Ergebnisse beider Gruppen nach einer Woche seien sehr ähnlich. «Wir sehen keinen erheblichen Unterschied.»

Mehr als 530.000 Menschen haben die vierte Impfung

«Die Entscheidung (in Israel), Immungeschwächten die vierte Dosis zu geben, könnte zwar einen kleinen Vorteil verleihen», sagte Regev. «Aber vermutlich nicht genug, um sie der ganzen Bevölkerung zu geben.» Gegenwärtig können sich in Israel auch Über-60-Jährige und medizinisches Personal zum vierten Mal impfen lassen. Regev sprach angesichts der vorläufigen Studienergebnisse von einem «Dilemma», ob man Über-60-jährigen, gesunden Menschen die vierte Dosis geben sollte. «Wenn jemand eine persönliche Gefährdung hat, dann sollte man besser jetzt impfen, wenn nicht, dann vielleicht besser abwarten.»

Nur rund 62 Prozent der 9,4 Millionen Israelis gelten noch als vollständig geimpft. Dies sind zweifach Geimpfte bis zu sechs Monate nach der Zweitimpfung und Menschen mit Booster-Impfung. 30 Prozent der Bevölkerung sind gar nicht geimpft, bei acht Prozent ist die Gültigkeit der Impfung abgelaufen. Knapp 4,4 Millionen Israelis haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits die dritte Impfdosis erhalten, mehr als 537.000 schon die vierte.

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Husten Kinder Kleinkinder Nashville NBC Omikron USA Virus Zunahme

Bellender Husten: Ärztinnen und Ärzte beobachten Zunahme von Pseudokrupp bei Kindern durch Omikron

Die Coronavirus-Variante Omikron führt bei Kleinkindern zum vermehrten Auftreten von Pseudokrupp, wie US-Expert*innen beobachtet haben. Doch das stimmt die Ärztinnen und Ärzte eher positiv.

Vielen Eltern sind diese beängstigenden Symptome bekannt: Ihr Kind stößt einen bellenden, trockenen Husten aus, häufig begleitet von Pfeifgeräuschen beim Einatmen. In der Regel handelt es sich dabei um Pseudokrupp, eine vor allem in der kalten Jahreszeit auftretende Atemwegserkrankung, bei der sich die Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes und der Stimmbänder entzündet und anschwillt. Sie trifft vor allem Kleinkinder im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren. Ursache für einen Pseudokrupp ist meist eine Infektion mit Erkältungsviren.

Medizinerinnen und Mediziner in den USA haben nun beobachtet, dass auch die Omikron-Variante des Coronavirus Pseudokrupp auslösen kann. Er und seine Kollegen hätten bei Kleinkindern, die positiv auf Covid-19 getestet wurden, „pseudokruppartige Erscheinungen“ festgestellt, berichtete Buddy Creech, Experte für pädiatrische Infektionskrankheiten an der Vanderbilt University in Nashville dem US-Sender NBC News. Der obere Teil der Atemwege der Kinder sei stark geschwollen. „Wenn das passiert“, so Creech, „kommt es zu diesem charakteristischen bellenden Husten“.STERN PAID 03_22 Leben mit dem Virus 20.19

Eine Zunahme solcher Diagnosen in Verbindung mit einem Anstieg der Covid-Fälle bei Kindern beobachtet auch der pädiatrische Pneumologe Saif al Qatarneh von der Universität von West Virginia. Seine Kollegen und er seien besorgt über das, was in den kommenden Wochen passieren könnte, wenn sich Omikron weiter ausbreite, sagte al Qatarneh NBC News. „Wir sind noch zwei bis drei Wochen vom Höhepunkt der Omikron-Welle entfernt. Wir sollten uns darauf einstellen, dass mehr Kinder und Säuglinge an einer Bronchiolitis erkranken werden.“

Omikron befällt eher obere Atemwege

Als wahrscheinliche Ursache nennen die Mediziner, dass sich die Omikron-Variante im Vergleich zu Delta eher weiter oben in den Atemwegen ablagere, eine Beobachtung, die das Fachmagazin „Nature“ bestätigt: Omikron infiziere die Zellen tief in der Lunge nicht so leicht wie die Zellen in den oberen Atemwegen, schreibt das Blatt unter Berufung auf eine Reihe von Laborstudien. „Kleine Kinder haben relativ kleine Nasengänge, und Babys atmen nur durch ihre Nase. Diese Faktoren können dazu führen, dass Erkrankungen der oberen Atemwege bei Kindern ernster sind als bei Erwachsenen“, zitiert „Nature“ die Spezialistin für pädiatrische Infektionskrankheiten am Kinderkrankenhaus von Philadelphia, Audrey John.20.25 Urlaubsländer

Die gute Nachricht: Pseudokrupp und Bronchiolitis sind gut zu behandelnde Krankheiten, mit denen Ärztinnen und Ärzte jahrzehntelange Erfahrung haben. „Pseudokrupp ist eine der häufigsten pädiatrischen Diagnosen“, erklärte Mark Kline, Chefarzt des Children’s Hospital in New Orleans in Louisiana NBC News. „Infektiöser Pseudokrupp ist eine der ersten Krankheiten, die man als Assistenzarzt in der Pädiatrie kennenlernt.“

Amy Edwards, Expertin für pädiatrische Infektionskrankheiten am Rainbow Babies & Children’s Hospital in Cleveland stimmt dem zu: Pseudokrupp könne „beängstigend sein, aber das bedeutet nicht, dass es ein Problem mit der Lunge gibt“, erklärte sie. „Für uns Kinderärzte ist die Tatsache, dass wir immer mehr Kinder mit Pseudokrupp und Bronchiolitis sehen, seltsam beruhigend, denn wir haben unser ganzes Berufsleben lang mit diesen Krankheiten zu tun gehabt.“

Quelle: NBC News, „Nature“Gesundheitsinformation.de

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Faktencheck Geimpfte Omikron RKI Ungeimpfte

Heißer Stuhl: Impfgegner Marcus Fuchs bei „Stern TV“ – seine Aussagen im Faktencheck

Marcus Fuchs ist ein führender Querdenker in Dresden. Am Sonntag saß er bei „Stern TV“ auf dem „Heißen Stuhl“. Er behauptet, dass Ungeimpfte besser vor Omikron geschützt sind. Ein Faktencheck.

Am Sonntagabend präsentierten die Moderatoren Frauke Ludowig und Nikolaus Blome ein altbekanntes Format: den „Heißen Stuhl“. Darauf platziert wird ein Gast, der eine provokante These vetritt und die mit weiteren Gästen debattiert werden soll. Zu Gast auf dem „Heißen Stuhl“ war Marcus Fuchs, Impfgegner und führende Figur der „Querdenker“-Bewegung in Dresden. Er selbst ist ungeimpft. Auf die Frage, ob er der Gesellschaft eine Impfung schulde, antwortete Fuchs: „Die Impfung schützt nachweislich weder vor Ansteckung, noch vor Übertragung, noch vor Tod.“ Daher stelle sich die Frage, inwiefern eine Impfpflicht gerechtfertigt sei. Fuchs behauptete daraufhin, dass Ungeimpfte sogar besser vor Omikron geschützt seien, als Geimpfte und bezog sich hierbei auf Zahlen des RKI.

Falsche Zahlen des RKI

Das Faktenchecker-Team von RTL und stern hat die Aussage von Marcus Fuchs überprüft – und widerlegt. Experte Tobias Hamelmann sagt: „In seiner Aussage, dass Ungeimpfte ein geringeres Risiko haben, sich mit Omikron zu infizieren, bezieht sich Fuchs auf eine falsche Zahl des RKI, die mittlerweile korrigiert wurde. Geimpfte haben ein höheres Risiko sich mit Omikron zu infizieren – im Vergleich zu Delta! Bei geboosterten Geimpften ist das Risiko, sich mit Omikron zu infizieren, eindeutig geringer als bei Ungeimpften.“

Die Zahlen, auf die sich Fuchs bezieht, stammen aus dem RKI-Wochenbericht vom 30. Dezember. Darin wurde mitgeteilt, dass 4.020 von 4.205 Omikron-Fälle, bei denen der Impfstatus bekannt sei, vollständig gegen das Coronavirus geimpft gewesen seien. Das entspricht fast 96 Prozent. Lediglich 186 der positiven Fälle seien ungeimpft gewesen. Die Zahlen wurden auch in den sozialen Netzwerken geteilt und diskutiert. So behauptete etwa die Gruppe „Freie Sachsen“ auf Facebook, die Omikron-Variante befalle „jetzt sogar gezielt Geimpfte“.

Das RKI teilte nun mit, dass die Zahlen auf falschen Berechnungen beruhen. Die Daten wurden am 3. Januar berichtigt. Demnach wurden nicht 186, sondern 1.097 Infizierte als ungeimpft gemeldet. Der Anteil der mit Omikron infizierten Ungeimpften liegt demnach nicht bei 4, sondern bei 21 Prozent. In seinem aktuellsten Wochenbericht weist das RKI allerdings darauf hin, dass die Zahl der Infizierten auch unter Geimpften und Genesenen in den kommenden Wochen steigt.STERN PAID Boosterimpfung 14.57

Wirksamkeit der Impfung gegen Omikron noch nicht abschließend geklärt

„Erste Studien deuten auf einen geringeren Anteil an Hospitalisierten im Vergleich zu Infektionen mit der Deltavariante bei Infizierten mit vollständiger Impfung bzw. Auffrischimpfung hin. Für eine abschließende Bewertung der Schwere der Erkrankungen durch die Omikronvariante ist die Datenlage aber noch nicht ausreichend“, heißt es in dem Bericht. Zudem verweist das RKI darauf, dass alle in Deutschland zugelassenen Impfstoffe „nach derzeitigem Erkenntnisstand“ sowohl nach der Grundimmunisierung als auch nach der Auffrischung in den meisten Fällen wirksam gegen einen schweren Krankheitsverlauf schützen.

Laut aktuellem Stand liegen 2857 Menschen zwischen 18 und 59 Jahren wegen eine Corona-Infetion im Krankenhaus. 961 von ihnen gelten als vollständig geimpft. das entspricht knapp 34 Prozent. Die Mehrzahl, also zwei Drittel, der im Krankenhaus behandelten Corona-Patienten in dieser Altersgruppe ist demnach ungeimpft. Allerdings sei die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen die Omikronvariante „noch nicht endgültig zu beurteilen“.

Studiendaten gefälscht?

In seinem Redebeitrag behauptete Marcus Fuchs zudem, dass Zahlen der Zulassungsstudie von Pfizer manipuliert worden seien. Tatsächlich hatte eine Regionaldirektorin der „Ventavia Research Group“, einem Sub-Unternehmen aus Texas (USA), das für Pfizer Covid-Studien durchgeführt hat, Vorwürfe gegen die Studie erhoben. In der Fachzeitschrift „British Medical Journal“ schrieb sie, dass die Daten aus dem Herbst 2020 gefälscht und Patienten „entblindet“ worden sein sollen. Das heißt: Den Probanden der Studie soll zu früh mitgeteilt worden sein, ob sie mit dem tatsächlichen Präparat oder einem Placebo geimpft wurden. Das hätte die Berichte über mögliche Nebenwirkungen und die Wirkung der Impfung beeinflusst.STERN PAID 42_21 Impfgegner Bilder 20.45

Mittlerweile sind mehrere Millionen Menschen geimpft. An der Studie nahmen dagegen rund 44.00 Personen an 150 Standorten weltweit teil. Rund 1000 waren Probanden der Ventavia-Studie. Sie machen also nur einen Bruchteil der Gesamtgeimpften aus. Das Unternehmen hat bei der Studie zwar unsauber mit den klinischen Daten gearbeitet. Medizinische Konsequenzen haben sich jedoch nicht daraus ergeben.

Auch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat sich zu dem Vorfall geäußert. Auch sie kam zu dem Schluss, das „die festgestellten Mängel die Qualität und Vollständigkeit der Daten aus der Hauptstudie von Comirnaty nicht gefährden und keinen Einfluss auf die Nutzen-Risiko-Bewertung oder auf die Schlussfolgerungen zur Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität des Impfstoffs haben“.

Quellen: RTL, Correctiv, RKI Wochenbericht

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