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Studien: Wie lange Infizierte mit Omikron ansteckend sind und was es für die Isolation bedeutet

Fünf Tage müssen Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, in Deutschland aktuell in Isolation. Doch wer sich mit Omikron infiziert, könnte deutlich länger ansteckend sein.

Im Laufe der Pandemie hat sich nicht nur das Coronavirus verändert, sondern auch die Quarantäneregeln für Menschen, die sich mit Covid-19 infiziert haben. In Deutschland mussten sich Menschen zu Beginn der Pandemie noch 14 Tage isolieren. Aus ihnen wurden zehn Tage mit der Option, die eigenen vier Wände bereits nach sieben Tagen durch einen negativen Test zu verlassen. Heute sind es nur noch fünf Tage. Doch sind Menschen, die sich mit der Omikron-Variante infizieren wirklich nur kurze Zeit ansteckend?

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC begründete den Schritt die Isolationszeit auf fünf Tage zu verkürzen im Dezember 2021 damit, dass diese Entscheidung auf Erkenntnissen über Erkrankungen durch Omikron beruhe. Denn: Die meisten Menschen sind vor allem ein bis zwei Tage vor Symptombeginn und zwei bis drei Tage nach Symptombeginn ansteckend.

STERN PAID Corona-Protokolle Pagel 13.04

Ansteckungsgefahr mit Omikron

Auch das Robert Koch-Institut informiert darüber, dass Infizierte dann am ansteckendsten sind, wenn sie selbst noch nicht um ihre Infektion wissen – also ein bis zwei Tage bevor Fieber, Husten oder Schnupfen einsetzen. Innerhalb von zehn Tagen nach Symptombeginn lasse die Ansteckungsgefahr deutlich nach.

Noch ansteckend oder nicht mehr ansteckend – das hört sich zunächst wie eine simple Rechenaufgabe an. Doch es ist komplizierter. Die Variante, der Impfstatus, die Immunität durch überstandene Infektionen können beeinflussen, wie schnell das Virus aus dem Körper verschwindet – und das entscheide letztendlich darüber, wie lange eine Person ansteckend ist, schilderte Benjamin Meyer, Virologe an der Universität Genf in der Schweiz gegenüber dem Fachblatt „Nature“. Ein Beispiel: Ist eine Person mit einer Immunschwäche schwer an Covid-19 erkrankt, kann sie noch deutlich länger ansteckend sein als fünf, sechs oder acht Tage.

Covid-19: Omikron-Infizierte zum Teil noch neun Tage ansteckend

Corona-Lage: Isolation aufheben 17.03h

Zwei aktuelle Studien liefern aber zumindest Hinweise. Forschende um Julie Bouceau vom Ragon Institute in Cambridge haben analysiert, wann Coronaviren nicht mehr vermehrungsfähig sind. Dazu haben sie Daten von 66 Proband:innen untersucht, die sich zwischen Juli 2021 und Januar 2022 mit dem Coronavirus infiziert hatten. 34 Teilnehmende hatten sich mit Omikron infiziert und 34 mit Delta. Die Forschenden haben untersucht wie viel Zeit zwischen dem ersten positiven PCR-Test und dem negativen PCR-Test vergangen ist. Das Ergebnis: Bei Delta-Infizierten lagen die Werte zwischen drei und fünf Tagen und bei Omikron-Infizierten zwischen drei und neun Tagen. Heißt: Ein Teil der Proband:innen in der Omikron-Gruppe sind mit unter neun Tage nach dem positiven PCR-Test noch ansteckend. Also noch vier Tage länger als die aktuelle Isolationspflicht in Deutschland.

„Die Fakten darüber, wie lange Menschen ansteckend sind, haben sich nicht wirklich geändert“, sagt Amy Barczak, Spezialistin für Infektionskrankheiten am Massachusetts General Hospital in Boston, die an der Studie beteiligt war. „Es gibt keine Daten, die fünf Tage oder eine kürzere Isolation als zehn Tage unterstützen“, sagte sie gegenüber „Nature“.

Zwei Punkte schränken die Aussagekraft der Studie ein: Es ist eine sehr kleine Zahl an Proband:innen und PCR-Tests sind sehr sensibel. Wissenschaftler:innen gehen davon aus, dass sie auch noch ein positives Ergebnis liefern, wenn jemand schon nicht mehr infektiös ist.

Besser nach Isolation noch Maske tragen

Wissenschaftler:innen aus Massachusetts haben in einer Studie die Infektiosität von 40 Proband:innen untersucht. Dabei haben die Forschenden bei Menschen Proben für Schnelltests entnommen, die sich zwischen dem 5. Januar und 11. Februar 2022 mit Omikron infiziert hatten. 36 Teilnehmende waren dreimal geimpft und niemand der Proband:innen musste im Krankenhaus behandelt werden. Ab Tag sechs nach dem ersten positiven Corona-Test wurden die Teilnehmenden täglich getestet. Das Ergebnis: Bei 75 Prozent der Proband:innen war der Schnelltest an Tag sechs noch positiv.

Die Forschenden leiten aus ihren Ergebnissen folgende Empfehlung ab: Wer sich mit Covid-19 infiziert hat, sollte nach Beendigung der fünftägigen Isolation in jedem Falle bis zu zehn Tage lang eine Maske in Innenräumen in der Öffentlichkeit eine Maske tragen. Diese Empfehlung sprechen die Forschenden auch für Menschen aus, deren Schnelltests bereits an Tag fünf negativ ist.

Der Grund: Ein Schnelltest schlägt erst ab einer gewissen Viruslast an. Was bedeutet, dass auch eine Person mit einem negativen Schnelltest möglicherweise noch ansteckend sein könnte. Doch: „Antigentests sind möglicherweise besser in der Lage als PCR-Tests, die Infektiosität zu bestimmen, da ihre Schwelle zum Nachweis von Covid-19 enger mit einer übertragbaren Virusmenge übereinstimmt“, sagte Charles Bailey, medizinischer Direktor für Infektionsprävention bei Providence Mission Hospital und Providence St. Joseph Hospital in Orange County, Kalifornien, gegenüber „Healthline“.

Long Covid im Körper 15.38

Auch wenn beide Studien durch ihre geringe Proband:innenzahl nur eine eingeschränkte Aussagekraft haben, machen die Ergebnisse deutlich, dass es wichtig ist, sich auch nach fünf Tagen der Isolation freiwillig zu testen und bei anhaltenden Symptomen und/oder einem positiven Schnelltest besser noch ein paar Tage freiwillig zu Hause zu bleiben.

Quellen: Nature, Studie New England Journals of Medicine, Studie in Jama,Healthline, RKI

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Gynäkologe Ulrich Pecks: Wann eine Covid-19-Infektion in der Schwangerschaft am gefährlichsten ist

Seit Beginn der Pandemie beschäftgt sich Professor Ulrich Pecks damit, wie sich eine Covid-19-Infektion bei Schwangeren auswirkt. Er leitet ein Register, in dem Daten dazu gesammelt werden. Im Interview erklärt er, welche Risiken eine Infektion in der Schwangerschaft birgt und was die Mediziner:innen in den letzten zweieinhalb Jahren gelernt haben.

Sie erheben seit 2020 Daten zu Schwangeren und Covid-19. Was haben Sie gelernt? Und wie viele Daten haben Sie bisher erhoben?

Ulrich Pecks: In diesen nun fast schon zweieinhalb Jahren haben wir von etwa 7700 Frauen, die sich in der Schwangerschaft mit Covid-19 infiziert haben, Daten erhoben. Wir haben viel über die Datenerhebung selbst gelernt, wie komplex sie tatsächlich ist und wie viel Manpower für Erhebung und Auswertung letztendlich nötig ist. Die Auswertungen mussten wir immer vor dem Hintergrund der aktuellen Dynamik in der Pandemie durchführen. In unserer gerade veröffentlichten neuesten Analyse vergleichen wir zum Beispiel den Pandemie-Zeitraum von Januar bis Juni diesen Jahres, also der Omikron-Welle, mit dem Zeitraum bis August 2021, also bis zum Beginn der Delta-Welle.

Ulrich Pecks
Ulrich Pecks ist Leiter der Geburtshilflichen Abteilung an der Universitätsklinik Schleswig-Holstein. Er leitet das CRONOS-Register. Dort werden Daten zu Schwangeren und Covid-19 gesammelt.
© Universitätsklinik Schleswig-Holstein

Im Laufe der Pandemie haben wir gelernt, dass es verschiedene Virusvarianten gibt. Mit jeder neuen Virusvariante haben wir zunächst einen Anstieg schwerer Verläufe bei den Schwangeren festgestellt. Beim Wildtyp wurden noch etwa zwei bis drei Prozent der an Covid-19 erkrankten Schwangeren intensivmedizinisch behandelt, bei der Alpha-Variante vier Prozent und bei der Delta-Variante sieben Prozent.

Was hat sich mit Omikron verändert?

Mit Omikron war dieser Effekt plötzlich weg. Dies liegt sicher auch daran, dass wir als Mediziner:innen im Laufe der Pandemie mehr über die Infektion gelernt und so Patient:innen immer besser behandeln können. Omikron erscheint in Bezug auf schwere Verläufe aber auch harmloser als die vorherigen Varianten. Viele Frauen sind inzwischen auch geimpft. Wir haben feststellen können, dass geimpfte Schwangere im Vergleich zu ungeimpften Schwangeren in der Omikron-Welle seltener stationär wegen einer Covid-19-Infektion aufgenommen worden sind. Und sie haben weniger häufig Sauerstoff benötigt. Auf die Anzahl der intensivmedizinisch behandelten Frauen hatte die Impfung jedoch keinen Einfluss, da bei der milderen Omikron-Welle kaum noch Frauen so schwer erkranken.

Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl der Totgeburten seit 2010 gestiegen. Können Sie erklären, woran das liegen könnte? Und welchen Einfluss haben Corona-Infektionen bei Schwangeren auf die Zahl der Totgeburten?

Das hat sicherlich unterschiedliche Ursachen. Das grundsätzliche Risikoprofil unter Schwangeren ist seit 2010 gestiegen. Wir haben beispielsweise in den letzten Jahren eine zunehmende Anzahl an Frauen, die mit Adipositas in die Schwangerschaft gegangen sind. Adipositas ist ein Risikofaktor für Totgeburten. Auch Diabetikerinnen haben eher eine Totgeburt als Frauen, die nicht an Diabetes erkrankt sind. Vor 20 bis 30 Jahren sind Frauen mit Typ 1 Diabetes gar nicht erst schwanger geworden. Mit der modernen Medizin können sie aber schwanger werden – haben aber ein höheres Risiko. Seit 2010 hat sich die Rate an Kindern, die durch eine künstliche Befruchtung zur Welt kommen, beinahe verdoppelt – auch diese Schwangerschaften sind mit einem gewissen Risiko für Schwangerschaftskomplikationen verbunden.

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Die Frage ist jetzt, wie sich Covid-19 hier einbringt. Eine Sars-CoV-2-Infektion in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für eine Totgeburt. Bei den Schwangeren, die eine symptomatische Covid-19-Infektion hatten, liegt die Totgeburtenrate nach unseren Berechnungen bei 1,2 Prozent. Es werden also 12 von 1000 Babys tot geboren. Normalwerweise werden drei beziehungsweise vier von 1000 Säuglingen tot geboren. Das ist also das Dreifache der normalen Totgeburtenrate. Dieser Wert bezieht sich auf Infektionen vor der Omikron-Variante.

Die eher wenigen Frauen, die Covid-19 in der Schwangerschaft hatten, werden jedoch nicht alleine den erhöhten Anteil an Totgeburten in der Statistik ausgemacht haben. Zumal es Covid-19 auch erst seit 2020 gibt und der Anstieg schon länger zu verzeichnen ist. Doch Lockdownmaßnahmen und ein eingeschränkter Zugang zum Gesundheitssystem könnten sich negativ ausgewirkt haben. Frauen mit einem Risikoprofil für Totgeburten hatten nicht mehr den uneingeschränkten Zugang zum Gesundheitssystem wie vor den Lockdowns. Ein Beispiel: Relativ zu Anfang der Pandemie haben wir Daten zu Covid-19 bei Schwangeren mit Diabetes ausgewertet. Es waren 27 Frauen und fünf dieser Frauen mit Typ 2 Diabetes waren besonders auffällig. Bei zwei dieser fünf Frauen kam es zu Totgeburten. Was wir bei diesen Schwangeren beobachten konnten: Ihr Zucker war desaströs eingestellt. Es handelte sich um Frauen, die durch Sprachbarrieren möglicherweise nicht die Brisanz der Lage verstanden haben. Neben dieser Lücke im Gesundheitssystem solche Sprachbarrieren zu überbrücken, kann es sich zudem sehr negativ ausgewirkt haben, wenn zusätzlich der Zugang zu Kliniken oder Arztpraxen im Lockdown erschwert war. Oder die Angst vor einer Covid-19-Infektion die Frauen vor einem Arztbesuch abgeschreckt hat.

Eine Studie aus den USA ist zu dem Schluss gekommen, dass es auch bei milden Krankheitsverläufen bei Schwangeren häufiger zu Frühgeburten kam als bei Schwangeren, die keine Infektion hatten. Wie sind Ihre Erfahrungen dazu?

Wir haben in der Pandemie auch gelernt, dass es unglaublich schwierig ist, die Daten richtig zu lesen. Schauen wir in unsere Register-Daten, scheint auch hier die Zahl der Frühgeburten unter Schwangeren, die einen lediglich milden Corona-Verlauf haben, erhöht zu sein. Allerdings kommen diese Frauen oftmals gerade wegen einer Frühgeburten in die Klinik und bei dem Routine-Corona-Test für die Krankenhausaufnahme wird ihre Infektion festgestellt. Sie fließen in die Daten ein, aber wir wissen nicht, ob die Covid-19-Infektion die Ursache für die Frühgeburt ist. Um nun herauszufinden, ob unter milde erkrankten Frauen die Frühgeburtenrate erhöht ist, müssten wir die Anzahl aller milde erkrankten Frauen kennen, also auch die ohne Frühgeburt. Diese Frauen wissen aber oft selbst nicht, dass sie infiziert sind. Sie fallen in die sogenannte Dunkelziffer. Es bleibt daher schwierig, den tatsächlichen Wert zu erfassen. Was man recht sicher sagen kann, ist, dass in der Phase der akuten Infektion bei schwereren Verläufen häufiger Frühgeburten verzeichnet werden.

Wie sieht es mit dem Risiko in der Schwangerschaft für schwere Sars-CoV-2-Verläufe aus?

Es gibt natürlich Risikofaktoren, die die Frauen unabhängig von ihrer Schwangerschaft mitbringen wie Adipositas, Diabetes mellitus und in gewissem Maße auch ihr Alter. Einen wesentlichen Einfluss hat aber die Schwangerschaftswoche, zu der sich eine Schwangere infiziert: für Frauen, die sich in der 30. Schwangerschaftswoche mit Sars-CoV-2 infiziert haben, ist das Risiko für einen schweren Verlauf deutlich erhöht im Vergleich zu Frauen, die sich zum Beispiel in der 15. Schwangerschaftswoche infizieren. 

Warum das Risiko für eine schwere Covid-19-Infektion in den höheren Schwangerschaftswochen deutlich erhöht ist, liegt meiner Meinung nach vor allem an der Lungenkapazität. Gebärmutter und Embryo wachsen und die Lungenfunktion ist dadurch eingeschränkt. Wenn man die Lunge nicht mehr so gut durchlüften kann, wird sie anfälliger für eine Infektion. Ein weiterer Aspekt ist, dass der Kreislauf von Frauen deutlich belastet wird. Eine Frau bildet während der Schwangerschaft ein richtiges Leistungssportlerinnenherz aus. Das Blutvolumen steigt, die Pumpleistung des Herzens steigt und das belastet den Kreislauf immens. Die physiologische Belastung trägt sicher dazu bei, dass Frauen zum Ende der Schwangerschaft anfälliger für eine schwere Erkrankung bei Infektion werden. Ein dritter Aspekt ist das Immunsystem. Das Immunsystem muss so umgestellt werden, dass sich die körpereigene Abwehr nicht gegen den Fötus richtet. Es muss eine gewisse Akzeptanz der väterlichen Genmaterials im Embryo geben. Die Folge: Gewisse Abwehrmechanismen werden unterdrückt und funktionieren nicht mehr so gut.

Interview Verhalten nach Corona-Infektion 14.30

Welche Komplikationen können durch eine Covid-19-Infektion in der Schwangerschaft noch auftreten?

Mir sind zwei Fälle von Frühgeburten besonders im Gedächtnis geblieben. Wir haben bei beiden Schwangeren, die wegen ihrer Sars-CoV-2-Infektion intensivmedizinisch behandelt und auch beatmet werden mussten, beobachtet, dass sich der Abfall der Sauerstoffsättigung negativ auf den Mutterkuchen ausgewirkt hat. Diese Sauerstoffarmut hat dazu geführt, dass sich der Mutterkuchen nicht gut entwickelt hat und teilweise abgestorben ist. Wir mussten in beiden Fällen die Kinder auf die Welt holen, damit sie keinen Schaden nehmen. Die Kinder haben sich zum Glück gut gemacht.

Ich kenne Fälle aus anderen Klinken, wo es nicht gut ausgegangen ist: In einem Fall ist eine schwangere Frau in einem desolaten Zustand ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Sauerstoffsättigung war bereits so gering, dass alle Maßnahmen, die eingeleitet wurden, nur noch der Mutter geholfen haben. Sechs Wochen später, so lange braucht es, um Veränderungen am Fötus zu bemerken, haben die Ärzt:innen gesehen, dass im Gehirn des Kindes sehr große Löcher zu sehen waren. Dieses Kind hatte einen Schaden durch den Sauerstoffdefizit genommen. Es wäre schwerstbehindert zur Welt gekommen oder gar bei der Geburt gestorben. Die Frau hatte sich für einen Abbruch der Schwangerschaft entschieden.

Long Covid im Körper 15.38

Kann eine Schwangere genauso gut bei einer Covid-19-Infektion behandelt werden wie eine nicht schwangere Frau?

Einer Schwangeren können wir nicht alle Medikamente verabreichen, die wir anderen Covid-19-Patient:innen geben würden. Normalerweise werden Patient:innen, die invasiv beatmet werden müssen, auf den Bauch gelegt – bei den Schwangeren ist das durch den großen Bauch allerdings schwierig.

Wie wichtig ist es, dass Schwangere, die noch nicht gegen Sars-CoV-2 geimpft sind, dies noch nachholen?

Wir wissen leider nicht, was der nächste Herbst und Winter und bringt. Es kann natürlich sein, dass es noch mal eine Virusvariante gibt, die deutlich schwerere Erkrankungen verursacht als die Omikron-Variante. Wir wissen auf der anderen Seite, dass die Corona-Impfung sicher ist und selbst die Impfung in der Schwangerschaft ist sicher. Es ist nach wie vor eine Empfehlung, dass sich auch Schwangere einmal vollständig impfen lassen sollten. Im Idealfall sollten sich Frauen bereits vor der Schwangerschaft drei Mal impfen lassen.

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Berlin Coronavirus COVID - 19 Infizierte Köln Krankenhäuser Omikron Sars-Cov-2 Sommerwelle Symptom Wolfgang Kreischer

Corona-Sommerwelle: Wer erkrankt schwer an Omikron? Welche Symptome haben Infizierte? Ein Intensivmediziner und ein Hausarzt berichten

Christian Karagiannidis ist Intensivmediziner in Köln. Wolfgang Kreischer arbeitet als Allgemeinmediziner in Berlin. Hier berichten sie, wie sie die Corona-Sommerwelle erleben – und was mit Blick auf den Herbst wichtig wird. 

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Coronavirus DAK Erkältungswelle Frühjahr Husten Krankenstand Krankschreibung Mecklenburg-Vorpommern Omikron Schwerin

Arbeit: Erkältungswelle plus Omikron gleich hoher Krankenstand in MV

Deutlich mehr Menschen als vor einem Jahr sind laut DAK in den ersten sechs Monaten 2022 krank gewesen. Den Corona-Lockerungen folgte eine dicke Erkältungswelle.

Husten, Schnupfen, Omikron: Die Zahl der Krankschreibungen ist nach Angaben der Krankenkasse DAK im ersten Halbjahr 2022 in Mecklenburg-Vorpommern stark gestiegen. Der Krankenstand ihrer Versicherten habe bei 5,5 Prozent gelegen nach 4,6 Prozent im ersten Halbjahr 2021, teilte die Kasse mit. Das heißt, an jedem Tag waren von 1000 Beschäftigten 55 krankgeschrieben.

Neben Corona-Infektionen mit der hochansteckenden Omikron-Variante hätten nach der Reduzierung der Corona-Maßnahmen im Frühjahr auch Erkältungskrankheiten stark zugenommen. Die Krankenkasse hat nach eigenen Angaben alle Krankschreibungen des ersten Halbjahrs von rund 67 000 DAK-versicherten Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern ausgewertet.

Danach kamen auf 100 Beschäftigte im Nordosten 995 Fehltage und damit 159 mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Allein die Zahl der Fehltage wegen Husten und Schnupfen sei von 67 je 100 Versicherten im ersten Halbjahr 2021 auf jetzt 178 hochgeschnellt.

Atemwegserkrankungen seien mit einem Anteil von 17,9 Prozent hinter Muskel-Skelett-Erkrankungen (18,4) die zweithäufigste Ursache für Fehltage von der Arbeit gewesen. Eine DAK-Sprecherin forderte, die Krankschreibung per Telefon dauerhaft zu etablieren, um die Ansteckungsgefahr in den Arztpraxen zu reduzieren. Auf Platz drei lagen Ausfälle wegen psychischer Erkrankungen.

Ausfälle wegen Corona legten demnach von 13 auf 92 Fehltage je 100 Versicherte zu. Omikron habe so viel Arbeitsausfall bewirkt wie keine Variante zuvor, hieß es. Die Omikron-Welle habe in Mecklenburg-Vorpommern zudem für so viele Corona-Fehltage gesorgt wie in keinem anderen Bundesland. Besonders betroffen waren demnach Beschäftigte in medizinischen und erzieherischen Berufen.

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Corona Coronavirus Großbritannien Omikron Symptom Tim Spector Virus

Neue Variante, neue Symptome: Wilde Träume durch BA.5? Das ist über die neuen Symptome des Omikron-Subtyps bekannt

Dass sich das Coronavirus wandelt, wir es mit immer neuen Varianten zu tun bekommen, damit haben wir uns bereits notgedrungen abgefunden. Aber auch die Corona-Symptome verändern sich. Das sind die aktuell häufigsten Beschwerden.

Mit Fortgang der Pandemie verändert sich auch das Virus, immer neue Varianten entstehen. Derzeit grassiert die Omikron-Variante BA.5, die ansteckender ist als bisher dominierende Varianten. Nahezu 90 Prozent aller Neuinfektionen sind hierzulande aktuell auf den Subtyp zurückzuführen. Nicht nur das Virus selbst verändert sich, auch die Symptome mit denen Infizierte rechnen müssen, unterscheiden sich mitunter von denen vorheriger Varianten. Hinweise darauf, welche Beschwerden aktuell am häufigsten vorkommen, liefern Daten aus Großbritannien.

Bereits seit 2020 können Brit:innen im Rahmen der Zoe Covid Symptom Study über eine App ihre Corona-Symptome einspeisen. Diese werden von dem Forscherteam gesammelt und ausgewertet. Auf Basis der Einträge von 17.500 Menschen, die in der zweiten Juliwoche positiv getestet wurden, wurden nun die meistgenannten Beschwerden aufgelistet. Tim Spector, der Wissenschaftler und Mitgründer der Zoe-Studie, erklärte bei einem Youtube-Update, dass diese Symptome zwar noch nicht eindeutig einer Corona-Variante zugeordnet werden könnten. Da es sich aber bei einem Großteil der Infektionen in Großbritannien in diesem Zeitraum um Infektionen mit BA.5 handelte, ist es durchaus wahrscheinlich, dass die Symptome auch diesem Omikron-Subtyp zugeordnet werden können. Wirklich überraschend sind die meisten Symptome nicht, sie sind weitgehend von vorherigen Varianten bekannt. Andere aber verwundern.Organisierter Hass: Eine Hausärztin in Todesangst vor Coronaleugnern 14.07

Corona-Variante BA.5 kommt mit neuen Symptomen

Berichtet wird unter anderem von besonders lebendigen Träumen während der Corona-Erkrankung. Diese seien sehr intensiv und endeten oftmals in Albträumen. Manche Infizierte erlebten aber auch sogenannte Klarträume. Während diesem luziden Träumen ist dem Schlafenden bewusst, dass er träumt und er kann sogar die Handlung beeinflussen. Neben diesem Phänomen war auch Nachtschweiß sowie Müdigkeit und Abgeschlagenheit vermehrt ein Thema. 

Nach wie vor sind aber die Halsschmerzen (58 Prozent) das häufigste Corona-Symptom. Das hat sich auch mit BA.5 nicht geändert. Zu den wahrscheinlichsten Beschwerden gehören außerdem Kopfschmerzen (49 Prozent) und eine verstopfte Nase (40 Prozent). Aber auch Husten, mit und ohne Schleim, wurde häufig genannt, sowie Heiserkeit, Niesen und eine laufende Nase. 

Inkubationszeit bei BA.5 verkürzt

Zudem scheint die Inkubationszeit bei BA.5 kürzer zu sein als beispielsweise bei Alpha. Berichtet wird zunehmend bereits ein oder zwei Tage nach der Infektion von Symptomen. Bekannt ist außerdem, dass BA.5 infektiöser ist als vorangegangene Varianten. Die Wahrscheinlichkeit sich jetzt mit dem Virus zu infizieren, ist damit sehr hoch – auch für Geimpfte und Genesene. Maria Van Kerkhove, Epidemiologin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) führte die derzeitige Dominanz von BA.5 in einem Twitter-Statusupdate vor allem darauf zurück, dass sich derzeit wieder viele Menschen träfen, ohne sich noch an Masken- oder Abstandsregeln zu halten.

Und nicht nur die Infektionszahlen steigen, auch die Todesfälle. Betroffen davon seien wie gehabt in erster Linie die, die nicht gut geschützt sind, beispielsweise weil sie gar nicht oder nicht vollständig geimpft sind. So berichtet auch der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Stefan Kluge auf Twitter, dass „leider immer wieder Risiko-Patient:innen mit nur inkompletter Sars-CoV-2 Impfung“ auf der Intensivstation aufgenommen werden müssten. Zuletzt ein 90-Jähriger mit Covid-19, der nur einmal geimpft gewesen sei. „Diese Impflücken sollten jetzt geschlossen werden“, schrieb Kluge. 

Bis zum 30. September gilt als vollständig geimpft, wer zwei Corona-Impfungen bekommen hat oder eine plus überstandene Infektion. Ab Oktober aber sind drei Impfdosen beziehungsweise zwei plus überstandene Infektion für den vollständigen Impfschutz notwendig.

Quelle: ZOE Health StudyBBC, Youtube, Twitter

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Berlin Biontech Carsten Watzl Coronavirus EMA Europa Financial Times Impfstoff Omikron Pandemie Ralf Bartenschlager Sars-Cov-2 Virus

Pandemie: Corona-Varianten: Angepasste Impfstoffe rascher zulassen?

Welche Corona-Variante im Herbst kommt, kann zurzeit niemand sagen. Es besteht jedenfalls die Gefahr, dass die neuen, an Omikron angepassten Impfstoffe schnell überholt sind. Was tun?

Das Coronavirus mutiert und mutiert. Aber die vorhandenen Impfstoffe sind unverändert: Sie zielen ab auf Sars-CoV-2, wie es sich zu Pandemiebeginn ausbreitete. Erste an die Omikron-Variante angepasste Vakzine sind zwar in Entwicklung und könnten im Herbst verfügbar sein. Die große Frage ist aber, ob Omikron mit bekannten Sublinien wie BA.1, BA.4 und BA.5 dann überhaupt noch den Ton angibt. Bis dahin könnte eine alte Variante zurückkehren oder eine neue aufkommen. Die Horrorvorstellung: Dass der Impfschutz unterlaufen wird und wieder viel mehr Menschen schwerer erkranken.

Angesichts des Wettrennens zwischen Virus und Impfstoffen ist in der Diskussion, ob das Zulassungsprozedere beschleunigt werden sollte. Biontech-Chef Uğur Şahin ist dafür, wie er kürzlich der „Financial Times“ sagte. Er sprach von vier Monaten Zeitvorteil durch ein Verfahren ohne zusätzliche klinische Studien, also beim Menschen.

Zulassung wie bei der Grippeimpfung?

Die für die Zulassung in Europa zuständige Arzneimittelbehörde EMA hat vor einigen Wochen signalisiert, dass man in Abhängigkeit von den eingereichten Daten möglicherweise zu einem ähnlichen Rahmen wie bei der Grippeimpfung kommen könnte. Dabei müssten vor der Zulassung der jährlich aktualisierten Vakzine keine klinischen Daten vorgelegt werden. Die Expertendiskussion darüber sei im Gange, hieß es.

„Ich halte es für folgerichtig, zu einem Prozess wie bei der Grippeimpfung zu kommen“, sagt Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Das müsse nicht unbedingt schon in diesem Herbst sein. „Man könnte mit dem ersten angepassten Impfstoff nun einmal modellhaft zeigen, dass alles gut geht. Und dann in kommenden Saisons ein schnelleres Verfahren wählen.“

Klinische Daten vorliegen zu haben klinge zwar schön, sagt Watzl, die Aussagekraft sei aber begrenzt. Sie lieferten lediglich Informationen über Antikörperspiegel und ansatzweise über Impfreaktionen. „Eine Schutzwirkung ist nicht ableitbar.“ Für die Sicherheit seien die Daten quasi irrelevant, weil sehr seltene Nebenwirkungen angesichts niedriger Probandenzahlen nicht aufgespürt werden könnten.

Skepsis bei der Gesellschaft für Virologie

Der Präsident der Gesellschaft für Virologie, Ralf Bartenschlager, zeigt sich eher skeptisch, ob die momentane Situation mehr Tempo bei der Zulassung erfordert. „Die schon vorhandenen Impfstoffe schützen vor schwerer Erkrankung auch bei den bisherigen Omikron-Varianten, die verglichen mit früheren Varianten weniger pathogen sind.“ Insofern stelle sich die Frage, ob die Notlage so groß sei, dass das Prozedere verkürzt werden müsse.

Unter diesem Gesichtspunkt sei es sinnvoll, diese Impfstoffe auch weiterhin in Studien am Menschen zu prüfen. Tests an Mäusen, etwa zu Immunantworten, seien dafür kein Ersatz. „Insbesondere sind gründliche Sicherheitsdaten nötig“, sagt Bartenschlager. Für die Anpassung an Omikron müssten recht viele Bausteine verändert werden. „Man sollte auch bei den angepassten Omikron-Impfstoffen prüfen, wie sich die neuen Impf-Antigene bei Geimpften und Genesenen verhalten. Jedes neue Antigen könnte in gewissem Maße unerwartete Reaktionen wie etwa eine überschießende Immunantwort verursachen.“

Grundsätzlich stimmt Watzl dieser Überlegung zu, er schränkt aber ein: Solche unerwarteten Reaktionen seien selten und würden auch in klinischen Studien wegen der geringen Probandenzahl nie auffallen. Außerdem müsste dann auch das Virus selbst überschießende Immunantworten verursachen, denn es hat ja das gleiche Spike-Protein wie der angepasste Impfstoff. „Wenn das so käme, hätten wir ein ganz anderes Problem.“

Klar ist: Sollte es zu einem vereinfachten Zulassungsverfahren kommen, so halten Fachleute eine gute Kommunikationsstrategie für unerlässlich. Insbesondere angesichts der schon laufenden Debatte um Impfreaktionen und -nebenwirkungen sieht etwa Bartenschlager die Gefahr, dass eine Zulassung ohne Vorlage klinischer Studien von der Öffentlichkeit noch kritischer aufgefasst würde – es könnte eventuell als Einknicken vor der Pharmaindustrie empfunden werden.

Experte: Menschen achten vor allem auf Stiko-Empfehlung

Markus Schäfer, Experte für Gesundheitskommunikation von der Universität Mainz, erwartet hingegen nicht, dass ein vereinfachtes Zulassungsverfahren die Akzeptanz der Covid-19-Impfstoffe wesentlich beeinflussen würde. „Man muss sicher damit rechnen, dass manche Medien einen solchen Schritt, falls er denn kommt, skandalisieren. Umfragen legen aber nahe, dass die meisten Menschen sich nicht in hohem Detailgrad über komplexe Zusammenhänge wie ein Zulassungsverfahren informieren.“ Worauf die meisten Menschen Wert legten, seien die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko).

Noch eine andere Sorge spricht Immunologe Watzl an: Während die US-Zulassungsbehörde FDA schon klar gemacht habe, dass angepasste Impfstoffe auch die in diesem Sommer verbreiteten Omikron-Sublinien BA.4 und BA.5 berücksichtigen sollen, habe sich die EMA noch nicht festgelegt. „Schlimmstenfalls könnte es so weit kommen, dass wir in Europa noch die bereits entwickelten BA.1-Impfstoffe bekommen, während in den USA schon die aktuelleren Sublinien berücksichtigt sind. Das wäre dann eine Zwei-Klassen-Gesellschaft.“

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Antikörper Coronavirus Deutschland Impfschutz Impfung Infektionsgeschehen Omikron Sars-Cov-2 Virus

Omikron-Subtypen: Studie: Impfschutz gegen neue Corona-Varianten lässt schnell nach

Seit die Omikron-Varianten in Deutschland das Infektionsgeschehen beherrschen, infizieren sich auch immer mehr Geimpfte. Forschende haben nun herausgefunden, dass die Wirkung von Antikörpern gegen die Omikron-Subtypen BA.1 und BA.2 schnell nachlässt.

Die Omikron-Varianten BA.1 und BA.2, die in Deutschland von Dezember bis April das Infektionsgeschehen beherrschten, können bereits nach drei Monaten den Schutz vor einer Sars-CoV-2-Infektion unterlaufen, den Impfungen oder eine überstandene Infektion bieten. Das ist das Ergebnis einer Studie unter Federführung des Universitätsklinikums Frankfurt und der Goethe-Universität. STERN PAID FAQ Corona Impfung zweiter Booster angepasst 17.58

Ein Forschungsteam um Marek Widera und Sandra Ciesek hat in einer Studie also untersucht, wie lange Antikörper, die das Immunsystem nach einer Impfung oder überstandener Infektion zum Schutz bildet, die Virusvarianten BA.1 und BA.2 neutralisieren können. Die Wissenschaftler:innen sammelten dazu Blutproben von Menschen, die zweifach oder dreifach geimpft waren. Sie brachten das Blutserum, welches Antikörper enthält, mit Sars-CoV-2-Viren zusammen und beobachteten, wie viele Zellen infiziert wurden.

Das Ergebnis: Ein halbes Jahr nach der zweiten Impfung hatten die getesteten Seren praktisch keine neutralisierende Wirkung mehr auf die Omikron-Subtypen BA.1 und BA.2. Kurz nach der Booster-Impfung war die Schutzwirkung noch sehr hoch, drei Monate später bot der Piks kaum noch Schutz: Die Mehrheit der getesteten Seren war nicht mehr in der Lage, die beiden Virusvarianten zu neutralisieren.

Impfungen schützen auch bei Omikron vor schweren Verläufen

Auch das Robert Koch-Institut (RKI), das die Wirksamkeit von Impfungen im „Living Sytematic Review“ untersucht, zeichnet ein ähnliches Bild bei der Wirksamkeit der Impfstoffe vor Omikron. Eine Grundimmunisierung biete gegenüber einer asymptomatischen oder milden Corona-Erkrankung durch die Omikron-Variante nur einen geringen Schutz und die Wirksamkeit lasse mit der Zeit deutlich nach. „Erste Daten lassen auch nach Auffrischimpfung einen nachlassenden Schutz vor (symptomatischer) Infektion über die Zeit vermuten“, heißt es beim RKI. Vor schweren Erkrankungen biete die Impfung weiterhin einen guten Schutz.

Im Februar veröffentlichte Daten aus Südafrika zeigen, dass die Impfstoffe mit Blick auf die Behandlung im Krankenhaus eine gute Schutzwirkung vor Omikron haben: Eine zweifache Impfung schützt zu 70 Prozent vor einer Hospitalisierung. Eine andere Untersuchung zeigt, dass der Schutz nach einer Booster-Impfung vor schweren Verläufen über sieben Monate anhielt.

Long Covid im Körper 15.38

Neue Corona-Varianten umgehen Abwehr

Warum die Omikron-Varianten den Immunschutz nach so kurzer Zeit umgehen können, hat mehrere Gründe. Der Frankfurter Forscher Marek Widera erklärt zu den Studienergebnissen: „Dass BA.1 und BA.2 schon nach drei Monaten den Immunschutz umgehen können, liegt daran, dass der Antikörpertiter im Serum – sozusagen die Menge der Antikörper – nach einer Impfung oder Infektion im Laufe der Zeit abnimmt.“

Das ist nicht nur in den Blutseren der Untersuchung so. Auch in unseren Körpern lässt die Zahl der Antikörper nach einer Infektion oder Impfung mit der Zeit nach. Das Immunsystem schaltet sozusagen in den Energiesparmodus. Statt immer weiter und weiter eine riesige Zahl an Antikörpern zu bilden, setzt die Abwehr auf spezielle Antikörper (B-Zellen), die darauf trainiert sind, das Virus wieder zu erkennen. So können sie blitzschnell bei einem erneuten Kontakt mit dem Virus reagieren. Die körpereigene Immunabwehr hängt aber nicht nur von der Zahl der Antikörper ab. Wichtig sind zum Beispiel auch die T-Zellen.

Doch die neuen Omikron-Varianten werden immer besser darin, Immunflucht zu begehen. Sie können also die körpereigene Abwehr umgehen. Der Grund: Die Antikörper können das Coronavirus nicht so gut erkennen. Denn: Die Omikron-Subvarianten BA.1 und BA.2 unterscheiden sich im genetischen Bauplan des Spike-Proteins voneinander und anderen Varianten des Coronavirus. Das Spike-Protein ist der Part des Virus, mit dem es an menschliche Zellen andockt. Kurz gesagt: Die Omikron-Viren BA.1 und BA.2 sehen anders aus als die ursprüngliche Variante des Coronavirus, auf dem die Impfstoffe basieren und unterscheiden sich auch von der ursprünglichen Omikron-Variante.

Interview Long Covid 17.06h

Wirksamkeit von Antikörperpräparaten hängt stark von Variante ab

Das Forschungsteam in Frankfurt hat auch die Wirksamkeit von drei Antikörperpräparaten gegenüber Omikron BA.1 und BA.2 untersucht. Solche Mittel können Menschen mit einem geschwächten Immunsystem vorbeugend gegeben werden. Dies wird gemacht, weil Menschen mit Immunschwäche in manchen Fällen durch eine Impfung nicht genügend Antikörper bilden. Virologin Sandra Ciesek erklärt: „Wir haben beispielhaft drei solcher monoklonalen Antikörper im Labor untersucht und gesehen, dass ihre Wirksamkeit sehr stark von der Virusvariante abhängt. Damit wir vulnerable Patientinnen und Patienten mit solchen Präparaten schützen können, ist es daher dringend erforderlich auch am Patienten zu testen, inwieweit solche Antikörper aktuell verbreitete Virusvarianten neutralisieren können.“

In Deutschland seien die Omikron-Subtypen BA.1 und BA.2 zwar inzwischen nicht mehr dominant, doch die Studienergebnisse würden untermauern, dass „wir nicht darin nachlassen dürfen, unsere Schutzmaßnahmen an die genetischen Veränderungen des Sars-CoV-2-Virus anzupassen, derzeit also an die Omikron-Varianten BA.4 und BA.5“, sagt die Virologin.

Quellen: Studie Universitätsklinikum Frankfurt,Mitteilung zur Studie, Studie Süafrika,RKI, Living Systematic Review, Medrxiv Studie

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Pandemie: „Centaurus“-Variante: Was Sie jetzt über den neuen Omikron-Subtyp wissen sollten

Ein neuer Omikron-Subtyp bereitet Experten Kopfzerbrechen. Die vielen Mutationen auf dem Spike-Protein könnten BA.2.75 noch ansteckender machen, als die bisherigen Corona-Virusvarianten.

Während die Sommerwelle, verursacht durch die Omikron-Sublinie BA.5, Deutschland fest im Griff hat, gerät eine neue Omikron-Variante in den Fokus der Wissenschaft: BA.2.75. Experten:innen bereiten die vielen Mutationen am Spike-Protein Sorgen – sie könnten die Untervariante noch ansteckender machen als andere Virusvarianten. Was das Auftauchen des Omikron-Subtyps für Deutschland bedeuten könnte und was schon über BA.2.75 bekannt ist.

Woher kommt BA.2.75 und wie verbreitet ist die Corona-Variante?

BA.2.75 ist wahrscheinlich eine Variante zweiter Generation – ein Abkömmling der Omikron-Sublinie BA.2, wie Tom Peacock, Virologe vom Imperial College London, auf Twitter schrieb. Der Forschende hatte 2021 als einer der ersten Wissenschaftler bereits vor der Omikron-Variante wegen ihrer Mutationen am Spike-Protein gewarnt und rät nun auch bei der neuen Sublinie diese genauer zu beobachten.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde die Omikron-Untervariante mit dem Spitznamen „Centaurus“ erstmals im Mai in Indien entdeckt. Seit dem 7. Juli wird die Variante vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) genauer beobachtet. Auch die WHO beobachtet die neue Variante im Omikron-Tracking. Weltweit sind bisher erst wenige Fälle der neuen Variante nachgewiesen, unter anderem auch in Deutschland. „Die Gesamtzahl an bekannten BA.2.75-Fällen ist minimal. Wir sprechen von heute etwa 70 Fällen weltweit“, sagte Ulrich Elling vom Institut für Molekulare Biotechnologie in Wien gegenüber „ZDF“. Der Experte nimmt aber an, dass die Dunkelziffer der Fälle weitaus höher liegen dürfte.

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Warum sind Expert:innen angesichts der Omikron-Untervariante BA.2.75 besorgt?

„BA.2.75 hat zusätzlich zu den 29 Mutationen, die die BA.2-Linie ohnehin schon im Spike-Protein hat, noch weitere acht Mutationen. Es ist davon auszugehen, dass eine derartige Fülle an neuen Mutationen die Eigenschaften, den Immunschutz zu unterlaufen, weiter verstärken wird“, schilderte Ulrich Elling. Heißt also: Die „Centaurus“-Variante könnte noch besser als andere Varianten der Immunantwort des Körpers ausweichen. Das macht eine Infektion trotz Impfung und/oder vorangegangener Infektion dann leichter möglich.

Ist „Centaurus“ gefährlicher als die bisherigen Omikron-Varianten?

Dr. Soumya Swaminathan von der WHO sagte gegenüber dem „Guardian“, dass es noch nicht genügend Proben von BA.2.75 gebe, um den Schweregrad einzuschätzen. Zum Krankheitsverlauf oder der Hospitalisierung gibt es derzeit noch nicht genügend Daten, um abzuschätzen, wie gefährlich der Subtyp ist.

Was bedeutet BA.2.75 für die angepassten Omikron-Impfstoffe?

Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) empfiehlt den Impfstoffherstellern, für diesen Winter auf einen Impfstoff gegen die Omikron-Varianten BA.4/5 zu setzen. In Deutschland ist derzeit auch die Omikron-Sublinie BA.5 vorherrschend. Bei der Europäischen Arzneimittelagentur hat man sich noch nicht festgelegt, auf welche Variante der Omikron-Impfstoff angepasst werden sollte, wie der stern berichtete. Was BA.2.75 für einen angepassten Impfstoff bedeute, sei noch nicht abschätzbar, so Elling. „Wie es aussieht, bleibt die Evolution des Coronavirus derzeit noch schneller, als wir die Impfstoffe anpassen können. Sehr gut möglich, dass der BA.5-Impfstoff unzureichend vor BA.2.75 schützt, die Varianten unterscheiden sich in elf Positionen.“

Können Corona-Tests BA.2.75 schlechter erkennen als andere Varianten?

In den sozialen Medien gibt es Spekulationen darüber, dass Schnelltests und auch PCR-Tests bei der Omikron-Untervariante BA.2.75 nicht anschlagen würden. Auf Twitter schrieb die Virologin Isabelle Eckerle: „Das BA.2.75 per PCR nicht erkannt wird, ist sehr unwahrscheinlich“. Dass Schnelltests hingegen – insbesondere nach wiederholten Infektionen– weniger zuverlässig sind, sei bereits bekannt.

Long Covid im Körper 15.38

Wird BA.2.75 in Deutschland eine neue Welle auslösen?

„Es ist schwer vorherzusagen, welche Auswirkungen so viele Mutationen haben, die zusammen auftreten – es verleiht dem Virus eine Art ‚Wildcard‘-Eigenschaft, bei der die Summe der Teile schlimmer sein könnte als die Teile einzeln“, sagte der Virologe Tom Peacock gegenüber dem „Guardian“. „Centaurus“ sei definitiv ein Kandidat für das, was nach BA.5 komme könnte, fasst es Peacock zusammen. Wie sich neue Varianten zukünftig verbreiten werden, lässt sich allerdings schwer voraussagen. Neben dem Virus selbst spielt auch die Immunität der Bevölkerung eine Rolle. In Indien, wo BA.2.75 zuerst entdeckt wurde, gab es beispielsweise keine BA.1-Welle, dafür aber eine BA.2-Welle. „Wenn sich BA.2.75 nun so rasch in Indien ausbreitet, dann liegt die Vermutung nahe, dass BA.2.75 die BA.2-Immunität umgeht wie BA.5 die BA.1-Immunität. In dem Fall ist auch international eine zügige Verbreitung zu erwarten“, erklärt Ulrich Elling mit Blick nach Südafrika und Portugal, wo es eine BA.1-Welle gab und später dann viele Fälle mit BA.5. Bisher gebe zu wenige Daten zu BA.2.75, um zu wissen, wie genau sich die neue Omikron-Variante auf das Infektionsgeschehen in Deutschland auswirken wird.

Quellen: WHO,Guardian, ZDF, Twitter 1, Twitter 2, ECDC

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Coronavirus Daniela Behrens Deutsche Presse-Agentur Hannover Impfkampagne Impfung Niedersachsen Omikron SPD Virus

Corona-Pandemie: Gesundheitsministerin erwartet neue Impfkampagne im Herbst

Erst die Impfungen für die Grundimmunität, dann der Booster – und bald eine spezielle Spritze gegen Omikron: Auch in diesem Herbst werde es wieder eine Corona-Impfkampagne brauchen, sagt Niedersachsens Gesundheitsministerin Behrens.

Wer sich vor Corona schützen will, muss sich nach Worten von Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens auf eine weitere Impfung einstellen. «Bund und Länder sind sich einig, dass zu Beginn des Herbstes mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Auffrischungs-Impfkampagne für alle Bürgerinnen und Bürger ansteht», sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Der Bund werde dafür einen auf die Omikron-Varianten des Virus angepassten Impfstoff zur Verfügung stellen.

Menschen über 70 Jahre sowie mit einer Immunschwäche sollten jedoch ebenso wie Pflegekräfte und Pflegebedürftige keinesfalls abwarten, sondern «unbedingt den Sommer nutzen, um ihre Impfung jetzt schon ein zweites Mal auffrischen zu lassen», mahnte die Ministerin. Das entspreche den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko).

Gefragt nach den Impfdurchbrüchen – also Infektionen trotz erfolgter Impfung – erklärte das Gesundheitsministerium, dass eine statistische Erhebung dieser Fälle anders als früher mittlerweile wenig sinnvoll erscheine, da die Impfung weniger Schutz vor Omikron biete als noch vor der Delta-Variante. Insofern sei zu erwarten, dass die Impfdurchbrüche zugenommen hätten. Allerdings schützten die Impfungen nach wie vor sehr gut vor einem schweren Krankheitsverlauf. Sie seien «weiterhin mit Abstand das effektivste Mittel bei der Bekämpfung der Pandemie», betonte Ministerin Behrens.

Die Impfquote in Niedersachsen stagniert seit mehreren Wochen. Bisher gelten Daten des Robert Koch-Instituts zufolge knapp 78 Prozent der Bevölkerung als vollständig geimpft.

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Corona-Pandemie: Gesundheitsministerin erwartet neue Impfkampagne im Herbst

Erst die Impfungen für die Grundimmunität, dann der Booster – und bald eine spezielle Spritze gegen Omikron: Auch in diesem Herbst werde es wieder eine Corona-Impfkampagne brauchen, sagt Niedersachsens Gesundheitsministerin Behrens.

Wer sich vor Corona schützen will, muss sich nach Worten von Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens auf eine weitere Impfung einstellen. «Bund und Länder sind sich einig, dass zu Beginn des Herbstes mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Auffrischungs-Impfkampagne für alle Bürgerinnen und Bürger ansteht», sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Der Bund werde dafür einen auf die Omikron-Varianten des Virus angepassten Impfstoff zur Verfügung stellen.

Menschen über 70 Jahre sowie mit einer Immunschwäche sollten jedoch ebenso wie Pflegekräfte und Pflegebedürftige keinesfalls abwarten, sondern «unbedingt den Sommer nutzen, um ihre Impfung jetzt schon ein zweites Mal auffrischen zu lassen», mahnte die Ministerin. Das entspreche den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko).

Gefragt nach den Impfdurchbrüchen – also Infektionen trotz erfolgter Impfung – erklärte das Gesundheitsministerium, dass eine statistische Erhebung dieser Fälle anders als früher mittlerweile wenig sinnvoll erscheine, da die Impfung weniger Schutz vor Omikron biete als noch vor der Delta-Variante. Insofern sei zu erwarten, dass die Impfdurchbrüche zugenommen hätten. Allerdings schützten die Impfungen nach wie vor sehr gut vor einem schweren Krankheitsverlauf. Sie seien «weiterhin mit Abstand das effektivste Mittel bei der Bekämpfung der Pandemie», betonte Ministerin Behrens.

Die Impfquote in Niedersachsen stagniert seit mehreren Wochen. Bisher gelten Daten des Robert Koch-Instituts zufolge knapp 78 Prozent der Bevölkerung als vollständig geimpft.

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