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Jessica Schwarz Portugal Setúbal Südeuropa Waldbrand

Schauspielerin : Jessica Schwarz hat die Waldbrände in Portugal miterlebt: „Die Angst ist immer da“

Viele Regionen Südeuropas leiden in diesem Sommer unter Waldbränden. Wie sich das Leben unter dieser ständigen Bedrohung anfühlt, weiß die Schauspielerin Jessica Schwarz aus eigener Erfahrung. Sie lebt inzwischen in Portugal.

Schauspielerin Jessica Schwarz hat die verheerenden Waldbrände in ihrer neuen Heimat Portugal hautnah miterlebt. „Was schlimm ist gerade, ist die Sierra Estreia. Dort brennt es jetzt schon seit fast drei Wochen“, sagte Schwarz der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

Waldbrände Interview 16.57

„Und wir hatten leider auch bei uns in der Stadt in Setúbal ein Feuer, das wir von unserem Grundstück aus sehen konnten“, sagte die 45-Jährige. Es sei niemand ums Leben gekommen, aber Bekannte hätten tatsächlich ihr Haus räumen müssen, weil nebenan ein Anwesen gebrannt habe. Seit zwei Jahren lebt die Schauspielerin mit ihrem Ehemann Louis Beckmann in Portugal. Zusammen betreiben die beiden ein kleines Hotel in einem Naturschutzgebiet in der Nähe von Lissabon.

Jessica Schwarz über Leute, die am Klimawandel zweifeln

„Die ganze Zeit begleitet einen die Unruhe. Das geht so schnell, vor allem auch durch die Winde, die dort häufig wechseln“, sagte die Schauspielerin. „Die Angst ist immer da.“ In der Gegend habe es seit neun Wochen nicht geregnet. „Das tut einfach weh, wenn man sieht, was dort in kurzer Zeit wegbrennt.“ Menschen, die immer noch am Klimawandel zweifelten, könne sie nicht verstehen. „Wie kann man die Augen verschließen vor dem, was überall gerade passiert?“

Waldbrand Löschflugzeug 11.00

Am Mittwoch, 31. August kommt die Tragikomödie „Over & Out“ in die deutschen Kinos. Darin begeben sich die drei Freundinnen Lea (Jessica Schwarz), Steffi (Julia Becker) und Toni (Petra Schmidt-Schaller) auf einen Roadtrip nach Italien, wo ihre Freundin Maja (Nora Tschirner) Hochzeit feiern will. Dort angekommen, erwartet die drei Freundinnen jedoch eine böse Überraschung: Maja hat sie nicht zu ihrer Hochzeit, sondern zu ihrer Beerdigung eingeladen! Um ihrer Freundin ihren letzten Wunsch zu erfüllen, raufen sich die drei unterschiedlichen Freundinnen zusammen und stellen sich endlich den unbequemen Wahrheiten in ihrem Leben.

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Deutsche Presse-Agentur Hamburg Jessica Schwarz Portugal Setúbal Südeuropa Waldbrand

Schauspielerin : Jessica Schwarz über die Waldbrände in Portugal

Viele Regionen Südeuropas leidet unter Waldbränden. Wie sich das Leben unter dieser ständigen Bedrohung anfühlt, weiß die Schauspielerin Jessica Schwarz aus eigener Erfahrung.

Schauspielerin Jessica Schwarz (45) hat die verheerenden Waldbrände in ihrer neuen Heimat Portugal hautnah miterlebt.

„Was schlimm ist gerade, ist die Sierra Estreia. Dort brennt es jetzt schon seit fast drei Wochen“, sagte Schwarz der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. „Und wir hatten leider auch bei uns in der Stadt in Setúbal ein Feuer, das wir von unserem Grundstück aus sehen konnten“, sagte die Schauspielerin. Es sei niemand ums Leben gekommen, aber Bekannte hätten tatsächlich ihr Haus räumen müssen, weil nebenan ein Anwesen gebrannt habe. Seit zwei Jahren lebt die Schauspielerin mit ihrem Ehemann Louis Beckmann in Portugal. Zusammen betreiben die beiden ein kleines Hotel in einem Naturschutzgebiet in der Nähe von Lissabon.

„Die ganze Zeit begleitet einen die Unruhe. Das geht so schnell, vor allem auch durch die Winde, die dort häufig wechseln“, sagte die Schauspielerin. „Die Angst ist immer da.“ In der Gegend habe es seit neun Wochen nicht geregnet. „Das tut einfach weh, wenn man sieht, was dort in kurzer Zeit wegbrennt.“ Menschen, die immer noch am Klimawandel zweifelten, könne sie nicht verstehen. „Wie kann man die Augen verschließen vor dem, was überall gerade passiert?“

Am Mittwoch (31. August) kommt die Tragikomödie „Over & Out“ in die deutschen Kinos. Darin begeben sich die drei Freundinnen Lea (Jessica Schwarz), Steffi (Julia Becker) und Toni (Petra Schmidt-Schaller) auf einen Roadtrip nach Italien, wo ihre Freundin Maja (Nora Tschirner) Hochzeit feiern will. Dort angekommen, erwartet die drei Freundinnen jedoch eine böse Überraschung: Maja hat sie nicht zu ihrer Hochzeit, sondern zu ihrer Beerdigung eingeladen! Um ihrer Freundin ihren letzten Wunsch zu erfüllen, raufen sich die drei unterschiedlichen Freundinnen zusammen und stellen sich endlich den unbequemen Wahrheiten in ihrem Leben.

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Destatis Deutschland Loire Rebsorte Südeuropa Temperatur Wein Wiesbaden

Wein: Rebsorten aus dem Süden legen zu

Mit den höheren Temperaturen werden in Deutschland vermehrt Rebsorten angebaut, die bislang vor allem in Südeuropa kultiviert wurden. Die mit der Weißwein-Sorte Sauvignon Blanc bepflanzte Fläche vergrößerte sich in Deutschland von 2011 bis 2021 um 177 Prozent auf 1800 Hektar, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Dies sind immerhin 1,7 Prozent der gesamten Anbaufläche in Deutschland. 1995 war diese ursprünglich aus dem Tal der Loire stammende Rebsorte nach Daten des Deutschen Weininstituts noch nicht in Deutschland präsent.

Mit den höheren Temperaturen werden in Deutschland vermehrt Rebsorten angebaut, die bislang vor allem in Südeuropa kultiviert wurden. Die mit der Weißwein-Sorte Sauvignon Blanc bepflanzte Fläche vergrößerte sich in Deutschland von 2011 bis 2021 um 177 Prozent auf 1800 Hektar, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Dies sind immerhin 1,7 Prozent der gesamten Anbaufläche in Deutschland. 1995 war diese ursprünglich aus dem Tal der Loire stammende Rebsorte nach Daten des Deutschen Weininstituts noch nicht in Deutschland präsent.

Noch stärker angebaut wird die aus dem Burgund kommende Weißwein-Rebsorte Chardonnay. Ihre Rebfläche nahm von 2011 bis 2021 um 84 Prozent auf rund 2600 Hektar zu. Bei Rotweinen sind Merlot (plus 61 Prozent) und Cabernet Sauvignon (plus 47 Prozent) im Kommen.

Die größte Rebfläche hat nach Daten des vergangenen Jahres weiter Rheinland-Pfalz mit rund 64 700 Hektar. Dies entspricht einem Anteil von 62,6 Prozent der gesamten Anbaufläche in Deutschland. Immerhin 20 Hektar Rebfläche gibt es in Nordrhein-Westfalen. Keinen Weinbau gibt es nach der amtlichen Statistik in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg.

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Fahrzeug Feuerwehr Frau Gewitter Italien Kayak Korsika Portugal Regen Spanien Strom Südeuropa Waldbrand

Fünf Tote bei Gewittern auf Korsika – Regen hilft aber der Feuerwehr in Spanien

Schwere Waldbrände und lebensgefährliche Gewitter – das Extremwetter dieses Sommers macht Südeuropa und anderen Mittelmeer-Anrainern weiter zu schaffen. Auf der französischen Ferieninsel Korsika starben nach Behördenangaben vom Donnerstag mindestens fünf Menschen in schweren Gewittern. In Spanien half der Regen derweil bei der Eindämmung zweier großer Waldbrände. Auch das Feuer im portugiesischen Naturschutzgebiet Serra da Estrela wurde vorerst unter Kontrolle gebracht. In Algerien starben bei Waldbränden jedoch fast 40 Menschen.

Bei den Gewittern auf Korsika starb unter anderem eine 13-Jährige, als ein Baum auf ihren Bungalow auf dem Campingplatz Le Sagone im Westen der Insel stürzte. Weiter hieß es in der vorläufigen Bilanz der Behörden, eine 72-jährige Frau sei umgekommen, als das fortgewehte Dach einer Hütte auf ihr Fahrzeug fiel. Auch ein Fischer und eine Kayak-Fahrerin kamen ums Leben. 

In Calvi starb ein 46-jähriger französischer Tourist, als ein Baum auf einen Bungalow stürzte. Im selben Pinienwald verletzte ein umgestürzter Baum eine 23-jährige Italienerin lebensgefährlich. 

Feuerwehreinheiten und Rettungskräfte mussten auf Korsika zu dutzenden Einsätzen ausrücken. Auch die Küstenwache absolvierte nach Angaben der Präfektur „zwischen 60 und 70 Einsätze“ auf dem Meer und an den Küsten, etwa weil Boote in Seenot gerieten oder kenterten. In 45.000 Haushalten auf der Insel fiel der Strom aus.

In Spanien halfen die Regenfälle hingegen bei der Eindämmung zweier großer Waldbrände in der südöstlichen Region Valencia. „Endlich eine gute Nachricht: Der Regen und das Sinken der Temperaturen haben es ermöglicht, den Brand im Vall d’Ebo einzudämmen“, schrie Regionalpräsident Ximo Puig am Mittwochabend im Onlinedienst Twitter. 

Am Donnerstagmorgen sagte Puig dem Radiosender Cadena Ser, dank des Regens habe sich auch der Waldbrand in Bejis „positiv entwickelt“. Es seien dort nur noch „wenige Flammen sichtbar“. Die beiden Feuer zerstörten zusammen fast 25.000 Hektar Land, etwa 3000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Die portugiesische Feuerwehr brachte den Waldbrand im Naturschutzgebiet Serra da Estrela vorerst unter Kontrolle. Miguel Oliveira vom Zivilschutz mahnte am Mittwochabend im Radiosender TSF jedoch, es sei „immer möglich und sehr wahrscheinlich, dass es ein Wiederaufflammen gibt, aber wir hoffen, dass das keine besorgniserregenden Ausmaße annimmt“. Der Einsatz im Zentrum Portugals müsse daher noch mehrere Tage fortgesetzt werden. 

Laut Zivilschutzbehörde standen dafür am Donnerstag noch fast tausend Feuerwehrleute bereit. Am Samstag soll in Portugal eine neue Hitzewelle beginnen.

Die Feuerwehr hatte das Feuer am Samstag ein erstes Mal unter Kontrolle gebracht, am Montag breitete es sich aber wieder aus. Der Waldbrand in der Serra da Estrela ist der bislang größte dieses Sommers in Portugal. Nach vorläufigen Angaben wurden in der Bergregion bereits etwa 25.000 Hektar Wald zerstört. 

Seit Jahresbeginn gingen in Portugal bereits etwa 92.000 Hektar Land in Flammen auf, in Spanien waren es bislang 283.000 Hektar. Die beiden Urlaubsländer leiden in diesem Sommer ebenso wie Frankreich und Italien unter extremer Trockenheit. 

Auch auf der anderen Seite des Mittelmeers herrschen Hitze und Dürre. In Algerien breiteten sich die Flammen mehrerer Waldbrände so rasend schnell aus, dass mindestens 38 Menschen starben und etwa 200 weitere verletzt wurden, wie Behörden und örtliche Medien am Donnerstag berichteten.

Nahe der 100.000-Einwohner-Stadt El Tarf habe „ein Feuer-Tornado in wenigen Sekunden alles mit sich genommen“, sagte ein Lokaljournalist der Nachrichtenagentur AFP. Bei den meisten Todesopfern handele es sich um Menschen, die während ihres Besuchs in einem Tierpark von Flammen eingeschlossen wurden. In der 500.000-Einwohner-Stadt Souk Ahras mussten aus einem Krankenhaus 100 Frauen und 17 Neugeborene vor einem Waldbrand in Sicherheit gebracht werden.

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Fünf Tote bei Gewittern auf Korsika – Regen hilft aber der Feuerwehr in Spanien

Schwere Waldbrände und lebensgefährliche Gewitter – das Extremwetter dieses Sommers macht Südeuropa und anderen Mittelmeer-Anrainern weiter zu schaffen. Auf der französischen Ferieninsel Korsika starben nach Behördenangaben vom Donnerstag mindestens fünf Menschen in schweren Gewittern. In Spanien half der Regen derweil bei der Eindämmung zweier großer Waldbrände. Auch das Feuer im portugiesischen Naturschutzgebiet Serra da Estrela wurde vorerst unter Kontrolle gebracht. In Algerien starben bei Waldbränden jedoch fast 40 Menschen.

Bei den Gewittern auf Korsika starb unter anderem eine 13-Jährige, als ein Baum auf ihren Bungalow auf dem Campingplatz Le Sagone im Westen der Insel stürzte. Weiter hieß es in der vorläufigen Bilanz der Behörden, eine 72-jährige Frau sei umgekommen, als das fortgewehte Dach einer Hütte auf ihr Fahrzeug fiel. Auch ein Fischer und eine Kayak-Fahrerin kamen ums Leben. 

In Calvi starb ein 46-jähriger französischer Tourist, als ein Baum auf einen Bungalow stürzte. Im selben Pinienwald verletzte ein umgestürzter Baum eine 23-jährige Italienerin lebensgefährlich. 

Feuerwehreinheiten und Rettungskräfte mussten auf Korsika zu dutzenden Einsätzen ausrücken. Auch die Küstenwache absolvierte nach Angaben der Präfektur „zwischen 60 und 70 Einsätze“ auf dem Meer und an den Küsten, etwa weil Boote in Seenot gerieten oder kenterten. In 45.000 Haushalten auf der Insel fiel der Strom aus.

In Spanien halfen die Regenfälle hingegen bei der Eindämmung zweier großer Waldbrände in der südöstlichen Region Valencia. „Endlich eine gute Nachricht: Der Regen und das Sinken der Temperaturen haben es ermöglicht, den Brand im Vall d’Ebo einzudämmen“, schrie Regionalpräsident Ximo Puig am Mittwochabend im Onlinedienst Twitter. 

Am Donnerstagmorgen sagte Puig dem Radiosender Cadena Ser, dank des Regens habe sich auch der Waldbrand in Bejis „positiv entwickelt“. Es seien dort nur noch „wenige Flammen sichtbar“. Die beiden Feuer zerstörten zusammen fast 25.000 Hektar Land, etwa 3000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Die portugiesische Feuerwehr brachte den Waldbrand im Naturschutzgebiet Serra da Estrela vorerst unter Kontrolle. Miguel Oliveira vom Zivilschutz mahnte am Mittwochabend im Radiosender TSF jedoch, es sei „immer möglich und sehr wahrscheinlich, dass es ein Wiederaufflammen gibt, aber wir hoffen, dass das keine besorgniserregenden Ausmaße annimmt“. Der Einsatz im Zentrum Portugals müsse daher noch mehrere Tage fortgesetzt werden. 

Laut Zivilschutzbehörde standen dafür am Donnerstag noch fast tausend Feuerwehrleute bereit. Am Samstag soll in Portugal eine neue Hitzewelle beginnen.

Die Feuerwehr hatte das Feuer am Samstag ein erstes Mal unter Kontrolle gebracht, am Montag breitete es sich aber wieder aus. Der Waldbrand in der Serra da Estrela ist der bislang größte dieses Sommers in Portugal. Nach vorläufigen Angaben wurden in der Bergregion bereits etwa 25.000 Hektar Wald zerstört. 

Seit Jahresbeginn gingen in Portugal bereits etwa 92.000 Hektar Land in Flammen auf, in Spanien waren es bislang 283.000 Hektar. Die beiden Urlaubsländer leiden in diesem Sommer ebenso wie Frankreich und Italien unter extremer Trockenheit. 

Auch auf der anderen Seite des Mittelmeers herrschen Hitze und Dürre. In Algerien breiteten sich die Flammen mehrerer Waldbrände so rasend schnell aus, dass mindestens 38 Menschen starben und etwa 200 weitere verletzt wurden, wie Behörden und örtliche Medien am Donnerstag berichteten.

Nahe der 100.000-Einwohner-Stadt El Tarf habe „ein Feuer-Tornado in wenigen Sekunden alles mit sich genommen“, sagte ein Lokaljournalist der Nachrichtenagentur AFP. Bei den meisten Todesopfern handele es sich um Menschen, die während ihres Besuchs in einem Tierpark von Flammen eingeschlossen wurden. In der 500.000-Einwohner-Stadt Souk Ahras mussten aus einem Krankenhaus 100 Frauen und 17 Neugeborene vor einem Waldbrand in Sicherheit gebracht werden.

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Atlantik Berlin Bodensee Deutschland Dürre Europa Frankreich Gegenmaßnahme Italien Nordsee Portugal Regen Rudi Carrell Sibirien Spanien Südeuropa Sylt Wasserknappheit WWF

Auf dem Trockenen: In Europa wird das Wasser knapp. Daran liegt es, das sind die Folgen und so wird gegengesteuert

Anhaltende Dürren und Wasserknappheit machen Europa zu schaffen. Das kühle Nass fehlt mittlerweile nicht nur im Süden. Europas Politiker versuchen sich an Gegenmaßnahmen.

1975 sehnte sich Rudi Carrell nach Hitze und Sonnenschein. Seinen Wunsch äußerte er in einem Lied. „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer (…)? Mit Sonnenschein von Juni bis September, und nicht so nass und so sibirisch wie im letzten Jahr.“ Würde Showmaster Carell heute noch leben, er hätte bestimmt seine Freude am diesjährigen Sommer. Die zuletzt gemessenen knapp 30 Grad reichten selbst auf Sylt aus, um sich am Strand schnell einen Sonnenbrand zu holen und ohne zu fireren in der Nordsee zu planschen.

Doch der von Hitze und Dürren gebeutelten Vegetation in Europa dürfte ein Hauch Sibirien mit Regen derzeit wohl besser tun. Schuld an der Dürre ist laut einem Forschungsbericht von US-Forscherinnen und -Forschern, der im Magazin „Nature Geoscience“ erschien, eine Veränderung des Azorenhochs. Und das wiederum hängt mit dem Klimawandel zusammen. Je stärker das Azorenhoch über dem Atlantik, desto heißer und trockener das Wetter in Europa. Meteorologische Beobachtung belegen, dass sich die Zahl der Azorenhochs seit 1850 stetig erhöht hat. Kam es im 19. Jahrhundert noch alle zehn Jahre zu solch einem Wetterereignis, so passiert es jetzt alle vier Jahre.STERN 2020_40 Bodenlos trocken 20.20

Dass Dürren unter anderem in Deutschland deshalb zunehmen, zeigt auch der Deutsche Dürremonitor des Helmholtz-Instituts. Das liegt aber nicht nur am ausbleibenden Regen, wie die Schweizer Umweltphysikerin Sonia Seneviratne schon vor Jahren feststellte. Verdunstendes Wasser ist in Mittel- und Westeuropas ein massives Problem geworden. Messdaten der Schweizer Forscherin zeigen: Allein im Juni verdunsteten 140 Liter Wasser pro Quadratmeter im Alpenvorland – ein Höchstwert und für die Wasserversorgung im deutschsprachigen Raum überaus problematisch.

Doch wer glaubt, Regen könne das Problem beheben, der täuscht sich, denn die Trockenheit hat sich laut Klimaexperten schon längst tief im europäischen Boden verankert. Dem Wold Wildlife Fund (WWF) zufolge betreffen 80 Prozent der erfassten Dürreschäden die Landwirtschaft. „Mit zunehmender Erderwärmung sind längere und häufigere Dürren vor allem in Südeuropa zu erwarten. Seit der Jahrtausendwende sind sowohl die Häufigkeiten als auch die Intensität, mit denen Dürreperioden in Europa aufgetreten sind, ohne Beispiel“, bilanziert der WWF in einem aktuellen Bericht.

Doch auch das Konsumverhalten spielt eine Rolle. Wenig erfreulich und nicht minder überraschend kam vergangene Woche die Meldung daher, dass die Menschheit ihre natürlichen Ressourcen für dieses Jahr aufgebraucht hat. Ab dem sogenannten Erdüberlastungstag beanspruchen die Menschen laut Berechnungen des Global Footprint Networks mehr als ihnen für dieses Jahr eigentlich zur Verfügung steht. Süßwasser inklusive. Allein für Deutschland lag der jährliche Wasserfußabdruck laut einer WWF-Studie aus dem Jahr 2009 bei 159,5 Milliarden Kubikmeter. Enthalten ist darin auch das sogenannte „virtuelle Wasser“, also der Bedarf für die Bereitstellung von Konsumgütern. Um den deutschen Bedarf allein aus deutschen Ressourcen zu decken, müsste man den Bodensee dreimal leeren.

Europa sitzt buchstäblich auf dem Trockenen

Mit Blick auf Europa sprechen diese Fakten für sich: In Portugal, Frankreich, Spanien und selbst in Deutschland schwelen tage- oder gar wochenlange Waldbrände. Italien ruft wegen Wassermangels den Dürrenotstand aus. In Spanien drohen zwei Dritteln des Landes die Verwüstung. Und in der Bundesrepublik fordern die Grünen in Berlin Befugnisse, um im Falle einer Wasserknappheit gegen Verschwendung vorgehen zu können. Derzeit könne Berlin an die Verbraucher nur appellieren. Eine gesetzliche Befugnis, zum Beispiel Rationierungen anzuordnen, hat das Land Berlin im Gegensatz zu anderen Bundesländern nicht.Dürre in der Welt 17.48

Auch Urlauber am Bodensee dürften den Wassermangel zu spüren bekommen. Der akuelle Wasserstand liegt bei 3,30 Meter. Vom saisonalen Rekordwert für Niedrigwasser ist das nur rund zehn Zentimeter entfernt. Die Behörde geht davon aus, dass der bisher niedrigste Wert für diese Jahreszeit von 3,17 Meter aus den Jahren 1949 und 1876 im Sommer oder Herbst „erreicht oder sogar unterschritten wird“, falls weiter wenig Regen fällt.

Wer eigentlich mit dem Boot über die blaue Fläche touren wollte, sollte dieser Tage vielleicht lieber auf das Rad umsteigen. Trocken genugwäre es gerade an vielen Stellen. Rund ein Drittel der Boote an den rund 400 Liegeplätzen mussten laut dem Hafenmeister in Konstanz entweder verlegt oder aus dem Wasser genommen werden, weil sie sonst auf Grund gelaufen wären. Ein ähnliches Bild auch auf der Insel Reichenau: Etwa 50 von mehr als 260 Booten im Hafen seien aus dem Wasser geholt worden. Sehr zur Verärgerung einiger Besitzer.

Das US-Forschungszentrum World Resources Institute hat bereits 2019 in dem sogenannten Weltrisiko-Atlas gezeigt, welche Länder besonders unter sogenanntem Wasserstress leiden. Fast ein Viertel der Weltbevölkerung lebt demnach in Ländern mit einem extremen Trockenheitsrisiko. Besonders kritisch ist die Situation in 17 Staaten vor allem aus dem Nahen Osten und Afrika. Aber auch in Europa leuchten dunkelrote Flecken, die anzeigen, dass sich die Wasserknappheit dem Niveau der „Stunde Null“ annähert, also dem Zeitpunkt, zu dem fließendes Wasser nicht mehr verfügbar sein wird. Betroffen sind demnach ganz Italien, Teile Spaniens, Portugals, Frankreichs und auch Deutschlands. Laut Weltklimarat werden ab 2070 44 Millionen Europäer vom Wassermangel betroffen sein. Flüsse in Zentral- und Südeuropa könnten dann bis zu 80 Prozent weniger Wasser führen.

Wie Europa die Wasserknappheit bekämpft

Schon in den 90er-Jahren waren Dürren ein politisches Thema – innerhalb der EU, aber auch weltweit. 1992 verabschiedete die europäische Wirtschaftskommission die sogenannte Wasserkonvention. Der völkerrechtliche Vertrag regelt den Schutz von Binnengewässern auf nationaler Ebene. 2014 trat schließlich die UN-Gewässer-Konvention in Kraft. Darin werden die Nutzung, Entwicklung und das Management von grenzüberschreitenden Binnengewässern zwischen verschiedenen Staaten rechtlich geregelt, um Konflikte zu verhindern. Das Übereinkommen wurde von mehr als 35 Staaten ratifiziert, auch Deutschland hat unterzeichnet.

Jüngst kündigten Österreich und Ungarn an, ihre Zusammenarbeit bei der Wasserversorgung zu verstärken. Im Juli unterzeichneten Ungarns Außenminister und der burgenländische Landeshauptmann eine Absichtserklärung. Sie sieht unter anderem Wasserzulieferungen aus der ungarischen Moson-Donau in den Neusiedler See vor.Italien Dürre Wasser rationiert Parmesan Bauern 17.52

In besonders betroffenen südeuropäischen Ländern versuchen die Regierungen aktuell mit Wasserverboten das Schlimmste zu verhindern. So ist es im Süden Frankreichs seit Wochen untersagt, Autos mit Trinkwasser zu waschen, den Pool zu befüllen oder die Gärten zu gießen. In Nizza darf Leitungswasser weder zum kochen noch zum Zähneputzen verwendet werden. In Frankreich gibt es für solche Dürreperioden einen vierstufigen Notfallplan. Ähnliches gilt in Portugal. 97 Prozent des Landes sind von Dürren betroffen. Unter anderem dürfen dort deshalb Autos nicht mehr gewaschen werden. Die portugiesische Regierung will 200 Millionen Euro aus dem europäischen Wiederaufbauplan dazu nutzen, die Wassereffizienz zu steigern.

In Italien nutzt die Regierung Geld, um das marode Leitungssystem zu modernisieren. Bisher gehen darin 40 Prozent des Leitungswassers verloren. Kurzfristig stellte Rom zudem 35 Millionen Euro bereit, um Lastwagen mit Trinkwasser in den Norden zu schicken und betroffene Unternehmen zu entlasten. In Spanien hat die Regierung 21 Milliarden Euro für die Modernisierung der Bewässerungssysteme mobilisiert. laut einem Entwurf, der bereits seit April vorliegt, soll ein nationaler Rat gebildet werden, der sich der Bekämpfung der Wüstenbildung widmet und Pläne zur Regeneration vertrockneter Flächen erarbeitet. Darüber hinaus plant die Regierung eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder.

Quellen:WWF-Bericht, Factsheet Europäische Union, „Nature Geoscience„, World Resources Institute, ORF, „Der Standard„, Wirtschaftswoche, „Handelsblatt„, DPA

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Albanien Brandstiftung Dürre Galizien Südeuropa Waldbrand Zünder

Video: Waldbrände wüten in Südeuropa

Bei einem großen Feuer in der nordspanischen Region Galizien gehen die Behörden von Brandstiftung aus. Durch Dürre und Hitze ausgedörrte Landschaften brennen wie Zunder, auch in Albanien.

Bei einem großen Feuer in der nordspanischen Region Galizien gehen die Behörden von Brandstiftung aus. Durch Dürre und Hitze ausgedörrte Landschaften brennen wie Zunder, auch in Albanien.

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Arbeitsmarkt Europa EZB Inflation Jerome Powell Joe Biden Karine Jean-Pierre Konjunktur Rezession Südeuropa Ukraine US-Notenbank US-Präsident USA

Konjunktur: Fed dreht weiter an Zinsschraube – Rezession unausweichlich?

Die US-Zentralbanker versuchen mit aller Macht, die Inflation in den Griff zu bekommen. Doch dabei könnten sie das Wirtschaftswachstum abwürgen. In einer ähnlichen Zwickmühle stecken Europas Währungshüter.

Die US-Notenbank stemmt sich mit aller Macht gegen die galoppierende Inflation. Zum zweiten Mal in Folge erhöhte die Fed am Mittwoch ihren Leitzins um 0,75 Prozentpunkte. Fed-Chef Jerome Powell deutete weitere Erhöhungen in dieser Größenordnung an.

In der größten Volkswirtschaft der Welt wächst damit gleichzeitig die Angst vor einem wirtschaftlichen Abschwung. „Ich glaube nicht, dass sich die USA derzeit in einer Rezession befinden“, beschwichtigte Powell. Doch ein etwas langsameres Wachstum sei notwendig.

Die Fed geht damit deutlich aggressiver gegen die Inflation als die Europäische Zentralbank (EZB) vor, die im Juli zum ersten Mal seit elf Jahren die Zinsen erhöhte. Die Anhebung im Währungsraum der 19 Mitglieder fiel mit einem halben Prozentpunkt zwar überraschend stark aus. Kritiker werfen der EZB aber vor, die Zinswende zu spät eingeleitet zu haben. Die Teuerung im Euroraum zieht seit Monaten auf Rekordniveau an.

Überwiegen die positiven oder die negativen Effekte?

Zugleich haben sich in Europa die Wirtschaftsaussichten infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine deutlich eingetrübt. Hebt die EZB die Zinsen in diesem Umfeld zu rasch an, könnte das vor allem für hoch verschuldete Staaten in Südeuropa zur Belastung werden. Europas Währungshüter stehen ebenso wie die US-Notenbank damit vor einem Balanceakt.

Mit Spannung wird nun die Schätzung des Bruttoinlandsprodukts in den USA für das zweite Quartal am Donnerstag erwartet. Die Wirtschaft war im Winter überraschend geschrumpft. Vieles deutet darauf hin, dass es nun wieder zu einer rückläufigen Wirtschaftsleistung gekommen ist. Schrumpft die Wirtschaft zwei Vierteljahre in Folge zum Vorquartal, sprechen Ökonomen von einer „technischen Rezession“. Powell mahnte, die neuen Zahlen zum Wirtschaftswachstum mit Vorsicht zu genießen. Eine Rezession ist seiner Auffassung nicht unausweichlich.

Auch im Weißen Haus ist man bemüht, die anstehende Schätzung nicht zu hoch zu hängen. Es gebe viele Faktoren, die zu berücksichtigen seien, betonte die Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, Karine Jean-Pierre. Sie verwies etwa auf den starken Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote liegt in den USA auf ähnlich niedrigem Niveau wie vor Ausbruch der Pandemie im Februar 2020. Biden brüstet sich gern mit diesen Werten – gleichzeitig leiden seine Zustimmungswerte unter den steigenden Verbraucherpreisen.

„Es ist nicht der Präsident, der die Inflation verursacht hat. Es gibt auch externe Faktoren, die uns dorthin geführt haben, wo wir heute sind“, betonte Jean-Pierre etwa mit Blick auf die Energiepreise und Probleme bei Lieferketten wegen der Corona-Lockdowns in China. Die Teuerungsrate in den USA ist mit 9,1 Prozent so hoch wie seit rund vier Jahrzehnten nicht mehr. Damit liegt sie weit entfernt von jenen 2 Prozent, die sich die Fed zum Ziel gesetzt hat. Daher setzen die Zentralbanker auf eine straffe Geldpolitik – und könnten damit den Aufschwung abwürgen.

Powell hält Balanceakt für möglich

Der jetzige Zinsschritt ist die vierte Erhöhung in diesem Jahr. Erst im Juni hatte die Fed den Leitzins um 0,75 Punkte angehoben. Es war der größte Zinsschritt seit 1994. Erhöhungen des Leitzinses verteuern Kredite und bremsen die Nachfrage. Das hilft dabei, die Inflationsrate zu senken, schwächt aber auch das Wirtschaftswachstum.

„Wenn wir es jetzt nicht in den Griff bekommen, erhöht das nur die Kosten, später damit fertig zu werden“, mahnte Powell mit Blick auf die Inflation. „Wir wollen keine Rezession, und wir glauben auch nicht, dass wir eine haben müssen. Wir glauben, dass es einen Weg gibt, die Inflation zu senken und gleichzeitig einen starken Arbeitsmarkt aufrechtzuerhalten.“

Ganz ohne Schmerzen wird das wohl nicht funktionieren. Besonders kleinere Unternehmen dürften unter höheren Zinsen leiden. Sie haben einen geringeren Cashflow und sind eher auf Kredite angewiesen. An den Börsen hingegen setzte sich eher die Erleichterung durch. Einige Aussagen Powells machten den Anlegern trotz des hohen Zinsschrittes Mut – etwa dass der Fed-Chef betonte, die Entwicklung von Sitzung zu Sitzung neu zu betrachten. Einige Finanzmarktakteure werteten dies offenbar als leichte Abschwächung der zuvor restriktiven Wortwahl. Die nächste Entscheidung steht im September an.

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Berlin Brand Einsatzkraft Griechenland Klimawandel Mallorca Spanien Südeuropa Trockenheit USA

Klimawandel: Viele Brände in Südeuropa und den USA

In Griechenland, Spanien und den USA wüten weiterhin Waldbrände. Und auf Mallorca soll es heute bis zu 40 Grad heiß werden.

Die Trockenheit in Südeuropa hat weiterhin teils verheerende Folgen: Auch zum Wochenstart kämpfen Einsatzkräfte in mehreren Urlaubsländern gegen Waldbrände. Zumindest in Frankreich und Spanien entspannte sich die Lage – auch auf der schwer getroffenen Urlaubsinsel Teneriffa.

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Berlin Brand Feuerwehr Griechenland Klimawandel Mallorca Mittelgriechenland Spanien Südeuropa USA Warnstufe

Klimawandel: Viele Brände in Südeuropa und den USA

In Griechenland, Spanien und den USA wüten weiterhin Waldbrände. Und auf Mallorca soll es heute bis zu 40 Grad heiß werden.

Ein Ende der Brände in Griechenland ist nicht abzusehen. Für Montag hat die Feuerwehr für Teile Mittelgriechenlands die zweithöchste Warnstufe ausgegeben – das Waldbrandrisiko gilt dort als „sehr hoch“. Betroffen sind unter anderem die Hauptstadt Athen und Umgebung sowie die Insel Euböa. Doch auch im Rest des Landes ist die Gefahr „hoch“.

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