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Biden verliert seine Kommunikationsdirektorin Kate Bedingfield

Nur Wochen nach dem Abgang seiner Sprecherin Jen Psaki verliert US-Präsident Joe Biden auch seine Kommunikationsdirektorin Kate Bedingfield.

Nur Wochen nach dem Abgang seiner Sprecherin Jen Psaki verliert US-Präsident Joe Biden auch seine Kommunikationsdirektorin Kate Bedingfield. Die 40-Jährige werde Ende Juli ihren Posten aufgeben, um mehr Zeit mit ihrem Ehemann und ihren Kindern verbringen zu können, erklärte das Weiße Haus am Mittwoch.

Bedingfield hatte die vergangenen drei Jahre für Biden gearbeitet und erst im Wahlkampf und dann im Weißen Haus seine Öffentlichkeitsarbeit organisiert. Sie hatte außerdem schon in Bidens Zeit als Vizepräsident für den Demokraten gearbeitet.

„Ohne das Talent und die Beharrlichkeit von Kate Bedingfield wäre Donald Trump jetzt vielleicht noch im Weißen Haus“, erklärte Bidens Stabschef Ron Klain zum Abgang der Kommunikationsdirektorin. „Sie hat eine riesige Rolle in allem gespielt, was der Präsident erreicht hat.“ Bedingfield werde fortan „von Außen“ eine wichtige Rolle einnehmen, um Bidens Agenda voranzubringen.

Bedingfields Abschied erfolgt wenige Monate vor den wichtigen Kongress-Zwischenwahlen im November – und inmitten einer Reihe von Abgängen in Bidens Umfeld. Erst im Mai war Bidens Sprecherin Psaki aus dem Weißen Haus ausgeschieden. Auch andere Mitarbeiter aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit haben zuletzt ihre Posten aufgegeben.

Derweil zeigen sich Politiker der Demokraten zunehmend frustriert über das zurückhaltende Auftreten des Präsidenten angesichts innenpolitischer Probleme und Rückschläge, von der Aufhebung eines Grundsatzurteils zum Abtreibungsrecht durch den Supreme Court über eine Serie von Schusswaffenattacken bis hin zu der hohen Inflation. In der Regierungspartei werden die Stimmen lauter, die sich einen kämpferischeren Präsidenten wünschen. Der Demokratischen Partei droht bei den Wahlen im Herbst der Verlust ihrer Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus.

fs/

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Waffengewalt: Siebenfache Mordanklage nach Bluttat bei US-Parade

Sieben Menschen sterben bei einer feierlichen Straßenparade in den USA im Kugelhagel eines Schützen. Der mutmaßliche Täter erwarb seine Waffe legal, obwohl er der Polizei bereits bekannt war. Ihm droht nun lebenslange Haft.

Nach der Bluttat bei einer Straßenparade zum US-Nationalfeiertag in einem Vorort von Chicago ist der mutmaßliche Todesschütze wegen Mordes in sieben Fällen angeklagt worden.

«Dies sind nur die ersten von vielen Anklagen», sagte der Staatsanwalt des Bezirks Lake County, Eric Rinehart, am Dienstagabend in der Kleinstadt Highland Park. Er erwarte, dass der 21 Jahre alte Tatverdächtige noch in Dutzenden weiteren Punkten zur Rechenschaft gezogen werde. Im Falle einer Verurteilung würden aber bereits die Anklagen wegen Mordes ersten Grades zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Chance auf vorzeitige Entlassung aus dem Gefängnis führen.

Verbot von Sturmgewehren gefordert

Rinehart kündigte an, die Staatsanwaltschaft werde an diesem Mittwoch bei Gericht beantragen, dass der Verdächtige in Untersuchungshaft genommen wird – ohne die Möglichkeit, gegen Kaution bis zu einem Urteil auf freien Fuß zu kommen. Der Ankläger betonte, für die Sicherheit der Menschen müsse mehr getan werden. Er forderte ein landesweites Verbot von Sturmgewehren, wie sie bei zahlreichen Massakern in den USA benutzt wurden – so auch im Falle der jüngsten Tat in Highland Park. US-Präsident Joe Biden war kürzlich mit der gleichen Forderung am Widerstand im Kongress gescheitert.

In Highland Park hatte ein Schütze am Montag, dem Unabhängigkeitstag der USA, das Feuer eröffnet. Nach Polizeiangaben feuerte er mit einem «leistungsstarken Gewehr» vom Dach eines Geschäftsgebäudes aus wahllos auf die feiernde Menschenmenge und gab etwa 70 Schüsse ab.

Nachdem ein weiteres Opfer an seinen Verletzungen starb, stieg die Zahl der Toten am Dienstag auf sieben. Zudem wurden mehr als 30 Menschen verletzt. Neun von ihnen – im Alter zwischen 14 und 70 Jahren – befanden sich am Dienstagabend noch im Krankenhaus, wie es in Medienberichten hieß.

Der mutmaßliche Todesschütze konnte nach Angaben der Polizei anhand der Waffe identifiziert werden. Ein Polizeisprecher nannte zwar keine Details dazu, der Sender NBC News berichtete aber, es seien DNA-Spuren an dem Gewehr gefunden worden, das der Verdächtige am Tatort zurückgelassen habe. Den Ermittlern zufolge trug der Mann bei seiner Tat Frauenkleidung, um sich zu tarnen und möglicherweise auch leichter fliehen zu können.

Vizepräsidentin Kamela Harris spricht Beileid aus

Dem Verbrechen gingen nach Angaben der Behörden wochenlange Planungen voraus. Der mutmaßliche Täter habe seine Waffe legal in Illinois erworben, obwohl er der Polizei bereits bekannt gewesen sei, sagte ein Polizeisprecher. Insgesamt habe der Verdächtige zwischen 2020 und 2021 fünf Feuerwaffen gekauft, die nun allesamt sichergestellt worden seien. Da er damals jünger als 21 gewesen sei, habe sein Vater für ihn gebürgt, um eine der Voraussetzungen für den Erwerb von Schusswaffen zu erfüllen.

Im September 2019 habe die Polizei nach Drohungen des Jugendlichen 16 Messer, einen Dolch und ein Schwert sichergestellt. Er habe damals laut einem Verwandten damit gedroht, «alle zu töten». «Zu diesem Zeitpunkt gab es keinen hinreichenden Grund für eine Verhaftung oder einen Haftbefehl», betonte der Sprecher. Hinweise darauf, dass sich der Anschlag gegen eine bestimmte – etwa ethnische oder religiöse – Gruppe richtete, gibt es den Angaben zufolge derzeit nicht.

In einer Erklärung über ihren Anwalt äußerten die Eltern des Verdächtigen ihr Bedauern: «Wir sind alle Mütter und Väter, Schwestern und Brüder, und dies ist eine schreckliche Tragödie für viele Familien, die Opfer, die Besucher der Parade, die Gemeinde und für uns selbst. Unsere Herzen, Gedanken und Gebete gehen an alle.»

Einige im Internet veröffentlichte Musikvideos, die Szenen von Waffengewalt zeigen, wurden dem Verdächtigen zugeschrieben. Mehrere Social-Media-Konten, von denen ebenfalls anzunehmen ist, dass sie dem jungen Mann zuzuordnen sind, wurden inzwischen gesperrt.

US-Vizepräsidentin Kamala Harris besuchte am Dienstagabend (Ortszeit) Highland Park. «Ich überbringe Ihnen das Beileid von Präsident Joe Biden und von unserem Land», sagte Harris. «Es tut mir so leid, was Sie alle erlebt haben, der Schmerz, das Leid. Das hätte niemals passieren dürfen.» Kurz zuvor hatte sie in Chicago gesagt: «Wir müssen diesen Horror beenden. Wir müssen diese Gewalt stoppen.»

Diskussion über schärfere Waffengesetze

Die USA haben seit langem mit einem schier gigantischen Ausmaß an Waffengewalt zu kämpfen. Erst Ende Mai richtete ein 18 Jahre alter Schütze an einer Grundschule in Texas ein Massaker an: Er tötete in der Kleinstadt Uvalde 19 Kinder und 2 Lehrerinnen, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Gut eine Woche zuvor hatte ein 18-Jähriger in Buffalo im Bundesstaat New York wohl aus rassistischen Motiven zehn Menschen erschossen.

Die Amokläufe entfachten die Diskussion über schärfere Waffengesetze neu. In den USA sind Schusswaffen oft leicht erhältlich. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC wurden 2020 landesweit fast 20 000 Menschen erschossen – mehr als 50 pro Tag. Die Nichtregierungsorganisation Gun Violence Archive registrierte seit Anfang des laufenden Jahres schon 313 Angriffe mit Schusswaffen, bei denen es mindestens vier Opfer gab.

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Bluttat Chicago Highland Joe Biden Lake County Mord Staatsanwaltschaft Straßenparade USA Uvalde

Bluttat bei Straßenparade: Todesschütze von Highland Park wegen siebenfachen Mordes angeklagt

Sieben Menschen sterben bei einer feierlichen Straßenparade in den USA im Kugelhagel eines Schützen. Der mutmaßliche Täter erwarb seine Waffe legal, obwohl er der Polizei bereits bekannt war. Ihm droht nun lebenslange Haft – ohne Chance auf vorzeitige Entlassung.

Nach der Bluttat bei einer Straßenparade zum US-Nationalfeiertag in einem Vorort von Chicago ist der mutmaßliche Todesschütze wegen Mordes in sieben Fällen angeklagt worden. „Dies sind nur die ersten von vielen Anklagen“, sagte der Staatsanwalt des Bezirks Lake County, Eric Rinehart, am Dienstagabend (Ortszeit) in der Kleinstadt Highland Park. Er erwarte, dass der 21 Jahre alte Tatverdächtige noch in Dutzenden weiteren Punkten zur Rechenschaft gezogen werde. Im Falle einer Verurteilung würden aber bereits die Anklagen wegen Mordes ersten Grades zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Chance auf vorzeitige Entlassung aus dem Gefängnis führen.

Rinehart kündigte an, die Staatsanwaltschaft werde an diesem Mittwoch bei Gericht beantragen, dass der Verdächtige in Untersuchungshaft genommen wird – ohne die Möglichkeit, gegen Kaution bis zu einem Urteil auf freien Fuß zu kommen. Der Ankläger betonte, für die Sicherheit der Menschen müsse mehr getan werden. Er forderte ein landesweites Verbot von Sturmgewehren, wie sie bei zahlreichen Massakern in den USA benutzt wurden – so auch im Falle der jüngsten Tat in Highland Park. US-Präsident Joe Biden war kürzlich mit der gleichen Forderung am Widerstand im Kongress gescheitert.

Paid Uvalde

In Highland Park hatte ein Schütze am Montag, dem Unabhängigkeitstag der USA, das Feuer eröffnet. Nach Polizeiangaben feuerte er mit einem „leistungsstarken Gewehr“ vom Dach eines Geschäftsgebäudes aus wahllos auf die feiernde Menschenmenge und gab etwa 70 Schüsse ab. Nachdem ein weiteres Opfer an seinen Verletzungen starb, stieg die Zahl der Toten am Dienstag auf sieben. Zudem wurden mehr als 30 Menschen verletzt.

Todesschütze von Chicago wurde anhand der Waffe identifiziert

Der mutmaßliche Todesschütze konnte nach Angaben der Polizei anhand der Waffe identifiziert werden. Ein Polizeisprecher nannte zwar keine Details dazu, der Sender NBC News berichtete aber, es seien DNA-Spuren an dem Gewehr gefunden worden, das der Verdächtige am Tatort zurückgelassen habe. Den Ermittlern zufolge trug der Mann bei seiner Tat Frauenkleidung, um sich zu tarnen und möglicherweise auch leichter flüchten zu können.

Dem Verbrechen gingen nach Angaben der Behörden wochenlange Planungen voraus. Der mutmaßliche Täter habe seine Waffe legal in Illinois erworben, obwohl er der Polizei bereits bekannt gewesen sei, sagte ein Polizeisprecher. Im September 2019 habe die Polizei nach Drohungen des Jugendlichen mehrere Messer, einen Dolch und ein Schwert sichergestellt. „Zu diesem Zeitpunkt gab es keinen hinreichenden Grund für eine Verhaftung oder einen Haftbefehl.“ Hinweise darauf, dass sich der Anschlag gegen eine bestimmte – etwa ethnische oder religiöse – Gruppe richtete, gibt es den Angaben zufolge derzeit nicht.

Einige im Internet veröffentlichte Musikvideos, die Szenen von Waffengewalt zeigen, wurden dem Verdächtigen zugeschrieben. Mehrere Social-Media-Konten, von denen ebenfalls anzunehmen ist, dass sie dem jungen Mann zuzuordnen sind, wurden inzwischen gesperrt.

Chicago

Highland Park reiht sich ein in eine Serie von Waffengewalt

US-Vizepräsidentin Kamala Harris besuchte am Dienstagabend (Ortszeit) Highland Park. „Ich überbringe Ihnen das Beileid von Präsident Joe Biden und von unserem Land“, sagte Harris. „Es tut mir so leid, was Sie alle erlebt haben, der Schmerz, das Leid. Das hätte niemals passieren dürfen.“ Kurz zuvor hatte sie in Chicago gesagt: „Wir müssen diesen Horror beenden. Wir müssen diese Gewalt stoppen.“

Die USA haben seit langem mit einem schier gigantischen Ausmaß an Waffengewalt zu kämpfen. Erst Ende Mai richtete ein 18 Jahre alter Schütze an einer Grundschule in Texas ein Massaker an: Er tötete in der Kleinstadt Uvalde 19 Kinder und 2 Lehrerinnen, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Gut eine Woche zuvor hatte ein 18-Jähriger in Buffalo im Bundesstaat New York wohl aus rassistischen Motiven zehn Menschen erschossen.

Die Amokläufe entfachten die Diskussion über schärfere Waffengesetze neu. In den USA sind Schusswaffen oft leicht erhältlich. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC wurden 2020 landesweit fast 20 000 Menschen erschossen – mehr als 50 pro Tag. Die Nichtregierungsorganisation Gun Violence Archive registrierte seit Anfang des laufenden Jahres schon 313 Angriffe mit Schusswaffen, bei denen es mindestens vier Opfer gab.

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Bluttat Chicago Highland Joe Biden Lake County Mord Mordanklage Polizei Staatsanwaltschaft Straßenparade US-Präsident USA

Massaker: Siebenfache Mordanklage nach Bluttat bei US-Parade

Sieben Menschen sterben bei einer Parade in den USA im Kugelhagel eines Schützen. Der mutmaßliche Täter erwarb seine Waffe legal, obwohl er der Polizei bekannt war. Ihm droht nun lebenslange Haft.

Nach der Bluttat bei einer Straßenparade zum US-Nationalfeiertag in einem Vorort von Chicago ist der mutmaßliche Todesschütze wegen Mordes in sieben Fällen angeklagt worden.

«Dies sind nur die ersten von vielen Anklagen», sagte der Staatsanwalt des Bezirks Lake County, Eric Rinehart, am Dienstagabend (Ortszeit) in der Kleinstadt Highland Park. Er erwarte, dass der 21 Jahre alte Tatverdächtige noch in Dutzenden weiteren Punkten zur Rechenschaft gezogen werde. Im Falle einer Verurteilung würden aber bereits die Anklagen wegen Mordes ersten Grades zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Chance auf vorzeitige Entlassung aus dem Gefängnis führen.

Rinehart kündigte an, die Staatsanwaltschaft werde an diesem Mittwoch bei Gericht beantragen, dass der Verdächtige in Untersuchungshaft genommen wird – ohne die Möglichkeit, gegen Kaution bis zu einem Urteil auf freien Fuß zu kommen. Der Ankläger betonte, für die Sicherheit der Menschen müsse mehr getan werden. Er forderte ein landesweites Verbot von Sturmgewehren, wie sie bei zahlreichen Massakern in den USA benutzt wurden – so auch im Falle der jüngsten Tat in Highland Park. US-Präsident Joe Biden war kürzlich mit der gleichen Forderung am Widerstand im Kongress gescheitert.

Blutbad am Unabhängigkeitstag

In Highland Park hatte ein Schütze am Montag, dem Unabhängigkeitstag der USA, das Feuer eröffnet. Nach Polizeiangaben feuerte er mit einem «leistungsstarken Gewehr» vom Dach eines Geschäftsgebäudes aus wahllos auf die feiernde Menschenmenge und gab etwa 70 Schüsse ab. Nachdem ein weiteres Opfer an seinen Verletzungen starb, stieg die Zahl der Toten am Dienstag auf sieben. Zudem wurden mehr als 30 Menschen verletzt.

Der mutmaßliche Todesschütze konnte nach Angaben der Polizei anhand der Waffe identifiziert werden. Ein Polizeisprecher nannte zwar keine Details dazu, der Sender NBC News berichtete aber, es seien DNA-Spuren an dem Gewehr gefunden worden, das der Verdächtige am Tatort zurückgelassen habe. Den Ermittlern zufolge trug der Mann bei seiner Tat Frauenkleidung, um sich zu tarnen und möglicherweise auch leichter flüchten zu können.

Polizeibekannter Täter erwarb Waffe legal

Dem Verbrechen gingen nach Angaben der Behörden wochenlange Planungen voraus. Der mutmaßliche Täter habe seine Waffe legal in Illinois erworben, obwohl er der Polizei bereits bekannt gewesen sei, sagte ein Polizeisprecher. Im September 2019 habe die Polizei nach Drohungen des Jugendlichen mehrere Messer, einen Dolch und ein Schwert sichergestellt. «Zu diesem Zeitpunkt gab es keinen hinreichenden Grund für eine Verhaftung oder einen Haftbefehl.» Hinweise darauf, dass sich der Anschlag gegen eine bestimmte – etwa ethnische oder religiöse – Gruppe richtete, gibt es den Angaben zufolge derzeit nicht.

Einige im Internet veröffentlichte Musikvideos, die Szenen von Waffengewalt zeigen, wurden dem Verdächtigen zugeschrieben. Mehrere Social-Media-Konten, von denen ebenfalls anzunehmen ist, dass sie dem jungen Mann zuzuordnen sind, wurden inzwischen gesperrt.

US-Vizepräsidentin Kamala Harris kündigte an, noch am Dienstagabend (Ortszeit) Highland Park zu besuchen. Bei einer Veranstaltung in Chicago sagte sie: «Wir müssen diesen Horror beenden. Wir müssen diese Gewalt stoppen.»

Gigantisches Ausmaß an Waffengewalt in den USA

Die USA haben seit langem mit einem schier gigantischen Ausmaß an Waffengewalt zu kämpfen. Erst Ende Mai richtete ein 18 Jahre alter Schütze an einer Grundschule in Texas ein Massaker an: Er tötete in der Kleinstadt Uvalde 19 Kinder und 2 Lehrerinnen, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Gut eine Woche zuvor hatte ein 18-Jähriger in Buffalo im Bundesstaat New York wohl aus rassistischen Motiven zehn Menschen erschossen.

Die Amokläufe entfachten die Diskussion über schärfere Waffengesetze neu. In den USA sind Schusswaffen oft leicht erhältlich. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC wurden 2020 landesweit fast 20.000 Menschen erschossen – mehr als 50 pro Tag. Die Nichtregierungsorganisation Gun Violence Archive registrierte seit Anfang des laufenden Jahres schon 313 Angriffe mit Schusswaffen, bei denen es mindestens vier Opfer gab.

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Kriminalität: Ermittler suchen Motiv nach Bluttat bei US-Feiertags-Parade

Sie hätten nie gedacht, dass sie dort nicht sicher sind – bei einer Parade zum Unabhängigkeitstag, einem Familienfest in einem der vielen Vororte der USA. Doch ein Schütze richtete ein Massaker an.

Die Zahl der Todesopfer ist nach den tödlichen Schüssen bei einer Feiertags-Parade in den USA auf sieben gestiegen.

Ein Mensch starb einen Tag nach der Attacke in Folge seiner Verletzungen, wie unter anderem die Nachrichtensender CNN und ABC News unter Berufung auf die örtliche Polizei berichteten. In dem Vorort von Chicago hatte ein Schütze am Nationalfeiertag der US-Amerikaner das Feuer eröffnet. Erst Stunden nach der Tat wurde der mutmaßliche Täter gefasst.

Der Mann wird verdächtigt, mit einem «leistungsstarken Gewehr» vom Dach eines Geschäftsgebäudes aus wahllos auf eine feiernde Menschenmenge geschossen zu haben. Ereignet hatte sich die Tat in einem Vorort Chicagos im Bundesstaat Illinois. Mehrere im Internet veröffentlichte Musikvideos, die Szenen von Waffengewalt zeigen, werden dem Verdächtigen zugeschrieben.

Zahlreiche Anwohner hatten sich am Vormittag des 4. Juli, an dem der Unabhängigkeitstag der USA landesweit gefeiert wird, im Zentrum der 30.000-Einwohner-Stadt Highland Park versammelt. Sie wollten gemeinsam feiern. Doch schon kurze Zeit nach Beginn der Parade fielen die ersten Schüsse. Augenzeugen berichteten später in US-Medien, sie hätten die Geräusche zunächst für Feuerwerk gehalten. «Mir fehlen die Worte, um diese Art von Monster zu beschreiben, das auf der Lauer liegt und in eine Menge mit Familien mit Kindern schießt», schrieb der Gouverneur des Bundesstaates, Jay Robert Pritzker, auf Twitter.

Tat wochenlang geplant

Die Polizei veröffentlichte neue Informationen zu dem mutmaßlichen Todesschützen: Er habe seine Tat nach neuen Erkenntnissen wochenlang geplant. Seine Waffe habe er nach derzeitigem Kenntnisstand legal in Illinois gekauft. Um sich zu tarnen und möglicherweise unter den Flüchtenden nicht aufzufallen, habe er bei der Tat typische Frauenkleidung getragen. Hinweise darauf, dass sich der Anschlag gegen eine gewisse etwa ethnische oder religiöse Gruppe richtete, gebe es derzeit nicht. Die Polizei stellte entgegen früherer Angaben klar, dass der Mann 21 Jahre alt sei. Im September werde er 22.

Rund 30 Verletzte wurden nach Polizeiangaben nach der Tat in Krankenhäuser gebracht. Ein Arzt in einem Krankenhaus in der Nähe des Tatorts sagte, dort seien Patienten im Alter von 8 bis 85 Jahren mit Schusswunden behandelt worden, darunter mehrere Kinder. Ein Augenzeuge namens Miles Zaremski sagte dem Sender CNN, er habe mehrere Verletzte und leblose Menschen gesehen, die auf dem Boden gelegen hätten. «Es war herzzerreißend.» Er habe rund 30 Knallgeräusche gehört. Menschen seien von der Parade geflohen. «Es war einfach chaotisch.»

Mutmaßlicher Schütze anhand der Waffe identifiziert

Der mutmaßliche Todesschütze konnte Medienberichten zufolge anhand der Waffe identifiziert werden. Ermittler hätten DNA-Spuren an dem Gewehr gefunden, das der Verdächtige am Ort des Geschehens zurückgelassen habe, berichtete der US-Sender NBC News.

Ein Onkel des festgenommenen Verdächtigen sagte dem Sender CNN, er habe bei diesem keine Warnzeichen für eine solche Gewalttat erkannt. «Ich bin untröstlich. Ich habe keine Anzeichen dafür gesehen, dass er so etwas tun würde.» Er habe seinen Neffen nie gewalttätig erlebt oder ein besorgniserregendes Verhalten bei ihm gesehen. «Ich kann nichts Schlechtes über ihn sagen.» Er beschrieb den jungen Mann als zurückgezogenen Menschen: «Er ist ein ruhiges Kind. Er ist normalerweise allein. Er ist ein einsamer, ruhiger Mensch, er behält alles für sich.»

Der Verdächtige soll laut US-Medien versucht haben, sich einen Namen als Rapper zu machen. Mehrere Social-Media-Konten, von denen anzunehmen ist, dass sie dem jungen Mann zuzuordnen sind, wurden inzwischen gesperrt. In archivierten Versionen sind – anscheinend selbst gedrehte – Videos des mutmaßlichen Schützen zu sehen. Sie wurden unter einem Pseudonym veröffentlicht. Ein etwa vor einem Jahr hochgeladenes Video zeigt einen Comic, in dem mehrere Szenen von Erschießungen zu sehen sind. An einer Stelle liegt ein Schütze in einer Blutlache am Boden, umzingelt von Polizisten mit gezückten Gewehren.

Ein weiteres Video zeigt einen Mann mit bunt gefärbtem Haar und mehreren Tätowierungen, unter anderem im Gesicht. Er ist in einem Raum zu sehen, der wohl ein Klassenzimmer darstellen soll. Gegen Ende des Videos posiert er mit einem Schutzhelm und einer Art Einsatzweste vor einer Tafel. Er hält dabei eine US-Flagge hoch. Ermittler hatten ein Fahndungsfoto des Verdächtigen auf Twitter veröffentlicht.

«Ich bin in Highland Park aufgewachsen, und diese Parade ist für so viele Familien ein Höhepunkt des Jahres», schrieb die US-Schauspielerin Rachel Brosnahan («The Marvelous Mrs. Maisel») auf Twitter. In ihrer Instagram-Story teilte sie zudem Erinnerungen an ihre Jugend in Highland Park. «Ich habe nie darüber nachgedacht, dass ich dort nicht sicher sein könnte.»

Die USA haben seit langem mit einem gigantischen Ausmaß an Waffengewalt zu kämpfen. Erst Ende Mai richtete ein 18 Jahre alter Schütze an einer Grundschule in Texas ein Massaker an: Er tötete in der Kleinstadt Uvalde 19 Kinder und 2 Lehrerinnen, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Gut eine Woche zuvor hatte ein 18-Jähriger in Buffalo im Bundesstaat New York zehn Menschen erschossen, die Ermittler gehen von einem rassistischen Motiv aus.

Landesweit mehr als 50 Tote durch Schusswaffen täglich

Die Amokläufe entfachten die Diskussion über schärfere Waffengesetze neu. In den USA sind Schusswaffen oft leicht erhältlich. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC wurden 2020 landesweit fast 20.000 Menschen erschossen – mehr als 50 pro Tag.

US-Präsident Joe Biden zeigte sich «schockiert über die sinnlose Waffengewalt, die an diesem Unabhängigkeitstag wieder einmal Trauer über eine amerikanische Gemeinde gebracht hat». In seiner Mitteilung hieß es: «Ich werde den Kampf gegen die Epidemie der Waffengewalt nicht aufgeben.» Biden und seine Demokraten fordern seit langem schärfere Waffengesetze. Weitreichende Reformen scheitern aber immer wieder am Widerstand der Republikaner im Kongress und am Einfluss der mächtigen Waffenlobby-Organisation NRA.

Im vergangenen Monat beschloss der Kongress unter dem Eindruck der Amokläufe von Texas und anderer Bluttaten parteiübergreifend ein Gesetz gegen Schusswaffengewalt, das aber weit hinter Bidens Reformvorschlägen zurückblieb. Experten werteten die Verschärfung des Waffenrechts zwar als die wichtigste seit Mitte der 1990er. Das Gesetz ist inhaltlich allerdings nur ein überparteilicher Minimalkompromiss, den Kritiker als völlig unzureichend rügen.

Das von Biden Ende vergangenen Monats unterzeichnete Gesetz sieht eine intensivere Überprüfung von Waffenkäufern vor, die jünger als 21 Jahre sind. Zudem geht es darum, Gesetze aus Bundesstaaten auszuweiten, um potenziellen Gefährdern Waffen abnehmen zu können. Illegaler Waffenhandel soll auf Bundesebene bestraft werden können. Zudem sollen Milliarden in psychische Gesundheitsvorsorge und Anti-Gewalt-Programme fließen. Auch für die Sicherheit von Schulen sind weitere Mittel vorgesehen. Das von Biden und seinen Demokraten geforderte Verbot von Sturmgewehren fehlt in dem Gesetz.

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Brittney Griner: In Russland inhaftierte Basketballerin schreibt an Biden

Seit viereinhalb Monaten sitzt Brittney Griner in russischer Untersuchungshaft. Der Basketball-Olympiasiegerin wird der Besitz von Drogen vorgeworfen, ihr Prozess hat begonnen.

Die in Moskau inhaftierte Basketballerin Brittney Griner hat US-Präsident Joe Biden persönlich um Hilfe gebeten. Das Umfeld der 31-Jährigen verbreitete Auszüge eines Schreibens, als in den USA der Nationalfeiertag begangen wurde. Das Weiße Haus bestätigte den Eingang des Briefes.

Griner befindet sich wegen des Vorwurfs des Drogenbesitzes seit dem 17. Februar in russischem Gewahrsam, ihr Prozess begann am vorigen Freitag. Er wird am Donnerstag fortgesetzt. Die Untersuchungshaft wurde zuletzt bis zum 20. Dezember verlängert.

Griner bat Biden in dem Brief, sie und andere festgehaltene Amerikaner nicht zu vergessen. «Während ich hier in einem russischen Gefängnis sitze, allein mit meinen Gedanken und ohne den Schutz von meiner Frau, Familie, Freunden, Olympia-Trikot oder anderen Errungenschaften, habe ich Angst, dass ich für immer hier sein könnte», hieß es ihrem Brief an Biden, für den sie 2020 bei der US-Präsidentschaftswahl nach eigenen Worten gestimmt hatte.

Bis zu zehn Jahre Haft drohen

Normalerweise begehe sie den 4. Juli im Kreis ihrer Familie, dort würden jene geehrt, die für die Freiheit gekämpft hätten, schrieb Griner. Sie erinnerte daran, dass ihr Vater ein Veteran des Vietnam-Krieges sei. «Es schmerzt, daran zu denken, wie ich diesen Tag normalerweise feierte, weil Freiheit für mich in diesem Jahr etwas ganz anderes bedeutet.»

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, sagte am 5. Juli , Biden habe den Brief gelesen. Mit Blick auf Griner wiederholte Jean-Pierre die Linie der US-Regierung: «Wir glauben, dass sie zu Unrecht inhaftiert ist», sagte sie. Man setze jedes Mittel ein, sie und andere zu Unrecht im Ausland inhaftierte US-Staatsbürger nach Hause zu bringen.

Der zweimaligen Olympiasiegerin, die in den USA für Phoenix Mercury spielt, aber auch in Russlands Liga aktiv war, drohen bis zu zehn Jahre Haft. Die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Adrienne Watson, verwies darauf, dass die US-Regierung mit allen Mitteln daran arbeite, Griner nach Hause zu bringen.

Die Beziehungen zwischen den USA und Russland befinden sich wegen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine derzeit auf einem Tiefpunkt. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte zum Prozessauftakt Anschuldigungen zurückgewiesen, der Prozess gegen Griner sei politisch motiviert.

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Bluttat Chicago CNN Highland Illinois Joe Biden Kinder Krankenhäuser Polizei Twitter Unabhängigkeitstag US-Medien USA

Kriminalität: Ermittler suchen Motiv nach Bluttat bei US-Feiertags-Parade

Sie hätten nie gedacht, dass sie dort nicht sicher sind – bei einer Parade zum Unabhängigkeitstag, einem Familienfest in einem der vielen Vororte der USA. Doch ein Schütze richtete ein Massaker an.

Ermittler in den USA rätseln nach der Bluttat mit mindestens sechs Toten bei einer Nationalfeiertag-Parade über das Motiv des Täters.

Ein junger Mann wird verdächtigt, mit einem «leistungsstarken Gewehr» vom Dach eines Geschäftsgebäudes aus wahllos auf eine feiernde Menschenmenge geschossen zu haben. Ereignet hatte sich die Tat in einem Vorort Chicagos im Bundesstaat Illinois. Mehrere im Internet veröffentlichte Musikvideos, die Szenen von Waffengewalt zeigen, werden dem Verdächtigen zugeschrieben. Er konnte Stunden nach der Tat festgenommen werden.

Zahlreiche Anwohner hatten sich am Vormittag des 4. Juli, an dem der Unabhängigkeitstag der USA landesweit gefeiert wird, im Zentrum der 30.000-Einwohner-Stadt Highland Park versammelt. Sie wollten gemeinsam feiern. Doch schon kurze Zeit nach Beginn der Parade fielen die ersten Schüsse. Augenzeugen berichteten später in US-Medien, sie hätten die Geräusche zunächst für Feuerwerk gehalten. «Mir fehlen die Worte, um diese Art von Monster zu beschreiben, das auf der Lauer liegt und in eine Menge mit Familien mit Kindern schießt», schrieb der Gouverneur des Bundesstaates, Jay Robert Pritzker, auf Twitter.

Tat wochenlang geplant

Die Polizei veröffentlichte neue Informationen zu dem mutmaßlichen Todesschützen: Er habe seine Tat nach neuen Erkenntnissen wochenlang geplant. Seine Waffe habe er nach derzeitigem Kenntnisstand legal in Illinois gekauft. Um sich zu tarnen und möglicherweise unter den Flüchtenden nicht aufzufallen, habe er bei der Tat typische Frauenkleidung getragen. Hinweise darauf, dass sich der Anschlag gegen eine gewisse etwa ethnische oder religiöse Gruppe richtete, gebe es derzeit nicht. Die Polizei stellte entgegen früherer Angaben klar, dass der Mann 21 Jahre alt sei. Im September werde er 22.

Rund 30 Verletzte wurden nach Polizeiangaben nach der Tat in Krankenhäuser gebracht. Ein Arzt in einem Krankenhaus in der Nähe des Tatorts sagte, dort seien Patienten im Alter von 8 bis 85 Jahren mit Schusswunden behandelt worden, darunter mehrere Kinder. Ein Augenzeuge namens Miles Zaremski sagte dem Sender CNN, er habe mehrere Verletzte und leblose Menschen gesehen, die auf dem Boden gelegen hätten. «Es war herzzerreißend.» Er habe rund 30 Knallgeräusche gehört. Menschen seien von der Parade geflohen. «Es war einfach chaotisch.»

Mutmaßlicher Schütze anhand der Waffe identifiziert

Der mutmaßliche Todesschütze konnte Medienberichten zufolge anhand der Waffe identifiziert werden. Ermittler hätten DNA-Spuren an dem Gewehr gefunden, das der Verdächtige am Ort des Geschehens zurückgelassen habe, berichtete der US-Sender NBC News.

Ein Onkel des festgenommenen Verdächtigen sagte dem Sender CNN, er habe bei diesem keine Warnzeichen für eine solche Gewalttat erkannt. «Ich bin untröstlich. Ich habe keine Anzeichen dafür gesehen, dass er so etwas tun würde.» Er habe seinen Neffen nie gewalttätig erlebt oder ein besorgniserregendes Verhalten bei ihm gesehen. «Ich kann nichts Schlechtes über ihn sagen.» Er beschrieb den jungen Mann als zurückgezogenen Menschen: «Er ist ein ruhiges Kind. Er ist normalerweise allein. Er ist ein einsamer, ruhiger Mensch, er behält alles für sich.»

Der Verdächtige soll laut US-Medien versucht haben, sich einen Namen als Rapper zu machen. Mehrere Social-Media-Konten, von denen anzunehmen ist, dass sie dem jungen Mann zuzuordnen sind, wurden inzwischen gesperrt. In archivierten Versionen sind – anscheinend selbst gedrehte – Videos des mutmaßlichen Schützen zu sehen. Sie wurden unter einem Pseudonym veröffentlicht. Ein etwa vor einem Jahr hochgeladenes Video zeigt einen Comic, in dem mehrere Szenen von Erschießungen zu sehen sind. An einer Stelle liegt ein Schütze in einer Blutlache am Boden, umzingelt von Polizisten mit gezückten Gewehren.

Ein weiteres Video zeigt einen Mann mit bunt gefärbtem Haar und mehreren Tätowierungen, unter anderem im Gesicht. Er ist in einem Raum zu sehen, der wohl ein Klassenzimmer darstellen soll. Gegen Ende des Videos posiert er mit einem Schutzhelm und einer Art Einsatzweste vor einer Tafel. Er hält dabei eine US-Flagge hoch. Ermittler hatten ein Fahndungsfoto des Verdächtigen auf Twitter veröffentlicht.

«Ich bin in Highland Park aufgewachsen, und diese Parade ist für so viele Familien ein Höhepunkt des Jahres», schrieb die US-Schauspielerin Rachel Brosnahan («The Marvelous Mrs. Maisel») auf Twitter. In ihrer Instagram-Story teilte sie zudem Erinnerungen an ihre Jugend in Highland Park. «Ich habe nie darüber nachgedacht, dass ich dort nicht sicher sein könnte.»

Die USA haben seit langem mit einem gigantischen Ausmaß an Waffengewalt zu kämpfen. Erst Ende Mai richtete ein 18 Jahre alter Schütze an einer Grundschule in Texas ein Massaker an: Er tötete in der Kleinstadt Uvalde 19 Kinder und 2 Lehrerinnen, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Gut eine Woche zuvor hatte ein 18-Jähriger in Buffalo im Bundesstaat New York zehn Menschen erschossen, die Ermittler gehen von einem rassistischen Motiv aus.

Landesweit mehr als 50 Tote durch Schusswaffen täglich

Die Amokläufe entfachten die Diskussion über schärfere Waffengesetze neu. In den USA sind Schusswaffen oft leicht erhältlich. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC wurden 2020 landesweit fast 20.000 Menschen erschossen – mehr als 50 pro Tag.

US-Präsident Joe Biden zeigte sich «schockiert über die sinnlose Waffengewalt, die an diesem Unabhängigkeitstag wieder einmal Trauer über eine amerikanische Gemeinde gebracht hat». In seiner Mitteilung hieß es: «Ich werde den Kampf gegen die Epidemie der Waffengewalt nicht aufgeben.» Biden und seine Demokraten fordern seit langem schärfere Waffengesetze. Weitreichende Reformen scheitern aber immer wieder am Widerstand der Republikaner im Kongress und am Einfluss der mächtigen Waffenlobby-Organisation NRA.

Im vergangenen Monat beschloss der Kongress unter dem Eindruck der Amokläufe von Texas und anderer Bluttaten parteiübergreifend ein Gesetz gegen Schusswaffengewalt, das aber weit hinter Bidens Reformvorschlägen zurückblieb. Experten werteten die Verschärfung des Waffenrechts zwar als die wichtigste seit Mitte der 1990er. Das Gesetz ist inhaltlich allerdings nur ein überparteilicher Minimalkompromiss, den Kritiker als völlig unzureichend rügen.

Das von Biden Ende vergangenen Monats unterzeichnete Gesetz sieht eine intensivere Überprüfung von Waffenkäufern vor, die jünger als 21 Jahre sind. Zudem geht es darum, Gesetze aus Bundesstaaten auszuweiten, um potenziellen Gefährdern Waffen abnehmen zu können. Illegaler Waffenhandel soll auf Bundesebene bestraft werden können. Zudem sollen Milliarden in psychische Gesundheitsvorsorge und Anti-Gewalt-Programme fließen. Auch für die Sicherheit von Schulen sind weitere Mittel vorgesehen. Das von Biden und seinen Demokraten geforderte Verbot von Sturmgewehren fehlt in dem Gesetz.

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Kriminalität: Nach Amoklauf bei US-Parade: Rätseln über Motiv

Sie hätten nie gedacht, dass sie dort nicht sicher sind – bei einer Parade zum Unabhängigkeitstag, einem Familienfest in einem der vielen Vororte der USA. Doch ein Schütze richtete ein Massaker an.

Ermittler in den USA rätseln nach der Bluttat mit mindestens sechs Toten bei einer Nationalfeiertag-Parade über das Motiv des Täters.

Ein junger Mann wird verdächtigt, mit einem «leistungsstarken Gewehr» vom Dach eines Geschäftsgebäudes aus wahllos auf eine feiernde Menschenmenge geschossen zu haben. Ereignet hatte sich die Tat in einem Vorort Chicagos im Bundesstaat Illinois. Mehrere im Internet veröffentlichte Musikvideos, die Szenen von Waffengewalt zeigen, werden dem Verdächtigen zugeschrieben. Er konnte Stunden nach der Tat festgenommen werden.

Zahlreiche Anwohner hatten sich am Vormittag des 4. Juli, an dem der Unabhängigkeitstag der USA landesweit gefeiert wird, im Zentrum der 30.000-Einwohner-Stadt Highland Park versammelt. Sie wollten gemeinsam feiern. Doch schon kurze Zeit nach Beginn der Parade fielen die ersten Schüsse. Augenzeugen berichteten später in US-Medien, sie hätten die Geräusche zunächst für Feuerwerk gehalten. «Mir fehlen die Worte, um diese Art von Monster zu beschreiben, das auf der Lauer liegt und in eine Menge mit Familien mit Kindern schießt», schrieb der Gouverneur des Bundesstaates, Jay Robert Pritzker, auf Twitter.

Patienten im Alter von 8 bis 85 Jahren

Rund zwei Dutzend Verletzte wurden nach Polizeiangaben in Krankenhäuser gebracht. Ein Arzt in einem Krankenhaus sagte, dort seien Patienten im Alter von 8 bis 85 Jahren mit Schusswunden behandelt worden, darunter mehrere Kinder. Ein Augenzeuge namens Miles Zaremski sagte dem Sender CNN, er habe mehrere Verletzte und leblose Menschen gesehen, die auf dem Boden gelegen hätten. «Es war herzzerreißend.» Er habe rund 30 Knallgeräusche gehört. Menschen seien von der Parade geflohen. «Es war einfach chaotisch.»

Der mutmaßliche Todesschütze konnte Medienberichten zufolge anhand der Waffe identifiziert werden. Ermittler hätten DNA-Spuren an dem Gewehr gefunden, das der Verdächtige am Ort des Geschehens zurückgelassen habe, berichtete der US-Sender NBC News.

Tat wochenlang geplant

Der Festgenommene plante seine Tat nach neuen Erkenntnissen der Polizei schon seit Wochen. Seine Waffe, ein «leistungsstarkes Gewehr», habe er nach derzeitigem Kenntnisstand legal im Bundesstaat Illinois gekauft, sagte ein Polizeisprecher. Der junge Mann habe bei seiner Tat typische Frauenkleidung getragen, um sich möglicherweise zu tarnen und unter den flüchtenden Menschen nicht aufzufallen, teilte die Polizei weiter mit. Er habe mit seiner Waffe mehr als 70 Schüsse abgegeben.

Ein Onkel des festgenommenen Verdächtigen sagte dem Sender CNN, er habe bei diesem keine Warnzeichen für eine solche Gewalttat erkannt. «Ich bin untröstlich. Ich habe keine Anzeichen dafür gesehen, dass er so etwas tun würde.» Er habe seinen Neffen nie gewalttätig erlebt oder ein besorgniserregendes Verhalten bei ihm gesehen. «Ich kann nichts Schlechtes über ihn sagen.» Er beschrieb den jungen Mann als zurückgezogenen Menschen: «Er ist ein ruhiges Kind. Er ist normalerweise allein. Er ist ein einsamer, ruhiger Mensch, er behält alles für sich.»

Der Verdächtige soll laut US-Medien versucht haben, sich einen Namen als Rapper zu machen. Mehrere Social-Media-Konten, von denen anzunehmen ist, dass sie dem jungen Mann zuzuordnen sind, wurden inzwischen gesperrt. In archivierten Versionen sind – anscheinend selbst gedrehte – Videos des mutmaßlichen Schützen zu sehen. Sie wurden unter einem Pseudonym veröffentlicht. Ein etwa vor einem Jahr hochgeladenes Video zeigt einen Comic, in dem mehrere Szenen von Erschießungen zu sehen sind. An einer Stelle liegt ein Schütze in einer Blutlache am Boden, umzingelt von Polizisten mit gezückten Gewehren.

Ein weiteres Video zeigt einen Mann mit bunt gefärbtem Haar und mehreren Tätowierungen, unter anderem im Gesicht. Er ist in einem Raum zu sehen, der wohl ein Klassenzimmer darstellen soll. Gegen Ende des Videos posiert er mit einem Schutzhelm und einer Art Einsatzweste vor einer Tafel. Er hält dabei eine US-Flagge hoch. Ermittler hatten ein Fahndungsfoto des Verdächtigen auf Twitter veröffentlicht. Die Behörden gaben sein Alter zunächst mit 22 Jahren an, in einem FBI-Bulletin hieß es später, er sei 21 Jahre alt.

Gigantisches Ausmaß an Waffengewalt in den USA

«Ich bin in Highland Park aufgewachsen, und diese Parade ist für so viele Familien ein Höhepunkt des Jahres», schrieb die US-Schauspielerin Rachel Brosnahan («The Marvelous Mrs. Maisel») auf Twitter. In ihrer Instagram-Story teilte sie zudem Erinnerungen an ihre Jugend in Highland Park. «Ich habe nie darüber nachgedacht, dass ich dort nicht sicher sein könnte.»

Die USA haben seit langem mit einem gigantischen Ausmaß an Waffengewalt zu kämpfen. Erst Ende Mai richtete ein 18 Jahre alter Schütze an einer Grundschule in Texas ein Massaker an: Er tötete in der Kleinstadt Uvalde 19 Kinder und 2 Lehrerinnen, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Gut eine Woche zuvor hatte ein 18-Jähriger in Buffalo im Bundesstaat New York zehn Menschen erschossen, die Ermittler gehen von einem rassistischen Motiv aus.

Die Amokläufe entfachten die Diskussion über schärfere Waffengesetze neu. In den USA sind Schusswaffen oft leicht erhältlich. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC wurden 2020 landesweit fast 20.000 Menschen erschossen – mehr als 50 pro Tag.

Präsident Biden «schockiert»

US-Präsident Joe Biden zeigte sich «schockiert über die sinnlose Waffengewalt, die an diesem Unabhängigkeitstag wieder einmal Trauer über eine amerikanische Gemeinde gebracht hat». In seiner Mitteilung hieß es: «Ich werde den Kampf gegen die Epidemie der Waffengewalt nicht aufgeben.» Biden und seine Demokraten fordern seit langem schärfere Waffengesetze. Weitreichende Reformen scheitern aber immer wieder am Widerstand der Republikaner im Kongress und am Einfluss der mächtigen Waffenlobby-Organisation NRA.

Im vergangenen Monat beschloss der Kongress unter dem Eindruck der Amokläufe von Texas und anderer Bluttaten parteiübergreifend ein Gesetz gegen Schusswaffengewalt, das aber weit hinter Bidens Reformvorschlägen zurückblieb. Experten werteten die Verschärfung des Waffenrechts zwar als die wichtigste seit Mitte der 1990er. Das Gesetz ist inhaltlich allerdings nur ein überparteilicher Minimalkompromiss, den Kritiker als völlig unzureichend rügen.

Das von Biden Ende vergangenen Monats unterzeichnete Gesetz sieht eine intensivere Überprüfung von Waffenkäufern vor, die jünger als 21 Jahre sind. Zudem geht es darum, Gesetze aus Bundesstaaten auszuweiten, um potenziellen Gefährdern Waffen abnehmen zu können. Illegaler Waffenhandel soll auf Bundesebene bestraft werden können. Zudem sollen Milliarden in psychische Gesundheitsvorsorge und Anti-Gewalt-Programme fließen. Auch für die Sicherheit von Schulen sind weitere Mittel vorgesehen. Das von Biden und seinen Demokraten geforderte Verbot von Sturmgewehren fehlt in dem Gesetz.

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Joe Biden: US-Präsident zeigt sich mit seiner Familie

Pünktlich zum 4. Juli ist Joe Biden aus dem Urlaub zurückgekehrt. Abends zeigte er sich am Balkon des Weißen Hauses mit der ganzen Familie.

Feiern mit der Familie: Nach einem Wochenendtrip in sein Ferienrefugium Camp David ist der amtierende US-Präsident Joe Biden (79) am Montag (4. Juli) gemeinsam mit seiner Familie pünktlich zu den Feierlichkeiten des US-amerikanischen Unabhängigkeitstags nach Washington D.C. zurückgekehrt.

Am späten Nachmittag gaben der POTUS und First Lady Jill Biden (71) auf dem Südrasen des Weißen Hauses zunächst eine Grillparty für Militärfamilien. Gegen 21 Uhr Ortszeit fand die gesamte Familie sich dann auf dem Truman-Balkon ein, um die Feuerwerke an der Nationalpromenade zu beobachten. Mit dabei waren unter anderem Sohn Robert Hunter (52) mit seiner Ehefrau Melissa Cohen und dem zweijährigen Sohn Beau. Joe Biden gab sich dabei leger im Hemd ohne Krawatte, Jill Biden trug ein florales Sommerkleid.

Attentat trübt US-Nationalfeiertag

Einen Schatten auf die alljährlichen Feierlichkeiten am 4. Juli warf ein Attentat in einem Vorort von Chicago, bei dem mindestens sechs Menschen getötet und weitere verletzt wurden. „Jill und ich sind schockiert von der sinnlosen Gewalt, die an diesem Unabhängigkeitstag einmal mehr Trauer über eine amerikanische Gemeinschaft gebracht hat“, schrieb der Präsident bei Twitter. Er sei „dankbar für die Ersthelfer und Polizeibeamten vor Ort“ und werde „nicht aufhören, gegen die Epidemie der Waffengewalt zu kämpfen“.

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Kriminalität: Nach Amoklauf bei US-Parade: Rätsel über Motiv

Sie hätten nie gedacht, dass sie dort nicht sicher sind – bei einer feierlichen Parade zum Unabhängigkeitstag, einem Familienfest in einem der vielen Vororte der USA. Doch ein Schütze eröffnete das Feuer und richtete ein Massaker an.

Ermittler in den USA rätseln nach der Bluttat mit mindestens sechs Toten bei einer Nationalfeiertag-Parade über das Motiv des Täters. Ein junger Mann wird verdächtigt, mit einem «leistungsstarken Gewehr» vom Dach eines Geschäftsgebäudes aus wahllos auf eine feiernde Menschenmenge geschossen zu haben.

Dies teilten die Ermittler am Montag (Ortszeit) mit. Ereignet hatte sich die Tat in einem Vorort Chicagos im Bundesstaat Illinois. Mehrere im Internet veröffentlichte Musikvideos, die Szenen von Waffengewalt zeigen, werden dem Verdächtigen zugeschrieben. Er konnte Stunden nach der Tat festgenommen werden.

Der Schütze lag auf der Lauer

Zahlreiche Anwohner hatten sich am Vormittag des 4. Juli, an dem der Unabhängigkeitstag der USA landesweit gefeiert wird, im Zentrum der 30 000-Einwohner-Stadt Highland Park versammelt. Sie wollten gemeinsam feiern. Doch schon kurze Zeit nach Beginn der Parade fielen die ersten Schüsse. Augenzeugen berichteten später in US-Medien, sie hätten die Geräusche zunächst für Feuerwerk gehalten. «Mir fehlen die Worte, um diese Art von Monster zu beschreiben, das auf der Lauer liegt und in eine Menge mit Familien mit Kindern schießt», schrieb der Gouverneur des Bundesstaates, Jay Robert Pritzker, auf Twitter.

Rund zwei Dutzend Verletzte wurden nach Polizeiangaben in Krankenhäuser gebracht. Ein Arzt in einem Krankenhaus sagte, dort seien Patienten im Alter von 8 bis 85 Jahren mit Schusswunden behandelt worden, darunter mehrere Kinder. Ein Augenzeuge namens Miles Zaremski sagte dem Sender CNN, er habe mehrere Verletzte und leblose Menschen gesehen, die auf dem Boden gelegen hätten. «Es war herzzerreißend.» Er habe rund 30 Knallgeräusche gehört. Menschen seien von der Parade geflohen. «Es war einfach chaotisch.»

Der mutmaßliche Todesschütze konnte Medienberichten zufolge anhand der Waffe identifiziert werden. Ermittler hätten DNA-Spuren an dem Gewehr gefunden, das der Verdächtige am Ort des Geschehens zurückgelassen habe, berichtete der US-Sender NBC News.

Ein Onkel des festgenommenen Verdächtigen sagte dem Sender CNN, er habe bei diesem keine Warnzeichen für eine solche Gewalttat erkannt. «Ich bin untröstlich. Ich habe keine Anzeichen dafür gesehen, dass er so etwas tun würde.» Er habe seinen Neffen nie gewalttätig erlebt oder ein besorgniserregendes Verhalten bei ihm gesehen. «Ich kann nichts Schlechtes über ihn sagen.» Er beschrieb den jungen Mann als zurückgezogenen Menschen: «Er ist ein ruhiges Kind. Er ist normalerweise allein. Er ist ein einsamer, ruhiger Mensch, er behält alles für sich.»

Der Verdächtige soll laut US-Medien versucht haben, sich einen Namen als Rapper zu machen. Mehrere Social-Media-Konten, von denen anzunehmen ist, dass sie dem jungen Mann zuzuordnen sind, wurden inzwischen gesperrt. In archivierten Versionen sind – anscheinend selbst gedrehte – Videos des mutmaßlichen Schützen zu sehen. Sie wurden unter einem Pseudonym veröffentlicht. Ein etwa vor einem Jahr hochgeladenes Video zeigt einen Comic, in dem mehrere Szenen von Erschießungen zu sehen sind. An einer Stelle liegt ein Schütze in einer Blutlache am Boden, umzingelt von Polizisten mit gezückten Gewehren.

Ein weiteres Video zeigt einen Mann mit bunt gefärbtem Haar und mehreren Tätowierungen, unter anderem im Gesicht. Er ist in einem Raum zu sehen, der wohl ein Klassenzimmer darstellen soll. Gegen Ende des Videos posiert er mit einem Schutzhelm und einer Art Einsatzweste vor einer Tafel. Er hält dabei eine US-Flagge hoch. Ermittler hatten ein Fahndungsfoto des Verdächtigen auf Twitter veröffentlicht. Die Behörden gaben sein Alter zunächst mit 22 Jahren an, in einem FBI-Bulletin hieß es später, er sei 21 Jahre alt.

Ein gigantisches Ausmaß an Waffengewalt

«Ich bin in Highland Park aufgewachsen, und diese Parade ist für so viele Familien ein Höhepunkt des Jahres», schrieb die US-Schauspielerin Rachel Brosnahan («The Marvelous Mrs. Maisel») auf Twitter. In ihrer Instagram-Story teilte sie zudem Erinnerungen an ihre Jugend in Highland Park. «Ich habe nie darüber nachgedacht, dass ich dort nicht sicher sein könnte.»

Die USA haben seit langem mit einem gigantischen Ausmaß an Waffengewalt zu kämpfen. Erst Ende Mai richtete ein 18 Jahre alter Schütze an einer Grundschule in Texas ein Massaker an: Er tötete in der Kleinstadt Uvalde 19 Kinder und 2 Lehrerinnen, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Gut eine Woche zuvor hatte ein 18-Jähriger in Buffalo im Bundesstaat New York zehn Menschen erschossen, die Ermittler gehen von einem rassistischen Motiv aus.

Die Amokläufe entfachten die Diskussion über schärfere Waffengesetze neu. In den USA sind Schusswaffen oft leicht erhältlich. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC wurden 2020 landesweit fast 20 000 Menschen erschossen – mehr als 50 pro Tag.

US-Präsident Joe Biden zeigte sich «schockiert über die sinnlose Waffengewalt, die an diesem Unabhängigkeitstag wieder einmal Trauer über eine amerikanische Gemeinde gebracht hat». In seiner Mitteilung hieß es: «Ich werde den Kampf gegen die Epidemie der Waffengewalt nicht aufgeben.» Biden und seine Demokraten fordern seit langem schärfere Waffengesetze. Weitreichende Reformen scheitern aber immer wieder am Widerstand der Republikaner im Kongress und am Einfluss der mächtigen Waffenlobby-Organisation NRA.

Im vergangenen Monat beschloss der Kongress unter dem Eindruck der Amokläufe von Texas und anderer Bluttaten parteiübergreifend ein Gesetz gegen Schusswaffengewalt, das aber weit hinter Bidens Reformvorschlägen zurückblieb. Experten werteten die Verschärfung des Waffenrechts zwar als die wichtigste seit Mitte der 1990er. Das Gesetz ist inhaltlich allerdings nur ein überparteilicher Minimalkompromiss, den Kritiker als völlig unzureichend rügen.

Das von Biden Ende vergangenen Monats unterzeichnete Gesetz sieht eine intensivere Überprüfung von Waffenkäufern vor, die jünger als 21 Jahre sind. Zudem geht es darum, Gesetze aus Bundesstaaten auszuweiten, um potenziellen Gefährdern Waffen abnehmen zu können. Illegaler Waffenhandel soll auf Bundesebene bestraft werden können. Zudem sollen Milliarden in psychische Gesundheitsvorsorge und Anti-Gewalt-Programme fließen. Auch für die Sicherheit von Schulen sind weitere Mittel vorgesehen. Das von Biden und seinen Demokraten geforderte Verbot von Sturmgewehren fehlt in dem Gesetz.

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