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Gesundheit: Joghurt und Beeren gegen Reizdarm? Reporterin macht den großen Ernährungs-Test

Viele Menschen kennen es: Man isst etwas und schon meldet sich der Rieizdarm. Blaubeeren und Joghurt sollen dagegen helfen. Doch ist diese Ernährungsweise wirklich die richtige? Unsere Reporterin macht den Test: Was hilft gegen Reizdarm?

Viele Menschen kennen es: Man isst etwas und schon meldet sich der Rieizdarm. Blaubeeren und Joghurt sollen dagegen helfen. Doch ist diese Ernährungsweise wirklich die richtige? Unsere Reporterin macht den Test: Was hilft gegen Reizdarm?

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Familie Gesundheit Leber Lebertransplantation Organspende Organtransplantation

Organspende: Eine neue Chance auf Leben – unser Weg durch eine Organtransplantation als Erfahrungsbericht

Mein Vater ist 45 Jahre alt, als er den Anruf erhält, der sein Leben verändert. Er braucht eine neue Leber. Und zwar möglichst bald. Sonst wird er kein Jahr mehr leben. Ein Protokoll einer Organtransplantation – aus Sicht der Familie.

06.01.2022 

Es ist der 6. Januar 2022. Mich erreicht eine Nachricht aus dem Krankenhaus. Mir kommen die Tränen und das nicht aus Trauer oder Schock. Es sind Freudentränen, die auf meine Wangen tropfen. „Papa steht aktiv auf der Transplantationsliste“, lautet die Nachricht, die meine Tante später als „Nachricht des Jahres“ betiteln wird. Es ist der erste Tag mit Sonnenschein im neuen Jahr. Wie passend denke ich.

Die Prognose im zweiten Teil der Nachricht aus dem Krankenhaus lässt meinen Atem stocken: Bis Ostern soll er transplantiert sein. Das denkt zumindest seine Ärztin. Mir fällt ein so großer Stein vom Herzen, das Poltern müssen die Nachbarn unter mir gehört haben. 

Wann diese „neue Leber“ in unser Leben treten muss, war immer ungewiss. Es hätte morgen, in drei Wochen oder fünf Jahren sein können.

Ich stehe im Sonnenschein und tippe noch mit vor Freudentränen benebelter Sicht meine Antwort. Seit nun mehr drei Monaten bangen wir um das Leben meines Vaters. Wir wussten schon immer, dass es jederzeit passieren kann, dass er eine neue Leber braucht. Die zerstört sich selbst: Autoimmunerkrankung. Aber wann diese „neue Leber“ in unser Leben treten muss, war immer ungewiss. Es hätte morgen, in drei Wochen oder fünf Jahren sein können. Das konnte niemand so genau sagen. Noch nie. 

Im Oktober kam der schockierende Anruf, dass die Lage ernst sei. Er musste sofort ins Krankenhaus. Er würde das Wochenende sonst nicht überleben. Meine Mutter wusste: Mit Papas Prognose haben Menschen normalerweise noch ein Jahr Zeit. 12 Monate, um eine neue Leber zu bekommen. 365 Tage, die die letzten meines Vaters sein könnten. Nach dem ersten Anruf folgten viele weitere Gespräche und Untersuchungen.

Nur wenn er sonst gesund sei und sein Leben nicht von etwas anderem – wie beispielsweise Krebs – gefährdet würde, würde er auf die Transplantationsliste kommen. Drei Monate haben diese Untersuchungen und OPs gedauert. Operationen, die weitere Ergebnisse über seine Gesundheit liefern oder sein Überleben sichern sollten. Sie haben meiner Familie die Nerven geraubt und uns verunsichert. Wie schnell würde so eine Krankheit meinen Papa aus unserem Leben reißen? Werden 365 Tage genug sein, bis die neue Leber kommt? Das konnte uns niemand sagen. 

Die Dunkelheit der Ungewissheit und Angst forderte viele Tränen – und viel Schlaf. Dennoch hört man heute ein hoffnungsvolles Ausatmen und ganze Gebirgsketten an Steinen von den Herzen unserer Familie fallen. Ja, der Weg ist noch lange nicht geschafft. Aber es gibt eine Prognose. Eine Prognose, die sagt: 365 Tage sind genug. Auch wenn es nur eine Prognose, eine Wahrscheinlichkeit ist – es ist wie ein Licht am Ende des Tunnels. Der erste Lichtschimmer, den es seit Wochen in dieser Dunkelheit gegeben hat. Ein Lichtstrahl, der hoffentlich immer heller werden wird. 

17.02.2022 

Mittlerweile ist es Mitte Februar. Es sind noch etwa 60 Tage bis Ostern. Es ist einiges und gleichzeitig nichts passiert. Ein Experte der Organspende-Hotline des Krankenhauses sagte, mit den aktuellen Werten, würde die Organspende erst in einem Jahr in greifbare Nähe rücken. So schnell rutschte eine Wolke vor unseren Lichtstrahl und verdunkelte die Sicht wieder.

Einige Woche später stand der nächste Termin im Krankenhaus an. Und mein Vater war endlich ehrlich gegenüber der Ärztin. Es ging ihm nicht gut.

Nach dieser Information hieß es warten. Einige Woche später stand der nächste Termin im Krankenhaus an. Und mein Vater war endlich ehrlich gegenüber der Ärztin. Es ging ihm nicht gut. Er verlor an Kraft. Sein Gewicht hatte er schon vor Wochen verloren – dürr und abgemagert sah er aus.

Die Ärztin nahm sein Anliegen ernst. Ein Ausrufezeichen sollte mit auf die interne Organspendeliste des Krankenhauses gesetzt werden. Ein Ausrufezeichen, das die Dringlichkeit nochmal erhöhte. Und dennoch war das Fazit des medizinischen Personals: Anderen Menschen mit den gleichen Blutwerten wir Papas ginge es viel schlechter. Erhöht das die Chancen auf eine Leber oder verringert es sie? Wir wissen es nicht. Neue Untersuchungen und eine Operation wurden auf die To-Do-Liste gesetzt.

17.04.2022

Mittlerweile ist Ostern. Immer noch kein Anruf, obwohl die Professorin sagte, er sei bis Ostern transplantiert. In diesem Jahr haben wir bisher so wenige Spenderorgane wie die letzten Jahre nie. 29 Prozent weniger. Das Osterfest ist aber nicht nur von Enttäuschung überschattet: Corona wabert durch die Luft des Hauses. Doch wie durch ein Wunder finden innerhalb unserer Familie keine Ansteckungen statt. Quarantäne und Isolation rettet uns hier. 

Insgesamt erscheint uns das Leben wie eine Achterbahnfahrt. Mal geht es den Berg rauf. Oben angekommen sind wir glücklich und alles scheint erreichbar. Und dann geht es wieder bergab. In solch einem Moment scheint nichts zu funktionieren. Es erscheint, als würde es nie wieder bergauf gehen. So ein Gefühl durchströmt uns an Ostern, als wir der Realität ins Auge blicken und feststellen müssen, dass die Prognose der Professorin aus dem Krankenhaus nicht stimmte.

21.04.2022

Und dann kommt Ende April der Tag, der Papas letzter Geburtstag sein könnte. Niemand außer mir spricht es aus. Es ist einfacher, nicht daran zu denken. Und trotzdem versuchen wir, das Beste aus dem Tag zu machen.

Papa geht es nicht gut. Er hat kaum noch Kraft und echte Schmerzen. Und dennoch zaubern wir ihm ein Lächeln auf das Gesicht. Aus dem Hamburger Miniatur Wunderland bekam er eine Miniaturfamilie – wir in 1 Zentimeter Größe. Dazu ein Gutschein für eine Abendveranstaltung im Wunderland. Weil wir wissen, wie er es liebt.

Zwei Wochen später laufen wir mit bis zu 196 anderen Menschen durch das Wunderland, nehmen uns Zeit, uns alles anzusehen und genießen Papas Blicke. Und dennoch: Wir gehen früher. Papa hat keine Kraft mehr noch weiter zu laufen und zu stehen. Es war trotzdem schön. Nach unseren Möglichkeiten ein echter Erfolg.

28.06.2022 – 1:07

Es ist Ende Juni. Gestern war unsere familieninterne Mini-Grenze für den alles entscheidenden Anruf: Die mündliche Abiturprüfung meiner kleinen Schwester. Wir wollten, dass sie sich vollkommen darauf konzentrieren kann, und haben uns insgeheim gewünscht, dass der Anruf erst danach und nicht kurz vorher kommt.

Der Plan ging auf. Sie brachte 15 Punkte mit nach Hause. Nur wenige Stunden später – nachts um kurz nach 1 – klingelte das Telefon. Verschlafen verschwand mein Vater aus dem Schlafzimmer. Meine Mutter ging hinterher. „Geht es los?“ – „Ich glaube ja.“ 

28.06.2022 – 8:14

Nachts kommt nur die Ankündigung. Sie haben eine Leber, aber es fehlen noch ein paar letzte Tests. Sie rufen morgens um 8 nochmal an. Es ist die kürzeste Nacht seit langem. Keiner von uns kann schlafen. Das Herz schlägt schnell, der Bauch rumort vor Aufregung, Beine und Hände zittern. Die Aufregung ist in der Luft spürbar. Die ganze Haut kribbelt. Und leise kriecht Angst ins Bewusstsein. 

Es ist der Anruf, auf den wir seit Weihnachten warten. Der Anruf, der meinem Vater die letzte Chance auf Leben gibt. Es ist der Anruf purer Hoffnung. Und gleichzeitig ist es der Anruf, der Angst und Panik auslöst. Angst vor einer mehr als sechsstündigen OP, Angst vor Ohnmacht und den Folgen der Transplantation. 

Es ist die letzte Umarmung mit meinem Vater, die den ganzen Tag und Abend nachwirkt. Das warme Gefühl seiner Haut. Die knöchrige Wirbelsäule. Wie wir gleichzeitig noch fester zudrücken, weil wir genau das gleiche denken.

Es ist die letzte Umarmung mit meinem Vater, die den ganzen Tag und Abend nachwirkt. Das warme Gefühl seiner Haut. Die knöchrige Wirbelsäule. Wie wir gleichzeitig noch fester zudrücken, weil wir genau das gleiche denken. Es ist ein Gefühl, dass ich festhalten und nicht loslassen will. Vor allem, weil ich nicht weiß, wann ich es das nächste Mal spüre. Es ist ein Stich ins Herz. Ein Gebirge, dass auf dem Herzen lastet. Wieder warten wir auf einen Anruf. Ein Anruf, der uns sagen wird, ob Papa es schafft. Ob wir gemeinsam weiterleben dürfen.  

28.06.2022 – 23:16

Papa sitzt am Esstisch. Der Duft von Pommes liegt in der Luft. Den ganzen Tag schon hat er nichts gegessen. Es ist deutlich sichtbar, wie mager er ist. Wie gezeichnet von dieser schweren Krankheit und dieser ernüchternden Zeit.

Glück sieht anders aus. Neben dem Duft der Pommes Frites liegt noch etwas in der Luft. Es ist schwer und erdrückend. Wie dichter schwarzer Rauch, der durchs Zimmer wabert. Wir sind alle ziemlich still. „Immerhin wissen wir jetzt, dass Papa auch bei Eurotransplant ganz weit oben auf der Liste steht“, sagt Mama schließlich. Es ist ein geringer Trost dafür, dass die Leber nun doch nicht transplantiert werden konnte.

Das Gewebe sei schon verändert gewesen. Die Leber war doch nicht transplantierfähig. Der ganze Aufwand und die gesamte Aufregung waren umsonst. Jetzt hieß es wieder warten. Warten auf einen erneuten Anruf. Ja, es war klar, dass es sich jetzt nur noch um wenige Tage und nicht mehr um einige Monate oder Wochen handeln sollte, bis der nächste erlösende Anruf das Telefon zum Klingeln brachte und unsere Herzen höherschlagen ließ.

05.07.2022 – 12:38

Ich weiß schon, was der Anruf bedeutet, noch bevor ich abgenommen habe. Es klingelt nur kurz. Ich gehe ran: „Hallo Mama, geht es los?“ Meine Mutter am anderen Ende der Leitung klingt gestresst.

Es geht los. Papa hat einen erneuten Anruf erhalten. Nun muss alles ganz schnell gehen. Er soll schon bald im Krankenhaus sein. Wir reden nur kurz. Das Gespräch mit meiner Mutter dauert 1 Minute und 33 Sekunden. 

1 Minute und 33 Sekunden, die mein Herz kurz aussetzen lassen. Alles kribbelt. Ich habe Tränen in den Augen. Meine Gedanken rasen wie ICEs an mir vorbei und ich schaue nur zu. Unfähig, einen davon wirklich zu greifen. Es ist ein Gefühl von Glück. Aber auch das von der Vorwoche bekannte Gefühl von Ohnmacht stellt sich ein.  

05.07.2022 – 21:51 

Schwer bepackt mit Reisetasche und einem an der Leine zerrenden Hund komme ich vor der Haustür meiner Familie an. Die Schlüsselgeräusche locken unseren zweiten Familienhund an und auch meine Mutter und Schwester kommen zur Tür gelaufen.

Sie reden gerade am Telefon mit Papa. Es ist das Abschiedsgespräch. Er muss sich nun fertig machen für die OP. Gleich geht es los. Sein Handy muss er nun ausschalten. „Ich bin jetzt offline“, klingt es vom anderen Ende der Leitung. Wir nicken.

Dann ertönt ein einziges Stimmengewirr aus „Wir haben dich lieb“, „Pass auf dich auf“, „Träum schön“ und anderen Liebeserklärungen. Ein letztes Tschüss und das Tuten verkündet: Jetzt wird es ernst. 

Wir informieren Freund*innen, Familie und Bekannte. Die Stille scheint erdrückend. Mir ist speiübel. Vor Aufregung. Und aus Angst. Um kurz vor 1 Uhr nachts gehen wir schlafen. Wir wollen zumindest versuchen, ein Auge zuzumachen. 

06.07.2022 – 04:08 Uhr

Das Telefon klingelt für den Bruchteil einer Sekunde. Wir schrecken aus dem Schlaf hoch. Mama war zufällig schon wach und hatte den Hörer sofort abgenommen.

Der Blick auf die Uhr verrät: Es ist erst kurz nach 4 Uhr morgens. Wir hatten frühestens in 2 Stunden mit einem Anruf gerechnet. Vielleicht auch erst in 4 Stunden. Ein mulmiges Gefühl macht sich in meiner Brust breit. Könnte etwas schief gegangen sein? 

Doch Mamas verschlafene Stimme am Telefon verrät etwas anderes: „Es ist tatsächlich alles gut gegangen?“ Die Antwort des Professors am anderen Ende der Leitung höre ich nicht. Aber man kann Mama ohnehin anhören, was sie gerade erfahren hat. Papa hat es geschafft. Die OP verlief gut und er ist schon fast auf dem Weg auf die Intensivstation. 

Das laute Krachen der Steine, die wie Lawinen von unseren Herzen stürzen, muss in der ganzen Stadt zu hören sein. Der erste Schritt ist gemacht. Endlich ist unsere Chance auf ein wieder normales Leben in greifbare Nähe gerückt. 

06.07.2022 – 07:25 Uhr

Wir frühstücken. Es ist seltsam ruhig am Tisch ohne Papa. Meine Mutter will sich beeilen. Sie darf meinen Vater heute schon auf der Intensivstation besuchen. Das hätten wir nie erwartet, dass das möglich sein würde. Neben den Gedanken an das Glück, dominiert ein Thema unsere Gedanken: Dankbarkeit.

Ein Foto von Papa haben wir schon in unserem Familienchat gesehen. Und trotzdem quetschen meine Schwester und ich unsere Mutter aus, sobald sie das Haus betritt.

Wir sind unendlich dankbar, dass dieser Mensch oder seine Angehörigen sich für eine Organspende entschieden haben. Dankbar, dass die Medizin so weit ist und Organspenden möglich sind. Und dankbar, dass meinem Vater eine Chance auf Leben gegeben wird.

Nachmittags kommt meine Mutter aus dem Krankenhaus wieder nach Hause. Ein Foto von Papa haben wir schon in unserem Familienchat gesehen. Und trotzdem quetschen meine Schwester und ich unsere Mutter aus, sobald sie das Haus betritt.

Auch Mama strahlt von innen. Heller als die Sonne. Mama erzählt, wie Papa glücklich erzählt hat, dass ihm nach zehn Monaten, die er durchgängig gefroren hat, endlich wieder warm ist. Es scheint sich alles richtig anzufühlen. 

26.07.2022 – 15:04 Uhr

Hundebellen erfüllt die Luft und Freudentränen machen die Sicht auf das Geschehen unscharf. An der Seite meiner Mutter biegt mein Vater in Richtung Hauseingang ein. Es ist drei Wochen her, dass er ins Krankenhaus zu seiner Transplantation gefahren ist. Ein paar Mal konnten wir ihn besuchen, aber dennoch war der Herzschmerz bei uns allen groß.

Umso größer die Freude, als Papa nach drei Wochen wieder nach Hause kommt. Mit Girlande und Luftballons begrüßt, müssen wir uns erstmal umarmen. Der größte und wichtigste Schritt ist geschafft. Das sieht man Papa an. Er ist immer noch dünn, aber erscheint nicht mehr abgemagert.

Als Papa um die Ecke kommt, sehen wir ihn das erste Mal seit 10 Monaten wieder von Herzen lächeln.

Die Haut ist kaum noch gelb und vor allem die Augen sind wieder weiß. Die Kraft scheint in seinen Körper zurückgekehrt zu sein. Was allein von seiner Ausstrahlung her rührt: Als Papa um die Ecke kommt, sehen wir ihn das erste Mal seit 10 Monaten wieder von Herzen lächeln. Er scheint zu strahlen.

Der erste Schritt ist gemacht. Gemeinsam müssen wir noch viele weitere Schritte tun, noch viel bangen und hoffen und natürlich immer weiter zusammenhalten. Aber es überwiegt das Gefühl des Glücks und der Dankbarkeit. Das Gefühl von Leben.

Mein Vater darf Leben. Er hat eine neue Chance erhalten und diese Chance wird er nutzen. Die Chance werden wir nutzen.Herzgeschichte-Multimedia

Andere warten weiter

Aktuell warten etwa 8.700 Personen in Deutschland auf eine Organtransplantation (Stand: 04. Juni 2022). Einer davon war Papa. Die anderen Menschen warten weiter. Warten auf einen Anruf und eine OP, die ihr Leben verändert. Dieses Jahr wurden bis Ende März nur 176 Menschen transplantiert. Im Jahr 2021 wurden 2.905 Organe transplantiert – nicht annähernd genug für alle Menschen, die auf ein Organ warten. Viele sterben, weil sie kein Organ bekommen.

Organspendeausweis beantragen

Da in Deutschland die Zustimmungsregel besteht – das heißt, dass man einer Organtransplantation zu Lebzeiten zustimmen muss, oder Angehörige diese Entscheidung in den Stunden nach dem Tod treffen müssen – gibt es hierzulande nur wenige Organspender*innen. In der Schweiz beispielsweise gibt es die Widerspruchsregel. Dort sind alle Menschen Organspender*innen, außer man widerspricht dieser Tatsache.

Einen Organspendeausweis kann man hier ausfüllen. Dazu muss man sich nirgendwo registrieren. Man muss sich auch nicht für alle Organe entscheiden. Organe und Gewebe können frei nach Wunsch ausgeschlossen werden. Am wichtigsten ist es, überhaupt eine Entscheidung zu treffen, damit nach dem eigenen Tod alles ein bisschen schneller gehen kann – und im Zweifel Leben gerettet werden können. Alternativ können Sie auch am iPhone ihre Präferenzen digital hinterlegen. Für Helfer sind diese Hinweise genauso hilfreich wie ein Ausweis.

Weitere Infos finden Sie hier.

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Ernährung Flüssigkeit Gesundheit Influencer Instagram

Instagram: Gefährliche Idee: Einige Influencer wollen kein Wasser mehr trinken – um schöner zu werden

Einige Influencer predigen derzeit in den sozialen Netzwerken, kein Wasser mehr zu trinken. Stattdessen solle man nur noch Flüssigkeit aus Früchten zu sich nehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung warnt vor dem Trend. 

Immer wenn man denkt, es geht nicht mehr noch absurder, entwickelt irgendein Influencer den nächsten fragwürdigen Trend. Dieses Mal lautet er: #nowater. Einige Influencer haben sich dazu entschieden, kein Wasser mehr zu trinken. Nach eigenen Aussagen haben sie die Wasserindustrie durchschaut. Diese wolle ihnen weismachen, sie müssten ganz viel Wasser trinken, obwohl das nicht nötig sei. Meinen die Influencer. Unter dem Hashtag #nowater beschreiben sie die vermeintlich positiven Auswirkungen auf ihre Gesundheit, seitdem sie kein herkömmliches Wasser mehr trinken.

Die Influencerin Sophie Prana, die sich auf Instagram „pimpyourprana“ nennt, behauptet stolz, schon seit einem Jahr kein Wasser mehr getrunken zu haben. Wie sie auf Instagram schreibt, trinke sie nur noch „lebendes Wasser“. Lebendes Wasser ist für die Influencerin alles, was von Natur aus Wasser enthält, also beispielsweise Obst.

Andere Influencer wie Alise Miksta tun es ihr gleich. Miksta betont auf ihrem Account, wie wichtig es sei, Flüssigkeit zu sich zu nehmen – jedoch nur „lebende Flüssigkeit“ aus Früchten. 

Prana zählt auf, was sich bei ihr alles verbessert habe, seitdem sie kein Leitungswasser oder Wasser aus Flaschen mehr zu sich nehme: Sie habe bessere Haut, keine geschwollenen Augen und keine Essensallergien mehr. Die Botschaft an ihre mehr als 18.000 Abonnenten lautet nun: „Du brauchst kein Wasser, um hydriert zu bleiben. Dadurch fühlst du dich nur aufgedunsen. Wenn du anfängst zu fasten, merkst du schnell, dass dein Körper kein Wasser braucht.“ 

„Jeder Erwachsene sollte 1,5 Liter Wasser am Tag trinken“

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht das anders. „Erwachsene sollten jeden Tag rund 1,5 Liter Wasser trinken“, sagte die Ernährungswissenschaftlerin Silke Restemeyer NEON. Sie warnt vor den Folgen von zu wenig Flüssigkeitszufuhr. „Der Körper kann dann harnpflichtige Substanzen nicht mehr ausreichend ausscheiden und die Versorgung von Muskel- und Gehirnzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen wird eingeschränkt. Kopfschmerzen, verringerte körperliche Leistungsfähigkeit und Verstopfung können die Folge sein.“

Die RTL-Ernährungsberaterin Nora Rieder hat einen Grund dafür gefunden, warum sich bei der Yoga-Lehrerin und Influencerin Sophie Prana bestimmte Probleme verbessert haben könnten. Dies liege nicht daran, dass sie auf klassisches Wasser verzichtet habe. „Das ist bei jeder Form des Fastens der Fall“, stellt Rieder klar. „Dass sie ihre geschwollenen Augen los ist, wird größtenteils an der salzarmen Ernährung, dem Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel und den vielen in Obst und Gemüse enthaltenen Antioxidantien liegen.“

Diese Probleme könnten auch gelöst werden, ohne auf Wasser zu verzichten. „Den gleichen Effekt würde sie vermutlich mit einer salzarmen und entzündungshemmenden Ernährung mit viel natriumarmem Wasser erzielen.“

Quellen:Instagram/Sophie Prana, Instagram/Alise Miksta, rtl.de

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Alkohol Gesundheit University of Washington Wein

„Global Burden of Disease“-Projekt: Studie zeigt: Alkohol hat für unter 40-Jährige ausschließlich schädliche Folgen

Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass sich Alkohol auf Personen unter 40 Jahren ausschließlich gesundheitsschädlich auswirkt. Ältere Menschen hingegen könnten durchaus von einem halben Glas Wein am Tag profitieren.

„Zu Vino sag ich nie no“? Diese Devise sollte spätestens mit Blick auf die Ergebnisse der Studie des „Global Burden of Disease“-Projekts (GBD) über Bord geworfen werden. Die umfassende Analyse, die in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht wurde, kommt zu dem Schluss, dass junge Menschen am besten gänzlich ihre Finger von Alkohol lassen sollten. Für Personen unter 40 Jahren berge Alkohol keine gesundheitlichen Vorteile, sondern zahlreiche Risiken.

Den Autor:innen der Studie zufolge können junge Menschen gerade mal ein Zehntel eines regulären Drinks am Tag trinken, ohne dass es sich negativ auf ihre Gesundheit auswirkt. Das entspricht etwa einem Schluck Wein. Besonders junge Männer seien gefährdet, da 60 Prozent der alkoholbedingten Erkrankungen und Verletzungen, einschließlich Autounfälle, Selbstmorde und Tötungsdelikte, sich bei Männer zwischen 15 bis 39 Jahren ereigneten. STERN PAID Alkohol in der Schwangerschaft 18.03

Alkohol kann bei über 40-Jährigen gesundheitsfördernde Wirkung haben

Gleichzeitig sollen gesunde Menschen ab 40 Jahren von geringen Menschen Alkohol profitieren können. Bei ihnen könne Alkohol neben schädlichen Wirkungen auch gesundheitsfördernde Wirkungen haben – und etwa das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Schlaganfälle senken.

„Unsere Botschaft ist simpel: Junge Menschen sollten keinen Alkohol trinken. Aber ältere Menschen können von kleinen Mengen profitieren“, sagt die leitende Autorin der Studie, Dr. Emmanuela Gakidou, Professorin für Gesundheitsmetrik an der School of Medicine der University of Washington. „Es mag zwar unrealistisch sein zu glauben, dass junge Erwachsene auf das Trinken verzichten werden, aber wir halten es für wichtig, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu kommunizieren. So kann jede und jeder fundierte Entscheidungen bezüglich der eigenen Gesundheit treffen.“Kalorien Alkohol_14.55

Über eine Milliarde Menschen trinken schädliche Mengen Alkohol

Die Studie hat erstmals das von Alkohol ausgehende Risiko in Korrelation zum Alter, Geschlecht, Jahr und Regionen auf der Welt untersucht. Hierfür analysierten die Forscher:innen Daten aus 204 Ländern im Hinblick auf das Risiko 22 möglicher negativer Folgen von Alkoholkonsum, wie etwa körperliche Verletzungen, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auf diese Weise errechneten sie, ab welcher Menge für Alkohol trinkende Menschen ein höheres Risiko für Erkrankungen besteht als für jene, die keinen Alkohol trinken.

Das Fazit der Studie: 2020 zeigten in den untersuchten Ländern schätzungsweise 1,34 Milliarden Menschen Trinkgewohnheiten, welche auf einen schädlichen Alkoholkonsum hindeuten. Die GBD-Studie wurde von der „Bill and Melinda Gates-Stiftung“ finanziert.

Quellen: The Lancet, The Guardian, RND

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Alkohol Gesundheit University of Washington Wein

„Global Burden of Disease“-Projekt: Studie zeigt: Alkohol hat nur schädliche Folgen für unter 40-Jährige – für ältere Menschen aber nicht

Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass sich Alkohol auf Personen unter 40 Jahren ausschließlich gesundheitsschädlich auswirkt. Ältere Menschen hingegen könnten durchaus von einem halben Glas Wein am Tag profitieren.

„Zu Vino sag ich nie no“? Diese Devise sollte spätestens mit Blick auf die Ergebnisse der Studie des „Global Burden of Disease“-Projekts (GBD) über Bord geworfen werden. Die umfassende Analyse, die in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht wurde, kommt zu dem Schluss, dass junge Menschen am besten gänzlich ihre Finger von Alkohol lassen sollten. Für Personen unter 40 Jahren berge Alkohol keine gesundheitlichen Vorteile, sondern zahlreiche Risiken.

Den Autor:innen der Studie zufolge können junge Menschen gerade mal ein Zehntel eines regulären Drinks am Tag trinken, ohne dass es sich negativ auf ihre Gesundheit auswirkt. Das entspricht etwa einem Schluck Wein. Besonders junge Männer seien gefährdet, da 60 Prozent der alkoholbedingten Erkrankungen und Verletzungen, einschließlich Autounfälle, Selbstmorde und Tötungsdelikte, sich bei Männer zwischen 15 bis 39 Jahren ereigneten. STERN PAID Alkohol in der Schwangerschaft 18.03

Alkohol kann bei über 40-Jährigen gesundheitsfördernde Wirkung haben

Gleichzeitig sollen gesunde Menschen ab 40 Jahren von geringen Menschen Alkohol profitieren können. Bei ihnen könne Alkohol neben schädlichen Wirkungen auch gesundheitsfördernde Wirkungen haben – und etwa das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Schlaganfälle senken.

„Unsere Botschaft ist simpel: Junge Menschen sollten keinen Alkohol trinken. Ältere Menschen aber ältere Menschen können von kleinen Mengen profitieren“, sagt die leitende Autorin der Studie, Dr. Emmanuela Gakidou, Professorin für Gesundheitsmetrik an der School of Medicine der University of Washington. „Es mag zwar unrealistisch sein zu glauben, dass junge Erwachsene auf das Trinken verzichten werden, aber wir halten es für wichtig, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu kommunizieren. So kann jede und jeder fundierte Entscheidungen bezüglich der eigenen Gesundheit treffen.“ Kalorien Alkohol_14.55

Über eine Milliarde Menschen trinken schädliche Mengen Alkohol

Die Studie hat erstmals das von Alkohol ausgehende Risiko in Korrelation zum Alter, Geschlecht, Jahr und Regionen auf der Welt untersucht. Hierfür analysierten die Forscher:innen Daten aus 204 Ländern im Hinblick auf das Risiko 22 möglicher negativer Folgen von Alkoholkonsum, wie etwa körperliche Verletzungen, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auf diese Weise errechneten sie, ab welcher Menge für Alkohol trinkende Menschen ein höheres Risiko für Erkrankungen besteht als für jene, die keinen Alkohol trinken.

Das Fazit der Studie: 2020 zeigten in den untersuchten Ländern schätzungsweise 1,34 Milliarden Menschen Trinkgewohnheiten, welche auf einen schädlichen Alkoholkonsum hindeuten. Die GBD-Studie wurde von der „Bill and Melinda Gates-Stiftung“ finanziert.

Quellen: The Lancet, The Guardian, RND

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Durchschlafen Gesundheit Schlaf Schlafengehen

Neue US-Studie: Nachtlichter, Fernseher oder Handys: So schlecht ist es für die Gesundheit mit Licht zu schlafen

Nachtlichter, Fernseher oder Smartphones sollten nachts besser ausbleiben. Eine Studie aus den USA zeigt, wie bereits kleine Mengen Licht während des Schlafs sich negativ auf die Gesundheit auswirken können.

Schon früh am Morgen fällt in den Sommermonaten das Sonnenlicht ins Schlafzimmer, die Straßenlaterne scheint direkt ins Gesicht oder der Fernseher läuft die ganze Nacht – einige Menschen schlafen absichtlich oder auch ungewollt nicht in einem abgedunkelten Raum. Forschende der Feinberg School of Medicine der Northwestern University in Chicago haben nun herausgefunden, welche Folgen das Schlafen mit Licht für die Gesundheit haben kann.

„Ob vom Smartphone, über Nacht eingeschalteter Fernseher oder Lichtverschmutzung in einer Großstadt, wir leben inmitten einer Fülle von künstlichen Lichtquellen, die 24 Stunden am Tag zur Verfügung stehen“, sagt Studienautorin Dr. Minjee Kim , Assistenzprofessor für Neurologie an der Feinberg School of Medicine der Northwestern University. Ältere Menschen haben bereits ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Mit der Untersuchung wollten die Forschenden herausfinden, ob es einen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit dieser Erkrankungen und der nächtlichen Lichteinwirkung gibt, fasst es Minjee Kim zusammen.

PAID Kinder Jugendliche Schlaf_ 7.16 Uhr

Schlaf mit Licht könnte Gesundheitsgefahren bergen

Die Forschenden griffen für ihre Studie auf Proband:innen zurück, die bereits in den 1960er– und 1970er-Jahren an einer Langzeitstudie zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Chicago teilgenommen haben. Bei den 552 Teilnehmenden zwischen 63 und 84 Jahren wurden Blutdruck, Cholesterinwert, Glukose, Gewicht, Größe und weitere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gemessen, untersucht und dokumentiert. Um feststellen zu können, ob und wie viel Licht die Proband:innen nachts ausgesetzt sind, nutzten die Forschenden Aktigraphiegeräte, die Bewegung und Ruhezyklen der Teilnehmenden aufzeichnen können. Ebenso können die Geräte die Helligkeit aufzeichnen und auswerten. Sieben Tage lang trugen die Proband:innen die Aktigraphiegeräte während der Nacht. Zusätzlich führten sie ein Schlaftagebuch.

Weniger als die Hälfte der Studienteilnehmenden verbrachte fünf Stunden pro Nacht durchgehend in Dunkelheit. Der Rest war auch mitten in der Nacht etwas Licht ausgesetzt. Das Ergebnis des Experiments: Wer nachts während des Schlafs Licht ausgesetzt ist, hat mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht im Vergleich zu jenen Studienteilnehmenden, die in völliger Dunkelheit schliefen. Allerdings stoßen die Forschenden bei der Einordnung der Erkenntnisse auf ein Henne-Ei-Problem: Führen Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck dazu, dass Menschen während des Schlafs Licht ausgesetzt sind (zum Beispiel, weil sie öfter zur Toilette müssen und das Licht dabei anschalten) oder trägt das Licht zur Entwicklung der Erkrankungen bei? Um den Einfluss von eingeschaltetem Licht während des Schlafs auf die Gesundheit genauer zu verstehen, sind noch weitere Studien nötig.

Energiekiller im Alltag 16.20

Tipps für eine bessere Nachtruhe

Doch Studienautorin Dr. Phyllis Zee sagt: „Es ist wichtig, dass man die Lichteinwirkung während des Schlafs vermeidet oder minimiert.“ Sie gibt dazu die folgenden Tipps:

  1. Schalte das Licht nicht ein! Wer das Licht nachts anschalten muss, sollte das Licht zumindest dämpfen und es sollte näher am Boden sein.
  2. Achten Sie auf die Farbe des Lichts! Licht in Rot, Orange oder in Bernsteintönen stimuliert das Gehirn weniger stark. Es ist wichtig, sich keinem weißen oder blauen Licht auszusetzen.
  3. Schlafbrillen können nützlich sein. Scheint die Laterne hell ins Schlafzimmer, kann eine Schlafmaske für die nötige Dunkelheit sorgen. Das Bett sollte möglichst so aufgestellt werden, dass kein Licht direkt ins Gesicht scheint.

Quellen:Studie Sleep Journal, Mitteilung Northwestern University

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Fitness Fitnesstest Gesundheit Sport Thomas Wessinghage

Übungen für den Alltag: Fitness, Beweglichkeit und Ausdauer: Finden Sie heraus, wie fit Sie sind

Thomas Wessinghage war einst 5000-Meter-Europameister – heute ist er Sportarzt und Orthopäde. Für den stern hat er einen Test entwickelt zur Selbsteinschätzung. Hier finden Sie heraus, wie fit Sie sind.

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Frauen Gesundheit Hautfarbe Heilungsprozeß Männer Patient Placebo Placeboeffekt Vorurteil

Vorurteile von weißen Patienten: Warum der Placeboeffekt stärker ist, wenn der Arzt ein weißer Mann ist

Medizinische Kompetenz hat nichts mit Geschlecht oder Hautfarbe zu tun? Ihr Körper könnte da anderer Meinung sein. Eine Studie zum Placeboeffekt zeigt, wie sich Vorurteile auf den Heilungsprozess auswirken.

Wenn die Lunge rasselt oder der Blinddarm zwickt, muss ein Medikus her, ein Weißkittel, ein Heiler. Namen für Ärztinnen und Ärzte gibt es viele. Gemein haben sie, dass sie in jahrelangem Studium gelernt haben, gesundheitliche Beschwerden zu lindern, bestenfalls zu beheben. Wer das Stethoskop ansetzt, ob eine Frau oder ein Mann im Arztkittel steckt, sollte entsprechend keinen Unterschied machen. Die Hautfarbe ohnehin nicht. Aber entspricht das auch der Realität? Wie eine Studie nun herausgefunden hat, vertrauen weiße Patient:innen offenbar noch immer vor allem der medizinische Kompetenz einer Personengruppe: die der weißen Männer. Und genau das kann negative Effekte auf die Gesundheit haben. Die Studienergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift „PNAS“ veröffentlicht.

An der kleinen Studie, die ein Forscherteam um Lauren C. Howe von der Universität Zürich in den USA durchführte, nahmen 187 Menschen teil. Sie alle waren weiß. Ziel der Untersuchung war es herauszufinden, ob die Hautfarbe und das Geschlecht des Behandelnden einen Einfluss auf den Heilungsprozess der Patient:innen hat. Diese wurden nach dem Zufallsprinzip einem männlichen oder weiblichen Behandelnden zugewiesen, der asiatisch aussehend, schwarz oder weiß war. Getarnt war die Untersuchung als Allergietest. Daher wurde bei den Proband:innen zunächst eine allergische Reaktion ausgelöst, die in der Folge mit einer Creme behandelt wurde. Bei dieser handelte es sich um ein Placebo, was die Patient:innen nicht wussten. Die Resultate sprechen für sich.Siegel Fachärzte Psychosomatische Medizin

Vertrauen wichtig für Placeboeffekt

Der Placeboeffekt fiel nicht nur geringer bei den Studienteilnehmer:innen aus, die von Frauen behandelt worden waren, ihre allergische Reaktion war auch stärker als bei denen, die von Männern versorgt worden waren. Die Hautfarbe des Arztes hat, das legen die Studienergebnisse nahe, ebenso einen negativen Effekt auf den Placeboeffekt. Waren die behandelnden Männer schwarz, reagierten die Patient:innen stärker auf den Prick-Allergietest und auch die Wirkung der Creme fiel geringer aus als bei weißen oder asiatisch aussehenden behandelnden Männern. Aber warum?

Ob der Placeboeffekt seine Wirkung entfaltet oder nicht, ist auch davon abhängig, ob die Patient:innen an eine Linderung der Beschwerden durch die Behandlung glauben. Vertrauen spielt dabe eine große Rolle. Vertrauen in ein vermeintliches Medikament aber eben auch das Vertrauen in die Person, die dieses verordnet. Genau darin liegt der Knackpunkt. Mit dem Bild des sogenannten Halbgottes in Weiß verbinden noch immer viele, ob bewusst oder unbewusst, eben nicht nur einen Mann im weißen Kittel, sondern einen weißen Mann im weißen Kittel. Die Studie legt dar, wie stark diese erlernten Assoziationen und damit zusammenhängende Vorurteile in der Gesellschaft nach wie vor verankert sind. In diesem Fall: der us-amerikanischen Bevölkerung. Ob die Ergebnisse in Deutschland, Vietnam oder Ghana ähnlich ausfallen würden, lässt sich aus der Studie nicht ableiten. Zudem gilt zu bedenken, dass es sich um eine kleine Untersuchung handelt.Bücher zur Sterbehilfe16.20

„Wenn ein Arzt nicht wie jemand aussieht, der diese Rolle während des Großteils der Geschichte innehatte – also kein weißer Mann ist – könnte es sein, dass Patienten weniger stark auf die Behandlung reagieren“, fasst Howe zusammen. Anders ausgedrückt: Vorurteile, ob bewusst oder nicht, können dem Heilungsprozess abträglich sein. Allerdings berichtet Howe auch: „Interessanterweise hatten die Patienten keine expliziten Vorurteile gegen Frauen oder schwarze Mediziner.“ Die Teilnehmer:innen seien vielmehr bemüht gewesen, unvoreingenommen zu sein. Dass das mehr als leere Worte waren, bestätigten mehr als 1000 Menschen, denen im Anschluss kurze Videos von den Behandlungen gezeigt wurden. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Patient:innen gar zugewandter waren, höflicher und interessierter wirkten, wenn sie von einer Frau oder einem schwarzen Mediziner behandelt wurden. 

Quelle: PNAS

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Heilsames Grün: Grün tut gut – beim Sport, im Garten, der Seele. Warum der Mensch draußen aufblüht

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Mit 96 Jahren: Trotz Warnung ihrer Ärzte: Die Queen hat sich wieder aufs Pferd geschwungen

Queen Elizabeth II. scheint ihre Mobilitätsprobleme erstmal überwunden zu haben, denn mit 96 Jahren wurde sie wieder bei ihrer Lieblings-Sportart, dem Reiten gesichtet. 

Zuletzt versetzten die anhaltenden Nachrichten über die Mobilitätsprobleme von Queen Elizabeth II. die Royal-Fans rund um den Globus in Sorge. Die erste freudige Nachricht gab es dann vor wenigen Tagen, als die Monarchin den Erzbischof von Canterbury auf Schloss Windsor empfing – ohne Gehstock, der die vergangenen Wochen zum steten Begleiter der Queen geworden war. Und nun berichtet das Boulevardblatt „The Sun“, dass sich die 96-Jährige sogar wieder in den Sattel eines ihrer geliebten Pferde geschwungen haben soll.

Der royale Ausritt auf Schloss Windsor sei demnach entgegen dem ausdrücklichen Rat ihrer Ärzte erfolgt. Schon vor rund neun Monaten sei die Queen angehalten worden, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ihrer großen Leidenschaft, dem Reiten, nachzugehen. Die britische News-Seite „Daily Mail“ veröffentlichte sogar aktuelle Fotos der Monachin hoch zu Ross.

Die nächste berufliche Reise geht nach Schottland

Eine Quelle soll „The Sun“ nun verraten haben: „Die Queen hat es genossen, wieder auf ihrem Pferd zu sitzen. Wieder zu reiten ist ein wundervolles Zeichen nach all den Sorgen um ihre Gesundheit. Das mit 96 Jahren zu tun, ist ziemlich beeindruckend.“

STERN PAID Queen-Jubiläum: Sandringham 18.30

Dass es der Queen offenbar wieder besser geht, äußert sich auch in ihrem angeblichen Wunsch, anlässlich der „Holyrood Week“ nach Schottland zu reisen. Jedes Jahr verbringt die Königin eine Woche damit, verschiedene Regionen Schottlands zu besuchen, Schotten aus allen Gesellschaftsschichten zu treffen und Tausende im „Palace of Holyroodhouse“ zu empfangen, um ihnen ihre Anerkennung für gute Arbeit zuteilwerden zu lassen. Diese Besuche, die in Schottland als „Royal Week“ oder als „Holyrood Week“ bekannt sind, ehren die schottische Kultur, Leistung und Gemeinschaft. Die „Holyrood Week“ findet normalerweise von Ende Juni bis Anfang Juli statt. Ob auch die Queen wieder dabei sein wird, sei laut „The Mirror“ aber noch nicht final entschieden worden. Schließlich hat sie in den letzten Monaten mehrere offizielle Termine wegen gesundheitlicher Probleme absagen müssen. Dass Elizabeth II. sich jedoch wieder in den Sattel geschwungen hat, scheint ein gutes Zeichen zu sein.

Quellen: Mirror, The Sun, Daily Mail

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