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Krankheiten: West-Nil-Virus: Fast 200 Menschen in EU infiziert

Immer mehr Fälle des West-Nil-Fiebers werden auch in Europa registriert. In Deutschland ist noch kein Mensch betroffen – aber in einem Zoo gibt es einen Fall.

EU-weit haben sich in diesem Jahr mittlerweile fast 200 Menschen nachweislich mit dem West-Nil-Virus angesteckt. Wie aus dem Wochenbericht der EU-Gesundheitsbehörde ECDC zu Bedrohungen durch übertragbare Krankheiten hervorgeht, wurden seit Beginn der Übertragungssaison bis einschließlich Mittwoch insgesamt 188 Fälle menschlicher Infektionen gemeldet. Mit Abstand die meisten davon hat demnach Italien (144) verzeichnet, wo es zudem zehn Todesfälle gab. Weitere Infektionen wurden in Griechenland (39), Österreich (2), Rumänien (2) und der Slowakei (1) registriert.

Außerdem hat das an die EU grenzende Serbien 34 Infektions- sowie drei Todesfälle verzeichnet. Die Übertragungssaison dauert dem ECDC zufolge in der Regel von Juni bis November.

Schneeeule in deutschem Zoo infiziert

Menschliche Infektionen wurden in Deutschland nach ECDC-Angaben in diesem Jahr bislang nicht registriert. Allerdings war vergangenen Monat ein bundesweit erster Fall für dieses Jahr bei einer Schnee-Eule im Zoologischen Garten in Magdeburg nachgewiesen worden. Etwa eine Woche nach dem Tod des Kükens ist dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zufolge zudem ein Geschwistertier aus demselben Wurf an dem Virus gestorben.

An dem West-Nil-Virus erkranken Vögel, aber auch Pferde und Menschen. Beim Menschen verläuft die Infektion überwiegend unauffällig oder mild. Etwa 20 Prozent der Infizierten entwickelten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) eine fieberhafte Erkrankung, die drei bis sechs Tage andauert. Nur etwa einer von 100 Infizierten erkranke schwer. Eine Schutzimpfung gibt es nicht.

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Booster Coronavirus ECDC EMA EU Herbstwelle Impfung Inzidenz Karl Lauterbach STIKO

Corona-Pandemie: Gesundheitsminister Karl Lauterbach rät zur vierten Impfung. Und was sagen Experten dazu?

Einen zweiten Booster empfiehlt der Bundesgesundheitsminister immer wieder angesichts steigender Inzidenzen und einer drohenden Herbstwelle. Aber ist der wirklich nötig und sinnvoll? Manche Fachleute halten davon wenig.

Wer derzeit über eine zweite Booster-Dosis der Corona-Impfung nachdenkt, kann schnell den Durchblick verlieren: Die Ratschläge aus Politik, Behörden und von der Ständigen Impfkommission (Stiko) unterscheiden sich. Ja was denn nun?

Wer empfiehlt was?

Die für Impfempfehlungen in Deutschland zuständige Stiko hält eine zweite Auffrischimpfung bisher nur für Teile der Bevölkerung für sinnvoll: etwa für Menschen ab 70 Jahren, Patienten mit unterdrücktem Immunsystem, Pflegeheimbewohner und Personal medizinischer Einrichtungen. Weitere Fachleute stärkten der Stiko in den vergangenen Monaten bei dieser Frage den Rücken.STERN PAID FAQ Corona Impfung zweiter Booster angepasst 17.58

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hingegen drängt immer wieder auf mehr Viertimpfungen und brachte diese zuletzt für alle gesunden Erwachsenen ins Spiel. Dann sind da noch zwei EU-Behörden: ECDC und EMA riefen die Mitgliedsstaaten auf, zweite Booster schon ab 60 Jahren anzubieten. Stiko-Chef Thomas Mertens hatte daraufhin angekündigt, das Gremium werde sich „relativ bald“ zu einer möglichen Erweiterung der bestehenden Empfehlung äußern.

Wie begründet Lauterbach seinen Rat für unter 60-Jährige?

Wolle man den Sommer ohne Risiko einer Erkrankung genießen, würde er die zweite Auffrischimpfung – „in Absprache natürlich mit dem Hausarzt“ – auch Jüngeren empfehlen, sagte Lauterbach kürzlich dem „Spiegel“. Mit der zweiten Booster-Impfung habe man „eine ganz andere Sicherheit“. Er argumentiert mit einem für ein paar Monate deutlich verringertem Infektionsrisiko und deutlich geringerem Long-Covid-Risiko.

Was sagen Kritiker dieser Forderung?

Der Virologe Mertens sagte der „Welt am Sonntag“, er kenne keine Daten, die den Ratschlag von Lauterbach rechtfertigten. „Ich halte es für schlecht, medizinische Empfehlungen unter dem Motto „viel hilft viel“ auszusprechen“. Die EU-Behörden ECDC und EMA hielten fest, dass es derzeit keine klaren epidemiologischen Beweise gebe, die die Gabe zweiter Booster bei immungesunden Menschen unter 60 Jahren stützen – es sei denn, Patienten hätten gesundheitliche Schwachstellen.

Was sind die Argumente gegen Lauterbachs Rat?

Aus Sicht mehrerer Immunologen reichen für gesunde Erwachsene unter 60 die bisher von der Stiko empfohlenen drei Corona-Impfungen, um ein stabiles immunologisches Gedächtnis aufzubauen. Es biete in der Regel zumindest Schutz vor schwerer Erkrankung, Krankenhaus und Tod. Absoluten, langanhaltenden Schutz vor Infektion bringe jedoch auch Dosis vier für diese Gruppe nicht. Wer zum Beispiel vor dem Urlaub keine Ansteckung mehr riskieren wolle, solle sich etwa durch Maske, Abstand und Kontaktreduktion schützen, rät Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Auch Epidemiologe Hajo Zeeb geht von einem allenfalls geringen Vorteil der zweiten Booster-Impfung für unter 60-Jährige aus, insbesondere wenn Menschen auch noch zwischenzeitlich erkrankt waren.Stiko will Empfehlung für vierte Corona-Impfung vorerst nicht ausweiten 11.14

Welche Rolle spielt der Impf-Zeitpunkt?

Der ist keineswegs nebensächlich. Schließlich wird für den Herbst nicht nur wieder eine Zunahme des Infektionsgeschehens erwartet – sondern auch Vakzine, die an Omikron angepasst sind. Es dürfte also nochmal eine größere Impfkampagne anstehen. Allerdings ist momentan ungewiss, mit welchen Mutationen das Virus bis dahin aufwartet und für wen dann erneute Impfempfehlungen ausgesprochen werden.

Was man aber schon sagen kann: Impfabstände von mehreren Monaten haben sich laut Stiko-Mitglied Christian Bogdan (Uniklinikum Erlangen) als vorteilhaft erwiesen für die Stärke der ausgelösten Immunantwort und für die daraus resultierende Schutzdauer. „Besonders wichtig ist, dass eine Booster-Impfung – also die dritte Impfung – in einem deutlichen Abstand zur zweiten Impfung stattfindet“, im Idealfall nicht früher als sechs Monate danach. Dies gelte auch für einen möglichen zweiten Booster. Dieser Abstand gewährleiste eine Steigerung der Immunantwort. Impfe man jedoch in eine laufende Immunantwort hinein, sei der Effekt stark abgeschwächt.

Kann die vierte Dosis auch anderweitig kontraproduktiv sein?

Stiko-Mitglied Bogdan sagt, dass es zur Frage des möglichen Schadens von zusätzlichen, klinisch nicht angezeigten Impfungen bisher für die Covid-Impfstoffe keine umfassenden immunologischen Untersuchungen gebe. Manche Experten verweisen zwar darauf, dass etwa von wiederholten Impfungen etwa gegen Pocken oder Influenza keine negativen Effekte bekannt seien – ebenso wenig bei den Einzelfällen, in denen sich Menschen etliche Male gegen Covid-19 impfen ließen.

Jetzt bitte Klartext: Sollte ich mir den zweiten Booster holen?

Auch wenn es unbefriedigend ist: Zum jetzigen Zeitpunkt kann man diese Frage nicht pauschal beantworten. Es hängt auch davon ab, wie gut das Immunsystem des Einzelnen auf die ersten drei Impfungen reagiert hat. Der Immunologe Andreas Thiel von der Berliner Charité sagt, für „manche wenige“ Menschen unter 60 könnte die vierte Impfung essenziell sein – allerdings könne man die nicht einfach erkennen. Für die meisten in dieser Altersgruppe sei eine vierte Dosis dagegen nicht wirklich essenziell. „Jeder muss diese Frage für sich selbst beantworten.“Corona-Ausbrüche in Pflegeheimen_16.53

Allerdings kann der eigene Hausarzt bei der Entscheidung helfen. Gesetzlich zuständig für Impfempfehlungen ist die Stiko, auch viele Ärzte richten sich nach ihren Ratschlägen. Allerdings dürfen Mediziner auch ohne Stiko-Empfehlung einen zweiten Booster spritzen.

Wie steht es denn derzeit insgesamt um den Impfstatus der Nation?

Abgesehen von der Frage nach mehr Viertimpfungen: Schon gemessen an den bisherigen Stiko-Empfehlungen klaffen einige Impflücken. Das Robert Koch-Institut gab in einem Bericht vom Juli an, dass noch etwa 1,3 Millionen Menschen ab 60 Jahren und rund 7,9 Millionen Erwachsene unter 60 ihren Impfschutz mit mindestens einer Impfung auffrischen müssten. Noch gar keine Impfung erhalten hätten rund 1,9 Millionen Menschen ab 60 und rund 7,3 Millionen Erwachsene unter 60 Jahre.

Der Hamburger Intensivmediziner Stefan Kluge berichtete auf Twitter, dass leider immer wieder Risiko-Patienten mit unvollständiger Corona-Impfserie aufgenommen würden: Jüngst etwa eine mit Sars-CoV-2 infizierte 90-Jährige, die nur einmal geimpft worden sei. „Diese Impflücken sollten jetzt geschlossen werden“, appellierte er.

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Coronavirus ECDC EMA EU FDP Karl Lauterbach Lauterbach SPD STIKO Thomas Mertens WamS

Lauterbach rät auch Menschen unter 60 zur vierten Corona-Impfung

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rät auch Menschen unter 60 Jahren zur vierte Corona-Impfung – stößt damit aber auf Widerspruch. „Wenn jemand den Sommer genießen und kein Risiko eingehen“ wolle, würde er in Absprache mit dem Hausarzt auch Jüngeren die Impfung empfehlen, sagte Lauterbach dem „Spiegel“. Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, entgegnete in der „Welt am Sonntag“, er kenne keine Daten, die einen solchen Ratschlag rechtfertigten. Auch die FDP kritisierte Lauterbachs Vorstoß.

Mit einer Viertimpfung „hat man einfach eine ganz andere Sicherheit“, begründete Lauterbach seinen Vorstoß. Das Long-Covid-Risiko sei „deutlich reduziert für ein paar Monate“, ebenso das Infektionsrisiko. Einen an Omikron angepassten Impfstoff könnten die Menschen auch nach der vierten Impfung nehmen. Lauterbach geht damit über die Empfehlungen von EU und Ständiger Impfkommission hinaus. 

Aus der Impfkommission kam Kritik. „Ich halte es für schlecht, medizinische Empfehlungen unter dem Motto ‚Viel hilft viel‘ auszusprechen“, sagte der Chef der Ständigen Impfkommission, Mertens, der „WamS“. Die Empfehlung seiner Kommission, wonach sich Menschen über 70, Vorerkrankte und Pflegepersonal die vierte Dosis verabreichen sollen, halte er nach wie vor für richtig.

Dass die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und die EU-Arzneimittelbehörde EMA die Altersgrenze in dieser Woche auf 60 festsetzt hatten, sei aber vertretbar, sagte Mertens weiter. „Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für einen schweren Verlauf. Es ist nicht einfach, hier einen genauen Cut beim Alter zu machen.“ 

Allerdings könne nicht jedes Jahr die gesamte Bevölkerung geimpft werden. Die dreimalige Impfung mit den verfügbaren Impfstoffen schütze gut vor schweren Verläufen, sagte Mertens: „Aber die Übertragung des Virus wird nur gering beeinflusst.“

FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai sagte dem Nachrichtenportal t-online: „Herr Lauterbach tut meiner Meinung nach gut daran, der Stiko bei Impfempfehlungen nicht vorauszugreifen.“ Als zuständiger Minister solle er sich vielmehr darum kümmern, dass die Pandemiebekämpfung jetzt effizient gehandhabt werde. Nötig sei eine verlässliche Datenerhebung.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) schloss sich im RBB-Inforadio zwar grundsätzlich der Empfehlung von Lauterbach an, kritisierte aber den Zeitpunkt der Kommunikation. So empfehle die EU-Kommission derzeit, dass Menschen über 60 Jahre ein viertes Mal geimpft werden, und die Stiko empfehle es ab 70. Wichtig sei aber „eine Kommunikation, die einheitlich ist, die Vertrauen schafft“. Mit Blick auf Lauterbachs jetzige Empfehlung fügte er hinzu: „Damit schafft man kein Vertrauen in der Bevölkerung.“

Zurückhaltend reagierte auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz. „Grundsätzlich sollten die Menschen vor weiteren Impfungen den persönlichen ärztlichen Rat einholen“, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Nachrichtenagentur AFP. Nicht nur das Alter sei entscheidend. „Vielmehr müssen Vorerkrankungen, individuelle Risiken und der Immunstatus in den Blick genommen werden.“

Dem aktuellen Wochenbericht des RKI zufolge bleibt der Infektionsdruck in der Allgemeinbevölkerung hoch. „Auch bei gleichbleibenden Fallzahlen sind weitere Anstiege von schweren Erkrankungen, Hospitalisierungen und Todesfällen zu erwarten“, hieß es. Die Zahl der Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen stieg wieder deutlich, in medizinischen Behandlungseinrichtungen nur leicht an. 

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Coronavirus ECDC EMA EU Karl Lauterbach SPD STIKO Thomas Mertens WamS

Lauterbach empfiehlt auch Unter-60-Jährigen vierte Corona-Impfung

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) empfiehlt auch Menschen unter 60 Jahren eine vierte Corona-Impfung – stößt damit aber auf Widerspruch bei Experten. „Wenn jemand den Sommer genießen und kein Risiko eingehen“ wolle, würde er in Absprache mit dem Hausarzt auch Jüngeren die Impfung empfehlen, sagte Lauterbach dem „Spiegel“. Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, entgegnete in der „Welt am Sonntag“, er kenne keine Daten, die einen solchen Ratschlag rechtfertigten. Einen Anstieg bei den Fallzahlen gibt es dem Robert-Koch-Institut zufolge in Pflege- und Altenheimen.

Mit einer Viertimpfung „hat man einfach eine ganz andere Sicherheit“, begründete Lauterbach seinen Vorstoß. Das Long-Covid-Risiko sei „deutlich reduziert für ein paar Monate“, ebenso das Infektionsrisiko. Einen an Omikron angepassten Impfstoff könnten die Menschen auch nach der vierten Impfung nehmen. Lauterbach geht damit über die Empfehlungen von EU und Ständiger Impfkommission hinaus. 

Aus der Impfkommission kam Kritik. „Ich halte es für schlecht, medizinische Empfehlungen unter dem Motto ‚Viel hilft viel‘ auszusprechen“, sagte der Chef der Ständigen Impfkommission, Mertens, der „WamS“. Die Empfehlung seiner Kommission, wonach sich Menschen über 70, Vorerkrankte und Pflegepersonal die vierte Dosis verabreichen sollen, halte er nach wie vor für richtig.

Dass die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und die EU-Arzneimittelbehörde EMA die Altersgrenze in dieser Woche auf 60 festsetzten, sei aber vertretbar, sagte Mertens weiter. „Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für einen schweren Verlauf. Es ist nicht einfach, hier einen genauen Cut beim Alter zu machen.“ 

Allerdings könne nicht jedes Jahr die gesamte Bevölkerung geimpft werden. Die dreimalige Impfung mit den verfügbaren Impfstoffen würde gut vor schweren Verläufen schützen, so Mertens: „Aber die Übertragung des Virus wird nur gering beeinflusst.“

Ein Sprecher Lauterbachs sagte, es könne keine grundsätzliche Empfehlungen für eine Viertimpfung geben. Dies solle jeweils im Einzelfall mit dem Arzt besprochen werden. Der Minister habe deutlich  gemacht, dass im Herbst ausreichend Impfstoff zur Verfügung gestellt wird. 

Der Virologe Alexander Kekulé übte ebenfalls Kritik an Lauterbach. „Wenn der Gesundheitsminister eigene Empfehlungen gibt, die von denen der Ständigen Impfkommission abweichen, verspielt er damit das Vertrauen der Bevölkerung“, sagte er der „WamS“.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) schloss sich im RBB-Inforadio zwar grundsätzlich der Empfehlung von Lauterbach an, kritisierte aber den Zeitpunkt der Kommunikation. So empfehle die EU-Kommission derzeit, dass Menschen über 60 Jahre ein viertes Mal geimpft werden, und die Stiko empfehle es ab 70. Wichtig sei aber „eine Kommunikation, die einheitlich ist, die Vertrauen schafft“. Mit Blick auf Lauterbachs jetzige Empfehlung fügte er hinzu: „Damit schafft man kein Vertrauen in der Bevölkerung.“

Dem aktuellen Wochenbericht des RKI zufolge bleibt der Infektionsdruck in der Allgemeinbevölkerung hoch. „Auch bei gleichbleibenden Fallzahlen sind weitere Anstiege von schweren Erkrankungen, Hospitalisierungen und Todesfällen zu erwarten.“ In Deutschland habe die seit Mitte Juni dominierende Omikron-Sublinie BA.5 mit 83 Prozent andere Varianten fast vollständig verdrängt. Die Zahl der Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen stieg wieder deutlich, in medizinischen Behandlungseinrichtungen nur leicht an. 

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Coronavirus ECDC Mutation Omikron Virus Virusvariante Weltgesundheitsorganisation WHO

Pandemie: „Centaurus“-Variante: Was Sie jetzt über den neuen Omikron-Subtyp wissen sollten

Ein neuer Omikron-Subtyp bereitet Experten Kopfzerbrechen. Die vielen Mutationen auf dem Spike-Protein könnten BA.2.75 noch ansteckender machen, als die bisherigen Corona-Virusvarianten.

Während die Sommerwelle, verursacht durch die Omikron-Sublinie BA.5, Deutschland fest im Griff hat, gerät eine neue Omikron-Variante in den Fokus der Wissenschaft: BA.2.75. Experten:innen bereiten die vielen Mutationen am Spike-Protein Sorgen – sie könnten die Untervariante noch ansteckender machen als andere Virusvarianten. Was das Auftauchen des Omikron-Subtyps für Deutschland bedeuten könnte und was schon über BA.2.75 bekannt ist.

Woher kommt BA.2.75 und wie verbreitet ist die Corona-Variante?

BA.2.75 ist wahrscheinlich eine Variante zweiter Generation – ein Abkömmling der Omikron-Sublinie BA.2, wie Tom Peacock, Virologe vom Imperial College London, auf Twitter schrieb. Der Forschende hatte 2021 als einer der ersten Wissenschaftler bereits vor der Omikron-Variante wegen ihrer Mutationen am Spike-Protein gewarnt und rät nun auch bei der neuen Sublinie diese genauer zu beobachten.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde die Omikron-Untervariante mit dem Spitznamen „Centaurus“ erstmals im Mai in Indien entdeckt. Seit dem 7. Juli wird die Variante vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) genauer beobachtet. Auch die WHO beobachtet die neue Variante im Omikron-Tracking. Weltweit sind bisher erst wenige Fälle der neuen Variante nachgewiesen, unter anderem auch in Deutschland. „Die Gesamtzahl an bekannten BA.2.75-Fällen ist minimal. Wir sprechen von heute etwa 70 Fällen weltweit“, sagte Ulrich Elling vom Institut für Molekulare Biotechnologie in Wien gegenüber „ZDF“. Der Experte nimmt aber an, dass die Dunkelziffer der Fälle weitaus höher liegen dürfte.

STERN PAID FAQ Corona Variante BA 5 18.08

Warum sind Expert:innen angesichts der Omikron-Untervariante BA.2.75 besorgt?

„BA.2.75 hat zusätzlich zu den 29 Mutationen, die die BA.2-Linie ohnehin schon im Spike-Protein hat, noch weitere acht Mutationen. Es ist davon auszugehen, dass eine derartige Fülle an neuen Mutationen die Eigenschaften, den Immunschutz zu unterlaufen, weiter verstärken wird“, schilderte Ulrich Elling. Heißt also: Die „Centaurus“-Variante könnte noch besser als andere Varianten der Immunantwort des Körpers ausweichen. Das macht eine Infektion trotz Impfung und/oder vorangegangener Infektion dann leichter möglich.

Ist „Centaurus“ gefährlicher als die bisherigen Omikron-Varianten?

Dr. Soumya Swaminathan von der WHO sagte gegenüber dem „Guardian“, dass es noch nicht genügend Proben von BA.2.75 gebe, um den Schweregrad einzuschätzen. Zum Krankheitsverlauf oder der Hospitalisierung gibt es derzeit noch nicht genügend Daten, um abzuschätzen, wie gefährlich der Subtyp ist.

Was bedeutet BA.2.75 für die angepassten Omikron-Impfstoffe?

Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) empfiehlt den Impfstoffherstellern, für diesen Winter auf einen Impfstoff gegen die Omikron-Varianten BA.4/5 zu setzen. In Deutschland ist derzeit auch die Omikron-Sublinie BA.5 vorherrschend. Bei der Europäischen Arzneimittelagentur hat man sich noch nicht festgelegt, auf welche Variante der Omikron-Impfstoff angepasst werden sollte, wie der stern berichtete. Was BA.2.75 für einen angepassten Impfstoff bedeute, sei noch nicht abschätzbar, so Elling. „Wie es aussieht, bleibt die Evolution des Coronavirus derzeit noch schneller, als wir die Impfstoffe anpassen können. Sehr gut möglich, dass der BA.5-Impfstoff unzureichend vor BA.2.75 schützt, die Varianten unterscheiden sich in elf Positionen.“

Können Corona-Tests BA.2.75 schlechter erkennen als andere Varianten?

In den sozialen Medien gibt es Spekulationen darüber, dass Schnelltests und auch PCR-Tests bei der Omikron-Untervariante BA.2.75 nicht anschlagen würden. Auf Twitter schrieb die Virologin Isabelle Eckerle: „Das BA.2.75 per PCR nicht erkannt wird, ist sehr unwahrscheinlich“. Dass Schnelltests hingegen – insbesondere nach wiederholten Infektionen– weniger zuverlässig sind, sei bereits bekannt.

Long Covid im Körper 15.38

Wird BA.2.75 in Deutschland eine neue Welle auslösen?

„Es ist schwer vorherzusagen, welche Auswirkungen so viele Mutationen haben, die zusammen auftreten – es verleiht dem Virus eine Art ‚Wildcard‘-Eigenschaft, bei der die Summe der Teile schlimmer sein könnte als die Teile einzeln“, sagte der Virologe Tom Peacock gegenüber dem „Guardian“. „Centaurus“ sei definitiv ein Kandidat für das, was nach BA.5 komme könnte, fasst es Peacock zusammen. Wie sich neue Varianten zukünftig verbreiten werden, lässt sich allerdings schwer voraussagen. Neben dem Virus selbst spielt auch die Immunität der Bevölkerung eine Rolle. In Indien, wo BA.2.75 zuerst entdeckt wurde, gab es beispielsweise keine BA.1-Welle, dafür aber eine BA.2-Welle. „Wenn sich BA.2.75 nun so rasch in Indien ausbreitet, dann liegt die Vermutung nahe, dass BA.2.75 die BA.2-Immunität umgeht wie BA.5 die BA.1-Immunität. In dem Fall ist auch international eine zügige Verbreitung zu erwarten“, erklärt Ulrich Elling mit Blick nach Südafrika und Portugal, wo es eine BA.1-Welle gab und später dann viele Fälle mit BA.5. Bisher gebe zu wenige Daten zu BA.2.75, um zu wissen, wie genau sich die neue Omikron-Variante auf das Infektionsgeschehen in Deutschland auswirken wird.

Quellen: WHO,Guardian, ZDF, Twitter 1, Twitter 2, ECDC

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Berlin Coronavirus Deutschland ECDC EMA EU Europa Karl Lauterbach Sommerwelle STIKO Stockholm Thomas Mertens Verschnaufpause

Corona-Pandemie: EU-Behörden empfehlen zweite Booster-Impfung für alle ab 60

Die Sommerwelle rollt und eine Verschnaufpause in der Corona-Pandemie ist erstmal nicht in Sicht. Wann und für wen könnte eine zweite Booster-Impfung sinnvoll sein? EU-Behörden geben neue Empfehlungen.

Führende EU-Behörden empfehlen angesichts einer neuen Corona-Welle in Europa allen Menschen ab 60 Jahren eine weitere Auffrischimpfung. Diese könnte mindestens vier Monate nach der vorherigen Impfung verabreicht werden, teilten die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und die EU-Arzneimittelbehörde EMA am Montag mit. Auch Vorerkrankte sollten einen zweiten Booster bekommen. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, teilte auf Anfrage mit, man habe sich «auch vor der EMA/ECDC Verlautbarung» schon im Entscheidungsprozess zu einer möglichen Erweiterung der bestehenden Empfehlung für den zweiten Booster befunden.

Die Stiko werde sich «relativ bald» dazu äußern, erklärte Mertens. Bislang empfiehlt das für Deutschland zuständige Gremium einen zweiten Booster nur Menschen ab 70 Jahren sowie einigen anderen Gruppen, darunter Menschen mit unterdrücktem Immunsystem, Pflegeheimbewohnern und Personal medizinischer Einrichtungen.

Mertens führte aus, dass sich mehrere Fragen stellten: Menschen aus welcher Altersgruppe, mit welchen Vorerkrankungen sollten aus gesundheitlichen und epidemiologischen Gründen eine vierte Impfung erhalten? Welcher Zeitpunkt wäre dafür am besten geeignet? Und mit welchem Impfstoff sollte geboostert werden?

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides forderte die Regierungen der Mitgliedstaaten auf, sofort für alle ab 60 und für alle anderen schutzbedürftigen Personen eine zweite Booster-Impfung anzubieten. «Es gibt keine Zeit zu verlieren», betonte sie. Angesichts zunehmender Fallzahlen und Krankenhauseinweisungen mit Beginn der Sommermonate fordere sie «jeden auf, sich so schnell wie möglich impfen und boostern zu lassen».

Lauterbach: Empfehlung ist «sehr gut»

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bezeichnete die Impf-Empfehlung für Menschen über 60 Jahren im WDR als «sehr gut». Zu einer zweiten Booster-Impfung auch für Jüngere sagte der SPD-Politiker: «Bei den Jüngeren, die aber viele Kontakte haben, oder die zum Beispiel viele Kontakte haben, würde ich persönlich in Absprache mit dem behandelnden Arzt über die vierte Impfung sprechen. Ich bin selbst auch zum vierten Mal geimpft.»

Eine israelische Studie zu Viertimpfungen und Omikron-Ansteckungen bei Menschen in Pflegeheimen ergab kürzlich eine Impfeffektivität von 64 bis 67 Prozent bezogen auf den Schutz vor Krankenhauseinweisung. Bezogen auf Todesfälle betrage sie 72 Prozent, bilanzierten die Autoren im Journal «Jama Internal Medicine». Von moderatem Schutz sprechen sie, wenn man rein auf Ansteckungen blickt: Hier wurden laut der Publikation nur 34 Prozent gegen Omikron erreicht.

Einbezogen wurden Daten zu knapp 44.000 Menschen, von denen ein Teil vierfach und ein Teil dreifach geimpft war. «Die vierten Impfungen reduzieren Krankenhausaufenthalte und Todesfälle – sie sind Lebensretter», sagte die Mit-Autorin der Studie, Chitam Muhsen, der «Times of Israel».

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz rät älteren Menschen, vor weiteren Impfungen mit ihrem Arzt zu sprechen. «Denn hier ist nicht nur das Alter entscheidend. Vielmehr müssen Vorerkrankungen, individuelle Risiken und der Immunstatus in den Blick genommen werden», erklärte Vorstand Eugen Brysch. Er gibt zudem zu bedenken, dass niemand wisse, welche Virusvarianten im Herbst vorherrschend sein werden. Deshalb seien angepasste Impfstoffe von großer Bedeutung.

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Berlin Coronavirus Deutschland ECDC EMA EU Europa Karl Lauterbach Sommerwelle STIKO Stockholm Thomas Mertens Verschnaufpause

Corona-Pandemie: EU-Behörden empfehlen zweite Booster-Impfung für alle ab 60

Die Sommerwelle rollt und eine Verschnaufpause in der Corona-Pandemie ist erstmal nicht in Sicht. Wann und für wen könnte eine zweite Booster-Impfung sinnvoll sein? EU-Behörden geben neue Empfehlungen.

Führende EU-Behörden empfehlen angesichts einer neuen Corona-Welle in Europa allen Menschen ab 60 Jahren eine weitere Auffrischimpfung. Diese könnte mindestens vier Monate nach der vorherigen Impfung verabreicht werden, teilten die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und die EU-Arzneimittelbehörde EMA am Montag mit. Auch Vorerkrankte sollten einen zweiten Booster bekommen. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, teilte auf Anfrage mit, man habe sich «auch vor der EMA/ECDC Verlautbarung» schon im Entscheidungsprozess zu einer möglichen Erweiterung der bestehenden Empfehlung für den zweiten Booster befunden.

Die Stiko werde sich «relativ bald» dazu äußern, erklärte Mertens. Bislang empfiehlt das für Deutschland zuständige Gremium einen zweiten Booster nur Menschen ab 70 Jahren sowie einigen anderen Gruppen, darunter Menschen mit unterdrücktem Immunsystem, Pflegeheimbewohnern und Personal medizinischer Einrichtungen.

Mertens führte aus, dass sich mehrere Fragen stellten: Menschen aus welcher Altersgruppe, mit welchen Vorerkrankungen sollten aus gesundheitlichen und epidemiologischen Gründen eine vierte Impfung erhalten? Welcher Zeitpunkt wäre dafür am besten geeignet? Und mit welchem Impfstoff sollte geboostert werden?

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides forderte die Regierungen der Mitgliedstaaten auf, sofort für alle ab 60 und für alle anderen schutzbedürftigen Personen eine zweite Booster-Impfung anzubieten. «Es gibt keine Zeit zu verlieren», betonte sie. Angesichts zunehmender Fallzahlen und Krankenhauseinweisungen mit Beginn der Sommermonate fordere sie «jeden auf, sich so schnell wie möglich impfen und boostern zu lassen».

Lauterbach: Empfehlung ist «sinnvoll und überfällig»

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sprach auf Twitter von einer Empfehlung, die «sinnvoll und überfällig» sei. Auf angepasste Impfstoffe zu warten, dauere zu lange und sei zu riskant.

Eine israelische Studie zu Viertimpfungen und Omikron-Ansteckungen bei Menschen in Pflegeheimen ergab kürzlich eine Impfeffektivität von 64 bis 67 Prozent bezogen auf den Schutz vor Krankenhauseinweisung. Bezogen auf Todesfälle betrage sie 72 Prozent, bilanzierten die Autoren im Journal «Jama Internal Medicine». Von moderatem Schutz sprechen sie, wenn man rein auf Ansteckungen blickt: Hier wurden laut der Publikation nur 34 Prozent gegen Omikron erreicht.

Einbezogen wurden Daten zu knapp 44.000 Menschen, von denen ein Teil vierfach und ein Teil dreifach geimpft war. «Die vierten Impfungen reduzieren Krankenhausaufenthalte und Todesfälle – sie sind Lebensretter», sagte die Mit-Autorin der Studie, Chitam Muhsen, der «Times of Israel».

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz rät älteren Menschen, vor weiteren Impfungen mit ihrem Arzt zu sprechen. «Denn hier ist nicht nur das Alter entscheidend. Vielmehr müssen Vorerkrankungen, individuelle Risiken und der Immunstatus in den Blick genommen werden», erklärte Vorstand Eugen Brysch. Er gibt zudem zu bedenken, dass niemand wisse, welche Virusvarianten im Herbst vorherrschend sein werden. Deshalb seien angepasste Impfstoffe von großer Bedeutung.

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Berlin Coronavirus Deutschland ECDC EMA EU Europa Karl Lauterbach Sommerwelle STIKO Stockholm Thomas Mertens Verschnaufpause

Corona-Pandemie: EU-Behörden empfehlen zweite Booster-Impfung für alle ab 60

Die Sommerwelle rollt und eine Verschnaufpause in der Corona-Pandemie ist erstmal nicht in Sicht. Wann und für wen könnte eine zweite Booster-Impfung sinnvoll sein? EU-Behörden geben neue Empfehlungen.

Führende EU-Behörden empfehlen angesichts einer neuen Corona-Welle in Europa allen Menschen ab 60 Jahren eine weitere Auffrischimpfung. Diese könnte mindestens vier Monate nach der vorherigen Impfung verabreicht werden, teilten die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und die EU-Arzneimittelbehörde EMA am Montag mit. Auch Vorerkrankte sollten einen zweiten Booster bekommen. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, teilte auf Anfrage mit, man habe sich «auch vor der EMA/ECDC Verlautbarung» schon im Entscheidungsprozess zu einer möglichen Erweiterung der bestehenden Empfehlung für den zweiten Booster befunden.

Die Stiko werde sich «relativ bald» dazu äußern, erklärte Mertens. Bislang empfiehlt das für Deutschland zuständige Gremium einen zweiten Booster nur Menschen ab 70 Jahren sowie einigen anderen Gruppen, darunter Menschen mit unterdrücktem Immunsystem, Pflegeheimbewohnern und Personal medizinischer Einrichtungen.

Mertens führte aus, dass sich mehrere Fragen stellten: Menschen aus welcher Altersgruppe, mit welchen Vorerkrankungen sollten aus gesundheitlichen und epidemiologischen Gründen eine vierte Impfung erhalten? Welcher Zeitpunkt wäre dafür am besten geeignet? Und mit welchem Impfstoff sollte geboostert werden?

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides forderte die Regierungen der Mitgliedstaaten auf, sofort für alle ab 60 und für alle anderen schutzbedürftigen Personen eine zweite Booster-Impfung anzubieten. «Es gibt keine Zeit zu verlieren», betonte sie. Angesichts zunehmender Fallzahlen und Krankenhauseinweisungen mit dem Beginn in die Sommerperiode fordere sie «jeden auf, sich so schnell wie möglich impfen und boostern zu lassen».

Lauterbach: Empfehlung ist «sinnvoll und überfällig»

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sprach auf Twitter von einer Empfehlung, die «sinnvoll und überfällig» sei. Auf angepasste Impfstoffe zu warten, dauere zu lange und sei zu riskant.

Eine israelische Studie zu Viertimpfungen und Omikron-Ansteckungen bei Menschen in Pflegeheimen ergab kürzlich eine Impfeffektivität von 64 bis 67 Prozent bezogen auf den Schutz vor Krankenhauseinweisung. Bezogen auf Todesfälle betrage sie 72 Prozent, bilanzierten die Autoren im Journal «Jama Internal Medicine». Von moderatem Schutz sprechen sie, wenn man rein auf Ansteckungen blickt: Hier wurden laut der Publikation nur 34 Prozent gegen Omikron erreicht.

Einbezogen wurden Daten zu knapp 44.000 Menschen, von denen ein Teil vierfach und ein Teil dreifach geimpft war. «Die vierten Impfungen reduzieren Krankenhausaufenthalte und Todesfälle – sie sind Lebensretter», sagte die Mit-Autorin der Studie, Chitam Muhsen, der «Times of Israel».

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz rät älteren Menschen, vor weiteren Impfungen mit ihrem Arzt zu sprechen. «Denn hier ist nicht nur das Alter entscheidend. Vielmehr müssen Vorerkrankungen, individuelle Risiken und der Immunstatus in den Blick genommen werden», erklärte Vorstand Eugen Brysch. Er gibt zudem zu bedenken, dass niemand wisse, welche Virusvarianten im Herbst vorherrschend sein werden. Deshalb seien angepasste Impfstoffe von großer Bedeutung.

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Andrea Ammon Coronavirus Deutschland ECDC EMA EU Gesundheitswesen Krankenhauseinweisung STIKO WHO

EU-Behörden empfehlen zweite Corona-Auffrischungsimpfung für über 60-Jährige

Die EU empfiehlt Menschen über 60 Jahren eine zweite Corona-Auffrischungsimpfung. „Angesichts des erneuten Anstiegs der Fälle und Krankenhauseinweisungen mit Beginn des Sommers fordere ich alle auf, sich so schnell wie möglich impfen und boostern zu lassen“, erklärte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Montag laut einer Mitteilung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC und der EU-Arzneimittelbehörde EMA. „Wir haben keine Zeit zu verlieren.“

Kyriakides forderte die EU-Mitgliedstaaten auf, „sofort zweite Booster-Impfungen“ für Menschen ab 60 und andere gesundheitlich gefährdete Menschen bereitzustellen. Im April hatten die EU-Behörden bereits eine zweite Auffrischung für über 80-Jährige empfohlen.

Es gebe insbesondere wegen der Omikron-Subvariante BA.5 „einen zunehmenden Trend“ bei den Einweisungen und Belegungen in Krankenhäusern sowie Intensivstationen in mehreren Ländern, erklärte ECDC-Direktorin Andrea Ammon. „Dies signalisiert den Beginn einer neuen, weit verbreiteten Corona-Welle in der Europäischen Union.“

Für gesundheitlich nicht gefährdete Menschen unter 60 sowie Beschäftigte im Gesundheitswesen und der Pflege sehen die EU-Behörden derzeit keine Notwendigkeit für eine zweite Auffrischungsimpfung. 

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) bislang eine zweite Booster-Impfung für Menschen ab 70 Jahren, Risikopatienten sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen und Beschäftigte im medizinischen Bereich und in Pflegeeinrichtungen.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums in Berlin geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Stiko sich der EU-Empfehlung nicht direkt anschließen wird. Die Stiko arbeite unabhängig, betonte er. 

Da jedoch noch nicht klar sei, welche Virusvarianten im Herbst auftreten und inwieweit die Impfstoffe dagegen wirksam sind, werde vermutlich „noch ein bisschen abgewartet“, bis „mehr Klarheit“ besteht, sagte der Sprecher am Montag. Grundsätzlich könnten sich aber auch jetzt schon unter 70-Jährige boostern lassen, fügte er hinzu.

Die Sommer 2020 und 2021 hatten den Menschen in Europa in der Pandemie eine Verschnaufpause verschafft. Diesen Sommer sieht die Lage wegen der leichten Übertragbarkeit der Omikron-Variante des Coronavirus  jedoch anders aus: Seit Ende Mai ist die Zahl der Corona-Fälle nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den meisten europäischen Ländern stark angestiegen. Die WHO hatte bereits Ende Juni gewarnt, dass in diesem Sommer auf dem gesamten Kontinent wegen der ansteckenderen Virus-Subvariante BA.5 mit hohen Fallzahlen zu rechnen sei.

Die höchste Inzidenz verzeichnet laut WHO derzeit Zypern, gefolgt von Frankreich, Griechenland, Italien, Luxemburg und Österreich. In Deutschland lag die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Montag bei 661,4 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern.

Der Deutsche Hausärzteverband hatte die Bundesregierung am Freitag zu einer neuen Impfkampagne im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. Gebraucht werde „eine positive Impfkampagne – nicht nur für die vierte Impfung, sondern auch um die Impflücken bei der ersten und der dritten Impfung zu schließen“, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).

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Corona-Pandemie: EU-Behörden empfehlen zweite Booster-Impfung für alle ab 60

Die Sommerwelle rollt und eine Verschnaufpause in der Corona-Pandemie ist erstmal nicht in Sicht. Wann und für wen könnte eine zweite Booster-Impfung sinnvoll sein? EU-Behörden geben neue Empfehlungen.

Führende EU-Behörden halten es angesichts einer neuen Corona-Welle in Europa für sinnvoll, allen Menschen im Alter ab 60 Jahren eine weitere Auffrischimpfung gegen Covid-19 zu geben. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und die EU-Arzneimittelbehörde EMA empfahlen am Montag, zweite Booster-Impfungen für Personen ab 60 sowie für Vorerkrankte in Betracht zu ziehen.

Diese könnten mindestens vier Monate nach der vorherigen Impfung verabreicht werden. Bereits im April hatten die in Stockholm und Amsterdam ansässigen Behörden solche Auffrischdosen für alle ab 80 empfohlen.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides forderte am Montag die Regierungen der Mitgliedstaaten auf, sofort für alle ab 60 und für alle anderen schutzbedürftigen Personen eine zweite Booster-Impfung anzubieten. «Es gibt keine Zeit zu verlieren», betonte sie. An die Bürger appellierte sie, die Impfangebote wahrzunehmen. «Angesichts der Tatsache, dass die Fallzahlen und die Krankenhauseinweisungen mit dem Beginn in die Sommerperiode zunehmen, fordere ich jeden auf, sich so schnell wie möglich impfen und boostern zu lassen», sagte sie.

Warnung vor streigenden Fallzahlen

ECDC-Direktorin Andrea Ammon warnte, dass man derzeit steigende Corona-Fallzahlen sehe. Auch bei den Einweisungen in Krankenhäuser und der Belegung von Intensivstationen gehe der Trend in mehreren Ländern nach oben. Hauptgrund für diese Entwicklungen sei die Ausbreitung der Omikron-Untervariante BA.5.

«Dies signalisiert den Beginn einer neuen, weit verbreiteten Covid-19-Welle in der Europäischen Union», erklärte die deutsche Medizinerin. Menschen ab 60 und medizinisch anfällige Bevölkerungsgruppen seien diejenigen mit dem höchsten Risiko schwerwiegender Erkrankungen. Diesen Menschen nun einen zweiten Booster zu geben, werde eine erhebliche Zahl an Krankenhauseinweisungen und Todesfällen verhindern.

Für Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) einen zweiten Booster bislang nur Menschen ab 70 Jahren sowie einigen anderen Gruppen, darunter Menschen mit unterdrücktem Immunsystem, Pflegeheimbewohnern und Personal medizinischer Einrichtungen. Nach aktuellen Angaben haben bislang 7,3 Prozent der Bevölkerung in Deutschland eine zweite Auffrischimpfung bekommen.

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