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7. Spieltag: Bochum holt im Dauerregen Remis unter Interimscoach Butscher

Nach sechs Niederlagen in sechs Spielen unter Aufstiegs-Trainer Thomas Reis stand der VfL Bochum unter Interimstrainer Heiko Butscher endlich vor einem Sieg. Doch daraus wurde wieder nichts.

Im Bochumer Dauerregen zuckte Heiko Butscher kurz mit den Schultern und klatschte dann alle auf der Bank ab. Der Interimstrainer des VfL Bochum wusste nach dem 1:1 (1:0) gegen den 1. FC Köln nicht, was er von dem Ergebnis halten sollte.

Nach dem großen Kampf und dem ersten Bundesliga-Punkt wurde sein Team von den Fans aber gefeiert. „Wir haben das fast bis zum Schluss gut durchgebracht. Das ist dann natürlich extrem bitter, wenn dann so spät dieser Ausgleich fällt. Schade, dass wir uns nicht komplett belohnt haben“, sagte Butscher bei DAZN. „Das tut uns als Mannschaft gut“, sagte Bochums Simon Zoller. „Es war ein großer Kampf. Ich hätte gerne drei Punkte mitgenommen, aber ein Punkt ist okay.“

FC-Coach Baumgart: „Können mit dem Punkt leben“

Kölns Trainer Steffen Baumgart meinte: „Ich hätte mir vorstellen können, dass wir hier nicht als unverdienter Sieger vom Platz gehen. Aber wenn man gesehen hat, wie Bochum gefightet hat, können wir mit dem Punkt leben.“

Trotz eines frühen Eigentors des Gegners und fast 80-minütiger Führung verpasste der Tabellenletzte Bochum den ersten Sieg in dieser Saison. Im ersten und wohl einzigen Spiel unter Interimstrainer Butscher holten die Westfalen zwar den ersten Punkt, wegen des späten Ausgleichs von Linton Maina (88.) war das Ergebnis für den VfL aber wieder eine Enttäuschung.

Die Bochumer hatten die ersten sechs Spiele verloren und sich danach von Aufstiegs-Trainer Thomas Reis getrennt. Die Kölner verhinderten nach dem frühen Missgeschick von Benno Schmitz (9.) durch Mainas ersten Pflichtspiel-Treffer für den FC, mit zwei Liga-Niederlagen in Folge in die Länderspielpause zu gehen. Danach geht es mit Duellen gegen Borussia Dortmund und im Derby bei Borussia Mönchengladbach anspruchsvoll weiter.

Bochum führt „erste Gespräche“ mit neuem Trainer

Wie es beim VfL weitergeht, ist offen. Bis zum nächsten Spiel am 1. Oktober in Leipzig dürfte ein neuer Trainer auf der Bank sitzen. Der neue Sportgeschäftsführer Patrick Fabian räumte vor dem Spiel „erste Gespräche“ mit Kandidaten ein, erst einmal soll Butscher das Team aber weiter trainieren. Dass er zur Dauerlösung wird, hatte der U19-Coach aber selbst ausgeschlossen. Gehandelt werden unter anderen Dimitrios Grammozis, Uwe Neuhaus oder Hannes Wolf.

Butscher hatte vier Änderungen im Vergleich zum 1:3 im letzten Spiel unter Reis auf Schalke vorgenommen. Überraschend war nur, dass er beide Innenverteidiger austauschte und dabei auch Tim Oermann aus seiner U19 zum Bundesliga-Debüt verhalf. Der 18-Jährige machte seine Sache gut. Der VfL agierte von der ersten Sekunde an hochmotiviert, und wurde gleich auf ausgesprochen glückliche Art und Weise belohnt.

Mutige Kölner kurz vor Schluss belohnt

Eine Flanke von Gerrit Holtmann hätte keinen Abnehmer gefunden, doch vom Bein von Kapitän Jonas Hector prallte der Ball bei heftigem Dauerregen gegen das Bein von Schmitz und von dort unhaltbar für Marvin Schwäbe ins Tor. Nächste Kuriosität: Fünf Minuten später verhinderte ein Kölner den Ausgleich, als Ellyes Skhiri bei einem Kopfball von Bundesliga-Debütant Nikola Soldo im Weg stand. Kölns Trainer Baumgart klatschte zunächst aufmunternd Applaus, dann zog er trotz des fiesen Wetters seine Anglerweste aus und stand fortan im T-Shirt am Spielfeldrand. Das er zur Pause wechseln musste.

Nach dem Wechsel probierte Köln alles. Hector war kaum hinten links zu halten, Baumgart nahm nach einer Stunde einen Dreifach-Wechsel vor und warf in der Schlussphase alle verfügbaren Offensivspieler rein. Die Bochumer aber stemmten sich leidenschaftlich dagegen. Sargis Adamyan traf zudem den Pfosten (77.), ehe Joker Maina durch die Beine von Torhüter Manuel Riemann doch noch traf.

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1. FC Köln Dejan Ljubicic Florian Dietz Jonas Hector Köln Nizza Slovacko Steffen Baumgart

Köln besiegt Slovacko mit 4:2: Die Stimmen zum Effzeh-Erfolg

Der 1. FC Köln hat in der Conference League mit 4:2 gegen den 1. FC Slovacko gewonnen. Die Stimmen zum Spiel im Überblick.

Der 1. FC Köln konnte den zweiten Spieltag der Conference-League-Gruppenphase mit einem 4:2 gegen den 1. FC Slovacko siegreich gestalten. Die Stimmen zum Sieg des Effzeh.

Nachdem es in der Vorwoche unter diversen Randalen in Nizza ein 1:1-Remis gab, konnte Köln am zweiten Spieltag der Conference League den ersten Sieg in der Gruppenphase erringen. Im heimischen Stadion wurde der 1. FC Slovacko mit 4:2 besiegt.

Früh sorgte Sargis Adamyan für den Führungstreffer, ehe Florian Dietz noch vor der Halbzeit auf 2:0 erhöhen konnte. Innerhalb der ersten sieben Minuten nach Wiederanpfiff erfolgte der Doppelschlag der Gäste, die entsprechend zum zwischenzeitlichen Ausgleich führten. Die Effzeh-Elf berappelte sich aber wieder: Dejan Ljubicic war es, der noch zweifach traf und somit den 4:2-Endstand markierte.

Baumgart zufrieden mit Gesamtleistung – Effzeh-Coach erklärt Umstellungen und Wechsel

Die erste Halbzeit habe er noch recht ausgeglichen erlebt, so Steffen Baumgart nach dem Spiel. „Wir führen 2:0 – ob verdient oder unverdient ist mir eigentlich egal“, erklärte er (via General Anzeiger). „Die ersten zehn Minuten im zweiten Durchgang fallen mir schwer zu erklären. Wir haben eine junge Truppe. Wir wollten dann auch die Wechsel machen, um Ruhe reinzubekommen. Das hat dann ja auch gepasst“, führte er zur schwachen Anfangsphase in Halbzeit zwei aus.

Anschließend habe sein Team aber wieder „souverän nach vorne gespielt“, wodurch es „mehrere Möglichkeiten“ für die erneute Führung gab, lobte der Trainer. Sein übergeordnetes Fazit: „Aufgrund der letzten halben Stunde war der Sieg dann auch verdient.“

Dass er sich dazu entschied, bereits in der Startelf den ein oder anderen Wechsel vorzunehmen, erklärte er ebenfalls: „Wir haben eine lange Saison vor uns, wir haben eine junge Mannschaft, wir haben einen ausgeglichenen Kader – und deswegen war die Entscheidung so zu beginnen, aus meiner Sicht die richtige. Auch wenn es zum Ende hin besser aussah.“ So sei es noch möglich gewesen, Spieler wie Jonas Hector und Ellyes Skhiri zu bringen.

Hector zeigte sich mit der Partie insgesamt ebenfalls zufrieden. Auch er betonte vor allem die letzte halbe Stunde: „Ich glaube, dass wir es hinten heraus recht souverän runtergespielt haben. Davor war es doch eher ausgeglichen. Natürlich darf man eine 2:0-Führung nicht so schnell und so einfach hergeben. Jetzt sind wir froh, dass wir die drei Punkte hierbehalten konnten.“

Immerhin sei es Teil des eigenen Spiels, dass man „immer wieder nachlegen und die Intensität halten“ könne. Zum Schluss habe das Team „einen besseren Zugriff auf das Spiel bekommen, die Bälle besser gehalten“, resümierte er.

Auch Marvin Schwäbe hatte – mal wieder – einen spürbaren Anteil am Erfolg. „Wenn ich als Torwart der Mannschaft helfen kann, freut mich das natürlich“, so der 27-Jährige. Baumgart hat in ihn volles Vertrauen.

Der Keeper weiter: „Ich glaube, wir haben als Team gezeigt, dass wir auch nach fünf schwierigen Minuten zurückkommen können. […] Es erfüllt mich mit stolz, die Mannschaft als Kapitän auf den Platz zu führen. Das ist ein schönes Gefühl. Wie uns die 50.000 nach vorne pushen und hinter uns stehen, freut uns sehr.“

Im Fokus stand natürlich Ljubicic, dessen zwei Tore schlussendlich den wichtigen Sieg eingebracht und gesichert haben. Er wisse auch nicht genau, was bei den zwei Gegentoren passiert ist. Zunächst ärgerte er sich darüber, dass er beim Stand von 2:0 nicht bereits das dritte Tor erzielt und somit die Partie vorzeitig entschieden hat.

„Am Ende gehen wir als verdienter Sieger vom Platz“, betonte er dennoch. Durch die Einwechslung seien noch „sehr wichtige Spieler“ ins Spiel gekommen. „Die Mannschaft hat es aber auch schon in der ersten Halbzeit super gemacht. Phasenweise standen wir in der zweiten Halbzeit nicht so gut da“, so seine Sicht auf die unterschiedlichen Hälften.

Alles zu Köln bei 90min:

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf 90min.com/de als Köln besiegt Slovacko mit 4:2: Die Stimmen zum Effzeh-Erfolg veröffentlicht.

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1. FC Köln Ausschreitung Euphorie Europacup FC Slovacko Köln Nizza Schlusspfiff Steffen Baumgart

Conference League: „Affengeil“: Köln feiert friedliches Europacup-Fest

Nach dem Schlusspfiff waren beim 1. FC Köln viele über den 4:2-Sieg gegen den FC Slovácko erleichtert. Aber auch weil nach den Ausschreitungen von Nizza diesmal alles friedlich geblieben war.

Steffen Baumgart brachte den tschechischen Dolmetscher mit seiner kernigen Euphorie in Verlegenheit.

„Affengeil“ sei die Stimmung beim 4:2 des 1. FC Köln in der Conference League gegen den FC Slovácko gewesen, sagte der Trainer. Für dieses Wort gebe es im Tschechischen keine Entsprechung erklärte der Übersetzer und musste herzhaft lachen.

Es war aber längst nicht nur seiner erster Sieg im Europacup, der Baumgart so freudig werden ließ. Es waren vielmehr die Umstände. Dass der Trainer anders als beim 1:1 in Nizza nicht gesperrt auf der Tribüne sitzen musste, sondern am Spielfeldrand umhertoben durfte; und dass die 47.700 Zuschauer im Kölner Stadion nach den Ausschreitungen in der Vorwoche einfach nur ein friedliches Europacup-Fest ohne jegliche Misstöne feierten.

Baumgart: „Was Geileres gibt es nicht“

„Was Geileres gibt es nicht“, sagte Baumgart. „Die Jungs reißen sich auf dem Platz den Hintern auf, und die da oben auch. Mehr geht einfach nicht.“ Das sei auch die Devise für die nächsten Europacup-Spiele: „Wir sollten Festtage draus machen und sie genießen.“

Die Fans sangen nach dem Sprung an die Tabellenspitze der Gruppe D unentwegt „Spitzenreiter“ und den Dauerbrenner „Europapokal“ auf die Melodie von Udo Jürgens‘ Evergreen „Griechischer Wein“. Und Matchwinner Dejan Ljubicic schwärmte: „Es ist immer eine Motivation, wenn es so schön friedlich und laut ist.“

Er freue sich, „wenn ein ganzes Stadion in eine Richtung marschiert“, sagte Baumgart. „Die Zuschauer haben die Jungs auch in schwierigen Situationen nach vorne gepeitscht.“ Und die gab es zweifellos, als die Kölner nach einer 2:0-Pausenführung komplett den Kopf verloren. Einen „kleinen Aussetzer“ nannte es der wieder einmal starke Torhüter Marvin Schwäbe, der erstmals Kapitän sein durfte. Plötzlich stand es 2:2 und der eigentlich zweitklassige tschechische Pokalsieger drang auf den Führungstreffer.

Beste Spieler draußen gelassen

Doch mit der Hereinnahme der beiden Leader Jonas Hector und Ellyes Skhiri beruhigte Baumgart das Spiel. Dass er in den beiden und Florian Kainz die drei besten Spieler der bisherigen Saison alle draußen gelassen hatte, hinterfragte manch einer vor dem Anpfiff. „Aus ihrer Sicht kann ich verstehen, dass sie das als Risiko sehen“, sagte Baumgart. „Ich habe es als Chance gesehen. Meine Aufgabe ist es, aus nicht fertigen Spielern fertige Spieler zu machen. Dafür brauchen sie auch Druckerfahrungen wie diese.“

Unter anderem so hat der Österreicher Ljubicic, der am Mittwoch das 3:2 und das 4:2 erzielte, eine ausgezeichnete Entwicklung genommen. Oder auch eine „exquisite“ Entwicklung, wie es Baumgart nannte. Der Trainer wunderte sich anschließend selbst. „Das ist eigentlich gar nicht meine Ausdrucksweise.“ Immerhin ließ sie sich auf Tschechisch übersetzen. Mit Výborný.

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1. FC Köln Europacup FC Slovacko Jonas Hector Köln Nizza RTL Slovacko Spektakel Steffen Baumgart UEFA

Conference League: Unnötiges Spektakel: Köln feiert Sieg gegen FC Slovácko

Schon zur Pause scheint der 1. FC Köln im Conference-League-Spiel gegen den FC Slovácko klar auf der Siegerstraße. Dann macht es der FC noch einmal unnötig spannend. Am Ende steht dennoch ein Sieg.

Bei der Rückkehr von Trainer Steffen Baumgart an die Seitenlinie hat der 1. FC Köln seinen ersten Sieg in einem Europacup-Gruppenspiel seit knapp fünf Jahren gefeiert. Gegen den FC Slovácko reichte den Kölnern eine bestenfalls durchschnittliche Leistung zum 4:2 (2:0)-Sieg.

Dass die Partie gegen den harmlosen tschechischen Überraschungs-Pokalsieger in der 2. Halbzeit zum Spektakel wurde, war unnötig. Dennoch verschaffte sich der FC in der Gruppe D der Conference League eine gute Ausgangsposition.

Köln-Coach Baumgart: „Affengeil“

Für den beim 1:1 zum Auftakt in Nizza gesperrt auf der Tribüne sitzenden Trainer Baumgart war es der erste Europacup-Sieg – die Playoffs werden in der offiziellen UEFA-Rechnung nicht mitgezählt. Bei 15 Grad ging der Coach im rot-weißen Europacup-Shirt an der Seitenlinie beherzt wie eh und je mit.

„Affengeil“ sei das Gefühl gewesen, sagte Baumgart im TV-Sender RTL. Insgesamt wirkte er jedoch eher erleichtert als euphorisch. Die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit fielen einem Trainer schwer zu erklären. „Aber dafür ist es eine jungen Truppe. Schön ist, dass man nach einem 2:2 wieder da ist, souverän aus meiner Sicht immer wieder nach vorne gespielt hat“, sagte der Trainer. Aufgrund der zweiten Halbzeit, letzte halbe Stunde sei der Sieg verdient gewesen.

Der Armenier Sargis Adamyan (11.) und Florian Dietz (42.) sorgten jeweils nach Eckbällen von Linton Maina für die Halbzeit-Führung. Slovácko glich nach der Pause durch Jan Kalabiška (49.) und den schon 39 Jahre alte Ex-Augsburger Milan Petržela (53.) aus. Ivan Ljubicic (65./74.) gelangen per Foulelfmeter und anschließend aus dem Spiel die entscheidenden Treffer zum Sieg. Positiv: Nach den Ausschreitungen vor dem Spiel in Frankreich blieb in der zum Risikospiel hochgestuften Partie scheinbar alles friedlich.

Eine konfuse Viertelstunde stärkte die Slowaken

Baumgart hatte mit seiner Aufstellung überrascht. Er gönnte den drei besten Spielern dieser Saison – Kapitän Jonas Hector, Flügelspieler Florian Kainz und Mittelfeld-Stratege Ellyes Skhiri – zunächst eine Verschnaufpause. Sein Debüt gab der kürzlich verpflichtete Nikola Soldo, Sohn des früheren FC-Trainers Zvonimir Soldo, in der Innenverteidigung.

Beinahe hätten die Gäste aus der kleinen Stadt Uherské Hradiště in der Mährischen Slowakei den FC komplett auf dem falschen Fuß erwischt, doch der in Hannover geborene Iraker Merchas Doski traf mit seinem Schuss nach elf Sekunden das Außennetz. Doch schnell übernahmen die Kölner das Kommando und gingen alsbald in Führung, als Adamyan einen Kopfball von Luca Kilian über die Linie drückte.

Die von rund 100 Fans begleiteten Tschechen um den Ex-Leverkusener Michal Kadlec als Kapitän wirkten eigentlich harmlos. Trotz mäßiger erster Halbzeit schien der FC zur Pause klar auf der Siegerstraße. Doch mit einer konfusen ersten Viertelstunde nach dem Wechsel machten die Kölner den Gegner wieder stark.

Der hätte in diesem Zeitraum nicht nur zum Ausgleich kommen können. Nach knapp einer Stunde musste Baumgart dann doch Hector und Skhiri bringen, doch die Kölner brauchten einen Strafstoß, um wieder in die Spur zu kommen.

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1. FC Köln 1. FC Union Berlin Handspiel Hertha BSC Berlin Kabinenpredigt Köln Kredit Leverkusen Luca Kilian Marvin Ducksch P. Köster Philipp Köster Robin Knoche Steffen Baumgart SV Werder Bremen Torjubel Videobeweis Wochenende

P. Köster: Kabinenpredigt: Abschaffen oder radikal neu machen: Der Videobeweis ist am Ende

Der Videobeweis sollte dem Fußball Gerechtigkeit bringen. Stattdessen bringt er die Fans im Stadion um den Torjubel, schwächt die Schiedsrichter auf dem Spielfeld und sorgt für endlose Streitereien. Er gehört abgeschafft oder radikal reformiert, sagt stern-Stimme Philipp Köster.

Luca Kilian, Innenverteidiger beim Bundesligisten 1.FC Köln, ist ein physikalisches Wunder. Er verfügt nämlich als einziges Lebewesen über Augen am Hinterkopf, die ihn im Bundesligaspiel gegen den 1.FC Union den herannahenden Kopfball des Berliner Stürmers Robin Knoche abwehren ließ. Klingt absurd? Nun ja, diese Anomalie muss Schiedsrichter Benjamin Cortus vorausgesetzt haben, um entlang der beiden Kriterien „Absichtliches Handspiel“ oder „Unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche“ auf Strafstoß zu entscheiden. Und damit nicht genug: Auch die Kollegen aus dem Kölner Keller billigten Kilian seherische Fähigkeiten zu. Es blieb beim Elfmeter.

Es war nur eine von zahlreichen umstrittenen bis bizarren Entscheidungen, die am Wochenende im Wechselspiel zwischen Schiedsrichtern und Kölner Keller getroffen wurden. Werder Bremen bekam allen Ernstes einen Strafstoß, weil Marvin Ducksch seinem Augsburger Kontrahenten Maximilian Bauer den Ball aus kurzer Entfernung mit Wucht an den Oberarm geballert hatte. Und im Spiel bei Hertha BSC warf sich Leverkusens Odilon Kossounou zwei Meter vor der Torlinie so in einen Schuss, dass der pendelnde rechte Arm blockte. Ein absichtliches Handspiel und ein klarer Strafstoß, was Schiedsrichter Bejnjamin Brand allerdings auch nach dem Spiel trotz eindeutiger Fernsehbilder in fast amüsanter Bockigkeit verneinte.Viel Ärger zum Geburtstag: Videobeweis nervt Stars und Fußballfans 17.37

Köln-Coach Steffen Baumgart erkennt „Verarsche“

Über diese drei strittigen Handspiele wurde in Nachgang der Partien mit erstaunlicher Heftigkeit gestritten. Einerseits in den Stadien, wo beispielsweise Kölns Coach Steffen Baumgart eine „Verarsche“ erkannt haben wollte, wie auch im Internet, wo teils die Emotionen so überschwappten, dass die Schiri-Erklärer der „Collinas Erben“ kurzerhand ihren Twitter-Account deaktivierten.  

Eine Maßnahme, die allgemein als Protest gegen den rüden Umgangston in den sozialen Medien gewertet und bedauert wurde – völlig zu Recht. Es ist aber auch zu beobachten, dass die videogestützten Schiedsrichterpfiffe regelmäßig besonders aggressiv kommentiert werden, weit mehr als alles andere, was auf und neben dem Platz so passiert.

Videobeweis hat in dieser Form jeden Kredit verspielt

Was auch klar macht: Der Videobeweis hat in der derzeitigen Form jeden Kredit verspielt: Einst eingeführt, um den Fußball gerechter und transparenter zu machen, erscheint er heute als Instrument der Willkür und der Begünstigung. Die Idee der Überprüfung anhand von unbestechlichen Fernsehbildern und nüchternem Blick von Fachleuten gilt heute als amateurhaft konzipiert und dilettantisch umgesetzt.

Nun war von Beginn an klar, dass der Videobeweis einige zentrale Stadionerlebnisse beschädigen würde. Das betrifft insbesondere den Moment der gemeinsamen Feier nach erzielten Treffern. Es ist inzwischen traurige Realität, dass in den Stadien nicht mehr ansatzweise so eruptiv gejubelt wird wie vor Einführung des Videobeweises. Anstatt seine Freude herauszuschreien und den Nebenmann zu umarmen, schielt der Fan zum Referee, ob der nicht angestrengt in sein Headset lauscht oder bereits den berüchtigten Kasten in die Luft malt.STERN PAID 36_22 Fußball Torwart Kevin Trapp Hände gut, alles gut 16.54h

Umfassende Gerechtigkeit bleibt Wunschtraum

Dieser Verlust an großen Gefühlen sollte jedoch kompensiert werden durch eine neue und umfassende Gerechtigkeit. Groteske Fehlentscheidungen, ob bei Handspielen, Abseitspositionen oder Tätlichkeiten, sollten der Vergangenheit angehören. Doch der Glaube an die Technik und daran, aus einem Kölner Keller schnell und kompetent die Spiele begleiten zu können, erwiesen sich als Hybris.

Es fehlte stattdessen von Beginn an allem. Sei es an klaren Kriterien, wann sich die Supervisoren überhaupt zu Wort melden. Sei es an ausgereifter Technik, um etwa Zentimeterentscheidungen bei Abseitspositionen glaubhaft begründen zu können. Sei es an Schnelligkeit, um nicht jede zweite Entscheidung zu einem endlosen Geduldsspiel für die Zuschauer im Stadion werden zu lassen. Sei es an Kritikfähigkeit bei offensichtlichen Fehlurteilen. Und sei es an gelungener Öffentlichkeitsarbeit, die die Schiedsrichtergilde für überflüssig hielt und zahlreiche Ressentiments und Vorurteile beförderte.

Es helfen nur radikale Lösungen

Die Mängelliste ist noch länger und macht klar: So wie derzeit darf der Videobeweis nicht bleiben und es helfen nur radikale Lösungen. Entweder ist die Liga mutig und entscheidet sich für eine Abschaffung der Videokontrolle mit Ausnahme der Torlinientechnologie. Das würde allerdings auch bedeuten, dass sich die Anhänger mit der einen oder anderen Fehlentscheidung mehr arrangieren müssten. Oder die Liga entscheidet sich für eine grundlegende Reform, mit deutlich erhöhter Eingriffsschwelle, mit verpflichtender Öffentlichkeitsarbeit und Transparenz, mit hohen Investitionen, um etwa die automatische Abseitserkennung voranzutreiben und einer deutlichen Stärkung des Unparteiischen, der nicht mehr länger der Erfüllungsgehilfe der Videoassistenten sein darf.

So jedenfalls wie gerade kann es nicht weitergehen. Um das festzustellen, braucht es keine Videokontrolle.

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1. FC Köln 1. FC Union Berlin Dazn Köln Luca Kilian Saisonniederlage Steffen Baumgart

„Geht mir auf die Eier“ – Warum Köln-Coach Baumgart so genervt ist

Steffen Baumgart zeigte sich nach der Niederlage des 1. FC Köln gegen Union Berlin sichtbar genervt. Er teilte ordentlich gegen die Schiedsrichter aus.

Die erste Saisonniederlage des 1. FC Köln dürfte zur Stimmung zwar beigetragen haben, doch zeigte sich Steffen Baumgart nach der Partie nicht wegen des Ergebnisses an sich angefressen. Der Trainer des Effzeh holte gegen die Schiedsrichter und eine allgemeine Entwicklung auf dem Platz aus.

Mit der 0:1-Niederlage gegen Union Berlin mussten die Kölner am Sonntagnachmittag die erste Pleite der laufenden Saison einstecken. Das Resultat ging dabei völlig in Ordnung. Das gab auch Steffen Baumgart zu, der insbesondere die ersten 30 Minuten des Gegners lobte. Einen solch spielerisch starken Auftritt habe er schon lange nicht mehr gesehen, erklärte er.

Doch einfach abhaken konnte er die Niederlage auch nicht. Das lag weniger am Auftritt seiner Mannschaft, als an manchen Schiedsrichter-Entscheidungen in diesem Spiel sowie an einer generellen Entwicklung auf dem Platz.

„Der Junge ist mit dem Rücken zum Ball und kriegt diesen an den Oberarm“, betonte Baumgart nach der Partie am DAZN-Mikrofon (via kicker), als es um den Handelfmeter für Union in der achten Minute ging. Dieser wurde zwar gehalten, doch war es zum einen die Entscheidung an sich und auch die Gelbe Karte für Luca Kilian, über die sich der Coach beschwerte.

Es sei nun einmal so, dass die Regel „schon auch eine gewisse Absicht“ erfordere, damit es einen Strafstoß gibt. Die hat Baumgart eindeutig nicht gesehen.

„Das wird dann Verarsche. Da muss man mir auch nichts erklären, das ist dann einfach lächerlich – und die Gelbe Karte ist auch lächerlich“, kam er langsam aber sicher in Betriebstemperatur.

Während sein Gegenüber Urs Fischer lieber betonte, dass es „für die Schiedsrichter unheimlich schwer“ sei, derartige Entscheidungen unter Druck zu treffen, blieb Baumgart jedoch bei seiner Kritik. Immerhin sah er in der Kilian-Gelben auch die Grundlage für den späteren Platzverweis durch Gelb-Rot.

Baumgart beklagt Entwicklung: „Gang und gäbe, dass die Leute einfach mal in den Mann springen“

Doch damit war es nicht genug. Baumgart lies weitere Kritik folgen, die sich nicht per se an Benjamin Cortus richtete, sondern gegen eine allgemeine Entwicklung. „Ich wusste gar nicht, dass du zuerst in den Mann springst und dann gegen den Ball arbeitest“, beklagte der 50-Jährige das Verhalten zahlreicher Stürmer, das aber nicht gepfiffen werde.

Der Effzeh-Trainer weiter: „Das ist heutzutage gang und gäbe, dass die Leute einfach mal in den Mann springen und den Ball gar nicht kriegen wollen – und das wird einfach nicht gepfiffen. Das geht mir auf die Eier.“

Er sieht darin eine Entwicklung. „In Deutschland geht es gar nicht mehr um den Kampf um den Ball“, so seine Beobachtung. „Kein Stürmer springt mehr hoch, sie springen nur noch in die Verteidiger hinein – und es wird nicht mehr geahndet. Irgendwann habe ich die Schnauze voll davon.“

Früher sei man als Stürmer – er selbst auch – mit dem Verteidiger zum Ball gesprungen. „Mittlerweile springt jeder nur noch in den Mann, es wird untergraben, die Leute fliegen durch die Gegend, kein Schiedsrichter ahndet es mehr und jeder erklärt mir, dass es ein Zweikampf ist“, führte er aus.

„Das ist kein Zweikampf. Es steht nirgendwo, dass du einfach erst den Mann bearbeitest, sondern es steht immer ‚Kampf um den Ball‘. Und wenn das nicht drin ist, dann können sie mich am … . Das ist das, was mich nervt“, zeigte Baumgart sich recht angefressen.

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1. FC Köln 1. FC Union Berlin Berlin CDU/CSU Christopher Trimmel FC BAyern Frau Köln Luca Kilian Marvin Schwäbe München RB Leipzig Spitzenreiter Steffen Baumgart Timo Hübers

6. Spieltag: Union erstmals Tabellenführer – Mitglied Baumgart schwärmt

Union Berlin bleibt in der Bundesliga weiter das Überraschungs-Team. Die Eisernen gewannen auch beim bis dahin ungeschlagenen 1. FC Köln. Steffen Baumgart schimpft über die Schiedsrichterleistung.

Die Berliner Fans sangen „Spitzenreiter, Spitzenreiter“ und „Deutscher Meister wird nur der FCU“ und auch der zuvor noch leidenschaftlich über die Schiedsrichter zeternde Union-Sympathisant Steffen Baumgart kam bei der Analyse des neuen Tabellenführers ins Schwärmen.

„So gut wie sie in der ersten halben Stunde gespielt haben, habe ich lange keine Mannschaft hier spielen sehen“, sagte der Trainer des 1. FC Köln nach der 0:1 (0:1)-Heimniederlage gegen den Club, in dem er Mitglied ist und in der Traditions-Mannschaft spielt.

„Sie sind viel weiter als wir. Wir waren in allen Belangen unterlegen“, sagte Baumgart, der Union seit seiner Zeit als Profi eng verbunden ist und dessen Frau im Berliner Fan-Shop arbeitete: „Dass sie Tabellenführer sind, ist überraschend. Die grundsätzliche Entwicklung aber nicht. Ein bisschen überraschend ist nur, wie gut die Abläufe funktionieren, obwohl es einen großen Umbruch gab.“

Unions Trimmel: „Wir haben einen Lauf“

Nun ist Union erstmals Tabellenführer der Bundesliga, obwohl der FC Bayern München oder RB Leipzig an den ersten sechs Spieltagen schon zu den Gegnern zählten. „Wir haben einen Lauf“, sagte Berlins Kapitän Christopher Trimmel: „Wenn es im Verbund passt, wenn das Verschieben passt, dann hat es jeder Gegner schwer gegen uns. Im Endeffekt passt das unter dem Strich fast immer. Deshalb stehen wir da, wo wir grad stehen.“

Trainer Urs Fischer verließ den Pfad der Sachlichkeit aber auch an diesem bemerkenswerten 11. September 2022 nicht. „Die Fans dürfen feiern“, sagte er: „Ich schaue etwas anders auf das Ganze. Aber was mich beim Blick auf die Tabelle freut, sind die 14 Punkte, die wir haben.“ Platz eins sei aber „eine Momentaufnahme“.

Für Kollege Baumgart sind die Leistungen der Schiedsrichter derweil ein Dauer-Ärgernis. Und so redete er sich fast in Rage. Er habe Schiedsrichter Benjamin Cortus nicht per Handschlag verabschiedet, „weil ich diese Leistungen nicht mehr akzeptieren will“, sagte er: „Weil mir das auf die Eier geht.“

Baumgart ärgerte sich über Foul-Bewertungen und über den Handelfmeter, den Jordan Siebatcheu gegen FC-Keeper Marvin Schwäbe verschoss (10.). Luca Kilian, der mit dem Rücken zum Ball am Oberarm angeköpft wurde, sah für die Aktion Gelb und neun Minuten vor dem Schluss sogar Gelb-Rot. „Lächerlich“ sei das, schimpfte Baumgart: „Irgendwann habe ich die Schnauze voll. Das kotzt mich an.“ Die Schiedsrichter würden immer „von Respekt und so einem Scheiß“ reden: „Es wäre schön, wenn man auch vor unserer Arbeit Respekt hat.“

Die Köpenicker, die am Donnerstag eine 0:1-Heimniederlage gegen Royale Union Saint-Gilloise kassiert hatten, siegten durch ein Eigentor von Timo Hübers (3.). Positiv für die Hauptstädter zudem: Timo Baumgartl stand erstmals seit seiner im April diagnostizierten Hodenkrebs-Erkrankung im Kader, eingewechselt wurde er allerdings nicht.

Köln-Trainer Baumgart in seinem Element

Die Konzentration auf dieses Spiel war Baumgart schwer gefallen. Im Vorfeld hatte er erklärt, man könne nach den Ausschreitungen vor dem Conference-League-Spiel in Nizza am Donnerstag (1:1) „nicht zur Tagesordnung übergehen“. Der Coach hatte die Vorfälle im Gegensatz zu seinen da noch in der Kabine befindlichen Spielern aus nächster Nähe verfolgt, da er gesperrt auf der Tribüne saß. Die Gefühlslage sei „wieder in Ordnung“, sagte Baumgart vor dem Spiel bei DAZN. Es seien trotzdem „Bilder, die wirst du nicht vergessen“.

Sportlich war der FC-Coach am Spielfeldrand in der hektischen und ereignisreichen Anfangsphase dann gleich wieder auf 180. Als Hübers einen Schuss von Becker unhaltbar für Schwäbe ins eigene Netz ablenkte, war er erst einmal fassungslos. Als Luca Kilian einen Kopfball mit dem Rücken zu Schütze Robin Knoche stehend gegen den Oberarm bekam und Schiedsrichter Benjamin Cortus Elfmeter pfiff, echauffierte er sich mächtig. Und als der in den vergangenen Wochen schon überragende Schwäbe gegen den nach Muskelverletzung wieder ins Team gerückten Siebatcheu hielt, feierte Baumgart dies wild gestikulierend in Richtung des vierten Offiziellen Thomas Gorniak. Anschließend erklärte er warum.

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1. FC Köln 1. FC Union Berlin Berlin Borussia Mönchengladbach CDU/CSU Christopher Trimmel Dazn Fankurve Florian Kainz Fußball-Bundesliga Herzensclub Köln Marvin Schwäbe Mittelkreis SC Freiburg Sonntag Spitzenreiter Steffen Baumgart Timo Hübers Urs Fischer

6. Spieltag: Union an der Spitze – Baumgart verliert gegen Herzensclub

Union Berlin bleibt in der Fußball-Bundesliga weiter das Überraschungs-Team. Die Eisernen gewannen am Sonntag auch beim bis dahin ungeschlagenen 1. FC Köln.

Aus der Fankurve erklangen die „Spitzenreiter, Spitzenreiter“-Rufe, am Mittelkreis gratulierte Steffen Baumgart nach der Niederlage gegen seinen Herzensclub seinem Trainer-Kollegen Urs Fischer.

Union Berlin schwimmt auch nach dem misslungenen Europa-League-Debüt in der Fußball-Bundesliga weiter auf der Erfolgswelle und hat nach dem 1:0 (1:0) beim 1. FC Köln die Tabellenführung übernommen. Vor dem Spätspiel des bisherigen Spitzenreiters SC Freiburg gegen Borussia Mönchengladbach gewannen die Eisernen das Duell der bis dahin ungeschlagenen Überraschungsteams und standen zumindest vorübergehend an der Spitze.

Unions Trimmel: „Wir haben einen Lauf“

„Wir haben einen Lauf“, sagte Berlins Kapitän Christopher Trimmel nach dem Abpfiff bei DAZN. Seine Mannschaft habe es „phasenweise gut gemacht, aber im Spiel mit dem Ball müssen wir zulegen“. Kölns Angreifer Florian Kainz ärgerte sich: „In der ersten Halbzeit war es viel zu wenig.“

Die Köpenicker, die am Donnerstag eine 0:1-Heimniederlage gegen Royale Union Saint-Gilloise aus Belgien kassiert hatten, siegten durch ein Eigentor von Timo Hübers (3.). „Das war super unglücklich“, sagte der Pechvogel nach dem Spiel.

Mehr Tore für Union waren möglich, doch erst scheiterte Jordan Siebatcheu mit einem fragwürdigen Handelfmeter an FC-Keeper Marvin Schwäbe (10.), dann wurde ein Tor von Sheraldo Becker wegen Abseits aberkannt (13.). Positiv für die Hauptstädter: Timo Baumgartl stand erstmals seit seiner im April diagnostizierten Hodenkrebs-Erkrankung im Kader, eingewechselt wurde er allerdings nicht.

Kölns Trainer Steffen Baumgart kassierte die erste Saison-Niederlage somit ausgerechnet gegen seinen Herzensclub. Union ist er seit seiner Profi-Zeit von 2002 bis 2004 nämlich eng verbunden. Die Familie wohnt in Stadionnähe, er ist Vereinsmitglied und spielt in der Traditionsmannschaft, seine Frau arbeitete im Berliner Fanshop.

Doch die Konzentration auf dieses Spiel war Baumgart schwer gefallen. Im Vorfeld hatte er erklärt, man könne nach den Ausschreitungen vor dem Conference-League-Spiel in Nizza am Donnerstag (1:1) „nicht zur Tagesordnung übergehen“. Der Coach hatte die Vorfälle im Gegensatz zu seinen da noch in der Kabine befindlichen Spielern aus nächster Nähe verfolgt, da er gesperrt auf der Tribüne saß. Die Gefühlslage sei „wieder in Ordnung“, sagte Baumgart vor dem Spiel bei DAZN. Es seien trotzdem „Bilder, die wirst du nicht vergessen“.

Kölns Baumgart in seinem Element

Sportlich war der FC-Coach am Spielfeldrand in der hektischen und ereignisreichen Anfangsphase dann gleich wieder auf 180. Als Hübers einen Schuss von Becker unhaltbar für Schwäbe ins eigene Netz ablenkte, war er erst einmal fassungslos. Als Luca Kilian einen Kopfball mit dem Rücken zu Schütze Robin Knoche stehend gegen den Oberarm bekam und Schiedsrichter Benjamin Cortus Elfmeter pfiff, echauffierte er sich mächtig. Und als der in den vergangenen Wochen schon überragende Schwäbe gegen den nach Muskelverletzung wieder ins Team gerückten Siebatcheu hielt, feierte Baumgart dies wild gestikulierend in Richtung des vierten Offiziellen Thomas Gorniak.

Die Kölner agierten dennoch weiter konfus, die Berliner gaben klar den Ton an. Als die Leverkusener Leihgabe Lennart Grill, die für den angeschlagenen Frederik Rönnow erstmals im Tor stand, zum ersten Mal eingreifen musste (29. gegen Linton Maina), hätte es schon gut und gerne 0:3 oder 0:4 stehen können. So blieb das Spiel offen, und nach einer halben Stunde fing sich der FC. Direkt nach der Pause hatte Maina dann die Großchance zum Ausgleich, er scheiterte aber am stark reagierenden Grill (47.). Auf der Gegenseite schlenzte Union-Kapitän Christopher Trimmel den Ball an den Pfosten (58.). In der 81. Minute sah Kölns Kilian noch die Gelb-Rote Karte.

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6. Spieltag: Union an der Spitze – Baumgart verliert gegen Herzensclub

Union Berlin bleibt in der Fußball-Bundesliga weiter das Überraschungs-Team. Die Eisernen gewannen am Sonntag auch beim bis dahin ungeschlagenen 1. FC Köln.

Aus der Fankurve erklangen die „Spitzenreiter, Spitzenreiter“-Rufe, am Mittelkreis gratulierte Steffen Baumgart nach der Niederlage gegen seinen Herzensclub seinem Trainer-Kollegen Urs Fischer.

Union Berlin schwimmt auch nach dem misslungenen Europa-League-Debüt in der Fußball-Bundesliga weiter auf der Erfolgswelle und hat nach dem 1:0 (1:0) beim 1. FC Köln die Tabellenführung übernommen. Vor dem Spätspiel des bisherigen Spitzenreiters SC Freiburg gegen Borussia Mönchengladbach gewannen die Eisernen das Duell der bis dahin ungeschlagenen Überraschungsteams und standen zumindest vorübergehend an der Spitze.

Unions Trimmel: „Wir haben einen Lauf“

„Wir haben einen Lauf“, sagte Berlins Kapitän Christopher Trimmel nach dem Abpfiff bei DAZN. Seine Mannschaft habe es „phasenweise gut gemacht, aber im Spiel mit dem Ball müssen wir zulegen“. Kölns Angreifer Florian Kainz ärgerte sich: „In der ersten Halbzeit war es viel zu wenig.“

Die Köpenicker, die am Donnerstag eine 0:1-Heimniederlage gegen Royale Union Saint-Gilloise aus Belgien kassiert hatten, siegten durch ein Eigentor von Timo Hübers (3.). „Das war super unglücklich“, sagte der Pechvogel nach dem Spiel.

Mehr Tore für Union waren möglich, doch erst scheiterte Jordan Siebatcheu mit einem fragwürdigen Handelfmeter an FC-Keeper Marvin Schwäbe (10.), dann wurde ein Tor von Sheraldo Becker wegen Abseits aberkannt (13.). Positiv für die Hauptstädter: Timo Baumgartl stand erstmals seit seiner im April diagnostizierten Hodenkrebs-Erkrankung im Kader, eingewechselt wurde er allerdings nicht.

Kölns Trainer Steffen Baumgart kassierte die erste Saison-Niederlage somit ausgerechnet gegen seinen Herzensclub. Union ist er seit seiner Profi-Zeit von 2002 bis 2004 nämlich eng verbunden. Die Familie wohnt in Stadionnähe, er ist Vereinsmitglied und spielt in der Traditionsmannschaft, seine Frau arbeitete im Berliner Fanshop.

Doch die Konzentration auf dieses Spiel war Baumgart schwer gefallen. Im Vorfeld hatte er erklärt, man könne nach den Ausschreitungen vor dem Conference-League-Spiel in Nizza am Donnerstag (1:1) „nicht zur Tagesordnung übergehen“. Der Coach hatte die Vorfälle im Gegensatz zu seinen da noch in der Kabine befindlichen Spielern aus nächster Nähe verfolgt, da er gesperrt auf der Tribüne saß. Die Gefühlslage sei „wieder in Ordnung“, sagte Baumgart vor dem Spiel bei DAZN. Es seien trotzdem „Bilder, die wirst du nicht vergessen“.

Kölns Baumgart in seinem Element

Sportlich war der FC-Coach am Spielfeldrand in der hektischen und ereignisreichen Anfangsphase dann gleich wieder auf 180. Als Hübers einen Schuss von Becker unhaltbar für Schwäbe ins eigene Netz ablenkte, war er erst einmal fassungslos. Als Luca Kilian einen Kopfball mit dem Rücken zu Schütze Robin Knoche stehend gegen den Oberarm bekam und Schiedsrichter Benjamin Cortus Elfmeter pfiff, echauffierte er sich mächtig. Und als der in den vergangenen Wochen schon überragende Schwäbe gegen den nach Muskelverletzung wieder ins Team gerückten Siebatcheu hielt, feierte Baumgart dies wild gestikulierend in Richtung des vierten Offiziellen Thomas Gorniak.

Die Kölner agierten dennoch weiter konfus, die Berliner gaben klar den Ton an. Als die Leverkusener Leihgabe Lennart Grill, die für den angeschlagenen Frederik Rönnow erstmals im Tor stand, zum ersten Mal eingreifen musste (29. gegen Linton Maina), hätte es schon gut und gerne 0:3 oder 0:4 stehen können. So blieb das Spiel offen, und nach einer halben Stunde fing sich der FC. Direkt nach der Pause hatte Maina dann die Großchance zum Ausgleich, er scheiterte aber am stark reagierenden Grill (47.). Auf der Gegenseite schlenzte Union-Kapitän Christopher Trimmel den Ball an den Pfosten (58.). In der 81. Minute sah Kölns Kilian noch die Gelb-Rote Karte.

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1. FC Köln 90er Köln Nizza OGC Nizza Polizei Riviera Steffen Baumgart

Conference League: Baumgart geschockt: „Wird mich sehr lange begleiten“

Trainer Steffen Baumgart vom 1. FC Köln hat sich als direkter Augenzeuge der Randale vor dem Conference-League-Spiel beim OGC Nizza geschockt gezeigt. „Ich halte mich nicht für den ängstlichsten Menschen. Aber das, was gestern passiert ist, wird mich sehr lange begleiten“, sagte der 50-Jährige am Freitag in Köln. „Anfang der 90er war ich in der Bereitschaftspolizei. Und genau aus diesen Gründen bin ich aus der Polizei ausgestiegen: Weil ich sowas nicht machen wollte. Deshalb ist es für mich nicht einfach, damit umzugehen.“

Trainer Steffen Baumgart vom 1. FC Köln hat sich als direkter Augenzeuge der Randale vor dem Conference-League-Spiel beim OGC Nizza geschockt gezeigt. „Ich halte mich nicht für den ängstlichsten Menschen. Aber das, was gestern passiert ist, wird mich sehr lange begleiten“, sagte der 50-Jährige am Freitag in Köln. „Anfang der 90er war ich in der Bereitschaftspolizei. Und genau aus diesen Gründen bin ich aus der Polizei ausgestiegen: Weil ich sowas nicht machen wollte. Deshalb ist es für mich nicht einfach, damit umzugehen.“

Baumgart war für das Spiel am Donnerstagabend gesperrt, saß deshalb auf der Tribüne im Stade Allianz Riviera und musste alles mitansehen. „Das war einfach nur nackte Gewalt“, sagte er. „Das ist beängstigend, wenn man relativ dicht dran steht. Meine Familie saß auf den Sitzen, wo sie vorbeigelaufen sind. Da geht einiges in einem ab.“

Er sei „nur froh, dass die Jungs das nicht mitbekommen haben“, sagte der Coach mit Blick auf seine Spieler, die zu dem Zeitpunkt in der Kabine waren. Er habe sich „keine Gedanken gemacht, ob das Spiel stattfinden soll. Ich habe den jungen Mann die Tribüne runterstürzen sehen. Da bist du einfach nur geschockt. Da geht es nicht um den Gedanken, ob du spielst.“ Am Ende sei es richtig gewesen, das Spiel (1:1) anzupfeifen, „denn wenn alle unter diesen kurzfristigen Emotionen das Stadion verlassen hätten, wissen wir nicht, was noch passiert wäre“.

Er selbst habe versucht, auf die Randalierer einzuwirken, berichtete er. „Aber da war nichts möglich. Die Jungs, die hochgeguckt haben, haben durch mich durchgeguckt. Und danach sind wir in den VIP-Raum gegangen, um selbst geschützt zu sein. Er habe darum gebeten, kurz zur Mannschaft zu dürfen. „Das wurde wegen der Gelb-Roten Karte abgelehnt, obwohl es eine Grenzsituation war“, sagte er. „Da sieht man, dass manche Leute nicht bereit sind, das Gehirn einzuschalten.“

Grundsätzlich ist sich Baumgart sicher, „dass man es hätte verhindern können, wenn man es richtig angegangen wäre. Genug Leute haben darauf hingewiesen, was passieren kann. Deshalb ist es für mich unverständlich, dass es keine entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen gab und die Sektoren nicht ausreichend voneinander abgetrennt waren.“

Informationen zum Spiel bei uefa.com

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