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USA: Centralia – Geisterstadt über einem Inferno

Die Vergangenheit Centralias ist hüfthoch unter Unkraut begraben. Ein Kohlefeuer machte den einst florierenden Ort in Pennsylvania zur Geisterstadt. Ein paar Bewohner aber harren bis heute aus.

Einen Kilometer hinter Aristes beginnt die Stimme im Radio zu rauschen. Ein Mann redet über Freiheit. Wie sie in Russland und China «getötet» wurde und nun auch in den USA. Das Programm bricht ab, als das Auto ins Tal von Centralia rollt.

Wolken hängen tief über dem Ort in Pennsylvania, der kein Ort mehr ist, nachdem im Sommer 1962 ein Kohlefeuer unter ihm ausbrach.

Es ließ die Straßen aufplatzen und machte Centralia zu einer Geisterstadt in den sanften Hügeln der amerikanischen Appalachen. 60 Jahre später schwelt der Brand noch immer und wird dies wohl noch Jahrzehnte tun. Fast alle Häuser sind abgerissen, Straßen führen ins Leere, das einst pralle Leben ist von Unkraut überwuchert. Fünf Menschen halten laut dem letztem Zensus noch an ihrer Heimat fest. Und an Erinnerungen an bessere Zeiten. Vor einem der letzten Gebäude formen Letter das Wort «Freiheit».

In der Troutwine Street steht ein Haus wie der letzte Zahn in einem ausgedienten Gebiss. Auf der kleinen Veranda blättert die Farbe von einer Hollywood-Schaukel. Nach dem Klopfen rührt sich erstmal nichts. Um das Grundstück herum zirpen die Grillen, in der Ferne bellt ein Hund unentwegt. Man will sich schon abwenden, doch dann bewegt sich drinnen etwas und die Silhouette eines Mannes zeichnet sich hinter der Glasscheibe ab.

Als das fatale Feuer im Bergbaugebiet Centralia ausbrach, war Harold Mervine noch nicht mal Teenager. Nun hat er schüttere graue Haare und tritt bedächtig aus dem Halbdunkel des Eingangs. Von der Veranda schaut er aus unergründlichen, dunklen Augen auf den Besucher hinab. Ja, fünf Minuten Zeit habe er wohl. «Ich bin wahrscheinlich der Einzige in der Stadt, der noch mit Fremden redet», sagt er.

Sogar «Die Drei ???» widmeten dem Brand eine Folge

Mervines Lebensgeschichte wird wie die von mehr als tausend weiteren Menschen aus Centralia für immer mit dem Kohlebrand verbunden sein. Die gängigste Theorie zu seinem Entstehen: Mehrere Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr sollten am 27. Mai 1962 eine Mülldeponie in einem ehemaligen Tagebau mit einem Feuer «reinigen». Von dort soll es dann auf andere Gruben übergesprungen sein und sich langsam durch das Labyrinth unter der Stadt gefressen haben.

Trotz zahlreicher Versuche konnte der Brand nicht gelöscht werden. Stattdessen trieb er tiefe Risse in die Straßen. Giftige Rauchschwaden stiegen aus dem Boden auf. Teilweise sackte der Boden ab. Centralia, wo man heute kaum mehr Hinweise auf das Feuer sieht oder riecht, wurde zum nationalen Desaster.

Auch in Deutschland wurde der Ort bekannt, als die Hörspielreihe «Die Drei ???» ihm die Folge «Die brennende Stadt» widmete. In den 80er-Jahren wurde Centralia schließlich evakuiert, die verlassenen Häuser gingen in Staatsbesitz über und wurden abgerissen. Doch ein paar Bewohner weigerten sich. Einer von ihnen war Mervines Vater. «Mein Vater war ein zäher Kämpfer. Er wollte bleiben, wissen sie. Und er sagte, das Feuer spiele keine Rolle», erzählt der 72-Jährige.

Nach einigen Jahren außerhalb Centralias zog Harold Mervine 2014 wieder hierher, wo er als Kind mit seinen Freunden im Wald tobte und Baseball spielte. Heute lebt er allein in dem Haus, das sein Großvater vor über 100 Jahren baute. Er hätte nicht mit ansehen können, wäre es abgerissen worden, sagt er. Sein Vater habe das Gras ums Grundstück herum über Jahre mit dem Rasenmäher des Nachbarn gebändigt. Drei, manchmal vier Tage pro Woche. Irgendwann sei er zu alt dafür geworden, die «Dinge überwucherten». Als er starb, ließ er seinen Sohn allein zurück.

Besuch von Geisterjägern

Dass heute regelmäßig Schaulustige nach Centralia kommen, dagegen habe er gar nichts, sagt Mervine. Aber die Leute würden nur das verwaiste Straßennetz abfahren, überall dort, wo sie mit dem Auto hinkämen. «Und dann gehen sie. Sie haben keine Ahnung, was sie gesehen haben. Sie sprechen mit niemandem. Sie fahren einfach herum und fahren herum und fahren herum.»

Vor einigen Wochen habe er mitten in der Nacht Geräusche gehört. Sie kamen von der anderen Seite der Bundesstraße. Mervine ging hinüber, um nach dem Rechten zu sehen. Acht oder zehn Autos zählte er. Ein Mann habe ihn gefragt, wo genau der alte Bahnhof gewesen sei. Natürlich wusste Mervine es, doch er fragte die Fremden, warum sie in tiefster Dunkelheit danach suchten. Sie waren Geisterjäger.

Heute steht Vater Francis DeRosa auf dem Asphalt auf der anderen Seite der Bundesstraße – zwischen zwei komplett zugewachsenen Grünstreifen, gerade mal drei Minuten von Harold Mervines Haus. DeRosa trägt einen weißen Kollar unter seiner schwarzen Priesterrobe. Er ist auf der Durchreise aus Virginia und durchaus etwas verängstigt von Centralia und seiner Geschichte.

«Dies hier ist eine Geisterstadt», sagt er als Erstes, noch bevor er sich vorstellt. «Hier bekommt man ein bisschen Gänsehaut.» Alle Häuser seien für immer weg, die Gegend verdammt. «Ich wäre vorsichtig. Ich meine, ich weiß es nicht. Aber denken Sie nicht, dass Sie an einem Ort wie diesem vorsichtig sein sollten?»

Schild am Friedhof warnt: «Sie werden beobachtet»

Centralia, drei Autostunden westlich von New York, gibt dem Besucher unter Tage wenig Grund zur Angst um Leib und Leben. Doch die Möglichkeit, in Paranoia zu geraten, wenn die Nacht über den Ort kommt, ist real. Auf einem der drei früheren Friedhöfe im Süden wird sichtbar, wie viele Menschen hier einst lebten – und starben. Dutzende Reihen Grabsteine tragen die Namen irischer, ukrainischer und litauischer Bewohner. Niemand ist hier, doch ein Schild am Eingang des St. Ignatius Friedhofs warnt: «Sie werden beobachtet.»

Dass auch den sonst eher Unerschrockenen der Verfolgungswahn packen kann, wird beim Weg zurück zum Mietauto deutlich. Die Tür schließt, es ist still, doch der Blick in den Rückspiegel lässt stutzen. Er muss verstellt worden sein. Vermutlich ein Versehen beim Aussteigen. Trotzdem geht der Blick wie in Hollywood auf die Rückbank. Leer. Doch unten, auf dem Boden, liegt eine unbekannte Plastikflasche. Das haben die Leute beim Wagenverleih halt beim Aufräumen vergessen. Oder?

Zwei Autominuten weiter steht Thomas McGinley vor seinem Wagen, grüßt mit einem breiten «Wie geht’s dir?» und einem Grinsen, das jegliche Gedanken an die Geister eines Kohlefeuers im Keim erstickt. Er ist ein Sohn Centralias, aber einer jener, die wegzogen. An seine Kindheit hat McGinley nur die besten Erinnerungen.

«Es war eine Kameradschaft – nicht nur von Freunden, sondern auch von Ihren Familien», schwärmt er. Ein Abziehbild des Lebens inmitten des stolzen amerikanischen Industrie-Motors, wo jeder hart arbeitete und die Gemeinschaft zusammenhielt. «Es war ein besonderer Ort. Er war es wirklich», sagt McGinley, der in der Region als Leiter eines Gefängnisses arbeitet.

Souvenirs aus der Geisterstadt

Unterdessen geht Harold Mervine die alte Hauptstraße Centralias hinunter. Er ist dünn und wirkt zerbrechlich, seine zerbeulte Jeans schlackert um die Beine. Doch seine Schritte sind sicher und nach einer Minute wendet er sich nach rechts, zu einer von niedrig hängenden Ästen und Büschen eingerahmten Treppe. Er deutet auf die angrenzende Mauer, in der Steine fehlen. «Die Leute fangen an, alles zu stehlen, was sie können», meint er nur. Souvenirs aus Centralia.

Eine abgebrochene Stufe übersteigt er und steht Sekunden später am Rand des Spielfelds, von dem er einst jede Ecke kannte. Fast jeden Tag spielte er hier mit seinen Jungs Baseball, sein bester Freund Billy meist an seiner Seite. Mervine zeigt hinüber zur Stelle, wo früher die First Base war. Seine Lieblingsposition. Und daneben hatte er als Batter den Ball so weit wie möglich in den Himmel über Pennsylvania geschlagen.

Jahrzehnte später begräbt hüfthohes Unkraut die Vergangenheit. «Es gibt eine Menge Sachen, die nicht wirklich gut sichtbar sind», räumt Mervine ein. Thomas McGinley dagegen sagt zu dem Grün, das Centralia überzogen hat: «So hoch wie diese Pflanzen auch wachsen, sie können Erinnerungen nicht verdecken.»

Das Haus von Harold Mervine wird eines Tages, wenn auch er stirbt, ebenfalls dem Boden Centralias gleich gemacht. Er meint, dass es dann sowieso keinen Unterschied mehr mache. Doch nun steigt er erstmal die Stufen hinunter und geht zurück zur Troutman Street. Er wolle noch den Rasen um sein Grundstück mähen.

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Halbnackter Flitzer: Gurke knockt Flitzer aus: Baseball-Maskottchen macht kurzen Prozess

Bei einem College-Baseball-Spiel in den USA will ein halbnackter Flitzer eigentlich ein Selfie mit einem Spieler ergattern. Doch er hat die Rechnung ohne Gurken-Maskottchen Dillon T. Pickle gemacht.

Bei einem College-Baseball-Spiel in den USA will ein halbnackter Flitzer eigentlich ein Selfie mit einem Spieler ergattern. Doch er hat die Rechnung ohne Gurken-Maskottchen Dillon T. Pickle gemacht.

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Amber Heard Deutschland Gerichtssaal Hollywood Jeff Beck Johnny Depp Offenbach USA

Leute: Johnny Depp und Jeff Beck bei Konzert in Offenbach umjubelt

Zuletzt saß er vor allem im Gerichtssaal in den USA, nun trat Hollywood-Star Johnny Depp in Deutschland auf: Fünf Wochen nach dem Verleumdungsprozess zwischen ihm und seiner Ex-Ehefrau Amber Heard stand der Schauspieler und Sänger am Mittwochabend bei einem Konzert im hessischen Offenbach auf der Bühne. Der 59-Jährige sang an der Seite der britischen Gitarren-Legende Jeff Beck in der Stadthalle. Die beiden wurden von den Fans begeistert bejubelt.

Zuletzt saß er vor allem im Gerichtssaal in den USA, nun trat Hollywood-Star Johnny Depp in Deutschland auf: Fünf Wochen nach dem Verleumdungsprozess zwischen ihm und seiner Ex-Ehefrau Amber Heard stand der Schauspieler und Sänger am Mittwochabend bei einem Konzert im hessischen Offenbach auf der Bühne. Der 59-Jährige sang an der Seite der britischen Gitarren-Legende Jeff Beck in der Stadthalle. Die beiden wurden von den Fans begeistert bejubelt.

Zunächst beeindruckten der mehrfache Grammy-Preisträger Beck (78) und die Band mit einigen Instrumentalstücken. Später kam Depp auf die Bühne hinzu und übernahm das Mikrofon. Er sang verschiedene Coversongs, etwa «Isolation» (John Lennon) oder das energiegeladene Stück «Death And Resurrection Show» von der Band Killing Joke. Zu hören gab es auch das sehr berührende «This Is A Song For Miss Hedy Lamarr», eine Komposition von Depp selbst. Das Lied ist eine Hommage an die gleichnamige österreichisch-amerikanische Schauspielerin (1914-2000).

An dem Abend in Offenbach stand klar die Musik im Vordergrund, es wurden keine unnötigen Worte verloren. Auch zu dem sechswöchigen Prozess äußerte sich Depp nicht. In dem Verfahren, einer zur Schau getragenen Schlammschlacht, hatten sich die Ex-Eheleute häusliche Gewalt vorgeworfen. Bei dem Urteil Anfang Juni hatte sich die Jury größtenteils auf die Seite von Depp gestellt – aber auch Heard in einigen Punkten recht gegeben.

Beck und Depp touren derzeit gemeinsam durch Europa. Am kommenden Mittwoch treten sie beim Tollwood-Festival in München auf. Zwei Tage später (15. Juli) bringen sie ihr gemeinsames Album mit dem Titel «18» heraus.

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Amber Heard Deutschland Gerichtssaal Hollywood Jeff Beck Johnny Depp Offenbach USA

Leute: Johnny Depp und Jeff Beck bei Konzert in Offenbach umjubelt

Zuletzt saß er vor allem im Gerichtssaal in den USA, nun trat Hollywood-Star Johnny Depp in Deutschland auf: Fünf Wochen nach dem Verleumdungsprozess zwischen ihm und seiner Ex-Ehefrau Amber Heard stand der Schauspieler und Sänger am Mittwochabend bei einem Konzert im hessischen Offenbach auf der Bühne. Der 59-Jährige sang an der Seite der britischen Gitarren-Legende Jeff Beck in der Stadthalle. Die beiden wurden von den Fans begeistert bejubelt.

Zuletzt saß er vor allem im Gerichtssaal in den USA, nun trat Hollywood-Star Johnny Depp in Deutschland auf: Fünf Wochen nach dem Verleumdungsprozess zwischen ihm und seiner Ex-Ehefrau Amber Heard stand der Schauspieler und Sänger am Mittwochabend bei einem Konzert im hessischen Offenbach auf der Bühne. Der 59-Jährige sang an der Seite der britischen Gitarren-Legende Jeff Beck in der Stadthalle. Die beiden wurden von den Fans begeistert bejubelt.

Zunächst beeindruckten der mehrfache Grammy-Preisträger Beck (78) und die Band mit einigen Instrumentalstücken. Später kam Depp auf die Bühne hinzu und übernahm das Mikrofon. Er sang verschiedene Coversongs, etwa «Isolation» (John Lennon) oder das energiegeladene Stück «Death And Resurrection Show» von der Band Killing Joke. Zu hören gab es auch das sehr berührende «This Is A Song For Miss Hedy Lamarr», eine Komposition von Depp selbst. Das Lied ist eine Hommage an die gleichnamige österreichisch-amerikanische Schauspielerin (1914-2000).

An dem Abend in Offenbach stand klar die Musik im Vordergrund, es wurden keine unnötigen Worte verloren. Auch zu dem sechswöchigen Prozess äußerte sich Depp nicht. In dem Verfahren, einer zur Schau getragenen Schlammschlacht, hatten sich die Ex-Eheleute häusliche Gewalt vorgeworfen. Bei dem Urteil Anfang Juni hatte sich die Jury größtenteils auf die Seite von Depp gestellt – aber auch Heard in einigen Punkten recht gegeben.

Beck und Depp touren derzeit gemeinsam durch Europa. Am kommenden Mittwoch treten sie beim Tollwood-Festival in München auf. Zwei Tage später (15. Juli) bringen sie ihr gemeinsames Album mit dem Titel «18» heraus.

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Amber Heard Deutschland Gerichtssaal Grammy Awards Hollywood Jeff Beck Johnny Depp Musik Offenbach Rosenkrieg USA

Konzert: Johnny Depp und Jeff Beck bei Konzert in Offenbach umjubelt

Den Rosenkrieg mit seiner Ex Amber Heard hat Johnny Depp wohl vorerst überwunden. Nun ist der Schauspieler und Musiker mit einem Grammy-Preisträger auf der Bühne zu sehen.

Zuletzt saß er vor allem im Gerichtssaal in den USA, nun trat Hollywood-Star Johnny Depp in Deutschland auf:

Fünf Wochen nach dem Verleumdungsprozess zwischen ihm und seiner Ex-Ehefrau Amber Heard stand der Schauspieler und Sänger am Mittwochabend bei einem Konzert im hessischen Offenbach auf der Bühne. Der 59-Jährige sang an der Seite der britischen Gitarren-Legende Jeff Beck in der Stadthalle. Die beiden wurden von den Fans begeistert bejubelt.

Zunächst beeindruckten der mehrfache Grammy-Preisträger Beck (78) und die Band mit einigen Instrumentalstücken. Später kam Depp auf die Bühne hinzu und übernahm das Mikrofon. Er sang verschiedene Coversongs, etwa «Isolation» (John Lennon) oder das energiegeladene Stück «Death And Resurrection Show» von der Band Killing Joke. Zu hören gab es auch das sehr berührende «This Is A Song For Miss Hedy Lamarr», eine Komposition von Depp selbst. Das Lied ist eine Hommage an die gleichnamige österreichisch-amerikanische Schauspielerin (1914-2000).

Musik statt Worte

An dem Abend in Offenbach stand klar die Musik im Vordergrund, es wurden keine unnötigen Worte verloren. Auch zu dem sechswöchigen Prozess äußerte sich Depp nicht. In dem Verfahren, einer zur Schau getragenen Schlammschlacht, hatten sich die Ex-Eheleute häusliche Gewalt vorgeworfen. Bei dem Urteil Anfang Juni hatte sich die Jury größtenteils auf die Seite von Depp gestellt – aber auch Heard in einigen Punkten recht gegeben.

Beck und Depp touren derzeit gemeinsam durch Europa. Am kommenden Mittwoch treten sie beim Tollwood-Festival in München auf. Zwei Tage später (15. Juli) bringen sie ihr gemeinsames Album mit dem Titel «18» heraus.

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Auto Bluttat Chicago Gewalttat Highland Lake County Madison Mordanklage Polizei Straßenparade USA Waffengewalt Wisconsin

Waffengewalt: Siebenfache Mordanklage nach Bluttat bei US-Parade

Sieben Menschen sterben bei einer feierlichen Straßenparade in den USA im Kugelhagel eines Schützen. Nun gesteht der 21 Jahre alte Verdächtige die Tat – und schildert der Polizei, dass er noch über einen zweiten Anschlag nachdachte.

Nach der Gewalttat bei einer Straßenparade zum US-Nationalfeiertag in einem Vorort von Chicago hat der mutmaßliche Täter gestanden, auf die Menschenmenge geschossen zu haben. Das sagte der Staatsanwalt des Bezirks Lake County, Eric Rinehart.

Nach Angaben des Polizeisprechers Christopher Covelli hatte der 21-Jährige nach der Tat «ernsthaft in Erwägung gezogen», mit einer weiteren Waffe ein zweites Attentat in der etwa zweieinhalb Autostunden entfernten Stadt Madison im Bundesstaat Wisconsin zu begehen.

Sieben Menschen tot

In Highland Park hatte der Schütze am Montag, dem Unabhängigkeitstag der USA, das Feuer eröffnet. Nach Polizeiangaben feuerte er mit einem Sturmgewehr vom Dach eines Geschäftsgebäudes aus wahllos auf die feiernde Menschenmenge und gab etwa 70 Schüsse ab. Nachdem am Dienstag ein weiteres Opfer an seinen Verletzungen starb, stieg die Zahl der Toten auf sieben. Zudem wurden mehr als 30 Menschen verletzt. Erst Stunden nach der Tat wurde der Mann in seinem Fluchtauto gefasst. Der Mann trug bei seiner Tat Frauenkleidung, um sich zu tarnen und möglicherweise auch leichter fliehen zu können. Seine Waffe ließ er am Tatort zurück.

Der mutmaßliche Täter ist wegen Mordes in sieben Fällen angeklagt – weitere Anklagen dürften nach Aussagen des Staatsanwaltes folgen. Im Falle einer Verurteilung würden bereits die Anklagen wegen Mordes ersten Grades zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Chance auf vorzeitige Entlassung aus dem Gefängnis führen.

Staatsanwalt Rinehart sagte, das zuständige Gericht habe entschieden, den Verdächtigen in Untersuchungshaft zu nehmen – ohne die Möglichkeit, gegen Kaution bis zu einem Urteil auf freien Fuß zu kommen. Es gebe «hinreichenden Grund», den Mann zu diesem Zeitpunkt wegen siebenfachen Mordes ersten Grades festzuhalten.

Pläne für zweites Attentat wieder verworfen

Zu den Plänen eines weiteren Attentats sagte Polizeisprecher Covelli: Die Polizei gehe davon aus, dass der mutmaßliche Täter nach dem Blutbad in Highland Park mit seinem Fluchtauto herumgefahren sei, in Madison eine andere Feier entdeckt und überlegt habe, dort ein weiteres Attentat zu verüben. Die Waffe in seinem Auto habe zu diesem Zeitpunkt noch über etwa 60 Schuss verfügt. Er habe dann aber davon abgesehen, weil die Tat nicht durchdacht gewesen sei.

Dem Verbrechen gingen nach Angaben der Behörden wochenlange Planungen voraus. Der mutmaßliche Täter habe seine Waffe im Jahr 2020 legal in Illinois erworben, obwohl er der Polizei bereits bekannt gewesen sei. Insgesamt habe der Verdächtige zwischen 2020 und 2021 fünf Feuerwaffen gekauft, die nun allesamt sichergestellt worden seien. Da er bei den Waffenkäufen damals teils jünger als 21 gewesen sei, habe sein Vater für ihn gebürgt, um eine der Voraussetzungen für den Erwerb von Schusswaffen zu erfüllen.

Im September 2019 habe die Polizei nach Drohungen des Jugendlichen 16 Messer, einen Dolch und ein Schwert sichergestellt. Er habe damals laut einem Verwandten damit gedroht, «alle zu töten». «Zu diesem Zeitpunkt gab es keinen hinreichenden Grund für eine Verhaftung oder einen Haftbefehl», betonte der Sprecher. Hinweise darauf, dass sich der Anschlag gegen eine bestimmte – etwa ethnische oder religiöse – Gruppe richtete, gibt es nicht.

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Auto Chicago Gewalttat Highland Lake County Madison Polizei Straßenparade USA Wisconsin

Anschlag : Mutmaßlicher Todesschütze gesteht Schüsse bei US-Parade

Sieben Menschen sterben bei einer feierlichen Straßenparade in den USA im Kugelhagel eines Schützen. Nun gesteht der 21 Jahre alte Verdächtige die Tat – und schildert der Polizei, dass er noch über einen zweiten Anschlag nachdachte.

Nach der Gewalttat bei einer Straßenparade zum US-Nationalfeiertag in einem Vorort von Chicago hat der mutmaßliche Täter gestanden, auf die Menschenmenge geschossen zu haben. Das sagte der Staatsanwalt des Bezirks Lake County, Eric Rinehart.

Nach Angaben des Polizeisprechers Christopher Covelli hatte der 21-Jährige nach der Tat «ernsthaft in Erwägung gezogen», mit einer weiteren Waffe ein zweites Attentat in der etwa zweieinhalb Autostunden entfernten Stadt Madison im Bundesstaat Wisconsin zu begehen.

In Highland Park hatte der Schütze am Montag, dem Unabhängigkeitstag der USA, das Feuer eröffnet. Nach Polizeiangaben feuerte er mit einem Sturmgewehr vom Dach eines Geschäftsgebäudes aus wahllos auf die feiernde Menschenmenge und gab etwa 70 Schüsse ab. Nachdem am Dienstag ein weiteres Opfer an seinen Verletzungen starb, stieg die Zahl der Toten auf sieben. Zudem wurden mehr als 30 Menschen verletzt.

Er trug Frauenkleidung

Erst Stunden nach der Tat wurde der Mann in seinem Fluchtauto gefasst. Der Mann trug bei seiner Tat Frauenkleidung, um sich zu tarnen und möglicherweise auch leichter fliehen zu können. Seine Waffe ließ er am Tatort zurück.

Der mutmaßliche Täter ist wegen Mordes in sieben Fällen angeklagt – weitere Anklagen dürften nach Aussagen des Staatsanwaltes folgen. Im Falle einer Verurteilung würden bereits die Anklagen wegen Mordes ersten Grades zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Chance auf vorzeitige Entlassung aus dem Gefängnis führen.

Staatsanwalt Rinehart sagte am Mittwoch, das zuständige Gericht habe entschieden, den Verdächtigen in Untersuchungshaft zu nehmen – ohne die Möglichkeit, gegen Kaution bis zu einem Urteil auf freien Fuß zu kommen. Es gebe «hinreichenden Grund», den Mann zu diesem Zeitpunkt wegen siebenfachen Mordes ersten Grades festzuhalten.

Zu den Plänen eines weiteren Attentats sagte Polizeisprecher Covelli: Die Polizei gehe davon aus, dass der mutmaßliche Täter nach dem Blutbad in Highland Park mit seinem Fluchtauto herumgefahren sei, in Madison eine andere Feier entdeckt und überlegt habe, dort ein weiteres Attentat zu verüben. Die Waffe in seinem Auto habe zu diesem Zeitpunkt noch über etwa 60 Schuss verfügt. Er habe dann aber davon abgesehen, weil die Tat nicht durchdacht gewesen sei.

Wochenlange Planungen

Dem Verbrechen gingen nach Angaben der Behörden wochenlange Planungen voraus. Der mutmaßliche Täter habe seine Waffe im Jahr 2020 legal in Illinois erworben, obwohl er der Polizei bereits bekannt gewesen sei. Insgesamt habe der Verdächtige zwischen 2020 und 2021 fünf Feuerwaffen gekauft, die nun allesamt sichergestellt worden seien. Da er bei den Waffenkäufen damals teils jünger als 21 gewesen sei, habe sein Vater für ihn gebürgt, um eine der Voraussetzungen für den Erwerb von Schusswaffen zu erfüllen.

Im September 2019 habe die Polizei nach Drohungen des Jugendlichen 16 Messer, einen Dolch und ein Schwert sichergestellt. Er habe damals laut einem Verwandten damit gedroht, «alle zu töten». «Zu diesem Zeitpunkt gab es keinen hinreichenden Grund für eine Verhaftung oder einen Haftbefehl», betonte der Sprecher. Hinweise darauf, dass sich der Anschlag gegen eine bestimmte – etwa ethnische oder religiöse – Gruppe richtete, gibt es nicht.

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Bestattungsunternehmen Colorado Leichenteil Leichenteilen Mutter Reuters Staatsanwaltschaft USA

Colorado, USA: Einäscherungswünsche ignoriert: Bestatterin verkaufte illegal Leichenteile

In den USA soll die Inhaberin eines Bestattungsunternehmen jahrelang illegal Leichenteile verkauft haben. Jetzt bekannte sich die 45-Jährige vor einem Bundesgericht schuldig.

Im US-Bundesstaat Colorado hat eine Bestattungsunternehmerin vor einem Gericht zugegeben, jahrelang illegal mit Leichenteilen gehandelt zu haben. Der 45-Jährigen droht jetzt eine mehrjährige Haftstrafe.

PAID STERN 2019_50 Asche zu Asche Kasten

Zusammen mit ihrer Mutter betrieb sie von 2010 bis 2018 das Sunset Mesa Funeral Home in Montrose, einer Kleinstadt in Colorado. Dort boten die Damen Bestattungs- und Einäscherungsdienste an. Für die Einäscherung verlangten sie 1000 Dollar und mehr. Aber viele Einäscherungen fanden laut Staatsanwaltschaft nie statt.

2009 gründete Hess außerdem die gemeinnützige Sunset Mesa Funeral Foundation, Donor Services, einen Leichenvermittlungsdienst, der im selben Gebäude betrieben wurde. Als die Nachrichtenagentur Reuters 2016 über ihr Unternehmen berichtete, beschrieb sie es damals als kleines Familienunternehmen, in dem ihr Vater das Krematorium leitete. Damals erklärte sie, dass der Spenderdienst nur etwa 15 Prozent ihres Gesamtgeschäftes ausmache, er jedoch „einen wichtigen, öffentlichen Dienst erbringe“. Doch in Wahrheit soll sie mit dem Verkauf von Leichenteilen mehrere Hunderttausend Dollar verdient haben. 

Bestatterin soll Hunderte Leichen oder Leichenteile verkauft haben

Den Gerichtsdokumenten zufolge nutzte das Unternehmen die niedrigen Preise seiner Bestattungsdienste, um sich einen ständigen Nachschub an zu verkaufenden Leichenteilen zu sichern.

Sie soll die Wünsche der Familien ignoriert und keine Genehmigung eingeholt haben, die Körper oder Körperteile der Verstorbenen an Dritte zu übertragen. Unterschriften auf Einverständniserklärungen wurden gefälscht und Familien darüber getäuscht, wie die sterblichen Überreste ihrer Angehörigen behandelt werden würden.

Manchmal erhielt sie die Zustimmung von Familien, um kleine Gewebeproben oder Tumore ihrer verstorbenen Verwandten zu spenden, so die Anklageschrift. Bei anderen Gelegenheiten wurde ihre Bitte abgelehnt und manchmal brachte sie das Thema überhaupt nicht zur Sprache. Viele Familien erhielten Asche, die mit den Überresten verschiedener Leichen vermischt war, so die Staatsanwaltschaft. Ein Kunde erhielt statt der sterblichen Überreste seines Angehörigen eine Betonmischung.

Bestattung Beerdigung_18

In jedem Fall, so heißt es in den Dokumenten, verkaufte sie Köpfe, Torsi, Arme, Beine oder ganze menschliche Körper zu Forschungszwecken oder für chirurgische Schulungen weiter. Häufig lieferte sie kremierte Überreste an Familien mit dem Hinweis, dass es sich um die Überreste ihrer Verwandten handelte, obwohl dies in Wirklichkeit nicht der Fall war. Einige dieser Körperteile gehörten auch Menschen mit ansteckenden Krankheiten wie HIV und Hepatitis – Informationen, die sie den Käufern vorenthalten haben soll.

Bestatterin soll sogar Zähne gezogen und das Gold verkauft haben

Auch soll sie einigen Leichen sogar noch die Zähne gezogen haben, um das Gold aus Kronen oder Füllungen zu gewinnen, wie eine ehemalige Mitarbeiterin laut Nachrichtenagentur Reuters dem FBI berichtete. Mit dem Geld, dass sie durch den Goldverkauf erzielte, soll sie ihrer Familie unter anderem einen Ausflug nach Disneyland finanziert haben.

Am Dienstag bekannte sich die Bestatterin vor dem Bundesgerichtshof in Grand Juntion, Colorado, schuldig, mindestens ein Dutzend Familien betrogen zu haben, die eine Einäscherung für verstorbene Angehörige suchten. „Ich habe den Rahmen der Zustimmung überschritten und versuche, es wieder gut zu machen“, wird sie vom „Daily Sentinel“ zitiert. „Ich übernehme die Verantwortung“. Die Unternehmerin soll voraussichtlich im Januar verurteilt werden. Ihr drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Sehen Sie im Video: In Großbritannien wollen zwei Söhne bei der Beerdigung ihres Vaters ihre Mutter, also die Ehefrau des Verstorbenen, trösten. Weil sie dabei aber gegen die Coronaregeln verstoßen, sorgt ein Mann rüde für Abstand.

Quellen: US Attorney’s Office Colorado ,„The Daily Sentinel“, Reuters

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Bestattungsunternehmen Colorado Leichenteil Leichenteilen Mutter Reuters Staatsanwaltschaft USA

Colorado, USA: Einäscherungswünsche ignoriert: Bestatterin verkaufte illegal Leichenteile

In den USA soll die Inhaberin eines Bestattungsunternehmen jahrelang illegal Leichenteile verkauft haben. Jetzt bekannte sich die 45-Jährige vor einem Bundesgericht schuldig.

Im US-Bundesstaat Colorado hat eine Bestattungsunternehmerin vor einem Gericht zugegeben, jahrelang illegal mit Leichenteilen gehandelt zu haben. Der 45-Jährigen droht jetzt eine mehrjährige Haftstrafe.

PAID STERN 2019_50 Asche zu Asche Kasten

Zusammen mit ihrer Mutter betrieb sie von 2010 bis 2018 das Sunset Mesa Funeral Home in Montrose, einer Kleinstadt in Colorado. Dort boten die Damen Bestattungs- und Einäscherungsdienste an. Für die Einäscherung verlangten sie 1000 Dollar und mehr. Aber viele Einäscherungen fanden laut Staatsanwaltschaft nie statt.

2009 gründete Hess außerdem die gemeinnützige Sunset Mesa Funeral Foundation, Donor Services, einen Leichenvermittlungsdienst, der im selben Gebäude betrieben wurde. Als die Nachrichtenagentur Reuters 2016 über ihr Unternehmen berichtete, beschrieb sie es damals als kleines Familienunternehmen, in dem ihr Vater das Krematorium leitete. Damals erklärte sie, dass der Spenderdienst nur etwa 15 Prozent ihres Gesamtgeschäftes ausmache, er jedoch „einen wichtigen, öffentlichen Dienst erbringe“. Doch in Wahrheit soll sie mit dem Verkauf von Leichenteilen mehrere Hunderttausend Dollar verdient haben. 

Bestatterin soll Hunderte Leichen oder Leichenteile verkauft haben

Den Gerichtsdokumenten zufolge nutzte das Unternehmen die niedrigen Preise seiner Bestattungsdienste, um sich einen ständigen Nachschub an zu verkaufenden Leichenteilen zu sichern.

Sie soll die Wünsche der Familien ignoriert und keine Genehmigung eingeholt haben, die Körper oder Körperteile der Verstorbenen an Dritte zu übertragen. Unterschriften auf Einverständniserklärungen wurden gefälscht und Familien darüber getäuscht, wie die sterblichen Überreste ihrer Angehörigen behandelt werden würden.

Manchmal erhielt sie die Zustimmung von Familien, um kleine Gewebeproben oder Tumore ihrer verstorbenen Verwandten zu spenden, so die Anklageschrift. Bei anderen Gelegenheiten wurde ihre Bitte abgelehnt und manchmal brachte sie das Thema überhaupt nicht zur Sprache. Viele Familien erhielten Asche, die mit den Überresten verschiedener Leichen vermischt war, so die Staatsanwaltschaft. Ein Kunde erhielt statt der sterblichen Überreste seines Angehörigen eine Betonmischung.

Bestattung Beerdigung_18

In jedem Fall, so heißt es in den Dokumenten, verkaufte sie Köpfe, Torsi, Arme, Beine oder ganze menschliche Körper zu Forschungszwecken oder für chirurgische Schulungen weiter. Häufig lieferte sie kremierte Überreste an Familien mit dem Hinweis, dass es sich um die Überreste ihrer Verwandten handelte, obwohl dies in Wirklichkeit nicht der Fall war. Einige dieser Körperteile gehörten auch Menschen mit ansteckenden Krankheiten wie HIV und Hepatitis – Informationen, die sie den Käufern vorenthalten haben soll.

Bestatterin soll sogar Zähne gezogen und das Gold verkauft haben

Auch soll sie einigen Leichen sogar noch die Zähne gezogen haben, um das Gold aus Kronen oder Füllungen zu gewinnen, wie eine ehemalige Mitarbeiterin laut Nachrichtenagentur Reuters dem FBI berichtete. Mit dem Geld, dass sie durch den Goldverkauf erzielte, soll sie ihrer Familie unter anderem einen Ausflug nach Disneyland finanziert haben.

Am Dienstag bekannte sich die Bestatterin vor dem Bundesgerichtshof in Grand Juntion, Colorado, schuldig, mindestens ein Dutzend Familien betrogen zu haben, die eine Einäscherung für verstorbene Angehörige suchten. „Ich habe den Rahmen der Zustimmung überschritten und versuche, es wieder gut zu machen“, wird sie vom „Daily Sentinel“ zitiert. „Ich übernehme die Verantwortung“. Die Unternehmerin soll voraussichtlich im Januar verurteilt werden. Ihr drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Sehen Sie im Video: In Großbritannien wollen zwei Söhne bei der Beerdigung ihres Vaters ihre Mutter, also die Ehefrau des Verstorbenen, trösten. Weil sie dabei aber gegen die Coronaregeln verstoßen, sorgt ein Mann rüde für Abstand.

Quellen: US Attorney’s Office Colorado ,„The Daily Sentinel“, Reuters

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Bestattungsunternehmen Colorado Leichenteil Leichenteilen Mutter Reuters Staatsanwaltschaft USA

Colorado, USA: Einäscherungswünsche ignoriert: Bestatterin verkaufte illegal Leichenteile

In den USA soll die Inhaberin eines Bestattungsunternehmen jahrelang illegal Leichenteile verkauft haben. Jetzt bekannte sich die 45-Jährige vor einem Bundesgericht schuldig.

Im US-Bundesstaat Colorado hat eine Bestattungsunternehmerin vor einem Gericht zugegeben, jahrelang illegal mit Leichenteilen gehandelt zu haben. Der 45-Jährigen droht jetzt eine mehrjährige Haftstrafe.

PAID STERN 2019_50 Asche zu Asche Kasten

Zusammen mit ihrer Mutter betrieb sie von 2010 bis 2018 das Sunset Mesa Funeral Home in Montrose, einer Kleinstadt in Colorado. Dort boten die Damen Bestattungs- und Einäscherungsdienste an. Für die Einäscherung verlangten sie 1000 Dollar und mehr. Aber viele Einäscherungen fanden laut Staatsanwaltschaft nie statt.

2009 gründete Hess außerdem die gemeinnützige Sunset Mesa Funeral Foundation, Donor Services, einen Leichenvermittlungsdienst, der im selben Gebäude betrieben wurde. Als die Nachrichtenagentur Reuters 2016 über ihr Unternehmen berichtete, beschrieb sie es damals als kleines Familienunternehmen, in dem ihr Vater das Krematorium leitete. Damals erklärte sie, dass der Spenderdienst nur etwa 15 Prozent ihres Gesamtgeschäftes ausmache, er jedoch „einen wichtigen, öffentlichen Dienst erbringe“. Doch in Wahrheit soll sie mit dem Verkauf von Leichenteilen mehrere Hunderttausend Dollar verdient haben. 

Bestatterin soll Hunderte Leichen oder Leichenteile verkauft haben

Den Gerichtsdokumenten zufolge nutzte das Unternehmen die niedrigen Preise seiner Bestattungsdienste, um sich einen ständigen Nachschub an zu verkaufenden Leichenteilen zu sichern.

Sie soll die Wünsche der Familien ignoriert und keine Genehmigung eingeholt haben, die Körper oder Körperteile der Verstorbenen an Dritte zu übertragen. Unterschriften auf Einverständniserklärungen wurden gefälscht und Familien darüber getäuscht, wie die sterblichen Überreste ihrer Angehörigen behandelt werden würden.

Manchmal erhielt sie die Zustimmung von Familien, um kleine Gewebeproben oder Tumore ihrer verstorbenen Verwandten zu spenden, so die Anklageschrift. Bei anderen Gelegenheiten wurde ihre Bitte abgelehnt und manchmal brachte sie das Thema überhaupt nicht zur Sprache. Viele Familien erhielten Asche, die mit den Überresten verschiedener Leichen vermischt war, so die Staatsanwaltschaft. Ein Kunde erhielt statt der sterblichen Überreste seines Angehörigen eine Betonmischung.

Bestattung Beerdigung_18

In jedem Fall, so heißt es in den Dokumenten, verkaufte sie Köpfe, Torsi, Arme, Beine oder ganze menschliche Körper zu Forschungszwecken oder für chirurgische Schulungen weiter. Häufig lieferte sie kremierte Überreste an Familien mit dem Hinweis, dass es sich um die Überreste ihrer Verwandten handelte, obwohl dies in Wirklichkeit nicht der Fall war. Einige dieser Körperteile gehörten auch Menschen mit ansteckenden Krankheiten wie HIV und Hepatitis – Informationen, die sie den Käufern vorenthalten haben soll.

Bestatterin soll sogar Zähne gezogen und das Gold verkauft haben

Auch soll sie einigen Leichen sogar noch die Zähne gezogen haben, um das Gold aus Kronen oder Füllungen zu gewinnen, wie eine ehemalige Mitarbeiterin laut Nachrichtenagentur Reuters dem FBI berichtete. Mit dem Geld, dass sie durch den Goldverkauf erzielte, soll sie ihrer Familie unter anderem einen Ausflug nach Disneyland finanziert haben.

Am Dienstag bekannte sich die Bestatterin vor dem Bundesgerichtshof in Grand Juntion, Colorado, schuldig, mindestens ein Dutzend Familien betrogen zu haben, die eine Einäscherung für verstorbene Angehörige suchten. „Ich habe den Rahmen der Zustimmung überschritten und versuche, es wieder gut zu machen“, wird sie vom „Daily Sentinel“ zitiert. „Ich übernehme die Verantwortung“. Die Unternehmerin soll voraussichtlich im Januar verurteilt werden. Ihr drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Sehen Sie im Video: In Großbritannien wollen zwei Söhne bei der Beerdigung ihres Vaters ihre Mutter, also die Ehefrau des Verstorbenen, trösten. Weil sie dabei aber gegen die Coronaregeln verstoßen, sorgt ein Mann rüde für Abstand.

Quellen: US Attorney’s Office Colorado ,„The Daily Sentinel“, Reuters

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