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Affenpocken Affenpockenvirus Symptom Virus

Studie: Forschende weisen Affenpockenvirus bei Männern ohne Symptome nach – was das bedeutet

Das Affenpockenvirus kann möglicherweise auch übertragen werden, wenn Menschen keine Symptome haben. Das hätte einen großen Einfluss auf die weitere Verbreitung des Virus.

Seit Mai breiten sich Affenpocken in Europa aus. 3266 Menschen haben sich bisher in Deutschland laut Robert Koch-Institut mit dem Virus infiziert. Das Virus wird durch engen Körperkontakt übertragen. Vor allem die Pocken auf der Haut sind hochinfektiös. In einer Studie aus Frankreich wurde das Virus nun bei Männern nachgewiesen, die keine Läsionen auf der Haut hatten und auch von keinen anderen Symptomen berichteten. Heißt: Affenpocken können möglicherweise auch asymptomatisch übertragen werden.

In Frankreich wird Männern, die Sex mit Männern haben, geraten, sich regelmäßig auf die Geschlechtskrankheiten Gonorrhoe und Chlamydien testen zu lassen. Durch eine Richtlinie in Frankreich müssen sich HIV-Infizierte und wer eine HIV-Präexpositionsprophylaxe macht – das machen Menschen, wenn sie sich nach einem Risikokontakt vor einer möglichen HIV-Infektion schützen wollen – alle drei Monate auf die beiden sexuell übertragbaren Krankheiten testen lassen.

STERN PAID Affenpocken Protokoll Betroffener 20.55h

Affenpockenvirus bei 13 Menschen ohne Symptome nachgewiesen

Forschende um Charlotte Charpentier vom Hôpital Bichat–Claude haben die Analabstriche von 200 Personen ausgewertet, deren Test negativ auf Gonorrhoe und Chlamydien ausgefallen ist und bei denen Ärzt:innen keine analen Läsionen festgestellt haben. Auch hat keiner der Probanden zum Zeitpunkt des Abstrichs Symptome wie Pocken oder Fieber angegeben, die bei einer Affenpocken-Infektion auftreten.

Bei einem PCR-Test auf das Affenpockenvirus fiel dieser bei 13 Personen positiv aus. Zwei der Probanden sind wenige Tage nach dem ersten Abstrich an den Affenpocken erkrankt. Bei einem der beiden Probanden fiel ein niedriger Ct-Wert in der asymptomatischen Phase auf. Der Ct-Wert gibt Auskunft darüber, wie hoch die Viruskonzentration bei einer Person ist. Ein niedriger Wert bedeutet eine hohe Viruskonzentration und deutet auf eine höhere Infektiosität hin.

Der positive PCR-Test bei den 13 Probanden bedeutet nicht, dass diese Menschen das Affenpockenvirus auch auf andere Menschen übertragen können. Doch die Erkenntnisse der Studie werfen die Frage auf, ob eine asymptomatische Übertragung der Affenpocken möglich ist.

Tiere und Corona: Welche infizieren sich 10.35

Asymptomatische Übertragung würde alles ändern

Der Arzt Dimie Ogoina, der das Niger Delta University Hospital leitet, beschäftigt sich schon lange mit dieser Frage. Er berichtete gegenüber „Insider“, dass er kürzlich einen Affenpocken-Patienten in seiner Klinik behandelt hat, der während einer sexuellen Beziehung kein Geschwür, Fieber oder Ausschlag gehabt habe. Erst „nach der sexuellen Beziehung bemerkte er einen genitalen Ausschlag“, sagte Ogoina. „Fünf Tage später bemerkte sein Sexualpartner ebenfalls einen genitalen Ausschlag“.

Bislang ist noch nicht klar, ob Affenpocken auch asymptomatisch übertragen werden können. Was wir aber wissen: Das Affenpockenvirus kann auch in der Phase übertragen werden, wenn nur Fieber, Kopf- oder Muskelschmerzen auftreten, aber noch keine Pocken, wie Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie und Tropenmedizin an der Klinik Schwabing dem stern im Interview erklärte. Affenpocken konnten bereits in Körperflüssigkeiten wie Sperma nachgewiesen werden. „Es ist nicht unbedingt ungewöhnlich, Viruspartikel in Körperflüssigkeiten zu sehen – das bedeutet nicht, dass sie replikationsfähig sind und Krankheiten verursachen können“, sagte Dimie Ogoina.

Um zu wissen, ob Affenpocken auch asymptomatisch übertragbar sind, ist noch weitere Forschung nötig. Für den Fall, dass auch Menschen, die weder Fieber, Kopf-und Muskelschmerzen oder Hautläsionen haben, das Virus übertragen könnte, würde es „alles ändern“, so Dimie Ogoina.

Die Forschenden der französischen Studie schreiben, dass bei einer asymptomatischen Übertragung der Affenpocken es nicht ausreichend sei, dass nur Personen, die Kontakt zu einem bekannten Affenpocken-Fall hatten, geimpft werden, um den Ausbruch einzudämmen. 

Quellen:  Studie aus Frankreich, Insider,RKI,Mitteilung zur Studie

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Affenpockenvirus BMG Infektion Luxemburg

Krankheiten: Ministerium: Affenpockenvirus-Infektion in Luxemburg

In Luxemburg ist bei einem Kleinkind eine Infektion mit dem Affenpockenvirus nachgewiesen worden. Das Kind befinde sich „in einem stabilen und nicht besorgniserregenden Zustand“, teilte das luxemburgische Gesundheitsministerium am Mittwochabend mit. Es sei isoliert untergebracht. Die Tagesstätte, die das Kind besuchte, bleibe geöffnet, da derzeit kein weiteres Kind Symptome aufweise, hieß es in einer Mitteilung. Personen, mit denen das Kind Kontakt hatte, seien informiert. Das Alter und das Geschlecht des Kindes wurden nicht genannt.

In Luxemburg ist bei einem Kleinkind eine Infektion mit dem Affenpockenvirus nachgewiesen worden. Das Kind befinde sich „in einem stabilen und nicht besorgniserregenden Zustand“, teilte das luxemburgische Gesundheitsministerium am Mittwochabend mit. Es sei isoliert untergebracht. Die Tagesstätte, die das Kind besuchte, bleibe geöffnet, da derzeit kein weiteres Kind Symptome aufweise, hieß es in einer Mitteilung. Personen, mit denen das Kind Kontakt hatte, seien informiert. Das Alter und das Geschlecht des Kindes wurden nicht genannt.

Nach zuletzt vorliegenden Zahlen (10. August) hatten sich in Luxemburg bislang 41 Männer mit einer Affenpocken-Virus infiziert. Das Durchschnittsalter liegt bei 39 Jahren. Gesundheitsministerin Paulette Lenert wird an diesem Freitag in einer Pressekonferenz über die aktuelle Lage berichten.

Affenpocken gelten verglichen mit den seit 1980 ausgerotteten Pocken als weniger schwere Erkrankung. Die Inkubationszeit beträgt laut RKI 5 bis 21 Tage. Die Symptome – darunter zum Beispiel Fieber und Hautausschlag – verschwinden gewöhnlich innerhalb weniger Wochen von selbst, können bei einigen Menschen aber zu medizinischen Komplikationen führen.

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Affenpocken Affenpockenvirus Coronavirus Deutschland Virus

Video: Affenpocken in Deutschland: Aus Corona nichts gelernt?

Der Berliner Arzt Dr. Sven Schellberg sagt, es brauche klare Strukturen, um mit einem derartigen Virusgeschehen umgehen zu können. Es fehle erneut Impfstoff, diesmal gegen das Affenpockenvirus. Die Wahrnehmung, das Virus sei derzeit ausschließlich unter Männern verbreitet, die mit Männern Sex haben, sei wohl ein Trugschluss, so der Mediziner. Derzeit könne er nur einen Bruchteil der benötigten Impfungen verabreichen. Den rund 20 anderen Berliner Praxen, die ebenfalls impften, ginge es ähnlich.

Der Berliner Arzt Dr. Sven Schellberg sagt, es brauche klare Strukturen, um mit einem derartigen Virusgeschehen umgehen zu können. Es fehle erneut Impfstoff, diesmal gegen das Affenpockenvirus. Die Wahrnehmung, das Virus sei derzeit ausschließlich unter Männern verbreitet, die mit Männern Sex haben, sei wohl ein Trugschluss, so der Mediziner. Derzeit könne er nur einen Bruchteil der benötigten Impfungen verabreichen. Den rund 20 anderen Berliner Praxen, die ebenfalls impften, ginge es ähnlich.

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Affenpocken Affenpockenvirus Coronavirus Deutschland Virus

Video: Affenpocken in Deutschland: Aus Corona nichts gelernt?

Der Berliner Arzt Dr. Sven Schellberg sagt, es brauche klare Strukturen, um mit einem derartigen Virusgeschehen umgehen zu können. Es fehle erneut Impfstoff, diesmal gegen das Affenpockenvirus. Die Wahrnehmung, das Virus sei derzeit ausschließlich unter Männern verbreitet, die mit Männern Sex haben, sei wohl ein Trugschluss, so der Mediziner. Derzeit könne er nur einen Bruchteil der benötigten Impfungen verabreichen. Den rund 20 anderen Berliner Praxen, die ebenfalls impften, ginge es ähnlich.

Der Berliner Arzt Dr. Sven Schellberg sagt, es brauche klare Strukturen, um mit einem derartigen Virusgeschehen umgehen zu können. Es fehle erneut Impfstoff, diesmal gegen das Affenpockenvirus. Die Wahrnehmung, das Virus sei derzeit ausschließlich unter Männern verbreitet, die mit Männern Sex haben, sei wohl ein Trugschluss, so der Mediziner. Derzeit könne er nur einen Bruchteil der benötigten Impfungen verabreichen. Den rund 20 anderen Berliner Praxen, die ebenfalls impften, ginge es ähnlich.

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Affenpockenvirus Brasilien China Coronavirus Deutsche Presse-Agentur Europa HIV Jagd Richard Neher Sars-Cov-2 Schweine Schweinegrippe Umbenennung Universität Basel USA Virus Weltgesundheitsorganisation Westafrika WHO Wuhan

Wegen Stigmatisierung: Affen aus Angst vor Affenpockenvirus gejagt – Umbenennung der Krankheit gefordert

Das Affenpockenvirus breitet sich aus. Aus Angst vor einer Infektion wird mancherorts bereits Jagd auf Affen gemacht. Schuld daran ist laut Experten auch der Name der Krankheit.

Als sich das neuartige Coronavirus von Wuhan in China aus Anfang 2020 in der Welt ausbreitete, wurden vielerorts Menschen ausgegrenzt, die für Chinesen gehalten wurden. Wegen der Schweinegrippe 2009 wurden in vielen Ländern Millionen Schweine geschlachtet und in Brasilien sind jetzt die ersten Affen mit Steinen und Gift attackiert worden – alles irrationale Reaktionen in der irrigen Annahme, man könne sich dadurch vor einer neuen Gefahr schützen.

Was Namen wie Virus aus Wuhan oder Schweinepest für Viren oder Krankheiten auslösen können, ist bekannt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) macht seit Wochen Druck, dass der Name Affenpocken geändert wird. Aber sind so einprägsame Bezeichnungen nicht besser als Buchstaben- und Zahlenkombinationen wie H1N1 für Schweinegrippe oder Sars-CoV-2 für das Coronavirus? „Was einfach ist, ist ja nicht notwendigerweise geboten“, sagt Richard Neher vom Biozentrum der Universität Basel der Deutschen Presse-Agentur. STERN PAID Affenpocken HIV Interview 16.45

Neutrale Namen gefordert

Er unterzeichnete im Juni einen Aufruf, neutrale Namen für Affenpocken-Untergruppen zu finden und nicht von „Westafrika“- oder „Kongobecken“-Gruppen zu reden. Damit werde der falsche Eindruck erweckt, die jüngsten Ausbrüche überwiegend in Europa, den USA und Brasilien hätten etwas mit Afrika zu tun, heißt es darin. Das sei diskriminierend und stigmatisierend. Die mehr als zwei Dutzend Virologinnen und Virologen kritisierten, dass dazu auch noch oft Fotos afrikanischer Patienten gestellt werden würden.

„Das Problem mit den geografischen Bezeichnungen ist zum einen, dass sie oft nicht stimmen, zum anderen, dass sie oft dazu führen, dass die Orte, nach denen die Erreger benannt werden, Nachteile erfahren“, sagt Neher. Zum Beispiel, dass Reisen in die Regionen vermieden werden. Zudem würden Länder, die Krankheiten gut überwachen und etwa neue Virenvarianten entdecken und beschreiben, bestraft, wenn die neue Variante dann nach dem Land benannt werde. Die legendäre Spanische Grippe 2018 etwa wurde zwar von Spanien als erstes gemeldet, die ersten Fälle traten aber schon früher in den USA auf, wie die US-Gesellschaft für Mikrobiologie (ASM) berichtet.

„Angst braucht einen Namen“

Dass sich Begriffe wie Schweinegrippe oder Wuhan-Virus schnell durchsetzten, sei menschlich, schrieb Susan Hardy, Dozentin für Sozialwissenschaften auf der Webseite der Universität von Sydney. „Angst braucht einen Namen, und etwas zu benennen suggeriert, dass etwas getan wird.“ Es gehe auch um die Suche nach Sündenböcken.Tiere und Corona: Welche infizieren sich 10.35

Bei der neuen Influenza-Virusvariante 2009 waren es die Schweine, obwohl das Virus auch Menschen infiziert und von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Beim Coronavirus sprach nicht nur der damalige US-Präsident Donald Trump vom „Wuhan-“ oder „China Virus“, um Peking Schuld an der Ausbreitung zuzuschieben. Er verlangte explizit, China müsse zur Rechenschaft gezogen werden.

Seit 2015 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Richtlinien, um zu verhindern, dass Krankheitsnamen negative Folgen für Handel, Reisen, Tourismus oder Tierwohl haben oder kulturelle, soziale, regionale oder ethnische Gruppen womöglich an den Pranger stellen.

Namen wie Affenpockenvirus können Unheil anrichten

Das Affenpockenvirus heißt so, weil es in den 1950er Jahren in Dänemark erstmals in Affen nachgewiesen wurde. Es hätte auch dänisches Virus heißen können, wie das Marburg-Virus, das so heißt, weil es in den 1960er Jahren in der hessischen Stadt identifiziert wurde. Bei den Affenpocken ist heute klar, dass sich zwar Affen – wie Menschen – infizieren können. Natürliche Wirte sind aber Nagetiere. Bei der jüngsten Ausbreitung wird das Virus durch engen Körperkontakt zwischen Menschen übertragen und hat mit Affen nichts zu tun.

Für die Virus-Bezeichnung ist ein Gremium aus Hunderten Virologen (ICTV) zuständig. Sie haben auch das Coronavirus Sars-CoV-2 benannt. Krankheitsnamen beschließt die WHO. Sie nannte etwa die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Krankheit Covid-19. Womöglich kann es den ein oder anderen Affen schützen, wenn der Name geändert wird. Doch auch bei Gelbfieber-Ausbrüchen wurden in Brasilien Affen angegriffen.

Die Stigmatisierung und Diskriminierung der von einer Krankheit Betroffenen ist noch eine ganz andere Sache. Die in den 80er Jahren zuerst bei schwulen Männern in den USA festgestellte Immunschwäche wurde zunächst Grid genannt – für gay-related immune deficiency – etwa: mit Schwulen in Verbindung stehende Immunschwäche. Obwohl seit langem bekannt ist, dass sich die Krankheit keineswegs auf schwule Männer beschränkt, hat die Änderung des Namens in Aids (acquired immune deficiency syndrome – etwa: erworbenes Immunschwächesyndrom) zunächst kaum etwas bewirkt. Noch über viele Jahre sind Menschen von Schwulen aus Angst vor einer Ansteckung abgerückt.

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Affenpockenfall Affenpockenvirus Bayern Deutschland Freistaat Infektion Landesamt München RKI Virus

Krankheiten: Bislang 70 Affenpockenfälle in Bayern

70 Fälle von Infektionen mit dem Affenpockenvirus sind im Freistaat bisher registriert worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen am Dienstag mit. Alle 70 Personen zeigten typische, aber keine schwerwiegenden Symptome. Minderjährige Betroffene seien bislang nicht festgestellt worden. Wie viele Kontaktpersonen es im Umfeld der Infizierten gibt, ist nicht bekannt, da Kontaktpersonen gemäß Infektionsschutzgesetz nicht meldepflichtig sind.

70 Fälle von Infektionen mit dem Affenpockenvirus sind im Freistaat bisher registriert worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen am Dienstag mit. Alle 70 Personen zeigten typische, aber keine schwerwiegenden Symptome. Minderjährige Betroffene seien bislang nicht festgestellt worden. Wie viele Kontaktpersonen es im Umfeld der Infizierten gibt, ist nicht bekannt, da Kontaktpersonen gemäß Infektionsschutzgesetz nicht meldepflichtig sind.

Deutschlandweit sind dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge seit Mai 1242 Infektionen mit dem Affenpockenvirus gemeldet worden (Stand 5. Juli). Der erste Fall wurde am 20. Mai bekannt. Das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München hatte bei einem aus Brasilien kommenden Patienten mit charakteristischen Hautveränderungen das Virus nachgewiesen. Rund zwei Wochen später wurde der 26-Jährige symptomfrei aus dem Krankenhaus entlassen.

Die in Deutschland bekannten Fälle stehen laut RKI in Zusammenhang mit Fällen in Ländern außerhalb Afrikas. Die Betroffenen waren demnach nicht – wie bei Infektionen in der Vergangenheit – in west- und zentralafrikanische Länder gereist, in denen das Virus endemisch ist. Viele der jetzt gemeldeten Übertragungen seien offenbar bei sexuellen Aktivitäten erfolgt, so das RKI.

Das Affenpocken-Virus ruft meist milde Symptome hervor, die gewöhnlich innerhalb weniger Wochen verschwinden. Es kann aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen. Das RKI rechnet nach eigenen Angaben mit weiteren Fällen in Deutschland, schätzt die Gefährdung der Gesundheit der breiten Bevölkerung aber als gering ein.

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Affenpocken Affenpockenvirus Pockenvirus

Gefährliche Erreger: Eine kurze Geschichte der Pockenviren | stern PLUS

Pockenviren sind eine große Familie von Erregern. Doch den gefährlichsten von ihnen konnte die Menschheit bezwingen.

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Affenpocken Affenpockenvirus ARD Bericht aus Berlin Deutschland Karl Lauterbach Quarantäne RKI Robert-Koch-Institut Virus

RKI-Empfehlung: Affenpocken: Wer infiziert ist, soll in häusliche Quarantäne – was in der Isolation alles beachtet werden muss

Eine Übertragung des Affenpockenvirus von Mensch zu Mensch gilt als selten, aber möglich. Wer sich infiziert hat, soll sich daher isolieren – mindestens 21 Tage lang. Auch alle Mitbewohner sind betroffen. Das gilt es zu beachten.

Im Mai erreichte das Affenpockenvirus Deutschland. Am 19. wurde das Virus erstmals in einem Patienten nachgewiesen, inzwischen haben sich hierzulande bereits 33 Menschen in sechs Bundesländern mit dem Virus infiziert (Stand 31. Mai). Tendenz steigend. Das Robert Koch-Institut (RKI) vermerkt dazu eher zurückhaltend: „Weitere Fälle sind in Deutschland zu erwarten.“ Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung schätzt das Institut bislang allerdings als gering ein. Die Situation werde aber weiter „sehr genau“ beobachtet. Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach glaubt weiterhin nicht an die Möglichkeit einer Affenpocken-Pandemie. Eine schöne Erkrankung sei es dennoch nicht, sagte er im „Bericht aus Berlin“ im „ARD“: „Wir müssen das eindämmen. Wir wollen auch nicht, dass es sich festsetzt“.

Wer sich mit dem Affenpockenvirus infiziert hat, soll erstmal zu Hause bleiben. Das RKI empfiehlt eine häusliche Isolation von mindestens 21 Tagen. Beendet werden soll die häusliche Quarantäne erst, wenn die Symptome abgeklungen sind. Auch alle Haushaltsmitglieder sind von den Isolationsmaßnahmen betroffen und sollten mindestens 21 Tage nach dem letzten Kontakt zu dem Infizierten zu Hause bleiben und sich selbst bezüglich möglicher Krankheitssymptome beobachten. Aber was muss in einer solchen häuslichen Quarantäne beachtet werden? Das RKI hat die wesentlichen Punkte in einem Flyer zusammengefasst.STERN PAID Affenpocken Was Sie wissen müssen 20.50

Affenpocken-Infektion: So wenige Kontakte wie möglich

Um eine weitere Übertragung zu vermeiden, wird es um Infizierte erst einmal einsam. Erkrankte, die mit anderen Menschen zusammenleben, sollten diesen möglichst aus dem Weg gehen und sich in einem Einzelzimmer separieren. Gemeinschaftsräume sollten so selten wie möglich genutzt, Hände regelmäßig gereinigt werden. Das RKI empfiehlt Einweg-Handtücher zum Abtrocknen, zumindest aber sollte jedes Haushaltsmitglied ein eigenes Handtuch nutzen. Benutzte Wäsche von Infizierten sollte separat aufbewahrt werden und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Angeraten ist es, häufig berührte Oberflächen wie Smartphones mindestens einmal täglich zu reinigen, Bad- und Toilettenoberflächen sogar nach jeder Benutzung.

Menschen mit Risikofaktoren rät das RKI in dieser Zeit, möglichst anderswo unterzukommen. Zu dieser Personengruppe zählen Kinder unter 12 Jahren, Menschen in hohem Alter, Schwangere und Menschen mit unterdrücktem Immunsystem. Ist ein Kontakt trotz Infektion nicht zu vermeiden, beispielsweise weil die Unterstützung eines anderen benötigt wird, sollte Sicherheitsabstand gewahrt werden. Das RKI schreibt von 1,5 Metern. Zudem wird das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes empfohlen, vorhandene Hautläsionen sollten vollständig bedeckt werden und auf Körperkontakt in dieser Zeit vollends verzichtet werden.

Grafik zu Affenpockenvirus
Eine Übertragung des Affenpockenvirus von Mensch zu Mensch ist selten, aber möglich.
© picture alliance/dpa/dpa-infografik GmbH

Mindestens 21 Tage Isolation

Nötig sind diese strengen Vorkehrungen, weil Übertragungen von Mensch zu Mensch zwar als selten gelten, aber möglich sind. Mögliche Übertragungswege sind direkter Körperkontakt, kontaminierte Gegenstände wie Bettwäsche und selten auch Tröpfcheninfektion. Derzeit steht im Raum, dass viele der aktuellen Übertragungen durch sexuelle Aktivitäten erfolgt sein könnten. Sicher sei das allerdings, so das RKI, noch nicht. Das Tragen von Kondomen allein, betont das Institut jedenfalls, schütze in dieser Zeit nicht vor einer Infektion. Auch auf das Kuscheln mit dem Haustier sollte laut RKI verzichtet werden. Um Übertragungen von Mensch auf Tier zu verhindern, sollten die Haustiere während der Dauer der häuslichen Quarantäne in einem separaten Raum untergebracht werden. 

Zu den Symptomen der Infektion gehören anfängliches Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen sowie geschwollene Lymphknoten einstellen, später entwickeln sich Hautveränderungen. Betroffen von dem Ausschlag sind meist Gesicht, Handflächen und Fußsohlen, aber auch an andere Körperteile wie Genitalien können Hautveränderungen auftreten. In der Regel erholen sich Erkrankte zwar binnen weniger Wochen von der Affenpocken-Infektion, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Gesundheitsminister in der vergangenen Woche. Einige Menschen könnten aber auch schwer erkranken.

Impfungen gegen Affenpocken

Schon allein deshalb ist das Bestreben groß, den Affenpocken-Ausbruch einzudämmen. Die Regierung hat außerdem vorsorglich Pockenimpfstoff bestellt. Die ersten 40.000 Dosen werden demnach in den beiden ersten Juniwochen erwartet, 200.000 weitere später. Mit dem Vakzin könnten dann laut Lauterbach – wenn nötig – beispielsweise Kontaktpersonen von Infizierten sowie Risikogruppen geimpft werden. In den USA ist das Vakzin „Imvanex“ gegen Affenpocken bereits zugelassen. Auch Virologe Gerd Sutter, er beobachtet für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ausbreitung von Pockenviren, geht davon aus, dass eine breite Impfung der Bevölkerung nicht nötig sein wird. Im Interview mit der „ZEIT“ sagte er: „Die meisten Experten rechnen damit, dass der Ausbruch jetzt nur kurz dauert und wenige Menschen betrifft.“  

Die Reaktionen auf die empfohlenen Isolationsmaßnahmen werden nicht von allen gut aufgenommen. Nachdem Infektiologe Leif Erik Sander den Flyer des RKI auf Twitter teilte, waren dort schnell Kommentare zu lesen, die von Hysterie-Post und Panikmache sprachen. Sander selbst wird in den Posts als Lobbyist und als dumm bezeichnet. Er solle sich nicht in die Hose machen, schließlich handele es sich, ist in einem anderen Schwurbel-Kommentar zu lesen, um ein „Sommerlochvirus von Karl, damit die 4fach geimpften 50jährigen FFP2-Maskenträger weiter im Panikmodus gehalten werden“. Kommentare wie diese sind für Wissenschaftler:innen längst keine Neuheit mehr. Sie sind vor allem im Zuge der Auseinandersetzung mit einem anderen Virus zur bedenklichen Selbstverständlichkeit geworden: dem Coronavirus.

Quelle: RKI 1, RKI-Flyer, ZEIT, Twitter

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Affenpocken Affenpockenvirus ARD Bericht aus Berlin Deutschland Karl Lauterbach Quarantäne RKI Robert-Koch-Institut Virus

RKI-Empfehlung: Affenpocken: Wer infiziert ist, soll in häusliche Quarantäne – was in der Isolation alles beachtet werden muss

Eine Übertragung des Affenpockenvirus von Mensch zu Mensch gilt als selten, aber möglich. Wer sich infiziert hat, soll sich daher isolieren – mindestens 21 Tage lang. Auch alle Mitbewohner sind betroffen. Das gilt es zu beachten.

Im Mai erreichte das Affenpockenvirus Deutschland. Am 19. wurde das Virus erstmals in einem Patienten nachgewiesen, inzwischen haben sich hierzulande bereits 33 Menschen in sechs Bundesländern mit dem Virus infiziert (Stand 31. Mai). Tendenz steigend. Das Robert Koch-Institut (RKI) vermerkt dazu eher zurückhaltend: „Weitere Fälle sind in Deutschland zu erwarten.“ Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung schätzt das Institut bislang allerdings als gering ein. Die Situation werde aber weiter „sehr genau“ beobachtet. Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach glaubt weiterhin nicht an die Möglichkeit einer Affenpocken-Pandemie. Eine schöne Erkrankung sei es dennoch nicht, sagte er im „Bericht aus Berlin“ im „ARD“: „Wir müssen das eindämmen. Wir wollen auch nicht, dass es sich festsetzt“.

Wer sich mit dem Affenpockenvirus infiziert hat, soll erstmal zu Hause bleiben. Das RKI empfiehlt eine häusliche Isolation von mindestens 21 Tagen. Beendet werden soll die häusliche Quarantäne erst, wenn die Symptome abgeklungen sind. Auch alle Haushaltsmitglieder sind von den Isolationsmaßnahmen betroffen und sollten mindestens 21 Tage nach dem letzten Kontakt zu dem Infizierten zu Hause bleiben und sich selbst bezüglich möglicher Krankheitssymptome beobachten. Aber was muss in einer solchen häuslichen Quarantäne beachtet werden? Das RKI hat die wesentlichen Punkte in einem Flyer zusammengefasst.STERN PAID Affenpocken Was Sie wissen müssen 20.50

Affenpocken-Infektion: So wenige Kontakte wie möglich

Um eine weitere Übertragung zu vermeiden, wird es um Infizierte erst einmal einsam. Erkrankte, die mit anderen Menschen zusammenleben, sollten diesen möglichst aus dem Weg gehen und sich in einem Einzelzimmer separieren. Gemeinschaftsräume sollten so selten wie möglich genutzt, Hände regelmäßig gereinigt werden. Das RKI empfiehlt Einweg-Handtücher zum Abtrocknen, zumindest aber sollte jedes Haushaltsmitglied ein eigenes Handtuch nutzen. Benutzte Wäsche von Infizierten sollte separat aufbewahrt werden und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Angeraten ist es, häufig berührte Oberflächen wie Smartphones mindestens einmal täglich zu reinigen, Bad- und Toilettenoberflächen sogar nach jeder Benutzung.

Menschen mit Risikofaktoren rät das RKI in dieser Zeit, möglichst anderswo unterzukommen. Zu dieser Personengruppe zählen Kinder unter 12 Jahren, Menschen in hohem Alter, Schwangere und Menschen mit unterdrücktem Immunsystem. Ist ein Kontakt trotz Infektion nicht zu vermeiden, beispielsweise weil die Unterstützung eines anderen benötigt wird, sollte Sicherheitsabstand gewahrt werden. Das RKI schreibt von 1,5 Metern. Zudem wird das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes empfohlen, vorhandene Hautläsionen sollten vollständig bedeckt werden und auf Körperkontakt in dieser Zeit vollends verzichtet werden.

Grafik zu Affenpockenvirus
Eine Übertragung des Affenpockenvirus von Mensch zu Mensch ist selten, aber möglich.
© picture alliance/dpa/dpa-infografik GmbH

Mindestens 21 Tage Isolation

Nötig sind diese strengen Vorkehrungen, weil Übertragungen von Mensch zu Mensch zwar als selten gelten, aber möglich sind. Mögliche Übertragungswege sind direkter Körperkontakt, kontaminierte Gegenstände wie Bettwäsche und selten auch Tröpfcheninfektion. Derzeit steht im Raum, dass viele der aktuellen Übertragungen durch sexuelle Aktivitäten erfolgt sein könnten. Sicher sei das allerdings, so das RKI, noch nicht. Das Tragen von Kondomen allein, betont das Institut jedenfalls, schütze in dieser Zeit nicht vor einer Infektion. Auch auf das Kuscheln mit dem Haustier sollte laut RKI verzichtet werden. Um Übertragungen von Mensch auf Tier zu verhindern, sollten die Haustiere während der Dauer der häuslichen Quarantäne in einem separaten Raum untergebracht werden. 

Zu den Symptomen der Infektion gehören anfängliches Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen sowie geschwollene Lymphknoten einstellen, später entwickeln sich Hautveränderungen. Betroffen von dem Ausschlag sind meist Gesicht, Handflächen und Fußsohlen, aber auch an andere Körperteile wie Genitalien können Hautveränderungen auftreten. In der Regel erholen sich Erkrankte zwar binnen weniger Wochen von der Affenpocken-Infektion, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Gesundheitsminister in der vergangenen Woche. Einige Menschen könnten aber auch schwer erkranken.

Impfungen gegen Affenpocken

Schon allein deshalb ist das Bestreben groß, den Affenpocken-Ausbruch einzudämmen. Die Regierung hat außerdem vorsorglich Pockenimpfstoff bestellt. Die ersten 40.000 Dosen werden demnach in den beiden ersten Juniwochen erwartet, 200.000 weitere später. Mit dem Vakzin könnten dann laut Lauterbach – wenn nötig – beispielsweise Kontaktpersonen von Infizierten sowie Risikogruppen geimpft werden. In den USA ist das Vakzin „Imvanex“ gegen Affenpocken bereits zugelassen. Auch Virologe Gerd Sutter, er beobachtet für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ausbreitung von Pockenviren, geht davon aus, dass eine breite Impfung der Bevölkerung nicht nötig sein wird. Im Interview mit der „ZEIT“ sagte er: „Die meisten Experten rechnen damit, dass der Ausbruch jetzt nur kurz dauert und wenige Menschen betrifft.“  

Die Reaktionen auf die empfohlenen Isolationsmaßnahmen werden nicht von allen gut aufgenommen. Nachdem Infektiologe Leif Erik Sander den Flyer des RKI auf Twitter teilte, waren dort schnell Kommentare zu lesen, die von Hysterie-Post und Panikmache sprachen. Sander selbst wird in den Posts als Lobbyist und als dumm bezeichnet. Er solle sich nicht in die Hose machen, schließlich handele es sich, ist in einem anderen Schwurbel-Kommentar zu lesen, um ein „Sommerlochvirus von Karl, damit die 4fach geimpften 50jährigen FFP2-Maskenträger weiter im Panikmodus gehalten werden“. Kommentare wie diese sind für Wissenschaftler:innen längst keine Neuheit mehr. Sie sind vor allem im Zuge der Auseinandersetzung mit einem anderen Virus zur bedenklichen Selbstverständlichkeit geworden: dem Coronavirus.

Quelle: RKI 1, RKI-Flyer, ZEIT, Twitter

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