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Coronafall Coronapandemie Coronavirus Europameisterschaft Handball-EM Virus

Vom Virus dezimiert: Weitere Coronafälle schwächen das deutsche Team bei der Handball-EM

Die deutschen Handballer sind bei der EM weiter von der Coronapandemie schwer gebeutelt. Jetzt wurden weitere Infektionsfälle im Team publik. Wie viele Spieler und wen das Virus getroffen hat, ist noch nicht bekannt.

Vor dem Klassiker gegen Spanien zum Auftakt der EM-Hauptrunde sind Deutschlands Handballer personell erneut dezimiert worden. Im DHB-Team hat es am Mittwoch weitere Corona-Fälle gegeben, teilte der Deutsche Handballbund am Rande des Abschlusstrainings in Bratislava mit.

Somit steht Bundestrainer Alfred Gislason im Duell mit dem Titelverteidiger zum Auftakt der Hauptrunde an diesem Donnerstag (18.00 Uhr/ARD) wie schon gegen Polen nur ein Rumpfteam zur Verfügung. Wie viele und welche Spieler positiv getestet wurden, blieb zunächst offen.Handball EM Deutschland Corona

Bei der lockeren Trainingseinheit am Mittwoch fehlten die Rückraumspieler Sebastian Heymann, Djibril M’Bengue und Christoph Steinert sowie Linksaußen Rune Dahmke. Ob alle vier positiv getestet wurden, blieb zunächst unklar. Details will der Verband zu späterer Zeit bekanntgeben. Das Training habe auf freiwilliger Basis stattgefunden, hieß es.

Mit dabei waren die Nachrücker Daniel Rebmann und Patrick Zieker, die am Mittwochmittag in Bratislava eingetroffen waren. Insgesamt hat Gislason schon sieben Spieler nachnominiert, nachdem es in den vergangenen Tagen bereits neun positive Corona-Fälle im DHB-Team gegeben hatte.Henning Fritz16.25

Trotz dieser Dezimierung hatte die deutsche Mannschaft das Vorrundenfinale gegen Polen am Dienstag mit 30:23 gewonnen und damit zwei Punkte in die Hauptrunde mitgenommen. Dort sind neben Spanien noch der EM-Dritte Norwegen, der WM-Zweite Schweden und Russland die Gegner.

Kurios: Mit Torhüter Joachim Bitter hatte das Team gegen Polen nur einen ausgebildeten Torwart in ihren Reihen. Wenn Bitter sich verletzt hätte, wäre mit Paul Drux ein Feldspieler ins Tor eingerückt.

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Christian Drosten Deutschland FAZ Gastronomie Kontaktverfolgung Pandemie Partner Virus

Kontaktverfolgung – und dann?: Bezahlfunktion und mehr: Die Luca-App will auch nach der Pandemie nicht verschwinden

Mit dem Ende der Pandemie wird auch die Kontaktverfolgung ihren Sinn verlieren – und auch die darauf spezialisierte App Luca. Nun haben die Macher der App verraten, wie sie weiter relevant bleiben wollen.

Wer hatte wann mit wem Kontakt – diese Frage soll den Gesundheitsämtern seit Beginn der Pandemie helfen, mögliche Infektionensketten zu brechen. Eine Unterstützung dabei wollte die Luca-App sein. Innerhalb kürzester Zeit schaffte es die App durch die Pandemie, sich in unzähligen Gastronomie-Betrieben und Ladengeschäften zu etablieren. Jetzt könnte bald das Ende der Beschränkungen anstehen. Und damit auch das Ende der Notwendigkeit für Luca.

Das ist wohl auch den Machern der App, den Unternehmen Culture4Life, beziehungsweise Nexenio, aufgefallen. „Viele Experten erwarten im Laufe des Jahres eine endemische Situation in Deutschland „, beginnt ein Blogpost zur Zukunft der App. Die steht nämlich durchaus auf dem Spiel. Anders als bei der aktuellen Pandemie würde bei einer endemischen Situation dann nicht mehr eine ständige, konkrete Infektionsgefahr bestehen. Das Virus würde in der von Experten wie dem Virologen Christian Drosten erwarteten Situation dann ähnlich wie die Grippe Teil des Alltags sein, eine ständige Kontaktverfolgung entfiele. Luca will deshalb sein Angebot überarbeiten – und sich als Partner für Gastronomen und Läden umdefinieren.STERN PAID Luca App funktioniert nicht 1240

Luca neu gedacht

Zunächst wird allerdings das Kern-Angebot umgekrempelt. Anders als aktuell gibt es in einer endemischen Situation in der Regel nur einzelne, lokale Ausbrüche. Eine allgemeine Verpflichtung zur Kontaktverfolgung und die entsprechende Infrastruktur sind dann aber kaum zu rechtfertigen. Das überarbeitete Luca soll das widerspiegeln. „Damit dem Gesundheitsschutz weiterhin maximal gedient ist, will Luca den Bundesländern die Flexibilität geben, Luca immer dann einzusetzen, wenn sie es brauchen“, erklärt der Post.

Statt strikter Dauerabos können sie die App dann einfach als Service buchen, solange es sinnvoll erscheint. Damit das attraktiv bleibt, werden sogar die Preise halbiert. Statt 18.000 Euro im Monat pro Gesundheitsamt sollen die Länder nun nur noch die Hälfte zahlen, berichtet „Heise“. „Eine entsprechende Information wurde bereits an die Bundesländer geschickt“, erklärt Luca.

Zudem will die sich App breiter aufstellen. Die Funktionen sollen dabei erheblich erweitert werden. Luca überlegt, den Impfnachweis und den Personalausweis in der App zu verbinden, das soll die Kontrollen einfacher machen. Noch weiter gehen Pläne, eine eigene Bezahlfunktion einzubauen. Mit der könnten die Kunden dann direkt über die App bezahlen, die Preise sollen für Gastronomen günstiger sein als die etablierten Systeme von Visa oder Mastercard, sagte Culture4life-Chef Patrick Hennig der „FAZ“.App Store Apple Beliebte Apps 2021 17.25

Umstrittene App

Das Umdenken dürfte nicht nur auf die Entwicklung in Richtung Endemie zurückzuführen sein. In den letzten Monaten hatte Luca immer wieder heftig unter Beschuss gestanden, war etwa im Dezember von der Expertin Bianca Kastl als „technisch und der Wirkung tot“ bezeichnet worden (hier lesen Sie mehr). Zudem hatte ein Versuch der Polizei von Rheinland-Pfalz für Ärger gesorgt, über falsche Infektionswarnungen an Kontaktdaten der App zu kommen (hier lesen Sie mehr). Zwar traf die Luca-Entwickler in diesem Fall keine Schuld, der Rufschaden war da aber schon entstanden.

Viel schwerwiegender dürfte aber sein, dass in den letzten Wochen auch mehrere Bundesländer ihre Verträge mit den App-Betreibern zu hinterfragen begannen. Schleswig-Holstein hat den Vertrag bereits gekündigt, auch Bremen will einem Bericht von Netzpolitik aussteigen, andere Bundesländer wägen entsprechende Empfehlungen noch ab. Dabei scheint vor allem eine Rolle zu spielen, dass die Gesundheitsämter die von Luca gesammelten Daten offenbar schlicht nicht zu brauchen scheinen. Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard bringt das Dilemma mit der Zahl der durch die Gesundheitsbehörden des Stadtstaates erfolgten Anfragen an Luca auf den Punkt: Es waren genau zehn.

Quellen:Luca, FAZ, Netzpolitik

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Christian Drosten Deutschland FAZ Gastronomie Kontaktverfolgung Pandemie Partner Virus

Kontaktverfolgung – und dann?: Luca nach der Pandemie: So will sich die umstrittene App in die Zukunft retten

Mit dem Ende der Pandemie wird auch die Kontaktverfolgung ihren Sinn verlieren – und auch die darauf spezialisierte App Luca. Nun haben die Macher der App verraten, wie sie weiter relevant bleiben wollen.

Wer hatte wann mit wem Kontakt – diese Frage soll den Gesundheitsämtern seit Beginn der Pandemie helfen, mögliche Infektionensketten zu brechen. Eine Unterstützung dabei wollte die Luca-App sein. Innerhalb kürzester Zeit schaffte es die App durch die Pandemie, sich in unzähligen Gastronomie-Betrieben und Ladengeschäften zu etablieren. Jetzt könnte bald das Ende der Beschränkungen anstehen. Und damit auch das Ende der Notwendigkeit für Luca.

Das ist wohl auch den Machern der App, den Unternehmen Culture4Life, beziehungsweise Nexenio, aufgefallen. „Viele Experten erwarten im Laufe des Jahres eine endemische Situation in Deutschland „, beginnt ein Blogpost zur Zukunft der App. Die steht nämlich durchaus auf dem Spiel. Anders als bei der aktuellen Pandemie würde bei einer endemischen Situation dann nicht mehr eine ständige, konkrete Infektionsgefahr bestehen. Das Virus würde in der von Experten wie dem Virologen Christian Drosten erwarteten Situation dann ähnlich wie die Grippe Teil des Alltags sein, eine ständige Kontaktverfolgung entfiele. Luca will deshalb sein Angebot überarbeiten – und sich als Partner für Gastronomen und Läden umdefinieren.STERN PAID Luca App funktioniert nicht 1240

Luca neu gedacht

Zunächst wird allerdings das Kern-Angebot umgekrempelt. Anders als aktuell gibt es in einer endemischen Situation in der Regel nur einzelne, lokale Ausbrüche. Eine allgemeine Verpflichtung zur Kontaktverfolgung und die entsprechende Infrastruktur sind dann aber kaum zu rechtfertigen. Das überarbeitete Luca soll das widerspiegeln. „Damit dem Gesundheitsschutz weiterhin maximal gedient ist, will Luca den Bundesländern die Flexibilität geben, Luca immer dann einzusetzen, wenn sie es brauchen“, erklärt der Post.

Statt strikter Dauerabos können sie die App dann einfach als Service buchen, solange es sinnvoll erscheint. Damit das attraktiv bleibt, werden sogar die Preise halbiert. Statt 18.000 Euro im Monat pro Gesundheitsamt sollen die Länder nun nur noch die Hälfte zahlen, berichtet „Heise“. „Eine entsprechende Information wurde bereits an die Bundesländer geschickt“, erklärt Luca.

Zudem will die sich App breiter aufstellen. Die Funktionen sollen dabei erheblich erweitert werden. Luca überlegt, den Impfnachweis und den Personalausweis in der App zu verbinden, das soll die Kontrollen einfacher machen. Noch weiter gehen Pläne, eine eigene Bezahlfunktion einzubauen. Mit der könnten die Kunden dann direkt über die App bezahlen, die Preise sollen für Gastronomen günstiger sein als die etablierten Systeme von Visa oder Mastercard, sagte Culture4life-Chef Patrick Hennig der „FAZ“.App Store Apple Beliebte Apps 2021 17.25

Umstrittene App

Das Umdenken dürfte nicht nur auf die Entwicklung in Richtung Endemie zurückzuführen sein. In den letzten Monaten hatte Luca immer wieder heftig unter Beschuss gestanden, war etwa im Dezember von der Expertin Bianca Kastl als „technisch und der Wirkung tot“ bezeichnet worden (hier lesen Sie mehr). Zudem hatte ein Versuch der Polizei von Rheinland-Pfalz für Ärger gesorgt, über falsche Infektionswarnungen an Kontaktdaten der App zu kommen (hier lesen Sie mehr). Zwar traf die Luca-Entwickler in diesem Fall keine Schuld, der Rufschaden war da aber schon entstanden.

Viel schwerwiegender dürfte aber sein, dass in den letzten Wochen auch mehrere Bundesländer ihre Verträge mit den App-Betreibern zu hinterfragen begannen. Schleswig-Holstein hat den Vertrag bereits gekündigt, auch Bremen will einem Bericht von Netzpolitik aussteigen, andere Bundesländer wägen entsprechende Empfehlungen noch ab. Dabei scheint vor allem eine Rolle zu spielen, dass die Gesundheitsämter die von Luca gesammelten Daten offenbar schlicht nicht zu brauchen scheinen. Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard bringt das Dilemma mit der Zahl der durch die Gesundheitsbehörden des Stadtstaates erfolgten Anfragen an Luca auf den Punkt: Es waren genau zehn.

Quellen:Luca, FAZ, Netzpolitik

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Bundesregierung Coronavirus Deutsche Telekom Deutschland Karl Lauterbach Nicolai Savaskan Pandemie SAP SPD Virus

Pandemie: Alles auf Rot: Wie Omikron den Sinn der Corona-Warn-App gefährdet

Wer einen Risiko-Kontakt hatte, soll das schnell wissen – das ist die Kern-Funktion der Corona-Warn-App. Die hohen Zahlen der Omikron-Welle erweisen sich nun als Belastungsprobe.

Mit über 40 Millionen Downloads gehört die offizielle Corona-Warn-App des Bundes zu den erfolgreichsten digitalen Tools weltweit, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Knapp 1,3 Millionen Infizierte in Deutschland haben über die App vor risikoreichen Begegnungen gewarnt. Etwa mit rechtzeitigem Testen für Betroffene wird darauf abgezielt, eine weitere Virus-Ausbreitung zu unterbinden.

Doch trotz dieser Erfolgsgeschichte reißt die Kritik am Konzept und an der konkreten Umsetzung nicht ab. Im Sommer 2020 zur Einführung ging es noch um die Frage, warum die App so spät kommt und warum die Konzerne SAP und Deutsche Telekom Millionen für die Entwicklung und Betrieb kassieren dürfen. Inzwischen geht es aber vor allem um die Frage, ob die App ihren eigentlichen Zweck erfüllen kann, nämlich einen nennenswerten Beitrag zur Eindämmung der Pandemie zu leisten.STERN PAID Corona Selbsttests im Selbsttest Schnelltests 13.15

Stumpfen ständig rote Meldungen ab?

Bereits vor gut einem Jahr rührten sich Zweifel an der Warnfunktion. Die Macher hatten im Dezember 2020 den Algorithmus der Kontaktberechnungen verändert, um präziser zu ermitteln, welche Begegnungen gezählt werden sollen. Als Folge der Änderung verschwand die Anzeige von vielen Begegnungen mit niedrigem Risiko, weil diese für die Eindämmung der Infektionsketten keine Rolle spielten. Etliche Anwender zogen daraus aber den Schluss, dass die App ihre Wächterfunktion eingestellt hat, und deinstallierten die scheinbar nutzlose Anwendung wieder.

Die aktuelle Omikron-Welle löst nun den gegenteiligen Effekt aus. Viele Anwenderinnen und Anwender bekommen nun ständig die rote Kachel mit dem Warnhinweis „Erhöhtes Risiko“ angezeigt, weil sich Tag für Tag Zehntausende neu mit dem Virus infizieren und das positive Testergebnis auch in die App eintragen. Auf dem Twitterkanal der App wurden Nutzer kürzlich bereits dazu aufgerufen, die Risikoermittlung im Testcenter kurz auszuschalten: Das verhindere viele unnötige Warnungen an dem Tag, hieß es.

PCR-Tests werden knapp

Folgt man den Empfehlungen der Bundesregierung, müssten Nutzer mit einer roten Warnmeldung sich beim Hausarzt beziehungsweise dem örtlichen Gesundheitsamt melden. „Diese entscheiden anhand möglicher Krankheitssymptome, wie verfahren wird.“ Bei einer Warnung über ein erhöhtes Risiko bestehe Anspruch auf einen kostenlosen Test (PCR-Test oder Antigentest). Das gelte auch für vollständig Geimpfte. 

Aber auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ahnt, wie schwierig es in diesen Tagen und Wochen sein wird, diese offizielle Empfehlung komplett umzusetzen, weil zumindest die Gesundheitsämter und PCR-Testzentren hoffnungslos überlastet sind. Der studierte Mediziner gibt sich immerhin mit einfacheren Maßnahmen zufrieden: „Wenn hier ein Test veranlasst wird, ein Antigentest, oder man macht ihn zumindest selbst, dann kann man damit das Pandemiegeschehen wesentlich entschleunigen“, sagte er am Dienstag. „Gerade wenn es sehr viele Warnungen gibt, die dann zu Testungen führen, dann ist das ein ganz wichtiger Baustein zur Entschleunigung der galoppierenden Pandemie.“

„Die Corona-Warn-App tut jetzt ihren Dienst“ – Karl Lauterbach (SPD)

Der Minister stellt deshalb auch die App nicht infrage: „Die Corona-Warn-App tut jetzt ihren Dienst“, sagte er. Dies gelte auch, wenn sie wegen Omikron oft anschlage.

„Die App funktioniert und wirkt – vor allem in dieser Phase der Pandemie. Das sehen wir auch an den Download-Zahlen, die kontinuierlich steigen“, teilte ein Sprecher der Corona-Warn-App auf Anfrage mit. Die App leiste einen wichtigen Beitrag beim Unterbrechen von Infektionsketten, ohne Gesundheitsämter zu belasten.

Lobende Worte kommen auch von Nicolai Savaskan, dem Amtsarzt des Berliner Bezirks Neukölln, wo die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit mit über 1500 bundesweit am höchsten ist. „Im Vergleich zum Beginn der Pandemie gehen die Leute viel kompetenter mit den Warnungen um“, findet er. Man erlebe trotz der hohen Anwenderquote keinen Ansturm wegen der App-Warnungen. Geht es um das Veranlassen eines Tests, seien die Umstände des Risikokontakts ausschlaggebend.20.25 Urlaubsländer

Die App macht es möglich, etwas zu tun. Aber was?

Das Testen nach App-Warnung ist für Savaskan jedoch eher ein Randaspekt: einfacheres Nachverfolgen von Kontakten, Chancen für die Gesundheitskommunikation auch nach der Pandemie – in diese Richtung denkt der Amtsarzt. Für Bürger sieht er in der Pandemie auch einen Nutzen auf psychologischer Ebene: Sie könnten selbst etwas bewirken.

Es sei vor allem das „Rätselraten“ nach einer Warnung, das die App kompliziert mache, findet die Infektiologin Jana Schroeder (Stiftung Mathias-Spital, Rheine): Wann genau mag ein Risikokontakt wohl stattgefunden haben? Trug man währenddessen eine Maske? Könnte die Warnung womöglich auch vom Nachbarn hinter der Zimmerwand kommen?

Wenn die Warnungen zwar technisch richtig, aber inhaltlich störanfällig seien – etwa weil die sicher getragene Maske nicht berücksichtigt wird – dann nützten sie auch weniger, meint Schroeder. Grundsätzlich funktionierten auch andere Konzepte gegen Corona, wie das Pool-Testen an Schulen, nur gut bei niedriger Inzidenz.

Nach einer kürzlich aufgeploppten Warnung hat Schroeder für sich den Schluss gezogen, in öffentliche Situationen immer eine dicht sitzende FFP2-Maske zu tragen, wie sie berichtet. Künftige Warnungen seien dann noch für sie von Interesse, „aber es hat ansonsten keine Auswirkungen“, weil sie sich mit der Maske gut geschützt sieht.

Konfrontation führt zu mehr Eigenschutz

Diese Entscheidung zeigt auch: Gerade das Rätselraten könnte dazu führen, dass das eigene Schutzverhalten eher überdacht wird. Auch das gefühlte Risiko verändert sich womöglich. Vom Sprecher der App hieß es, dass Auswertungen von 2021 nahelegten, dass eine Begegnung mit einem nachweislich Infizierten zu einer Verhaltensänderung führe.Lucas Cordalis

Der Frankfurter Epidemiologe Timo Ulrichs findet die App zwar momentan noch sinnvoll. „Wenn wir mehr und mehr in die Hochphase der Omikron-Welle gehen, stößt diese App an Grenzen“, so der Forscher in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk. Die Ausbreitung werde dann so dicht sein, dass wenige Möglichkeiten blieben, Übertragungswege zu unterbrechen.

Neue Funktionen sollen App relevant halten

Der Corona-Warn-App kommt mittlerweile zugute, dass sie nicht allein wegen ihrer Kernfunktion – dem Ermitteln risikoreicher Begegnungen – einen fest Platz auf unzähligen Smartphones gefunden hat. Sie hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahren zu einem digitalen Schweizer Taschenmesser in der Pandemiebekämpfung entwickelt. Populär ist vor allem die Funktion, die Impfzertifikate, Genesenennachweise oder Testergebnisse in der App zu speichern und bei Bedarf schnell vorzeigen zu können.

Die jüngste Version der App kann jetzt auch dabei helfen, gültige Impf- oder Genesenenzertifikate sowie einen digitalen Testnachweis in einem Rutsch anzuzeigen. Das soll es erleichtern, einen 2G-plus-Nachweis zu erbringen. Bei der Boosterimpfung hat die neue Funktion allerdings noch Probleme. Die Programmierer der SAP arbeiten allerdings schon daran, auch dieses Problem aus dem Weg zu räumen.

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Coronavirus Gorillas Schneeleopard Virus Weltgesundheitsorganisation

Zoonosen: Nach Corona-Alarm bei Hamstern in Hongkong: Auch diese Tiere haben sich mit dem Virus angesteckt

In Hongkong sollen rund 2000 Hamster eingeschläfert werden – aus Sorge, sie könnten mit dem Coronavirus infiziert sein. Der Fall ist nicht überraschend. Auch viele weitere Tiere können sich mit dem Coronavirus infizieren. Und: Sars-CoV-2 ist stärker als andere Krankheiten auf Tiere übertragbar. Ein Überblick in Bildern.

In Hongkong sollen rund 2000 Hamster eingeschläfert werden – aus Sorge, sie könnten mit dem Coronavirus infiziert sein. Der Fall ist nicht überraschend. Auch viele weitere Tiere können sich mit dem Coronavirus infizieren. Und: Sars-CoV-2 ist stärker als andere Krankheiten auf Tiere übertragbar. Ein Überblick in Bildern.

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Bundestag Coronavirus Impfpflicht Karl Lauterbach Olaf Scholz Omikron RTL SPD Ungeimpfte Virus

Gesundheitsminister: Lauterbach plädiert für Impfpflicht ab April oder Mai und erwartet Höhepunkt der Omikron-Welle Mitte Februar

Omikron ist noch nicht vorbei. Das machte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach klar. Er rechnet in ein paar Wochen mit dem Höhepunkt. Um Ungeimpfte vor einer möglichen Corona-Welle im Herbst zu schützen, fordert der SPD-Politiker eine Impfpflicht ab April oder Mai.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hält es für wichtig, dass eine mögliche Corona-Impfpflicht nach einer entsprechenden Entscheidung des Bundestags schnell in Kraft tritt. Die Impfpflicht müsse schnell kommen, sagte der SPD-Politiker am Dienstagabend in der Sendung „RTL Direkt“. „Wenn wir einen Antrag machen wollen, der noch funktioniert, dann ist das ein Antrag, der die Impfpflicht in Kraft setzt – was weiß ich – im April oder um den April herum, vielleicht im Mai.“ Zur Begründung führte er an, dass noch genug Zeit bleiben müsse, um Ungeimpfte vor einer möglichen neuen Corona-Welle im Herbst zu immunisieren.

Wer noch nicht geimpft sei, müsse „drei Impfzyklen durchlaufen (…) und bis dahin ist man dann schon im September oder Oktober“, sagte Lauterbach. „Weil das muss schnell geschehen, damit ich die Welle – und das ist ja die Begründung für die Impfpflicht –, damit ich die Welle im Herbst noch abwenden kann.“STERN PAID 03_22 Leben mit dem Virus 20.19

Lauterbach: Sieben-Tage-Inzidenz deutlich höher als gemeldet

Lauterbach und Kanzler Olaf Scholz (SPD) befürworten eine allgemeine Impfpflicht. Es soll aber keinen Regierungsvorschlag der rot-grün-gelben Koalition geben. Stattdessen sollen Abgeordneten-Gruppen Anträge zu dem Thema ins Parlament einbringen. Die Union hatte dieses Vorgehen kritisiert.

Der Bundesgesundheitsminister rechnet zudem damit, dass die Omikron-Welle erst in einigen Wochen ihren Höhepunkt erreichen wird. „Ich glaube, dass wir den Höhepunkt der Welle Mitte Februar erreichen werden, und dann könnten die Fallzahlen auch wieder sinken, aber wir sind noch nicht auf dem Höhepunkt angekommen“, sagte Lauterbach bei RTL.

Lauterbach geht zudem davon aus, dass die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz deutlich höher liegt als der am Dienstag gemeldete Wert von 553,2. Die Dunkelziffer dürfte „ungefähr beim Faktor zwei liegen“, schätzte Lauterbach. „Ob es tausend sind, wissen wir nicht genau.“ Er rechne aber mit noch höheren Fallzahlen.Corona in Europa 20.00

Lauterbach warnt vor möglichen weiteren Corona-Varianten

Lauterbach teilt die Auffassung von Experten wie dem Berliner Virologen Christian Drosten, dass sich irgendwann jeder infizieren werde. Das bedeute aber nicht, dass die Impfung überflüssig sei. „Es gibt immer noch keine Grundimmunität besonders bei Alten und Kranken“, warnte der Minister, der daher einen schnellen Beschluss des Bundestags zur Einführung einer Impfpflicht forderte.

Lauterbach warnte auch davor, dass bis zum Herbst weitere neue Varianten des Coronavirus auftauchen könnten. „Dann stünden wir mit leeren Händen da, wenn wir erneut die große Zahl der Ungeimpften haben, die wir schützen müssen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.“

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Mittwoch): „Ich bin der Auffassung, der Deutsche Bundestag sollte nach gründlicher Beratung im März über die allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus abstimmen.“ Wenn man diesen Zeitrahmen einhalten wolle, „wäre es sinnvoll, die Gruppenanträge im Februar erstmals zu beraten“. Lauterbach sagte mit Blick auf die anstehenden Beratungen im Parlament: „Ich würde sagen, dass wir Ende Februar/Anfang März da schon wichtige Debatten sehen werden.“

Unterschiedliche Auffassungen zu Impfpflicht in der Ampel

Auch die SPD-Fraktion hatte bereits das Ziel genannt, die Entscheidung im März abzuschließen. Kommende Woche Mittwoch soll es eine erste Orientierungsdebatte im Bundestag geben. SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese sagte dem RND, er erwarte weitere konkrete Gruppenanträge im Nachgang. Das Ampel-Bündnis strebt eine Abstimmung ohne die sonst übliche Fraktionsdisziplin an und begründet dies damit, es handele sich um eine ethische Frage. Auch innerhalb der Koalition gibt es unterschiedliche Auffassungen zu dem Thema – so äußerten manche FDP-Politiker Sympathie für eine Impfpflicht nur für Ältere, andere FDP-Abgeordnete um Parteivize Wolfgang Kubicki lehnen eine Impfpflicht dagegen komplett ab.

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Corona Schnelltest Coronavirus Deutschland Drogerie Selbsttest Virus

Online verfügbar: Corona-Schnelltests sind vielerorts vergriffen – wo es noch welche gibt

Seit ein paar Wochen steigt die Zahl der Neuinfektionen bundesweit – und mit ihr das Interesse an Corona-Schnelltests für zu Hause. Waren diese in den letzten Monaten überall erhältlich, sucht man die Verpackungen derzeit in vielen Drogerie- und Supermärkten vergebens. Doch wieso eigentlich?

Die vierte Welle hat Deutschland fest im Griff: Immer mehr Ungeimpfte, aber auch geimpfte Menschen stecken sich mit dem Corona-Virus an. Um sicherzugehen, dass man Freunde und Familien weiterhin guten Gewissens treffen kann, machen viele einen Schnelltest zu Hause oder auf der Arbeit. Waren die Teststäbchen zu Anfang der Pandemie fast überall vergriffen, konnte man sich mit den Schnelltests in den letzten Wochen problemlos eindecken – bis jetzt. Denn plötzlich sind die Corona-Selbsttests in vielen Geschäften nicht mehr erhältlich. Und wenn man endlich einen gefunden hat, fällt schnell auf: die Preise sind merklich gestiegen. Was hat das zu bedeuten? Und wo bekommt man noch einen Corona-Schnelltest?

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Darum sind Corona-Schnelltests oft vergriffen

Die steigende Nachfrage ist der Grund dafür, dass die Corona-Schnelltests plötzlich vergriffen sind. Bereits Anfang November verlautete aus dem Apothekerverband, dass die Verfügbarkeiten kritisch werden. „Vielerorts sind Tests nicht mehr erhältlich“, erklärte Thomas Preis, Chef des Apothekerverbandes Nordrhein e.V., der Rheinischen Post. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine Momentaufnahme, sprich es wird angenommen, dass es nur zu kurzfristigen Engpässen kommen wird – wodurch auch die steigenden Preise zu erklären sind. Und auch im Handel wird davon ausgegangen, dass die Verfügbarkeiten bald wieder steigen. Bis es soweit ist, bekommen Sie die Corona-Schnelltests noch in vielen Online-Shops und -Apotheken. Wo genau, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

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Hier sind Corona-Schnelltests noch erhältlich

Online-Apotheken wie Aponeo, Pharmeo und Shop Apotheke verfügen nach wie vor über Corona-Schnelltests für zu Hause. Und auch Parfümerien wie Douglas und Flaconi haben noch Kapazitäten. Viele Drogerieketten und Discountermarken wie zum Beispiel Rossmann, dm oder Lidl hingegen besitzen derzeit ein kleines Kontingent, verweisen deshalb in den jeweiligen Online-Shops auf ihre Filialen, in denen es nach wie vor Teststäbchen geben soll – in welchen genau, können Sie auf der Webseite in Erfahrung bringen. Und wenn selbst Internetriesen wie Amazon eine Durststrecke haben, bekommen Prime-Mitglieder über fresh noch immer einen Corona-Selbsttest. Bevor Sie sich jetzt jedoch mit einer Großbestellung eindecken, denken Sie daran, dass auch andere Menschen davon profitieren wollen. Kaufen Sie nur so viele Tests, wie Sie wirklich brauchen. Ansonsten wird es sicherlich in Kürze wieder reichlich Nachschub geben.

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So wenden Sie den Corona-Selbsttest an

Die meisten Corona-Selbsttests sind für den sogenannten Nasen- oder Rachenabstrich geeignet. Wie der Test im Detail angewendet wird, können Sie der jeweiligen Gebrauchsanweisung des Herstellers entnehmen. Wichtig zu wissen ist, dass Sie sich immer ganz genau an die Anleitung halten sollten. Je präziser Sie den Test durchführen, desto genauer ist das Ergebnis. Wenn Sie einen Corona-Schnelltest gemacht haben, müssen Sie noch einmal 15 bis 20 Minuten warten, bis Sie das Ergebnis ablesen können. Es folgt ein Beispiel, wie Sie den Corona-Selbsttest von Aponeo anwenden: 

Nasenabstrich
Möchten Sie die Probe aus der Nase entnehmen, muss der Abstrichtupfer darin eingeführt werden (mindestens 1,5 Zentimeter tief), bis Sie einen leichten Widerstand spüren. Führen Sie das Stäbchen 15 Sekunden lang vier bis sechs Mal im Kreis entlang der inneren Nasenwand – und wiederholen den Vorgang noch einmal in Ihrem anderen Nasenloch.

Rachenabstrich
Möchten Sie die Probe aus Ihrem Mund entnehmen, empfiehlt das Robert Koch-Institut, einen Spatel zur Hilfe zu nehmen – um Ihre Zunge herunterzudrücken. Anschließend müssen Sie mit dem Abstrichtupfer entlang des Rachens in kreisenden Bewegungen entlangstreichen, ohne dabei den Gaumen (oder auch die Zunge) zu berühren.

In beiden Fällen wird das Stäbchen danach in der Flüssigkeit des Extraktionsröhrchens mindestens 15 Sekunden lang eingeweicht, indem sie es mehrmals drehen und (von außen) zusammendrücken. Drücken Sie das Röhrchen erneut zusammen, wenn Sie den Tupfer entnehmen. Anschließend geben Sie vier bis fünf Tropfen der Flüssigkeit in die Aufnahmeöffnung der Testkassette. Zu guter Letzt warten Sie 15 Minuten,  bevor Sie das Ergebnis ablesen.

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Berlin Bundesregierung Coronavirus Deutsche Telekom Deutschland Download Impfnachweis Nicolai Savaskan Pandemie SAP Virus

Pandemie: Omikron-Welle stellt Corona-Warn-App auf den Prüfstand

Die Corona-Warn-App registriert nicht nur risikoreiche Begegnungen, sondern dient oft als digitaler Impfnachweis und Kontakt-Tagebuch. Aber gefährdet nun die Omikron-Welle die Kernfunktion der App?

Mit über 40 Millionen Downloads gehört die offizielle Corona-Warn-App des Bundes zu den erfolgreichsten digitalen Tools weltweit, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

Knapp 1,3 Millionen Infizierte in Deutschland haben über die App vor risikoreichen Begegnungen gewarnt. Etwa mit rechtzeitigem Testen für Betroffene wird darauf abgezielt, eine weitere Virus-Ausbreitung zu unterbinden.

Doch trotz dieser Erfolgsgeschichte reißt die Kritik am Konzept und an der konkreten Umsetzung nicht ab. Im Sommer 2020 zur Einführung ging es noch um die Frage, warum die App so spät kommt und warum die Konzerne SAP und Deutsche Telekom Millionen für Entwicklung und Betrieb kassieren dürfen. Inzwischen geht es aber vor allem um die Frage, ob die App ihren eigentlichen Zweck erfüllen kann, nämlich einen nennenswerten Beitrag zur Eindämmung der Pandemie zu leisten.

Bereits vor gut einem Jahr rührten sich Zweifel an der Warnfunktion. Die Macher hatten im Dezember 2020 den Algorithmus der Kontaktberechnungen verändert, um präziser zu ermitteln, welche Begegnungen gezählt werden sollen. Als Folge der Änderung verschwand die Anzeige von vielen Begegnungen mit niedrigem Risiko, weil diese für die Eindämmung der Infektionsketten keine Rolle spielten. Etliche Anwender zogen daraus aber den Schluss, dass die App ihre Wächterfunktion eingestellt hat, und deinstallierten die scheinbar nutzlose Anwendung wieder.

Erst zu wenig, dann zu viel

Die aktuelle Omikron-Welle löst nun den gegenteiligen Effekt aus. Viele Anwenderinnen und Anwender bekommen nun ständig die rote Kachel mit dem Warnhinweis «Erhöhtes Risiko» angezeigt, weil sich Tag für Tag Zehntausende neu mit dem Virus infizieren und das positive Testergebnis auch in die App eintragen. Auf dem Twitterkanal der App wurden Nutzer kürzlich bereits dazu aufgerufen, die Risikoermittlung im Testcenter kurz auszuschalten: Das verhindere viele unnötige Warnungen an dem Tag, hieß es.

Folgt man den Empfehlungen der Bundesregierung, müssten Nutzer mit einer roten Warnmeldung sich beim Hausarzt beziehungsweise dem örtlichen Gesundheitsamt melden. «Diese entscheiden anhand möglicher Krankheitssymptome, wie verfahren wird.» Bei einer Warnung über ein erhöhtes Risiko bestehe Anspruch auf einen kostenlosen Test (PCR-Test oder Antigentest). Das gelte auch für vollständig Geimpfte.

Aber auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ahnt, wie schwierig es in diesen Tagen und Wochen sein wird, diese offizielle Empfehlung komplett umzusetzen, weil zumindest die Gesundheitsämter und PCR-Testzentren hoffnungslos überlastet sind. Der studierte Mediziner gibt sich immerhin mit einfacheren Maßnahmen zufrieden: «Wenn hier ein Test veranlasst wird, ein Antigentest, oder man macht ihn zumindest selbst, dann kann man damit das Pandemiegeschehen wesentlich entschleunigen», sagte er am Dienstag. «Gerade wenn es sehr viele Warnungen gibt, die dann zu Testungen führen, dann ist das ein ganz wichtiger Baustein zur Entschleunigung der galoppierenden Pandemie.»

App tut ihren Dienst

Der Minister stellt deshalb auch die App nicht infrage: «Die Corona-Warn-App tut jetzt ihren Dienst», sagte er. Dies gelte auch, wenn sie wegen Omikron oft anschlage.

«Die App funktioniert und wirkt – vor allem in dieser Phase der Pandemie. Das sehen wir auch an den Download-Zahlen, die kontinuierlich steigen», teilte ein Sprecher der Corona-Warn-App auf Anfrage mit. Die App leiste einen wichtigen Beitrag beim Unterbrechen von Infektionsketten, ohne Gesundheitsämter zu belasten.

Lobende Worte kommen auch von Nicolai Savaskan, dem Amtsarzt des Berliner Bezirks Neukölln, wo die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit mit über 1500 bundesweit am höchsten ist. «Im Vergleich zum Beginn der Pandemie gehen die Leute viel kompetenter mit den Warnungen um», findet er. Man erlebe trotz der hohen Anwenderquote keinen Ansturm wegen der App-Warnungen. Geht es um das Veranlassen eines Tests, seien die Umstände des Risikokontakts ausschlaggebend.

Auch psychologischer Nutzen

Das Testen nach App-Warnung ist für Savaskan jedoch eher ein Randaspekt: einfacheres Nachverfolgen von Kontakten, Chancen für die Gesundheitskommunikation auch nach der Pandemie – in diese Richtung denkt der Amtsarzt. Für Bürger sieht er in der Pandemie auch einen Nutzen auf psychologischer Ebene: Sie könnten selbst etwas bewirken.

Es sei vor allem das «Rätselraten» nach einer Warnung, das die App kompliziert mache, findet die Infektiologin Jana Schroeder (Stiftung Mathias-Spital, Rheine): Wann genau mag ein Risikokontakt wohl stattgefunden haben? Trug man währenddessen eine Maske? Könnte die Warnung womöglich auch vom Nachbarn hinter der Zimmerwand kommen?

Wenn die Warnungen zwar technisch richtig, aber inhaltlich störanfällig seien – etwa weil die sicher getragene Maske nicht berücksichtigt wird – dann nützten sie auch weniger, meint Schroeder. Grundsätzlich funktionierten auch andere Konzepte gegen Corona, wie das Pool-Testen an Schulen, nur gut bei niedriger Inzidenz.

Nach einer kürzlich aufgeploppten Warnung hat Schroeder für sich den Schluss gezogen, in öffentlichen Situationen immer eine dicht sitzende FFP2-Maske zu tragen, wie sie berichtet. Künftige Warnungen seien dann noch für sie von Interesse, «aber es hat ansonsten keine Auswirkungen», weil sie sich mit der Maske gut geschützt sieht.

Diese Entscheidung zeigt auch: Gerade das Rätselraten könnte dazu führen, dass das eigene Schutzverhalten eher überdacht wird. Auch das gefühlte Risiko verändert sich womöglich. Vom Sprecher der App hieß es, dass Auswertungen von 2021 nahelegten, dass eine Begegnung mit einem nachweislich Infizierten zu einer Verhaltensänderung führe.

App stößt in Hochphase von Omikron an ihre Grenzen

Der Frankfurter Epidemiologe Timo Ulrichs findet die App zwar momentan noch sinnvoll. «Wenn wir mehr und mehr in die Hochphase der Omikron-Welle gehen, stößt diese App an Grenzen», so der Forscher in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk. Die Ausbreitung werde dann so dicht sein, dass wenige Möglichkeiten blieben, Übertragungswege zu unterbrechen.

Der Corona-Warn-App kommt mittlerweile zugute, dass sie nicht allein wegen ihrer Kernfunktion – dem Ermitteln risikoreicher Begegnungen – einen fest Platz auf unzähligen Smartphones gefunden hat. Sie hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahren zu einem digitalen Schweizer Taschenmesser in der Pandemiebekämpfung entwickelt. Populär ist vor allem die Funktion, die Impfzertifikate, Genesenennachweise oder Testergebnisse in der App zu speichern und bei Bedarf schnell vorzeigen zu können.

Die jüngste Version der App kann jetzt auch dabei helfen, gültige Impf- oder Genesenenzertifikate sowie einen digitalen Testnachweis in einem Rutsch anzuzeigen. Das soll es erleichtern, einen 2G-plus-Nachweis zu erbringen. Bei der Boosterimpfung hat die neue Funktion allerdings noch Probleme. Die Programmierer der SAP arbeiten allerdings schon daran, auch dieses Problem aus dem Weg zu räumen.

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Coronavirus Europameisterschaft Handball HSV Hamburg Virus

Corona zum Trotz: Das Virus setzte neun Spieler außer Gefecht – trotzdem siegten die deutschen Handballer souverän gegen Polen

Die deutschen Handballer mussten mehrere Ausfälle hinnehmen. Schuld ist das Coronavirus. Geschadet hat es der Mannschaft aber nicht. Sie konnten sich im Spiel gegen Polen durchsetzen. Es ihr dritter Sieg.

Im Anschluss an ihren kleinen EM-Coup hüpften die schwer coronageplagten deutschen Handballer Arm in Arm über das Spielfeld in Bratislava. Selbst der meist so ernste Bundestrainer Alfred Gislason lächelte an der Seite seines glücklichen Rumpfkaders so breit wie noch nie bei dieser Europameisterschaft. „Die Mannschaft hat überragenden Charakter gezeigt“, schwärmte der Isländer am Dienstagabend nach dem überraschenden 30:23 (15:12) im Vorrundenfinale gegen Polen. „Dass sie unter diesen Bedingungen und diesem Druck eine solche Leistung bringen können, ist großartig.“

Auf neun positiv getestete Akteure hatte der 62-Jährige verzichten müssen, gerade mal 14 Spieler standen ihm zur Verfügung, darunter als einziger Torwart lediglich der kurzfristig nachnominierte Johannes Bitter – trotzdem lieferte die DHB-Auswahl gegen die zuvor ebenfalls ungeschlagenen Polen einen sensationellen Auftritt ab. „Was die Mannschaft in den 60 Minuten abgerissen hat, war einer der schönsten und tollsten Momente, die wir bisher erlebt haben“, sagte Spielmacher Philipp Weber. „Dass wir so eine Performance abgeliefert haben, macht uns extrem stolz.“STERN PAID Djokovic 10.49

„Riesiges Kompliment“ vom Bundestrainer

Qualifiziert war die arg dezimierte DHB-Auswahl für die nächste Turnierphase zwar schon vorher, nun nimmt sie aber auch noch die ideale Punkteausbeute mit. Erster Gegner dort ist am Donnerstag Titelverteidiger Spanien. Mit einer ähnlich leidenschaftlichen Leistung wie gegen die Polen scheint derzeit trotz des Corona-Ausbruchs überhaupt nichts mehr ausgeschlossen. Bester Werfer vor 1076 Zuschauern in Bratislava war EM-Neuling Christoph Steinert mit neun Treffern. Überhaupt die Neulinge. Auch was der 21 Jahre alte Zweitliga-Profi Julian Köster in Bratislava zeigte, war ebenso überragend wie überraschend.

Nur den Bundestrainer wunderte es nicht. „Die individuelle Klasse kenne ich sehr gut“, sagte Gislason. „Riesiges Kompliment, was sie gezeigt haben. Überragende Abwehr, überragender Angriff – von der ersten Minute an voll da.“ Mit Blick auf das nächste Spiel gegen die extrem erfahrenen Spanier sagte Kapitän Johannes Golla: „Es wird nicht leichter. Wir wussten, dass das Spiel gegen Polen extrem wichtig ist.“

Kurzfristige Corona-Überraschungen

Was sich in Bratislava abspielte, wird unabhängig vom Ergebnis wohl einmalig in der Geschichte des deutschen Handballs bleiben: Nach fünf weiteren positiven Corona-Tests hatte Bundestrainer Gislason erst am Montagabend reagiert und fünf Spieler kurzfristig nachnominiert. Der 62-Jährige hatte sogar noch Glück, dass die erst am Dienstagmorgen angereisten Bitter, Rune Dahmke, Fabian Wiede, Paul Drux sowie Sebastian Firnhaber rechtzeitig in der Slowakei eingetroffen waren und anschließend negativ auf Corona getestet wurden. Ansonsten wäre der DHB-Kader noch deutlich stärker dezimiert gewesen.

Und weil unmittelbar vor dem Anpfiff auch noch Linksaußen Marcel Schiller und Torwart Till Klimpke positiv getestet wurden, war der 39-jährige Bitter sogar der einzig verfügbare Keeper der deutschen Mannschaft. Eine lange Eingewöhnungszeit brauchte der Weltmeister von 2007 allerdings nicht. Schon im ersten Durchgang parierte der Routinier einige Wurfversuche der Polen. Und auch der Rest des Teams schien sich angesichts der erheblichen Personalprobleme zu sagen: Jetzt erst recht! EM-Neulinge Köster oder Steinert liefen phasenweise zur Höchstform auf. Es ging ja auch nicht anders. Denn sonst war ja kaum noch jemand da.Handball EM Deutschland Corona

Kaderbesetzung für die nächsten Spiele noch unklar

„Gnadenlose Emotionen. Es war einfach begeisternd, was die Jungs gezeigt haben“, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer zur Halbzeit. „Wir hatten viel Energie und Spannung, um dagegenzuhalten“, sagte Steinert. Neben Bitter dürften auch Drux, Wiede, Dahmke und Firnhaber in der Nacht zuvor nur wenig geschlafen haben, trotzdem wehrte sich die DHB-Auswahl mit aller Macht gegen den Corona-Ausbruch und die zuvor im Turnier so souveränen Polen. Weil neben Klimpke auch der zweite Torhüter Andreas Wolff wegen Corona ausfiel, musste Bitter durchspielen.

Und wenn seinen Vorderleuten mal die Puste ausging, war der Oldie vom HSV Hamburg da. Als der junge Köster etwa in der 39. Minute in der eigenen Hälfte leichtfertig den Ball verlor, glänzte Bitter mit einer überragenden Parade gegen den frei vor ihm auftauchenden Polen. Dabei hatte Bitter kaum Handball trainiert in den vergangenen Tagen. Die gesamte deutsche Mannschaft hatte sich ebenfalls nicht mit einem Abschlusstraining auf die Partie vorbereiten können, weil sie noch auf die Ergebnisse ihrer Corona-Tests hatte warten müssen. „So etwas gab es noch nie“, sagte Gislason im ZDF.DHB Handball-Team_15.30

Dass ein Bundestrainer noch nicht weiß, welcher Kader ihm in zwei Tagen im ersten Hauptrundenspiel der EM zur Verfügung steht, gab es so auch noch nie. Um wenigstens wieder 16 Spieler zu haben, nominierte der DHB noch am Dienstag Torhüter Daniel Rebmann von Frisch Auf Göppingen sowie Außen Patrick Zieker vom TVB Stuttgart nach. Beide sollen am Mittwochmorgen zum Team stoßen. Ob danach noch weitere Corona-Fälle hinzu kommen, bleibt offen. Einen sportlichen Schaden hat die DHB-Auswahl dadurch aber auch noch nicht erlitten.

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