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Ansteckung Cornell University Coronavirus COVID - 19 Impfung Kanada New York Omikron Pandemie Sars-Cov-2 Stars Virus Weltgesundheitsorganisation WHO

Nächste Pandemie-Welle: Vom „Wildtyp“ bis zu „Cerberus“: Was wir über die neuen Corona-Varianten bereits wissen

Trotz Impfungen und vielen überstandenen Corona-Infektionen kommt es in der Pandemie zu immer neuen Varianten. Worauf zielen die Mutationen? Und was können wir tun?

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BfR Bonn Brot Deutschland DGE Ernährung Frauen Kinder Lebensmittel Männer New Orleans RKI Tiefkühlpizza Weltgesundheitsorganisation WHO

Ernährung: Zu viel Salz ist ungesund – zu wenig aber manchmal auch

Über die Risiken von hohem Salzkonsum diskutieren Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten. Inzwischen kristallisiert sich zunehmend heraus, wer besonders aufpassen sollte.

Zum Frühstück ein Croissant und ein Joghurt, mittags eine Tiefkühlpizza, abends zwei Scheiben Brot mit Käse und eine Handvoll Kartoffelchips auf dem Sofa: Mit einem solchen Essensplan ernährt man sich nicht nur ziemlich einseitig, sondern auch sehr salzreich. In diesem Beispiel wären es fast acht Gramm Speisesalz – und damit deutlich mehr als die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen täglichen sechs Gramm, was etwa einem Teelöffel entspricht, oder gar die fünf Gramm, zu denen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät.

Seit Jahren warnen Ernährungsforscher, Fachgesellschaften und Mediziner, dass wir zu viel Salz essen. Studien zeigen, dass zu viel Salz im Essen ungesund ist – zu wenig kann aber auch schädlich sein.

Männer, Kinder und Jugendliche vor allem betroffen

Tatsächlich nehmen laut einer Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) 70 Prozent der Frauen und 80 Prozent der Männer in Deutschland mehr als sechs Gramm Speisesalz pro Tag zu sich, 39 Prozent der Frauen und 50 Prozent der Männer mehr als zehn Gramm pro Tag und bei 15 Prozent der Frauen und 23 Prozent der Männer sind es gar mehr als 15 Gramm täglich. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) konsumieren vor allem Männer, Kinder und Jugendliche zu viel Salz.

Mit einem hohen Salzkonsum gingen allerdings gesundheitliche Risiken einher, warnt die DGE, vor allem Bluthochdruck. Der wiederum sei einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Zudem sei eine hohe Speisesalzzufuhr mehreren Studien zufolge mit einem erhöhten Magenkrebsrisiko verbunden. Auch das Immunsystem soll bei zu viel Salz leiden.

Das Problem: Salz ist in vielen Lebensmitteln enthalten, auch in solchen, bei denen man es auf den ersten Blick nicht vermuten würde. So weist eine Scheibe Graubrot nach DGE-Angaben durchschnittlich 0,6 Gramm Speisesalz auf – und damit mehr als eine Handvoll Chips. In einer Bratwurst stecken 2,2 Gramm Salz, in einer handelsüblichen Dose Hühnernudelsuppe knapp 4 Gramm.

Verringerte Lebenserwartung

Doch nicht nur das in Lebensmitteln bereits enthaltene Salz ist problematisch – auch das ständige Nachsalzen von Gerichten kann gefährlich sein. Das berichteten US-Wissenschaftler kürzlich im Fachblatt „European Heart Journal“. Männer, die beim Essen häufig zum Salzstreuer griffen, hätten eine um gut zwei Jahre verringerte Lebenserwartung, Frauen verkürzten ihre Lebensspanne um anderthalb Jahre, so das Ergebnis der Studie mit 500.000 Teilnehmenden.

Insgesamt hätten Nachsalzer verglichen mit Menschen, die nie oder selten Salz zugaben, ein um 28 Prozent erhöhtes Risiko, vorzeitig zu sterben. In der westlichen Ernährung mache dieses Nachsalzen am Tisch 6 bis 20 Prozent der gesamten Salzaufnahme aus, erklärt Hauptautor und Ernährungswissenschaftler Lu Qi. Die Studie ergab allerdings auch, dass jene Salz-Liebhaber, die besonders viel Obst und Gemüse essen, ein etwas geringeres Sterberisiko hatten. „Dieses Ergebnis hat uns nicht überrascht, da Obst und Gemüse wichtige Quellen für Kalium sind, das eine schützende Wirkung hat und mit einem geringeren Risiko eines vorzeitigen Todes in Verbindung gebracht wird“, sagt Qi.

Tatsächlich passt diese Beobachtung zu einer weiteren kürzlich veröffentlichten Studie, der zufolge insbesondere Frauen durch eine erhöhte Kaliumaufnahme die Risiken ihres Salzkonsums bis zu einem gewissen Grad kompensieren können. Kalium unterstützt die Ausscheidung von Natrium mit dem Urin und ist vor allem in Bananen, Avocados und Lachs enthalten.

Sollte man sich also ein Beispiel an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) nehmen, der bekanntermaßen auf eine salzarme Ernährung setzt? Nicht unbedingt. Denn auch zu wenig Salz kann schädlich sein.

Speisesalz besteht hauptsächlich aus Natriumchlorid (NaCl) und stellt die Hauptquelle in unserer Ernährung für Natrium und Chlorid da – Stoffe, die zentral für die Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushalts der Zellen sind.

Salzverzicht kann zu Herz-Kreislauf-Komplikationen führen

Schon vor Jahren sorgte eine Studie kanadischer Wissenschaftler für Aufsehen, der zufolge extremer Salzverzicht bei Menschen mit normalem Blutdruck sogar zu Herz-Kreislauf-Komplikationen führen könne. Ein höherer Salzkonsum führte in dieser Gruppe nicht zu mehr Herzinfarkten und Schlaganfällen, erst ab gut zwölf Gramm Salz oder fünf Gramm reinen Natriums bestünden gesundheitliche Risiken, hieß es. Die Mediziner empfahlen daher eine natriumarme Kost eher für Menschen mit Bluthochdruck, die bislang sehr viel Salz zu sich genommen hätten. Auch eine chinesische Beobachtungsstudie stellte fest, dass sich bei bestimmten Formen der Herzinsuffizienz eine besonders salzarme Kost negativ auswirken könnte.

Angesichts des hohen Salzgehalts vieler Fertigprodukte, aber auch Grundnahrungsmittel wie Brot und Milchprodukte scheint es indes eher unwahrscheinlich, sich unbeabsichtigt zu salzarm zu ernähren. Umgekehrt sind die empfohlenen Grenzwerte schnell erreicht. Wer nun weniger Natriumchlorid zu sich nehmen will, findet in Fachgeschäften und Reformhäusern Kochsalzersatz aus Kaliumchlorid. Doch dieses Ersatzsalz kann für Menschen mit bestimmten Erkrankungen – etwa der Nieren, des Herzens oder der Leber – gefährlich werden, da diese mit einem Risiko für einen erhöhten Kaliumspiegel im Blut einhergehen. Daher sollte Salzersatz nur nach ärztlichem Rat genutzt werden.

Um Salz einzusparen, rät die DGE eher, den Verzehr verarbeiteter Lebensmittel zu reduzieren und stattdessen mehr unverarbeitetes Obst und Gemüse zu essen. Beim Kochen sollten zunächst Gewürze und frische Kräuter verwendet werden. Benutzt man dann doch Salz, sollte dieses mit Jod und Fluorid angereichert sein. Vor allem aber brauche man Geduld auf dem Weg zu salzärmerer Kost, so die DGE-Empfehlung: „Wenn man die Speisesalzzufuhr verringern möchte, ist es am besten, wenn dies in kleinen Schritten passiert, damit man sich an den schwächeren Salzgeschmack gewöhnen kann.“

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BfR Bonn Brot Deutschland DGE Ernährung Frauen Kinder Lebensmittel Männer New Orleans RKI Tiefkühlpizza Weltgesundheitsorganisation WHO

Ernährung: Zu viel Salz ist ungesund – zu wenig aber manchmal auch

Über die Risiken von hohem Salzkonsum diskutieren Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten. Inzwischen kristallisiert sich zunehmend heraus, wer besonders aufpassen sollte.

Zum Frühstück ein Croissant und ein Joghurt, mittags eine Tiefkühlpizza, abends zwei Scheiben Brot mit Käse und eine Handvoll Kartoffelchips auf dem Sofa: Mit einem solchen Essensplan ernährt man sich nicht nur ziemlich einseitig, sondern auch sehr salzreich. In diesem Beispiel wären es fast acht Gramm Speisesalz – und damit deutlich mehr als die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen täglichen sechs Gramm, was etwa einem Teelöffel entspricht, oder gar die fünf Gramm, zu denen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät.

Seit Jahren warnen Ernährungsforscher, Fachgesellschaften und Mediziner, dass wir zu viel Salz essen. Studien zeigen, dass zu viel Salz im Essen ungesund ist – zu wenig kann aber auch schädlich sein.

Männer, Kinder und Jugendliche vor allem betroffen

Tatsächlich nehmen laut einer Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) 70 Prozent der Frauen und 80 Prozent der Männer in Deutschland mehr als sechs Gramm Speisesalz pro Tag zu sich, 39 Prozent der Frauen und 50 Prozent der Männer mehr als zehn Gramm pro Tag und bei 15 Prozent der Frauen und 23 Prozent der Männer sind es gar mehr als 15 Gramm täglich. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) konsumieren vor allem Männer, Kinder und Jugendliche zu viel Salz.

Mit einem hohen Salzkonsum gingen allerdings gesundheitliche Risiken einher, warnt die DGE, vor allem Bluthochdruck. Der wiederum sei einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Zudem sei eine hohe Speisesalzzufuhr mehreren Studien zufolge mit einem erhöhten Magenkrebsrisiko verbunden. Auch das Immunsystem soll bei zu viel Salz leiden.

Das Problem: Salz ist in vielen Lebensmitteln enthalten, auch in solchen, bei denen man es auf den ersten Blick nicht vermuten würde. So weist eine Scheibe Graubrot nach DGE-Angaben durchschnittlich 0,6 Gramm Speisesalz auf – und damit mehr als eine Handvoll Chips. In einer Bratwurst stecken 2,2 Gramm Salz, in einer handelsüblichen Dose Hühnernudelsuppe knapp 4 Gramm.

Verringerte Lebenserwartung

Doch nicht nur das in Lebensmitteln bereits enthaltene Salz ist problematisch – auch das ständige Nachsalzen von Gerichten kann gefährlich sein. Das berichteten US-Wissenschaftler kürzlich im Fachblatt „European Heart Journal“. Männer, die beim Essen häufig zum Salzstreuer griffen, hätten eine um gut zwei Jahre verringerte Lebenserwartung, Frauen verkürzten ihre Lebensspanne um anderthalb Jahre, so das Ergebnis der Studie mit 500.000 Teilnehmenden.

Insgesamt hätten Nachsalzer verglichen mit Menschen, die nie oder selten Salz zugaben, ein um 28 Prozent erhöhtes Risiko, vorzeitig zu sterben. In der westlichen Ernährung mache dieses Nachsalzen am Tisch 6 bis 20 Prozent der gesamten Salzaufnahme aus, erklärt Hauptautor und Ernährungswissenschaftler Lu Qi. Die Studie ergab allerdings auch, dass jene Salz-Liebhaber, die besonders viel Obst und Gemüse essen, ein etwas geringeres Sterberisiko hatten. „Dieses Ergebnis hat uns nicht überrascht, da Obst und Gemüse wichtige Quellen für Kalium sind, das eine schützende Wirkung hat und mit einem geringeren Risiko eines vorzeitigen Todes in Verbindung gebracht wird“, sagt Qi.

Tatsächlich passt diese Beobachtung zu einer weiteren kürzlich veröffentlichten Studie, der zufolge insbesondere Frauen durch eine erhöhte Kaliumaufnahme die Risiken ihres Salzkonsums bis zu einem gewissen Grad kompensieren können. Kalium unterstützt die Ausscheidung von Natrium mit dem Urin und ist vor allem in Bananen, Avocados und Lachs enthalten.

Sollte man sich also ein Beispiel an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) nehmen, der bekanntermaßen auf eine salzarme Ernährung setzt? Nicht unbedingt. Denn auch zu wenig Salz kann schädlich sein.

Speisesalz besteht hauptsächlich aus Natriumchlorid (NaCl) und stellt die Hauptquelle in unserer Ernährung für Natrium und Chlorid da – Stoffe, die zentral für die Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushalts der Zellen sind.

Salzverzicht kann zu Herz-Kreislauf-Komplikationen führen

Schon vor Jahren sorgte eine Studie kanadischer Wissenschaftler für Aufsehen, der zufolge extremer Salzverzicht bei Menschen mit normalem Blutdruck sogar zu Herz-Kreislauf-Komplikationen führen könne. Ein höherer Salzkonsum führte in dieser Gruppe nicht zu mehr Herzinfarkten und Schlaganfällen, erst ab gut zwölf Gramm Salz oder fünf Gramm reinen Natriums bestünden gesundheitliche Risiken, hieß es. Die Mediziner empfahlen daher eine natriumarme Kost eher für Menschen mit Bluthochdruck, die bislang sehr viel Salz zu sich genommen hätten. Auch eine chinesische Beobachtungsstudie stellte fest, dass sich bei bestimmten Formen der Herzinsuffizienz eine besonders salzarme Kost negativ auswirken könnte.

Angesichts des hohen Salzgehalts vieler Fertigprodukte, aber auch Grundnahrungsmittel wie Brot und Milchprodukte scheint es indes eher unwahrscheinlich, sich unbeabsichtigt zu salzarm zu ernähren. Umgekehrt sind die empfohlenen Grenzwerte schnell erreicht. Wer nun weniger Natriumchlorid zu sich nehmen will, findet in Fachgeschäften und Reformhäusern Kochsalzersatz aus Kaliumchlorid. Doch dieses Ersatzsalz kann für Menschen mit bestimmten Erkrankungen – etwa der Nieren, des Herzens oder der Leber – gefährlich werden, da diese mit einem Risiko für einen erhöhten Kaliumspiegel im Blut einhergehen. Daher sollte Salzersatz nur nach ärztlichem Rat genutzt werden.

Um Salz einzusparen, rät die DGE eher, den Verzehr verarbeiteter Lebensmittel zu reduzieren und stattdessen mehr unverarbeitetes Obst und Gemüse zu essen. Beim Kochen sollten zunächst Gewürze und frische Kräuter verwendet werden. Benutzt man dann doch Salz, sollte dieses mit Jod und Fluorid angereichert sein. Vor allem aber brauche man Geduld auf dem Weg zu salzärmerer Kost, so die DGE-Empfehlung: „Wenn man die Speisesalzzufuhr verringern möchte, ist es am besten, wenn dies in kleinen Schritten passiert, damit man sich an den schwächeren Salzgeschmack gewöhnen kann.“

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Bürogebäude Frau Hinterhof Kampala Malaria Milch Stadtrand Uganda Weltgesundheitsorganisation WHO

Innovation: Frau aus Uganda entwickelt Mückencreme aus saurer Milch

Malaria und verdorbene Milch sind zwei große Probleme für Menschen in Uganda. Eine junge Frau hat das erkannt und daraus eine clevere Geschäftsidee entwickelt: Mückenschutzcreme aus Sauermilch.

Im Hinterhof eines kleinen Bürogebäudes am Stadtrand der ugandischen Hauptstadt Kampala kontrolliert Jovia Kisaakye Eimer mit fermentierender Kuhmilch.

Die 20-jährige Unternehmerin hebt einen der Deckel an und atmet zufrieden den stechenden, säuerlichen Geruch ein. Die Milch hat kleine Bläschen gebildet, winzige Larven kringeln sich auf der Oberfläche. Genau das, worauf Kisaakye aus ist.

Die junge Geschäftsfrau hat eine Mückencreme auf der Basis saurer Milch entwickelt. Damit nimmt sie gleich zwei Probleme in dem ostafrikanischen Land auf einmal in Angriff: die Mücken, die die Krankheit Malaria übertragen, und die großen Mengen verdorbener Milch. Landwirte in Uganda produzieren nach Angaben der nationalen Entwicklungsbehörde für Milchprodukte (DDA) jährlich 2,8 Milliarden Liter Milch. Doch weil es in vielen ländlichen Gebieten keine Elektrizität gibt und Bauern ihre Milch nicht kühlen können, verdirbt ein Großteil davon. Nur etwa ein Drittel werde konsumiert.

14 Millionen Ugander erkranken an Malaria

Gleichzeitig erkranken nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO jedes Jahr etwa 14 Millionen Ugander an Malaria. In dem Land mit 46 Millionen Einwohnern ist Malaria die häufigste Todesursache; Zehntausende landen jedes Jahr wegen der Tropenkrankheit im Krankenhaus. Kisaakye weiß das aus eigener Erfahrung. Ihr damals einjähriger Bruder Jeremiah starb 2007 an Malaria. Auch sie selbst litt oft an der Krankheit und musste mehrmals ins Krankenhaus.

Vor drei Jahren verwandelte Kisaakye, die an der Makerere Universität in Kampala Statistik studiert, ihr Leid in eine Geschäftsidee. An der Uni traf sie auf Malariaforscher Patrick Sseremba (26) sowie Agrarwissenschaftler und Lebensmittelchemiker Blasio Kawere (26). Wenig später gründeten die drei das Unternehmen Sparkle Agro Brand. Kisaakyes Idee: die Entwicklung einer effektiven Mückenschutzlotion aus dem Trockenpulver von saurer Milch. „Ich musste einfach eine Lösung finden“, erzählt Kisaakye, die selbst aus einer Bauernfamilie stammt.

Wochenlange Labortests mit Unterstützung vom Gesundheitsministerium und dem Nationalen Insekten-Forschungsinstitut folgten; im Anschluss eine Wirksamkeitsstudie. „Viele unserer ersten Versuche waren erfolglos“, erinnert sich Sseremba. Doch die drei Wissenschaftler gaben nicht auf.

Anfang 2020 stießen sie schließlich auf ihre Erfolgsformel. Das Ergebnis war ein bis zu zwölf Stunden aktiver Mückenschutz. Das Produkt war marktreif – und wesentlich mehr als eine einfache Mückencreme. Aufgrund natürlicher Pflanzenextrakte heile die Lotion die Haut und mache sie geschmeidig, sagt Kisaakye. Die Inhaltsstoffe seien zu 100 Prozent aus biologischem Anbau.

Win-Win-Situation

Die Marke Sparkle setze sich zudem für den Kampf gegen Lebensmittelverschwendung ein, erzählt Kisaayke weiter. Die Firma kauft kleinen Molkereien die saure Milch ab und schafft dabei eine Win-Win-Situation. Sparkle Agro Brand bekommt den Hauptinhaltsstoff der Creme zu einem günstigen Preis, den sie an die Verbraucher weiterleitet. Die Kleinbauern können ihre Verluste abfedern.

Die Produktionsstätte von Sparkle Agro Brand ist ein bescheidenes, blumig duftendes, weißgekacheltes Labor in der Ortschaft Kitende am südlichen Stadtrand von Kampala. Die Firma, die nach Angaben der Gründer rund eine halbe Million Euro wert ist, beschäftigt inzwischen 4 feste und 20 Teilzeitmitarbeiter.

Hunderte Plastikflaschen mit pinken Schraubverschlüssen und dem geschwungenen Sparkle-Logo warten säuberlich auf Regalen aufgereiht auf die nächste Bestellung. Zu den Kunden gehören Drogerien und Supermärkte in Uganda und der Demokratischen Republik Kongo. Auch Hilfsorganisationen kaufen die Cremes, um sie an Flüchtlinge zu verteilen, erzählt Kisaakye. Während sie für den Mückenschutz neue Märkte erobern, arbeiten die Unternehmer bereits an einer neuen Idee: einem Insektenvernichtungsmittel aus Sauermilch.

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Baby Florida Haftstrafe Hungertod Kinder Kindesmissbrauch Mangelernährung Mutter Polizei Tod USA Weltgesundheitsorganisation

Florida: Vegane Mutter erhält lebenslange Haftstrafe für den Hungertod ihres 18 Monate alten Sohnes

Eine Mutter ist in Florida, USA, zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Sie hatte ihrem 18 Monate alten Kind und drei weiteren Kindern nur Obst und Gemüse zu essen gegeben. Das Baby starb schließlich an Mangelernährung.

Im US-Bundesstaat Florida ist eine Mutter wegen Mordes an ihrem Kind zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Die 38-Jährige und ihr Ehemann aus Cape Coral wurden am 18. Dezember 2019 angeklagt, nachdem ihr 18 Monate alter Sohn am 27. September an den Folgen schwerer Unterernährung und Dehydrierung starb.

STERN PAID Kindesmissbrauch Münster Mutter Prozess 20.30

Die Eltern, die sich laut eigener Aussage nur vegan ernähren, gaben dem Kleinkind und ihren drei weiteren Kindern (3, 5 und 11 Jahre alt) nur Obst und Gemüse zu essen. Als sie feststellten, dass es eines Tages nicht mehr atmete, riefen sie den Notruf und versuchten, es wiederzubeleben. Doch jede Hilfe kam zu spät. Der Polizei gegenüber erzählte die Mutter, der Junge sei zwar gestillt worden, habe jedoch eine Woche lang keine feste Nahrung zu sich genommen. Bei seinem Tod wog er gerade mal 17 Pfund, also rund 7,7 Kilogramm und war so groß wie ein 7 Monate altes Baby. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sollten Kinder in diesem Alter im Idealfall ungefähr elf Kilogramm wiegen.

Mutter aus Florida auch wegen Kindesmissbrauchs und Totschlags verurteilt

Auch die anderen Kinder sollen unterernährt gewesen sein, eines so stark, dass ihm einige Zähne entfernt werden mussten. „Die Beweise und der Tatort in diesem Fall sind unerträglich. Dies sind Bilder, die ich als Mutter und Staatsanwältin nicht werde vergessen können“, erklärte damals die leitende Staatsanwältin Amira Fox die Zustände, die sich in dem Haus der Familie abgespielt haben.

Neben Mordes wurde die Mutter außerdem wegen schweren Kindesmissbrauchs und wegen schweren Totschlags an einem Kind zu jeweils 30 Jahren Gefängnis verurteilt. In zwei Fällen von Kindesvernachlässigung und einem Fall von Kindesmissbrauch wurde sie zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Die Strafen sind gleichzeitig zu verbüßen. Außerdem wurde ihr ein Kontaktverbot zu ihren Kindern auferlegt. Ihr Ehemann sitzt weiterhin im Gefängnis und wartet auf seinen Prozess wegen der gleichen Anklagepunkte.

Sehen Sie im Video: Etwa 1,3 Millionen Deutsche leben vegan. Was für Erwachsene unproblematisch ist, kann Kindern schaden. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung stellt klar: Kinder und Jugendliche sollten aus gesundheitlichen Gründen nicht auf tierische Produkte verzichten müssen.

Quellen:  Staatsanwaltschaft Lee County, NBC News, „New York Post“

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BMG Düsseldorf Nordrhein-Westfalen NRW Weltgesundheitsorganisation WHO Wochenende

NRW-Gesundheitsministerium: Zahl der gemeldeten Affenpockenfälle geht in NRW zurück

Die Zahl der neu gemeldeten Affenpocken-Fälle geht in Nordrhein-Westfalen leicht zurück. In der Woche 15. bis 21. August wurden nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums 39 Fälle registriert. In der Woche davor waren es 50 Fälle, davor 53 Fälle, wie eine Sprecherin am Wochenende sagte. Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldet, dass auch der weltweite Trend bei den gemeldeten Affenpockenfällen rückläufig sei. Seit dem internationalen Affenpocken-Ausbruch im Mai 2022 wurden bislang 746 Infektionsfälle in Nordrhein-Westfalen gemeldet.

Die Zahl der neu gemeldeten Affenpocken-Fälle geht in Nordrhein-Westfalen leicht zurück. In der Woche 15. bis 21. August wurden nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums 39 Fälle registriert. In der Woche davor waren es 50 Fälle, davor 53 Fälle, wie eine Sprecherin am Wochenende sagte. Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldet, dass auch der weltweite Trend bei den gemeldeten Affenpockenfällen rückläufig sei. Seit dem internationalen Affenpocken-Ausbruch im Mai 2022 wurden bislang 746 Infektionsfälle in Nordrhein-Westfalen gemeldet.

Zuletzt war in Mönchengladbach eine städtische Kita mit 93 Kindern für fast zwei Wochen geschlossen worden, weil bei einer beschäftigten Person eine Affenpocken-Infektion festgestellt worden war.

Für die Impfungen gegen die Affenpocken seien in Nordrhein-Westfalen bislang 8640 Dosen Impfstoff zur Verfügung gestellt worden, teilte das Ministerium mit. Eine Impfung gegen Affenpocken empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland für bestimmte Risikogruppen und Menschen, die engen Kontakt zu Infizierten hatten. Ein erhöhtes Infektionsrisiko sieht sie vor allem bei Männern, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben.

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Abwasser Afghanistan Afrika Amerika Deutschland Europa Kinder Kinderlähmung Lähmung London Nachweis Naher Osten New York RKI Südostasien Virus Weltgesundheitsorganisation WHO

KInderlähmung: In London und New York wurden Polioviren im Abwasser gefunden. Was das für uns bedeutet – und was jetzt wichtig ist

Polioviren im Abwasser, das klingt zunächst bedrohlich. Warum Funde dieser Art keine Seltenheit sind und die aktuellen Fälle aber trotzdem unserer Aufmerksamkeit bedürfen – die wichtigsten Infos.

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Affenpocken Afrika Brasilien Stigmatisierung Virus Weltgesundheitsorganisation WHO

Wegen Stigmatisierung: WHO sucht neuen Namen für Affenpocken – Vorschläge können online eingereicht werden

Nach den Angriffen auf Affen in Brasilien zieht die Weltgesundheitsorganisation Konsequenzen. Die Affenpocken sollen einen neuen Namen erhalten. Wer will, kann bei der Suche sogar helfen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sucht nach einem neuen Namen für die Affenpocken. Es solle eine weniger stigmatisierende Bezeichnung für die sich ausbreitende Viruserkrankung gefunden werden, sagte eine WHO-Sprecherin am Dienstag. Vorschläge könnten online eingereicht werden.

Fachleute warnen davor, dass der derzeitige Name der Krankheit für Affen und den Kontinent Afrika, mit dem die Tiere häufig assoziiert werden, diskriminierend sein könnte. So wurden kürzlich aus Brasilien Fälle gemeldet, bei denen Menschen aus Angst vor der Krankheit Affen angegriffen hatten. Zwar kann das Virus von Tieren auf Menschen übergehen. Experten der WHO betonen allerdings, dass die jüngste weltweite Ausbreitung auf engen Kontakt zwischen Menschen zurückzuführen ist.WHO sucht neuen Namen für Affenpocken

Bei den Affenpocken handelt sich um eine weniger gefährliche Verwandte der seit etwa 40 Jahren ausgerotteten Pocken. Ihren Namen erhielten sie, weil das Virus ursprünglich 1958 bei Affen entdeckt wurde. Die Krankheit kommt aber auch bei anderen Tieren vor.

WHO rief wegen Affenpocken Gesundheitsnotstand aus

Bei Menschen wurden Affenpocken erstmals 1970 in der Demokratischen Republik Kongo nachgewiesen. Seitdem tritt die Krankheit vor allem in manchen west- und zentralafrikanischen Ländern auf. Seit Mai aber wurde sie auch außerhalb Afrikas vermehrt registriert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte im Juli wegen der deutlichen Zunahme an Affenpocken-Fällen einen weltweiten Gesundheitsnotstand ausgerufen.

Zu den typischen Symptomen der Krankheit gehören hohes Fieber, geschwollene Lymphknoten und Windpocken-ähnliche Pusteln. Übertragen wird die Krankheit durch engen Körper- und Hautkontakt.

Erst in der vergangenen Woche hatte die WHO bekannt gegeben, dass sich Fachleute auf neue Bezeichnungen für die Virusvarianten geeinigt haben. Bislang wurden die wichtigsten Varianten nach den Regionen benannt, in denen sie auftraten – also Kongobecken-Klade und Westafrika-Klade. Statt dieser Bezeichnungen sollen nun einfach römische Zahlen genutzt werden – also Klade I und Klade II.

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Affenpocken Christoph Spinner Coronavirus Isar Johannes Bogner LMU München Oktoberfest Straubing Technische Universität München Weltgesundheitsorganisation WHO

Feste: Affenpocken: Mediziner sehen fürs Oktoberfest keine Gefahr

Corona – und jetzt auch noch die Affenpocken. Mancher schaut nun mit Sorge auf das Oktoberfest. Was sagen Mediziner?

München rüstet sich für das erste Oktoberfest nach zwei Absagen in Corona-Jahren, in Straubing hat das Gäubodenfest begonnen – und gerade jetzt breitet sich eine neue Krankheit weltweit aus: Der Ausbruch der Affenpocken wurde inzwischen von der Weltgesundheitsorganisation WHO als Notlage von internationaler Tragweite eingestuft. Die Krankheit wird bei nahem Körperkontakt übertragen – und in der Enge der Bierzelte kommt man sich schnell mal näher. Dennoch sehen Mediziner keinen Grund zu Panik.

„Bezüglich der Affenpocken ist eine Übertragungsgefahr auf der Wiesn eher gering, weil es sehr engen Körperkontakt, insbesondere zu infizierten Hautläsionen für die Infektion braucht“, sagt der Münchner Infektiologe Christoph Spinner, Pandemie-Beauftragter des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München. „Eine Infektion kann zwar prinzipiell nicht ausgeschlossen werden, scheint mir derzeit aber eher theoretisch. Die überwiegende Mehrheit aller Infektionen tritt derzeit nach sexueller Übertragung auf.“

Auch der Mediziner Johannes Bogner, Leiter der Sektion Klinische Infektiologie am LMU-Klinikum der Universität München, sagt: „Ein Wiesn-Besucher, der dort nicht Sexualkontakt sucht und hat, wird keine Angst vor Affenpocken haben müssen.“ Sehr viel wahrscheinlicher sei eine Infektion mit einer Atemwegserkrankung – einer Erkältung, der Influenza oder Corona, heißt es bei den Experten.

Hygieniker der RoMed Kliniken im Raum Rosenheim verweisen ebenfalls darauf, dass Affenpocken von Mensch zu Mensch nur bei engem Kontakt übertragen werden. Große Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen könnten aber ein günstiges Umfeld dafür darstellen.

Studien zufolge haben sich 95 Prozent der Erkrankten bei sexuellen Aktivitäten angesteckt. In Deutschland wurden laut Robert Koch-Institut (RKI) vor wenigen Tagen erstmals mehr als 3000 Erkrankte gemeldet, ganz überwiegend Männer.

Vor allem die typischen Hautläsionen enthalten hohe Viruskonzentrationen. Infektionen sind wohl auch durch Speichel, große Tröpfchen und Sperma möglich. Anders als das Coronavirus wird der Erreger nicht durch Aerosole beim Atmen oder Husten übertragen. Die Inkubationszeit beträgt meist 5 bis 21 Tage. Es gibt Impfstoffe, die allerdings aktuell in vielen Ländern knapp sind. Auch wirksame Medikamente sind zugelassen, aber gerade kaum verfügbar.

Die Münchner Kliniken bereiten sich derzeit jenseits von Corona auf steigende Patientenzahlen und Notfälle während der Wiesn vor. Das Innenstadt-Klinikum der LMU ist 800 Meter vom Festplatz entfernt. „Seit dem Wiesn-Attentat ist es immer so, dass die Zufahrtswege extra Parkverbotszonen bekommen, damit die Rettungswagen durchkommen“, berichtet Bogner.

Viele kämen mit Verletzungen durch Scherben von Maßkrügen oder durch stumpfe Schläge. Gelegentlich kommt es auf der Wiesn zu Handgreiflichkeiten und Schlägereien. Alkoholräusche würden hingegen meist auf dem Volksfest behandelt, von Helfern der Sanitätswache oder schlicht durch Ausschlafen hinter den Zelten.

PD Dr. Christoph Spinner auf Seite der Klinik der TUM Prof. Johannes Bogner und Infektiologie an der Medizinische Klinik und Poliklinik IV des LMU-Klinikums

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