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Praxistest : Für alles gerüstet

Wer meint, dass Elektroautos oder Plug-in-Hybriden der große Renner seien, der ist nicht in der Campingszene unterwegs. Denn kaum ein Fahrzeugsegment ist so beliebt, wie die kleinen Reisemobile, die auf Vans wie einem VW T6 oder einer Mercedes V-Klasse basieren. Wir haben den Praxistest gemacht, was ein Bestseller wie der Mercedes Marco Polo im Alltag so alles kann.

Viele fahren eine Mercedes V-Klasse als praktisches Familiengefährt auch im Alltag. Mit einer Länge von 5,14 Metern ist er nicht einmal so groß wie eine Mercedes S-Klasse oder ein Siebener BMW – bietet im Innern aber genügend Platz für bis zu acht Insassen oder die Umsetzung der eigenen Freizeitgestaltung. Besonders beliebt sind die Campingversionen Mercedes Marco Polo oder VW T6 California, denn hier vermischen sich Alltag und Wochenendgestaltung sowie etwaige Urlaubsgefühle. Die Mercedes V-Klasse ist ein praktischer Van mit jeder Menge Langstreckenkomfort und Platz für mehr als die eigene Familie – doch er kann eben noch ganz anders: als Reisemobil Marco Polo. Produziert im spanischen Stammwerk Vitoria, geht es für die Marco-Polo-Reisemobile nach erfolgreicher Endabnahme erst einmal mit dem Transporter zum Reisemobilspezialisten Westfalia. Die bauen den Familien- oder Businesstransporter mit Stern aufwendig zum kompakten Reisemobil um.

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Um zu zeigen, was dieser kann, geht es von Stuttgart aus nach Le Mans zu einer klassischen Motorsportveranstaltung. Le Mans, Hauptstadt der Kornkammer Frankreichs, liegt rund zwei Stunden westlich von Paris und so legt man je nach Route aus Stuttgart zwischen 750 und 900 Kilometern zurück, ehe man die traditionsreiche Sarthe-Rennstrecke erreicht. Le Mans ist nicht nur bekannt für sein 24-Stunden-Rennen oder den Motorsportevent Le Mans Classic, sondern auch für seine überaus mäßigen Hotels. Hier hapert es gleichermaßen an Qualität sowie Quantität und so kommen tausende der Fans zu beiden Großveranstaltungen seit Jahr und Tag mit Wohnwagen, Zelt und Camper. Wir haben uns für einen kompakten Camper, den Mercedes Marco Polo entschieden. Der bietet auf PKW-Abmessungen Platz für vier Personen, Aufstelldach, Kleinküche und Ablagen für alles, was man an einem verlängerten Wochenende braucht.

Bei der knapp 900 Kilometern langen Fahrt auf Autobahnen und Landstraßen durch Deutschland und Frankreich kann die Mercedes V-Klasse erst einmal kräftig punkten. Während der begleitende Mercedes V 220d Marco Polo im flotten Autobahntempo doch etwas schwach auf der Brust dieselt, schlägt sich das Topmodell V 300d deutlich besser. Er leistet 174 kW / 237 PS und ein stämmiges Drehmoment von 500 Nm. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 214 km/h – das ist mehr als stattlich. Da die V-Klasse gerade als Reisemobil Marco Polo mit rund 2,4 Tonnen kein Leichtgewicht ist, sollte man keinen Gedanken an den 136-PS-Basismotor verschwenden und sich allein zwischen V 250d und V 300d entscheiden. Beide drehmomentstarken Commonraildiesel sind jedoch nur Vierzylinder und so gibt es zwar genug Leistung, jedoch einen mitunter allzu präsenten Klang – gerade bei Anstiegen unter Last. Und damit es auf dem Campingplatz oder gar der freien Natur zu Bergwandern und Mountainbiken keine bösen Überraschungen gibt, sollte sich der Interessent gleich für den sinnvollen Allradantrieb entscheiden – der hilft daher nicht nur im Winter. Die Neungangautomatik ist ebenso wie viele Fahrerassistenzsysteme serienmäßig an Bord.

Die lange Strecke nach Le Mans über Baden-Baden, Metz, Reims, Provins, Sens und Orleans schmeckt dem Familienvan wie ein prächtiges Steak Frites mit vorangegangener Zwiebelsuppe. Bequeme Sitze mit allerdings schlechten manuellen Verstellmöglichkeiten bieten guten Reisekomfort und das Platzangebot geht für ein bis zwei Personen allemal in Ordnung. Zu viert im Mercedes Marco Polo zu reisen, erscheint trotz der beiden elektrisch verstellbaren Rücksitze jedoch beinahe ebenso unvorstellbar wie die Tatsache, dass zumindest theoretisch vier Personen in dem Kompaktcamper ihre nächtliche Ruhe finden sollen.

Der Mercedes V 300d 4matic ist flott, wenn gewünscht gar schnell. Für Entspannung sorgen auf Langstrecken der Abstandstempomat, eine gute Ergonomie und das komfortable Fahrwerk. Der Fahrer ist etwas irritiert, in einem modernen Van auf analoge Runduhren zu blicken und der zentrale Multifunktionsbildschirm dürfte im Jahre 2022 ebenfalls gerne zwei Nummern größer sein. Bei flottem Autobahntempo verbrauchte der Mercedes V 300d Marco Polo in der Kombination aus Hin- und Rückweg 8,8 Litern Diesel auf 100 Kilometern. Mit einer Tankfüllung lassen sich bis zu 900 Kilometer zurücklegen – bei zahmem Gasfuß fällt gar die 1.000er-Marke. Wie will man das mit einem Benziner oder einem Elektromodelle schaffen? Und ein Plug-in-Hybrid ist auf langen Reisestrecken eine komplette Fehlbesetzung – zumindest wenn man Kilometer schrubben will oder muss, um ans Ziel seiner Urlaubsträume zu kommen.

In Le Mans angekommen zahlt sich der Allradantrieb gleich beim Entern des bewaldeten Campinggeländes aus. Auf der baumgesäumten Fläche hat es zuletzt ordentlich geregnet und der Boden ist locker. Dank Allradantrieb kommt niemand ins Schwimmen. Kaum abgeparkt und mit dem allzu unansehnlich verdeckten Stromanschluss an der linken Flanke mit der Umwelt verbunden, entfaltet sich der Marco Polo wie das sprichwörtliche Schweizer Taschenmesser. Schalter für die zahllosen Campingfunktionen sucht man im Innern vergeblich. Alles lässt sich über die Smartphone-App oder die App auf dem zentralen MBUX-Bildschirm bedienen. So entfaltet sich in Windeseile das elektrische Klappdach, lassen sich LED-Strahler ein oder ausschalten, der Wasser- und Energievorrat kontrollieren, die WLan-Zone starten oder Zeitfunktionen für die Standheizung einstellen. Diese Bedienung geht nicht einfacher und während man den gewünschten Webradiosender auf das Soundsystem des Marco Polo streamt, muss die Entscheidung fallen, ob man nächtens oben im Ausstelldach oder unten auf der Liegefläche schlummert, die aus zwei Einzelsitzen und der Ablagefläche zum Kofferraum hin entsteht.

Die Entscheidung fällt in der ersten Nacht auf die bodenständige Version unten und in der zweiten Nacht wird im Dachabteil genächtigt. Während man im mobilen Erdgeschoss mit einem dünnen Topper auskommen muss, sorgt in der ersten Etage eine richtige Matratze für Komfort. Die lässt sich mit etwas Aufwand jedoch über den Führerstand auch nach unten wuchten und so liegt es sich auch neben der Küchenzeile prächtig, nachdem die Jalousien den Innenraum verdunkeln. Für eine Person ist das Ganze allemal recht komfortabel. Anders sieht es mit zwei Personen aus – es sei denn, eines der Nachtgespenster schläft oben in der Klappkemenate und eines unten im mobilen Tiefparterre. Unvorstellbar erscheint zumindest für den Campingneuling, dass man auf der schmalen Schlaffläche unten mit zwei Personen liegt oder gar zwei weitere Personen ins luftigere Dachabteil verbannt.

Praktischer denn je sind die zahllosen Ablagen hinter bestens schließenden Klappen, die intelligente LED-Beleuchtung, die Anschlüsse für 220 Volt / USB sowie die grandiose Bedienung per App, die verhindert, dass man für alles mögliche aufstehen muss. Der nach oben öffnende Kühlschrank bietet allemal genug Raum für Getränke oder kleine Speisen und wer unbedingt will, dann im Marco Polo in einer winzigen Küchenzeile sogar köcheln und im Anschluss nebenan abwaschen. Für gute Durchlüftung sorgen das elektrisch ausstellbare Heckfenster, die seitlichen Netzöffnungen im Dachausbau oder das im Ausstelldach integrierte Schiebedach, das auf der Fahrt und im Standbetreib gleichermaßen nutzbar ist. Für gutes Wetter lassen sich aus dem intelligente Kofferabteil hinter der elektrisch öffnenden Heckklappe zwei Klappstühle, ein Tisch und sogar eine Außendusche montieren, wenn man sich an die lokale Wasserversorgung angeschlossen hat. Die meisten Campingfans dürften jedoch wohl eher die sanitären Anlagen auf dem Campingplatz nutzen. Doch wenn es ein einmal in den Dschungel von Schwarzwald, Pyrenäen, Ostsee oder kroatische Küste gehen sollte, ist man mit einem gefüllten Frischwassertank und Zusatzbatterie für fast alles vorbereitet, um ein paar Tage autark seine Freiheit zu genießen.

Zwei Tage später ist der Campingneuling schlauer und hat sich im Mercedes Marco Polo prächtig eingelebt – auch weil prächtiges Wetter vieles erleichtert hat. Was ein Kleincamper wie der Marco Polo draufhat, ist schon angesichts der zahllosen praktischen Ideen eine echte Schau. Dabei hat man zudem noch den hohen Alltagsnutzen eines Familienvans, wenn es wochentags ins Büro oder zum Einkaufen geht. So viel Praktikabilität hat mit der gewünschten Mercedes-Qualität ihren Preis. Ein 136 PS starker Mercedes V 200d in der schmalen Activity Edition kostet rund 55.000 Euro. Zumindest den V 250d als Horizon Edition sollte man sich gönnen, doch dann ist unter 70.000 Euro nichts zu machen. Die Topversion des Mercedes V 300d 4matic Marco Polo Edition liegt schnell bei rund 85.000 Euro. Viel Geld für sehr viel Auto und auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind die Modelle ohne großen Wertverlust ohnehin ein Renner. Vielleicht einfach einmal ausprobieren, ob so ein Camper nicht ein geeignetes Familienmitglied ist.

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Stuttgart Verpflichtung VfB Stuttgart

Transfer: VfB an kolumbianischem Stürmer Perea interessiert

Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart ist einem Medienbericht zufolge an der Verpflichtung des kolumbianischen Stürmers Juan José Perea interessiert. Für den 22-Jährigen vom griechischen Erstliga-Club PAS Ioannina wäre wohl eine Ablösesumme von etwas mehr als zwei Millionen Euro fällig, wie der «Kicker» berichtete. Perea erzielte in der abgelaufenen Saison zehn Liga-Tore und besitzt bei seinem Verein noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2024. Neben dem VfB, dem in diesem Sommer der Abgang von Torjäger Sasa Kalajdzic droht, sollen noch weitere Clubs um Perea buhlen.

Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart ist einem Medienbericht zufolge an der Verpflichtung des kolumbianischen Stürmers Juan José Perea interessiert. Für den 22-Jährigen vom griechischen Erstliga-Club PAS Ioannina wäre wohl eine Ablösesumme von etwas mehr als zwei Millionen Euro fällig, wie der «Kicker» berichtete. Perea erzielte in der abgelaufenen Saison zehn Liga-Tore und besitzt bei seinem Verein noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2024. Neben dem VfB, dem in diesem Sommer der Abgang von Torjäger Sasa Kalajdzic droht, sollen noch weitere Clubs um Perea buhlen.

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Arbeitsplatz Deutsche Presse-Agentur Energiepolitik Stuttgart Südwesten Winfried Kretschmann

Energiepolitik: Industrie: Gas sparen für Erhalt von Arbeitsplätzen

In Wirtschaft und Politik herrscht Sorge vor einer Gasmangel-Lage. Zahlreiche Arbeitsplätze seien in Gefahr. Bürger sollten nun Gas sparen und so Arbeitsplätze sichern – heißt es aus der Industrie.

Die Industrie im Südwesten macht sich angesichts einer möglichen Gasmangel-Lage große Sorgen und hofft auf die Hilfe der Bürgerinnen und Bürger. «Jeder, der spart, hilft», sagte der Vizepräsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages, Stefan Roell, der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Es nütze nichts, wenn private Haushalte genügend Wärme hätten, dafür aber Arbeitsplätze nicht mehr da seien. «Das Sparen hilft nicht nur auf der eigenen Rechnung, sondern auch für den Arbeitsplatz», so Roell.

Es wären quasi alle Unternehmen betroffen. Zwar könnten einige Unternehmen etwa durch mobiles Arbeiten den Effekt gering halten, andere verlören hingegen ihre Produktionsanlagen und könnten nicht mehr existieren. «Wenn uns in der Industrie das Gas insgesamt abgestellt wird, dann reden wir nicht über Tausende, sondern Hunderttausende Arbeitsplätze», sagte Roell.

Am Dienstag hatte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne)vor dramatischen Folgen einer Gasmangel-Lage im Winter für Arbeitnehmer und Verbraucher gewarnt. «Da geht es im Ernstfall um Tausende von Arbeitsplätzen», sagte Kretschmann.

Von der Politik forderte Roell, Genehmigungen schnellstens zu erteilen, wenn Unternehmen ihre Prozesse jetzt von Gas auf andere Energieträger umstellten. Den Schub für grüne Energien müsse man zudem nutzen und die Politik bei den Genehmigungsverfahren «auf den Krisenmodus umschalten». Von der Bundesnetzagentur erwarte er außerdem schnelle, offene und umfangreiche Informationen darüber, was im Notfall auf die Firmen zukommt.

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Berufsverkehr Fahrrad Landesregierung Pendler Stuttgart Verkehrsministerium

Landesregierung: Gratisbrezeln für Pendler kosteten fast 60.000 Euro

Erst strampeln, dann schmausen – mit diesem Rezept wollte das baden-württembergische Verkehrsministerium zum Radeln animieren und den Berufsverkehr auch dieses Jahr ein bisschen klimafreundlicher machen. Lecker war das bestimmt, aber auch nicht ganz umsonst.

Mit Gratisbrezeln hat die Landesregierung auch in diesem Jahr versucht, Pendler aufs Fahrrad zu locken und den Berufsverkehr klimafreundlicher zu machen. Schmackhaft für die Fahrradfahrer, nicht ganz umsonst für den Steuerzahler: Denn nach Angaben des Verkehrsministeriums sind die teilnehmenden Bäckereien mit 45 Cent pro Gratisbrezel finanziell unterstützt worden, Kosten für Personal und Werbematerialien kamen noch hinzu. Insgesamt standen am Ende Ausgaben von 58.882,50 Euro, wie aus einer Antwort des Ministeriums an die Landtagsfraktion der AfD hervorgeht.

Beliebt war der Schmaus vorm Strampeln aber durchaus: Es seien rund 130.850 Brezeln über die Ladentheken gereicht worden. Die Zahl sei allerdings noch nicht endgültig.

In den ersten Juni-Tagen hatten sich rund 660 Bäckereien an der Aktion «Pendlerbrezel» der landeseigenen Initiative Radkultur beteiligt. Um das Laugengebäck zu erhalten, mussten Radfahrer ihren Fahrradhelm in der Filiale oder das Fahrrad vor dem Laden als Nachweis vorzeigen.

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Berufsverkehr Fahrrad Landesregierung Pendler Stuttgart Verkehrsministerium

Landesregierung: Gratisbrezeln für Pendler kosteten fast 60.000 Euro

Erst strampeln, dann schmausen – mit diesem Rezept wollte das baden-württembergische Verkehrsministerium zum Radeln animieren und den Berufsverkehr auch dieses Jahr ein bisschen klimafreundlicher machen. Lecker war das bestimmt, aber auch nicht ganz umsonst.

Mit Gratisbrezeln hat die Landesregierung auch in diesem Jahr versucht, Pendler aufs Fahrrad zu locken und den Berufsverkehr klimafreundlicher zu machen. Schmackhaft für die Fahrradfahrer, nicht ganz umsonst für den Steuerzahler: Denn nach Angaben des Verkehrsministeriums sind die teilnehmenden Bäckereien mit 45 Cent pro Gratisbrezel finanziell unterstützt worden, Kosten für Personal und Werbematerialien kamen noch hinzu. Insgesamt standen am Ende Ausgaben von 58.882,50 Euro, wie aus einer Antwort des Ministeriums an die Landtagsfraktion der AfD hervorgeht.

Beliebt war der Schmaus vorm Strampeln aber durchaus: Es seien rund 130.850 Brezeln über die Ladentheken gereicht worden. Die Zahl sei allerdings noch nicht endgültig.

In den ersten Juni-Tagen hatten sich rund 660 Bäckereien an der Aktion «Pendlerbrezel» der landeseigenen Initiative Radkultur beteiligt. Um das Laugengebäck zu erhalten, mussten Radfahrer ihren Fahrradhelm in der Filiale oder das Fahrrad vor dem Laden als Nachweis vorzeigen.

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Antidiskriminierungsstelle Armin Laschet Bundestag CDU Diskriminierung FDP Ferda Ataman Lisa Paus Rassismus Stuttgart

Antidiskriminierungsbeauftragte: Ob man sie mag oder nicht: Ferda Ataman könnte die Antidiskriminierungsstelle wieder interessant machen

Am Donnerstag wird Ferda Ataman voraussichtlich zur neuen Antidiskriminierungsbeauftrage gewählt. Wer ist die Neue und warum sind so viele gegen sie?

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Altenpflege FDP Hans-Ulrich Rülke Pflegeberuf Stuttgart

Pflegeberufe: Altenpflege unter Druck: FDP-Fraktion fordert «Masterplan»

Die Situation in der Altenpflege spitzt sich zu: Menschen werden älter und müssen betreut werden, doch es fehlt an Personal. Die FDP fordert eine Art Masterplan und will unter anderem mehr Hilfe aus dem Ausland holen. Alles müsse auf den Prüfstand gestellt werden.

Angesichts der gravierenden Probleme mit zunehmend älter werdenden Menschen, explodierenden Kosten und fehlendem Personal muss die Altenpflege aus Sicht der FDP flexibler und moderner werden. Sie müsse vor allem befreit werden von strengen bürokratischen Vorgaben, sie müsse offener werden für Hilfe aus dem Ausland und vor allem brauche sie eine Imagepflege, um nicht noch mehr erschöpfte und schlecht bezahlte Pflegekräfte zu verlieren, forderten die Liberalen am Mittwoch in Stuttgart.

«Die Situation in der Altenpflege ist dramatisch», sagte der FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke. Die Landesregierung komme über einen Flickenteppich zeitlich befristeter Förderprogramme im Pflegebereich nicht hinaus.

In einem «10-Punkte-Akut-Programm» für die Altenpflege bündelt die Oppositionspartei ihre wichtigsten Vorschläge. Sie fordert unter anderem ein Ende der zeitlich befristeten Förderprogramme. «Außerdem braucht die Altenpflege mehr Entbürokratisierung und Flexibilität bei der Umsetzung ihres Pflegeauftrags», sagte der FDP-Gesundheitsexperte Jochen Haußmann. Notwendig sei zudem ein flexibleres Verhältnis von Pflegefachkräften zu Hilfskräften in der Betreuung. Vorgeschrieben sind in Deutschland mindestens 50 Prozent. «Unabhängig von den Pflegegraden der Pflegebedürftigen ist das eine starre Quote, die immer wieder zu Schwierigkeiten führt», sagte Haußmann. «Die Folge sind leere Pflegeplätze, weil die nötige Flexibilität fehlt.»

Bundesweit soll diese Fachkraftquote bis zum 30. Juni 2023 durch sogenannte Qualifikationsmixe ersetzt werden. Je nach Anforderung sollen dann neben voll ausgebildeten Fachkräften auch Assistenten und Helfer eingesetzt werden können. Das soll den Einstieg in den von chronischem Personalmangel geplagten Beruf erleichtern. «Der Sozialminister muss diese Flexibilität jetzt schon in den Blick nehmen», sagte Haußmann. «Die Einrichtungen müssen die Möglichkeit bekommen, sich darauf einzustellen.»

Die Liberalen verlangen zudem Programme, um zusätzliche Arbeitskräfte aus dem Ausland zu gewinnen. «Bürokratie darf nicht zum Verhinderungsgrund für eine zügige Integration in einen stark belasteten Arbeitsmarkt führen», sagte Haußmann. Seine Partei fordert in ihrem «Masterplan» außerdem, die Ausbildungszahlen zu erhöhen und Teilzeitausbildungen möglich zu machen. Die Altenpflege müsse zudem digitaler werden.

Kurzfristig kann es aus Sicht der FDP auch helfen, wenn das Land die Corona-Impfpflicht für Beschäftigte in Seniorenheimen und Kliniken abschaffen würde. «Es zeichnet sich immer mehr ab, dass die einrichtungsbezogene Impfpflicht ein Hemmnis für die medizinische Betreuung und die Pflege ist», sagte Fraktionschef Rülke. Er plädiert für regelmäßige Tests in den Heimen.

Nach einer Prognose der Krankenkasse Barmer vom vergangenen Februar werden bis zum Jahr 2030 allein in Baden-Württemberg rund 710.000 Menschen auf Hilfe in der Pflege angewiesen sein. Das sind laut Barmer-Pflegereport über ein Fünftel mehr Menschen als bislang angenommen. Zugleich fehlten zusätzlich 4000 Pflegekräfte. Ursachen für diese Entwicklung seien unter anderem die demografische Entwicklung und der vereinfachte Zugang zu Leistungen.

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Bürokratie Deutschland IfD Stuttgart Südwesten Tageszeitungen Umfrage

Gesellschaft: Umfrage: Baden-Württemberger hadern mit zu viel Bürokratie

Laut einer Umfrage sehen die Menschen im Südwesten schwarz – und sind grantig. Grund sind Krieg, Teuerung und der dauernde Ärger über zu viel Bürokratie.

Ein Großteil der Menschen im Südwesten hadert mit staatlichen Regelungen und Verordnungen. 83 Prozent der Befragten einer am Mittwoch veröffentlichten Studie finden, dass es in Deutschland zu viel Bürokratie gebe. Jeder zweite Baden-Württemberger glaubt, dass gesetzliche Vorgaben für Unternehmen die wirtschaftliche Entwicklung ausbremsen. Dies ergab der «BaWü-Check» der Tageszeitungen im Südwesten. Das Institut für Demoskopie Allensbach hat dafür im Juni mehr als 1000 Erwachsene im Land befragt.

Der Unmut beruht mehrheitlich auf persönlichen Erfahrungen: 69 Prozent der Bürger gaben an, sich in den vergangenen Jahren bei eigenen Behördengängen oder im Kontakt mit Ämtern über zu viel Bürokratie geärgert zu haben. Vor allem bei der Steuer, in der Gesundheitsversorgung und beim Bauen waren die Befragten genervt von einer Regulierungswut.

Ebenso hält der Pessimismus der Baden-Württemberger an. Auch durch Ukraine-Krieg und Inflationssorgen bleibt der Zukunftsoptimismus der Menschen im Südwesten auf einem historischen Tiefstand. Nur zwölf Prozent schauen hoffnungsvoll in die Zukunft – das sind sogar weniger als im Rest der Republik. In einer zeitgleich durchgeführten bundesweiten Befragung waren 28 Prozent der Bevölkerung für die kommenden Monate zuversichtlich gestimmt.

Vor allem die Preissteigerungen der vergangenen Monate belasten die Menschen im Land. 53 Prozent schränken sich beim Autofahren ein und versuchen, Sprit zu sparen, 51 Prozent gehen seltener ins Restaurant, 48 schränken sich beim Kauf von Kleidung ein und 43 Prozent beim Kauf von Lebensmitteln.

Das 9-Euro-Ticket indes ist eine Generationenangelegenheit: Während bei den unter 30-Jährigen zwei Drittel bereits eines haben oder den Kauf planen, ist es bei den über 60-Jährigen nur gut jeder Dritte.

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Baden-Württemberg Benachteiligung Bundesnetzagentur Bundesregierung CDU Deutsche Presse-Agentur Deutschland Energiekrise Krise Ruhrgebiet Stuttgart Südwesten

Energiekrise: CDU warnt: Südwesten womöglich Verlierer bei Gasmangel-Lage

Wer bekommt noch Gas zugeteilt, wenn es knapp wird? Die CDU im Land befürchtet, die Industrie im Südwesten könnte im Notfall den Kürzeren ziehen. Es drohten Verhältnisse wie im «Wilden Westen».

Die CDU-Fraktion hat vor einer Benachteiligung der baden-württembergischen Wirtschaft im Fall einer Gasmangel-Lage gewarnt. Der energiepolitischen Sprecher der CDU-Fraktion, Raimund Haser, hielt dem Bund und der Bundesnetzagentur vor, sich zu zaghaft auf eine Krisensituation vorzubereiten, in der kein russisches Gas mehr nach Deutschland fließt. «Wenn dieser unregulierte Zustand noch lange anhält, ist Baden-Württemberg beim Notfallplan Gas der große Verlierer, weil wir am Ende der Leitung leben und unsere Wirtschaft stark vom Gas abhängig ist», sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Er forderte die grün-schwarze Regierung im Land auf, sich «im Kampf um die Energieversorgung stärker zu Wort melden. Denn für uns im Südwesten geht es um alles».

Wenn es keine Struktur für die Abschaltung gebe, «geht es bald zu wie im Wilden Westen», warnte Haser. «Es fehlt mir der Glaube, dass im Ruhrgebiet Stahlkocher abgehängt werden, um im Südwesten Zementwerke laufen zu lassen.» In der Krise zeige sich, wie wenig Bedeutung Baden-Württemberg in der Ampel-Bundesregierung habe. «Ein Kanzler aus Hamburg und ein Wirtschaftsminister aus Schleswig-Holstein denken nicht an das Zementwerk auf der Schwäbischen Alb oder die Gießerei im Schwarzwald», sagte der CDU-Mann in Anspielung auf Olaf Scholz (SPD) und Robert Habeck (Grüne).

Haser sagte weiter: «Es ist schön, dass wir jetzt wissen, wie lange der Wirtschaftsminister duscht.» Nötig sei jetzt aber eine krisenfeste und nachhaltige Energiepolitik. Angesichts der deutlich verringerten Gaslieferungen aus Russland hat die Bundesregierung vor knapp zwei Wochen die Alarmstufe ausgerufen. Der Notfallplan hat drei Stufen: Die jetzt ausgerufene Alarmstufe ist die zweite. Die dritte wäre die Notfallstufe. Es wird befürchtet, dass nach der Wartung der Pipeline Nord Stream 1 Mitte Juli kein russisches Gas mehr durch diese Leitung fließt und die Lage sich in Deutschland weiter zuspitzt.

Die Landes-CDU hatte vor einer Woche einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, wie man sich auf eine Energiekrise vorbereiten könnte. Diesen hat Haser federführend miterarbeitet. Die Union dringt unter anderem auf etwas längere Laufzeiten der Atomkraftwerke in Deutschland. Zudem forderte die CDU einen Alarmplan mit Ersatzbeschaffungen von Gas, Einsparmaßnahmen und Alternativen zur Gasversorgung.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) forderte am Dienstag eine gemeinsame Kampagne von Bund, Ländern und Kommunen, bei der schnell konkrete Vorschläge gemacht werden müssten, wo Industrie und Haushalte Energie einsparen können. Die Forderung der CDU nach längeren Laufzeiten für die Atomkraftwerke hat Kretschmann schon zurückgewiesen. Er argumentiert, im Winter drohe eine Gasmangellage und keine Strommangellage. Zudem wolle man bei der Sicherheit keine Abstriche machen, denn die letzte Überprüfung des Meilers Neckarwestheim 2 (Kreis Heilbronn) sei 2009 durchgeführt worden – im Wissen, dass er Ende 2022 sowieso vom Netz gehe.

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Altenpflege FDP Hans-Ulrich Rülke Parteipolitik Stuttgart

Parteipolitik: Altenpflege unter Druck: FDP-Fraktion fordert «Masterplan»

Die Situation in der Altenpflege spitzt sich zu: Menschen werden älter und müssen betreut werden, doch es fehlt an Personal. Die FDP fordert eine Art Masterplan und will unter anderem mehr Hilfe aus dem Ausland holen. Alles müsse auf den Prüfstand gestellt werden.

Die gravierenden Probleme in der Altenpflege mit zunehmend älter werdenden Menschen, explodierenden Kosten und fehlendem Personal müssen aus Sicht der FDP dringend mit einem umfassenden Programm und flexibleren Vorgaben angegangen werden. «Die Situation in der Altenpflege ist dramatisch», sagte der FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke und kritisierte, die Landesregierung komme über einen Flickenteppich zeitlich befristeter Förderprogramme im Pflegebereich nicht hinaus.

Die Liberalen wollen am Mittwoch (11.00) in Stuttgart ein «10-Punkte-Akut-Programm» für die Altenpflege vorstellen. Darin fordern sie unter anderem ein Ende der zeitlich befristeten Förderprogramme. «Außerdem braucht die Altenpflege mehr Entbürokratisierung und Flexibilität bei der Umsetzung ihres Pflegeauftrags», sagte der FDP-Gesundheitsexperte Jochen Haußmann. Notwendig sei zudem ein flexibleres Verhältnis von Pflegefachkräften zu Hilfskräften in der Betreuung. Vorgeschrieben sind in Deutschland mindestens 50 Prozent.

Die Liberalen verlangen zudem Programme, um zusätzliche Arbeitskräfte aus dem Ausland zu gewinnen. «Bürokratie darf nicht zum Verhinderungsgrund für eine zügige Integration in einen stark belasteten Arbeitsmarkt führen», sagte Haußmann. Seine Partei fordert in ihrem «Masterplan» außerdem, die Ausbildungszahlen zu erhöhen und Teilzeitausbildungen möglich zu machen. Die Altenpflege müsse zudem digitaler werden.

Nach einer Prognose der Krankenkasse Barmer vom vergangenen Februar werden bis zum Jahr 2030 allein in Baden-Württemberg rund 710.000 Menschen auf Hilfe in der Pflege angewiesen sein. Das sind laut Barmer-Pflegereport über ein Fünftel mehr Menschen als bislang angenommen. Zugleich fehlten zusätzlich 4000 Pflegekräfte. Ursachen für diese Entwicklung seien unter anderem die demografische Entwicklung und der vereinfachte Zugang zu Leistungen.

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