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Coronavirus Deutschland Freiburg Medikament Merck KGaA Pfizer Roche

Von Dexamethason bis Paxlovid: Diese Corona-Medikamente werden in Deutschland produziert

Im Kampf gegen Corona werden künftig Medikamente wichtiger werden. Deutschland spielt eine bedeutende Rolle bei der Herstellung solcher Arzneien – und auch bei der Forschung an neuen Mitteln.

Noch liegt der Fokus auf der Impfung – doch bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie werden in Zukunft auch Medikamente gegen Covid-19 eine größere Rolle spielen als heute. Schon bei den Impfstoffen hatte Deutschlands Pharmabranche einen Coup gelandet. Der Erfolg des Mainzer Herstellers Biontech brachte dem heimischen Industriezweig internationales Renommee und milliardenschwere Geschäfte – mit der Aussicht auf erneut kräftig steigende Umsätze 2022.

Nun werden Corona-Medikamente für infizierte Patienten zur nächsten Chance. Zwar liegen im Fall der Therapeutika Konzerne aus der Schweiz, Großbritannien und den USA vorn. Doch bei Produktion und Verteilung spielen auch deutsche Standorte eine Rolle.

Anti-Corona-Medikament Paxlovid wird in Freiburg hergestellt

Der US-Konzern und Biontech-Partner Pfizer stellt sein Medikament Paxlovid gegen schwere Covid-Verläufe hauptsächlich in Freiburg her. Nach Erhalt und Genehmigung des Wirkstoffs startet der Prozess zum Mischen, Granulieren, Pressen und Beschichten der Tabletten, sagt eine Sprecherin. „Ein Team von Qualitätsexperten stellt sicher, dass die höchsten Standards eingehalten werden.“ Zudem werde in Freiburg, wo 1700 Menschen für Pfizer arbeiten, mit der Verpackung begonnen.STERN PAID Corona Selbsttests im Selbsttest Schnelltests 13.15

Der Pharmaproduzent geht davon aus, in diesem Jahr weltweit mindestens 120 Millionen Einheiten fertigzustellen – davon rund 30 Millionen in der ersten Jahreshälfte. „Wir sind dabei, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen und die Produktion weiter hochzufahren“, kündigte Pfizer an.

Die Bundesregierung hat bereits eine Million Packungen von Paxlovid bestellt. Mit ersten Lieferungen rechnet Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) noch im Januar. Das Mittel eigne sich insbesondere für die Behandlung ungeimpfter Risikopatienten, heißt es. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat schon eine Notfallzulassung für das Medikament ausgesprochen, in der EU läuft die Prüfung noch.

Eine weitere Arznei ist Roactemra vom Schweizer Konzern Roche. Sie wird gegen eine überschießende körpereigene Immunabwehr bei stark fortgeschrittenen Corona-Erkrankungen verabreicht. Das in der EU zugelassene Mittel wird unter anderem in Mannheim verpackt und abgefüllt. Dort und am bayerischen Standort Penzberg arbeiten mehr als 1000 Beschäftigte in der Sterilabfüllung für den globalen Markt.

Gegen Corona-Erkrankungen im frühen Stadium lassen sich außerdem Antikörper einsetzen – dazu forschen auch Universitäten, zum Beispiel die Medizinische Hochschule Hannover. Roche bietet etwa das Präparat Ronapreve mit den Antikörpern Casirvimab und Imedvimab an. Diese werden in den USA produziert, im südbadischen Grenzach ist die Qualitätssicherung und Freigabe der Chargen für Europa angesiedelt.20.25 Urlaubsländer

Medikamente gelten als Säule der Corona-Bekämpfung. Sie sind aber im Vergleich zu Impfungen teurer und in der Anwendung oft komplizierter. „Der große Gamechanger sind sicherlich die Impfstoffe, nicht die Therapeutika“, sagt der Münchner Infektiologe Christoph Spinner. Therapeutika seien jedoch eine wichtige Ergänzung für „Menschen, die beispielsweise wegen einer chronischen Erkrankung nicht geimpft werden und damit keinen vergleichbaren Immunschutz aufbauen können“.

Bei der Behandlung von Covid-Patienten kommt auch das Medikament Dexamethason zum Einsatz, das der Pharmakonzern Merck unter dem Namen Fortecortin vermarktet. Das patentfreie Mittel – schon seit langem in mehreren Anwendungsgebieten zugelassen – hilft bei der Sauerstoffgabe oder künstlichen Beatmung Corona-Kranker. In Darmstadt stellt Merck aus dem aktiven Wirkstoff alle flüssigen, injizierbaren Formen her. Das Dax-Unternehmen habe Zulassungen bei Covid-19-Indikation unter anderem für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Tschechien, sagt ein Sprecher. „Weitere Aktivitäten für Nicht-EU-Länder laufen.“

Pharmastandort Deutschland hat in der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen

Auch deutsche Firmen forschen an Corona-Arzneien. Laut dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) sind 37 Präparate in der Entwicklung. Zugelassen ist aber noch keines. „Die Produktion von Corona-Impfstoffen ist in Deutschland in kurzer Zeit gewachsen und hat die Bedeutung des Pharmastandorts gesteigert“, so Rolf Hömke vom VFA. Getrieben von der Impfstoffnachfrage soll der Umsatz der Branche Schätzungen zufolge dieses Jahr um acht Prozent zulegen. Deutschland sei stark in komplexen Produktionsprozessen. „Bei Corona-Therapeutika ist die Chance ebenfalls da, dass die Produktion ausgeweitet wird.“

In den USA gibt es für den Wirkstoff Molnupiravir des Unternehmens Merck & Co., das hierzulande als MSD auftritt und in Burgwedel bei Hannover auch einen Ebola-Impfstoff herstellt, eine Notfallzulassung. Bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA liegt ein Antrag vor.

Die Produktion ist in Amerika, in den Niederlanden wird die Substanz dann für den deutschen Markt konfektioniert. „Ende November hat die EMA eine wissenschaftlich begründete Empfehlung zur Nutzung von Molnupiravir in der Behandlung von Covid-19-Patienten ausgesprochen“, sagt Klaus Schlüter, medizinischer Direktor bei MSD. „Auch wenn der offizielle Zulassungsprozess noch läuft, darf das Mittel nach Prüfung durch die jeweiligen Behörden in den EU-Staaten angewendet werden.“

Mit dem Bundesgesundheitsministerium habe man für Dezember und Januar ein erstes Kontingent von 80.000 Einheiten vereinbart. „Die Ware wird über elf Anlaufstellen im Pharmagroßhandel vertrieben und kann von Apotheken für Patienten bestellt werden, wenn eine Indikation durch ärztliche Verschreibung vorliegt“, so Schlüter. Es liefen Gespräche, um weitere Mengen auch für Deutschland zur Verfügung zu stellen.

Sehen Sie im Video: Wie schnell und wo genau verbreitet sich das Coronavirus in Deutschland und der Welt? Wie entwickeln sich die Covid-19-Infektionszahlen in den Bundesländern? Das Corona-Briefing von n-tv gibt einen aktuellen Überblick.

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Coronavirus Deutschland Freiburg Medikament Merck KGaA Pfizer Roche

Von Dexamethason bis Paxlovid: Diese Corona-Medikamente werden in Deutschland produziert

Im Kampf gegen Corona werden künftig Medikamente wichtiger werden. Deutschland spielt eine bedeutende Rolle bei der Herstellung solcher Arzneien – und auch bei der Forschung an neuen Mitteln.

Noch liegt der Fokus auf der Impfung – doch bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie werden in Zukunft auch Medikamente gegen Covid-19 eine größere Rolle spielen als heute. Schon bei den Impfstoffen hatte Deutschlands Pharmabranche einen Coup gelandet. Der Erfolg des Mainzer Herstellers Biontech brachte dem heimischen Industriezweig internationales Renommee und milliardenschwere Geschäfte – mit der Aussicht auf erneut kräftig steigende Umsätze 2022.

Nun werden Corona-Medikamente für infizierte Patienten zur nächsten Chance. Zwar liegen im Fall der Therapeutika Konzerne aus der Schweiz, Großbritannien und den USA vorn. Doch bei Produktion und Verteilung spielen auch deutsche Standorte eine Rolle.

Anti-Corona-Medikament Paxlovid wird in Freiburg hergestellt

Der US-Konzern und Biontech-Partner Pfizer stellt sein Medikament Paxlovid gegen schwere Covid-Verläufe hauptsächlich in Freiburg her. Nach Erhalt und Genehmigung des Wirkstoffs startet der Prozess zum Mischen, Granulieren, Pressen und Beschichten der Tabletten, sagt eine Sprecherin. „Ein Team von Qualitätsexperten stellt sicher, dass die höchsten Standards eingehalten werden.“ Zudem werde in Freiburg, wo 1700 Menschen für Pfizer arbeiten, mit der Verpackung begonnen.STERN PAID Corona Selbsttests im Selbsttest Schnelltests 13.15

Der Pharmaproduzent geht davon aus, in diesem Jahr weltweit mindestens 120 Millionen Einheiten fertigzustellen – davon rund 30 Millionen in der ersten Jahreshälfte. „Wir sind dabei, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen und die Produktion weiter hochzufahren“, kündigte Pfizer an.

Die Bundesregierung hat bereits eine Million Packungen von Paxlovid bestellt. Mit ersten Lieferungen rechnet Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) noch im Januar. Das Mittel eigne sich insbesondere für die Behandlung ungeimpfter Risikopatienten, heißt es. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat schon eine Notfallzulassung für das Medikament ausgesprochen, in der EU läuft die Prüfung noch.

Eine weitere Arznei ist Roactemra vom Schweizer Konzern Roche. Sie wird gegen eine überschießende körpereigene Immunabwehr bei stark fortgeschrittenen Corona-Erkrankungen verabreicht. Das in der EU zugelassene Mittel wird unter anderem in Mannheim verpackt und abgefüllt. Dort und am bayerischen Standort Penzberg arbeiten mehr als 1000 Beschäftigte in der Sterilabfüllung für den globalen Markt.

Gegen Corona-Erkrankungen im frühen Stadium lassen sich außerdem Antikörper einsetzen – dazu forschen auch Universitäten, zum Beispiel die Medizinische Hochschule Hannover. Roche bietet etwa das Präparat Ronapreve mit den Antikörpern Casirvimab und Imedvimab an. Diese werden in den USA produziert, im südbadischen Grenzach ist die Qualitätssicherung und Freigabe der Chargen für Europa angesiedelt.20.25 Urlaubsländer

Medikamente gelten als Säule der Corona-Bekämpfung. Sie sind aber im Vergleich zu Impfungen teurer und in der Anwendung oft komplizierter. „Der große Gamechanger sind sicherlich die Impfstoffe, nicht die Therapeutika“, sagt der Münchner Infektiologe Christoph Spinner. Therapeutika seien jedoch eine wichtige Ergänzung für „Menschen, die beispielsweise wegen einer chronischen Erkrankung nicht geimpft werden und damit keinen vergleichbaren Immunschutz aufbauen können“.

Bei der Behandlung von Covid-Patienten kommt auch das Medikament Dexamethason zum Einsatz, das der Pharmakonzern Merck unter dem Namen Fortecortin vermarktet. Das patentfreie Mittel – schon seit langem in mehreren Anwendungsgebieten zugelassen – hilft bei der Sauerstoffgabe oder künstlichen Beatmung Corona-Kranker. In Darmstadt stellt Merck aus dem aktiven Wirkstoff alle flüssigen, injizierbaren Formen her. Das Dax-Unternehmen habe Zulassungen bei Covid-19-Indikation unter anderem für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Tschechien, sagt ein Sprecher. „Weitere Aktivitäten für Nicht-EU-Länder laufen.“

Pharmastandort Deutschland hat in der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen

Auch deutsche Firmen forschen an Corona-Arzneien. Laut dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) sind 37 Präparate in der Entwicklung. Zugelassen ist aber noch keines. „Die Produktion von Corona-Impfstoffen ist in Deutschland in kurzer Zeit gewachsen und hat die Bedeutung des Pharmastandorts gesteigert“, so Rolf Hömke vom VFA. Getrieben von der Impfstoffnachfrage soll der Umsatz der Branche Schätzungen zufolge dieses Jahr um acht Prozent zulegen. Deutschland sei stark in komplexen Produktionsprozessen. „Bei Corona-Therapeutika ist die Chance ebenfalls da, dass die Produktion ausgeweitet wird.“

In den USA gibt es für den Wirkstoff Molnupiravir des Unternehmens Merck & Co., das hierzulande als MSD auftritt und in Burgwedel bei Hannover auch einen Ebola-Impfstoff herstellt, eine Notfallzulassung. Bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA liegt ein Antrag vor.

Die Produktion ist in Amerika, in den Niederlanden wird die Substanz dann für den deutschen Markt konfektioniert. „Ende November hat die EMA eine wissenschaftlich begründete Empfehlung zur Nutzung von Molnupiravir in der Behandlung von Covid-19-Patienten ausgesprochen“, sagt Klaus Schlüter, medizinischer Direktor bei MSD. „Auch wenn der offizielle Zulassungsprozess noch läuft, darf das Mittel nach Prüfung durch die jeweiligen Behörden in den EU-Staaten angewendet werden.“

Mit dem Bundesgesundheitsministerium habe man für Dezember und Januar ein erstes Kontingent von 80.000 Einheiten vereinbart. „Die Ware wird über elf Anlaufstellen im Pharmagroßhandel vertrieben und kann von Apotheken für Patienten bestellt werden, wenn eine Indikation durch ärztliche Verschreibung vorliegt“, so Schlüter. Es liefen Gespräche, um weitere Mengen auch für Deutschland zur Verfügung zu stellen.

Sehen Sie im Video: Wie schnell und wo genau verbreitet sich das Coronavirus in Deutschland und der Welt? Wie entwickeln sich die Covid-19-Infektionszahlen in den Bundesländern? Das Corona-Briefing von n-tv gibt einen aktuellen Überblick.

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Bautzen Berlin Bundesinnenministerium Bundespolizei Coronavirus Deutsche Presse-Agentur Deutschland Düsseldorf Freiburg GDP Hamburg Jörg Radek Nancy Faeser Polizei Rechtsextremisten Rostock Sachsen Thüringen Verfassungsschutz

Demonstrationen: Corona-Proteste: Katz und Maus mit «Spaziergängern»

Das Für und Wider der Corona-Maßnahmen treibt Tausende Menschen auf die Straßen. Die Polizei sieht sich provoziert – und oft auch attackiert. Läuft da was aus dem Ruder?

Fast jeden Tag jetzt dieses Katz-und-Maus-Spiel, diese neue Unübersichtlichkeit bei den Corona-Protesten auf Deutschlands Straßen. Auch am Montagabend waren wieder Tausende unterwegs. «Spaziergänger», die sich auf Telegram verabreden, aber keine Demonstration anmelden.

Friedliche Gegner von Impfpflicht und Corona-Auflagen, die sich zu unrecht mit Rechtsextremisten in einen Topf geworfen sehen. Gegendemonstranten, die als letzte Bastion der Vernunft auftreten. Gerät der Rechtsstaat beim Versammlungsrecht an seine Grenzen im dritten Jahr der Pandemie?

Jörg Radek würde das so nicht stehen lassen. Der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei formuliert es im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur lieber so: «Es ist eine polizeiliche Herausforderung, weil wir sehr kleinteilige Versammlungen haben an unterschiedlichen Orten, und wir versuchen müssen, gleichzeitig an diesen Orten zu sein.» Wo die Polizei präsent sei, setze sie Recht durch. «Schwierig wird es, wenn man an einem Tag in Sachsen an 170 Orten gleichzeitig Versammlungen hat.» Da müssten sich Landes- und Bundespolizei gegenseitig helfen.

Proteste in ganz Deutschland

Mehr als 1000 Protestaktionen gegen Corona-Maßnahmen vermerkte das Bundesinnenministerium Montag vor einer Woche bundesweit und 188.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Diesen Montag wieder: Tausende in Berlin, mindestens 21.000 in Thüringen, eingekesselte Demonstranten in Rostock. Lange schienen die Proteste vor allem ein ostdeutsches Ding – aber längst ähneln sich die Szenen in Hamburg oder Düsseldorf, Freiburg oder München.

Die Veranstaltungen würden immer kleinteiliger, die «Spreizung» mache es den Behörden immer schwerer, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser im Deutschlandfunk. Demonstrieren könne man doch in angemeldeten Versammlungen. «Dafür muss ich nicht die Sicherheitsbehörden versuchen auszutricksen.»

Angemeldet werden die «Spaziergänge» deshalb nicht, weil dann auch Auflagen erteilt werden können, etwa die Einhaltung von Abständen oder eine Maskenpflicht. Aber spazieren gehen darf jeder. Könnte man die Menschen nicht einfach laufen lassen? «Teils wird zunächst wirklich nur spaziert», räumt Radek ein. «Aber es liegt ja in der Natur des Versammlungsrechts, dass man signalisieren will, wofür man demonstriert. Irgendwann kommt der Punkt, wo Parolen gebrüllt werden.» Er nennt es perfide, dass Corona-Auflagen und der Infektionsschutz der Beamten bewusst missachtet würden.

Steigende Gewaltbereitschaft

«Wir treffen immer mehr gewaltbereite Teilnehmer, das Aggressionspotenzial steigt», sagt die Rostocker Polizeipräsidentin Anja Hamann. Anfang Januar berichtete die Magdeburger Polizeiinspektion von Flaschenwürfen auf Beamte und dem Einsatz von Pyrotechnik. In Lichtenstein bei Zwickau verletzten gewaltbereite Demonstranten 14 Beamte. Vor einer Woche wurden neun Polizisten verletzt, so etwa in Bautzen, Braunschweig, Gera und Magdeburg. «Es wird gespuckt, körperlich attackiert, die Kollegen werden einer Infektionsgefahr ausgesetzt, Erwachsene gehen mit Kindern auf ihren Schultern dicht an die Polizeiketten heran, um zu provozieren», weiß auch Gewerkschafter Radek.

Schlagen, Spucken, Provokationen mit Kindern: Wer geht da überhaupt auf die Straße? Die Frage stellt sich seit Monaten immer wieder neu. Inzwischen häufen sich Warnungen vor einer Unterwanderung durch Extremisten. Innenministerin Faeser spricht von einer Instrumentalisierung der Proteste. Diese zielten teils gar nicht auf die Corona-Maßnahmen, sondern gegen den Staat. Bei einer Berliner Demo am Montagabend hieß es: «Merkel, Spahn, Steinmeier, Drosten in den Knast». Ein Redner schimpfte, die «deutschen Medien» seien «gleichgeschaltet» wie 1933.

Verfassungsschutz in Sorge

Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, sieht unter Corona-Demonstranten sogar eine neue Szene von Staatsfeinden, die Kategorien wie Rechts- oder Linksextremismus sprengen. «Sie lehnen unser demokratisches Staatswesen grundlegend ab», sagte Haldenwang der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Zunehmend sei die Polizei Feindbild. «Einsatzkräfte werden nicht nur bei den Protesten, sondern auch im virtuellen Raum zunehmend angefeindet und beispielsweise als «Söldner» oder «Mörder des Systems» diffamiert.»

Mit Extremisten habe man rein gar nichts zu tun, betonten hingegen die Organisatoren von #friedlichzusammen bei einer Demonstration am Wochenende in Berlin. Ausdrücklich distanzierten sie sich von «Nazis, Antisemiten, Holocaust-Leugnern und allen extremistischen Weltanschauungen». Sie wandten sich gegen Beschränkungen für Ungeimpfte wie 2G oder 3G und gegen eine mögliche Impfpflicht. Bilder der Demo zeigten friedliche Menschen in Daunenmänteln. Transparente warnten aber auch hier vor angeblich manipulierten Medien und einer angeblichen «Diktatur».

Solche Diktatur-Vergleiche wiederum regen nicht nur die Berliner Pfarrerin Aljona Hofmann auf. Sie spricht für die Gethsemanekirche, zu DDR-Zeiten ein Treffpunkt der demokratischen Opposition. «2022 ist nicht 1989», betonte Hofmann vor einigen Tagen in einem Tweet und berichtete von Störungen bei Andachten «durch Pöbeleien bis hin zum Hitlergruß». Immer wieder montags mobilisiert die Initiative Gethsemanekiez gegen «Diktatur-Verharmloser und Corona-Protestler».

Vielerorts Gegenproteste

Solche Gegeninitiativen gibt es nun vielerorts. In Sachsen gründeten sich «Bautzen gemeinsam» oder «#Wir lieben Freiberg» gegen rechtsextreme Proteste. In Jena demonstrierten am Montag Dutzende Menschen unter dem Motto «Ausspaziert» und trafen auf etwa gleich viele Gegner der Corona-Maßnahmen. Ähnliche Gemengelage schon am Wochenende in Freiburg in Baden-Württemberg: Erst 2500 Menschen gegen Corona-Verharmlosung, dann 6000 Menschen gegen Impfzwang.

Mittendrin steht die Polizei. «Dass es Demonstrationen und Gegendemonstrationen gibt, ist kein neues Phänomen», sagt Radek. «Wir als Polizei müssen erkennen: Wer sind die, die den Staat provozieren wollen?»

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Bautzen Berlin Bundesinnenministerium Bundespolizei Coronavirus Deutsche Presse-Agentur Deutschland Düsseldorf Freiburg GDP Hamburg Jörg Radek Nancy Faeser Polizei Rechtsextremisten Rostock Sachsen Thüringen Verfassungsschutz

Demonstrationen: Corona-Proteste: Katz und Maus mit «Spaziergängern»

Das Für und Wider der Corona-Maßnahmen treibt Tausende Menschen auf die Straßen. Die Polizei sieht sich provoziert – und oft auch attackiert. Läuft da was aus dem Ruder?

Fast jeden Tag jetzt dieses Katz-und-Maus-Spiel, diese neue Unübersichtlichkeit bei den Corona-Protesten auf Deutschlands Straßen. Auch am Montagabend waren wieder Tausende unterwegs. «Spaziergänger», die sich auf Telegram verabreden, aber keine Demonstration anmelden.

Friedliche Gegner von Impfpflicht und Corona-Auflagen, die sich zu unrecht mit Rechtsextremisten in einen Topf geworfen sehen. Gegendemonstranten, die als letzte Bastion der Vernunft auftreten. Gerät der Rechtsstaat beim Versammlungsrecht an seine Grenzen im dritten Jahr der Pandemie?

Jörg Radek würde das so nicht stehen lassen. Der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei formuliert es im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur lieber so: «Es ist eine polizeiliche Herausforderung, weil wir sehr kleinteilige Versammlungen haben an unterschiedlichen Orten, und wir versuchen müssen, gleichzeitig an diesen Orten zu sein.» Wo die Polizei präsent sei, setze sie Recht durch. «Schwierig wird es, wenn man an einem Tag in Sachsen an 170 Orten gleichzeitig Versammlungen hat.» Da müssten sich Landes- und Bundespolizei gegenseitig helfen.

Proteste in ganz Deutschland

Mehr als 1000 Protestaktionen gegen Corona-Maßnahmen vermerkte das Bundesinnenministerium Montag vor einer Woche bundesweit und 188.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Diesen Montag wieder: Tausende in Berlin, mindestens 21.000 in Thüringen, eingekesselte Demonstranten in Rostock. Lange schienen die Proteste vor allem ein ostdeutsches Ding – aber längst ähneln sich die Szenen in Hamburg oder Düsseldorf, Freiburg oder München.

Die Veranstaltungen würden immer kleinteiliger, die «Spreizung» mache es den Behörden immer schwerer, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser im Deutschlandfunk. Demonstrieren könne man doch in angemeldeten Versammlungen. «Dafür muss ich nicht die Sicherheitsbehörden versuchen auszutricksen.»

Angemeldet werden die «Spaziergänge» deshalb nicht, weil dann auch Auflagen erteilt werden können, etwa die Einhaltung von Abständen oder eine Maskenpflicht. Aber spazieren gehen darf jeder. Könnte man die Menschen nicht einfach laufen lassen? «Teils wird zunächst wirklich nur spaziert», räumt Radek ein. «Aber es liegt ja in der Natur des Versammlungsrechts, dass man signalisieren will, wofür man demonstriert. Irgendwann kommt der Punkt, wo Parolen gebrüllt werden.» Er nennt es perfide, dass Corona-Auflagen und der Infektionsschutz der Beamten bewusst missachtet würden.

Steigende Gewaltbereitschaft

«Wir treffen immer mehr gewaltbereite Teilnehmer, das Aggressionspotenzial steigt», sagt die Rostocker Polizeipräsidentin Anja Hamann. Anfang Januar berichtete die Magdeburger Polizeiinspektion von Flaschenwürfen auf Beamte und dem Einsatz von Pyrotechnik. In Lichtenstein bei Zwickau verletzten gewaltbereite Demonstranten 14 Beamte. Vor einer Woche wurden neun Polizisten verletzt, so etwa in Bautzen, Braunschweig, Gera und Magdeburg. «Es wird gespuckt, körperlich attackiert, die Kollegen werden einer Infektionsgefahr ausgesetzt, Erwachsene gehen mit Kindern auf ihren Schultern dicht an die Polizeiketten heran, um zu provozieren», weiß auch Gewerkschafter Radek.

Schlagen, Spucken, Provokationen mit Kindern: Wer geht da überhaupt auf die Straße? Die Frage stellt sich seit Monaten immer wieder neu. Inzwischen häufen sich Warnungen vor einer Unterwanderung durch Extremisten. Innenministerin Faeser spricht von einer Instrumentalisierung der Proteste. Diese zielten teils gar nicht auf die Corona-Maßnahmen, sondern gegen den Staat. Bei einer Berliner Demo am Montagabend hieß es: «Merkel, Spahn, Steinmeier, Drosten in den Knast». Ein Redner schimpfte, die «deutschen Medien» seien «gleichgeschaltet» wie 1933.

Verfassungsschutz in Sorge

Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, sieht unter Corona-Demonstranten sogar eine neue Szene von Staatsfeinden, die Kategorien wie Rechts- oder Linksextremismus sprengen. «Sie lehnen unser demokratisches Staatswesen grundlegend ab», sagte Haldenwang der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Zunehmend sei die Polizei Feindbild. «Einsatzkräfte werden nicht nur bei den Protesten, sondern auch im virtuellen Raum zunehmend angefeindet und beispielsweise als «Söldner» oder «Mörder des Systems» diffamiert.»

Mit Extremisten habe man rein gar nichts zu tun, betonten hingegen die Organisatoren von #friedlichzusammen bei einer Demonstration am Wochenende in Berlin. Ausdrücklich distanzierten sie sich von «Nazis, Antisemiten, Holocaust-Leugnern und allen extremistischen Weltanschauungen». Sie wandten sich gegen Beschränkungen für Ungeimpfte wie 2G oder 3G und gegen eine mögliche Impfpflicht. Bilder der Demo zeigten friedliche Menschen in Daunenmänteln. Transparente warnten aber auch hier vor angeblich manipulierten Medien und einer angeblichen «Diktatur».

Solche Diktatur-Vergleiche wiederum regen nicht nur die Berliner Pfarrerin Aljona Hofmann auf. Sie spricht für die Gethsemanekirche, zu DDR-Zeiten ein Treffpunkt der demokratischen Opposition. «2022 ist nicht 1989», betonte Hofmann vor einigen Tagen in einem Tweet und berichtete von Störungen bei Andachten «durch Pöbeleien bis hin zum Hitlergruß». Immer wieder montags mobilisiert die Initiative Gethsemanekiez gegen «Diktatur-Verharmloser und Corona-Protestler».

Vielerorts Gegenproteste

Solche Gegeninitiativen gibt es nun vielerorts. In Sachsen gründeten sich «Bautzen gemeinsam» oder «#Wir lieben Freiberg» gegen rechtsextreme Proteste. In Jena demonstrierten am Montag Dutzende Menschen unter dem Motto «Ausspaziert» und trafen auf etwa gleich viele Gegner der Corona-Maßnahmen. Ähnliche Gemengelage schon am Wochenende in Freiburg in Baden-Württemberg: Erst 2500 Menschen gegen Corona-Verharmlosung, dann 6000 Menschen gegen Impfzwang.

Mittendrin steht die Polizei. «Dass es Demonstrationen und Gegendemonstrationen gibt, ist kein neues Phänomen», sagt Radek. «Wir als Polizei müssen erkennen: Wer sind die, die den Staat provozieren wollen?»

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Baden-Württemberg Coronavirus Freiburg Friedrichshafen Mannheim Polizei Ravensburg Rottweil Stuttgart Wangen im Allgäu

Wieder tausende Gegner der Corona-Maßnahmen auf der Straße

Am Montagabend sind wieder mehrere tausend Menschen in Baden-Württemberg gegen staatliche Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen. In Rottweil nahmen etwa 1400 Demonstranten an einem nicht angemeldeten Zug durch die Stadt teil, sagte ein Polizeisprecher. Eine Gruppe von etwa 30 Fasnets-Peitschern hielt sie in einer Gasse kurzzeitig auf.

Am Montagabend sind wieder mehrere tausend Menschen in Baden-Württemberg gegen staatliche Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen. In Rottweil nahmen etwa 1400 Demonstranten an einem nicht angemeldeten Zug durch die Stadt teil, sagte ein Polizeisprecher. Eine Gruppe von etwa 30 Fasnets-Peitschern hielt sie in einer Gasse kurzzeitig auf.

In Ravensburg und Friedrichshafen beteiligten sich jeweils über 1000 Menschen an nicht angemeldeten Versammlungen. In Wangen im Allgäu seien es etwa 700 gewesen. In Ulm gab es eine Aktion mit über 1000 Demonstranten auf dem Münsterplatz und eine deutlich kleinere Gegendemo. In Heidenheim schlossen sich ebenfalls mehrere hundert Menschen einer Protestaktion an. Überall blieb es den Angaben zufolge weitgehend friedlich.

In Mannheim und Freiburg, wo die Polizei ebenfalls mit Treffen der Corona-Gegner gerechnet hatte, blieb es ruhig. In Mannheim trafen sich nur 150 Demonstranten, in Freiburg selbst gab es zunächst keine Aktion. In Sinsheim im Rhein-Neckar-Kreis kamen etwa 400 Menschen zusammen, um gegen die Einschränkungen durch die Corona-Politik zu protestieren. Auch in Wiesloch und Heidelberg waren es mehrere Hundert. In Schopfheim im Kreis Lörrach kamen etwa 600 Menschen zusammen.

Seit Wochen gehen Gegner der Corona-Politik vielerorts auf die Straße. Nicht immer kündigen sie die Demonstrationen an. Am Montag der vergangenen Woche waren mehr als 50.000 Menschen unterwegs, um ihre Meinung zur Corona-Politik kundzutun. Zahlreiche Städte haben unangemeldete Proteste, die auch als «Spaziergänge» bekannt geworden sind, untersagt. Am Wochenende waren bei 44 Versammlungen etwa 23.700 Menschen auf der Straße gewesen, davon vier Gegendemos.

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Biontech Bundesregierung Coronavirus Deutschland EU Frankfurt Freiburg Großbritannien Hannover Impfstoff Merck KGaA München Partner Pfizer Pharmaindustrie Roche Schweiz USA Verpackung Zulassung

Medizin aus Deutschland: Produktion von Corona-Arzneien nimmt Fahrt auf

Auch in der Omikron-Welle kommt es auf Impfstoffe an. Mit der Zulassung von immer mehr Medikamenten für Covid-Patienten gibt es aber zusätzliche Mittel. Davon profitiert der Pharmastandort Deutschland.

Bei Corona-Impfstoffen hat die deutsche Pharmaindustrie einen Coup gelandet. Der Erfolg des Mainzer Herstellers Biontech brachte der Branche internationales Renommee und milliardenschwere Geschäfte – mit der Aussicht auf erneut kräftig steigende Umsätze 2022.

Nun werden Corona-Medikamente für infizierte Patienten zur nächsten Chance. Zwar liegen im Fall der Therapeutika Konzerne aus der Schweiz, Großbritannien und den USA vorn. Doch bei Produktion und Verteilung spielen auch deutsche Standorte eine Rolle.

Der US-Konzern und Biontech-Partner Pfizer stellt sein Medikament Paxlovid gegen schwere Covid-Verläufe hauptsächlich in Freiburg her. Nach Erhalt und Genehmigung des Wirkstoffs startet der Prozess zum Mischen, Granulieren, Pressen und Beschichten der Tabletten, sagt eine Sprecherin. «Ein Team von Qualitätsexperten stellt sicher, dass die höchsten Standards eingehalten werden.» Zudem werde in Freiburg, wo 1700 Menschen für Pfizer arbeiten, mit der Verpackung begonnen.

Produktion wird weiter hochgefahren

Der Pharmariese geht davon aus, in diesem Jahr weltweit mindestens 120 Millionen Einheiten fertigzustellen – davon rund 30 Millionen in der ersten Jahreshälfte. «Wir sind dabei, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen und die Produktion weiter hochzufahren», kündigte Pfizer an.

Die Bundesregierung hat bereits eine Million Packungen von Paxlovid bestellt. Mit ersten Lieferungen rechnet Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) noch im Januar. Das Mittel eigne sich insbesondere für die Behandlung ungeimpfter Risikopatienten, heißt es. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat schon eine Notfallzulassung für das Medikament ausgesprochen, in der EU läuft die Prüfung noch.

Eine weitere Arznei ist Roactemra vom Schweizer Konzern Roche. Sie wird gegen eine überschießende körpereigene Immunabwehr bei stark fortgeschrittenen Corona-Erkrankungen verabreicht. Das in der EU zugelassene Mittel wird unter anderem in Mannheim verpackt und abgefüllt. Dort und am bayerischen Standort Penzberg arbeiten mehr als 1000 Beschäftigte in der Sterilabfüllung für den globalen Markt.

Freigabe erfolgt in Südbaden

Gegen Corona-Erkrankungen im frühen Stadium lassen sich außerdem Antikörper einsetzen – dazu forschen auch Universitäten, zum Beispiel die Medizinische Hochschule Hannover. Roche bietet etwa das Präparat Ronapreve mit den Antikörpern Casirvimab und Imedvimab an. Diese werden in den USA produziert, im südbadischen Grenzach ist die Qualitätssicherung und Freigabe der Chargen für Europa angesiedelt.

Medikamente gelten als Säule der Corona-Bekämpfung. Sie sind aber im Vergleich zu Impfungen teurer und in der Anwendung oft komplizierter. «Der große Gamechanger sind sicherlich die Impfstoffe, nicht die Therapeutika», sagt der Münchner Infektiologe Christoph Spinner. Therapeutika seien jedoch eine wichtige Ergänzung für «Menschen, die beispielsweise wegen einer chronischen Erkrankung nicht geimpft werden und damit keinen vergleichbaren Immunschutz aufbauen können».

Bei der Behandlung von Covid-Patienten kommt auch das Medikament Dexamethason zum Einsatz, das der Pharmakonzern Merck unter dem Namen Fortecortin vermarktet. Das patentfreie Mittel – schon seit langem in mehreren Anwendungsgebieten zugelassen – hilft bei der Sauerstoffgabe oder künstlichen Beatmung Corona-Kranker. In Darmstadt stellt Merck aus dem aktiven Wirkstoff alle flüssigen, injizierbaren Formen her. Das Dax-Unternehmen habe Zulassungen bei Covid-19-Indikation unter anderem für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Tschechien, sagt ein Sprecher. «Weitere Aktivitäten für Nicht-EU-Länder laufen.»

Viele Präparate noch in der Entwicklung

Auch deutsche Firmen forschen an Corona-Arzneien. Laut dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) sind 37 Präparate in der Entwicklung. Zugelassen ist aber noch keines. «Die Produktion von Corona-Impfstoffen ist in Deutschland in kurzer Zeit gewachsen und hat die Bedeutung des Pharmastandorts gesteigert», so Rolf Hömke vom vfa. Getrieben von der Impfstoffnachfrage soll der Umsatz der Branche Schätzungen zufolge dieses Jahr um 8 Prozent zulegen. Deutschland sei stark in komplexen Produktionsprozessen. «Bei Corona-Therapeutika ist die Chance ebenfalls da, dass die Produktion ausgeweitet wird.»

In den USA gibt es für den Wirkstoff Molnupiravir des Unternehmens Merck & Co., das hierzulande als MSD auftritt und in Burgwedel bei Hannover auch einen Ebola-Impfstoff herstellt, eine Notfallzulassung. Bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA liegt ein Antrag vor.

Die Produktion ist in Amerika, in den Niederlanden wird die Substanz dann für den deutschen Markt konfektioniert. «Ende November hat die EMA eine wissenschaftlich begründete Empfehlung zur Nutzung von Molnupiravir in der Behandlung von Covid-19-Patienten ausgesprochen», sagt Klaus Schlüter, medizinischer Direktor bei MSD. «Auch wenn der offizielle Zulassungsprozess noch läuft, darf das Mittel nach Prüfung durch die jeweiligen Behörden in den EU-Staaten angewendet werden.»

Mit dem Bundesgesundheitsministerium habe man für Dezember und Januar ein erstes Kontingent von 80 000 Einheiten vereinbart. «Die Ware wird über elf Anlaufstellen im Pharmagroßhandel vertrieben und kann von Apotheken für Patienten bestellt werden, wenn eine Indikation durch ärztliche Verschreibung vorliegt», so Schlüter. Es liefen Gespräche, um weitere Mengen auch für Deutschland zur Verfügung zu stellen.

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1. FC Magdeburg Amara Condé Freiburg Jahresauftakt Magdeburg SC Freiburg Tabellenführer Vorsprung

1. FC Magdeburg baut Vorsprung aus: Sieg beim SC Freiburg II

Tabellenführer 1. FC Magdeburg hat zum Jahresauftakt den nächsten Sieg eingefahren und seinen Vorsprung an der Spitze der 3. Fußball-Liga vorerst auf elf Punkte ausgebaut. Bei der Reserve des SC Freiburg siegte der Tabellenführer nach Steigerung mit 3:2 (1:1). Jason Ceka (20.), Raphael Obermair (70.) und Amara Condé (74.) trafen für den FCM, der 17-jährige Debütant Mika Baur (31.) und Lars Kehl (90+1.) trafen für die Gastgeber.

Tabellenführer 1. FC Magdeburg hat zum Jahresauftakt den nächsten Sieg eingefahren und seinen Vorsprung an der Spitze der 3. Fußball-Liga vorerst auf elf Punkte ausgebaut. Bei der Reserve des SC Freiburg siegte der Tabellenführer nach Steigerung mit 3:2 (1:1). Jason Ceka (20.), Raphael Obermair (70.) und Amara Condé (74.) trafen für den FCM, der 17-jährige Debütant Mika Baur (31.) und Lars Kehl (90+1.) trafen für die Gastgeber.

Beide Teams versuchten spielerisch zum Erfolg zu kommen, wobei zunächst Magdeburg Übergewicht hatte, Freiburg jedoch die erste Chance: Baur (9.) scheiterte an Torwart Dominik Reimann. Danach dominierte der SC – und Magdeburg traf: Ceka schloss ein Solo in der Box mit einem Schuss ins kurze Eck ab. Freiburg machte es dem FCM schwer, lief früh an und glich verdient aus. Danach war Freiburg das gefährlichere Team, doch ein weiterer Treffer fiel nicht.

Auch nach der Pause ließen die Gastgeber den FCM lange nicht zur Entfaltung kommen, unterbanden das Spiel der Gäste im letzten Drittel konsequent. Sonst überließ der SC den Magdeburgern das Spiel, die so kaum zu Abschlüssen kamen. Ein langer Ball fand schließlich Obermair, der per Schlenzer von der Strafraumkante zur erneuten Führung traf. Magdeburg drückte nun weiter, belohnte sich mit dem 3:1 durch Condé. Der Freiburger Anschluss durch Kehl in der Nachspielzeit kam zu spät.

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BVB – Erling Haaland beschwert sich über Borussia Dortmund: „Der Klub setzt mich unter Druck“

Erling Haaland sieht sich beim BVB zu einer Entscheidung über seine Zukunft gedrängt. Klub-Boss Watzke reagiert sofort auf diese Aussagen.

Borussia Dortmund erlebte beim 5:1-Sieg gegen Freiburg einen nahezu perfekten Abend – bis Erling Haaland wenige Minuten nach dem Abpfiff bei Jan Age Fjörtoft ans Mikrofon des norwegischen TV-Senders Viaplay Fotball trat und gegen den Verein loslegte.

Haaland erzählte ein wenig über die Partie und als es dann um seine immer noch ungewisse Zukunft beim BVB ging, überraschte der Torjäger mit erstaunlich pikanten Aussagen. „Der Klub setzt mich unter Druck, ich soll eine Entscheidung treffen. Das muss ich akzeptieren. Aber ich will nur Fußball spielen“, sagte Haaland.

BVB-Star Haaland: „Ich muss wohl zu Potte kommen …“

„Ich habe das letzte halbe Jahr aus Respekt vor Dortmund nichts gesagt, ich habe alle anderen auf der ganzen Welt reden lassen. Und das bedeutet wohl, dass ich jetzt mal zu Potte kommen muss. Sie wollen eine Antwort. Das bedeutet, dass die Dinge passieren müssen.“

Tatsächlich war es der erste öffentliche Auftritt des 21-Jährigen seit mehreren Monaten, Haaland hatte sich zuletzt komplett zurückgezogen, keine Interviewtermine mehr wahrgenommen.

BVB: Haaland will „die Dinge in Gang setzen“

Der 21-Jährige besitzt beim BVB noch einen Vertrag bis Juni 2024. Er kann den DFB-Pokalsieger im Sommer aber wegen einer Ausstiegsklausel für 75 Millionen Euro verlassen. Die BVB-Verantwortlichen erklärten zuletzt, dass sie sich mit Haaland und dessen Umfeld bald zusammensetzen wollen, um die Zukunft des Sturmjuwels zu klären.

„Ich will an nichts anderes denken als an Fußball, weil es schwierig wird, wenn ich andere Dinge im Kopf habe, aber jetzt drängeln sie schon so lange, dass ich die Dinge in Gang setzen werde“, sagte Haaland. In einer „idealen Welt“ würde er jetzt nicht entscheiden. „Wir sind in einer harten Phase mit vielen Spielen, ich will eigentlich nur Fußball spielen, aber das kann ich nicht.“

BVB-Boss Watzke kann Haaland-Aussagen „nicht nachvollziehen“

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat mit Unverständnis auf die Kritik reagiert. „Wir setzen Erling überhaupt nicht unter Druck. Es gibt aktuell weder Gespräche noch Termine, daher kann ich das nicht nachvollziehen“, sagte Watzke den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

„Wir können nicht bis Mai warten, das wird ihm auch einleuchten. Dass man irgendwann mal über die Zukunft spricht, muss er als Profi auch verstehen“, sagte Watzke, zeigte aber auch Verständnis für Haaland: „Erling ist ein spontaner Mensch und noch ein junger Bursche, der darf das, das ist kein Problem.“ Er selber habe „ein Topverhältnis“ zu Haaland. Er müsse aber auch „ein bisschen Verständnis für unsere Situation haben“.

Haaland will derzeit „an nichts anderes denken als an Fußball, weil es schwierig wird, wenn ich andere Dinge im Kopf habe, aber jetzt drängeln sie schon so lange, dass ich die Dinge in Gang setzen werde“, sagte Haaland. In einer „idealen Welt“ würde er jetzt nicht entscheiden: „Wir sind in einer harten Phase mit vielen Spielen, ich will eigentlich nur Fußball spielen, aber das kann ich nicht.“

Watzke hat Haaland zumindest noch nicht ganz abgeschrieben: „Was heißt Hoffnung? Wenn es so kommt, freuen wir uns sehr. Und wenn es anders kommt, werden wir das auch lösen.“

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BVB mit Guerreiro ins Spitzenspiel gegen Freiburg

Borussia Dortmund kann im Spitzenspiel gegen den SC Freiburg doch auf Raphael Guerreiro zurückgreifen. Der portugiesische Außenverteidiger steht in der Startelf des Fußball-Bundesligisten für das Duell am Freitag (20.30 Uhr/DAZN), obwohl er nach einem gesundheitlichen Rückschlag in dieser Woche kaum trainiert hatte. Nur rund einem Monat nach seiner Knieoperation ist auch Abwehrspieler Manuel Akanji wieder im Kader, sitzt aber zunächst nur auf der Bank. Trainer Marco Rose vertraut auf die Elf, die schon beim 3:2 vor einer Woche in Frankfurt begonnen hatte.

Borussia Dortmund kann im Spitzenspiel gegen den SC Freiburg doch auf Raphael Guerreiro zurückgreifen. Der portugiesische Außenverteidiger steht in der Startelf des Fußball-Bundesligisten für das Duell am Freitag (20.30 Uhr/DAZN), obwohl er nach einem gesundheitlichen Rückschlag in dieser Woche kaum trainiert hatte. Nur rund einem Monat nach seiner Knieoperation ist auch Abwehrspieler Manuel Akanji wieder im Kader, sitzt aber zunächst nur auf der Bank. Trainer Marco Rose vertraut auf die Elf, die schon beim 3:2 vor einer Woche in Frankfurt begonnen hatte.

Die Gäste müssen mit Torwart Mark Flekken und Verteidiger Nico Schlotterbeck weiterhin auf zwei Topkräfte verzichten. Im Vergleich zum 2:2 gegen Bielefeld nahm Trainer Christian Streich einen Wechsel vor. Für Keven Schlotterbeck läuft Manuel Gulde auf.

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Autofahrer stirbt nach Unfall mit Linienbus

Ein 72 Jahre alter Autofahrer ist nach einem Unfall mit einem Linienbus in Freiburg gestorben. Nach Angaben der Polizei vom Freitag war der Mann am Vortag mit seinem Auto bei geringem Tempo auf die Gegenfahrbahn gekommen und dort mit einem stehenden Bus zusammengestoßen. Im Bus wurde niemand verletzt. Der 72-Jährige wurde bewusstlos in eine Klinik gebracht, wo er später starb. Es wird geprüft, ob eine medizinische Ursache Grund für den Unfall war.

Ein 72 Jahre alter Autofahrer ist nach einem Unfall mit einem Linienbus in Freiburg gestorben. Nach Angaben der Polizei vom Freitag war der Mann am Vortag mit seinem Auto bei geringem Tempo auf die Gegenfahrbahn gekommen und dort mit einem stehenden Bus zusammengestoßen. Im Bus wurde niemand verletzt. Der 72-Jährige wurde bewusstlos in eine Klinik gebracht, wo er später starb. Es wird geprüft, ob eine medizinische Ursache Grund für den Unfall war.

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