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Bremen Hagen Polizei Unfall Verzögerung WDR

Hagen: A1 nach Unfall vollgesperrt: Autofahrer schwer verletzt

Wegen eines Unfalls auf der A1 bei Hagen Richtung Bremen müssen sich Autofahrer am Sonntagmorgen auf Verzögerungen einstellen. Ein Fahrer sei mit seinem Wagen von der Fahrbahn abgekommen, gegen die Schutzplanke gekracht und dabei schwer verletzt worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Daher sei die Autobahn voll gesperrt worden. Die Sperrung dauere am Morgen auf unbestimmte Zeit noch an. Laut WDR-Stauradar bildete sich gegen 9.20 Uhr ein etwa drei Kilometer langer Stau. Weitere Details gab es zunächst nicht.

Wegen eines Unfalls auf der A1 bei Hagen Richtung Bremen müssen sich Autofahrer am Sonntagmorgen auf Verzögerungen einstellen. Ein Fahrer sei mit seinem Wagen von der Fahrbahn abgekommen, gegen die Schutzplanke gekracht und dabei schwer verletzt worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Daher sei die Autobahn voll gesperrt worden. Die Sperrung dauere am Morgen auf unbestimmte Zeit noch an. Laut WDR-Stauradar bildete sich gegen 9.20 Uhr ein etwa drei Kilometer langer Stau. Weitere Details gab es zunächst nicht.

WDR-Stauradar Verkehrslage Straßen.NRW

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Arnd Zeigler Deutschland Fußball Hamburg Ingo Zamperoni Italien Tagesthemen WDR

Leute: Zamperoni sitzt beim Fußball „auf zwei Stühlen“

„Tagesthemen“-Moderator Ingo Zamperoni (48) kann sich beim Fußball nicht zwischen Deutschland und Italien entscheiden. „Beim EM-Halbfinale Deutschland gegen Italien war ich innerlich ziemlich zerrissen. Das war bei mir schon immer so“, sagte der Moderator, der die deutsche und die italienische Staatsbürgerschaft besitzt, im WDR-Podcast „Ball You Need Is Love“ von Moderator Arnd Zeigler. Er sitze bei solchen Spielen „nicht zwischen den Stühlen“. „Ich sitze auf zwei Stühlen. Und das gehört zum modernen Deutschland dazu“, sagte der Sohn eines Italieners und einer Deutschen. Er selbst könne nicht sonderlich gut Fußball spielen. „Wenn ich einmal einen Kopfball mache, dann scheppert mir dermaßen der Schädel, dass ich zwei Tage nicht geradeaus gucken kann“, sagte der 48-Jährige.

„Tagesthemen“-Moderator Ingo Zamperoni (48) kann sich beim Fußball nicht zwischen Deutschland und Italien entscheiden. „Beim EM-Halbfinale Deutschland gegen Italien war ich innerlich ziemlich zerrissen. Das war bei mir schon immer so“, sagte der Moderator, der die deutsche und die italienische Staatsbürgerschaft besitzt, im WDR-Podcast „Ball You Need Is Love“ von Moderator Arnd Zeigler. Er sitze bei solchen Spielen „nicht zwischen den Stühlen“. „Ich sitze auf zwei Stühlen. Und das gehört zum modernen Deutschland dazu“, sagte der Sohn eines Italieners und einer Deutschen. Er selbst könne nicht sonderlich gut Fußball spielen. „Wenn ich einmal einen Kopfball mache, dann scheppert mir dermaßen der Schädel, dass ich zwei Tage nicht geradeaus gucken kann“, sagte der 48-Jährige.

Podcast „Ball you need is love“

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ARD BamS Berlin Bundestag Christian Lindner Olaf Scholz SPD WDR

Rundfunk-Debatte: Lindner über Intendanten: Mehr Gehalt als der Kanzler

„Kein Intendant sollte mehr verdienen als der Bundeskanzler“, meint Finanzminister Lindner. Er fordert die Chefetagen und Verwaltungen der Sendeanstalten zu verschlanken.

Bundesfinanzminister Christian Lindner hat sich kritisch zu den Gehältern der Intendanten des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks geäußert. „An der Spitze der Öffentlich-Rechtlichen wird teilweise enorm verdient“, sagte der FDP-Politiker der „Bild am Sonntag“. „Ich bin gegen jede Neid-Debatte, aber kein Intendant sollte mehr verdienen als der Bundeskanzler. Hier ist eine Selbstverpflichtung nötig, um mit dem Geld der Gebührenzahler sparsam umzugehen.“

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat neben seinem Regierungsamt noch ein Abgeordnetenmandat und erhält deshalb zusätzlich zu seinem Amtsgehalt die um 50 Prozent gekürzte Abgeordnetenentschädigung. Nach Zahlen, die der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags im Auftrag eines AfD-Abgeordneten im Sommer zusammengestellt hatte, kommt der Kanzler damit auf ein Monatsgehalt von insgesamt rund 30.000 Euro, also etwa 360.000 Euro im Jahr.

Die Sender-Chefs der ARD bestimmen ihr Gehalt nicht selbst, sondern die Verwaltungsräte als Kontrollgremien. Im ARD-Intendanten-Vergleich verdient WDR-Intendant Tom Buhrow mit mehr als 400.000 Euro pro Jahr am besten – der WDR ist auch der größte ARD-Sender. Der Intendant des Saarländischen Rundfunks (SR) hingegen steht nach Angaben für das 2021 mit rund 245.000 Euro am unteren Ende bei den Jahresgehältern der ARD-Intendanten. Bei den Angaben handelt es sich um die Grundvergütung.

„Insgesamt sollten die Chefetagen und Verwaltungen schlanker werden, um stattdessen die Redakteure angemessen zu bezahlen, die die Inhalte machen“, so Lindern weiter in der „Bild am Sonntag„.

Vor einigen Tagen hatte sich der Minister ebenfalls zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk geäußert und sich für den Erhalt des Rundfunkbeitrags ausgesprochen. Er sei ein Verteidiger des Gebührenmodells, sagte er am Dienstag auf dem Kongress des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) in Berlin.

Eine Alternative wäre die Finanzierung aus dem Staatshaushalt durch Steuern. Das aber würde Journalismus in eine Situation bringen, in der der Haushaltsausschuss quasi mit Einfluss auf die Strukturen nähme, mahnte Lindner. Die jüngste Entscheidung Frankreichs, dort Rundfunkgebühren abzuschaffen, halte er nicht für übertragbar auf Deutschland.

ARD-Angaben zu Gehältern WDR-Geschäftsbericht

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ARD BamS Berlin Bundestag Christian Lindner Olaf Scholz SPD WDR

Rundfunk-Debatte: Lindner über Intendanten: Mehr Gehalt als der Kanzler

„Kein Intendant sollte mehr verdienen als der Bundeskanzler“, meint Finanzminister Lindner. Er fordert die Chefetagen und Verwaltungen der Sendeanstalten zu verschlanken.

Bundesfinanzminister Christian Lindner hat sich kritisch zu den Gehältern der Intendanten des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks geäußert. „An der Spitze der Öffentlich-Rechtlichen wird teilweise enorm verdient“, sagte der FDP-Politiker der „Bild am Sonntag“. „Ich bin gegen jede Neid-Debatte, aber kein Intendant sollte mehr verdienen als der Bundeskanzler. Hier ist eine Selbstverpflichtung nötig, um mit dem Geld der Gebührenzahler sparsam umzugehen.“

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat neben seinem Regierungsamt noch ein Abgeordnetenmandat und erhält deshalb zusätzlich zu seinem Amtsgehalt die um 50 Prozent gekürzte Abgeordnetenentschädigung. Nach Zahlen, die der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags im Auftrag eines AfD-Abgeordneten im Sommer zusammengestellt hatte, kommt der Kanzler damit auf ein Monatsgehalt von insgesamt rund 30.000 Euro, also etwa 360.000 Euro im Jahr.

Die Sender-Chefs der ARD bestimmen ihr Gehalt nicht selbst, sondern die Verwaltungsräte als Kontrollgremien. Im ARD-Intendanten-Vergleich verdient WDR-Intendant Tom Buhrow mit mehr als 400.000 Euro pro Jahr am besten – der WDR ist auch der größte ARD-Sender. Der Intendant des Saarländischen Rundfunks (SR) hingegen steht nach Angaben für das 2021 mit rund 245.000 Euro am unteren Ende bei den Jahresgehältern der ARD-Intendanten. Bei den Angaben handelt es sich um die Grundvergütung.

„Insgesamt sollten die Chefetagen und Verwaltungen schlanker werden, um stattdessen die Redakteure angemessen zu bezahlen, die die Inhalte machen“, so Lindern weiter in der „Bild am Sonntag„.

Vor einigen Tagen hatte sich der Minister ebenfalls zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk geäußert und sich für den Erhalt des Rundfunkbeitrags ausgesprochen. Er sei ein Verteidiger des Gebührenmodells, sagte er am Dienstag auf dem Kongress des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) in Berlin.

Eine Alternative wäre die Finanzierung aus dem Staatshaushalt durch Steuern. Das aber würde Journalismus in eine Situation bringen, in der der Haushaltsausschuss quasi mit Einfluss auf die Strukturen nähme, mahnte Lindner. Die jüngste Entscheidung Frankreichs, dort Rundfunkgebühren abzuschaffen, halte er nicht für übertragbar auf Deutschland.

ARD-Angaben zu Gehältern WDR-Geschäftsbericht

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ARD Bergisch Gladbach Claudia Roth Demokratie Deutsche Krebshilfe Frank-Walter Steinmeier Frau Fritz Pleitgen Köln Phoenix Tod Tom Buhrow WDR Westdeutsche Rundfunk

Früherer WDR-Intendant und Journalist Fritz Pleitgen mit 84 Jahren gestorben

Der frühere WDR-Intendant Fritz Pleitgen ist tot. Pleitgen starb am Donnerstag im Alter von 84 Jahren, wie der Westdeutsche Rundfunk (WDR) am Freitag in Köln mitteilte. Pleitgen hatte seit 1963 als Journalist beim WDR gearbeitet und war von 1995 bis 2007 dessen Intendant. Vertreter des Senders und der Politik würdigten seine jahrzehntelange Arbeit in der Medienbranche. 

Der bis zu seinem Tod in Bergisch Gladbach lebende Pleitgen galt als einer der einflussreichsten deutschen Journalisten und Medienmacher. WDR-Intendant Tom Buhrow nannte Pleitgen einen hoch angesehenen Rundfunkmanager, Korrespondenten und politischen Journalisten. Er habe „den Westdeutschen Rundfunk über viele Jahrzehnte entscheidend geprägt und zum Erfolg geführt“.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier betonte in einem Kondolenzschreiben an die Frau Pleitgens, wenige Journalisten hätten „sich so sehr um den eigenen Berufstand und um die Demokratie verdient gemacht“. Wie visionär Pleitgen gewesen sei, zeige „nicht zuletzt die von ihm ganz wesentlich mit vorangetriebene Gründung des Informationssenders Phoenix“.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) erklärte: „Mit Fritz Pleitgen verlieren wir einen herausragenden Journalisten, der Seriosität und Leidenschaft vereinte, einen großen Unterstützer von Kultur, Künstlerinnen und Künstlern, und nicht zuletzt einen Fußballbegeisterten – kurz: einen sehr feinen Menschen.“

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hob die Verdienste Pleitgens auch für das Bundesland hervor, das mit ihm „einen großen Medienmacher, einen Journalisten mit Weitsicht und höchstem Anspruch an Glaubwürdigkeit“ verliere. Als Journalist habe er den Menschen durch seine Berichterstattung Weltgeschehnisse wie den Zusammenbruch der DDR und der Sowjetunion nähergebracht.

Dem Fernsehpublikum ist Pleitgen unter anderem durch zahlreiche Moderationen von „Brennpunkt“-Sendungen oder dem ARD-„Presseclub“ bekannt, den er bis 2006 moderierte. 2020 machte Pleitgen, der damals ehrenamtlicher Präsident der Deutschen Krebshilfe war, eine Erkrankung an Bauchspeicheldrüsenkrebs öffentlich.

Der in Duisburg geborene Pleitgen volontierte bei einer Tageszeitung in Bielefeld und wechselte 1963 als Reporter für die „Tagesschau“ zum WDR. Einen Namen machte sich Pleitgen ab 1970 als Korrespondent des ARD-Studios in Moskau. Mitten im Kalten Krieg führte er als erster westlicher Journalist ein Interview mit dem damaligen Generalsekretär der KPdSU, Leonid Breschnew. Es folgte 1977 eine Station als DDR-Korrespondent in Ost-Berlin und ab 1982 als ARD-Studioleiter in Washington und New York.

1988 übernahm Pleitgen in Köln die Chefredaktion des WDR-Fernsehens und 1994 die Direktion des Hörfunks. Nur ein Jahr später wählte ihn der Rundfunkrat 1995 zum WDR-Intendanten. In seinem Amt setzte er sich unter anderem für den Aufbau des Ereignis- und Dokumentationskanals Phoenix ein, gründete einen Jugendsender und förderte lokales Fernsehen.

2006 rückte er bis 2008 an die Spitze der European Broadcasting Union, zu der 74 meist öffentlich-rechtliche Rundfunkstationen inner- und außerhalb Europas gehören. Nach seinem Abschied vom WDR im Jahr 2007 war er bis 2010 außerdem Vorsitzender der Geschäftsführung der Initiative Ruhr.2010, wo er das Programm rund um die europäische Kulturhauptstadt verantwortete. Für sein Engagement als Präsident der Deutschen Krebshilfe erhielt Pleitgen 2012 das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

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ARD Bergisch Gladbach Claudia Roth Demokratie Deutsche Krebshilfe Frank-Walter Steinmeier Frau Fritz Pleitgen Köln Phoenix Tod Tom Buhrow WDR Westdeutsche Rundfunk

Früherer WDR-Intendant und Journalist Fritz Pleitgen mit 84 Jahren gestorben

Der frühere WDR-Intendant Fritz Pleitgen ist tot. Pleitgen starb am Donnerstag im Alter von 84 Jahren, wie der Westdeutsche Rundfunk (WDR) am Freitag in Köln mitteilte. Pleitgen hatte seit 1963 als Journalist beim WDR gearbeitet und war von 1995 bis 2007 dessen Intendant. Vertreter des Senders und der Politik würdigten seine jahrzehntelange Arbeit in der Medienbranche. 

Der bis zu seinem Tod in Bergisch Gladbach lebende Pleitgen galt als einer der einflussreichsten deutschen Journalisten und Medienmacher. WDR-Intendant Tom Buhrow nannte Pleitgen einen hoch angesehenen Rundfunkmanager, Korrespondenten und politischen Journalisten. Er habe „den Westdeutschen Rundfunk über viele Jahrzehnte entscheidend geprägt und zum Erfolg geführt“.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier betonte in einem Kondolenzschreiben an die Frau Pleitgens, wenige Journalisten hätten „sich so sehr um den eigenen Berufstand und um die Demokratie verdient gemacht“. Wie visionär Pleitgen gewesen sei, zeige „nicht zuletzt die von ihm ganz wesentlich mit vorangetriebene Gründung des Informationssenders Phoenix“.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) erklärte: „Mit Fritz Pleitgen verlieren wir einen herausragenden Journalisten, der Seriosität und Leidenschaft vereinte, einen großen Unterstützer von Kultur, Künstlerinnen und Künstlern, und nicht zuletzt einen Fußballbegeisterten – kurz: einen sehr feinen Menschen.“

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hob die Verdienste Pleitgens auch für das Bundesland hervor, das mit ihm „einen großen Medienmacher, einen Journalisten mit Weitsicht und höchstem Anspruch an Glaubwürdigkeit“ verliere. Als Journalist habe er den Menschen durch seine Berichterstattung Weltgeschehnisse wie den Zusammenbruch der DDR und der Sowjetunion nähergebracht.

Dem Fernsehpublikum ist Pleitgen unter anderem durch zahlreiche Moderationen von „Brennpunkt“-Sendungen oder dem ARD-„Presseclub“ bekannt, den er bis 2006 moderierte. 2020 machte Pleitgen, der damals ehrenamtlicher Präsident der Deutschen Krebshilfe war, eine Erkrankung an Bauchspeicheldrüsenkrebs öffentlich.

Der in Duisburg geborene Pleitgen volontierte bei einer Tageszeitung in Bielefeld und wechselte 1963 als Reporter für die „Tagesschau“ zum WDR. Einen Namen machte sich Pleitgen ab 1970 als Korrespondent des ARD-Studios in Moskau. Mitten im Kalten Krieg führte er als erster westlicher Journalist ein Interview mit dem damaligen Generalsekretär der KPdSU, Leonid Breschnew. Es folgte 1977 eine Station als DDR-Korrespondent in Ost-Berlin und ab 1982 als ARD-Studioleiter in Washington und New York.

1988 übernahm Pleitgen in Köln die Chefredaktion des WDR-Fernsehens und 1994 die Direktion des Hörfunks. Nur ein Jahr später wählte ihn der Rundfunkrat 1995 zum WDR-Intendanten. In seinem Amt setzte er sich unter anderem für den Aufbau des Ereignis- und Dokumentationskanals Phoenix ein, gründete einen Jugendsender und förderte lokales Fernsehen.

2006 rückte er bis 2008 an die Spitze der European Broadcasting Union, zu der 74 meist öffentlich-rechtliche Rundfunkstationen inner- und außerhalb Europas gehören. Nach seinem Abschied vom WDR im Jahr 2007 war er bis 2010 außerdem Vorsitzender der Geschäftsführung der Initiative Ruhr.2010, wo er das Programm rund um die europäische Kulturhauptstadt verantwortete. Für sein Engagement als Präsident der Deutschen Krebshilfe erhielt Pleitgen 2012 das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

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ARD Bergisch Gladbach CDU DDR Deutsche Krebshilfe Düsseldorf Fritz Pleitgen Hendrik Wüst Köln Nordrhein-Westfalen Tod Tom Buhrow WDR Westdeutsche Rundfunk

Früherer WDR-Intendant und Journalist Fritz Pleitgen mit 84 Jahren gestorben

Der frühere WDR-Intendant Fritz Pleitgen ist tot. Pleitgen starb am Donnerstag im Alter von 84 Jahren gestorben, wie der Westdeutsche Rundfunk (WDR) am Freitag in Köln mitteilte. Pleitgen hatte seit 1963 als Journalist beim WDR gearbeitet und war von 1995 bis 2007 dessen Intendant.

Der bis zu seinem Tod in Bergisch Gladbach lebende Pleitgen galt als einer der einflussreichsten deutschen Journalisten und Medienmacher. WDR-Intendant Tom Buhrow würdigte Pleitgen als hoch angesehenen Rundfunkmanager, Korrespondenten und politischen Journalisten. Er habe „den Westdeutschen Rundfunk über viele Jahrzehnte entscheidend geprägt und zum Erfolg geführt“.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) erklärte in Düsseldorf, mit Pleitgen verliere das Bundesland „einen großen Medienmacher, einen Journalisten mit Weitsicht und höchstem Anspruch an Glaubwürdigkeit“. Als Journalist habe er sich in den politischen Machtzentren der Welt bewegt und den Menschen durch seine Berichterstattung Weltgeschehnisse wie den Zusammenbruch der DDR und der Sowjetunion nähergebracht.

Dem Fernsehpublikum ist Pleitgen unter anderem durch zahlreiche Moderationen von „Brennpunkt“-Sendungen oder dem ARD-„Presseclub“ bekannt, den er bis 2006 moderierte. 2020 machte Pleitgen, der damals ehrenamtlicher Präsident der Deutschen Krebshilfe war, eine Erkrankung an Bauchspeicheldrüsenkrebs öffentlich.

Der in Duisburg geborene Pleitgen volontierte bei einer regionalen Tageszeitung in Bielefeld und wechselte 1963 als Reporter für die „Tagesschau“ zum WDR. Einen Namen machte sich Pleitgen ab 1970 als Korrespondent des ARD-Studios in Moskau. Mitten im Kalten Krieg führte er als erster westlicher Journalist ein Interview mit dem damaligen Generalsekretär der KPdSU, Leonid Breschnew. Es folgte 1977 eine Station als DDR-Korrespondent in Ost-Berlin und ab 1982 als ARD-Studioleiter in Washington und New York.

1988 übernahm Pleitgen in Köln die Chefredaktion des WDR-Fernsehens und 1994 die Direktion des Hörfunks. Nur ein Jahr später wählte ihn der Rundfunkrat 1995 zum WDR-Intendanten. In seinem Amt setzte er sich unter anderem für den Aufbau des Ereignis- und Dokumentationskanals Phoenix ein, gründete einen Jugendsender und förderte lokales Fernsehen.

2006 rückte er bis 2008 an die Spitze der European Broadcasting Union, zu der 74 meist öffentlich-rechtliche Rundfunkstationen inner- und außerhalb Europas gehören. Nach seinem Abschied vom WDR im Jahr 2007 war er bis 2010 er außerdem Vorsitzender der Geschäftsführung der Initiative Ruhr.2010, wo er das Programm rund um die europäische Kulturhauptstadt verantwortete. Für sein Engagement als Präsident der Deutschen Krebshilfe erhielt Pleitgen 2012 das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

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CDU Fritz Pleitgen Hendrik Wüst Köln Nordrhein-Westfalen WDR

Leute: Wüst würdigt Pleitgen als „großen Medienmacher“

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat den gestorbenen früheren WDR-Intendanten Fritz Pleitgen als „großen Medienmacher“ gewürdigt. Pleitgen sei ein Journalist „mit Weitsicht und höchstem Anspruch an Glaubwürdigkeit“ gewesen, teilte Wüst am Freitag mit. „Wie kaum ein anderer hat er den Westdeutschen Rundfunk und dessen Entwicklung geprägt – und damit in besonderer Weise auch unser Land Nordrhein-Westfalen.“

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat den gestorbenen früheren WDR-Intendanten Fritz Pleitgen als „großen Medienmacher“ gewürdigt. Pleitgen sei ein Journalist „mit Weitsicht und höchstem Anspruch an Glaubwürdigkeit“ gewesen, teilte Wüst am Freitag mit. „Wie kaum ein anderer hat er den Westdeutschen Rundfunk und dessen Entwicklung geprägt – und damit in besonderer Weise auch unser Land Nordrhein-Westfalen.“

Viele Weltgeschehnisse wie der Zusammenbruch der DDR und der Sowjetunion blieben mit dem Gesicht des langjährigen ARD-Korrespondenten verbunden. Pleitgen war nach WDR-Angaben am Donnerstagabend im Alter von 84 Jahren in Köln gestorben.

SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty würdigte Pleitgen als „eine große Stimme des Westens“. Als Journalist und Rundfunkmanager habe Pleitgen den WDR „im besten Sinne“ geprägt und „einen enormen Beitrag für den demokratischen Diskurs im Land“ geleistet. In seiner Funktion als Geschäftsführer der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 habe Pleitgen für Millionen Menschen in NRW zu unvergesslichen Erlebnissen beigetragen.

Pressemitteilung

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CDU Dortmund Herbert Reul Nordrhein-Westfalen NRW Polizei Polizeiermittlung Recklinghausen Staatsanwaltschaft WDR

Polizeiermittlungen: Reul zu Verfahren: „Nachdenken, ob man verbessern kann“

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) denkt über mögliche Verbesserungen bei Verfahren gegen Polizisten nach, hat das in NRW angewandte System aber grundsätzlich verteidigt. „Der Fall, dass man gleichzeitig gegeneinander Verfahren führt – das habe ich noch nicht erlebt. Ist Zufall, ist aber jetzt blöd, das stimmt“, sagte er dem WDR mit Blick auf Ermittlungen nach Todesfällen bei oder nach Einsätzen der Dortmunder und Recklinghäuser Polizei. „Deswegen muss man auch nachdenken, ob man noch verbessern kann.“

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) denkt über mögliche Verbesserungen bei Verfahren gegen Polizisten nach, hat das in NRW angewandte System aber grundsätzlich verteidigt. „Der Fall, dass man gleichzeitig gegeneinander Verfahren führt – das habe ich noch nicht erlebt. Ist Zufall, ist aber jetzt blöd, das stimmt“, sagte er dem WDR mit Blick auf Ermittlungen nach Todesfällen bei oder nach Einsätzen der Dortmunder und Recklinghäuser Polizei. „Deswegen muss man auch nachdenken, ob man noch verbessern kann.“

Dass die Recklinghäuser Polizei und die Staatsanwaltschaft offenbar richtig ermittelt hätten, was die Dortmunder falsch gemacht hätten, zeige aber: „Das System funktioniert, das finde ich wieder beruhigend.“

In Dortmund wurde Anfang August ein 16-Jähriger von einem Polizisten erschossen. Im Kreis Recklinghausen starb ein 39-Jähriger, der von der Polizei fixiert und mit Pfefferspray besprüht wurde, aber auch unter Drogen gestanden haben soll, nach einem Einsatz. Aus Neutralitätsgründen ermittelt die jeweils andere Polizei. In NRW werden mögliche Straftaten von Polizisten in bestimmten Polizeipräsidien, den Kriminalhauptstellen, verfolgt. Arbeitet die beschuldigte Person selbst dort, gibt es feste Kooperationen: Recklinghausen ist für Dortmund zuständig und umgekehrt, das gleiche gilt für Köln und Bonn oder Duisburg und Düsseldorf.

Reul betonte, dass die Ermittlungen von den Staatsanwaltschaften geleitet werden. „Wenn ein Polizist die Regeln verletzt, kriegt er ein Problem. Punkt. Und dafür ist die Staatsanwaltschaft zuständig.“ Der für die Ermittlungen im Dortmunder Fall zuständige Staatsanwalt Carsten Dombert hatte zuletzt die Recklinghäuser Polizisten in Schutz genommen. Er könne versichern, dass dort absolut professionell und unter Wahrung der Neutralität gearbeitet worden sei.

WDR-Interview Verordnung über die Bestimmung von Polizeipräsidien zu Kriminalhauptstellen

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ARD Bergisch Gladbach Deutsche Presse-Agentur Frau Fritz Pleitgen Köln Kulturhauptstadt Moskau Ruhr Ruhrgebiet Russland Tod Tom Buhrow Ukraine WDR Wladimir Putin

Fernsehjournalist: Fritz Pleitgen – ein Mann mit Haltung bis zuletzt

Fritz Pleitgen war immer ein Mann mit Haltung: als Journalist, als Organisator der Kulturhauptstadt Ruhr – und auch zum Schluss, als er den Tod vor Augen hatte.

Fritz Pleitgen war schon schwer von seiner Krankheit gezeichnet, aber dennoch entsprach er der Bitte, sich zum Ukraine-Krieg zu äußern. Sehr blass und sehr schmal saß der einstige Fernsehjournalist und Intendant auf dem Sofa seines Hauses in Bergisch Gladbach bei Köln. „Der Krebs nagt an mir“, gestand er. Das Reden mache ihn müde. Inhaltlich aber fielen seine Antworten so analytisch geschliffen aus wie eh und je.

Ja, er sei für die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Nur das könne den russischen Präsidenten Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zwingen. Aber nein, „die Russen sind keine anderen Menschen als wir. Ich habe sie immer als Gesprächspartner erlebt, mit denen sich der Gedankenaustausch lohnte“. Die vielen Menschen, denen er auf seinen Reportage-Reisen durch Russland begegnet sei, hätten ganz ähnliche Vorstellungen vom Leben gehabt wie er selbst. „Ich habe da keine signifikanten Unterschiede festgestellt und bin weit davon entfernt, die Russen aus unserem Milieu ausschließen zu wollen.“

Mit 84 Jahren gestorben

Am Donnerstag ist Fritz Pleitgen im Alter von 84 Jahren gestorben, wie der WDR am Freitag bekanntgab. „Ein großer Kapitän verlässt nun die Bühne des Lebens“, würdigte ihn der heutige WDR-Intendant und ARD-Vorsitzende Tom Buhrow. „Er hat den WDR geprägt wie kaum ein anderer. Fritz Pleitgen stand für Mut und Fairness, und er liebte seinen WDR.“

Pleitgen hinterlässt seine Frau, mit der er seit 1969 verheiratet war, drei Söhne und eine Tochter. Man darf sich ihn als glücklichen Menschen vorstellen, privat wie beruflich. „Per saldo ist das gelaufen, als ob jemand das gesteuert hätte“, bilanzierte er am Ende. „Denn so überragend begabt bin ich nun auch nicht.“

Der große hagere Mann kam aus dem Ruhrgebiet, aus Duisburg-Meiderich. 1938 wurde er dort geboren, mitten unter Ruß spuckenden Kokereien und Hochöfen mit züngelnden Stichflammen. Den Zweiten Weltkrieg hatte er noch bewusst miterlebt. „Meine ersten Wahrnehmungen sind Flammen und Sirenengeheul.“

Nach dem Krieg wuchs er in Bünde in Ostwestfalen auf. Im Konfirmationsanzug sammelte er seine ersten Erfahrungen als Zeitungsreporter. Seine beste Schule sei das Amtsgericht gewesen, erzählte er einmal: Dort habe er gelernt, dass man sich nie nur auf eine Quelle verlassen dürfe. 1963 holte ihn der WDR, schon bald berichtete er aus dem Zypern-Konflikt und dem Sechs-Tage-Krieg. In den 1970er Jahren war er Korrespondent in Moskau und Ost-Berlin. 1982 ging er nach Washington.

Die erzkonservative Politik des damaligen Präsidenten Ronald Reagan sagte ihm persönlich nicht zu, was ihn aber nicht davon abhielt, den Mann sympathisch zu finden. Als er sich wegen kritischer Fragen einmal den Zorn von Reagans Pressesprecher zuzog, legte ihm der Präsident väterlich den Arm auf die Schulter und sagte zu dem Sprecher: „Bob, he had his job to do.“ (Bob, er hat doch nur seinen Job gemacht.)

1994 wurde Pleitgen WDR-Hörfunkdirektor und ein Jahr später als Nachfolger von Friedrich Nowottny Intendant. Das blieb er zwölf Jahre lang, bis 2007. Sein letztes Großprojekt war die Kulturhauptstadt Ruhr 2010. Hier war er von 2007 bis 2011 Vorsitzender der Geschäftsführung und als solcher „das Gesicht des Reviers“. Es ging ihm darum, überholte Vorstellungen vom einstigen „Kohlenpott“ abzubauen und neue Bilder vom Ruhrgebiet um die Welt zu schicken. Als im Kulturhauptstadt-Jahr 21 Menschen bei der Loveparade-Katastrophe starben, fuhr Pleitgen als einer von wenigen sofort an die Unglücksstelle und räumte öffentlich eine moralische Mitverantwortung ein.

Korrespondent in Moskau

Haltung zeigte Pleitgen auch, nachdem er 2020 an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt war. Bitterkeit oder gar Selbstmitleid waren ihm fremd, stattdessen bekundete er Dankbarkeit für die gute Behandlung und die Zuwendung, die ihm zuteil wurden. „Ich weiß, bei Krebs ist man wirklich in Gottes Hand, und ich genieße jeden Tag, den ich hier noch zusätzlich auf Erden wandeln kann.“

Was sein geliebtes Russland betrifft – das Riesenreich, das er auch lange nach seiner Korrespondententätigkeit immer wieder bereiste – so musste er sich am Ende seines Lebens von einigen Illusionen verabschieden. Die Gefährlichkeit von Putin habe er unterschätzt, räumte er ein. Gleichzeitig war er fest davon überzeugt, dass Putin nicht das letzte Wort haben würde. „Die jungen Leute werden sich das auf Dauer nicht gefallen lassen“, prophezeite er. „Wir haben ja schon einmal erlebt, dass da Zehntausende auf die Straße gegangen sind, und das kann sich leicht wiederholen.“ Er wusste aber, dass er selbst das nicht mehr erleben würde.

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