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Ausbreitung Coronavirus Kinder Landkreistag Quarantäne Schleswig-Holstein

Kitas im Norden zunehmend von Corona-Fällen betroffen

Infolge der rasanten Ausbreitung des Coronavirus in der Omikron-Variante können in Schleswig-Holstein zunehmend Mädchen und Jungen nicht in der Kita betreut werden. Laut dem Landkreistag gibt es in den Kreisen vermehrt Fälle, in denen Gruppen und vereinzelt ganze Einrichtungen de facto «leer laufen», weil wegen einzelner Infektionen oder Kontakte alle dort betreuten Kinder nach Hause in Quarantäne müssen.

Infolge der rasanten Ausbreitung des Coronavirus in der Omikron-Variante können in Schleswig-Holstein zunehmend Mädchen und Jungen nicht in der Kita betreut werden. Laut dem Landkreistag gibt es in den Kreisen vermehrt Fälle, in denen Gruppen und vereinzelt ganze Einrichtungen de facto «leer laufen», weil wegen einzelner Infektionen oder Kontakte alle dort betreuten Kinder nach Hause in Quarantäne müssen.

«Darüber hinaus gibt es vermehrt Fälle, in denen Personal der Einrichtungen der Pflicht zur häuslichen Absonderung unterliegt und daher die Einrichtung nicht wie vorgesehen betrieben werden kann», sagte der Referent für Jugend und Soziales, Johannes Reimann, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Hintergrund der zahlreichen Quarantänefälle in Kitas seien die «Wimmelkontakte»: Die Kleinen tragen keinen Mund-Nasen-Schutz und spielen eng beieinander. Deshalb gelten alle in einer Gruppe als enge Kontaktpersonen und müssen nach der Infektion eines Kindes in Quarantäne.

Da sich die Lage infolge von Anordnungen zur Quarantäne und deren Beendigung täglich ändere, führten die Kreise keine aktuellen Listen darüber, wie viele Kinder zu Hause bleiben müssen, erläuterte Reimann. Fälle jedoch, wo Kinder wegen Ketteninfektionen über Wochen nicht in die Kita könnten, seien dem Landkreistag bisher nicht bekannt.

Der Referent betonte, Kita-Kinder könnten die Quarantäne bereits nach fünf Tagen durch «Freitesten» beenden. Im Übrigen sehe die aktuelle Corona-Verordnung des Landes keine Schließung von Kitas oder einzelnen Gruppen aufgrund der Infektionslage vor. Die gleichzeitige quarantänebedingte Abwesenheit aller oder fast aller Kinder entbinde den Träger nicht von der Betriebspflicht nach dem Bedarfsplan des Kreises: Wenn einzelne Kinder nicht mehr der Quarantäne unterlägen, müssten sie auch in die Einrichtungen zurückkehren können.

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Andreas Breitner Baukosten Bündel Deutsche Presse-Agentur Schleswig-Holstein

Branche sieht diverse Hindernisse für Bau von mehr Wohnungen

Ein Bündel von Problemen verhindert aus Branchensicht den zügigen Bau von mehr Wohnungen in Schleswig-Holstein. Trotz der seit Jahren steigenden Zahlen seien neue Vorhaben oft schwierig anzugehen, sagte der Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Andreas Breitner, der Deutschen Presse-Agentur. «Man benötigt ein Grundstück, die Baugenehmigungsverfahren sind sehr lang und die Baukosten sehr hoch.» Oft gebe es auch Widerstand in der Nachbarschaft. «Das führt dazu, dass die Schaffung von neuem Wohnraum viel Zeit braucht.»

Ein Bündel von Problemen verhindert aus Branchensicht den zügigen Bau von mehr Wohnungen in Schleswig-Holstein. Trotz der seit Jahren steigenden Zahlen seien neue Vorhaben oft schwierig anzugehen, sagte der Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Andreas Breitner, der Deutschen Presse-Agentur. «Man benötigt ein Grundstück, die Baugenehmigungsverfahren sind sehr lang und die Baukosten sehr hoch.» Oft gebe es auch Widerstand in der Nachbarschaft. «Das führt dazu, dass die Schaffung von neuem Wohnraum viel Zeit braucht.»

Negativ wirke sich auch aus, dass die für die Baulandentwicklung und die Baugenehmigungen zuständigen Kommunen ebenso Personal abgebaut hätten wie Baufirmen, sagte Breitner. Auch fehlende Baukapazitäten spielten eine Rolle.

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Berufsstand Krise Mecklenburg-Vorpommern Ostsee Rostock Schleswig-Holstein

Krise der Ostseefischerei: Berufsstand schrumpft weiter

Die deutsche Ostseefischerei befindet sich in der Krise. Traditionell wichtige Arten dürfen so gut wie nicht mehr gefangen werden. Auch 2021 haben Fischer ihr Netz an den Haken gehängt.

Die Krise der deutschen Ostseefischerei lässt den Berufsstand weiter schrumpfen. Nach Zahlen der Länder Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern waren Ende des vergangenen Jahres in der Kleinen Hochsee- und Küstenfischerei noch 385 Fischer im Haupterwerb gemeldet und damit 30 weniger als am Ende des Vorjahres. Den größeren Teil des Rückgangs verzeichnete demnach Mecklenburg-Vorpommern mit einem Minus von 18 Fischern.

Der Trend wird sich nach Einschätzung beider Länder fortsetzen. Maßgeblich hierfür seien die niedrigen vorgegebenen Höchstfangmengen. Die EU hatte zuletzt beschlossen, dass in der westlichen Ostsee Dorsch nur noch als Beifang und Hering nur noch in Ausnahmen gezielt gefischt werden darf. Grund hierfür sind die bedrohten Bestände.

«Aufgrund der sich massiv verringernden Einnahmen aus der Fischerei», müssten sich die Fischer noch stärker andere gewerbliche Einnahmefelder erschließen, hieß es aus dem Fischereiministerium Mecklenburg-Vorpommern. Dadurch könne es etwa zum Wechsel in den Nebenerwerb kommen. Die Zahl der Nebenerwerbsfischer stieg in Mecklenburg-Vorpommern um 4 auf 148. In Schleswig-Holstein sank die die Zahl hingegen um acht auf 226.

In beiden Ländern laufen Abwrackprogramme für Fischkutter. In Mecklenburg-Vorpommern verringerte sich die Kapazität der Fangflotte im vergangenen Jahr nach offiziellen Zahlen um gut 13 Prozent und in Schleswig-Holstein um fast 12 Prozent.

Zudem hatte der Kutter- und Küstenfischerverband von Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr bekanntgegeben, sich auflösen zu wollen. 2010 waren an der deutschen Ostseeküste noch 650 Fischer und Anfang der 1990er Jahre gar mehr als 1300 gemeldet.

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Coronavirus Deutsche Presse-Agentur Impfpass Impfzertifikat LKA Schleswig-Holstein

Hunderte Impfpässe im Norden gefälscht

Mit gefälschten Impfzertifikaten versuchen auch in Schleswig-Holstein zunehmend Menschen, Corona-Regeln zu umgehen. Laut Landeskriminalamt wurden allein seit Beginn des neuen Jahres knapp 100 solche Fälle registriert. Im vergangenen Jahr seien es 750 gewesen, die fast alle im letzten Quartal bekannt wurden. Besonders nach Einführung der 2G-plus-Regel – diese beschränkt den Zugang auf Genesene und Geimpfte, die einen frischen Negativ-Test oder eine Auffrischungsimpfung nachweisen – am 22. November sei ein schneller Anstieg der Fallzahlen beobachtet worden, sagte eine LKA-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Mit gefälschten Impfzertifikaten versuchen auch in Schleswig-Holstein zunehmend Menschen, Corona-Regeln zu umgehen. Laut Landeskriminalamt wurden allein seit Beginn des neuen Jahres knapp 100 solche Fälle registriert. Im vergangenen Jahr seien es 750 gewesen, die fast alle im letzten Quartal bekannt wurden. Besonders nach Einführung der 2G-plus-Regel – diese beschränkt den Zugang auf Genesene und Geimpfte, die einen frischen Negativ-Test oder eine Auffrischungsimpfung nachweisen – am 22. November sei ein schneller Anstieg der Fallzahlen beobachtet worden, sagte eine LKA-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Der Handel mit gefälschten Impfzertifikaten laufe sowohl über soziale Medien wie Telegram, Instagram, Whatsapp und Facebook als auch über Privatpersonen. Die Landespolizei sei in ständigem Austausch mit den für die Kontrollen zuständigen Ordnungsbehörden und mit der Apothekerkammer, sagte die Sprecherin.

Die Staatsanwaltschaften ermitteln in vielen Fälschungsfällen, wobei die Verfahren häufig erst angelaufen sind. In Schleswig-Holstein steht auch ein Chefarzt wegen Fälschungsverdachts in eigener Sache in Verdacht.

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Diebstahl Haftbefehl Holstein Landeskriminalamt Schleswig Schleswig-Holstein Unterschlagung

Mehr als 2300 offene Haftbefehle in Schleswig-Holstein

Mehr als 2300 Haftbefehle sind in Schleswig-Holstein noch offen. Etwa ein Drittel davon seien wegen Diebstahl und Unterschlagung erlassen worden, sagte der Sprecher des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein, Uwe Keller. Damit rangierten diese Eigentumsdelikte an der Spitze der fünf häufigsten Deliktsbereiche, sagte er. Allerdings sei das nur eine Momentaufnahme. Die im Zeitraum zwischen zwei Erhebungsstichtagen erfassten Haftbefehle können zum Stichtag bereits wieder erledigt sein, sagte er.

Mehr als 2300 Haftbefehle sind in Schleswig-Holstein noch offen. Etwa ein Drittel davon seien wegen Diebstahl und Unterschlagung erlassen worden, sagte der Sprecher des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein, Uwe Keller. Damit rangierten diese Eigentumsdelikte an der Spitze der fünf häufigsten Deliktsbereiche, sagte er. Allerdings sei das nur eine Momentaufnahme. Die im Zeitraum zwischen zwei Erhebungsstichtagen erfassten Haftbefehle können zum Stichtag bereits wieder erledigt sein, sagte er.

An zweiter Stelle rangieren die Haftbefehle wegen so genannter gemeingefährlicher Straftaten, wie Trunkenheitsfahrten oder Brandstiftung, die für die Allgemeinheit potenziell gefährlich seien sagte Keller. Es folgen Straßenverkehrsdelikte, Haftbefehle wegen Betrug und Untreue sowie Betäubungsmitteldelikte.

«Im Gegensatz dazu machen die so genannten schwereren Delikte wie Mord, Totschlag oder Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung nur einen geringen Anteil an den offenen Haftbefehlen aus», sagte Keller.

Insgesamt waren am 1. Januar 2022 in Schleswig-Holstein 2391 Haftbefehle offen. Diese Zahl sei nicht gleich zu setzen mit der Zahl gesuchter Personen. «Für eine Person können durchaus mehrere Haftbefehle bestehen», sagte Keller.

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Baggerarbeit BVerwG Eileantrag Fehmarn Fehmarnbeltquerung Leipzig Neue OZ Schleswig-Holstein

Gericht: Arbeit an Riffen am Fehmarnbelttunnel soll ruhen

Das Bundesverwaltungsgericht hat das Land Schleswig-Holstein zu einem vorläufigen Stopp von Baggerarbeiten im Bereich geschützter Riffe am deutsch-dänischen Fehmarnbelttunnel aufgefordert. Es handele sich um eine standardmäßige Bitte des Gerichts, die Arbeiten in dem betroffenen Bereich ruhen zu lassen, bis über einen Eilantrag entschieden sei, sagte ein Sprecher des Gerichts am Montag. Den Antrag hatte das Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung am Donnerstag eingereicht. Zuvor hatte die «Neue Osnabrücker Zeitung» darüber berichtet.

Das Bundesverwaltungsgericht hat das Land Schleswig-Holstein zu einem vorläufigen Stopp von Baggerarbeiten im Bereich geschützter Riffe am deutsch-dänischen Fehmarnbelttunnel aufgefordert. Es handele sich um eine standardmäßige Bitte des Gerichts, die Arbeiten in dem betroffenen Bereich ruhen zu lassen, bis über einen Eilantrag entschieden sei, sagte ein Sprecher des Gerichts am Montag. Den Antrag hatte das Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung am Donnerstag eingereicht. Zuvor hatte die «Neue Osnabrücker Zeitung» darüber berichtet.

Das Gericht habe keine Kenntnisse darüber, wie weit die Arbeiten inzwischen fortgeschritten seien, sagte der Sprecher. Wann ein Beschluss über den Eilantrag zu erwarten ist, sei ebenfalls unklar.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte im November 2020 Klagen gegen den Bau des Tunnels abgewiesen. Ausgenommen davon wurden jedoch die Riffe, die erst nach Abschluss der Planungen entdeckt worden waren. Dafür sollte das Land ein ergänzendes Verfahren durchführen. Diese Planungen sehen Ausgleichsfläche für die Riffe an anderer Stelle vor. Dagegen haben der Naturschutzbund (Nabu), das Aktionsbündnis und zwei Firmen geklagt. Zudem wurden nun noch der Eilantrag eingereicht.

Der etwa 18 Kilometer lange Straßen- und Eisenbahntunnel soll voraussichtlich von 2029 an die deutsche Ostseeinsel Fehmarn und die dänische Insel Lolland verbinden. Der Absenktunnel soll die Reisezeit zwischen Hamburg und Kopenhagen von bislang fünf Stunden auf künftig unter drei Stunden verkürzen. Absenktunnel bestehen aus vorgefertigten Betonteilen, die in einen Graben auf dem Meeresgrund abgesenkt werden.

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Coronavirus Deutschland Flensburg Hamburg ifo Institut für Wirtschaftsforschung Infektionszahl Krise Omikron Polizei Rendsburg Schleswig-Holstein

Hohe Corona-Zahlen sorgen die Wirtschaft: Proteste

Die Virusvariante Omikron hat zu einem Anstieg der Infektionszahlen geführt. Das hat immense Folgen für die Wirtschaft. In Flensburg demonstrieren erneut Menschen gegen Corona-Einschränkungen. Von gelockerten Quarantäneregeln profitiert ein Prominenter.

Die zuletzt rasant gestiegenen Corona-Infektionszahlen bereiten der norddeutschen Wirtschaft immer größere Probleme. «In einigen Fällen dauert es nur noch wenige Tage, bis die Produktion erheblich beeinträchtigt ist oder vollständig ausfällt», sagte ein Sprecher der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein (UV Nord). Viele Unternehmen planten Schichten um, da Mitarbeiter infiziert oder in Quarantäne seien.

Die Betriebe benötigen zur Bewältigung der Krise den Angaben nach eine Anpassung der Arbeitszeitregelungen. «Nur so haben wir im Fall der Fälle die Flexibilität, die wir benötigen», sagte der Sprecher. Rund 82 Prozent der vom Münchner Ifo-Institut im Dezember befragten Firmen klagten über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen – so viele wie noch nie. Zugleich sah sich laut Ifo im Dezember jedes siebte Unternehmen in Deutschland wegen der Corona-Pandemie in seiner Existenz bedroht.

Die Zahl der Corona-Fälle je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg in Schleswig-Holstein am Samstag leicht auf 659,6 (Freitag 658,4). Wie aus Zahlen der Landesmeldestelle hervorging, wurden 1551 Corona-Neuinfektionen gemeldet – am Freitag waren es 3409 und vor einer Woche 1200. Die Angaben am Wochenende sind meist niedriger als unter der Woche, da weniger getestet wird.

Die für Corona-Maßnahmen wichtige Hospitalisierungsinzidenz, die angibt, wie viele Corona-Kranke je 100.000 Menschen innerhalb einer Woche in Kliniken kamen, betrug unverändert 4,26. In den Krankenhäusern lagen 263 an Covid-19 erkrankte Patienten. Auch die Zahl der Patienten auf Intensivstationen blieb im Vergleich zum Freitag mit 58 gleich, 44 von ihnen wurden beatmet (+0). Die Gesamtzahl der Corona-Toten seit Pandemie-Beginn betrug 1915.

Unterdessen protestierten am Samstag in Flensburg Hunderte Gegner der Corona-Maßnahmen. Vereinzelt sei es zu kleineren Rangeleien mit Gegendemonstranten gekommen, sagte ein Polizeisprecher. An einem angemeldeten Protestzug beteiligten sich laut Polizei bis zu 450 Menschen. Einmal wurden diese durch eine Sitzblockade kurzzeitig aufgehalten. In mehreren Gruppen haben laut Polizei zudem insgesamt rund 400 weitere Gegner der Corona-Einschränkungen in Flensburg protestiert. Die Polizei war den Angaben zufolge mit rund 200 Beamtinnen und Beamten im Einsatz.

Seit Samstag gelten im Norden vereinfachte Quarantäneregeln für Corona-Infizierte und Kontaktpersonen. Die neuen Regeln sehen vor, dass sich dreifach geimpfte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten nicht mehr in Quarantäne begeben müssen. Das gilt auch für frisch doppelt Geimpfte oder frisch Genesene. Infizierte oder Kontaktpersonen, die die Vorgaben für eine Quarantäne-Befreiung nicht erfüllen, können sich nach sieben Tagen durch einen PCR-Test oder einen zertifizierten Antigen-Schnelltest freitesten.

Nach mehr als einer Woche Quarantäne verließ Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Samstag das Hotel. «Meine erste Aktion war ein Acht-Kilometer-Lauf durch die Natur», sagte Günther der Deutschen Presse-Agentur. Anschließend stand die Sitzung eines Parteigremiums auf dem Programm. «Und heute Nachmittag geht’s nach Hause zu meinen drei Frauen.» Der 48-Jährige hat eine Frau und zwei Töchter. «Montag geht’s ins Büro. Bis dahin keine Termine, keine Telefonate, nur Familie.» Günther hatte sich aufgrund der damals noch geltenden Quarantäneregeln am 6. Januar wegen eines positiven Corona-Tests in seinem Arbeitsumfeld in Isolation begeben.

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Coronavirus Deutschland Flensburg Hamburg ifo Institut für Wirtschaftsforschung Infektionszahl Krise Omikron Polizei Rendsburg Schleswig-Holstein

Hohe Corona-Zahlen sorgen die Wirtschaft: Proteste

Die Virusvariante Omikron hat zu einem Anstieg der Infektionszahlen geführt. Das hat immense Folgen für die Wirtschaft. In Flensburg demonstrieren erneut Menschen gegen Corona-Einschränkungen. Von gelockerten Quarantäneregeln profitiert ein Prominenter.

Die zuletzt rasant gestiegenen Corona-Infektionszahlen bereiten der norddeutschen Wirtschaft immer größere Probleme. «In einigen Fällen dauert es nur noch wenige Tage, bis die Produktion erheblich beeinträchtigt ist oder vollständig ausfällt», sagte ein Sprecher der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein (UV Nord). Viele Unternehmen planten Schichten um, da Mitarbeiter infiziert oder in Quarantäne seien.

Die Betriebe benötigen zur Bewältigung der Krise den Angaben nach eine Anpassung der Arbeitszeitregelungen. «Nur so haben wir im Fall der Fälle die Flexibilität, die wir benötigen», sagte der Sprecher. Rund 82 Prozent der vom Münchner Ifo-Institut im Dezember befragten Firmen klagten über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen – so viele wie noch nie. Zugleich sah sich laut Ifo im Dezember jedes siebte Unternehmen in Deutschland wegen der Corona-Pandemie in seiner Existenz bedroht.

Die Zahl der Corona-Fälle je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg in Schleswig-Holstein am Samstag leicht auf 659,6 (Freitag 658,4). Wie aus Zahlen der Landesmeldestelle hervorging, wurden 1551 Corona-Neuinfektionen gemeldet – am Freitag waren es 3409 und vor einer Woche 1200. Die Angaben am Wochenende sind meist niedriger als unter der Woche, da weniger getestet wird.

Die für Corona-Maßnahmen wichtige Hospitalisierungsinzidenz, die angibt, wie viele Corona-Kranke je 100.000 Menschen innerhalb einer Woche in Kliniken kamen, betrug unverändert 4,26. In den Krankenhäusern lagen 263 an Covid-19 erkrankte Patienten. Auch die Zahl der Patienten auf Intensivstationen blieb im Vergleich zum Freitag mit 58 gleich, 44 von ihnen wurden beatmet (+0). Die Gesamtzahl der Corona-Toten seit Pandemie-Beginn betrug 1915.

Unterdessen protestierten am Samstag in Flensburg Hunderte Gegner der Corona-Maßnahmen. Vereinzelt sei es zu kleineren Rangeleien mit Gegendemonstranten gekommen, sagte ein Polizeisprecher. An einem angemeldeten Protestzug beteiligten sich laut Polizei bis zu 450 Menschen. Einmal wurden diese durch eine Sitzblockade kurzzeitig aufgehalten. In mehreren Gruppen haben laut Polizei zudem insgesamt rund 400 weitere Gegner der Corona-Einschränkungen in Flensburg protestiert. Die Polizei war den Angaben zufolge mit rund 200 Beamtinnen und Beamten im Einsatz.

Seit Samstag gelten im Norden vereinfachte Quarantäneregeln für Corona-Infizierte und Kontaktpersonen. Die neuen Regeln sehen vor, dass sich dreifach geimpfte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten nicht mehr in Quarantäne begeben müssen. Das gilt auch für frisch doppelt Geimpfte oder frisch Genesene. Infizierte oder Kontaktpersonen, die die Vorgaben für eine Quarantäne-Befreiung nicht erfüllen, können sich nach sieben Tagen durch einen PCR-Test oder einen zertifizierten Antigen-Schnelltest freitesten.

Nach mehr als einer Woche Quarantäne verließ Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Samstag das Hotel. «Meine erste Aktion war ein Acht-Kilometer-Lauf durch die Natur», sagte Günther der Deutschen Presse-Agentur. Anschließend stand die Sitzung eines Parteigremiums auf dem Programm. «Und heute Nachmittag geht’s nach Hause zu meinen drei Frauen.» Der 48-Jährige hat eine Frau und zwei Töchter. «Montag geht’s ins Büro. Bis dahin keine Termine, keine Telefonate, nur Familie.» Günther hatte sich aufgrund der damals noch geltenden Quarantäneregeln am 6. Januar wegen eines positiven Corona-Tests in seinem Arbeitsumfeld in Isolation begeben.

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Datenklau Deutschland Frankfurt am Main Geldautomat Hamburg Kartensystem Schleswig-Holstein Skimming

Zwei Fälle von Datenklau an Geldautomaten im Norden

In Schleswig-Holstein sind im vergangenen Jahr zwei Fälle von Datenklau an Geldautomaten bekanntgeworden. 2020 hatte es keine derartigen Fälle gegeben, wie aus Daten von Euro Kartensysteme hervorgeht. Das teilte die Frankfurter Einrichtung, die sich im Auftrag der Deutschen Kreditwirtschaft um das Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten kümmert, auf Anfrage mit. In Hamburg hatte es 2020 noch fünf derartige Fälle gegeben. 2021 wurde kein weiterer bekannt.

In Schleswig-Holstein sind im vergangenen Jahr zwei Fälle von Datenklau an Geldautomaten bekanntgeworden. 2020 hatte es keine derartigen Fälle gegeben, wie aus Daten von Euro Kartensysteme hervorgeht. Das teilte die Frankfurter Einrichtung, die sich im Auftrag der Deutschen Kreditwirtschaft um das Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten kümmert, auf Anfrage mit. In Hamburg hatte es 2020 noch fünf derartige Fälle gegeben. 2021 wurde kein weiterer bekannt.

Die Schäden infolge von Datenklau an Geldautomaten in Deutschland haben sich 2021 weiter verringert und einen Tiefstand erreicht. Auf 570.000 Euro summiert Euro Kartensysteme den Bruttoschaden durch sogenannte Skimming-Angriffe im vergangenen Jahr. 136-mal manipulierten Kriminelle demnach bundesweit Geldautomaten, um Kartendaten und Geheimnummer (PIN) von Bankkunden auszuspähen. Dabei können einzelne Automaten mehrfach angegriffen worden sein. Der englische Begriff «Skimming» bedeutet «abschöpfen» oder «absahnen».

Um illegal an Daten von Bankkarten zu kommen, manipulieren Kriminelle zum Beispiel den Schlitz am Geldautomaten – oder sie versuchen, über gefälschte Türöffner an die Daten zu gelangen. Mitunter wird die Eingabe der PIN auch mit Mini-Kameras gefilmt oder über einen gefälschten Tastaturaufsatz gespeichert.

2020 hatte es noch 152 solcher Attacken auf Geldautomaten in Deutschland gegeben. Der Schaden belief sich auf rund 1,06 Millionen Euro. Zu Hochzeiten in den Jahren 2011 und 2012 waren es jeweils 34 Millionen Euro.

Verbraucher in Deutschland, die Opfer von Skimming geworden sind, müssen normalerweise keinen finanziellen Nachteil fürchten. In der Regel ersetzen Geldinstitute solche Schäden – vorausgesetzt, die Kunden sind sorgfältig mit Bankkarte und PIN umgegangen.

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CDU Coronavirus Daniel Günther Deutsche Presse-Agentur Quarantäne Quarantäneregel Schleswig-Holstein

Günther geht nach Quarantäne joggen

Nach mehr als einer Woche Quarantäne hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Samstag das Hotel verlassen. Auf seinem Programm hätten eine Runde Joggen und die Sitzung eines Parteigremiums gestanden, sagte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Günther hatte sich aufgrund der damals noch geltenden Quarantäneregeln am 6. Januar wegen eines positiven Corona-Tests in seinem Arbeitsumfeld in Isolation begeben.

Nach mehr als einer Woche Quarantäne hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Samstag das Hotel verlassen. Auf seinem Programm hätten eine Runde Joggen und die Sitzung eines Parteigremiums gestanden, sagte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Günther hatte sich aufgrund der damals noch geltenden Quarantäneregeln am 6. Januar wegen eines positiven Corona-Tests in seinem Arbeitsumfeld in Isolation begeben.

In den vergangenen Tagen führte der 48-Jährige seine Amtsgeschäfte deshalb aus einem Kieler Hotel. «Was in der Quarantäne echt schwierig ist, so diszipliniert ich mir auch einbilde zu sein: Man kann den Tag allein im Hotelzimmer nicht gut strukturieren», sagte Günther am Freitag im Telefonat dem Onlineportal shz.de. Das Wochenende gehöre der Familie.

Erst am Samstag waren in Schleswig-Holstein angesichts der drohenden Gefahr für die kritische Infrastruktur durch die immense Zahl an Corona-Neuinfektionen gelockerte Quarantäneregeln in Kraft getreten.

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