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Menschenrechtsaktivisten: Mehr als 30 Tote bei Protesten im Iran

Bei den größten Protesten im Iran seit fast drei Jahren sind nach offiziellen Angaben 17 Menschen getötet worden. Die Organisation Iran Human Rights (IHR) mit Sitz in Oslo sprach am Donnerstag sogar von mindestens 31 toten Zivilisten durch das Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Proteste seit dem Tod einer von der Sittenpolizei festgenommenen Frau. Die Behörden schränkten den Zugang zum Internet weiter ein und blockierten die Onlinenetzwerke Whatsapp und Instagram.

Das iranische Staatsfernsehen berichtete, seit Ausbruch der Proteste am Freitag vergangener Woche seien 17 Menschen gestorben. Unter den Toten waren laut der Nachrichtenagentur Tasnim auch fünf Mitglieder der Sicherheitskräfte.

Der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini hatte eine landesweite Welle der Empörung und Proteste ausgelöst. Die junge Frau war vor einer Woche in der Hauptstadt Teheran von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie das islamische Kopftuch offenbar nicht den strikten Vorschriften entsprechend trug.

Amini brach unter ungeklärten Umständen auf der Polizeiwache zusammen und wurde drei Tage später im Krankenhaus für tot erklärt. Laut Polizei hatte sie einen Herzanfall. Menschenrechtsaktivisten zufolge erlitt Amini einen tödlichen Schlag auf den Kopf. 

Der iranische Präsident Ebrahim Raisi verwies am Donnerstag am Rande der UN-Generaldebatte vor Journalisten in New York auf das offizielle Obduktionsergebnis, bekräftigte aber, es würden Ermittlungen aufgenommen. Dies habe er auch persönlich der Familie von Amini versichert.

Seit dem Tod der jungen Frau gab es laut iranischen Staatsmedien in etwa 15 iranischen Städten Proteste, Menschenrechtsaktivisten sprechen von mehr als 30 Städten. Auf Videos in den Onlinenetzwerken ist zu sehen, wie Demonstrantinnen ihre Kopftücher abnehmen und verbrennen oder ihr Haar vor einer jubelnden Menschenmenge abschneiden. In Isfahan zerrissen Protestierende ein Transparent mit einem Bild des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ayatollah Ali Chamenei.

Mit Instagram und Whatsapp wurde nun der Zugang zu den beiden meistbenutzten Apps im Iran blockiert. In den vergangenen Jahren hatten die iranischen Behörden bereits viele andere Plattformen wie Facebook, Telegram, Tiktok, Twitter und Youtube gesperrt. Auch sind die Internetverbindungen seit Beginn der Proteste deutlich verlangsamt.

IHR-Direktor Mahmud Amiri Moghaddam sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Proteste könnten „vielleicht der Anfang einer großen Veränderung“ im Iran sein. „Wir verfolgen die Situation der Menschenrechte und die Demonstrationen im Iran seit 15 Jahren, und ich habe die Menschen noch nie so wütend gesehen“, sagte der Menschenrechtsaktivist. 

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) kündigte am Donnerstag in New York an, das gewaltsame Vorgehen gegen die Demonstranten vor den UN-Menschenrechtsrat zu bringen. Der „brutale Angriff auf die mutigen Frauen im Iran“ sei „auch ein Angriff auf die Menschheit“, sagte Baerbock am Rande der Generaldebatte.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte die in New York anwesenden Staats- und Regierungschefs auf, „einen unabhängigen internationalen Untersuchungs- und Rechenschaftsmechanismus zu unterstützen, um die weit verbreitete Straflosigkeit im Iran zu adressieren“. Die USA verhängten Sanktionen gegen die iranische Sittenpolizei sowie mehrere Sicherheitsverantwortliche.

Unterdessen berichtete die Star-Journalistin Christiane Amanpour im Kurzbotschaftendienst Twitter, ein Berater des iranischen Präsidenten habe sie am Mittwoch in New York aufgefordert, für ein Interview mit Raisi Kopftuch zu tragen. Sie habe dies abgelehnt und darauf verwiesen, dass noch kein iranischer Staatschef dies bei einem Interview außerhalb des Iran verlangt habe. Daraufhin sei das Interview abgesagt worden. 

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Zahl der Todesopfer bei Protesten im Iran erhöht sich auf elf

Bei den Protesten im Iran nach dem Tod einer von der Sittenpolizei festgenommenen jungen Frau sind nach iranischen Medienberichten bisher elf Menschen ums Leben gekommen, darunter auch vier Sicherheitskräfte. Die Führung in Teheran reagierte auf die seit Tagen andauernden Demonstrationen mit Einschränkungen des Internets und des Zugangs zu den Online-Netzwerken Whatsapp und Instagram. „Nach einem Beschluss der Verantwortlichen“ sei die Nutzung von Instagram im Iran seit Mittwochabend nicht mehr möglich, berichtete die Nachrichtenagentur Fars am Donnerstag. Auch der Zugang zu Whatsapp sei gestört.

Der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini hatte im Iran eine landesweite Welle der Empörung und Proteste ausgelöst. Die junge Frau war vor einer Woche in der Hauptstadt Teheran von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie das islamische Kopftuch offenbar nicht entsprechend der strikten Regeln im Iran trug. Sie brach unter ungeklärten Umständen auf der Polizeiwache zusammen und starb drei Tage später im Krankenhaus. Laut Polizei hatte Amini einen Herzanfall. Menschenrechtsaktivisten zufolge erlitt sie einen tödlichen Schlag auf den Kopf.

Seitdem gab es laut iranischen Staatsmedien in etwa 15 iranischen Städten Proteste, darunter in Teheran, Isfahan und Schiras. Auf Videos in den Online-Netzwerken ist zu sehen, wie Demonstrantinnen teils ihre Verschleierung abnehmen und sie verbrennen oder ihr Haar vor einer jubelnden Menschenmenge abschneiden.

Der Zugang zu den Internet-Netzwerken ist nun allerdings noch schwieriger als zuvor geworden. Mit Instagram und Whatsapp sind die beiden meistbenutzten Apps im Iran blockiert, nachdem das Land in den vergangenen Jahren schon viele andere Plattformen wie Facebook, Twitter oder Telegram eingeschränkt hatte. Die Internetverbindungen sind schon seit Beginn der Proteste deutlich verlangsamt. 

Wie die iranischen Nachrichtenagenturen berichteten, sind in den vergangenen sechs Protestnächten insgesamt elf Menschen ums Leben gekommen. Drei Paramilitärs seien erstochen oder erschossen worden, nachdem sie mobilisiert worden seien, „um sich den Randalierern entgegenzustellen“. Zu den Todesfällen kam es demnach in Maschhad im Nordosten, in Kaswin im Zentrum des Landes und in Tabris im Nordwesten. Eine vierte Sicherheitskraft sei in der im Süden gelegenen Stadt Schiras gestorben.

In Kaswin starb demnach auch einer der Protestteilnehmer. Offizielle iranische Quellen hatten zuvor den Tod von sechs Demonstrierenden bestätigt, davon vier in Mahsa Aminas Heimatregion Kurdistan. Zwei weitere Menschen starben in Kermanschah, einer Provinz mit ebenfalls großer kurdischer Bevölkerung. Die iranischen Behörden haben eine Verantwortung für die Todesfälle unter den Demonstrierenden zurückgewiesen.

Mahmud Amiri Moghaddam, Direktor der Organisation Iran Human Rights (IHR) in Oslo, sagte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP, die Proteste könnten „vielleicht der Anfang einer großen Veränderung“ im Iran sein. „Wir verfolgen die Situation der Menschenrechte und die Demonstrationen im Iran seit 15 Jahren und ich habe die Menschen noch nie so wütend gesehen“, sagte der Menschenrechtsaktivist. 

Politiker aus westlichen Ländern hatten den Iran in den vergangenen Tagen zu einem Wandel aufgerufen. US-Präsident Joe Biden zeigte sich am Mittwoch mit den iranischen Frauen solidarisch: „Heute stehen wir hinter den mutigen Bürgern und den mutigen Frauen des Iran, die in diesem Augenblick demonstrieren, um ihre Grundrechte zu sichern“, sagte Biden bei der UN-Generaldebatte in New York. Zuvor hatte der iranische Präsident Ebrahim Raisi dem Westen vorgeworfen, bei Frauenrechten mit „zweierlei Maß“ zu messen.

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Apple-Smartphone: iPhone 14 Pro im Test: So groß war der Abstand noch nie

Klotzen und nicht kleckern – nach diesem Motto hat Apple die neuen iPhone 14 Pro und Pro Max mit Neuerungen geradezu vollgestopft. Ob die auch im Alltag punkten können, verrät der Test. 

„Far Out“ – weit draußen. So hat Apple sein Event zur Vorstellung des neuen iPhones genannt. Und obwohl sich das Motto wohl auf die neue Satelliten-Verbindung und den bei Extremsportlern beliebten Jubelruf bezieht, könnte es auch den Abstand zwischen den neuen iPhone-Modellen betonen. Das iPhone und sein Pro-Modell waren noch nie so weit voneinander entfernt. Im Test erfahren Sie, wie groß der Unterschied in der Praxis tatsächlich ausfällt.

Unseren Test zum einfachen iPhone 14 – ohne Pro – finden Sie übrigens hier.

iPhone 14 Pro: ein echter Hingucker

Die größte Neuerung sieht man beim iPhone 14 Pro gleich auf den ersten Blick: Während das iPhone 14 dasselbe Display nutzt wie der Vorgänger, hat Apple dem Edelmodell gleich zwei grundlegende Änderungen verpasst. Das Display schaltet sich nur noch in Ausnahmefällen vollständig aus und zeigt sonst weiter Informationen an. Außerdem ist die sogenannte Notch am oberen Rand verschwunden – und wurde durch ein Loch ersetzt, das unter dem Namen „Dynamic Island“ die Nutzung des iPhones verändern soll.

Immer an: Das Display des iPhone 14 Pro zeigt auch dann Inhalte, wenn es eigentlich abgeschaltet ist
Immer an: Das Display des iPhone 14 Pro zeigt auch dann Inhalte, wenn es eigentlich abgeschaltet ist
© Malte Mansholt

Doch der Reihe nach. Die Idee eines immer aktiven Displays ist nicht neu. Schon 2015 begannen Hersteller mit der Einführung von OLED-Displays, die es ermöglichten, einen Teil des Bildschirms immer aktiv zu lassen. In Fachkreisen spricht von einem „Always-on-Display“. Doch Apple wäre nicht Apple, wenn man das einfach kopiert hätte. Stattdessen hat sich der Konzern das Konzept einmal gründlich neu überlegt – und die bisher überzeugendste Variante des immer aktiven Bildschirms abgeliefert.

Das fängt damit an, dass beim iPhone 14 das Display viel weniger abgedunkelt wird, als es bei anderen Modellen der Fall ist. Mit 500 Nits – von maximalen 2000 – sind die hellen Bereiche immer noch deutlich sichtbar beleuchtet. Farben bleiben erhalten, auch Details des Hintergrundbildes sind auszumachen. Ebenso wie Benachrichtigungen und Aktualisierungen der Widgets, die weiterhin angezeigt werden. Das Display wirkt schlicht weniger aufdringlich. Das macht es perfekt, um es neben sich auf dem Tisch liegen zu lassen und nur gelegentlich einen Blick darauf zu werfen – ganz ohne mit dem Gerät interagieren zu müssen.

Dass der Akku trotzdem nicht leergesaugt wird, liegt an der smarten Umsetzung. Während des abgedunkelten Modus aktualisiert sich das Bild nur einmal die Sekunde, statt wie sonst bis zu 120 Mal. Außerdem erkennt das iPhone die Umgebung. Steckt man es in die Tasche, schaltet sich das Display ab. Auch wenn die Frontseite auf dem Tisch liegt, zeigt es nichts an. So ist es wirklich nur aktiv, wenn es einen Nutzen hat. Gut: Schaltet sich das iPhone in den Nacht-Modus oder nutzt man den „Schlafen“-Fokus, schaltet sich das Display ebenfalls ganz ab. So stört kein nächtliches Leuchten. Für andere Fokus-Auswahlen kann man es allerdings nur weiter abdunkeln, nicht ganz abschalten. Apple WWDC iPadOS 16 9.25

Insel der Glückseligkeit

Die zweite große Neuerung, die Dynamic Island, zeigt ebenfalls Apples Fähigkeit, Technologie neu zu denken. Schon einige Jahre verzichten Samsung und Co. auf die typische breite Notch der Apple-Geräte – und lassen die Kamera durch ein sogenanntes Punchhole direkt durch ein Loch Display schauen. Apple übernimmt das Loch nun ebenfalls – macht aber eine ganz neue Erfahrung daraus.

Die Dynamic Island besteht nämlich nicht nur aus dem Loch, sondern erweitert den schwarzen Bereich je nach Kontext. Verbindet man seine Airpods, klappt sich links eine schwarze Fläche aus, um das anzuzeigen. Auf der rechten Seite erscheint automatisch der Akkustand. Auch die Musiksteuerung funktioniert so. Kommt eine zweite Erweiterung, etwa ein Timer, dazu, trennt das iPhone diese von der bisherigen ab, die Fläche wird zu einer Art liegendem i. Die Gesichtserkennung FaceID wird dort ebenso angezeigt wie ein eingehender Anruf.

Die Kamera-Pille wird von Apple zur Dynamic Island umgedeutet und zeigt Zusatzinformationen wie hier zur abgespielten Musik an
Die Kamera-Pille wird von Apple zur Dynamic Island umgedeutet und zeigt Zusatzinformationen wie hier zur abgespielten Musik an
© Malte Mansholt

Tippt man auf die Dynamic Island, klappt sich oft erweitertes Steuerelement aus, etwa die Musiksteuerung. Das funktioniert auch bei Drittanbietern, die eine der Schnittstellen nutzen. Sie werden automatisch eingebunden. Ob man Spotify zum Musikhören nutzt oder der Anruf per Whatsapp kommt, spielt keine Rolle.

Die Dynamic Island fühlt sich dadurch schnell sehr natürlich an. Statt die kleine, schwarze Pille am oberen Display als hässlichen Fremdkörper zu sehen, wird sie zum Anker einer völlig neuen Nutzungserfahrung. Das scheint Apple auch genauso zu wollen: Während die bisherigen Standard-Hintergründe am oberen Rand oft schwarz waren, um die Notch verschwinden zu lassen, ist es beim iPhone 14 Pro genau andersherum: Der Rand um die Pille strahlt geradezu – und betont sie so umso mehr.

Ob sich diese zugegebenermaßen sehr cool anfühlende Neuheit schnell abnutzt oder auch dauerhaft fesselt, wird sich beweisen müssen. Bisher ist der Nutzen eher rudimentär, auf Dauer werden Apple und auch Drittanbieter hoffentlich noch etwas mehr aus der „Insel“ herauskitzeln. Gerade zu Anfang ist der Wow-Faktor aber allemal groß. 

Alter Look, neue Technik

Gemeinsam mit dem Always-on-Display fühlt sich das iPhone dadurch enorm frisch an. Und lässt schnell vergessen, dass es beim Design sonst eigentlich wenig Neues zu bieten hat. Der grundsätzliche Look ist derselbe wie beim zwei Jahre alten iPhone 12, mit dem Edelstahl-Rahmen und der Glasrückseite fühlt es sich auch genauso an. Das ist aber nicht abwertend gemeint, das damalige Neudesign wurde nicht zu Unrecht bejubelt und wirkt immer noch sehr schick.

Lediglich bei der Kamera musste Apple etwas umbauen: Die Ausbuchtung ist nun noch größer als die ohnehin schon angewachsene des iPhone 13 Pro. Das hat allerdings auch seinen Grund. Nach eigenen Angaben hat Apple die Kamera-Einheit des iPhone 14 Pro komplett neu gebaut, alleine der Bildsensor ist nun gut zwei Drittel größer geworden. Dadurch werden nicht nur Bilder der Hauptkamera in 48 Megapixeln möglich, die Kamera soll auch erheblich mehr Licht einfangen und so bei schlechtem Licht deutlich bessere Bilder liefern. Auch die sogenannte „Photonic Engine“, der Software-Unterbau des Kamera-Setups, wurde überarbeitet. Die Nachbearbeitung der Bilder kann nun in einem früheren Schritt des Prozesses stattfinden, so Apple. Das soll für mehr Details und bessere Beleuchtung sorgen. 

Die Kamera ist der Star der neuen iPhones- Hier das schicke Modell im neuen Dunkellila
Die Kamera ist der Star der neuen iPhones- Hier das schicke Modell im neuen Dunkellila
© Malte Mansholt

Genaue Blicke

In der Praxis führen diese vollmundigen Versprechen zu etwas Enttäuschung. Nicht, weil die Bilder und Videos schlecht wären – sie gehören zu den besten auf dem Smartphone-Markt. Sondern, weil die Unterschiede zum Teil schwerer zu entdecken sind, als man sich das vielleicht wünschen würde.  

Bei Tageslicht sind sie vor allem dann zu sehen, wenn man im RAW-Modus fotografiert, also weitgehend unbearbeitete Bilddateien abspeichert. Dann können die 48 Megapixel ihre volle Wirkung erzielen, die Fotos sind sichtbar detailreicher, lassen sich stärker vergrößern. 

Leider führen sie einem aber auch etwas anderes vor Auge: Als ich das erste Mal eines der RAW-Fotos betrachtete, dachte ich zunächst, irgendetwas sei schief gelaufen. Im Vergleich zum kurz vorher geschossenen Standard-Foto wirkte es fast verschwommen. Dabei war das Gegenteil der Fall: In der Voreinstellung schärft das iPhone 14 Pro sehr stark nach, zieht Kanten, an denen man sich schneiden könnte. Das sieht durchaus gut aus, wenn man das Bild betrachtet. Besonders natürlich wirkt es aber nicht. Fotovergleich iPhone 14 und iPhone 14 Pro

Eine echte Nachteule

Wirklich glänzen kann das iPhone 14 Pro, wenn sich die Lichtbedingungen verschlechtern. Durch den lichtempfindlicheren Sensor entdeckt es auch dann Details, wenn das Vorgänger-Modell oder das iPhone 14 passen müssen. Das hat zwei Effekte: Zum einen ist öfter nur eine Sekunde des Nachtmodus nötig, wo die anderen Modelle zwei Sekunden brauchen. Zum anderen werden dunkle Bereiche zum Teil weniger stark aufgehellt, bleiben aber trotzdem detailreich. Auch Farben bleiben oft noch nuancierter unterscheidbar. Als bahnbrechend empfand ich den Unterschied aber eher nicht. Es geht vor allem um kleinere Details, nicht um eine Kamera-Revolution. Hier wird die spannende Frage sein, ob Apple per Software in den nächsten Updates noch mehr herausholen kann. 

Einen cleveren Kniff hat Apple aber noch im Ärmel. Obwohl das iPhone 14 Pro genau wie der Vorgänger drei Linsen hat – eine Ultraweitwinkel (0,5-fach), die als Hauptkamera genutzte Weitwinkel und eine Telelinse mit 3x-Zoom – schaffte es Apple, eine weitere, native Zoom-Stufe einzubauen. Und damit den von älteren Modellen bekannten 2x-Zoom zurückzubringen. Dazu bediente man sich eines Tricks. Statt optisch heranzuzoomen, knippst die Kamera im Zweifach-Modus einfach in 48 MP mit der Hauptkamera – und schneidet den zu vergrößernden Teil aus. So ist das Foto verlustfrei, aber in derselben Auflösung wie bei den sonstigen Linsen. 

Gut sichtbar ist das Plus an eingefangenem Licht übrigens auch in Videos: Bei schlechtem Licht wirken mit dem iPhone 14 Pro gefilmte Clips deutlich detailreicher als beim zum Vergleich genutzten iPhone 13 Pro Max und dem iPhone 14. Bei Tageslicht fallen die Unterschiede erheblich kleiner aus.  

Für den neuen Action-Modus, bei dem Wackeln der Kamera durch Nachbearbeitung automatisch entfernt wird, nützt das leider wenig. Bei zu schwachem Licht ist in diesem fast gar nichts mehr zu erkennen. Das iPhone warnt auch entsprechend. Dabei ist der Modus an sich sehr gelungen. Wie auch etwa von den Action-Cams von GoPro bekannt, rechnen die iPhone 14 das Wackeln durch Schritte oder Zittern heraus, indem sie einen größeren Ausschnitt aufnehmen und die Wackler um das gewünschte Bild einfach abschneiden. Dadurch entstehen beeindruckend ruhige Kamerafahrten, die fast cineastisch wirken. Im Test funktionierte das beim Herumgehen um ein sich bewegendes Motiv, beim beim Radfahren oder Rennen problemlos. Als Alleinstellungsmerkmal des iPhone 14 Pro taugt es aber nicht: Den Action-Modus gibt es auch im Basismodell. 

Eine neue Kluft

Ein Alleinstellungsmerkmal ist aber der Prozessor. Nachdem jahrelang alle neuen iPhone-Varianten mit demselben neuen Chip auf den Markt kamen, wagt Apple beim iPhone 14 eine Zäsur. Den neuen A16-Bionic-Prozessor gibt es nur im Pro-Modell. Tatsächlich bringt der Chip durchaus mehr Leistung. Zwischen 15 und 25 Prozent sind es in verschiedenen Benchmark-Programmen. Nach Angaben von Apple soll das Plus an Leistung und die höhere Speicherbandbreite vor allem für die Bildbearbeitung und die Steuerung des Always-on-Displays Vorteile bringen. Zudem verbraucht der Chip weniger Strom. Im Alltag fühlt sich das iPhone 14 dadurch nicht langsamer an. Wer eines der Basismodelle kauft, muss sich also nicht darüber ärgern. 

Das Mehr an Akkuleistung war im Test des kleinen Pros eher nicht zu spüren – was aber auch daran gelegen haben könnte, dass ich zum ersten Mal nach drei Jahren wieder ein „kleines“ iPhone als Hauptgerät genutzt hatte. Nach knapp fünf Stunden Nutzung war die Batterie am Ende. Das lag aber sicher auch daran, dass die Belastung mit 4K- und Action-Mode-Aufnahmen und unzähligen Fotos recht hoch war. Trotzdem war ich etwas überrascht, es nicht bis zum Ende des Tages zu schaffen. Beim Max-Modell reichte es in der Regel eher noch einen zweiten Tag. Wie lange der Akku tatsächlich durchhält, kann erst ein langfristiger Test zeigen.  

Zwei der wichtigsten Neuerungen konnten wir im Test nicht ausprobieren – weil sie hoffentlich niemand jemals benötigen wird. Zum einen ist da die neue Fähigkeit, sich im Notfall auch per Satellit verbinden zu können. Ist man also in einem abgelegenen Gebiet gestrandet und hat keinen Empfang, können die neuen iPhones sich direkt mit Satelliten verbinden, um einen Hilferuf abzusetzen. Die Funktion gibt es zunächst nur in den USA und Kanada. Kostenlos ist sie übrigens nicht: Apple verspricht eine Unterstützung für zwei Jahre. Danach müssen die Kunden eine Gebühr ihres Mobilfunkbetreibers bezahlen. Bislang sind keine Preise für Deutschland bekannt. iOS 16 versteckte features 21.55h

Das zweite Feature, welches man am liebsten niemals zu Gesicht bekommt, ist die Crash-Erkennung. Dank neuer Sensoren und entsprechenden Software-Tricks sollen die neuen iPhones durch typische Bewegungsmuster und Umgebungsgeräusche erkennen, wenn sie sich in einem Auto befinden, das gerade in einen Unfall verwickelt ist. Sobald ein Crash erkannt wird, geht das iPhone dann in einen Notfall-Modus und setzt selbstständig einen Notruf ab. Auch, wenn der Fahrer oder Passagier ohnmächtig ist. Wie gut das Funktioniert, ließ sich nicht testen. Selbst sehr scharfes Abbremsen konnte das iPhone nicht täuschen, weil der abrupte Stop  und der Lärm eines tatsächlichen Aufprallunfalls fehlten. Hier müssen sich die Kunden auf Apples Versprechen verlassen. Und hoffen, dass sie es nie auf die Probe stellen müssen.

Und dann ist da natürlich noch der unbequemste Punkt: der Preis. Mindestens 1299 Euro kostet das iPhone 14 Pro, beim Max-Modell werden gar 1449 Euro fällig. Und das für die kleinste Speichergröße von 128 Gigabyte. Zum Vergleich: Das günstigste iPhone 13 Pro war noch 150 Euro günstiger. Das tut angesichts der aktuellen Wirtschaftslage noch einmal extra weh. 

Fazit: Apple setzt auf Highend 

Die neuen iPhone 14 Pro fühlen sich trotz des gleich gebliebenen Designs wie ein völlig neues Modell an. Vor allem das Always-on-Display und die Dynamic Island sorgen für ein völlig anderes Nutzungsgefühl. Das lässt verschmerzen, dass die Kamera-Revolution etwas kleiner ausfällt, als man sich das vielleicht gewünscht hätte.

Die Kluft zum iPhone 14 ist indes spürbar gewachsen. Das alte Modell behält den bekannten Look, verzichtet auf die wichtigsten neuen Funktionen und den neuen Chip – und lässt das Pro-Modell noch attraktiver entscheiden.

Ob sich der Kauf lohnt, ist wiederum eine andere Frage. Wer das beste aus der Apple-Welt möchte, hat kaum eine Wahl. Das hat allerdings seinen Preis. Das neue iPhone 14 Pro ist nicht nur das beste, sondern auch das bislang teuerste iPhone. Alle anderen müssen Kompromisse in Kauf nehmen. Das iPhone 13 Pro oder das iPhone 14 sind zwar beide deutlich günstiger, die einflussreichsten Features haben aber beide nicht.  

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

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Apple-Smartphone: iPhone 14 Pro im Test: So groß war der Abstand noch nie

Klotzen und nicht kleckern – nach diesem Motto hat Apple die neuen iPhone 14 Pro und Pro Max mit Neuerungen geradezu vollgestopft. Ob die auch im Alltag punkten können, verrät der Test. 

„Far Out“ – weit draußen. So hat Apple sein Event zur Vorstellung des neuen iPhones genannt. Und obwohl sich das Motto wohl auf die neue Satelliten-Verbindung und den bei Extremsportlern beliebten Jubelruf bezieht, könnte es auch den Abstand zwischen den neuen iPhone-Modellen betonen. Das iPhone und sein Pro-Modell waren noch nie so weit voneinander entfernt. Im Test erfahren Sie, wie groß der Unterschied in der Praxis tatsächlich ausfällt.

iPhone 14 Pro: ein echter Hingucker

Die größte Neuerung sieht man beim iPhone 14 Pro gleich auf den ersten Blick: Während das iPhone 14 dasselbe Display nutzt wie der Vorgänger, hat Apple dem Edelmodell gleich zwei grundlegende Änderungen verpasst. Das Display schaltet sich nur noch in Ausnahmefällen vollständig aus und zeigt sonst weiter Informationen an. Außerdem ist die sogenannte Notch am oberen Rand verschwunden – und wurde durch ein Loch ersetzt, das unter dem Namen „Dynamic Island“ die Nutzung des iPhones verändern soll.

Immer an: Das Display des iPhone 14 Pro zeigt auch dann Inhalte, wenn es eigentlich abgeschaltet ist
Immer an: Das Display des iPhone 14 Pro zeigt auch dann Inhalte, wenn es eigentlich abgeschaltet ist
© Malte Mansholt

Doch der Reihe nach. Die Idee eines immer aktiven Displays ist nicht neu. Schon 2015 begannen Hersteller mit der Einführung von OLED-Displays, die es ermöglichten, einen Teil des Bildschirms immer aktiv zu lassen. In Fachkreisen spricht von einem „Always-on-Display“. Doch Apple wäre nicht Apple, wenn man das einfach kopiert hätte. Stattdessen hat sich der Konzern das Konzept einmal gründlich neu überlegt – und die bisher überzeugendste Variante des immer aktiven Bildschirms abgeliefert.

Das fängt damit an, dass beim iPhone 14 das Display viel weniger abgedunkelt wird, als es bei anderen Modellen der Fall ist. Mit 500 Nits – von maximalen 2000 – sind die hellen Bereiche immer noch deutlich sichtbar beleuchtet. Farben bleiben erhalten, auch Details des Hintergrundbildes sind auszumachen. Ebenso wie Benachrichtigungen und Aktualisierungen der Widgets, die weiterhin angezeigt werden. Das Display wirkt schlicht weniger aufdringlich. Das macht es perfekt, um es neben sich auf dem Tisch liegen zu lassen und nur gelegentlich einen Blick darauf zu werfen – ganz ohne mit dem Gerät interagieren zu müssen.

Dass der Akku trotzdem nicht leergesaugt wird, liegt an der smarten Umsetzung. Während des abgedunkelten Modus aktualisiert sich das Bild nur einmal die Sekunde, statt wie sonst bis zu 120 Mal. Außerdem erkennt das iPhone die Umgebung. Steckt man es in die Tasche, schaltet sich das Display ab. Auch wenn die Frontseite auf dem Tisch liegt, zeigt es nichts an. So ist es wirklich nur aktiv, wenn es einen Nutzen hat. Gut: Schaltet sich das iPhone in den Nacht-Modus oder nutzt man den „Schlafen“-Fokus, schaltet sich das Display ebenfalls ganz ab. So stört kein nächtliches Leuchten. Für andere Fokus-Auswahlen kann man es allerdings nur weiter abdunkeln, nicht ganz abschalten. Apple WWDC iPadOS 16 9.25

Insel der Glückseligkeit

Die zweite große Neuerung, die Dynamic Island, zeigt ebenfalls Apples Fähigkeit, Technologie neu zu denken. Schon einige Jahre verzichten Samsung und Co. auf die typische breite Notch der Apple-Geräte – und lassen die Kamera durch ein sogenanntes Punchhole direkt durch ein Loch Display schauen. Apple übernimmt das Loch nun ebenfalls – macht aber eine ganz neue Erfahrung daraus.

Die Dynamic Island besteht nämlich nicht nur aus dem Loch, sondern erweitert den schwarzen Bereich je nach Kontext. Verbindet man seine Airpods, klappt sich links eine schwarze Fläche aus, um das anzuzeigen. Auf der rechten Seite erscheint automatisch der Akkustand. Auch die Musiksteuerung funktioniert so. Kommt eine zweite Erweiterung, etwa ein Timer, dazu, trennt das iPhone diese von der bisherigen ab, die Fläche wird zu einer Art liegendem i. Die Gesichtserkennung FaceID wird dort ebenso angezeigt wie ein eingehender Anruf.

Die Kamera-Pille wird von Apple zur Dynamic Island umgedeutet und zeigt Zusatzinformationen wie hier zur abgespielten Musik an
Die Kamera-Pille wird von Apple zur Dynamic Island umgedeutet und zeigt Zusatzinformationen wie hier zur abgespielten Musik an
© Malte Mansholt

Tippt man auf die Dynamic Island, klappt sich oft erweitertes Steuerelement aus, etwa die Musiksteuerung. Das funktioniert auch bei Drittanbietern, die eine der Schnittstellen nutzen. Sie werden automatisch eingebunden. Ob man Spotify zum Musikhören nutzt oder der Anruf per Whatsapp kommt, spielt keine Rolle.

Die Dynamic Island fühlt sich dadurch schnell sehr natürlich an. Statt die kleine, schwarze Pille am oberen Display als hässlichen Fremdkörper zu sehen, wird sie zum Anker einer völlig neuen Nutzungserfahrung. Das scheint Apple auch genauso zu wollen: Während die bisherigen Standard-Hintergründe am oberen Rand oft schwarz waren, um die Notch verschwinden zu lassen, ist es beim iPhone 14 Pro genau andersherum: Der Rand um die Pille strahlt geradezu – und betont sie so umso mehr.

Ob sich diese zugegebenermaßen sehr cool anfühlende Neuheit schnell abnutzt oder auch dauerhaft fesselt, wird sich beweisen müssen. Bisher ist der Nutzen eher rudimentär, auf Dauer werden Apple und auch Drittanbieter hoffentlich noch etwas mehr aus der „Insel“ herauskitzeln. Gerade zu Anfang ist der Wow-Faktor aber allemal groß. 

Alter Look, neue Technik

Gemeinsam mit dem Always-on-Display fühlt sich das iPhone dadurch enorm frisch an. Und lässt schnell vergessen, dass es beim Design sonst eigentlich wenig Neues zu bieten hat. Der grundsätzliche Look ist derselbe wie beim zwei Jahre alten iPhone 12, mit dem Edelstahl-Rahmen und der Glasrückseite fühlt es sich auch genauso an. Das ist aber nicht abwertend gemeint, das damalige Neudesign wurde nicht zu Unrecht bejubelt und wirkt immer noch sehr schick.

Lediglich bei der Kamera musste Apple etwas umbauen: Die Ausbuchtung ist nun noch größer als die ohnehin schon angewachsene des iPhone 13 Pro. Das hat allerdings auch seinen Grund. Nach eigenen Angaben hat Apple die Kamera-Einheit des iPhone 14 Pro komplett neu gebaut, alleine der Bildsensor ist nun gut zwei Drittel größer geworden. Dadurch werden nicht nur Bilder der Hauptkamera in 48 Megapixeln möglich, die Kamera soll auch erheblich mehr Licht einfangen und so bei schlechtem Licht deutlich bessere Bilder liefern. Auch die sogenannte „Photonic Engine“, der Software-Unterbau des Kamera-Setups, wurde überarbeitet. Die Nachbearbeitung der Bilder kann nun in einem früheren Schritt des Prozesses stattfinden, so Apple. Das soll für mehr Details und bessere Beleuchtung sorgen. 

Die Kamera ist der Star der neuen iPhones- Hier das schicke Modell im neuen Dunkellila
Die Kamera ist der Star der neuen iPhones- Hier das schicke Modell im neuen Dunkellila
© Malte Mansholt

Genaue Blicke

In der Praxis führen diese vollmundigen Versprechen zu etwas Enttäuschung. Nicht, weil die Bilder und Videos schlecht wären – sie gehören zu den besten auf dem Smartphone-Markt. Sondern, weil die Unterschiede zum Teil schwerer zu entdecken sind, als man sich das vielleicht wünschen würde.  

Bei Tageslicht sind sie vor allem dann zu sehen, wenn man im RAW-Modus fotografiert, also weitgehend unbearbeitete Bilddateien abspeichert. Dann können die 48 Megapixel ihre volle Wirkung erzielen, die Fotos sind sichtbar detailreicher, lassen sich stärker vergrößern. 

Leider führen sie einem aber auch etwas anderes vor Auge: Als ich das erste Mal eines der RAW-Fotos betrachtete, dachte ich zunächst, irgendetwas sei schief gelaufen. Im Vergleich zum kurz vorher geschossenen Standard-Foto wirkte es fast verschwommen. Dabei war das Gegenteil der Fall: In der Voreinstellung schärft das iPhone 14 Pro sehr stark nach, zieht Kanten, an denen man sich schneiden könnte. Das sieht durchaus gut aus, wenn man das Bild betrachtet. Besonders natürlich wirkt es aber nicht. Fotovergleich iPhone 14 und iPhone 14 Pro

Eine echte Nachteule

Wirklich glänzen kann das iPhone 14 Pro, wenn sich die Lichtbedingungen verschlechtern. Durch den lichtempfindlicheren Sensor entdeckt es auch dann Details, wenn das Vorgänger-Modell oder das iPhone 14 passen müssen. Das hat zwei Effekte: Zum einen ist öfter nur eine Sekunde des Nachtmodus nötig, wo die anderen Modelle zwei Sekunden brauchen. Zum anderen werden dunkle Bereiche zum Teil weniger stark aufgehellt, bleiben aber trotzdem detailreich. Auch Farben bleiben oft noch nuancierter unterscheidbar. Als bahnbrechend empfand ich den Unterschied aber eher nicht. Es geht vor allem um kleinere Details, nicht um eine Kamera-Revolution. Hier wird die spannende Frage sein, ob Apple per Software in den nächsten Updates noch mehr herausholen kann. 

Einen cleveren Kniff hat Apple aber noch im Ärmel. Obwohl das iPhone 14 Pro genau wie der Vorgänger drei Linsen hat – eine Ultraweitwinkel (0,5-fach), die als Hauptkamera genutzte Weitwinkel und eine Telelinse mit 3x-Zoom – schaffte es Apple, eine weitere, native Zoom-Stufe einzubauen. Und damit den von älteren Modellen bekannten 2x-Zoom zurückzubringen. Dazu bediente man sich eines Tricks. Statt optisch heranzuzoomen, knippst die Kamera im Zweifach-Modus einfach in 48 MP mit der Hauptkamera – und schneidet den zu vergrößernden Teil aus. So ist das Foto verlustfrei, aber in derselben Auflösung wie bei den sonstigen Linsen. 

Gut sichtbar ist das Plus an eingefangenem Licht übrigens auch in Videos: Bei schlechtem Licht wirken mit dem iPhone 14 Pro gefilmte Clips deutlich detailreicher als beim zum Vergleich genutzten iPhone 13 Pro Max und dem iPhone 14. Bei Tageslicht fallen die Unterschiede erheblich kleiner aus.  

Für den neuen Action-Modus, bei dem Wackeln der Kamera durch Nachbearbeitung automatisch entfernt wird, nützt das leider wenig. Bei zu schwachem Licht ist in diesem fast gar nichts mehr zu erkennen. Das iPhone warnt auch entsprechend. Dabei ist der Modus an sich sehr gelungen. Wie auch etwa von den Action-Cams von GoPro bekannt, rechnen die iPhone 14 das Wackeln durch Schritte oder Zittern heraus, indem sie einen größeren Ausschnitt aufnehmen und die Wackler um das gewünschte Bild einfach abschneiden. Dadurch entstehen beeindruckend ruhige Kamerafahrten, die fast cineastisch wirken. Im Test funktionierte das beim Herumgehen um ein sich bewegendes Motiv, beim beim Radfahren oder Rennen problemlos. Als Alleinstellungsmerkmal des iPhone 14 Pro taugt es aber nicht: Den Action-Modus gibt es auch im Basismodell. 

Eine neue Kluft

Ein Alleinstellungsmerkmal ist aber der Prozessor. Nachdem jahrelang alle neuen iPhone-Varianten mit demselben neuen Chip auf den Markt kamen, wagt Apple beim iPhone 14 eine Zäsur. Den neuen A16-Bionic-Prozessor gibt es nur im Pro-Modell. Tatsächlich bringt der Chip durchaus mehr Leistung. Zwischen 15 und 25 Prozent sind es in verschiedenen Benchmark-Programmen. Nach Angaben von Apple soll das Plus an Leistung und die höhere Speicherbandbreite vor allem für die Bildbearbeitung und die Steuerung des Always-on-Displays Vorteile bringen. Zudem verbraucht der Chip weniger Strom. Im Alltag fühlt sich das iPhone 14 dadurch nicht langsamer an. Wer eines der Basismodelle kauft, muss sich also nicht darüber ärgern. 

Das Mehr an Akkuleistung war im Test des kleinen Pros eher nicht zu spüren – was aber auch daran gelegen haben könnte, dass ich zum ersten Mal nach drei Jahren wieder ein „kleines“ iPhone als Hauptgerät genutzt hatte. Nach knapp fünf Stunden Nutzung war die Batterie am Ende. Das lag aber sicher auch daran, dass die Belastung mit 4K- und Action-Mode-Aufnahmen und unzähligen Fotos recht hoch war. Trotzdem war ich etwas überrascht, es nicht bis zum Ende des Tages zu schaffen. Beim Max-Modell reichte es in der Regel eher noch einen zweiten Tag. Wie lange der Akku tatsächlich durchhält, kann erst ein langfristiger Test zeigen.  

Zwei der wichtigsten Neuerungen konnten wir im Test nicht ausprobieren – weil sie hoffentlich niemand jemals benötigen wird. Zum einen ist da die neue Fähigkeit, sich im Notfall auch per Satellit verbinden zu können. Ist man also in einem abgelegenen Gebiet gestrandet und hat keinen Empfang, können die neuen iPhones sich direkt mit Satelliten verbinden, um einen Hilferuf abzusetzen. Die Funktion gibt es zunächst nur in den USA und Kanada. Kostenlos ist sie übrigens nicht: Apple verspricht eine Unterstützung für zwei Jahre. Danach müssen die Kunden eine Gebühr ihres Mobilfunkbetreibers bezahlen. Bislang sind keine Preise für Deutschland bekannt. iOS 16 versteckte features 21.55h

Das zweite Feature, welches man am liebsten niemals zu Gesicht bekommt, ist die Crash-Erkennung. Dank neuer Sensoren und entsprechenden Software-Tricks sollen die neuen iPhones durch typische Bewegungsmuster und Umgebungsgeräusche erkennen, wenn sie sich in einem Auto befinden, das gerade in einen Unfall verwickelt ist. Sobald ein Crash erkannt wird, geht das iPhone dann in einen Notfall-Modus und setzt selbstständig einen Notruf ab. Auch, wenn der Fahrer oder Passagier ohnmächtig ist. Wie gut das Funktioniert, ließ sich nicht testen. Selbst sehr scharfes Abbremsen konnte das iPhone nicht täuschen, weil der abrupte Stop  und der Lärm eines tatsächlichen Aufprallunfalls fehlten. Hier müssen sich die Kunden auf Apples Versprechen verlassen. Und hoffen, dass sie es nie auf die Probe stellen müssen.

Und dann ist da natürlich noch der unbequemste Punkt: der Preis. Mindestens 1299 Euro kostet das iPhone 14 Pro, beim Max-Modell werden gar 1449 Euro fällig. Und das für die kleinste Speichergröße von 128 Gigabyte. Zum Vergleich: Das günstigste iPhone 13 Pro war noch 150 Euro günstiger. Das tut angesichts der aktuellen Wirtschaftslage noch einmal extra weh. 

Fazit: Apple setzt auf Highend 

Die neuen iPhone 14 Pro fühlen sich trotz des gleich gebliebenen Designs wie ein völlig neues Modell an. Vor allem das Always-on-Display und die Dynamic Island sorgen für ein völlig anderes Nutzungsgefühl. Das lässt verschmerzen, dass die Kamera-Revolution etwas kleiner ausfällt, als man sich das vielleicht gewünscht hätte.

Die Kluft zum iPhone 14 ist indes spürbar gewachsen. Das alte Modell behält den bekannten Look, verzichtet auf die wichtigsten neuen Funktionen und den neuen Chip – und lässt das Pro-Modell noch attraktiver entscheiden.

Ob sich der Kauf lohnt, ist wiederum eine andere Frage. Wer das beste aus der Apple-Welt möchte, hat kaum eine Wahl. Das hat allerdings seinen Preis. Das neue iPhone 14 Pro ist nicht nur das beste, sondern auch das bislang teuerste iPhone. Alle anderen müssen Kompromisse in Kauf nehmen. Das iPhone 13 Pro oder das iPhone 14 sind zwar beide deutlich günstiger, die einflussreichsten Features haben aber beide nicht.  

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iOS 16: Alles neu, schon auf den ersten Blick: Diese Features kommen heute Abend auf Ihr iPhone

Mit iOS 16 hat Apple sein neues Betriebssystem für das iPhone freigegeben. Die wichtigste Neuerung sieht man schon auf den ersten Blick. Doch das Update hat noch mehr zu bieten.

Es ist wieder soweit: Wie jedes Jahr im Herbst versorgt Apple seine Geräte mit den neuesten Betriebssystem-Versionen. Das iPhone-System iOS 16 steht ab dem Abend des 12. September zum Download bereit. Der stern hat die Neuerungen bereits seit einigen Wochen getestet und verrät, was Sie erwarten können. Übrigens: Das Update für das iPad kommt erst in einigen Wochen. Apple feilt noch am sogenannten Stage Manager, mehr erfahren Sie hier.

Es ist das Erste, worauf man beim Smartphone schaut: Der Sperrbildschirm ist eine der meistgenutzten „Funktionen“ von Smartphones. Mit dem gerade veröffentlichten iOS 16 hat Apple ihm zum ersten Mal seit Jahren eine schicke Überarbeitung spendiert. Und auch sonst hat man nicht mit neuen Funktionen gegeizt.

iOS 16: So funktioniert der neue Sperrbildschirm

Wie man den Homescreen anpassen kann, ist gar nicht so simpel zu finden – weil man die Einfachheit nicht erwarten würde. Man muss schlicht bei entsperrtem Lockscreen mit einem Finger den Bildschirm an einer freien Stelle gedrückt halten. Und schon kann es mit der Anpassung losgehen.

Die Möglichkeiten sind dabei deutlich größer, als man es bei Apple gewöhnt ist. So kann man nicht mehr nur das Hintergrundbild verändern, sondern auch die Zeitanzeige und ihr Umfeld ganz an den eigenen Geschmack anpassen. Neben verschiedenen Typen von Ziffern darf man auch die Farbe der Uhr sowie sie umgebende Widgets auswählen. Stark: Befinden sich Bildteile des Hintergrundbildes auf Höhe der Uhr, etwa das Gesicht eines geliebten Menschen, kann man Teile der Zeitanzeige auch dahinter verschwinden lassen.

Besonders toll ist aber, dass man auch nach der Entscheidung nicht an einen Hintergrund gebunden ist. iOS 16 erlaubt es, gleich eine ganz Reihe von Hintergründen zu erstellen und schnell zwischen ihnen zu wechseln. Wer möchte, kann gar bei jedem Einschalten ein zufälliges Bild aus einer Auswahl erscheinen lassen. 

Ein Feature für das neue iPhone 14

Die Umsetzung des neuen Lockscreens lässt vor allem die beiden neuen Pro-Modelle des iPhone 14 strahlen. Denn: Anders als die übrigen iPhones können sie auch dann einige Inhalte anzeigen, wenn das Display eigentlich ausgeschaltet ist. Die Uhr und die festgelegten Widgets lassen sich so auch dann ablesen, wenn das Gerät abgeschaltet auf dem Tisch liegt. Ein besonders herber Verlust ist das für die Besitzer älterer Modelle aber nicht, der Lockscreen macht auch ohne die Extrafunktion noch viel her.

Praktisch ist, dass Apple den Widgets auch erlaubt, live aktualisiert zu werden. So ist die Temperatur der Wetter-Infotafel immer aktuell, Sportapps können den Spielstand immer live durchgeben – und zwar ohne das Gerät entsperren zu müssen.

Die Hintergründe lassen sich auch mit dem sogenannten Fokus-System verknüpfen. Wer möchte, kann dann einen Hintergrund für die Arbeit, einen für den Sport, den Couch-Abend oder für die Nachtruhe festlegen. Und sich so weniger durch unerwünschte Inhalte ablenken lassen.

Bessere Chats

Auch wenn in Deutschland weiter Whatsapp dominiert: Apples „Nachrichten“ genannte Chat-App, die SMS (grüne Chat-Bubbles) mit dem Apple-Dienst iMessage (blaue Nachrichten) kombiniert, ist weiter sehr beliebt. Mit iOS 16 erhält sie Features, die sie auf den Stand der Konkurrenz bringen sollen. So ist es nun endlich möglich, Nachrichten im Nachhinein zu korrigieren oder auch beim Gegenüber ganz aus dem Chat zu entfernen – was Whatsapp und Co. schon sehr lange ermöglichen.

Hinzu kommen kleine Verbesserungen wie die Möglichkeit, Chats als ungelesen zu markieren, direkt über den Chat gemeinsam ein Dokument zu bearbeiten oder über Shareplay direkt im Chat gemeinsam einen Film oder eine Serie zu starten und diese Parallel zu schauen.

iOS 16: Features für die ganze Familie

Auch das Teilen von Bilden wird einfacher. Statt immer wieder Ordner freizugeben, können Familien nun eine gemeinsame Foto-Bibliothek anlegen. Auf Wunsch schlägt die App Bilder vor, die dort erscheinen könnten, etwa weil die Kinder darauf zu sehen sind. Das ewige Herumschicken der neuesten Kinderbilder wird so unnötig.

Apropos Kinder: Die Einrichtung und Verwaltung von Kindersicherungen wie Bildschirmzeit für Apps hat Apple ebenfalls erleichtert. Sie ist nun in der Einstellungs-App leichter zu finden, jedes Familienmitglied bekommt eine klarere Übersicht der erteilten Berechtigungen und Zugriffs-Möglichkeiten. Bei Kindern ist es leichter, Limits zu setzen und diese zu verwalten. So ist es nun etwa möglich, mehr Bildschirmzeit direkt über iMessage zu erteilen. Gut: Mit der sogenannten Familiencheckliste zeigt Apple konkrete Vorschläge, welche Optionen Eltern haben und welche vielleicht noch nicht genutzt werden.

Die Einrichtung eines neuen iPhones als Kinder-Gerät ist so einfach wie nie: Schon beim ersten Einrichten kann man ein Kind aus der Familiengruppe angeben, alle Einstellungen sind sofort aktiv.

iOS 16: Die Akkuanzeige ist zurück, aber…

Vielen Nutzern wird es sofort auffallen: Die Akkuanzeige oben rechts zeigt den Ladungsstand auf Wunsch wieder in Prozent an. Die Umsetzung ist allerdings etwas unglücklich. Statt den Balken langsam zu verkleinern, wenn sich der Akku leert, wird er nahezu die komplette Ladung durch voll gefüllt angezeigt, vermutlich um die Prozentzahl zeigen zu können. Wirft man nur einen kurzen Blick darauf, kann es passieren, dass man mit 30 Prozent Ladung das Haus verlässt, weil der Balken voll wirkte. Erst unter 20 Prozent erscheint der altbekannte, kleinere rote Balken, dass es Zeit für eine Ladung wird. Das ist oft zu spät. Hier müsste Apple noch etwas nachbessern.

Fitness für alle

Die Apple-App Fitness kennen alle, die eine Apple Watch ihr Eigen nennen. Mit iOS 16 erhalten auch alle anderen die schicke App auf dem Homescreen. Die App zeigt übersichtlich, wie viele Schritte man am Tag macht, wie oft man aufgestanden ist und wie viel und intensiv man sich bewegt. Die auf Wunsch über die Bewegungssensoren des iPhones – oder natürlich genauer mit der Apple Watch – gesammelten Daten waren bislang alle über die Health-App zu erreichen. Dass Apple die App nun für alle anbietet, dürfte vor allem am Premium-Abo Fitness+ liegen, das die Nutzer über die App mit zahlreichen Trainingsvideos versorgt.

Zusätzlich gibt es auch noch Überarbeitungen bei der Bedienung des Smarthomes, Apples digitale Brieftasche Wallet kann in ausgewählten US-Bundesstaaten nun auch Führerscheine anzeigen. Und die Auto-Steuerung über Carplay wurde verbessert.

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Beliebter Messenger : iPhone-Nutzer aufgepasst: Diese Handys können WhatsApp bald nicht mehr nutzen

WhatsApp ist die wohl beliebteste Textnachrichten- und Videoanruf-App in Deutschland. Doch genau deshalb könnte es für einige App-Nutzer bald unangenehm werden. 

WhatsApp ist die wohl beliebteste Textnachrichten- und Videoanruf-App in Deutschland. Doch genau deshalb könnte es für einige App-Nutzer bald unangenehm werden. 

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Facebook Feature Instagram WhatsApp

Instagram und Facebook: Kosten neue Funktionen bald Geld?

Facebook, Instagram und WhatsApp könnten User für künftige Features bald zur Kasse bitten. Das ist über die Pläne bekannt.

Bei Meta sind offenbar Vorbereitungen für eine Monetarisierung der beliebten Social-Media-Netzwerke Facebook und Instagram sowie der Messenger-App WhatsApp in Gang. Wie das Branchenmagazin „The Verge“ aus von Mitarbeitern zugespielter interner Kommunikation zitiert, baut Meta derzeit eine eigene Abteilung auf, die sich mit „möglichen Bezahlfeatures“ für drei Plattformen auseinandersetzen und diese aufbauen soll. Was bislang bekannt ist.

Die neue Abteilung soll „New Monetization Experiences“ heißen und von Pratiti Raychoudhury geleitet werden, die bislang für die Forschungsabteilung verantwortlich war. Unter anderem werde sich die Abteilung mit der Möglichkeit auseinandersetzen, User für neue Features künftig zur Kasse zu bitten. Grund für die Pläne dürfte sein, dass zuletzt, nicht nur bei Meta, die Werbeeinnahmen stark rückläufig waren. Die schwächelnden Zahlen lassen sich insbesondere auf Apples Maßnahme zurückführen, das App-übergreifende Tracking auf iOS-Geräten einzuschränken.

Metas Vizepräsident der Monetarisierungsabteilung, John Hegemann, sagte dem Bericht zufolge, man habe nicht vor, Nutzer für das Ausblenden von Werbung zur Kasse zu bitten. Auf konkrete Pläne für Bezahl-Features wollte er zwar nicht eingehen, sagte aber: „Ich denke, wir sehen Möglichkeiten, neue Arten von Produkten, Features und Erfahrungen zu bauen, für die Menschen bezahlen würden und es gerne tun würden.“ Und: „Ich denke, innerhalb eines Fünfjahres-Horizonts können sie wirklich die Nadel bewegen und einen bedeutenden Unterschied machen.“

Bis 2024 verzichten Facebook und Instagram auf Anteil an Gewinnen

Eine direkte Monetarisierung der Meta-Töchter findet in überschaubarem Ausmaß bereits statt: Bei Instagram kann man seit Mitte Juli Geld für exklusiven Content verlangen, den nur für Abonnenten sichtbar ist; Administratoren von Facebook-Gruppen können exklusive Inhalte bereits hinter eine Bezahlschranke stellen und WhatsApp verlangt von bestimmten Unternehmen Geld, um die Möglichkeit zu erhalten, ihre Kunden anzuschreiben.

Im Juni hat sich Meta-CEO Mark Zuckerberg (38) auf Facebook zu Wort gemeldet und gesagt, sein Unternehmen werde bis 2024 keinen Anteil dieser Gewinne haben wollen. Die Arbeit an der Zeit danach scheint derzeit bereits in vollem Gange zu sein.

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Barbara Salesch Fernsehen Richterin Barbara Salesch RTL Sat.1 Strafgericht WhatsApp

Neue Show und „zwei neue Knie“: Darum wagt sich Barbara Salesch zurück ins TV

Barbara Salesch feiert ihr TV Comeback. Die TV-Richterin ist ab dem 5. September in „Barbara Salesch – Das Strafgericht“ bei RTL zu sehen.

Richterin Barbara Salesch (72) ist ab dem 5. September nach zehn Jahren wieder im Fernsehen zu sehen. Nachdem sie 2012 ihre letzte Folge ihrer Sendung in Sat.1 veröffentlichte, kommt sie nun mit neuen Fällen zurück. In ihrer Show „Barbara Salesch – Das Strafgericht“ unterhält sie ihre Zuschauerinnen und Zuschauer immer montags bis freitags um 11:00 Uhr bei RTL. Wie die 72-Jährige ihre TV-Pause verbracht hat und was sie zu ihrem Comeback bewegt hat, verrät sie im Interview mit spot on news.

Was unterscheidet Ihre alte Show „Richterin Barbara Salesch“ in Sat.1 von „Barbara Salesch – Das Strafgericht“ bei RTL?

Barbara Salesch: Wir setzen neue Beweismittel nach modernen Standards wie WhatsApp-Verläufe, Smart Watches oder Social-Media-Posts ein, die auf hochauflösenden Screens im Gerichtssaal präsentiert werden. Aber ich bin immer noch die Alte und die bleibe ich auch. Darauf können sich die Zuschauerinnen und Zuschauer verlassen.

Können Sie in Ihrer Sendung auf aktuelle Ereignisse eingehen?

Salesch: Sicher. Aber nur in dem Rahmen, in dem auch echte Gerichte darauf eingehen können. Sonst passt es nicht.

Wie nah sind die behandelten Fälle an der Realität?

Salesch: Die Fälle selbst sind sehr nah an der Realität. Nur nehmen wir kein Strafverfahren 1:1 auf. Ich möchte keine echten Fälle nachspielen und schon gar nicht, dass sich ein Opfer plötzlich in einer Unterhaltungssendung wiedererkennt.

Sie haben Ihre TV-Karriere für viele Jahre pausiert. Wie haben Sie sich in der Zwischenzeit beschäftigt?

Salesch: Ich habe Kunst zu Ende studiert. Außerdem habe ich auf dem Land ein altes Haus mit Atelier und Werkstätten gekauft und saniert, sowie einen großen Garten angelegt. Zudem habe ich ein Buch geschrieben, mit dem ich bis heute auf Lesereise bin – und zwei neue Knie bekommen.

Dazu habe ich seit fünf Jahren einen Hund als Personal Trainer. Ein irisches Wolfshundmädchen mit Namen Piri. Die erste, die es geschafft hat, mich vom Sofa zu holen, zwei Stunden täglich draußen zu sein und ein regelmäßigeres Leben zu führen. Ich habe eine Galerie, mache Holzschnitte, zeichne aktuell viel, stelle aus, koche, backe, habe Gäste und super Nachbarn. Wahrscheinlich habe ich noch was vergessen, ich leide eben nie an Unterbeschäftigung.

Auf welche Fälle freuen Sie sich am meisten?

Salesch: Auf die leisen. Ich liebe Fahrlässigkeit. Dinge, die jedem passieren können und die sich dann zu Dramen auswachsen können. Aber ein Mord aus Habgier ist mir genauso recht. Entscheidend ist, dass wir abwechslungsreich sind und Fälle haben, die berühren.

Mit „Ulrich Wetzel – Das Strafgericht“ haben Sie Konkurrenz. Was unterscheidet die beiden Shows?

Salesch: Jeder von uns hat seine eigene Persönlichkeit. Wir haben unterschiedliche Produzenten. Ich überarbeite immer jedes Drehbuch und gebe damit viel Persönliches in meine Verhandlung. Eben genau so, wie ich es haben will. Das ist viel Arbeit. Aber das ist auch zugleich meine Vorbereitung auf das Verfahren. Jeder macht es auf seine Weise.

Was sind Ihre Ziele mit dem neuen Format?

Salesch: Ich will einfach eine gut gemachte und spannende Sendung abliefern. Und dann entscheiden die Zuschauerinnen und Zuschauer.

Was war Ihr bisher größter Erfolg in Ihrem Leben?

Salesch: Sicher über die Straße gekommen zu sein.

Sind Sie in Ihrer Laufbahn als Richterin genauso streng gewesen wie im TV?

Salesch: Ich war als Richterin in Hamburg nicht viel anders als im Fernsehen. Streng bin ich nicht. Sieht mit der Brille nur so aus. Meistens bin ich ziemlich nachsichtig im Umgang mit den Beteiligten. Aber wenn sie mich nerven, dann kann ich auch mal explodieren. Von 0 auf 100. Hab‘ ich kein Problem mit. Meine Zuschauer kennen und lieben das. Die Urteile entsprechen denen, die ich in echt in so einem Fall gemacht hätte. Ich finde sie in der Strafhöhe angemessen.

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Neue Monetarisierung: Tiktok, Whatsapp und Co.: Die Zeit des kostenlosen Internets ist vorbei

Das Internet konnten wir jahrzehntelang kostenlos nutzen – zumindest in großen Teilen. Doch nun wendet sich das Blatt. Selbst Werbe-Giganten wie Meta setzen auf Premium-Dienste.

Das Internet hatte jahrelang einen einzigen Preis: den des Zugangs. Sobald man sich einmal eingewählt hatte, war quasi alles kostenlos. Man kann argumentieren, dass es sonst längst nicht so allgegenwärtig geworden wäre, wie es heutzutage ist. Doch die kostenlose Onlinewelt nähert sich langsam aber sicher dem Ende. Das Internet wird zum Bezahlmodell.

Die jüngsten Beispiele sind ausgerechnet die Dienste, die seit ihrer Existenz quasi als selbstverständliches Allgemeingut angesehen werden: Soziale Netzwerke wie Facebook, Tiktok oder Twitter waren seit ihrem Aufstieg immer kostenfrei. Nun ändert sich das zunehmend. Nachdem sich etwa Meta mit seinen Diensten Facebook, Instagram und Whatsapp zu einem der wichtigsten Werbeanbieter der Welt aufgeschwungen hat, entdeckt der Konzern nun das Premium-Modell für sich.STERN PAID 15_21 Big Tech 08.20

Neue Einnahmequellen

„Wir sehen die Gelegenheit, neue Produkte, Funktionen und Erfahrungen zu bauen, für die Menschen auch zu zahlen bereit, vielleicht sogar zahlungsbegeistert sind“, erklärte etwa Facebooks Vizepräsident für Monetarisierung, John Hegeman, jüngst in einem Gespräch mit „The Verge“. Beispiele wollte er zwar nicht nennen, auf Werbung will man aber nicht verzichten. „Wir sehen das als Möglichkeit, sowohl ernsthafte Einnahmequellen zu kreieren als auch als geschäftliche Diversifikation.“

Wohin der Weg gehen könnte, zeigen bisherige Bemühungen des Konzerns. Bei Facebook können etwa Betreiber von Gruppen den Zugang zu manchen Inhalten nur noch an zahlende Nutzer gewähren, bei Instagram können followerstarke Accounts ihre Follower ebenfalls per Abo zur Kasse bitten. Und bei Whatsapp versucht der Konzern sich gerade als Alternative zum Supermarkt zu etablieren

Alles auf Premium

Meta ist mit den Bemühungen nicht alleine. Auch andere soziale Netzwerke wie Tiktok, Snapchat oder Twitter experimentieren immer mehr damit, wie man sich von reinen Werbeeinnahmen zu mehr direkten Zahlungen durch die Kunden bewegen kann. Tiktok etwa testet seit Anfang des Jahres bezahlte Abos bestimmter Accounts. Bei Twitter wurde gestern die lange erwartete Funktion zum Editieren von Tweets als Bezahlfeature enthüllt. Schon seit einer Weile können sich Nutzer als „Superfollower“ zum Abonnenten machen und bekommen so exklusiven Zugang zu Inhalten. 

Das Vorbild der bezahlten Premium-Inhalte sind weniger Streaming-Abos wie Netflix, sondern der vor allem für Sex-Inhalte bekannte Dienst Onlyfans. Das erst wenige Jahre alte Start-up zeigte zuerst, dass Fans von Social-Media-Persönlichkeiten oder eben Nacktmodellen bereit sind Geld zu bezahlen, um Zugang zu exklusiven Inhalten zu bekommen. Der Erfolg spricht für sich: 4,8 Milliarden Euro gaben die Nutzer des Netzwerks letztes Jahr aus, sowohl die Nutzer als auch die Ausgaben zogen dieses Jahr deutlich an. Der Profit wächst sogar noch schneller: 432 Millionen Euro Gewinn machte Onlyfans in den 12 Monaten vor dem September 2021. Eine Versechsfachung gegenüber dem Vorjahr.Only Fans Interview Bano Diop Tabitha Ibes 21.22

Datenschutz als Problem

Für Meta und die andere Werbeunternehmen ist das wie ein Schlag in die Magengrube. Für sie ging ein wichtiger Teil der Einnahmen in den letzten Monaten verloren. Weil Apple es im letzten Sommer schwerer machte, das Nutzerverhalten auf seinen Geräten zu überwachen, wurde es ausgerechnet bei den für Werbekunden besonders wertvollen iPhone-Nutzern besonders schwer, diese gezielt mit auf sie zugeschnittener Werbung zu erreichen.

Zehn Milliarden Euro hat der Konzern nach eigenen Angaben dadurch im letzten Jahr verloren. In der Folge musste Meta zum ersten Mal in seiner Geschichte einen Rückgang bei den Werbeeinahmen melden: Im zweiten Quartal diesen Jahres waren die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent gesunken, sie lagen bei nun 28,8 Milliarden Euro. Der Gewinn brach allerdings deutlich stärker ein: Mit 6,7 Milliarden Euro Plus lag Meta satte 36 Prozent unter dem Vorjahr.

Die Premium-Angebote bieten da eine willkommene Einnahme-Quelle – vor allem, weil sie es erlauben, weiterhin Werbeeinnahmen zu generieren. Während etwa Youtube sein „Premium“ genanntes Abo neben einigen anderen Vorteilen auch mit Werbefreiheit schmackhaft machen will, zielen Meta, Tiktok und Co. klar auf zusätzliche Einnahmen. Museen in Wien auf OnlyFans 13.15

Das Schlimmste beider Welten

Das macht die Situation wiederum für die Kunden besonders ärgerlich. Der wahre Preis des kostenlosen Internets war, dass die Konzerne jahrelang Berge von Nutzerdaten angehäuft hatten und diese für gezielte Werbung nutzten (hier erfahren Sie mehr zum wahren Ausmaß der Datensammelei). Doch statt nun für Datenschutz und eine bessere Nutzererfahrung zahlen zu können, dürfen die Kunden nun für attraktive Inhalte extra zahlen – während sie weiter ausgeschnüffelt werden.

Quellen:The Verge, Meta, Twitter

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Abzocke: Über 500.000 Euro Schaden allein in Hamburg: Polizei warnt vor extrem erfolgreicher Whatsapp-Masche

Die modernen Kommunikationsmittel bieten jede Menge neue Möglichkeiten – leider auch für Kriminelle. Eine bekannte Betrugsmasche wird bei Whatsapp leider aktuell wieder sehr erfolgreich.

Schnell mit den Freunden quatschen, Bilder mit der Familie teilen und ein kurzes Videotelefonat mit den Kindern: Whatsapp ist bei den Deutschen wegen seiner vielseitigen Kommunikations-Möglichkeiten sehr beliebt. Doch dass selbst die Großeltern mittlerweile selbstverständlich den Messenger nutzen, macht ihn auch zur Gefahr: Der Enkeltrick feiert über Whatsapp gerade sein großes Comeback.

Das zeigen zahlreiche Warnungen der Polizei in ganz Deutschland. Jeden Tag melden die Behörden quer durchs Land neue Betroffene. Wie groß das Ausmaß wirklich ist, ist kaum zu sagen. In der Metropole Hamburg meldeten die Behörden vor einigen Wochen einen Schaden von über 500.000 Euro alleine in diesem Jahr. Aber auch in kleinen Landkreisen wie Diepholz (etwa 220.000 Einwohner) kam nach Angaben der Behörden im letzten Quartal bereits ein Schaden von 64.000 Euro zusammen.

+++ Lesen Sie auch: Diese drei Whatsapp-Einstellungen sollten Sie laut Warentest unbedingt vornehmen +++

Whatsapp-Status mitlesen Anonym 11.10

So gehen die Kriminellen vor

Obwohl der Inhalt der Nachrichten variiert, ist das Vorgehen stets das Gleiche. Die Betrüger geben sich als Kinder, Enkel oder Neffen der Opfer aus und behaupten, nun eine neue Nummer zu haben. Die Anrede ist persönlich, etwa „Hi Papa“. Namen werden vermieden. Oft sind die Nachrichten mit Emojis gespickt. Nach einer Antwort des Opfers geht es dann schnell ums Eingemachte: Mal wird eine Autopanne vorgetäuscht, mal reicht das Geld nicht für die Miete oder das Online-Banking funktioniert nicht. Die Opfer sollen aushelfen – indem sie das Portmonee öffnen.

Leider scheinen immer noch viele Menschen darauf hereinzufallen, vor allem ältere werden Opfer. Von den 83 im letzten Quartal angezeigten Fällen in Diepholz waren 26 erfolgreich, so die Polizei. Bei vielen der Opfer bleibt es nicht bei einem Betrug. Waren die Täter erfolgreich, versuchen sie die betreffenden Personen oft weiter auszunehmen. Ein Opfer in Mayen soll so eine sechsstellige Summe verloren haben, meldet die Polizei Koblenz.Alternative Messenger Whatsapp sicher 9.00

So reagieren Sie richtig

Das LKA nannte schon im März verschiedene Methoden, sich vor den Betrugsversuchen zu schützen. Meldet sich eine unbekannte Person, ist demnach grundsätzlich Skepsis ratsam. Wird behauptet, dass man sich kennt, ist es sinnvoll, das über ältere Rufnummern zu verifizieren. Aufforderungen der Chat-Partner die alte Nummer zu löschen, sollte auf keinen Fall nachgegeben werden. Dem neuen Kontakt sollte man keinerlei Informationen und erst recht keine Geldüberweisungen zukommen lassen. Ist klar, dass es sich um Betrüger handelt, ist der beste Rat, das Gespräch mit Screenshots zu sichern, die Nummer zu blockieren und sich bei der Polizei zu melden.

Um es den Betrügern schwer zu machen, kann man zudem einige weitere Maßnahmen vornehmen. So lassen sich bei Whatsapp das Profilbild und der Online-Status vor Personen verbergen, die man nicht selbst als Kontakt gespeichert hat. So ist es für die Betrüger schwerer, das eigene Alter einzuschätzen. Da die Täter oft auf öffentlich zugängliche Daten zugreifen, um ihre Opfer auszuwählen, ist es zudem ratsam, die eigene Nummer nicht im Internet zu veröffentlichen.

Quellen: Polizei Koblenz, Polizei Diepholz

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