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Pandemie: Debatte über Impfpflicht: Ändert Omikron die Spielregeln?

Die Corona-Variante Omikron ist hochansteckend, verursacht aber wohl mildere Krankheitsverläufe. Was bedeutet das für die Debatte über eine allgemeine Impfpflicht?

Die rasante Ausbreitung der zumeist mit eher milden Krankheitsverläufen verbundenen Omikron-Variante bestärkt Kritiker einer allgemeinen Corona-Impfpflicht in ihren Bedenken.

«Omikron ändert die Spielregeln», sagte der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Bundestag, Stephan Thomae, der «Süddeutschen Zeitung». «Es ist jetzt nicht an der Zeit, einfach nur irgendetwas zu tun und möglichst harte Maßnahmen zu beschließen, nur um Handlungsbereitschaft zu beweisen. Es geht darum, zum richtigen Zeitpunkt das Richtige zu tun.»

Vor einigen Tagen hatte bereits die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, deutlich gemacht, dass das Gremium seine Empfehlung für eine ausgeweitete Impfpflicht unter Umständen überdenken müsse. Die Haltung richte sich auch danach, welche Corona-Variante das Infektionsgeschehen dominiere, sagte sie dem «Spiegel». Als der Ethikrat im Dezember mehrheitlich eine Ausweitung der Impfpflicht auf wesentliche Teile der Bevölkerung empfohlen habe, sei dies «im Kern unter den Bedingungen der Delta-Variante» geschehen.

Omikron-Variante gilt als hochansteckend

Die Befürworter halten eine Impfpflicht für nötig, weil die Impfquote in Deutschland laut vieler Experten bislang zu gering ist, um die Pandemie nachhaltig einzudämmen. Nachdem die vorherige Bundesregierung eine solche Pflicht strikt abgelehnt hatte, sprach sich Kanzler Olaf Scholz (SPD) im November noch vor seinem Amtsantritt dafür aus. Zu dem Zeitpunkt bestimmte noch die Delta-Variante, die in vielen Fällen zu schwereren Krankheitsverläufen führt, das Pandemiegeschehen in Deutschland.

Inzwischen hat sich die Omikron-Variante durchgesetzt, die zwar als hochansteckend gilt, aber milder im Verlauf. Für die Befürworter einer Impfpflicht – inzwischen sind auch alle Ministerpräsidenten dafür – ändert das wenig bis nichts. Der Ungeimpfte, der jetzt eine Omikron-Infektion bekomme, werde im Herbst gegen andere Varianten wenig Schutz haben, schrieb Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf Twitter. «Omikron ersetzt Impfung nicht.»

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte in der Bild-Sendung «Die richtigen Fragen»: «Ich glaube, wir werden aus dieser Pandemie nur rauskommen, wenn wir jetzt diese Impfpflicht – egal in welcher Variante – einführen.» Er hoffe, dass die Bundesregierung rasch einen Entwurf vorlege.

Das ist allerdings nicht geplant. Über eine Impfpflicht soll der Bundestag nach Plänen von SPD, FDP und Grünen in freier Abstimmung ohne Fraktionsvorgaben entscheiden. Erwartet wird, dass sich Parlamentarier über Parteigrenzen hinweg zusammentun und sogenannte Gruppenanträge vorlegen. Hintergrund sind auch offen sichtbare unterschiedliche Positionen in den Ampel-Reihen – vor allem aus der FDP sind schon verbreitete Vorbehalte laut geworden.

FDP befürwortet Gruppenanträge

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Johannes Vogel verteidigte die Haltung seiner Partei. Im Sommer seien noch alle Parteien gegen die Impfpflicht gewesen, sagte er im ZDF. Durch die ansteckendere Delta-Variante habe sich die Lage verändert, und durch Omikron verändere sie sich möglicherweise erneut. Er halte es für angemessen, über eine medizinethische Frage über Fraktionsgrenzen hinweg zu entscheiden. Deshalb sei es richtig, dass es im Bundestag Gruppenanträge geben werde statt eines Regierungsantrags.

Die Abgeordnete Dagmar Schmidt, die in der SPD-Fraktion an entsprechenden Anträgen mitarbeitet, konkretisierte erste Überlegungen: «Eine Impfpflicht – wenn sie kommt – wird befristet», sagte sie der «Süddeutschen Zeitung». «Es geht darum, eine Grundimmunität in der Bevölkerung zu erreichen. Im Moment gehen wir davon aus, dass drei Impfungen relativ gut schützen. Dann wäre es das dann auch.»

Auch Lauterbach hatte am Wochenende erklärt, aus seiner Sicht sollte eine Impfpflicht drei Impfdosen umfassen. Der CSU-Gesundheitsexperte Stephan Pilsinger nannte eine solche Festlegung voreilig. Es sei leider nicht sicher absehbar, ob gefährliche Varianten zusätzliche Impfungen erforderlich machen könnten, sagte er der «Augsburger Allgemeinen».

Immunität wegen Durchseuchung

Der Virologe Klaus Stöhr erwartet erst eine rasche Durchseuchung, dann eine natürliche Immunisierung der Bevölkerung – und schließlich ein Auslaufen der Pandemie. «In den nächsten zwei bis drei Wochen wird es eine Unsicherheit geben, wie hoch die Inzidenz steigen wird», sagte er im TV-Sender Bild. Danach bekämen durch die starke Durchseuchung sehr viele Menschen eine natürliche Immunität, die «oben draufgepflanzt» werde auf die Immunisierung durch Impfungen. Beides zusammen werde zu einem anhaltenden Immunschutz führen, so dass man auch nicht immer wieder boostern müsse. Im Herbst müsse man sehen, ob man den über 60-Jährigen noch einmal ein Impfangebot mache.

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Bundesregierung BZgA Carsten Breuer Coronavirus Deutschland Husten Krankenhäuser Michael Müller Priorisierung Selbsttest SZ

Corona-Pandemie: Wann ein PCR-Test sinnvoll ist – und wann kostenlos

Laut einem Branchenverband stoßen deutsche Labore bei der Auswertung von PCR-Tests zunehmend an ihre Grenzen. Schuld sei zum einen Omikron, zum anderen aber auch eine fehlende Priorisierung. Wer sollte einen PCR-Test machen? Und wann ist er kostenlos?

Die Labore arbeiten bei der Auswertung von PCR-Tests auf Hochtouren, noch besteht jedoch kein Grund zur Sorge, dass die Belastbarkeitsgrenze überschritten wird. Das könnte sich ändern, sollten Infektionszahlen Omikron sei Dank weiter in die Höhe schießen und der Testbedarf steigen.

„Wir werden mit Sicherheit wie bei allen knappen Ressourcen Kapazitäten bündeln müssen, wo es erforderlich ist. Das gilt auch für Tests“, sagte auch Generalmajor Carsten Breuer, Leiter des Corona-Krisenstabes der Bundesregierung, gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“

Doch, wer sollte definitiv einen PCR-Test vornehmen lassen? Und unter welchen Umständen ist er kostenlos? Ein Überblick.

Für wen ist ein PCR-Test sinnvoll?

Das Bundesgesundheitsministerium bezeichnet den PCR-Test als „Goldstandard der Diagnostik“. Ein PCR-Test sei vor allem dann sinnvoll, wenn ein Bürger Symptome aufweist (z.B. Husten, Fieber, Schnupfen) oder, um einen positiven Schnell-/Selbsttest zu verifizieren. Übrigens: Ein negativer zweiter Schnell- oder Selbsttest hebt das erste Testergebnis nicht auf!

Dort, wo ein regelmäßiger Anspruch nach der Testverordnung bestehe (z.B. Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen) soll weiterhin auf die kostenlosen Antigen-Schnelltests gesetzt werden.

Telegram_Holnburger 20.23

Welche Voraussetzungen gelten für einen kostenlosten PCR-Test?

Damit ist grundsätzlich bereits geklärt, wer Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test hat. Jeder, der laut Schnell- oder Selbsttest positiv auf Corona getestet ist, ist zu einem dann kostenlosen PCR-Test berechtigt – und angehalten. Das gilt auch dann, wenn die Person keine coronatypischen Symptome aufweist.

Es gibt zudem noch weitere Fälle, in denen ein Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test „grundsätzlich“, aber nicht „strikt“ besteht. Soll heißen: In folgenden Fällen erst einmal auf einen Schnelltest zurückgreifen:

Kontaktpersonen von einem Infizierten

Dazu zählen Mitglieder desselben Haushalts und Menschen mit denen eine infizierte Person engen Kontakt in geschlossenen Räumen hatte. Auch der Hinweis eines „erhöhten Risikos“ in der Corona-Warn-App berechtigt grundsätzlich für einen kostenlosen PCR-Test.

14 Tage nach Aufenthalt in einer Einrichtung des Gesundheitswesens, in der es zu einer Infektion kam

Dazu gehören nicht nur Krankenhäuser, sondern unter anderem auch Schulen, Asylbewerberheime und ambulante Pflege.

Menschen, die in einer Einrichtung des Gesundheitswesens behandelt werden oder in ähnlich vulnerablen Bereichen untergebracht werden sollen

Hierzu zählen unter anderem auch Reha-Kliniken und Obdachlosenunterkünfte. Dies gilt allerdings nur dann, wenn die jeweilige Einrichtung einen PCR-Nachweis verlang.

20.25 Urlaubsländer

Wie unterscheidet sich ein PCR-Test von einem Schnelltest? Wann ist das Ergebnis da?

Beim PCR-Test wird laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in der Regel eine Probe aus den Schleimhäuten der Atemwege genommen. Das kann ein Nasenhöhlen- und/oder Rachenabstrich sein. Welche Methode bei der Probenentnahme anfällt, entscheidet der Arzt.

Der PCR-Test sei unter anderem deshalb so zuverlässig, weil das Coronavirus auch bei geringen Mengen nachgewiesen werden kann: Bei der Laboranalyse mit PCR-Verfahren werde das Erbmaterial stark vervielfältigt. Dies würde circa vier bis fünf Stunden dauern – hinzu kämen Transportdauer Vorbereitungszeit und eventuelle Wartezeiten bei hoher Auslastung. In den meisten Fällen liege das Ergebnis aber nach 24 Stunden vor.

Wie hoch ist die aktuelle Belastung der Labore aufgrund der PCR-Tests?

Allein in der ersten Woche des neuen Jahres sind laut dem Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) in den fachärztlichen Laboren in Deutschland rund 56 Prozent mehr PCR-Tests angefordert worden als noch in der Silvesterwoche – rund 1,4 Millionen. Michael Müller zufolge, dem Vorsitzenden der ALM, gelangen die Labore angesichts der in die Höhe schnellenden Infektionszahlen zusehends an die Auslastungsgrenze. Das läge daran, dass in Deutschland derzeit bei PCR-Tests kaum priorisiert werden, sagte er in einem Interview mit der „Rheinischen Post“. Für Menschen mit Corona-Symptomen und auch für Krankenhäuser könne dies zu einem ernsten Problem werden.

Die derzeitige wöchentliche PCR-Testkapazität liege in Deutschland derzeit bei 2,4 Millionen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf Anfrage des stern erklärte. „Eine nennenswerte Steigerung kann nicht zuletzt aufgrund des auch in diesem Bereich zu erwartenden Personalmangels nicht erreicht werden, das BMG prüft derzeit Optionen“, sagt er weiter. 

Am Dienstag hatte der Verband die Auslastung der Testkapazität noch auf 64 Prozent beziffert. Noch sei das kein Grund zur Sorge, so Müller. Allerdings erwarte der Verband, dass die Belastung der Labore weiter steigt, sobald es wie von Bund und Ländern beschlossen möglich ist, sich aus der Quarantäne freizutesten.

Es sei daher zwingend erforderlich, „dass insbesondere die Arztpraxen und Testzentren dazu angehalten werden, sich an der Nationalen Teststrategie auszurichten“, forderte Müller. 

Was könnte sich in Zukunft ändern?

Sollten die Fallzahlen weiterhin rapide ansteigen, gelangen Labore unweigerlich irgendwann einen kritischen Punkt. Dann wäre eine Priorisierung der kritischen Infrastruktur der logische Schritt. So sieht es auch der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen.

PCR-Tests müssten einerseits für wichtige medizinische Diagnostik von Schwersterkrankten und andererseits für das Personal der kritischen Infrastruktur priorisiert bereitgehalten werden, sagte Dahmen am Donnerstag im RBB-Inforadio. „Das kann bedeuten, dass im Einzelfall, beispielsweise beim Freitesten, es zu Verzögerungen kommt. Das bedeutet nicht nur lange Schlangen vor den Test-Zentren, sondern auch, dass es dauert, bis das Test-Ergebnis vorliegt“, räumte Dahmen ein. Die Situation werde sich erst verbessern, wenn man die in die Höhe schnellenden Fall-Zahlen unter Kontrolle bringe.

In der Nationalen Teststrategie sei ohnehin bereits festgelegt, dass im Fall von ausgereizten Kapazitäten eine Priorisierung erfolgt, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums dem stern. Sollten die Labore an ihre Grenzen stoßen, könnten auch „nukleinsäureamplifizierende Schnelltestverfahren breiter zum Einsatz kommen.“ Auch „laborbasierte Antigentests“, die im Vergleich zu gewöhnlichen Schnelltests genauer wären, wären eine Alternative.

Allerdings, so räumt der Sprecher ein, müssten „bestimme Personengruppen“ bei sehr hohen Fallzahlen gegebenenfalls auf PCR-Tests verzichten. Das habe „für den Verlauf der Pandemie und die zu treffenden individuellen Maßnahmen jedoch keine Relevanz.“

Quellen: Bundesministerium für Gesundheit; Mitteilung Akkreditierte Labore in der Medizin; Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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Corona-Pandemie: Wann ein PCR-Test sinnvoll ist – und wann kostenlos

Laut einem Branchenverband stoßen deutsche Labore bei der Auswertung von PCR-Tests zunehmend an ihre Grenzen. Schuld sei zum einen Omikron, zum anderen aber auch eine fehlende Priorisierung. Wer sollte einen PCR-Test machen? Und wann ist er kostenlos?

Die Labore arbeiten bei der Auswertung von PCR-Tests auf Hochtouren, noch besteht jedoch kein Grund zur Sorge, dass die Belastbarkeitsgrenze überschritten wird. Das könnte sich ändern, sollten Infektionszahlen Omikron sei Dank weiter in die Höhe schießen und der Testbedarf steigen.

„Wir werden mit Sicherheit wie bei allen knappen Ressourcen Kapazitäten bündeln müssen, wo es erforderlich ist. Das gilt auch für Tests“, sagte auch Generalmajor Carsten Breuer, Leiter des Corona-Krisenstabes der Bundesregierung, gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“

Doch, wer sollte definitiv einen PCR-Test vornehmen lassen? Und unter welchen Umständen ist er kostenlos? Ein Überblick.

Für wen ist ein PCR-Test sinnvoll?

Das Bundesgesundheitsministerium bezeichnet den PCR-Test als „Goldstandard der Diagnostik“. Ein PCR-Test sei vor allem dann sinnvoll, wenn ein Bürger Symptome aufweist (z.B. Husten, Fieber, Schnupfen) oder, um einen positiven Schnell-/Selbsttest zu verifizieren. Übrigens: Ein negativer zweiter Schnell- oder Selbsttest hebt das erste Testergebnis nicht auf!

Dort, wo ein regelmäßiger Anspruch nach der Testverordnung bestehe (z.B. Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen) soll weiterhin auf die kostenlosen Antigen-Schnelltests gesetzt werden.

Telegram_Holnburger 20.23

Welche Voraussetzungen gelten für einen kostenlosten PCR-Test?

Damit ist grundsätzlich bereits geklärt, wer Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test hat. Jeder, der laut Schnell- oder Selbsttest positiv auf Corona getestet ist, ist zu einem dann kostenlosen PCR-Test berechtigt – und angehalten. Das gilt auch dann, wenn die Person keine coronatypischen Symptome aufweist.

Es gibt zudem noch weitere Fälle, in denen ein Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test „grundsätzlich“, aber nicht „strikt“ besteht. Soll heißen: In folgenden Fällen erst einmal auf einen Schnelltest zurückgreifen:

Kontaktpersonen von einem Infizierten

Dazu zählen Mitglieder desselben Haushalts und Menschen mit denen eine infizierte Person engen Kontakt in geschlossenen Räumen hatte. Auch der Hinweis eines „erhöhten Risikos“ in der Corona-Warn-App berechtigt grundsätzlich für einen kostenlosen PCR-Test.

14 Tage nach Aufenthalt in einer Einrichtung des Gesundheitswesens, in der es zu einer Infektion kam

Dazu gehören nicht nur Krankenhäuser, sondern unter anderem auch Schulen, Asylbewerberheime und ambulante Pflege.

Menschen, die in einer Einrichtung des Gesundheitswesens behandelt werden oder in ähnlich vulnerablen Bereichen untergebracht werden sollen

Hierzu zählen unter anderem auch Reha-Kliniken und Obdachlosenunterkünfte. Dies gilt allerdings nur dann, wenn die jeweilige Einrichtung einen PCR-Nachweis verlang.

20.25 Urlaubsländer

Wie unterscheidet sich ein PCR-Test von einem Schnelltest? Wann ist das Ergebnis da?

Beim PCR-Test wird laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in der Regel eine Probe aus den Schleimhäuten der Atemwege genommen. Das kann ein Nasenhöhlen- und/oder Rachenabstrich sein. Welche Methode bei der Probenentnahme anfällt, entscheidet der Arzt.

Der PCR-Test sei unter anderem deshalb so zuverlässig, weil das Coronavirus auch bei geringen Mengen nachgewiesen werden kann: Bei der Laboranalyse mit PCR-Verfahren werde das Erbmaterial stark vervielfältigt. Dies würde circa vier bis fünf Stunden dauern – hinzu kämen Transportdauer Vorbereitungszeit und eventuelle Wartezeiten bei hoher Auslastung. In den meisten Fällen liege das Ergebnis aber nach 24 Stunden vor.

Wie hoch ist die aktuelle Belastung der Labore aufgrund der PCR-Tests?

Allein in der ersten Woche des neuen Jahres sind laut dem Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) in den fachärztlichen Laboren in Deutschland rund 56 Prozent mehr PCR-Tests angefordert worden als noch in der Silvesterwoche – rund 1,4 Millionen. Michael Müller zufolge, dem Vorsitzenden der ALM, gelangen die Labore angesichts der in die Höhe schnellenden Infektionszahlen zusehends an die Auslastungsgrenze. Das läge daran, dass in Deutschland derzeit bei PCR-Tests kaum priorisiert werden, sagte er in einem Interview mit der „Rheinischen Post“. Für Menschen mit Corona-Symptomen und auch für Krankenhäuser könne dies zu einem ernsten Problem werden.

Die derzeitige wöchentliche PCR-Testkapazität liege in Deutschland derzeit bei 2,4 Millionen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf Anfrage des stern erklärte. „Eine nennenswerte Steigerung kann nicht zuletzt aufgrund des auch in diesem Bereich zu erwartenden Personalmangels nicht erreicht werden, das BMG prüft derzeit Optionen“, sagt er weiter. 

Am Dienstag hatte der Verband die Auslastung der Testkapazität noch auf 64 Prozent beziffert. Noch sei das kein Grund zur Sorge, so Müller. Allerdings erwarte der Verband, dass die Belastung der Labore weiter steigt, sobald es wie von Bund und Ländern beschlossen möglich ist, sich aus der Quarantäne freizutesten.

Es sei daher zwingend erforderlich, „dass insbesondere die Arztpraxen und Testzentren dazu angehalten werden, sich an der Nationalen Teststrategie auszurichten“, forderte Müller. 

Was könnte sich in Zukunft ändern?

Sollten die Fallzahlen weiterhin rapide ansteigen, gelangen Labore unweigerlich irgendwann einen kritischen Punkt. Dann wäre eine Priorisierung der kritischen Infrastruktur der logische Schritt. So sieht es auch der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen.

PCR-Tests müssten einerseits für wichtige medizinische Diagnostik von Schwersterkrankten und andererseits für das Personal der kritischen Infrastruktur priorisiert bereitgehalten werden, sagte Dahmen am Donnerstag im RBB-Inforadio. „Das kann bedeuten, dass im Einzelfall, beispielsweise beim Freitesten, es zu Verzögerungen kommt. Das bedeutet nicht nur lange Schlangen vor den Test-Zentren, sondern auch, dass es dauert, bis das Test-Ergebnis vorliegt“, räumte Dahmen ein. Die Situation werde sich erst verbessern, wenn man die in die Höhe schnellenden Fall-Zahlen unter Kontrolle bringe.

In der Nationalen Teststrategie sei ohnehin bereits festgelegt, dass im Fall von ausgereizten Kapazitäten eine Priorisierung erfolgt, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums dem stern. Sollten die Labore an ihre Grenzen stoßen, könnten auch „nukleinsäureamplifizierende Schnelltestverfahren breiter zum Einsatz kommen.“ Auch „laborbasierte Antigentests“, die im Vergleich zu gewöhnlichen Schnelltests genauer wären, wären eine Alternative.

Allerdings, so räumt der Sprecher ein, müssten „bestimme Personengruppen“ bei sehr hohen Fallzahlen gegebenenfalls auf PCR-Tests verzichten. Das habe „für den Verlauf der Pandemie und die zu treffenden individuellen Maßnahmen jedoch keine Relevanz.“

Quellen: Bundesministerium für Gesundheit; Mitteilung Akkreditierte Labore in der Medizin; Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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Corona-Pandemie: Wann ein PCR-Test sinnvoll ist – und wann kostenlos

Laut einem Branchenverband stoßen deutsche Labore bei der Auswertung von PCR-Tests zunehmend an ihre Grenzen. Schuld sei zum einen Omikron, zum anderen aber auch eine fehlende Priorisierung. Wer sollte einen PCR-Test machen? Und wann ist er kostenlos?

Die Labore arbeiten bei der Auswertung von PCR-Tests auf Hochtouren, noch besteht jedoch kein Grund zur Sorge, dass die Belastbarkeitsgrenze überschritten wird. Das könnte sich ändern, sollten Infektionszahlen Omikron sei Dank weiter in die Höhe schießen und der Testbedarf steigen.

„Wir werden mit Sicherheit wie bei allen knappen Ressourcen Kapazitäten bündeln müssen, wo es erforderlich ist. Das gilt auch für Tests“, sagte auch Generalmajor Carsten Breuer, Leiter des Corona-Krisenstabes der Bundesregierung, gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“

Doch, wer sollte definitiv einen PCR-Test vornehmen lassen? Und unter welchen Umständen ist er kostenlos? Ein Überblick.

Für wen ist ein PCR-Test sinnvoll?

Das Bundesgesundheitsministerium bezeichnet den PCR-Test als „Goldstandard der Diagnostik“. Ein PCR-Test sei vor allem dann sinnvoll, wenn ein Bürger Symptome aufweist (z.B. Husten, Fieber, Schnupfen) oder, um einen positiven Schnell-/Selbsttest zu verifizieren. Übrigens: Ein negativer zweiter Schnell- oder Selbsttest hebt das erste Testergebnis nicht auf!

Dort, wo ein regelmäßiger Anspruch nach der Testverordnung bestehe (z.B. Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen) soll weiterhin auf die kostenlosen Antigen-Schnelltests gesetzt werden.

Telegram_Holnburger 20.23

Welche Voraussetzungen gelten für einen kostenlosten PCR-Test?

Damit ist grundsätzlich bereits geklärt, wer Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test hat. Jeder, der laut Schnell- oder Selbsttest positiv auf Corona getestet ist, ist zu einem dann kostenlosen PCR-Test berechtigt – und angehalten. Das gilt auch dann, wenn die Person keine coronatypischen Symptome aufweist.

Es gibt zudem noch weitere Fälle, in denen ein Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test „grundsätzlich“, aber nicht „strikt“ besteht. Soll heißen: In folgenden Fällen erst einmal auf einen Schnelltest zurückgreifen:

Kontaktpersonen von einem Infizierten

Dazu zählen Mitglieder desselben Haushalts und Menschen mit denen eine infizierte Person engen Kontakt in geschlossenen Räumen hatte. Auch der Hinweis eines „erhöhten Risikos“ in der Corona-Warn-App berechtigt grundsätzlich für einen kostenlosen PCR-Test.

14 Tage nach Aufenthalt in einer Einrichtung des Gesundheitswesens, in der es zu einer Infektion kam

Dazu gehören nicht nur Krankenhäuser, sondern unter anderem auch Schulen, Asylbewerberheime und ambulante Pflege.

Menschen, die in einer Einrichtung des Gesundheitswesens behandelt werden oder in ähnlich vulnerablen Bereichen untergebracht werden sollen

Hierzu zählen unter anderem auch Reha-Kliniken und Obdachlosenunterkünfte. Dies gilt allerdings nur dann, wenn die jeweilige Einrichtung einen PCR-Nachweis verlang.

20.25 Urlaubsländer

Wie unterscheidet sich ein PCR-Test von einem Schnelltest? Wann ist das Ergebnis da?

Beim PCR-Test wird laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in der Regel eine Probe aus den Schleimhäuten der Atemwege genommen. Das kann ein Nasenhöhlen- und/oder Rachenabstrich sein. Welche Methode bei der Probenentnahme anfällt, entscheidet der Arzt.

Der PCR-Test sei unter anderem deshalb so zuverlässig, weil das Coronavirus auch bei geringen Mengen nachgewiesen werden kann: Bei der Laboranalyse mit PCR-Verfahren werde das Erbmaterial stark vervielfältigt. Dies würde circa vier bis fünf Stunden dauern – hinzu kämen Transportdauer Vorbereitungszeit und eventuelle Wartezeiten bei hoher Auslastung. In den meisten Fällen liege das Ergebnis aber nach 24 Stunden vor.

Wie hoch ist die aktuelle Belastung der Labore aufgrund der PCR-Tests?

Allein in der ersten Woche des neuen Jahres sind laut dem Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) in den fachärztlichen Laboren in Deutschland rund 56 Prozent mehr PCR-Tests angefordert worden als noch in der Silvesterwoche – rund 1,4 Millionen. Michael Müller zufolge, dem Vorsitzenden der ALM, gelangen die Labore angesichts der in die Höhe schnellenden Infektionszahlen zusehends an die Auslastungsgrenze. Das läge daran, dass in Deutschland derzeit bei PCR-Tests kaum priorisiert werden, sagte er in einem Interview mit der „Rheinischen Post“. Für Menschen mit Corona-Symptomen und auch für Krankenhäuser könne dies zu einem ernsten Problem werden.

Die derzeitige wöchentliche PCR-Testkapazität liege in Deutschland derzeit bei 2,4 Millionen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf Anfrage des stern erklärte. „Eine nennenswerte Steigerung kann nicht zuletzt aufgrund des auch in diesem Bereich zu erwartenden Personalmangels nicht erreicht werden, das BMG prüft derzeit Optionen“, sagt er weiter. 

Am Dienstag hatte der Verband die Auslastung der Testkapazität noch auf 64 Prozent beziffert. Noch sei das kein Grund zur Sorge, so Müller. Allerdings erwarte der Verband, dass die Belastung der Labore weiter steigt, sobald es wie von Bund und Ländern beschlossen möglich ist, sich aus der Quarantäne freizutesten.

Es sei daher zwingend erforderlich, „dass insbesondere die Arztpraxen und Testzentren dazu angehalten werden, sich an der Nationalen Teststrategie auszurichten“, forderte Müller. 

Was könnte sich in Zukunft ändern?

Sollten die Fallzahlen weiterhin rapide ansteigen, gelangen Labore unweigerlich irgendwann einen kritischen Punkt. Dann wäre eine Priorisierung der kritischen Infrastruktur der logische Schritt. So sieht es auch der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen.

PCR-Tests müssten einerseits für wichtige medizinische Diagnostik von Schwersterkrankten und andererseits für das Personal der kritischen Infrastruktur priorisiert bereitgehalten werden, sagte Dahmen am Donnerstag im RBB-Inforadio. „Das kann bedeuten, dass im Einzelfall, beispielsweise beim Freitesten, es zu Verzögerungen kommt. Das bedeutet nicht nur lange Schlangen vor den Test-Zentren, sondern auch, dass es dauert, bis das Test-Ergebnis vorliegt“, räumte Dahmen ein. Die Situation werde sich erst verbessern, wenn man die in die Höhe schnellenden Fall-Zahlen unter Kontrolle bringe.

In der Nationalen Teststrategie sei ohnehin bereits festgelegt, dass im Fall von ausgereizten Kapazitäten eine Priorisierung erfolgt, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums dem stern. Sollten die Labore an ihre Grenzen stoßen, könnten auch „nukleinsäureamplifizierende Schnelltestverfahren breiter zum Einsatz kommen.“ Auch „laborbasierte Antigentests“, die im Vergleich zu gewöhnlichen Schnelltests genauer wären, wären eine Alternative.

Allerdings, so räumt der Sprecher ein, müssten „bestimme Personengruppen“ bei sehr hohen Fallzahlen gegebenenfalls auf PCR-Tests verzichten. Das habe „für den Verlauf der Pandemie und die zu treffenden individuellen Maßnahmen jedoch keine Relevanz.“

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Bayern München SZ

Mit 83 Jahren: Regisseur Herbert Achternbusch gestorben

Er war Romancier, Dramatiker, Dichter, Filmemacher, Maler und Schauspieler: Herbert Achternbusch. Nun ist der bayerische Universalkünstler gestorben.

Der Münchner Filmemacher und Schriftsteller Herbert Achternbusch ist tot. Er starb im Alter von 83 Jahren, wie die Stadt München am Donnerstag bestätigte. Wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtete, starb er bereits Anfang dieser Woche.

Achternbusch ist vor allem für seine skurrilen Filme bekannt wie zum Beispiel «Andechser Gefühl», «Servus Bayern» oder «Das Gespenst». Zudem hat er Theaterstücke, Buchpublikationen und Hunderte Bilder geschaffen. Achternbusch zeichnete vor allem eine Hassliebe zu seiner Heimat Bayern aus.

Schon in den 70er Jahren kam Achternbusch in Kontakt zur Szene der deutschen Autorenfilmer um Werner Herzog, Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta. Seine oft mit geringem Aufwand gedrehten Streifen nahmen regelmäßig die so unangepasst-subversive wie obrigkeitshörige und bigotte bayerische Volksseele aufs Korn. In «Der Depp» (1983) ließ er seinen Lieblingsfeind Franz Josef Strauß vergiften, im halbdokumentarischen «Bierkampf» rechnet er mit einem bayerischen Heiligtum ab: dem Oktoberfest.

Achternbusch kam als unehelicher Sohn einer Sportlehrerin und eines Zahntechnikers in München zur Welt und wuchs im Bayerischen Wald auf. Nach dem Abitur in Cham studierte er an den Kunstakademien in München und Nürnberg und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, bevor er mit dem Schreiben begann.

Schon mit seinem ersten Roman «Alexanderschlacht» sicherte er sich einen festen Platz in der Literatur-Avantgarde der 70er und 80er Jahre. Mit seinen in rascher Folge entstandenen Theaterstücken errang er zweimal den Mülheimer Dramatikerpreis. Sein Zwei-Personen-Stück «Gust» (1986) mit Sepp Bierbichler als aus der Zeit gefallenem Bauern, der im Begriff ist, seine Frau zu verlieren, lief jahrelang erfolgreich an den Münchner Kammerspielen. 2017 wurde am Münchner Volkstheater «Dogtown Munich» uraufgeführt, abermals ein Bekenntnis zu seiner Heimatstadt.

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Beziehung Nebensatz Palina Rojinski Partner SZ Verlobung

Geheimnis um ihren Partner: „Haben den besten Humor zusammen“: Palina Rojinski bestätigt Verlobung

Schauspielerin Palina Rojinski hat in einem Nebensatz erwähnt, dass sie verlobt ist. Für ihre Fans kommt das überraschend. Denn über den Mann an ihrer Seite gibt es nur Spekulationen.

Über ihr Privatleben spricht Palina Rojinski selten – besonders nicht über ihr Liebesleben. Nun hat sie jedoch in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ ein Detail verraten, das viele Fans überrascht haben dürfte: Die 36-Jährige ist verlobt.

PAID Capital Bra und Pizza 08.32Auf die Frage, ob sie schon mal mit jemandem liiert gewesen sei, der ihren Humor nicht teile, antwortete sie: „Humor war mir schon immer wichtig, und mein Verlobter und ich haben einfach den besten Humor zusammen.“ Das Ganze war kein Versprecher, ihr Management bestätigte die Verlobung nun der „Bild“-Zeitung. Doch wer ist der Mann, den Palina Rojinski heiraten möchte? Darüber herrscht weiter Schweigen.

Palina Rojinski will heiraten

Berlinale zu MeToo_15.30Für Spekulationen sorgte zuletzt ein Kuss-Foto, das in einer ihrer Instagram-Storys auftauchte: Der österreichische Rapper Yung Hurn war darauf zu sehen, wie er ihr ein Küsschen auf die Wange drückte. Ihn erwähnt oder zeigt Rojinski immer wieder mal in den sozialen Netzwerken – eine Beziehung wollte sie bisher jedoch nicht bestätigen. Die beiden gelten offiziell als befreundet. Und laut Informationen der „Bild“-Zeitung komme der Verlobte der Schauspielerin und Moderatorin auch nicht aus der Showbranche.

Mit einem Musiker war Rojinski jedoch schon einmal zusammen: 2013 trennte sie sich nach sechs Jahren Beziehung von Jean-Christoph Ritter, genannt Schowi. Sie und der Rapper der deutschen Band Massive Töne hatten sich auch gemeinsam in der Öffentlichkeit gezeigt. Über den Grund der Trennung sagte Rojinski damals, dass sich das Paar auseinander gelebt hätte. Eine weitere Beziehung danach bestätigte Rojinski nicht.

Darüber, dass sie gerne heiraten und Kinder bekommen möchte, hat die gebürtige Russin jedoch schon häufiger gesprochen. „Mit Ende 30 wünsche ich mir auf jeden Fall eine eigene Familie. Ich bin mir sehr sicher, dass ich dann Kids haben werde“, sagte sie 2020 der Zeitschrift „Bunte“.

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Ampel-Koalition Berlin Bundespräsident Bundespräsidentenwahl Bundesregierung CDU CSU Deutschland Die Linke FDP Frank-Walter Steinmeier Gerhard Trabert Mainz Mittelmeer Siegchance SPD Susanne Hennig-Wellsow SZ Twitter

Parteien: Bundespräsident: Linke schlägt Sozialmediziner Trabert vor

Echte Siegchancen hat Gerhard Traber angesichts der breiten Unterstützung für Amtsinhaber Steinmeier nicht. Aber der Arzt will mit seiner Kandidatur das Thema soziale Gerechtigkeit in den Blick rücken.

Die Linke schlägt einen eigenen Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl vor: den Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert.

Die Parteivorsitzende Susanne Hennig-Wellsow bezeichnete den 65-Jährigen, der für sein Engagement für Obdachlose, Arme und Geflüchtete bekannt ist, am Sonntagabend auf Twitter als «Menschen der Tat mit großem Herzen». Der parteilose Arzt soll bei der Bundesversammlung im Februar gegen Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier antreten. Dieser kann mit einer breiten Mehrheit für seine Wiederwahl rechnen, da ihn sowohl die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP als auch CDU und CSU unterstützen.

Eine offizielle Vorstellung Traberts als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten ist für Dienstag geplant, wie ein Linke-Parteisprecher am Abend bestätigte. Zuerst hatte die «Süddeutsche Zeitung» über die Kandidatur berichtet.

«Mehr soziale Gerechtigkeit wagen»

«Würdig und eine gute Wahl für das Amt des Bundespräsident​en», schrieb Linksfraktionschef Dietmar Bartsch am Sonntagabend auf Twitter. «Professor Gerhard Trabert ist tagtäglich mit dem Arztmobil unterwegs, um obdachlose Menschen zu versorgen, war in vielen Krisengebieten als Arzt und Seenotretter tätig, wurde mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.»

«Meine Kandidatur steht unter dem Slogan: Mehr soziale Gerechtigkeit wagen», sagte Trabert der Deutschen Presse-Agentur. Im Programm der neuen Bundesregierung könne er dies nicht erkennen. «Viele Politiker sind so weit entfernt von der Lebensrealität der Empfänger von Transferleistungen, dass sie nicht mehr nachvollziehen können, was es bedeutet, von Hartz IV leben zu müssen.» Es müsse Aufgabe eines Bundespräsidenten sein, das Thema der Ungleichheit in Deutschland stärker zu akzentuieren. Gerade in der Pandemie werde viel zu wenig beachtet, dass Krankheit und Sterblichkeit sehr mit dem sozialen Status verbunden seien. Trabert warf der Bundesregierung außerdem vor, angesichts der Not von Flüchtlingen im Mittelmeer der humanitären Verantwortung Deutschlands in keiner Weise gerecht zu werden.

Zivile Einsätze zur Seenotrettung

Der Mediziner ist Gründer und Vorsitzender des Vereins Armut und Gesundheit in Deutschland. Er nahm wiederholt an zivilen Einsätzen zur Seenotrettung von Migranten im Mittelmeer teil. Bei der Bundestagswahl im September hatte Trabert im Wahlkreis Mainz als Direktkandidat der Linken für den Bundestag kandidiert, er wurde aber nicht gewählt.

Die Bundesversammlung tritt am 13. Februar zusammen. Sie wird 1472 Mitglieder zählen – die 736 Abgeordneten des Bundestags und eine gleich große Zahl von Menschen, die die 16 Landtage entsenden. Die Linke stellt dort nach dpa-Recherchen 71 Mitglieder. Die AfD hatte ebenfalls angekündigt, einen Kandidaten aufzustellen, aber noch keinen Namen genannt.

Bei Steinmeiers erster Wahl zum Bundespräsidenten vor fünf Jahren hatte die Linke ebenfalls einen Gegenkandidaten aufgestellt, damals schickte sie den Armutsforscher Christoph Butterwegge ins Rennen.

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Bundespräsidenten-Wahl: Linke stellt Sozialmediziner auf

Amtsinhaber Steinmeier kann mit breiter Unterstützung für eine Wiederwahl rechnen, die Linke schickt trotzdem einen Gegenkandidaten ins Rennen. Der parteilose Arzt Gerhard Trabert will mit seiner Kandidatur das Thema soziale Gerechtigkeit in den Vordergrund rücken.

Die Linke schickt den Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert als Kandidaten in die Wahl des Bundespräsidenten. Das bestätigte ein Parteisprecher am Sonntagabend. Zuvor hatte die «Süddeutsche Zeitung» berichtet. Eine offizielle Vorstellung des 65-Jährigen als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten ist für Dienstag geplant. Der parteilose Arzt tritt gegen Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier an. Dieser kann mit einer breiten Mehrheit für seine Wiederwahl rechnen, da ihn sowohl die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP als auch CDU und CSU unterstützen.

«Natürlich wäre es an der Zeit, dass eine Frau Staatsoberhaupt wird», sagte Trabert am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Nach der Direktkandidatur für die Bundestagswahl in Mainz sehe er es nun aber als seine Pflicht an, das Thema der sozialen Ungleichheit auch «auf diesem ganz anderen Level» in die öffentliche Diskussion zu bringen. Trabert erhielt bei der Wahl im September vergangenen Jahres 12,7 Prozent der Erststimmen.

Trabert engagiert sich seit langem für Obdachlose, Arme und geflüchtete Menschen. Der Mediziner ist Gründer und Vorsitzender des Vereins Armut und Gesundheit in Deutschland. Er nahm wiederholt an zivilen Einsätzen zur Seenotrettung im Mittelmeer teil.

«Meine Kandidatur steht unter dem Slogan: Mehr soziale Gerechtigkeit wagen», sagte Trabert. Im Programm der neuen Bundesregierung könne er dies nicht erkennen. «Viele Politiker sind so weit entfernt von der Lebensrealität der Empfänger von Transferleistungen, dass sie nicht mehr nachvollziehen können, was es bedeutet, von Hartz IV leben zu müssen.» Es müsse Aufgabe eines Bundespräsidenten sein, das Thema der Ungleichheit in Deutschland stärker zu akzentuieren. Gerade in der Pandemie werde viel zu wenig beachtet, dass Krankheit und Sterblichkeit sehr mit dem sozialen Status verbunden seien. Trabert warf der Bundesregierung außerdem vor, angesichts der Not von Flüchtlingen im Mittelmeer der humanitären Verantwortung Deutschlands in keiner Weise gerecht zu werden.

Der Bundespräsident wird von der Bundesversammlung gewählt, die am 13. Februar zusammentritt. Sie wird 1472 Mitglieder zählen – die 736 Abgeordneten des Bundestags und eine gleich große Zahl von Menschen, die die 16 Landtage entsenden. Die AfD hatte ebenfalls angekündigt, einen Kandidaten aufzustellen, aber noch keinen Namen genannt.

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Steinmeier-Herausforderer: Bundespräsidenten-Wahl: Linke stellt eigenen Kandidaten auf

Die Wiederwahl von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Februar gilt als sicher. Die Linke nominiert nun eher symbolisch einen Gegenkandidaten: Gerhard Trabert ist Sozialmediziner aus Mainz.

Die Linke schickt den Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert als Kandidaten in die Wahl des Bundespräsidenten. Das bestätigte ein Parteisprecher am Sonntagabend. Zuvor hatte die «Süddeutsche Zeitung» berichtet.

Eine offizielle Vorstellung des 65-Jährigen als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten ist für Dienstag geplant. Der parteilose Arzt tritt gegen Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier an. Dieser kann mit einer breiten Mehrheit für seine Wiederwahl rechnen, da ihn sowohl die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP als auch CDU und CSU unterstützen.

«Natürlich wäre es an der Zeit, dass eine Frau Staatsoberhaupt wird», sagte Trabert am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Nach der Direktkandidatur für die Bundestagswahl in Mainz sehe er es nun aber als seine Pflicht an, das Thema der sozialen Ungleichheit auch «auf diesem ganz anderen Level» in die öffentliche Diskussion zu bringen. Trabert erhielt bei der Wahl im September vergangenen Jahres 12,7 Prozent der Erststimmen.

Trabert: Ungleichheit ansprechen

Trabert engagiert sich seit langem für Obdachlose, Arme und geflüchtete Menschen. Der Mediziner ist Gründer und Vorsitzender des Vereins Armut und Gesundheit in Deutschland. Er nahm wiederholt an zivilen Einsätzen zur Seenotrettung im Mittelmeer teil.

«Meine Kandidatur steht unter dem Slogan: Mehr soziale Gerechtigkeit wagen», sagte Trabert. Im Programm der neuen Bundesregierung könne er dies nicht erkennen. «Viele Politiker sind so weit entfernt von der Lebensrealität der Empfänger von Transferleistungen, dass sie nicht mehr nachvollziehen können, was es bedeutet, von Hartz IV leben zu müssen.» Es müsse Aufgabe eines Bundespräsidenten sein, das Thema der Ungleichheit in Deutschland stärker zu akzentuieren. Gerade in der Pandemie werde viel zu wenig beachtet, dass Krankheit und Sterblichkeit sehr mit dem sozialen Status verbunden seien. Trabert warf der Bundesregierung außerdem vor, angesichts der Not von Flüchtlingen im Mittelmeer der humanitären Verantwortung Deutschlands in keiner Weise gerecht zu werden.

Der Bundespräsident wird von der Bundesversammlung gewählt, die am 13. Februar zusammentritt. Sie wird 1472 Mitglieder zählen – die 736 Abgeordneten des Bundestags und eine gleich große Zahl von Menschen, die die 16 Landtage entsenden. Die AfD hatte ebenfalls angekündigt, einen Kandidaten aufzustellen, aber noch keinen Namen genannt.

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Steinmeier-Herausforderer: Bundespräsidenten-Wahl: Linke stellt eigenen Kandidaten auf

Die Wiederwahl von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Februar gilt als sicher. Die Linke nominiert nun eher symbolisch einen Gegenkandidaten: Gerhard Trabert ist Sozialmediziner aus Mainz.

Die Linke will den Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert als Kandidaten in die Wahl des Bundespräsidenten schicken. Das bestätigte ein Parteisprecher am Sonntagabend. Zuvor hatte die «Süddeutsche Zeitung» berichtet, die sich auf Partei- und Fraktionsspitze sowie Trabert selbst berief.

Trabert soll gegen Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier antreten – dieser kann mit einer breiten Mehrheit für seine Wiederwahl rechnen, da ihn sowohl die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP als auch CDU und CSU unterstützen.

«Ich möchte die Kandidatur nutzen, um auf die Armut und soziale Ungerechtigkeit in diesem Land hinzuweisen, und um als Fürsprecher von Menschen aufzutreten, die zu wenig gehört werden», sagte Trabert der «Süddeutschen Zeitung». «Das zählt doch zu den ureigensten Aufgaben eines Bundespräsidenten.» Natürlich werde er nicht zum Staatsoberhaupt gewählt werden, aber er sehe schon ein Stück weit die Chance, eine Diskussion anzuregen.

Trabert engagiert sich seit langem für Obdachlose, Arme und geflüchtete Menschen. Der Mediziner ist Gründer und Vorsitzender des Vereins Armut und Gesundheit in Deutschland. Er nahm wiederholt an zivilen Einsätzen zur Seenotrettung von Migranten im Mittelmeer teil. Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr hatte Trabert im Wahlkreis Mainz als parteiloser Direktkandidat der Linken den Bundestag kandidiert, er wurde aber nicht gewählt. Eine offizielle Vorstellung Traberts als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten ist für Dienstag geplant.

Der Bundespräsident wird von der Bundesversammlung gewählt, die am 13. Februar zusammentritt. Die Bundesversammlung wird 1472 Mitglieder zählen – die 736 Abgeordneten des Bundestags und eine gleich große Zahl von Menschen, die die 16 Landtage entsenden.

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