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Corona-Pandemie: Wann ein PCR-Test sinnvoll ist – und wann kostenlos

Laut einem Branchenverband stoßen deutsche Labore bei der Auswertung von PCR-Tests zunehmend an ihre Grenzen. Schuld sei zum einen Omikron, zum anderen aber auch eine fehlende Priorisierung. Wer sollte einen PCR-Test machen? Und wann ist er kostenlos?

Die Labore arbeiten bei der Auswertung von PCR-Tests auf Hochtouren, noch besteht jedoch kein Grund zur Sorge, dass die Belastbarkeitsgrenze überschritten wird. Das könnte sich ändern, sollten Infektionszahlen Omikron sei Dank weiter in die Höhe schießen und der Testbedarf steigen.

„Wir werden mit Sicherheit wie bei allen knappen Ressourcen Kapazitäten bündeln müssen, wo es erforderlich ist. Das gilt auch für Tests“, sagte auch Generalmajor Carsten Breuer, Leiter des Corona-Krisenstabes der Bundesregierung, gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“

Doch, wer sollte definitiv einen PCR-Test vornehmen lassen? Und unter welchen Umständen ist er kostenlos? Ein Überblick.

Für wen ist ein PCR-Test sinnvoll?

Das Bundesgesundheitsministerium bezeichnet den PCR-Test als „Goldstandard der Diagnostik“. Ein PCR-Test sei vor allem dann sinnvoll, wenn ein Bürger Symptome aufweist (z.B. Husten, Fieber, Schnupfen) oder, um einen positiven Schnell-/Selbsttest zu verifizieren. Übrigens: Ein negativer zweiter Schnell- oder Selbsttest hebt das erste Testergebnis nicht auf!

Dort, wo ein regelmäßiger Anspruch nach der Testverordnung bestehe (z.B. Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen) soll weiterhin auf die kostenlosen Antigen-Schnelltests gesetzt werden.

Telegram_Holnburger 20.23

Welche Voraussetzungen gelten für einen kostenlosten PCR-Test?

Damit ist grundsätzlich bereits geklärt, wer Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test hat. Jeder, der laut Schnell- oder Selbsttest positiv auf Corona getestet ist, ist zu einem dann kostenlosen PCR-Test berechtigt – und angehalten. Das gilt auch dann, wenn die Person keine coronatypischen Symptome aufweist.

Es gibt zudem noch weitere Fälle, in denen ein Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test „grundsätzlich“, aber nicht „strikt“ besteht. Soll heißen: In folgenden Fällen erst einmal auf einen Schnelltest zurückgreifen:

Kontaktpersonen von einem Infizierten

Dazu zählen Mitglieder desselben Haushalts und Menschen mit denen eine infizierte Person engen Kontakt in geschlossenen Räumen hatte. Auch der Hinweis eines „erhöhten Risikos“ in der Corona-Warn-App berechtigt grundsätzlich für einen kostenlosen PCR-Test.

14 Tage nach Aufenthalt in einer Einrichtung des Gesundheitswesens, in der es zu einer Infektion kam

Dazu gehören nicht nur Krankenhäuser, sondern unter anderem auch Schulen, Asylbewerberheime und ambulante Pflege.

Menschen, die in einer Einrichtung des Gesundheitswesens behandelt werden oder in ähnlich vulnerablen Bereichen untergebracht werden sollen

Hierzu zählen unter anderem auch Reha-Kliniken und Obdachlosenunterkünfte. Dies gilt allerdings nur dann, wenn die jeweilige Einrichtung einen PCR-Nachweis verlang.

20.25 Urlaubsländer

Wie unterscheidet sich ein PCR-Test von einem Schnelltest? Wann ist das Ergebnis da?

Beim PCR-Test wird laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in der Regel eine Probe aus den Schleimhäuten der Atemwege genommen. Das kann ein Nasenhöhlen- und/oder Rachenabstrich sein. Welche Methode bei der Probenentnahme anfällt, entscheidet der Arzt.

Der PCR-Test sei unter anderem deshalb so zuverlässig, weil das Coronavirus auch bei geringen Mengen nachgewiesen werden kann: Bei der Laboranalyse mit PCR-Verfahren werde das Erbmaterial stark vervielfältigt. Dies würde circa vier bis fünf Stunden dauern – hinzu kämen Transportdauer Vorbereitungszeit und eventuelle Wartezeiten bei hoher Auslastung. In den meisten Fällen liege das Ergebnis aber nach 24 Stunden vor.

Wie hoch ist die aktuelle Belastung der Labore aufgrund der PCR-Tests?

Allein in der ersten Woche des neuen Jahres sind laut dem Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) in den fachärztlichen Laboren in Deutschland rund 56 Prozent mehr PCR-Tests angefordert worden als noch in der Silvesterwoche – rund 1,4 Millionen. Michael Müller zufolge, dem Vorsitzenden der ALM, gelangen die Labore angesichts der in die Höhe schnellenden Infektionszahlen zusehends an die Auslastungsgrenze. Das läge daran, dass in Deutschland derzeit bei PCR-Tests kaum priorisiert werden, sagte er in einem Interview mit der „Rheinischen Post“. Für Menschen mit Corona-Symptomen und auch für Krankenhäuser könne dies zu einem ernsten Problem werden.

Die derzeitige wöchentliche PCR-Testkapazität liege in Deutschland derzeit bei 2,4 Millionen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf Anfrage des stern erklärte. „Eine nennenswerte Steigerung kann nicht zuletzt aufgrund des auch in diesem Bereich zu erwartenden Personalmangels nicht erreicht werden, das BMG prüft derzeit Optionen“, sagt er weiter. 

Am Dienstag hatte der Verband die Auslastung der Testkapazität noch auf 64 Prozent beziffert. Noch sei das kein Grund zur Sorge, so Müller. Allerdings erwarte der Verband, dass die Belastung der Labore weiter steigt, sobald es wie von Bund und Ländern beschlossen möglich ist, sich aus der Quarantäne freizutesten.

Es sei daher zwingend erforderlich, „dass insbesondere die Arztpraxen und Testzentren dazu angehalten werden, sich an der Nationalen Teststrategie auszurichten“, forderte Müller. 

Was könnte sich in Zukunft ändern?

Sollten die Fallzahlen weiterhin rapide ansteigen, gelangen Labore unweigerlich irgendwann einen kritischen Punkt. Dann wäre eine Priorisierung der kritischen Infrastruktur der logische Schritt. So sieht es auch der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen.

PCR-Tests müssten einerseits für wichtige medizinische Diagnostik von Schwersterkrankten und andererseits für das Personal der kritischen Infrastruktur priorisiert bereitgehalten werden, sagte Dahmen am Donnerstag im RBB-Inforadio. „Das kann bedeuten, dass im Einzelfall, beispielsweise beim Freitesten, es zu Verzögerungen kommt. Das bedeutet nicht nur lange Schlangen vor den Test-Zentren, sondern auch, dass es dauert, bis das Test-Ergebnis vorliegt“, räumte Dahmen ein. Die Situation werde sich erst verbessern, wenn man die in die Höhe schnellenden Fall-Zahlen unter Kontrolle bringe.

In der Nationalen Teststrategie sei ohnehin bereits festgelegt, dass im Fall von ausgereizten Kapazitäten eine Priorisierung erfolgt, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums dem stern. Sollten die Labore an ihre Grenzen stoßen, könnten auch „nukleinsäureamplifizierende Schnelltestverfahren breiter zum Einsatz kommen.“ Auch „laborbasierte Antigentests“, die im Vergleich zu gewöhnlichen Schnelltests genauer wären, wären eine Alternative.

Allerdings, so räumt der Sprecher ein, müssten „bestimme Personengruppen“ bei sehr hohen Fallzahlen gegebenenfalls auf PCR-Tests verzichten. Das habe „für den Verlauf der Pandemie und die zu treffenden individuellen Maßnahmen jedoch keine Relevanz.“

Quellen: Bundesministerium für Gesundheit; Mitteilung Akkreditierte Labore in der Medizin; Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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Corona-Pandemie: Wann ein PCR-Test sinnvoll ist – und wann kostenlos

Laut einem Branchenverband stoßen deutsche Labore bei der Auswertung von PCR-Tests zunehmend an ihre Grenzen. Schuld sei zum einen Omikron, zum anderen aber auch eine fehlende Priorisierung. Wer sollte einen PCR-Test machen? Und wann ist er kostenlos?

Die Labore arbeiten bei der Auswertung von PCR-Tests auf Hochtouren, noch besteht jedoch kein Grund zur Sorge, dass die Belastbarkeitsgrenze überschritten wird. Das könnte sich ändern, sollten Infektionszahlen Omikron sei Dank weiter in die Höhe schießen und der Testbedarf steigen.

„Wir werden mit Sicherheit wie bei allen knappen Ressourcen Kapazitäten bündeln müssen, wo es erforderlich ist. Das gilt auch für Tests“, sagte auch Generalmajor Carsten Breuer, Leiter des Corona-Krisenstabes der Bundesregierung, gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“

Doch, wer sollte definitiv einen PCR-Test vornehmen lassen? Und unter welchen Umständen ist er kostenlos? Ein Überblick.

Für wen ist ein PCR-Test sinnvoll?

Das Bundesgesundheitsministerium bezeichnet den PCR-Test als „Goldstandard der Diagnostik“. Ein PCR-Test sei vor allem dann sinnvoll, wenn ein Bürger Symptome aufweist (z.B. Husten, Fieber, Schnupfen) oder, um einen positiven Schnell-/Selbsttest zu verifizieren. Übrigens: Ein negativer zweiter Schnell- oder Selbsttest hebt das erste Testergebnis nicht auf!

Dort, wo ein regelmäßiger Anspruch nach der Testverordnung bestehe (z.B. Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen) soll weiterhin auf die kostenlosen Antigen-Schnelltests gesetzt werden.

Telegram_Holnburger 20.23

Welche Voraussetzungen gelten für einen kostenlosten PCR-Test?

Damit ist grundsätzlich bereits geklärt, wer Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test hat. Jeder, der laut Schnell- oder Selbsttest positiv auf Corona getestet ist, ist zu einem dann kostenlosen PCR-Test berechtigt – und angehalten. Das gilt auch dann, wenn die Person keine coronatypischen Symptome aufweist.

Es gibt zudem noch weitere Fälle, in denen ein Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test „grundsätzlich“, aber nicht „strikt“ besteht. Soll heißen: In folgenden Fällen erst einmal auf einen Schnelltest zurückgreifen:

Kontaktpersonen von einem Infizierten

Dazu zählen Mitglieder desselben Haushalts und Menschen mit denen eine infizierte Person engen Kontakt in geschlossenen Räumen hatte. Auch der Hinweis eines „erhöhten Risikos“ in der Corona-Warn-App berechtigt grundsätzlich für einen kostenlosen PCR-Test.

14 Tage nach Aufenthalt in einer Einrichtung des Gesundheitswesens, in der es zu einer Infektion kam

Dazu gehören nicht nur Krankenhäuser, sondern unter anderem auch Schulen, Asylbewerberheime und ambulante Pflege.

Menschen, die in einer Einrichtung des Gesundheitswesens behandelt werden oder in ähnlich vulnerablen Bereichen untergebracht werden sollen

Hierzu zählen unter anderem auch Reha-Kliniken und Obdachlosenunterkünfte. Dies gilt allerdings nur dann, wenn die jeweilige Einrichtung einen PCR-Nachweis verlang.

20.25 Urlaubsländer

Wie unterscheidet sich ein PCR-Test von einem Schnelltest? Wann ist das Ergebnis da?

Beim PCR-Test wird laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in der Regel eine Probe aus den Schleimhäuten der Atemwege genommen. Das kann ein Nasenhöhlen- und/oder Rachenabstrich sein. Welche Methode bei der Probenentnahme anfällt, entscheidet der Arzt.

Der PCR-Test sei unter anderem deshalb so zuverlässig, weil das Coronavirus auch bei geringen Mengen nachgewiesen werden kann: Bei der Laboranalyse mit PCR-Verfahren werde das Erbmaterial stark vervielfältigt. Dies würde circa vier bis fünf Stunden dauern – hinzu kämen Transportdauer Vorbereitungszeit und eventuelle Wartezeiten bei hoher Auslastung. In den meisten Fällen liege das Ergebnis aber nach 24 Stunden vor.

Wie hoch ist die aktuelle Belastung der Labore aufgrund der PCR-Tests?

Allein in der ersten Woche des neuen Jahres sind laut dem Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) in den fachärztlichen Laboren in Deutschland rund 56 Prozent mehr PCR-Tests angefordert worden als noch in der Silvesterwoche – rund 1,4 Millionen. Michael Müller zufolge, dem Vorsitzenden der ALM, gelangen die Labore angesichts der in die Höhe schnellenden Infektionszahlen zusehends an die Auslastungsgrenze. Das läge daran, dass in Deutschland derzeit bei PCR-Tests kaum priorisiert werden, sagte er in einem Interview mit der „Rheinischen Post“. Für Menschen mit Corona-Symptomen und auch für Krankenhäuser könne dies zu einem ernsten Problem werden.

Die derzeitige wöchentliche PCR-Testkapazität liege in Deutschland derzeit bei 2,4 Millionen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf Anfrage des stern erklärte. „Eine nennenswerte Steigerung kann nicht zuletzt aufgrund des auch in diesem Bereich zu erwartenden Personalmangels nicht erreicht werden, das BMG prüft derzeit Optionen“, sagt er weiter. 

Am Dienstag hatte der Verband die Auslastung der Testkapazität noch auf 64 Prozent beziffert. Noch sei das kein Grund zur Sorge, so Müller. Allerdings erwarte der Verband, dass die Belastung der Labore weiter steigt, sobald es wie von Bund und Ländern beschlossen möglich ist, sich aus der Quarantäne freizutesten.

Es sei daher zwingend erforderlich, „dass insbesondere die Arztpraxen und Testzentren dazu angehalten werden, sich an der Nationalen Teststrategie auszurichten“, forderte Müller. 

Was könnte sich in Zukunft ändern?

Sollten die Fallzahlen weiterhin rapide ansteigen, gelangen Labore unweigerlich irgendwann einen kritischen Punkt. Dann wäre eine Priorisierung der kritischen Infrastruktur der logische Schritt. So sieht es auch der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen.

PCR-Tests müssten einerseits für wichtige medizinische Diagnostik von Schwersterkrankten und andererseits für das Personal der kritischen Infrastruktur priorisiert bereitgehalten werden, sagte Dahmen am Donnerstag im RBB-Inforadio. „Das kann bedeuten, dass im Einzelfall, beispielsweise beim Freitesten, es zu Verzögerungen kommt. Das bedeutet nicht nur lange Schlangen vor den Test-Zentren, sondern auch, dass es dauert, bis das Test-Ergebnis vorliegt“, räumte Dahmen ein. Die Situation werde sich erst verbessern, wenn man die in die Höhe schnellenden Fall-Zahlen unter Kontrolle bringe.

In der Nationalen Teststrategie sei ohnehin bereits festgelegt, dass im Fall von ausgereizten Kapazitäten eine Priorisierung erfolgt, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums dem stern. Sollten die Labore an ihre Grenzen stoßen, könnten auch „nukleinsäureamplifizierende Schnelltestverfahren breiter zum Einsatz kommen.“ Auch „laborbasierte Antigentests“, die im Vergleich zu gewöhnlichen Schnelltests genauer wären, wären eine Alternative.

Allerdings, so räumt der Sprecher ein, müssten „bestimme Personengruppen“ bei sehr hohen Fallzahlen gegebenenfalls auf PCR-Tests verzichten. Das habe „für den Verlauf der Pandemie und die zu treffenden individuellen Maßnahmen jedoch keine Relevanz.“

Quellen: Bundesministerium für Gesundheit; Mitteilung Akkreditierte Labore in der Medizin; Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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Corona-Pandemie: Wann ein PCR-Test sinnvoll ist – und wann kostenlos

Laut einem Branchenverband stoßen deutsche Labore bei der Auswertung von PCR-Tests zunehmend an ihre Grenzen. Schuld sei zum einen Omikron, zum anderen aber auch eine fehlende Priorisierung. Wer sollte einen PCR-Test machen? Und wann ist er kostenlos?

Die Labore arbeiten bei der Auswertung von PCR-Tests auf Hochtouren, noch besteht jedoch kein Grund zur Sorge, dass die Belastbarkeitsgrenze überschritten wird. Das könnte sich ändern, sollten Infektionszahlen Omikron sei Dank weiter in die Höhe schießen und der Testbedarf steigen.

„Wir werden mit Sicherheit wie bei allen knappen Ressourcen Kapazitäten bündeln müssen, wo es erforderlich ist. Das gilt auch für Tests“, sagte auch Generalmajor Carsten Breuer, Leiter des Corona-Krisenstabes der Bundesregierung, gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“

Doch, wer sollte definitiv einen PCR-Test vornehmen lassen? Und unter welchen Umständen ist er kostenlos? Ein Überblick.

Für wen ist ein PCR-Test sinnvoll?

Das Bundesgesundheitsministerium bezeichnet den PCR-Test als „Goldstandard der Diagnostik“. Ein PCR-Test sei vor allem dann sinnvoll, wenn ein Bürger Symptome aufweist (z.B. Husten, Fieber, Schnupfen) oder, um einen positiven Schnell-/Selbsttest zu verifizieren. Übrigens: Ein negativer zweiter Schnell- oder Selbsttest hebt das erste Testergebnis nicht auf!

Dort, wo ein regelmäßiger Anspruch nach der Testverordnung bestehe (z.B. Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen) soll weiterhin auf die kostenlosen Antigen-Schnelltests gesetzt werden.

Telegram_Holnburger 20.23

Welche Voraussetzungen gelten für einen kostenlosten PCR-Test?

Damit ist grundsätzlich bereits geklärt, wer Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test hat. Jeder, der laut Schnell- oder Selbsttest positiv auf Corona getestet ist, ist zu einem dann kostenlosen PCR-Test berechtigt – und angehalten. Das gilt auch dann, wenn die Person keine coronatypischen Symptome aufweist.

Es gibt zudem noch weitere Fälle, in denen ein Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test „grundsätzlich“, aber nicht „strikt“ besteht. Soll heißen: In folgenden Fällen erst einmal auf einen Schnelltest zurückgreifen:

Kontaktpersonen von einem Infizierten

Dazu zählen Mitglieder desselben Haushalts und Menschen mit denen eine infizierte Person engen Kontakt in geschlossenen Räumen hatte. Auch der Hinweis eines „erhöhten Risikos“ in der Corona-Warn-App berechtigt grundsätzlich für einen kostenlosen PCR-Test.

14 Tage nach Aufenthalt in einer Einrichtung des Gesundheitswesens, in der es zu einer Infektion kam

Dazu gehören nicht nur Krankenhäuser, sondern unter anderem auch Schulen, Asylbewerberheime und ambulante Pflege.

Menschen, die in einer Einrichtung des Gesundheitswesens behandelt werden oder in ähnlich vulnerablen Bereichen untergebracht werden sollen

Hierzu zählen unter anderem auch Reha-Kliniken und Obdachlosenunterkünfte. Dies gilt allerdings nur dann, wenn die jeweilige Einrichtung einen PCR-Nachweis verlang.

20.25 Urlaubsländer

Wie unterscheidet sich ein PCR-Test von einem Schnelltest? Wann ist das Ergebnis da?

Beim PCR-Test wird laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in der Regel eine Probe aus den Schleimhäuten der Atemwege genommen. Das kann ein Nasenhöhlen- und/oder Rachenabstrich sein. Welche Methode bei der Probenentnahme anfällt, entscheidet der Arzt.

Der PCR-Test sei unter anderem deshalb so zuverlässig, weil das Coronavirus auch bei geringen Mengen nachgewiesen werden kann: Bei der Laboranalyse mit PCR-Verfahren werde das Erbmaterial stark vervielfältigt. Dies würde circa vier bis fünf Stunden dauern – hinzu kämen Transportdauer Vorbereitungszeit und eventuelle Wartezeiten bei hoher Auslastung. In den meisten Fällen liege das Ergebnis aber nach 24 Stunden vor.

Wie hoch ist die aktuelle Belastung der Labore aufgrund der PCR-Tests?

Allein in der ersten Woche des neuen Jahres sind laut dem Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) in den fachärztlichen Laboren in Deutschland rund 56 Prozent mehr PCR-Tests angefordert worden als noch in der Silvesterwoche – rund 1,4 Millionen. Michael Müller zufolge, dem Vorsitzenden der ALM, gelangen die Labore angesichts der in die Höhe schnellenden Infektionszahlen zusehends an die Auslastungsgrenze. Das läge daran, dass in Deutschland derzeit bei PCR-Tests kaum priorisiert werden, sagte er in einem Interview mit der „Rheinischen Post“. Für Menschen mit Corona-Symptomen und auch für Krankenhäuser könne dies zu einem ernsten Problem werden.

Die derzeitige wöchentliche PCR-Testkapazität liege in Deutschland derzeit bei 2,4 Millionen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf Anfrage des stern erklärte. „Eine nennenswerte Steigerung kann nicht zuletzt aufgrund des auch in diesem Bereich zu erwartenden Personalmangels nicht erreicht werden, das BMG prüft derzeit Optionen“, sagt er weiter. 

Am Dienstag hatte der Verband die Auslastung der Testkapazität noch auf 64 Prozent beziffert. Noch sei das kein Grund zur Sorge, so Müller. Allerdings erwarte der Verband, dass die Belastung der Labore weiter steigt, sobald es wie von Bund und Ländern beschlossen möglich ist, sich aus der Quarantäne freizutesten.

Es sei daher zwingend erforderlich, „dass insbesondere die Arztpraxen und Testzentren dazu angehalten werden, sich an der Nationalen Teststrategie auszurichten“, forderte Müller. 

Was könnte sich in Zukunft ändern?

Sollten die Fallzahlen weiterhin rapide ansteigen, gelangen Labore unweigerlich irgendwann einen kritischen Punkt. Dann wäre eine Priorisierung der kritischen Infrastruktur der logische Schritt. So sieht es auch der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen.

PCR-Tests müssten einerseits für wichtige medizinische Diagnostik von Schwersterkrankten und andererseits für das Personal der kritischen Infrastruktur priorisiert bereitgehalten werden, sagte Dahmen am Donnerstag im RBB-Inforadio. „Das kann bedeuten, dass im Einzelfall, beispielsweise beim Freitesten, es zu Verzögerungen kommt. Das bedeutet nicht nur lange Schlangen vor den Test-Zentren, sondern auch, dass es dauert, bis das Test-Ergebnis vorliegt“, räumte Dahmen ein. Die Situation werde sich erst verbessern, wenn man die in die Höhe schnellenden Fall-Zahlen unter Kontrolle bringe.

In der Nationalen Teststrategie sei ohnehin bereits festgelegt, dass im Fall von ausgereizten Kapazitäten eine Priorisierung erfolgt, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums dem stern. Sollten die Labore an ihre Grenzen stoßen, könnten auch „nukleinsäureamplifizierende Schnelltestverfahren breiter zum Einsatz kommen.“ Auch „laborbasierte Antigentests“, die im Vergleich zu gewöhnlichen Schnelltests genauer wären, wären eine Alternative.

Allerdings, so räumt der Sprecher ein, müssten „bestimme Personengruppen“ bei sehr hohen Fallzahlen gegebenenfalls auf PCR-Tests verzichten. Das habe „für den Verlauf der Pandemie und die zu treffenden individuellen Maßnahmen jedoch keine Relevanz.“

Quellen: Bundesministerium für Gesundheit; Mitteilung Akkreditierte Labore in der Medizin; Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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Berlin BZgA Darmstadt Deutschland Glücksspiel Sachsen-Anhalt

Wettsucht: Glücksspiel: Rund 22.400 Spieler neu gesperrt

Exzessive Spieler können sich zentral für Glücksspiel-Anbieter sperren lassen. Viele nutzen diese Möglichkeit. Neu ist eine sogenannte Limitdatei.

Zahlreiche Menschen haben sich in ein übergreifendes System eintragen lassen, das sie für Glücksspiel sperrt.

Seit Anfang Juli vergangenen Jahres haben sich nach Angaben des Sprechers des Regierungspräsidiums Darmstadt 22.435 Menschen mit einem Eintrag in das zentrale System Oasis sperren lassen (Stand: 21. Dezember 2021). Wenn sich ein Spieler dort anmeldet, ist er automatisch für Spielhallen, Spielbanken, Online-Casinos sowie Sportwetten gesperrt. Die Betreiber dieser Angebote müssen vor dem Start abgleichen, ob ein Gast gesperrt ist, und ihm dann den Zugang verwehren. Das soll exzessiven Spielern den Absprung ermöglichen.

Zum Jahresende 2020 waren bereits fast 47.000 Sperren in Oasis erfasst, wie aus dem Jahresreport der Glücksspielaufsichtbehörden der Länder hervorgeht. Mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag, der Anfang Juli 2021 in Kraft getreten ist, ist das Sperrsystem in ganz Deutschland einheitlich und spielformübergreifend. Man muss sich nun nicht mehr bei einzelnen Anbietern sperren lassen.

Neue Limitdatei

Neu ist zudem die Limitdatei: Sie soll dafür sorgen, dass Spielerinnen und Spieler anbieterübergreifend nicht mehr als 1000 Euro pro Monat einsetzen dürfen. Die Limits können individuell auch niedriger angesetzt werden. Aktuell seien elf Anbieter an das System angeschlossen, erklärte das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, das das System verwaltet. Weitere sollten folgen. Zum Stichtag 8. Dezember 2021 seien 116.078 Spieler registriert gewesen.

Bislang setzten Spieler teils deutlich mehr Geld ein, weiß Ilona Füchtenschnieder, Vorsitzende des bundesweiten Fachverbands Glücksspielsucht, aus der Sichtung von Kontounterlagen in der Beratung. «Ein Mann hat etwa von März bis Oktober 36.000 Euro verspielt, erlaubt gewesen wären 8000 Euro. Bei einem anderen waren es 14.000 Euro in drei Monaten. Ohne dass Anbieter je geprüft hätten, ob die Leute überhaupt so viel Geld zur Verfügung haben», kritisiert sie. Mit dem Spielerschutz durch den neuen Staatsvertrag ist sie nicht zufrieden: Die Aufsicht müsste schlagkräftiger sein, sagt sie.

Eine Glücksspielsucht oder problematisches Glücksspielverhalten haben nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) rund 430.000 Menschen in Deutschland. Die Bundeszentrale warnt vor einem erhöhten Suchtrisiko beim Glücksspiel im Internet. Eigenen Studiendaten zufolge zeige jede fünfte spielende Person beim Zocken im Netz ein problematisches oder abhängiges Spielverhalten.

Online-Spiele

Mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag sind auch virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele zugelassen – bislang sind aber noch keine der notwendigen Erlaubnisse erteilt worden. 49 Erlaubnisse zur Veranstaltung von virtuellen Automatenspielen und sieben für Online-Poker seien beantragt worden (Stand 14. Dezember), teilte das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt mit. Die Anträge würden noch bearbeitet. Die Behörde ist derzeit bundesweit für die Anträge zuständig.

Verschiedene Behörden in Deutschland übernehmen vorübergehend die Überwachung und Genehmigung von Glücksspielen. Die Aufgaben werden nach und nach von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder übernommen. Diese wird in Halle im Süden Sachsen-Anhalts aufgebaut. Bis Anfang 2023 sollen dort rund 110 Mitarbeiter das Online-Glücksspiel im Auge haben. Aktuell sind dort zwölf Mitarbeiter beschäftigt, wie eine Sprecherin mitteilte. Gesucht würden beispielsweise Juristen und Verwaltungsfachwirte sowie Digitalisierungsexperten und auch Spezialisten für Suchtforschung.

Als Glücksspielaufsicht hat das Landesverwaltungsamt in Halle das unerlaubte Glücksspiel und die Werbung dafür im Blick. «Aufgrund diverser Hinweise von Bürgern, Suchtberatungs- und anderen Stellen sowie eigenen Feststellungen wurden bereits zahlreiche Untersagungsverfahren wegen des Angebots unerlaubten Glücksspiels sowie auch der Werbung hierfür eingeleitet», erklärte eine Sprecherin. «Um den Erfolg behördlicher Maßnahmen nicht zu gefährden, können hierzu keine detaillierteren Angaben zur Vorgehensweise oder konkrete Zahlen genannt werden.»

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder wird zum 1. Juli 2022 die Verantwortung für die Bekämpfung des illegalen Glücksspiels übernehmen.

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