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Angriffskrieg Charkiw Donezk Kiew Logistik Luhansk Moskau Ostukraine Russland Ukraine Verstärkung Waffensystem Wolodymyr Selenskyj

Russischer Angriffskrieg: Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

In der Ostukraine werfen sich die Kriegsparteien gegenseitig die Tötung von Zivilisten vor, Menschen werden zur Flucht aufgerufen. Ein Überblick zum Geschehen in der Nacht und ein Ausblick auf den Tag.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht in westlichen Waffensystemen schon jetzt eine kraftvolle Verstärkung der ukrainischen Armee im Krieg gegen Russland.

Mit treffgenauer Artillerie zerstöre die Ukraine Depots und andere Ziele, die für die Logistik der Russen wichtig seien, sagte Selenskyj am Mittwoch in einer Videobotschaft. «Und das reduziert das Offensivpotenzial der russischen Armee erheblich. Die Verluste der Besatzer werden mit jeder Woche zunehmen», meinte er. Der Donnerstag ist für die Ukraine der 134. Kriegstag seit Beginn der russischen Invasion Ende Februar.

Selenskyj spricht von Raketenangriff auf Universität

Selenskyj warf Russland einen Raketenangriff auf die pädagogische Universität der zweitgrößten Stadt Charkiw vor. «Das charakterisiert die russische Invasion mit einer Genauigkeit von 100 Prozent. Wenn man definiert, was Barbarei ist, ist dieser Schlag am besten geeignet.» Nur ein «Feind von Zivilisation und Menschlichkeit» könne Raketen auf eine pädagogische Universität abfeuern. Kein Besatzer werde ungestraft davonkommen, beteuerte Selenskyj. «Jeder russische Mörder und Vergewaltiger, der in unser Land gekommen ist, wird zur Rechenschaft gezogen. Und es spielt keine Rolle, wie lange es dauert, diese Aufgabe zu erledigen.» Die Ukraine werde alles wiederherstellen.

Ukraine: Russland kämpft weiter um Kontrolle von Luhansk

Russlands Truppen kämpfen Angaben aus Kiew zufolge weiter um eine vollständige Kontrolle des bereits weitgehend eroberten Gebiets Luhansk im Osten der Ukraine. Dazu verlegten die Russen einige ihrer Einheiten, teilte der ukrainische Generalstab am Donnerstag mit.

Zuvor hatte der Luhansker Gouverneur Serhij Hajdaj erklärt, dass auch nach dem Fall der strategisch wichtigen Stadt Lyssytschansk weiter in Außenbezirken gekämpft werde. Aus Moskau heißt es hingegen seit Tagen, die eigenen Truppen hätten Luhansk komplett unter ihre Kontrolle gebracht.

Der ukrainische Generalstab berichtete auch von weiteren russischen Angriffen im Nachbargebiet Donezk. Rund um die Städte Kramatorsk und Bachmut seien mehrere Siedlungen mit Artillerie beschossen worden, hieß es. Aus der südukrainischen Region Odessa wurden darüber hinaus in der Nacht zwei Raketenangriffe gemeldet.

Zivilisten sollen flüchten

Im Donezker Gebiet fordern die Behörden die Zivilbevölkerung vor diesem Hintergrund zur Flucht auf. «Russland hat das gesamte Gebiet von Donezk zu einem gefährlichen Hotspot auch für Zivilisten gemacht», teilte Gouverneur Pawlo Kyrylenko mit. Der Bürgermeister von Slowjansk, Wadym Ljach, kündigte an, Zivilisten sollten mit Bussen und Zügen in den Westen des Landes gebracht werden. «Kein Risiko eingehen! Packt zusammen!», appellierte Ljach. Insgesamt seien seit Beginn der Kämpfe in Slowjansk 17 Menschen getötet und 67 verletzt worden.

Beide Seiten berichten von Beschuss

Beide Kriegsparteien machten sich unterdessen gegenseitig für Tote und Verletzte bei neuen Angriffen verantwortlich. Die prorussischen Separatisten in der Region Donezk warfen der ukrainischen Armee vor, durch Beschuss sechs Menschen getötet zu haben, darunter drei Kinder. 19 Menschen seien verletzt worden. Die Ukraine warf der russischen Armee ihrerseits den Beschuss mehrerer Orte vor. In der Region Donezk seien drei Menschen getötet worden. Die Angaben waren von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.

Telefonate vor Treffen der G20-Außenminister

Vor dem Treffen der G20-Außenminister am Donnerstag auf Bali hat der ukrainische Ressortchef Dmytro Kuleba mit Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) telefoniert. «Wir werden Russland die Bühne des Treffens in Indonesien nicht überlassen, und wir werden die Ukraine weiter entschieden unterstützen», teilte das Auswärtige Amt per Twitter mit. Kuleba sprach auch mit seinem US-Kollegen Antony Blinken. «Wir haben Schritte koordiniert, um die Lieferung schwerer Waffen von den USA und anderen Partnern zu beschleunigen», teilte Kuleba mit.

Das wird am Donnerstag wichtig

In Indonesien treffen sich die Außenminister der G20. Für Deutschland ist Ministerin Baerbock dabei. Mit Spannung wird erwartet, wie Russlands Außenminister Sergej Lawrow aufgenommen wird. In Moskau trifft der russische Präsident Wladimir Putin die Führung der Staatsduma und die dortigen Fraktionsvorsitzenden im Kreml.

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Russischer Angriffskrieg: Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

In der Ostukraine werfen sich die Kriegsparteien gegenseitig die Tötung von Zivilisten vor, Menschen werden zur Flucht aufgerufen. Ein Überblick zum Geschehen in der Nacht und ein Ausblick auf den Tag.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht in westlichen Waffensystemen schon jetzt eine kraftvolle Verstärkung der ukrainischen Armee im Krieg gegen Russland.

Mit treffgenauer Artillerie zerstöre die Ukraine Depots und andere Ziele, die für die Logistik der Russen wichtig seien, sagte Selenskyj am Mittwoch in einer Videobotschaft. «Und das reduziert das Offensivpotenzial der russischen Armee erheblich. Die Verluste der Besatzer werden mit jeder Woche zunehmen», meinte er. Der Donnerstag ist für die Ukraine der 134. Kriegstag seit Beginn der russischen Invasion Ende Februar.

Selenskyj spricht von Raketenangriff auf Universität

Selenskyj warf Russland einen Raketenangriff auf die pädagogische Universität der zweitgrößten Stadt Charkiw vor. «Das charakterisiert die russische Invasion mit einer Genauigkeit von 100 Prozent. Wenn man definiert, was Barbarei ist, ist dieser Schlag am besten geeignet.» Nur ein «Feind von Zivilisation und Menschlichkeit» könne Raketen auf eine pädagogische Universität abfeuern. Kein Besatzer werde ungestraft davonkommen, beteuerte Selenskyj. «Jeder russische Mörder und Vergewaltiger, der in unser Land gekommen ist, wird zur Rechenschaft gezogen. Und es spielt keine Rolle, wie lange es dauert, diese Aufgabe zu erledigen.» Die Ukraine werde alles wiederherstellen.

Gouverneur: Noch immer Kämpfe in Region Luhansk

Die ostukrainische Region Luhansk wird nach Darstellung von Gouverneur Serhij Hajdaj noch nicht völlig von der russischen Armee kontrolliert. Die Kämpfe dauerten in Außenbezirken an, teilte er per Nachrichtendienst Telegram mit. Das russische Militär habe Verluste. Die ukrainische Armee habe sich nur von jenen Positionen zurückgezogen, die nicht zu halten waren. Hajdaj warf den Angreifern vor, in der Region verbrannte Erde zu hinterlassen. Er gehe davon aus, dass die russische Armee von Luhansk aus eine Offensive gegen die Orte Bachmut und Slowjansk in der Region Donezk starten wolle.

Zivilisten sollen flüchten

Im Donezker Gebiet fordern die Behörden die Zivilbevölkerung vor diesem Hintergrund zur Flucht auf. «Russland hat das gesamte Gebiet von Donezk zu einem gefährlichen Hotspot auch für Zivilisten gemacht», teilte Gouverneur Pawlo Kyrylenko mit. Der Bürgermeister von Slowjansk, Wadym Ljach, kündigte an, Zivilisten sollten mit Bussen und Zügen in den Westen des Landes gebracht werden. «Kein Risiko eingehen! Packt zusammen!», appellierte Ljach. Insgesamt seien seit Beginn der Kämpfe in Slowjansk 17 Menschen getötet und 67 verletzt worden.

Beide Seiten berichten von Beschuss

Beide Kriegsparteien machten sich unterdessen gegenseitig für Tote und Verletzte bei neuen Angriffen verantwortlich. Die prorussischen Separatisten in der Region Donezk warfen der ukrainischen Armee vor, durch Beschuss sechs Menschen getötet zu haben, darunter drei Kinder. 19 Menschen seien verletzt worden. Die Ukraine warf der russischen Armee ihrerseits den Beschuss mehrerer Orte vor. In der Region Donezk seien drei Menschen getötet worden. Die Angaben waren von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.

Telefonate vor Treffen der G20-Außenminister

Vor dem Treffen der G20-Außenminister am Donnerstag auf Bali hat der ukrainische Ressortchef Dmytro Kuleba mit Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) telefoniert. «Wir werden Russland die Bühne des Treffens in Indonesien nicht überlassen, und wir werden die Ukraine weiter entschieden unterstützen», teilte das Auswärtige Amt per Twitter mit. Kuleba sprach auch mit seinem US-Kollegen Antony Blinken. «Wir haben Schritte koordiniert, um die Lieferung schwerer Waffen von den USA und anderen Partnern zu beschleunigen», teilte Kuleba mit.

Das wird am Donnerstag wichtig

In Indonesien treffen sich die Außenminister der G20. Für Deutschland ist Ministerin Baerbock dabei. Mit Spannung wird erwartet, wie Russlands Außenminister Sergej Lawrow aufgenommen wird. In Moskau trifft der russische Präsident Wladimir Putin die Führung der Staatsduma und die dortigen Fraktionsvorsitzenden im Kreml.

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Krieg Lettland OECD Raketenabwehrsystem Rubelverfall Russland Ukraine Wehrpflicht Wolodymyr Selenskyj

Krieg in der Ukraine: Selenskyj kritisiert eigene Militärführung – Lettland führt Wehrpflicht wieder ein

Rubel bricht ein +++ Ukraine will OECD beitreten +++ Die Nachrichten zu Russlands Krieg in der Ukraine im stern-Ticker.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinen Appell zur Lieferung moderner Raketenabwehrsysteme im Krieg gegen Russland bekräftigt. Die Führung in Kiew werde nicht einen Tag in ihren Bemühungen nachlassen, eine ausreichende Zahl dieser Waffen zu erhalten, sagte er am Dienstag in einer Videobotschaft. Aus ukrainischen Orte wurde unterdessen von erneuten Raketenangriffen berichtet. Der Mittwoch ist für die Ukraine der 133. Kriegstag seit Beginn der russischen Invasion Ende Februar.

Selenskyj sagte, Russland habe erneut Ziele im Land attackiert. Dabei sei ein Teil der Raketen von ukrainischen Luftabwehrkräften abgeschossen worden. Schutz vor Raketenangriffen noch in diesem Jahr zu schaffen, sei eine extreme Herausforderung für den Staat. „Aber das Erfüllen dieser Aufgabe hängt nicht nur von uns ab, sondern auch vom Verständnis unserer Grundbedürfnisse durch unsere Partner.“

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Krieg in der Ukraine: Selenskyj kritisiert eigene Militärführung – Lettland führt Wehrpflicht wieder ein

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinen Appell zur Lieferung moderner Raketenabwehrsysteme im Krieg gegen Russland bekräftigt. Die Führung in Kiew werde nicht einen Tag in ihren Bemühungen nachlassen, eine ausreichende Zahl dieser Waffen zu erhalten, sagte er am Dienstag in einer Videobotschaft. Aus ukrainischen Orte wurde unterdessen von erneuten Raketenangriffen berichtet. Der Mittwoch ist für die Ukraine der 133. Kriegstag seit Beginn der russischen Invasion Ende Februar.

Selenskyj sagte, Russland habe erneut Ziele im Land attackiert. Dabei sei ein Teil der Raketen von ukrainischen Luftabwehrkräften abgeschossen worden. Schutz vor Raketenangriffen noch in diesem Jahr zu schaffen, sei eine extreme Herausforderung für den Staat. „Aber das Erfüllen dieser Aufgabe hängt nicht nur von uns ab, sondern auch vom Verständnis unserer Grundbedürfnisse durch unsere Partner.“

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Krieg in der Ukraine: Selenskyj kritisiert eigene Militärführung – Lettland führt Wehrpflicht wieder ein

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinen Appell zur Lieferung moderner Raketenabwehrsysteme im Krieg gegen Russland bekräftigt. Die Führung in Kiew werde nicht einen Tag in ihren Bemühungen nachlassen, eine ausreichende Zahl dieser Waffen zu erhalten, sagte er am Dienstag in einer Videobotschaft. Aus ukrainischen Orte wurde unterdessen von erneuten Raketenangriffen berichtet. Der Mittwoch ist für die Ukraine der 133. Kriegstag seit Beginn der russischen Invasion Ende Februar.

Selenskyj sagte, Russland habe erneut Ziele im Land attackiert. Dabei sei ein Teil der Raketen von ukrainischen Luftabwehrkräften abgeschossen worden. Schutz vor Raketenangriffen noch in diesem Jahr zu schaffen, sei eine extreme Herausforderung für den Staat. „Aber das Erfüllen dieser Aufgabe hängt nicht nur von uns ab, sondern auch vom Verständnis unserer Grundbedürfnisse durch unsere Partner.“

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Denys Schmyhal Deutschland EU Europa Großbritannien Kiew Lugano Russland Schweiz SPD Svenja Schulze Ukraine Wiederaufbau Wolodymyr Selenskyj

Aus Prinzip und Perspektive: Warum der Wiederaufbau der Ukraine jetzt ins Werk gesetzt wird

Die kriegszerstörte Ukraine soll wiederaufgebaut werden. Dabei könnte der russische Feldzug noch Monate oder Jahre dauern. Es geht ohnehin um mehr als Häuserwände.

Stellt sich die Frage zu früh? Nein, da sind sich alle einig. Aber schnell gehen wird es nicht, auch so viel ist sicher. 

Die Ukraine soll wiederaufgebaut werden, demokratisch, grün und digital verwaltet. So lautet das formulierte Vorhaben und Versprechen von rund 40 Staaten nach einer zweitägigen Wiederaufbau-Konferenz in der Schweiz. Es wird nicht die letzte gewesen sein.

Das kriegszerstörte Land befindet wird seit 133 Tagen unter dem Eindruck eines brutalen Angriffs durch Russland, der bislang kein absehbares Ende kennt, aber zahllose Bilder der Verwüstung. Auch am Montag und Dienstag, als die Weltgemeinschaft in Lugano tagt, wird die Ukraine von russischen Raketen überzogen, finden erbitterte Gefechte vor allem im Osten des Landes statt.

Vorher-Nacher-Bilder Ukraine-Krieg 08.34

„Jeder Tag, den Russland seinen abscheulichen Krieg gegen die Ukraine fortsetzt, ist ein Tag zu viel“, meint auch Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD), die als deutsche Vertreterin an der Konferenz teilnimmt und der dabei die Dimension der Zerstörung noch einmal deutlich geworden ist. Wie lange der Wiederaufbau dauern wird? „Das ist kein Projekt für ein Jahr oder zwei“, sagt sie.

Deutschland will 2024 die nächste Wiederaufbau-Konferenz ausrichten. Noch in diesem Jahr soll eine von der EU organisierte Konferenz stattfinden, 2023 will Großbritannien dann Gastgeber sein. Das ist der Zeithorizont, erstmal. Die Ukraine wird jede Hilfe gebrauchen können, Milliardengelder werden nötig sein. 

Sieben Prinzipien für den Wiederaufbau der Ukraine

Allein in den Gebieten, aus denen russische Truppen wieder vertrieben worden seien, gebe es Zehntausende zerstörte Häuser, sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache am Montagabend. Zumal die Ukraine sich für den Winter wappnen müsse, unter anderem, um die Energieversorgung zu sichern. Große Teile der Wirtschaft seien durch den Krieg lahmgelegt worden, tausende Unternehmen stünden still.

Aber Selenskyj will mehr, als nur zerstörte Wände wieder hochziehen, wie er sagt: „Die Ukraine muss das freieste, modernste und sicherste Land in Europa werden.“ Sehr ehrgeizige Ziele, die mitunter den Reformbedarf illustrieren. In Lugano ist das Fundament dafür gelegt worden.

PAID Interview Kriegsstrategie Experte Philip O‘ Brien, 20.30

Konkret haben sich die Regierung aus Kiew und Vertreter von Geberländern, internationalen Organisationen und Finanzinstitutionen auf sieben Grundprinzipien geeinigt, festgehalten in der „Erklärung von Lugano“. Darin geht es um:

  • die Verpflichtung auf einen demokratischen Prozess, an dem die ganze Gesellschaft teil hat
  • die Einbindung privater Unternehmen 
  • eine grüne Transformation hin zu einer CO2-freien Gesellschaft
  • eine digitalisierte Verwaltung
  • Aufbauprojekte frei von Vetternwirtschaft und Bereicherung 
  • einem transparenten Wiederaufbauprozess 
  • und einer systematischen Stärkung der Rechtsstaatlichkeit

„Die Korruptionsbekämpfung ist ein ganz wichtiges Thema“, hält Entwicklungsministerin Schulze fest. Wahrscheinlich auch, damit das Geld auch dahin fließt, wo es hin soll, oder überhaupt erst ankommt. Trotz großer Reformanstrengungen stand die Ukraine vor dem Krieg im Korruptionsindex von Transparency International auf Platz 122 von 180. 

Die ukrainische Regierung habe bereits digitale Plattformen für Regierungsdienstleistungen aufgebaut, die Korruption unmöglich machen sollen, sagt Regierungschef Denys Schmyhal. Dieser Ausbau soll weitergehen. Präsident Selenskyj verspricht „maximale Transparenz“ bei allen Projekten. 

Zwei Entwicklungen stimmen Markus Berndt, bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) unter anderem für Aktivitäten mit der Ukraine zuständig, bei dem Vorhaben optimistisch: „Zum einen hat sich das Verhältnis der Ukrainer zu Regierung und Behörden durch den Krieg verbessert. Sie wissen, was sie an staatlichen Strukturen haben und wofür sie Steuern zahlen“, sagt er zur Deutschen Presse-Agentur. „Zum anderen gibt die Perspektive für den EU-Beitritt einen klaren Rahmen, um Reformen umzusetzen.“

Bei den Wiederaufbauplänen geht es gewissermaßen ums Prinzip, einerseits, aber auch um Perspektive, anderseits. Die Verpflichtung zur langanhaltenden Unterstützung der Ukraine wird bewusst schon jetzt „in Kriegszeiten“ eingegangen, erklärt daher der gastgebende Schweizer Präsident Iganzio Cassis. „Das soll den Menschen in der Ukraine Hoffnung und die Gewissheit geben, dass sie nicht allein sind.“ 

So verpflichten sich die rund 40 Unterzeichnerstaaten generell, „die Ukraine auf ihrem Weg von der kurzfristigen bis zur langfristigen Erholung zu unterstützen.“ Dabei müsse Kiew die Prozesshoheit haben. Zudem wird in der „Erklärung von Lugano“ ausdrücklich auf „die europäische Perspektive und den EU-Kandidatenstatus“ des Landes verwiesen und die Notwendigkeit von Reformen betont. Insofern sollen die Wiederaufbaupläne von Lugano auch ein sicherer Wegweiser in die anspruchsvolle EU-Staatengemeinschaft sein (mehr dazu lesen Sie hier).

Der Winter naht

Der ukrainische Regierungschef Schmyhal hofft unter dem Strich, dass „alles, was zerstört wurde, besser gemacht wird als es war“. Und schätzt die Kosten für den Wiederaufbau auf mindestens 750 Milliarden Dollar (knapp 720 Milliarden Euro).

Freilich eine beträchtliche Summe – und vielleicht doch zu wenig, glaubt der renommierte Militärexperte Carlo Masala. Er zeigt sich im aktuellen stern-Podcast „Ukraine – die Lage“ wenig optimistisch, dass die veranschlagten Mittel reichen – und tatsächlich von den westlichen Partnern aufgebracht werden können (mehr dazu hören Sie hier).

Podcast Ukraine Folge 38 12.23

Also soll auch der Aggressor für die Kriegsschäden aufkommen: 300 bis 500 Milliarden Dollar an russischen Vermögenswerten sollen herangezogen werden, die weltweit eingefroren sind, fordert Regierungschef Schmyhal, der den Vorschlag auch als Botschaft verstanden wissen will. „Russland und anderen möglichen Aggressoren muss klar sein, dass sie für grundlose und ungerechtfertigte Angriffe zahlen müssen“, sagt er.

Die nun dringendste Aufgabe ist aber die Vorbereitung auf den Winter, meint Entwicklungsministerin Schulze. „Es muss bis zum Winter gelingen dass die Menschen eine warme Wohnung haben, nicht nur ein Dach über den Kopf“, so Schulze. „Die Heizsaison beginnt schon im September, Oktober und das in dieser kurzen Zeit hinzubekommen, wird noch eine Riesenkraftanstrengung sein.“ 

Auch wenn der Krieg sich womöglich noch Monate oder Jahre hinzieht, bleibt beim raschen Wiederaufbau der Ukraine also keine Zeit zu verlieren. Andernfalls könnte ein Kollaps der Wirtschaft drohen, die Infrastruktur vollends zusammenbrechen.

Stellt sich die Frage nach einem Wiederaufbau der Ukraine zu früh? Nicht in Lugano.

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Krieg Lettland OECD Raketenabwehrsystem Rubelverfall Russland Ukraine Wehrpflicht Wolodymyr Selenskyj

Krieg in der Ukraine: Selenskyj kritisiert eigene Militärführung – Lettland führt Wehrpflicht wieder ein

Rubel bricht ein +++ Ukraine will OECD beitreten +++ Die Nachrichten zu Russlands Krieg in der Ukraine im stern-Ticker.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinen Appell zur Lieferung moderner Raketenabwehrsysteme im Krieg gegen Russland bekräftigt. Die Führung in Kiew werde nicht einen Tag in ihren Bemühungen nachlassen, eine ausreichende Zahl dieser Waffen zu erhalten, sagte er am Dienstag in einer Videobotschaft. Aus ukrainischen Orte wurde unterdessen von erneuten Raketenangriffen berichtet. Der Mittwoch ist für die Ukraine der 133. Kriegstag seit Beginn der russischen Invasion Ende Februar.

Selenskyj sagte, Russland habe erneut Ziele im Land attackiert. Dabei sei ein Teil der Raketen von ukrainischen Luftabwehrkräften abgeschossen worden. Schutz vor Raketenangriffen noch in diesem Jahr zu schaffen, sei eine extreme Herausforderung für den Staat. „Aber das Erfüllen dieser Aufgabe hängt nicht nur von uns ab, sondern auch vom Verständnis unserer Grundbedürfnisse durch unsere Partner.“

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Andrij Melnyk Angriffskrieg Berlin Donezbecken Kiew Lyssytschansk Meldeauflage Militär OECD Partner Raketenabwehrsystem Raketenangriff Russland Ukraine US-Präsident Wochenende Wolodymyr Selenskyj

Russischer Angriffskrieg: Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Die Ukraine wirft Russland weitere Raketenangriffe vor. Unterdessen sorgen Meldeauflagen für Wehrpflichtige in Kiew für Ärger. Ein Überblick zum Geschehen in der Nacht und ein Ausblick auf den Tag.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinen Appell zur Lieferung moderner Raketenabwehrsysteme im Krieg gegen Russland bekräftigt. Die Führung in Kiew werde nicht einen Tag in ihren Bemühungen nachlassen, eine ausreichende Zahl dieser Waffen zu erhalten, sagte er am Dienstag in einer Videobotschaft. Aus ukrainischen Orten wurde unterdessen von erneuten Raketenangriffen berichtet. Der Mittwoch ist für die Ukraine der 133. Kriegstag seit Beginn der russischen Invasion Ende Februar.

Schutz vor Raketenangriffen hängt von Partnerstaaten ab

Selenskyj sagte, Russland habe erneut Ziele im Land attackiert. Dabei sei ein Teil der Raketen von ukrainischen Luftabwehrkräften abgeschossen worden. Schutz vor Raketenangriffen noch in diesem Jahr zu schaffen, sei eine extreme Herausforderung für den Staat. «Aber das Erfüllen dieser Aufgabe hängt nicht nur von uns ab, sondern auch vom Verständnis unserer Grundbedürfnisse durch unsere Partner.»

Kiew: Hohe Verluste für russische Truppen im Donbass

Die ukrainischen Truppen haben nach eigenen Angaben einen Angriff des russischen Militärs im Gebiet Donbass im Osten der Ukraine zurückgeschlagen. «Die ukrainischen Kämpfer haben dem Feind bei einem versuchten Angriff im Umkreis der Ortschaften Werchnjokamkanka, Bilohoriwka und Hryhoriwka erhebliche Verluste zugefügt. Die Okkupanten haben sich zurückgezogen», teilte der Generalstab in Kiew am Mittwoch mit. Die Ortschaften liegen 10 bis 15 Kilometer westlich der einstigen Großstadt Lyssytschansk, die Russlands Truppen am Wochenende erobert haben.

Auch südlich davon im Raum Bachmut sei es gelungen, den russischen Vormarsch zu stoppen und bei den Angreifern für «Ausfälle» zu sorgen, hieß es in dem Bericht.

Selenskyj kritisiert Armeeführung

Nach heftiger Kritik an Meldeauflagen für Wehrpflichtige rüffelte Selenskyj die Militärführung. Auf der nächsten Sitzung des Generalstabs sollen ihm Verteidigungsminister, Generalstabschef und Armeeoberbefehlshaber detailliert Bericht erstatten, forderte der 44-Jährige. «Ich verspreche dem Volk, die Sache zu klären, und bitte weiter den Generalstab, derartige Entscheidungen nicht ohne mich zu treffen.» Zuvor hatten Armeeoberbefehlshaber Walerij Saluschnyj und der Generalstab mitgeteilt, dass wehrpflichtige Ukrainer für das Verlassen des Meldeorts eine Erlaubnis benötigen. Nach Kritik in sozialen Netzwerken hieß es, dass dies nur für das Verlassen des Regierungsbezirks notwendig sei. Grundlage sei ein Gesetz von 1992.

Ukraine will der OECD beitreten

Die Ukraine will der Industrieländerorganisation OECD beitreten. Er habe im Namen des Landes einen entsprechenden Antrag gestellt, teilte Ministerpräsident Denys Schmyhal am Dienstag per Nachrichtendienst Telegram mit. Die Mitgliedschaft der Ukraine in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sei «einer der Eckpfeiler des erfolgreichen Wiederaufbaus und der Entwicklung» der Ukraine, teilte er mit. Schon vor dem Krieg galt die Ukraine gemessen am Pro-Kopf-Einkommen als eines der ärmsten Länder Europas.

Rubel bricht ein

Nach einer monatelang andauernden Aufwertung ist der russische Rubel an der Moskauer Börse deutlich eingebrochen. Gegenüber dem Dollar und dem Euro verlor die russische Landeswährung am Dienstag rund zehn Prozent. Auf die drei vergangenen Handelstage hochgerechnet lag der Verlust nach Angaben der Nachrichtenagentur RBC sogar bei rund 20 Prozent. Am Ende des Börsentags kostete der Dollar mehr als 61 Rubel, der Euro mehr als 63 Rubel. Im Tagesverlauf lagen die Leitwährungen zeitweise sogar bei mehr als 62 beziehungsweise 64 Rubel. Das ist der höchste Stand seit Anfang Mai. Allerdings ist der Rubel damit immer noch deutlich teurer als vor Kriegsbeginn im Februar.

Botschafter Melnyk wehrt sich gegen Vorwürfe

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat nach tagelangem Schweigen den Vorwurf zurückgewiesen, er habe mit seinen Äußerungen über den ukrainischen Nationalisten Stepan Bandera den Holocaust verharmlost. «Jeder, der mich kennt, weiß: immer habe ich den Holocaust auf das Schärfste verurteilt», schrieb Melnyk am Dienstag auf Twitter. Die Vorwürfe gegen ihn seien «absurd». Die «Bild» und die «Süddeutsche Zeitung» berichteten unter Berufung auf ukrainische Quellen, Melnyk solle abberufen werden und ins Außenministerium nach Kiew wechseln. Noch im Herbst könnte der 46-Jährige stellvertretender Außenminister werden, schrieb die «Bild».

Inhaftierte Basketballerin Griner schreibt an Biden

Die in Moskau inhaftierte Basketballerin Brittney Griner hat US-Präsident Joe Biden persönlich um Hilfe gebeten. Das Umfeld der 31-Jährigen verbreitete Auszüge eines Schreibens am Montag (Ortszeit), als in den USA der Nationalfeiertag begangen wurde. Das Weiße Haus bestätigte den Eingang des Briefes. Griner befindet sich wegen des Vorwurfs des Drogenbesitzes seit dem 17. Februar in russischem Gewahrsam, ihr Prozess begann am vorigen Freitag. Die Untersuchungshaft wurde zuletzt bis zum 20. Dezember verlängert.

Das wird am Mittwoch wichtig

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) stellt sich im Bundestag den Fragen der Abgeordneten. Es dürfte unter anderem um den Ukraine-Krieg und seine Auswirkungen auf Deutschland gehen, also auch um Inflation und Gasknappheit. In einer Online-Pressekonferenz mit Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) geht es um die Frage, was Städtepartnerschaften zur Unterstützung der Ukraine beitragen können.

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Krieg Lettland OECD Raketenabwehrsystem Rubelverfall Russland Ukraine Wehrpflicht Wolodymyr Selenskyj

Krieg in der Ukraine: Selenskyj kritisiert eigene Militärführung – Lettland führt Wehrpflicht wieder ein

Rubel bricht ein +++ Ukraine will OECD beitreten +++ Die Nachrichten zu Russlands Krieg in der Ukraine im stern-Ticker.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinen Appell zur Lieferung moderner Raketenabwehrsysteme im Krieg gegen Russland bekräftigt. Die Führung in Kiew werde nicht einen Tag in ihren Bemühungen nachlassen, eine ausreichende Zahl dieser Waffen zu erhalten, sagte er am Dienstag in einer Videobotschaft. Aus ukrainischen Orte wurde unterdessen von erneuten Raketenangriffen berichtet. Der Mittwoch ist für die Ukraine der 133. Kriegstag seit Beginn der russischen Invasion Ende Februar.

Selenskyj sagte, Russland habe erneut Ziele im Land attackiert. Dabei sei ein Teil der Raketen von ukrainischen Luftabwehrkräften abgeschossen worden. Schutz vor Raketenangriffen noch in diesem Jahr zu schaffen, sei eine extreme Herausforderung für den Staat. „Aber das Erfüllen dieser Aufgabe hängt nicht nur von uns ab, sondern auch vom Verständnis unserer Grundbedürfnisse durch unsere Partner.“

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Andrij Melnyk Angriffskrieg Berlin Kiew Meldeauflage OECD Partner Raketenabwehrsystem Raketenangriff Russland Ukraine US-Präsident Walerij Saluschnyj Wolodymyr Selenskyj

Russischer Angriffskrieg: Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Die Ukraine wirft Russland weitere Raketenangriffe vor. Unterdessen sorgen Meldeauflagen für Wehrpflichtige in Kiew für Ärger. Ein Überblick zum Geschehen in der Nacht und ein Ausblick auf den Tag.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seinen Appell zur Lieferung moderner Raketenabwehrsysteme im Krieg gegen Russland bekräftigt. Die Führung in Kiew werde nicht einen Tag in ihren Bemühungen nachlassen, eine ausreichende Zahl dieser Waffen zu erhalten, sagte er am Dienstag in einer Videobotschaft. Aus ukrainischen Orten wurde unterdessen von erneuten Raketenangriffen berichtet. Der Mittwoch ist für die Ukraine der 133. Kriegstag seit Beginn der russischen Invasion Ende Februar.

Schutz vor Raketenangriffen hängt von Partnerstaaten ab

Selenskyj sagte, Russland habe erneut Ziele im Land attackiert. Dabei sei ein Teil der Raketen von ukrainischen Luftabwehrkräften abgeschossen worden. Schutz vor Raketenangriffen noch in diesem Jahr zu schaffen, sei eine extreme Herausforderung für den Staat. «Aber das Erfüllen dieser Aufgabe hängt nicht nur von uns ab, sondern auch vom Verständnis unserer Grundbedürfnisse durch unsere Partner.»

Selenskyj kritisiert Armeeführung

Nach heftiger Kritik an Meldeauflagen für Wehrpflichtige rüffelte Selenskyj die Militärführung. Auf der nächsten Sitzung des Generalstabs sollen ihm Verteidigungsminister, Generalstabschef und Armeeoberbefehlshaber detailliert Bericht erstatten, forderte der 44-Jährige. «Ich verspreche dem Volk, die Sache zu klären, und bitte weiter den Generalstab, derartige Entscheidungen nicht ohne mich zu treffen.» Zuvor hatten Armeeoberbefehlshaber Walerij Saluschnyj und der Generalstab mitgeteilt, dass wehrpflichtige Ukrainer für das Verlassen des Meldeorts eine Erlaubnis benötigen. Nach Kritik in sozialen Netzwerken hieß es, dass dies nur für das Verlassen des Regierungsbezirks notwendig sei. Grundlage sei ein Gesetz von 1992.

Ukraine will der OECD beitreten

Die Ukraine will der Industrieländerorganisation OECD beitreten. Er habe im Namen des Landes einen entsprechenden Antrag gestellt, teilte Ministerpräsident Denys Schmyhal am Dienstag per Nachrichtendienst Telegram mit. Die Mitgliedschaft der Ukraine in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sei «einer der Eckpfeiler des erfolgreichen Wiederaufbaus und der Entwicklung» der Ukraine, teilte er mit. Schon vor dem Krieg galt die Ukraine gemessen am Pro-Kopf-Einkommen als eines der ärmsten Länder Europas.

Rubel bricht ein

Nach einer monatelang andauernden Aufwertung ist der russische Rubel an der Moskauer Börse deutlich eingebrochen. Gegenüber dem Dollar und dem Euro verlor die russische Landeswährung am Dienstag rund zehn Prozent. Auf die drei vergangenen Handelstage hochgerechnet lag der Verlust nach Angaben der Nachrichtenagentur RBC sogar bei rund 20 Prozent. Am Ende des Börsentags kostete der Dollar mehr als 61 Rubel, der Euro mehr als 63 Rubel. Im Tagesverlauf lagen die Leitwährungen zeitweise sogar bei mehr als 62 beziehungsweise 64 Rubel. Das ist der höchste Stand seit Anfang Mai. Allerdings ist der Rubel damit immer noch deutlich teurer als vor Kriegsbeginn im Februar.

Botschafter Melnyk wehrt sich gegen Vorwürfe

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat nach tagelangem Schweigen den Vorwurf zurückgewiesen, er habe mit seinen Äußerungen über den ukrainischen Nationalisten Stepan Bandera den Holocaust verharmlost. «Jeder, der mich kennt, weiß: immer habe ich den Holocaust auf das Schärfste verurteilt», schrieb Melnyk am Dienstag auf Twitter. Die Vorwürfe gegen ihn seien «absurd». Die «Bild» und die «Süddeutsche Zeitung» berichteten unter Berufung auf ukrainische Quellen, Melnyk solle abberufen werden und ins Außenministerium nach Kiew wechseln. Noch im Herbst könnte der 46-Jährige stellvertretender Außenminister werden, schrieb die «Bild».

Inhaftierte Basketballerin Griner schreibt an Biden

Die in Moskau inhaftierte Basketballerin Brittney Griner hat US-Präsident Joe Biden persönlich um Hilfe gebeten. Das Umfeld der 31-Jährigen verbreitete Auszüge eines Schreibens am Montag (Ortszeit), als in den USA der Nationalfeiertag begangen wurde. Das Weiße Haus bestätigte den Eingang des Briefes. Griner befindet sich wegen des Vorwurfs des Drogenbesitzes seit dem 17. Februar in russischem Gewahrsam, ihr Prozess begann am vorigen Freitag. Die Untersuchungshaft wurde zuletzt bis zum 20. Dezember verlängert.

Das wird am Mittwoch wichtig

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) stellt sich im Bundestag den Fragen der Abgeordneten. Es dürfte unter anderem um den Ukraine-Krieg und seine Auswirkungen auf Deutschland gehen, also auch um Inflation und Gasknappheit. In einer Online-Pressekonferenz mit Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) geht es um die Frage, was Städtepartnerschaften zur Unterstützung der Ukraine beitragen können.

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