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Berlin Marzahn Polizei Tankstelle Überfall

Mutmaßlicher Tankstellenräuber in Marzahn festgenommen

Ein mutmaßlicher Tankstellenräuber ist in Berlin-Marzahn festgenommen worden. Der junge Mann wird verdächtigt, hinter zwei Überfällen auf eine Tankstelle in der Ahrensfelder Chaussee zu stecken, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Anfang des Jahres soll der 19-Jährige dort zwei Mal mit vorgehaltenem Messer Geld erbeutet haben. Die Beamten beschlagnahmten mögliche Beweismittel in seiner Wohnung und nahmen ihn fest. Gegen ihn liegt nun ein Haftantrag wegen schweren Raubes vor.

Ein mutmaßlicher Tankstellenräuber ist in Berlin-Marzahn festgenommen worden. Der junge Mann wird verdächtigt, hinter zwei Überfällen auf eine Tankstelle in der Ahrensfelder Chaussee zu stecken, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Anfang des Jahres soll der 19-Jährige dort zwei Mal mit vorgehaltenem Messer Geld erbeutet haben. Die Beamten beschlagnahmten mögliche Beweismittel in seiner Wohnung und nahmen ihn fest. Gegen ihn liegt nun ein Haftantrag wegen schweren Raubes vor.

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Berlin Berlinale Deutschland Frankreich Goldener Bär Night Shyamalan

Berlinale 2022: Diese Filme sind im Rennen um Goldenen Bären

M. Night Shyamalan ist 2022 der Jurypräsident der Berlinale. Diese 18 Filme gilt es für ihn im Rennen um den Goldenen Bären zu bewerten.

Vom 10. bis zum 20. Februar finden die Internationalen Filmfestspiele Berlin, kurz die Berlinale, statt. In diesem Jahr wird „The Sixth Sense“-Regisseur M. Night Shyamalan (51) als Präsident die Wettbewerbsjury anführen. Nun haben die Veranstalter das vielfältige Teilnehmerfeld veröffentlicht. 18 Filme aus 15 Ländern werden im Wettbewerb der 72. Ausgabe der Veranstaltung um den Goldenen und mehrere Silberne Bären konkurrieren. Nur bei einem von ihnen wird es sich demnach nicht um die Weltpremiere handeln.

Das sei beim US-amerikanischen Beitrag „Call Jane“ mit Elizabeth Banks (47), Sigourney Weaver (72) und Kate Mara (38) der Fall. Das Drama soll bereits Ende Januar beim Sundance Film Festival seine Weltpremiere feiern.

Am häufigsten finden sich französische Produktionen im Wettbewerb: „Avec amour et acharnement“ mit Juliette Binoche (57), „Les passagers de la nuit“ mit Charlotte Gainsbourg (50) und „Peter von Kant“. Der Film von François Ozon (54) wird auch als Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale fungieren. Sechs weitere Filme sind französische Co-Produktionen.

Zahlreiche Co-Produktionen

Ein komplett deutscher Beitrag findet sich 2022 nicht im Teilnehmerfeld. Dafür die Co-Produktionen „A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe“ (Deutschland/Frankreich) mit Udo Kier (77), „Rimini“ (Österreich/Frankreich/Deutschland), „Drii Winter“ (Schweiz/Deutschland) und „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ (Deutschland/Frankreich).

Die weiteren Filme des Wettbewerbs sind: „Yin Ru Chen Yan“ (China), „Un été comme ça“ (Kanada), „Un año, una noche“ (Spanien/Frankreich), „So-seol-ga-ui Yeong-hwa“ (Südkorea), „Robe of Gems“ (Mexiko/Argentinien/USA), „Nana“ (Indonesien), „Leonora addio“ (Italien), „La ligne“ (Schweiz/Frankreich/Belgien), „Everything Will Be Ok“ (Frankreich/Kambodscha) sowie „Alcarràs“ (Spanien/Italien).

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Berlin Berlinale Deutschland Frankreich Goldener Bär Night Shyamalan

Berlinale 2022: Diese Filme sind im Rennen um Goldenen Bären

M. Night Shyamalan ist 2022 der Jurypräsident der Berlinale. Diese 18 Filme gilt es für ihn im Rennen um den Goldenen Bären zu bewerten.

Vom 10. bis zum 20. Februar finden die Internationalen Filmfestspiele Berlin, kurz die Berlinale, statt. In diesem Jahr wird „The Sixth Sense“-Regisseur M. Night Shyamalan (51) als Präsident die Wettbewerbsjury anführen. Nun haben die Veranstalter das vielfältige Teilnehmerfeld veröffentlicht. 18 Filme aus 15 Ländern werden im Wettbewerb der 72. Ausgabe der Veranstaltung um den Goldenen und mehrere Silberne Bären konkurrieren. Nur bei einem von ihnen wird es sich demnach nicht um die Weltpremiere handeln.

Das sei beim US-amerikanischen Beitrag „Call Jane“ mit Elizabeth Banks (47), Sigourney Weaver (72) und Kate Mara (38) der Fall. Das Drama soll bereits Ende Januar beim Sundance Film Festival seine Weltpremiere feiern.

Am häufigsten finden sich französische Produktionen im Wettbewerb: „Avec amour et acharnement“ mit Juliette Binoche (57), „Les passagers de la nuit“ mit Charlotte Gainsbourg (50) und „Peter von Kant“. Der Film von François Ozon (54) wird auch als Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale fungieren. Sechs weitere Filme sind französische Co-Produktionen.

Zahlreiche Co-Produktionen

Ein komplett deutscher Beitrag findet sich 2022 nicht im Teilnehmerfeld. Dafür die Co-Produktionen „A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe“ (Deutschland/Frankreich) mit Udo Kier (77), „Rimini“ (Österreich/Frankreich/Deutschland), „Drii Winter“ (Schweiz/Deutschland) und „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ (Deutschland/Frankreich).

Die weiteren Filme des Wettbewerbs sind: „Yin Ru Chen Yan“ (China), „Un été comme ça“ (Kanada), „Un año, una noche“ (Spanien/Frankreich), „So-seol-ga-ui Yeong-hwa“ (Südkorea), „Robe of Gems“ (Mexiko/Argentinien/USA), „Nana“ (Indonesien), „Leonora addio“ (Italien), „La ligne“ (Schweiz/Frankreich/Belgien), „Everything Will Be Ok“ (Frankreich/Kambodscha) sowie „Alcarràs“ (Spanien/Italien).

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Auto Berlin Bruder DDR Frau Frauen Jugend Kinder Lehrer Männer Missbrauch Opfer Schachtel Zigaretten Sexueller Missbrauch Tabuthema Verbrechen Westdeutschland

„Geschichten, die zählen“: 100 Opfer berichten im Netz über sexuellen Missbrauch als Kind

Sexueller Missbrauch von Kindern galt lange als Tabuthema. Auf dem Internetportal „Geschichten, die zählen“ melden sich nun 100 ehemalige Opfer zu Wort. Sie wollen mit ihren Berichten anderen Betroffenen Mut machen. 

Die Berichte sind bedrückend, oft auch verstörend. Sie handeln von zum Teil massiver Gewalt gegen Kinder, sexuellem Missbrauch in verschiedenen Formen, Vertrauensbrüchen und andauernder Hilflosigkeit. 100 inzwischen erwachsene Menschen berichten, was ihnen als Kind angetan wurde. Veröffentlicht wurden sie am Mittwoch von der seit 2016 arbeitenden Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs auf einer neuen Internetseite mit dem Titel: „Geschichten, die zählen“.

Täter kommen oft aus dem nahen Umfeld

Die Namen der Opfer aus den vergangenen Jahrzehnten und beiden deutschen Staaten sind geändert, aber die Ereignisse real. Von Übergriffen, Schlägen und Vergewaltigungen vor allem durch Männer in Familien, Heimen, Sportvereinen, Schulen und Kirchengemeinden berichten sie.

„An diesem Tag ging meine Kindheit zu Ende, ein absoluter Alptraum begann“, schreibt Irina über ihre Jugend Anfang der 80er Jahre in einem Dorf in der DDR. Ihr Vater ließ sie mit zwölf Jahren nackt tanzen und schlug sie mit einem Gürtel. Ihr Bruder missbrauchte und verkaufte sie. „Ich werde dieses Bild nie vergessen, als sein Freund ihm Geld und eine Schachtel Zigaretten gab. Von jenem Tag an, wurde ich regelmäßig zur Ware. Sie haben mir sehr wehgetan und mir meine Würde genommen.“

Später schickten ihre Eltern sie zu einem Bekannten, der ein Auto hatte und in den Wald fuhr. „Niemand kann es erahnen, was es für ein 15-jähriges Mädchen bedeutet, allein einem erwachsenen Mann ausgeliefert zu sein. Vier Jahre lang wurde ich gezwungen mit ihm mitzufahren.“

Täter sind überwiegend Männer

Eine andere Frau erzählt von dem Klassenlehrer, der sich Ende der 70er Jahre Schülerinnen hinter seinen Schreibtisch auf den Schoß holte. „Dabei ist er mit seinen Fingern in den Schlüpfer gegangen und hat uns an der Scheide angefasst.“ Die Mädchen hätten nie darüber gesprochen. „Lehrer waren damals Respektspersonen, und ich wäre nie auf die Idee gekommen, dies meinen Eltern zu erzählen. Ich dachte nicht, dass irgendjemand mir geglaubt hätte.“

STERN PAID Kindesmissbrauch Münster Mutter Prozess 20.30Nach einer früheren Studie der Kommission zur Missbrauchsaufarbeitung die von der Bundesregierung einberufen wurde, waren die Täter ganz überwiegend Männer. Nur 13 Prozent waren Frauen. Fast die Hälfte dieser Männer waren leibliche Väter, Pflegeväter und Stiefväter. Dann gab es andere Verwandte, Nachbarn, Erzieher, Betreuer, Sporttrainer und Pfarrer. Bei den Opfern waren die Zahlenverhältnisse umgekehrt: Knapp 90 Prozent waren Mädchen, 10 Prozent Jungen, die meist Pädophilen ausgeliefert waren.

Johann erinnerte sich erst mit über 50 Jahren konkret zurück an seine Kindheit in einer Klosterschule mit einem „brutalen Regiment“ in den 60er Jahren in Westdeutschland. „Mit elf Jahren, 300 Kilometer von zu Hause entfernt (…), wurde ich in der Kirche, nachts und nur mit einem Messdienergewand bekleidet, vergewaltigt. Wer der Täter war, weiß ich bis heute nicht.“ Im Beichtstuhl hieß es danach, das „Ritual“ müsse ein Beichtgeheimnis bleiben, bei Strafe der ewigen Verdammnis.

Sexueller Missbrauch tritt in vielen Formen auf

Der sexuelle Missbrauch ist unterschiedlich. Mal sind es sich wiederholende Berührungen, die die Täter als harmlos beschreiben. Von den Opfern werden sie als grenzüberschreitend und verstörend erlebt. Aber die Berichte handeln auch von brutalen Fesselungen und Vergewaltigungen.

Das Vorgehen der Täter ist unterschiedlich. Manche erschleichen sich die Sympathie und das Vertrauen ihrer Opfer, dann werden Fotos gemacht oder es beginnen Berührungen. In Familien geht es oft direkter zu. Die Kinder können diesem Missbrauch noch schwerer entkommen, weil die Familie sich nach außen abschottet.

Die meisten Opfer machten die Erfahrung, dass sie allein gelassen wurden. Mütter schwiegen, um die Familien zu erhalten. Schulbehörden und Lehrer sahen weg. Die Kirche in Westdeutschland versetzte auffällige Pfarrer – und ignorierte die Opfer. Die Jugend- und Sportorganisationen in der DDR leugneten die Vorkommnisse.

Über die tatsächliche Verbreitung sexueller Gewalt gibt es angesichts hoher Dunkelziffern wenig verlässliche Daten. Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen von 2011 ergab, dass rund 7 Prozent der befragten Frauen und 1,5 Prozent der befragten Männer über frühere Erfahrungen als Opfer berichteten.Prinz Andrew FS 18.00

Berichte sollen bei Verarbeitung helfen

Die zunächst ausgewählten 100 Berichte auf dem neuen Portal lassen sich auswählen und sortieren nach dem Umfeld der Taten, den Jahrzehnten von 1950 bis zur Gegenwart, Bundesrepublik oder DDR und dem Geschlecht der Opfer. Weitere Schilderungen sollen folgen. Bei der Kommission meldeten sich bis heute fast 3000 Betroffene und Zeitzeugen.

„Nichts ist eindrücklicher als die Berichte der Betroffenen selbst“, begründete Brigitte Tilmann von der Aufarbeitungskommission das Projekt. „Nur so werden hinter dem Begriff Missbrauch die konkreten Erfahrungen der sexuellen Gewalt sichtbar.“ Viele Opfer hätten geschrieben, sie wollten mit ihrem Bericht anderen Betroffenen Mut machen. Wichtig sei die Botschaft, nicht alleine zu sein mit den Erfahrungen.

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„Geschichten, die zählen“: 100 Opfer berichten im Netz über sexuellen Missbrauch als Kind

Sexueller Missbrauch von Kindern galt lange als Tabuthema. Auf dem Internetportal „Geschichten, die zählen“ melden sich nun 100 ehemalige Opfer zu Wort. Sie wollen mit ihren Berichten anderen Betroffenen Mut machen. 

Die Berichte sind bedrückend, oft auch verstörend. Sie handeln von zum Teil massiver Gewalt gegen Kinder, sexuellem Missbrauch in verschiedenen Formen, Vertrauensbrüchen und andauernder Hilflosigkeit. 100 inzwischen erwachsene Menschen berichten, was ihnen als Kind angetan wurde. Veröffentlicht wurden sie am Mittwoch von der seit 2016 arbeitenden Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs auf einer neuen Internetseite mit dem Titel: „Geschichten, die zählen“.

Täter kommen oft aus dem nahen Umfeld

Die Namen der Opfer aus den vergangenen Jahrzehnten und beiden deutschen Staaten sind geändert, aber die Ereignisse real. Von Übergriffen, Schlägen und Vergewaltigungen vor allem durch Männer in Familien, Heimen, Sportvereinen, Schulen und Kirchengemeinden berichten sie.

„An diesem Tag ging meine Kindheit zu Ende, ein absoluter Alptraum begann“, schreibt Irina über ihre Jugend Anfang der 80er Jahre in einem Dorf in der DDR. Ihr Vater ließ sie mit zwölf Jahren nackt tanzen und schlug sie mit einem Gürtel. Ihr Bruder missbrauchte und verkaufte sie. „Ich werde dieses Bild nie vergessen, als sein Freund ihm Geld und eine Schachtel Zigaretten gab. Von jenem Tag an, wurde ich regelmäßig zur Ware. Sie haben mir sehr wehgetan und mir meine Würde genommen.“

Später schickten ihre Eltern sie zu einem Bekannten, der ein Auto hatte und in den Wald fuhr. „Niemand kann es erahnen, was es für ein 15-jähriges Mädchen bedeutet, allein einem erwachsenen Mann ausgeliefert zu sein. Vier Jahre lang wurde ich gezwungen mit ihm mitzufahren.“

Täter sind überwiegend Männer

Eine andere Frau erzählt von dem Klassenlehrer, der sich Ende der 70er Jahre Schülerinnen hinter seinen Schreibtisch auf den Schoß holte. „Dabei ist er mit seinen Fingern in den Schlüpfer gegangen und hat uns an der Scheide angefasst.“ Die Mädchen hätten nie darüber gesprochen. „Lehrer waren damals Respektspersonen, und ich wäre nie auf die Idee gekommen, dies meinen Eltern zu erzählen. Ich dachte nicht, dass irgendjemand mir geglaubt hätte.“

STERN PAID Kindesmissbrauch Münster Mutter Prozess 20.30Nach einer früheren Studie der Kommission zur Missbrauchsaufarbeitung die von der Bundesregierung einberufen wurde, waren die Täter ganz überwiegend Männer. Nur 13 Prozent waren Frauen. Fast die Hälfte dieser Männer waren leibliche Väter, Pflegeväter und Stiefväter. Dann gab es andere Verwandte, Nachbarn, Erzieher, Betreuer, Sporttrainer und Pfarrer. Bei den Opfern waren die Zahlenverhältnisse umgekehrt: Knapp 90 Prozent waren Mädchen, 10 Prozent Jungen, die meist Pädophilen ausgeliefert waren.

Johann erinnerte sich erst mit über 50 Jahren konkret zurück an seine Kindheit in einer Klosterschule mit einem „brutalen Regiment“ in den 60er Jahren in Westdeutschland. „Mit elf Jahren, 300 Kilometer von zu Hause entfernt (…), wurde ich in der Kirche, nachts und nur mit einem Messdienergewand bekleidet, vergewaltigt. Wer der Täter war, weiß ich bis heute nicht.“ Im Beichtstuhl hieß es danach, das „Ritual“ müsse ein Beichtgeheimnis bleiben, bei Strafe der ewigen Verdammnis.

Sexueller Missbrauch tritt in vielen Formen auf

Der sexuelle Missbrauch ist unterschiedlich. Mal sind es sich wiederholende Berührungen, die die Täter als harmlos beschreiben. Von den Opfern werden sie als grenzüberschreitend und verstörend erlebt. Aber die Berichte handeln auch von brutalen Fesselungen und Vergewaltigungen.

Das Vorgehen der Täter ist unterschiedlich. Manche erschleichen sich die Sympathie und das Vertrauen ihrer Opfer, dann werden Fotos gemacht oder es beginnen Berührungen. In Familien geht es oft direkter zu. Die Kinder können diesem Missbrauch noch schwerer entkommen, weil die Familie sich nach außen abschottet.

Die meisten Opfer machten die Erfahrung, dass sie allein gelassen wurden. Mütter schwiegen, um die Familien zu erhalten. Schulbehörden und Lehrer sahen weg. Die Kirche in Westdeutschland versetzte auffällige Pfarrer – und ignorierte die Opfer. Die Jugend- und Sportorganisationen in der DDR leugneten die Vorkommnisse.

Über die tatsächliche Verbreitung sexueller Gewalt gibt es angesichts hoher Dunkelziffern wenig verlässliche Daten. Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen von 2011 ergab, dass rund 7 Prozent der befragten Frauen und 1,5 Prozent der befragten Männer über frühere Erfahrungen als Opfer berichteten.Prinz Andrew FS 18.00

Berichte sollen bei Verarbeitung helfen

Die zunächst ausgewählten 100 Berichte auf dem neuen Portal lassen sich auswählen und sortieren nach dem Umfeld der Taten, den Jahrzehnten von 1950 bis zur Gegenwart, Bundesrepublik oder DDR und dem Geschlecht der Opfer. Weitere Schilderungen sollen folgen. Bei der Kommission meldeten sich bis heute fast 3000 Betroffene und Zeitzeugen.

„Nichts ist eindrücklicher als die Berichte der Betroffenen selbst“, begründete Brigitte Tilmann von der Aufarbeitungskommission das Projekt. „Nur so werden hinter dem Begriff Missbrauch die konkreten Erfahrungen der sexuellen Gewalt sichtbar.“ Viele Opfer hätten geschrieben, sie wollten mit ihrem Bericht anderen Betroffenen Mut machen. Wichtig sei die Botschaft, nicht alleine zu sein mit den Erfahrungen.

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Auto Berlin Bruder DDR Frau Frauen Jugend Kinder Lehrer Männer Missbrauch Opfer Schachtel Zigaretten Sexueller Missbrauch Tabuthema Verbrechen Westdeutschland

Sexueller Missbrauch als Kind: 100 Opfer berichten im Netz

Es war fast immer ein Tabuthema: Sexueller Missbrauch von Kindern. Die Opfer waren stumm aus Scham und Angst, die Gesellschaften sahen nicht hin und die Täter schwiegen sowieso. Erst langsam werden die Verbrechen bekannt, weil mehr Opfer sprechen.

Die Berichte sind bedrückend, oft auch verstörend. Sie handeln von zum Teil massiver Gewalt gegen Kinder, sexuellem Missbrauch in verschiedenen Formen, Vertrauensbrüchen und andauernder Hilflosigkeit. 100 inzwischen erwachsene Menschen berichten, was ihnen als Kind angetan wurde. Veröffentlicht wurden sie am Mittwoch von der seit 2016 arbeitenden Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs auf einer neuen Internetseite mit dem Titel: «Geschichten, die zählen».

Die Namen der Opfer aus den vergangenen Jahrzehnten und beiden deutschen Staaten sind geändert, aber die Ereignisse real. Von Übergriffen, Schlägen und Vergewaltigungen vor allem durch Männer in Familien, Heimen, Sportvereinen, Schulen und Kirchengemeinden berichten sie.

«An diesem Tag ging meine Kindheit zu Ende, ein absoluter Alptraum begann», schreibt Irina über ihre Jugend Anfang der 80er Jahre in einem Dorf in der DDR. Ihr Vater ließ sie mit zwölf Jahren nackt tanzen und schlug sie mit einem Gürtel. Ihr Bruder missbrauchte und verkaufte sie. «Ich werde dieses Bild nie vergessen, als sein Freund ihm Geld und eine Schachtel Zigaretten gab. Von jenem Tag an, wurde ich regelmäßig zur Ware. Sie haben mir sehr wehgetan und mir meine Würde genommen.»

Später schickten ihre Eltern sie zu einem Bekannten, der ein Auto hatte und in den Wald fuhr. «Niemand kann es erahnen, was es für ein 15-jähriges Mädchen bedeutet, allein einem erwachsenen Mann ausgeliefert zu sein. Vier Jahre lang wurde ich gezwungen mit ihm mitzufahren.»

Eine andere Frau erzählt von dem Klassenlehrer, der sich Ende der 70er Jahre Schülerinnen hinter seinen Schreibtisch auf den Schoß holte. «Dabei ist er mit seinen Fingern in den Schlüpfer gegangen und hat uns an der Scheide angefasst.» Die Mädchen hätten nie darüber gesprochen. «Lehrer waren damals Respektspersonen, und ich wäre nie auf die Idee gekommen, dies meinen Eltern zu erzählen. Ich dachte nicht, dass irgendjemand mir geglaubt hätte.»

Nach einer früheren Studie der Kommission zur Missbrauchsaufarbeitung die von der Bundesregierung einberufen wurde, waren die Täter ganz überwiegend Männer. Nur 13 Prozent waren Frauen. Fast die Hälfte dieser Männer waren leibliche Väter, Pflegeväter und Stiefväter. Dann gab es andere Verwandte, Nachbarn, Erzieher, Betreuer, Sporttrainer und Pfarrer. Bei den Opfern waren die Zahlenverhältnisse umgekehrt: Knapp 90 Prozent waren Mädchen, 10 Prozent Jungen, die meist Pädophilen ausgeliefert waren.

Johann erinnerte sich erst mit über 50 Jahren konkret zurück an seine Kindheit in einer Klosterschule mit einem «brutalen Regiment» in den 60er Jahren in Westdeutschland. «Mit elf Jahren, 300 Kilometer von zu Hause entfernt (…), wurde ich in der Kirche, nachts und nur mit einem Messdienergewand bekleidet, vergewaltigt. Wer der Täter war, weiß ich bis heute nicht.» Im Beichtstuhl hieß es danach, das «Ritual» müsse ein Beichtgeheimnis bleiben, bei Strafe der ewigen Verdammnis.

Der sexuelle Missbrauch ist unterschiedlich. Mal sind es sich wiederholende Berührungen, die die Täter als harmlos beschreiben. Von den Opfern werden sie als grenzüberschreitend und verstörend erlebt. Aber die Berichte handeln auch von brutalen Fesselungen und Vergewaltigungen.

Das Vorgehen der Täter ist unterschiedlich. Manche erschleichen sich die Sympathie und das Vertrauen ihrer Opfer, dann werden Fotos gemacht oder es beginnen Berührungen. In Familien geht es oft direkter zu. Die Kinder können diesem Missbrauch noch schwerer entkommen, weil die Familie sich nach außen abschottet.

Die meisten Opfer machten die Erfahrung, dass sie allein gelassen wurden. Mütter schwiegen, um die Familien zu erhalten. Schulbehörden und Lehrer sahen weg. Die Kirche in Westdeutschland versetzte auffällige Pfarrer – und ignorierte die Opfer. Die Jugend- und Sportorganisationen in der DDR leugneten die Vorkommnisse.

Über die tatsächliche Verbreitung sexueller Gewalt gibt es angesichts hoher Dunkelziffern wenig verlässliche Daten. Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen von 2011 ergab, dass rund 7 Prozent der befragten Frauen und 1,5 Prozent der befragten Männer über frühere Erfahrungen als Opfer berichteten.

Die zunächst ausgewählten 100 Berichte auf dem neuen Portal lassen sich auswählen und sortieren nach dem Umfeld der Taten, den Jahrzehnten von 1950 bis zur Gegenwart, Bundesrepublik oder DDR und dem Geschlecht der Opfer. Weitere Schilderungen sollen folgen. Bei der Kommission meldeten sich bis heute fast 3000 Betroffene und Zeitzeugen.

«Nichts ist eindrücklicher als die Berichte der Betroffenen selbst», begründete Brigitte Tilmann von der Aufarbeitungskommission das Projekt. «Nur so werden hinter dem Begriff Missbrauch die konkreten Erfahrungen der sexuellen Gewalt sichtbar.» Viele Opfer hätten geschrieben, sie wollten mit ihrem Bericht anderen Betroffenen Mut machen. Wichtig sei die Botschaft, nicht alleine zu sein mit den Erfahrungen.

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Berlin Bundespräsident Coronavirus Frank-Walter Steinmeier

Bundespräsident: Steinmeier: Mehrheit im Land sollte nicht still bleiben

Proteste von Pandemie-Leugnern und rechtsradikalen Kräften werden lauter und lauter. Die «schweigende Mehrheit» der Menschen müsse ihnen deutlich entgegentreten, fordert der Bundespräsident.

In der sich verschärfenden Auseinandersetzung über den richtigen Corona-Kurs hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dazu aufgerufen, den Pandemie-Leugnern nicht das Feld zu überlassen.

Die große, oft stille Mehrheit in unserem Land handele seit Monaten solidarisch und verantwortungsvoll, sagte Steinmeier am Mittwoch in Berlin. «Nur fürchte ich, diese Mehrheit darf nicht still bleiben, wenn Extremisten die Axt ans demokratische Urvertrauen legen.»

Jeder in Deutschland habe das Recht, gegen Corona-Maßnahmen friedlich zu protestieren, betonte Steinmeier bei einer Diskussionsrunde mit ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern. «Ich sehe aber mit Sorge, dass radikale, vor allem rechtsextreme Kräfte, denen es nicht um Corona geht, sondern die unseren demokratischen Rechtsstaat angreifen, dass die die Proteste für ihre Zwecke instrumentalisieren und zunehmend andere vor ihren demokratiefeindlichen Karren spannen.»

Die Gewalt bei diesen Protesten nehme zu. «Unser Rechtsstaat muss solche Angriffe mit aller Härte ahnden». Das sei aber nur der eine Teil. «Der andere Teil, denke ich, geht uns alle an. Wenn sogenannte Spaziergänger von einer «Corona-Diktatur» schwurbeln, dann steckt darin nicht nur Verachtung für staatliche Institutionen. Sondern das beleidigt uns alle! Denn wir alle sind diese Demokratie! Wir alle ringen darum, das Richtige zu tun in dieser zermürbenden Pandemie.»

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Berlin BVB DFB DFB-Pokal FC St. Pauli Fernsehabend Pro7 Rosamunde Pilcher Ruby O . Fee Sat.1

Einschaltquoten: 5,75 Millionen Zuschauer bei BVB-Pokalpleite

Das DFB-Achtelfinale dominierte den Fernsehabend am Dienstag im Ersten. Für die Rosamund-Pilcher-Verfilmung im Zweiten entschieden sich deutlich weniger Zuschauerinnen und Zuschauer.

Das Aus für Borussia Dortmund im Achtelfinale des DFB-Pokals war am Dienstagabend das wichtigste Fernseh-Ereignis. 5,75 Millionen Menschen (19,9 Prozent) verfolgten ab 20.45 Uhr im Ersten, wie der Titelverteidiger auswärts mit 1:2 am FC St. Pauli scheiterte.

Für die ZDF-Romanze «Rosamunde Pilcher: Nanny verzweifelt gesucht» mit Ruby O. Fee und Marc Schöttner konnten sich 4,43 Millionen (14,5 Prozent) begeistern. Beim Prominenten-Quiz «Wer stiehlt mir die Show?» jagte Anke Engelke Joko Winterscheidt den Quizmasterjob ab, das schauten sich auf ProSieben 1,77 Millionen (6,5 Prozent) an.

Sat.1 strahlte die US-Krimiserie «Navy CIS» aus, 1,72 Millionen (5,5 Prozent) waren am Bildschirm dabei. Der Krimi «Die Toten vom Bodensee: Fluch aus der Tiefe» mit Matthias Koeberlin und Nora von Waldstätten auf ZDFneo lockte 1,56 Millionen (5,0 Prozent) an.

Die RTL-Berufsdoku «Undercover Boss» sahen 1,44 Millionen (4,8 Prozent). Mit der RTLzwei-Realityreihe «Hartz und herzlich – Tag für Tag Benz-Baracken» verbrachten 970.000 Leute (3,2 Prozent) den Abend. Das Musik-Quiz «Die Hitwisser» auf Vox holten sich 770.000 Menschen (3,1 Prozent) ins Haus. Die Komödie «Der Ja-Sager» mit Jim Carrey und Zooey Deschanel auf Kabel eins hatte 540.000 Zuschauer (1,8 Prozent).

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Berlin Brandenburg Daniel Keller Hans-Christoph Berndt Potsdam SPD

Koalition will Berlin-Brandenburg zu «Gewinnerregion» machen

Die rot-schwarz-grüne Koalition im Brandenburger Landtag sieht Berlin und Brandenburg auf dem Weg zu einer «Gewinnerregion» – aber ohne neue Debatte über eine Fusion. «Es besteht hier eine historische Chance, von Nachbarn zu Partnern zu werden», sagte SPD-Fraktionschef Daniel Keller am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde des Landtages in Potsdam. Die Region Berlin-Brandenburg könne zu einer Modellregion für die moderne Arbeitswelt werden. Es gehe vor allem darum, die täglichen Probleme zu lösen. «Deshalb brauchen wir keine neuen Überlegungen für Länderzusammenschlüsse.»

Die rot-schwarz-grüne Koalition im Brandenburger Landtag sieht Berlin und Brandenburg auf dem Weg zu einer «Gewinnerregion» – aber ohne neue Debatte über eine Fusion. «Es besteht hier eine historische Chance, von Nachbarn zu Partnern zu werden», sagte SPD-Fraktionschef Daniel Keller am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde des Landtages in Potsdam. Die Region Berlin-Brandenburg könne zu einer Modellregion für die moderne Arbeitswelt werden. Es gehe vor allem darum, die täglichen Probleme zu lösen. «Deshalb brauchen wir keine neuen Überlegungen für Länderzusammenschlüsse.»

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Hans-Christoph Berndt fragte, was eine «Gewinnerregion» sei. «Ist das eine Region, die durch Windmühlen verschandelt wird, eine Region, in der ungebremste illegale Einwanderung stattfindet und eine Region, in der Industrieanlagen ausgerechnet in Natur- in Wasserschutzgebieten angesiedelt werden?», sagte Berndt mit Blick auf Tesla. Das Fabrikgelände des US-Elektroautobauers liegt teilweise in einem Wasserschutzgebiet und nahe einem Naturschutzgebiet.

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AOK Berlin Coronavirus Höchststand

Krankenkassen verzeichnen deutlichen Anstieg bei Corona-Krankentagen im November

Die Zahl der Krankentage wegen Corona hat Daten der AOK zufolge im November 2021 einen vorläufigen Höchststand erreicht.

Die Zahl der Krankentage wegen Corona hat Daten der AOK zufolge im November 2021 einen vorläufigen Höchststand erreicht. Mehr als 20 Prozent aller bisher an Covid-19 erkrankten AOK-Mitglieder hätten in diesem Monat ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erhalten, teilte das wissenschaftliche Institut der Krankenkasse am Mittwoch in Berlin mit. Die betrieblichen Krankenkassen registrierten einen deutlichen Anstieg der Fehlzeiten wegen Corona im Vergleich zum Vorjahr.

Eineinhalb Prozent der bei ihnen registrierten Arbeitsunfähigkeitstage im November 2021 seien die Folge einer Covid-19-Erkrankung gewesen, teilte der BKK-Dachverband in Berlin mit. Im November 2020 seien es nur 1,1 Prozent gewesen. Die Auswertung basierte auf den Daten von rund vier Millionen berufstätigen Versicherten von Betriebskrankenkassen.

Von den 13,4 Millionen bei der AOK versicherten Erwerbstätigen wurden zwischen März 2020 und November 2021 knapp 700.000 mindestens einmal wegen Covid-19 krank geschrieben, wie die Krankenkasse weiter erklärte. Damit seien in den ersten 21 Monaten seit Beginn der Pandemie 5,1 Prozent der AOK-Mitglieder im Zusammenhang mit Covid-19 krankheitsbedingt an ihrem Arbeitsplatz ausgefallen. Vor allem Beschäftigte in den Branchen Erziehung und Altenpflege seien betroffen gewesen.

Auch der BKK-Dachverband berichtete, dass Beschäftigte in den systemrelevanten Berufen deutlich mehr Arbeitsunfähigkeitsfälle wegen Covid-19 aufwiesen als andere Branchen. Frauen seien durchschnittlich häufiger und länger coronakrank als Männer. Das könne daran liegen, dass sie häufiger in pflegerischen und erzieherischen Berufen arbeiteten.

Im November 2021 gab es laut AOK allerdings eine Verschiebung: In den 20 am häufigsten betroffenen Branchen fänden sich nun auch Fahrzeugtechnik, Metallverarbeitung, Maschinenbau und Betriebstechnik. „Die Daten aus dem November 2021 zeigen, dass infolge der aktuellen Omikron-Welle eine flächendeckende Betroffenheit in einer Vielzahl von verschiedenen Berufsgruppen zu erwarten ist“, erklärte der stellvertretende Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, Helmut Schröder.

Laut Auswertung der Betriebskrankenkassen waren Beschäftigte im Schnitt 9,6 Tage wegen Corona krank geschrieben. Am häufigsten erkrankten jüngere Versicherte zwischen 15 und 24 Jahren. Das liege „vermutlich an den niedrigeren Impfquoten insbesondere in der Gruppe der unter 18-Jährigen“, erklärte Vorstand Franz Knieps. Corona-Höchstwerte erzielten vor allem Bundesländer mit niedriger Impfquote. Mit 59,6 Arbeitsunfähigkeitsfällen auf 10.000 Beschäftigte liege Sachsen an der Spitze, gefolgt von Bayern und Thüringen.

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