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Börsenkurse sinken nach Zinserhöhung der Fed

Die kräftige Leitzinserhöhung in den USA hat die Börsenkurse auf Talfahrt geschickt. Der Deutsche Aktienindex (Dax) öffnete am Donnerstag im Minus, ebenso die Börsen in Paris und London. Auch der Nikkei in Japan schloss 0,58 Prozent im Minus. 

An der Börse in Frankfurt am Main öffnete der Dax 1,84 Prozent im Minus bei 12.528,37 Punkten. In Paris gaben die Kurse zu Handelsbeginn um 1,70 Prozent nach, in London um 0,92 Prozent. Die Anleger hatten die kräftige Zinserhöhung der US-Notenbank zwar erwartet, waren aber überrascht von den Aussichten auf die kommenden Jahre: So sieht die Fed den Leitzins im kommenden Jahr bei über 4,5 Prozent, die Experten rechnen nicht mit einer Senkung vor 2024. 

In Japan teilte die Zentralbank am Donnerstag mit, sie setze weiter auf eine expansive Geldpolitik. Daraufhin stieg der Kurs des Dollar zum Yen kurzzeitig auf ein 24-Jahres-Hoch. Die Kurse an der Börse in Tokio fielen dennoch – Experten führen das auch auf die Erwartung einer schwächeren Konjunktur weltweit zurück: Exportunternehmen fürchteten ein Abflauen der Konjunktur wegen der Zinserhöhungen, erklärten etwa die Analysten von Daiwa Securities. 

In den USA fielen die Kurse ebenfalls; der Dollar erreichte ein 20-Jahres-Hoch. Höhere Zinsen machen eine Anlage in Dollar und in Staatspapiere attraktiver – in Unternehmen dagegen unattraktiver.

Die US-Notenbank Fed erhöhte den Leitzins im Kampf gegen die hohe Inflation erneut kräftig um 0,75 Punkte auf 3,0 bis 3,25 Prozent. Fed-Chef Jerome Powell räumte ein, dass der Kurs der hohen Zinsen eine Periode des verlangsamten Wachstums und der wachsenden Arbeitslosigkeit mit sich bringe. 

Doch nannte er die Eindämmung der Preissteigerung als wichtigstes Ziel: „Wir müssen die Inflation überwinden. Ich wünsche mir, es gäbe einen schmerzfreien Weg, dies zu tun. Aber den gibt es nicht.“

Powell betonte, dass aufgrund der historischen Erfahrungen eine vorzeitige Lockerung der Geldpolitik nicht ratsam sei. Die Fed werde deshalb ihren derzeitigen Kurs gegen die Inflation weiterverfolgen, „bis der Job erledigt ist“. 

Für das laufende Jahr senkte die Fed ihre Wachstumsprognose deutlich ab. Sie erwartet nur noch ein minimales Wirtschaftswachstum in den USA von 0,2 Prozent. Im Juni war sie noch von einer Steigerung um 1,7 Prozent ausgegangen. Für 2023 erwarten die Fachleute der Fed nun ein Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent.

Beim Leitzins ist es bereits die fünfte Erhöhung in diesem Jahr und die dritte Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte in Folge. Auf derart drastische Maßnahmen hatte die Fed zuletzt in den 70er und 80er Jahren zurückgegriffen. Damals war die Folge ebenfalls eine tiefe Rezession gewesen.

Die Inflation in den USA war im Juni auf 9,1 Prozent gestiegen, den höchsten Wert seit über 40 Jahren. Im Juli ging sie zwar leicht auf 8,5 Prozent zurück und im August auf 8,3 Prozent im Jahresvergleich. Das ist aber nach Einschätzung der Fed noch immer viel zu hoch.

Auch in Großbritannien setzt die Zentralbank im Kampf gegen die Teuerung auf eine weitere Erhöhung des Leitzinses. Beobachter erwarten, dass sie den Satz am Donnerstag um 0,5 Punkte auf 2,24 Prozent anhebt. 

ilo/hcy

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1980er Coronavirus Deutschland Europa Inflation IWF Jerome Powell Konjunktur Kristalina Georgiewa Lateinamerika Leitzins Schuldenkrise US-Dollar US-Notenbank USA Zinsschritt

Konjunktur: Fed erhöht Leitzins – weltweite Schuldenkrise befürchtet

Die US-Notenbank geht energisch gegen die Inflation vor. Einige fragen sich: Übertreibt es die Fed? Die Zinspolitik der Zentralbanker könnte nicht nur die USA in eine Rezession stürzen. Sie ist weltweit zu spüren.

Mit ihrem dritten ungewöhnlich kräftigen Zinsschritt nacheinander setzt die US-Notenbank ihren aggressiven Kampf gegen die Inflation fort. Die strenge Geldpolitik soll die Teuerungsrate in den USA endlich spürbar senken.

Die Fed erhöhte am Mittwoch ihren Leitzins erneut um 0,75 Prozentpunkte – und Fed-Chef Jerome Powell machte deutlich, dass mit den großen Zinsschritten noch lange nicht Schluss ist. „Ohne Preisstabilität funktioniert die Wirtschaft für niemanden“, sagte er. Doch die Entscheidung der Zentralbanker hat nicht nur Auswirkungen auf die größte Volkswirtschaft der Welt, sondern auch auf wirtschaftsschwächere Staaten. Und auch Deutschland bekommt die Folgen der US-Zinspolitik zu spüren.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgiewa, warnt seit Monaten vor einer Schuldenkrise für Länder mit mittlerem und niedrigem Einkommen. „Wir müssen erkennen, dass es eine tektonische Verschiebung gibt“, sagte sie etwa im Juli. Die Welt sei schockanfälliger geworden. Aktuell führten die Auswirkungen der Lieferkettenunterbrechungen wegen der Corona-Pandemie und des „Schreckens eines erneuten Krieges in Europa“ zu einer galoppierenden Inflation. Die Zentralbanken konzentrierten sich zwar zu Recht darauf, diese mit Zinserhöhungen zu bekämpfen, betonte die IWF-Chefin. Doch mit den Zinserhöhungen der Zentralbanken verschärften sich die globalen Finanzbedingungen stärker als bisher angenommen.

Zinsen treiben US-Dollar in die Höhe

Das Hauptproblem: Die hohen Zinssätze treiben den US-Dollar in die Höhe – zum Nachteil anderer Länder. Denn nicht nur Importe werden teurer, sondern auch die Bedienung von Krediten. Die straffe Geldpolitik der US-Notenbank bekommen daher vor allem einkommensschwächere Länder zu spüren, die sich während der Pandemie hoch verschuldet haben und ihre Kredite in US-Dollar aufgenommen haben – selbst aber keine Dollars verdienen. Die höheren Zinsen verteuern diese Kredite.

Das passiert zu einem Zeitpunkt, an dem die Inflation viele Länder in Zentralasien, Lateinamerika und südlich der Sahara in Afrika ohnehin schon in Nöte bringt. Die steigenden Zinssätze verschlimmern die Lage. Hinzu kommt, dass bei hohen Zinsen in den USA Kapital aus Entwicklungs- und Schwellenländern abfließen kann. Denn steigen die Zinssätze in den USA, werden Anlagen dort attraktiver. Anleger, die aktuell in einkommensschwächeren Ländern investieren, könnten sich dazu entscheiden, stattdessen auf den nun attraktiveren US-Markt auszuweichen. Für die betroffenen Länder hat das schwerwiegende Folgen, denn sie dürften sich noch schwerer von den katastrophalen Auswirkungen der Pandemie erholen.

Die US-Zinspolitik kann in einkommensschwachen Ländern eine ernsthafte Wirtschaftskrise auslösen – wie auch die Geschichte zeigt. Die Folgen des sogenannten Volcker-Schocks sind dabei besonders in Erinnerung geblieben. Der legendäre Fed-Chef Paul Volcker erhöhte in den 1980er Jahren im Kampf gegen die Inflation drastisch die Zinsen. Das Wirtschaftswachstum in den USA wurde gebremst. Das riss aber auch andere Volkswirtschaften mit nach unten. Länder wie Mexiko und Chile schlitterten in eine schwere Schuldenkrise, von der sie sich jahrelang nicht erholten. In Lateinamerika sprach man gar von einem verlorenen Jahrzehnt. Auch in späteren Jahren hatten Zinsanhebungen der Fed immer wieder auch wirtschaftliche Folgen für Entwicklungs- und Schwellenländer.

Ökonominnen und Ökonomen warnen nun davor, dass sich diese Szenarien wiederholen könnten – mit verheerenden Konsequenzen für die Menschen in diesen Staaten. „Hohe Inflation, steigende Zinssätze und ein sich verlangsamendes Wachstum haben die Voraussetzungen für Finanzkrisen geschaffen, wie sie Anfang der 1980er Jahre eine Reihe von Entwicklungsländern heimgesucht haben“, schrieben Sebastian Essl und Marcello Estevão von der Weltbank bereits im Juni.

US-Zinspolitik setzt Euro unter Druck

Auch Deutschland als Exportnation dürfte die Auswirkungen einer solchen Schuldenkrise zu spüren bekommen. Denn die deutschen Exporte könnten gefährdet werden, wenn sich in anderen Ländern die wirtschaftliche Lage drastisch verschlechtert.

Die Zinspolitik der Fed setzt auch den Euro massiv unter Druck. Die Gemeinschaftswährung fiel im späten US-Währungshandel am Mittwoch wieder unter den US-Dollar und sogar auf den niedrigsten Stand seit Ende 2002. Im Sommer war ein Euro erstmals seit rund zwei Jahrzehnten weniger wert als ein Dollar. Die Europäische Zentralbank hat viel später als die Fed angefangen, die Zinsen zu erhöhen.

Auf die Frage, ob die Fed auch die Entwicklungen im Rest der Welt im Blick habe und damit auch eine mögliche globale Rezession, sagte Fed-Chef Powell: „Wir sind uns sehr bewusst, was in anderen Volkswirtschaften auf der ganzen Welt vor sich geht und was das für uns bedeutet – und umgekehrt.“ Man versuche sich natürlich abzustimmen, aber das sei bei den unterschiedlichen Zinsniveaus schon auch schwierig. Sein Resümee: „Wir befinden uns alle in sehr unterschiedlichen Situationen.“

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Arbeitslosenquote Arbeitsmarkt Federal Reserve System Inflation Jerome Powell Konjunktur Leitzins Rezession US-Notenbank USA

Konjunktur: „Gibt keinen schmerzlosen Weg“: Fed erhöht Leitzins erneut

Höhere Leitzinsen helfen, die Inflationsrate zu senken. In den USA ist das dringend notwendig. Die Fed macht klar, dass sie daher weiter an der Zinsschraube drehen wird.

Die US-Notenbank setzt ihren energischen Kampf gegen die hohe Inflation fort und dreht erneut kräftig an der Zinsschraube: Sie erhöht ihren Leitzins zum dritten Mal in Folge um 0,75 Prozentpunkte, wie die Federal Reserve (Fed) mitteilte.

Damit liegt er nun in der Spanne von 3 bis 3,25 Prozent, der höchste Stand seit 14 Jahren. Mit der strengen Geldpolitik wächst das Risiko, dass die Zentralbank die Wirtschaft bald so stark ausbremst, dass Arbeitsmarkt und Konjunktur abgewürgt werden. „Ich wünschte, es gebe einen schmerzlosen Weg“, sagte Fed-Chef Jerome Powell. „Den gibt es nicht.“

Der neuerliche Schritt war zwar erwartet worden – ist aber dennoch beachtlich. Gewöhnlich zieht es die Fed vor, den Leitzins in Schritten von 0,25 Prozentpunkten anzuheben. Bereits im Juni und Juli hatte die Fed den Leitzins um jeweils 0,75 Prozentpunkte angehoben. Manche Analysten hatten aufgrund jüngster Daten zur anhaltend hohen Teuerungsrate in den vergangenen Tagen sogar gemutmaßt, dass die Fed die Märkte mit einer Erhöhung um einen Prozentpunkt überraschen könnte. Powell machte deutlich, dass weitere hohe Zinserhöhungen anstehen. Das zeigen auch die Prognosen der Zentralbank.

Im Juni rechneten die Entscheider der Fed zum Jahresende im Mittel noch mit einem Leitzins von 3,4 Prozent. Nun gehen sie von 4,4 Prozent in diesem Jahr und 4,6 Prozent im kommenden Jahr aus. Die Fed sagt außerdem in diesem Jahr ein deutlich geringeres Wirtschaftswachstum voraus als noch vor drei Monaten angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft soll demnach nur noch um 0,2 Prozent wachsen. Fed-Chef Powell machte deutlich, einen Wachstumsrückgang im Kampf gegen die Inflation in Kauf zu nehmen.

Die US-Notenbank rechnet im laufenden Jahr auch mit einer etwas höheren Inflationsrate als zuvor angenommen. Zuletzt war die Enttäuschung darüber groß, dass die Dynamik des Preisanstiegs im August weniger als erwartet nachließ. Zwar hatte sich die Jahresinflationsrate von 8,5 Prozent im Vormonat auf 8,3 Prozent abgeschwächt. Analysten hatten jedoch im Schnitt mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. All diese Daten setzen die Fed sehr unter Druck.

Besondere Sorge bereitet Fed-Chef Powell der Arbeitsmarkt. Er sei weiterhin nicht „im Gleichgewicht, da die Nachfrage nach Arbeitskräften das Angebot an verfügbaren Arbeitskräften deutlich übersteigt“. Die Fed prognostiziert einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosenquote für das kommende Jahr – nach der Juni-Prognose von 3,9 Prozent wird nun eine Arbeitslosenquote von 4,4 erwartet. „Wir werden nie sagen, dass es zu viele Menschen gibt, die arbeiten“, so Powell. Aber der Arbeitsmarkt sei überhitzt. Zentral sei es, die Inflation zu senken.

Insgesamt ist es die fünfte Anhebung des Leitzinses der Fed in diesem Jahr. Die US-Notenbank ist den Zielen der Preisstabilität und Vollbeschäftigung verpflichtet. Erhöhungen des Leitzinses durch die Notenbank verteuern Kredite und bremsen die Nachfrage. Das hilft dabei, die Inflationsrate zu senken, schwächt aber auch das Wirtschaftswachstum, da sich etwa Kredite verteuern. All das ist nicht ohne Risiko – auch der Arbeitsmarkt wird geschwächt. Ziel der Fed ist es daher, nur so weit an der Zinsschraube zu drehen, dass die Wirtschaft nicht kippt und in eine Rezession fällt.

Ob die USA bereits in eine Rezession hineingeschlittert sind, ist umstritten. Die US-Wirtschaft ist im Frühling erneut geschrumpft, wie Daten von Ende Juli zeigen. Da die Wirtschaft bereits im Winter geschrumpft war, ist nun die Definition einer sogenannten technischen Rezession erfüllt. Die US-Regierung hatte die Daten heruntergespielt und darauf gepocht, dass die Lage am Arbeitsmarkt gut sei. Auch Ökonominnen und Ökonomen hatten betont, dass man die Zahlen mit Vorsicht genießen müsse. „Wir wissen nicht, ob dieser Prozess zu einer Rezession führen wird und wenn ja, wie stark diese Rezession ausfallen würde“, sagte Powell nun mit Blick auf die Zinserhöhungen.

Powells aggressive Zinspolitik wird nun bereits mit der des legendären Fed-Chefs Paul Volcker verglichen. Volcker hob den Leitzins in den 1970er und 80er Jahren drastisch an – er stieg zeitweise auf um die 20 Prozent. Auch damals hatten die USA mit enormer Inflation zu kämpfen. Die Folge der Zinsanhebungen waren jedoch Arbeitslosigkeit und ein Einbruch des Wirtschaftswachstums. Powell ist von einem derart hohen Leitzins noch weit entfernt. Das Tempo, das er nun aber im Kampf gegen die Inflation vorlegt, ist aber außergewöhnlich.

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Arbeitsmarkt Bekämpfung Federal Reserve System Inflation Inflationsrate Jerome Powell Leitzins Rezession US-Notenbank Zinsanhebung

US-Notenbank: Kampf gegen Inflation: Fed vor erneuter Zinsanhebung

Als vergangene Woche die aktuellen Inflationsdaten veröffentlicht wurden, war die Enttäuschung groß. Das Fed-Rezept sind weitere Zinserhöhungen. Doch dabei darf sie die Ausfahrt nicht verpassen.

Zur Bekämpfung der hohen Inflationsrate steht die US-Notenbank wieder vor einer kräftigen Erhöhung des Leitzinses. Erwartet wird eine erneute Leitzinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte auf eine Spanne von dann 3 bis 3,25 Prozent. Damit würde der Leitzins den höchsten Stand seit 14 Jahren erreichen und die Fed ihren aggressiven Kampf gegen die grassierende Inflation fortsetzen. Die Entscheidung zum weiteren Kurs der Geldpolitik der Federal Reserve (Fed) wird heute bekanntgegeben. Bereits im Juni und Juli hatte die Fed den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte angehoben.

Es sind ungewöhnlich große Zinsschritte, welche die Zentralbank zuletzt regelmäßig verkündet hat. Gewöhnlich zieht es die Fed vor, den Leitzins in Schritten von 0,25 Prozentpunkten anzuheben. Allerdings ist der Druck auf die Notenbank groß: Die US-Inflation ist weiterhin hoch. Zuletzt war die Enttäuschung darüber groß, dass die Dynamik des Preisanstiegs im August weniger als erwartet nachließ. Zwar hatte sich die Jahresinflationsrate von 8,5 Prozent im Vormonat auf 8,3 Prozent abgeschwächt. Analysten hatten jedoch im Schnitt mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet.

Insgesamt wäre es die fünfte Anhebung des Leitzinses der Fed in diesem Jahr. Die US-Notenbank ist den Zielen der Preisstabilität und Vollbeschäftigung verpflichtet. Erhöhungen des Leitzinses durch die Notenbank verteuern Kredite und bremsen die Nachfrage. Das hilft dabei, die Inflationsrate zu senken, schwächt aber auch das Wirtschaftswachstum, da sich etwa Kredite verteuern. All das ist nicht ohne Risiko – das Wirtschaftswachstum und der Arbeitsmarkt werden geschwächt. Ziel ist es, nur so weit an der Zinsschraube zu drehen, dass die Wirtschaft nicht kippt und in eine dauerhafte Rezession fällt.

Definition einer Rezession erfüllt

Ob die USA bereits in eine Rezession hineingeschlittert sind, ist umstritten. Die US-Wirtschaft ist im Frühling erneut geschrumpft, wie Daten von Ende Juli zeigen. Da die Wirtschaft bereits im Winter geschrumpft war, ist nun die Definition einer sogenannten technischen Rezession erfüllt. Die US-Regierung hatte die Daten heruntergespielt und darauf gepocht, dass die Lage am Arbeitsmarkt gut sei. Auch Ökonominnen und Ökonomen hatten betont, dass man die Zahlen mit Vorsicht genießen müsse. Fed-Chef Jerome Powell hatte aber im Juli gewarnt, dass der Kampf gegen die hohe Inflation Schmerzen bereiten werde.

Powells aggressive Zinspolitik wird nun bereits mit der des legendären Fed-Chefs Paul Volcker verglichen. Volcker hob den Leitzins in den 1970er und 80er Jahren drastisch an – er stieg zeitweise auf um die 20 Prozent. Auch damals hatte die größte Volkswirtschaft der Welt mit enormer Inflation zu kämpfen. Die Folge der Zinsanhebungen waren jedoch Arbeitslosigkeit und ein Einbruch des Wirtschaftswachstums. Powell ist von einem derart hohen Leitzins noch weit entfernt. Sollte er aber in dem Tempo weitermachen, könnte der Leitzins Ende des Jahres bei mehr als 4 Prozent liegen – die schnellste Anpassung seit den 1980er Jahren.

Es dürfte allerdings einige Zeit dauern, bis die Zinspolitik der Fed überall Wirkung zeigt. „Je schneller die Fed die Zinsen anhebt, desto unwahrscheinlicher wird eine weiche Landung“, zitierte de „New York Times“ den Analysten Gennadiy Goldberg. „Das ist so ähnlich, als würde man feststellen, dass man die Ausfahrt auf der Autobahn eine Meile weiter hinten verpasst hat.“ Damit die Fed die Ausfahrt nicht verpasst, müsste sie ihre Zinserhöhungen bald verlangsamen.

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Federal Reserve System Inflation Jerome Powell US-Notenbank

US-Notenbank Fed gibt Leitzinsentscheidung bekannt

Im Kampf gegen die hohe Inflation gibt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am Mittwoch (14.00 Uhr Ortszeit; 20.00 Uhr MESZ) ihre Entscheidung über eine weitere Leitzinserhöhung bekannt. Fed-Chef Jerome Powell hat wiederholt bekräftigt, sein Ziel sei es, die Inflation unter Kontrolle zu bringen. Experten erwarten eine weitere kräftige Zinserhöhung um 0,75 Punkte oder sogar um einen vollen Punkt. 

Angesichts des starken Anstiegs der Verbraucherpreise hatte die Fed in den vergangenen Monaten schon vier Mal den Leitzins erhöht. Aktuell liegt er zwischen 2,25 und 2,50 Prozent. In den USA war die Inflation im Juni auf 9,1 Prozent gestiegen, den höchsten Wert seit über 40 Jahren.

Im Juli ging sie zwar leicht auf 8,5 Prozent zurück und im August auf 8,3 Prozent im Jahresvergleich. Das ist aber nach Einschätzung der Fed noch immer viel zu hoch.  

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DAX Frankfurt Frankfurt am Main Jerome Powell US-Notenbank Zinssorge

Börse in Frankfurt: Dax durch Zinssorgen weiter belastet

Die von US-Notenbank-Chef Jerome Powell neu angefachte Sorge vor weiter steigenden Zinsen hat am Montag den Dax erneut unter Druck gesetzt. Der deutsche Leitindex lag zum Schlussgong mit 0,61 Prozent im Minus bei 12.892,99 Punkten, womit er an den Kursrutsch vom Freitag anknüpfte.

Die von US-Notenbank-Chef Jerome Powell neu angefachte Sorge vor weiter steigenden Zinsen hat am Montag den Dax erneut unter Druck gesetzt. Der deutsche Leitindex lag zum Schlussgong mit 0,61 Prozent im Minus bei 12.892,99 Punkten, womit er an den Kursrutsch vom Freitag anknüpfte.

Zeitweise hatte das Börsenbarometer zum Wochenstart sogar die Marke von 12.800 Zählern gerissen und war auf das niedrigste Niveau seit Mitte Juli gefallen.

In der zweiten deutschen Börsenliga lief es etwas besser: Der MDax verlor 0,21 Prozent auf 25.470,50 Zähler. Zwischenzeitig hatte sich der Index der mittelgroßen Werte im Handelsverlauf sogar ein kleines Plus erarbeitet.

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Jerome Powell Zinsangst Zinserhöhung

Video: Zinsangst hat die Märkte weiter im Griff

Investoren hatten zuletzt vor allem an den Äußerungen des US-Notenbankchefs Jerome Powell zu knabbern. Dieser hatte die Finanzmärkte auf eine längere Serie drastischer Zinserhöhungen eingestimmt.

Investoren hatten zuletzt vor allem an den Äußerungen des US-Notenbankchefs Jerome Powell zu knabbern. Dieser hatte die Finanzmärkte auf eine längere Serie drastischer Zinserhöhungen eingestimmt.

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Jerome Powell Zinsangst Zinserhöhung

Video: Zinsangst hat die Märkte weiter im Griff

Investoren hatten zuletzt vor allem an den Äußerungen des US-Notenbankchefs Jerome Powell zu knabbern. Dieser hatte die Finanzmärkte auf eine längere Serie drastischer Zinserhöhungen eingestimmt.

Investoren hatten zuletzt vor allem an den Äußerungen des US-Notenbankchefs Jerome Powell zu knabbern. Dieser hatte die Finanzmärkte auf eine längere Serie drastischer Zinserhöhungen eingestimmt.

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Aktienmarkt Euro Stoxx 50 Frankfurt Frankfurt am Main Jackson Jerome Powell MDAX US-Notenbank Zinsangst

Börse in Frankfurt: Dax rutscht wegen Zinsängsten weiter ab

Die von US-Notenbank-Chef Jerome Powell neu angefachte Zinsangst belastet am Montag weiter den deutschen Aktienmarkt. Der Dax rutschte gegen Mittag nochmals um 1,46 Prozent ab auf das niedrigste Niveau seit Mitte Juli. Mit 12.782,42 Punkten entfernte er sich weiter von der 13.000er-Marke.

Die von US-Notenbank-Chef Jerome Powell neu angefachte Zinsangst belastet am Montag weiter den deutschen Aktienmarkt. Der Dax rutschte gegen Mittag nochmals um 1,46 Prozent ab auf das niedrigste Niveau seit Mitte Juli. Mit 12.782,42 Punkten entfernte er sich weiter von der 13.000er-Marke.

In der zweiten deutschen Börsenliga waren die Verluste nur wenig geringer, wie der MDax mit einem Abschlag von knapp einem Prozent auf 25.274,57 Zähler zeigte. Auf gesamteuropäischer Bühne war der Abgabedruck etwas größer: Der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 sackte um 1,7 Prozent ab.

Am Freitag schon hatte Powell die Märkte mit seinen Aussagen auf der Notenbankkonferenz in Jackson Hole erheblich unter Druck gesetzt. Laut dem Bankhaus Metzler hat er nachdrücklich die Absicht bekräftigt, die Geldpolitik so weit zu straffen, dass die Inflation auf das Zielniveau von zwei Prozent sinkt. Für Nervosität der Anleger sorgt außerdem der von Russland angekündigte dreitägige Gas-Lieferstopp, den es ab Mittwoch geben soll. Beim europäischen Gaspreis gab es am Montag aber etwas Entlastung.

Bei Einzelaktien waren im Dax die 1,5 Prozent höheren Aktien der VW-Konzernholding Porsche SE eine positive Ausnahme. Hier warten die Anleger hoffnungsvoll auf Neuigkeiten zum Börsengang zur VW-Sportwagentochter Porsche AG. Bayer verbuchten hingegen mit minus drei Prozent einen größeren Tagesverlust, hier wurden Studiendaten zum Medikamentenkandidaten Asundexian kein positiver Kurstreiber.

Verluste im Technologiesektor

Größere Verlierer kamen aus zinsempfindlichen Branchen, darunter der Technologiesektor, wie die mit minus vier Prozent besonders schwachen Aktien von Infineon zeigten. Auch im kapitalintensiven Bereich der Erneuerbaren Energien rutschten Kurse, etwa bei Windparkprojektierern wie Encavis oder PNE mit Abgaben von jeweils 4,6 Prozent.

Versorger standen generell auf den Verkaufslisten, auch weil die Diskussionen über eine „Übergewinnsteuer“ zunehmen. Vor diesem Hintergrund hatten RWE zeitweise mehr als fünf Prozent verloren, zuletzt nahm der Druck ab 2,7 Prozent. Die ab Oktober geplante Gasumlage soll sich vor allem an Unternehmen wie Uniper richten, die in eine Schieflage geraten sind. Mit einem Abschlag von 5,8 Prozent sackten die Uniper-Anteile am Montag auf ein Rekordtief.

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Aktienmarkt Bankhaus Metzler Euro Stoxx 50 Frankfurt Frankfurt am Main Inflation Jackson Jerome Powell MDAX US-Notenbank Zinsangst

Börse in Frankfurt: Dax rutscht weiter ab wegen Zinsängsten

Die von US-Notenbank-Chef Jerome Powell neu angefachte Zinsangst belastet zu Wochenbeginn weiter den deutschen Aktienmarkt. Im Schlepptau der international eingetrübten Börsenlage rutschte der Dax am Montag am Ende der ersten Handelsstunde um 1,26 Prozent weiter ab. Mit 12.807,76 Punkten entfernte er sich weiter von der 13.000er-Marke. In der zweiten deutschen Börsenliga waren die Verluste etwas geringer, wie der MDax mit einem Abschlag von 0,70 Prozent auf 25.344,04 Zähler zeigte. Auf gesamteuropäischer Bühne wiederum war der Abgabedruck groß, der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 sackte um 1,4 Prozent ab.

Die von US-Notenbank-Chef Jerome Powell neu angefachte Zinsangst belastet zu Wochenbeginn weiter den deutschen Aktienmarkt. Im Schlepptau der international eingetrübten Börsenlage rutschte der Dax am Montag am Ende der ersten Handelsstunde um 1,26 Prozent weiter ab. Mit 12.807,76 Punkten entfernte er sich weiter von der 13.000er-Marke. In der zweiten deutschen Börsenliga waren die Verluste etwas geringer, wie der MDax mit einem Abschlag von 0,70 Prozent auf 25.344,04 Zähler zeigte. Auf gesamteuropäischer Bühne wiederum war der Abgabedruck groß, der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 sackte um 1,4 Prozent ab.

Am Freitag schon hatte Powell die Märkte mit seinen Aussagen auf der Notenbankkonferenz in Jackson Hole erheblich unter Druck gesetzt. Laut dem Bankhaus Metzler hat er nachdrücklich die Absicht bekräftigt, die Geldpolitik so weit zu straffen, dass die Inflation auf das Zielniveau von zwei Prozent sinkt. Dabei habe er eingeräumt, dass dies wahrscheinlich „einige Schmerzen für Haushalte und Unternehmen“ bedeutet.

Zuvor hätten einige Marktteilnehmer die Hoffnung gehegt, dass die Fed ihren restriktiven Kurs infolge einer sich abkühlenden Wirtschaft revidieren könnte. „Dem erteilte Powell jedoch eine klare Absage“, schrieb der Metzler-Analyst Eugen Keller.

Für wieder steigende Nervosität der Anleger sorgt außerdem der von Russland angekündigte Gas-Stopp. Wegen Wartungsarbeiten soll ab Mittwoch drei Tage lang erneut kein russisches Gas nach Deutschland fließen. Es bleibt die Unsicherheit, ob die zuletzt schon drastisch reduzierten Lieferungen nach dem 2. September wieder aufgenommen werden.

Bei Einzelaktien waren im Dax die 0,5 Prozent höheren Aktien der VW-Konzernholding Porsche SE eine positive Ausnahme. Hier werden bald Neuigkeiten zum Börsengang zur VW-Sportwagentochter Porsche AG erwartet. Bayer verbuchten hingegen den zunächst größten Tagesverlust im Dax. Studiendaten zum Medikamentenkandidaten Asundexian wurden bei dem Chemie- und Pharmakonzern kein positiver Kurstreiber, wie das Minus von 2,9 Prozent zeigte. Experten bewerteten die Phase-II-Daten zwar tendenziell leicht positiv, die von manchen offenbar erhofften Freudensprünge gab es aber nicht. Auch Studiendaten zum Nierenmedikament Finerenon brachten kursmäßig keine Entlastung.

Ansonsten kamen größere Verlierer aus zinsempfindlichen Branchen, darunter der wachstumsträchtige Technologiesektor, wie die 2,6 Prozent schwächeren Aktien von Infineon zeigten.

Ferner folgten RWE mit einem Abschlag von 2,1 Prozent dem europaweit schwachen Umfeld für Energiewerte. Hier kamen wieder Diskussionen über eine mögliche „Übergewinnsteuer“ für Energiekonzerne auf. Gerade im kapitalintensiven Wachstumsbereich der Erneuerbaren Energien gelten steigende Zinsen zudem als Hemmschuh.

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