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Limit Priorisierung

Video: Labore bei PCR-Test-Auswertung am Limit

Gut denkbar, dass in Zukunft eine Priorisierung für die wichtigen Gruppen gilt.

Gut denkbar, dass in Zukunft eine Priorisierung für die wichtigen Gruppen gilt.

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BMG Deutschland Krise Priorisierung Testkapazität

Labore wegen Omikron am Limit: Was passiert, wenn Testkapazitäten knapp werden – und wie sich das vermeiden lässt

Einige Medizinlabore befürchten, dass Testkapazitäten schon bald knapp werden und kommen allmählich nicht mehr mit der Auswertung der vielen PCR-Tests hinterher. Die Priorisierung der Corona-Tests ist dabei nicht der einzige Lösungsansatz.

Angesichts der Omikronwelle hat der Branchenverband „Akkreditierte Labore in der Medizin“ am Donnerstag davor gewarnt, dass sich Labore den Grenzen ihrer Auslastung nähern. Der Grund: Mehr Infizierte bedeuteten auch mehr Tests. 

Noch ist aber völlig unklar, ob es wirklich deutschlandweit zu solch einem Szenario kommen wird. Aktuell ist das jedenfalls noch nicht der Fall: In der vergangenen Woche sind laut Bundesgesundheitsministerium 1,4 Millionen PCR-Testungen vorgenommen worden. Dem gegenüber stehen Kapazitäten für rund 2,6 Millionen Tests für diese Kalenderwoche. „Es ist damit zu rechnen, dass diese Kapazität bei Weitem nicht ausgereizt wird“, teilte Sprecher Sebastian Gülde auf stern-Nachfrage mit.

Laborchef zu Testkapazitäten: „Wir wissen nicht, was nächste Woche passiert“

Das bestätigt auch Bioscientia-Chef Oliver Harzer. „Wir haben gut zu tun und sind derzeit zwischen 85 und 95 Prozent ausgelastet“, erklärt der Unternehmer, der 20 Laborstandorte in Deutschland unterhält, dem stern. „Von einer Krise würde ich noch nicht sprechen, allerdings ist schwer abzuschätzen, was nächste oder übernächste Woche passiert.“

Prognosen darüber abzugeben, gestalte sich nämlich als äußerst schwierig. „Rechenmodelle beziehen sich häufig auf Länder wie Großbritannien oder Dänemark, wo die Infektionszahlen viel höher sind und die Regeln wesentlich lockerer“, sagt Harzer. Das könne man nicht so einfach auf Deutschland übertragen. Der Laborchef rechnet aber ohnehin eher mit einem kurzen Peak von zwei bis drei Wochen, in denen die Vollauslastung erreicht wird – wie bereits im Herbst mit der Delta-Variante. „Begrenzte Testkapazitäten würden dann kein Dauerzustand sein.“

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Doch welche Konsequenzen hätte das überhaupt, wenn Labore nicht mehr mit der Auswertung der Tests hinterherkommen? „Wir sind mit unserem Personal und den Geräten gut aufgestellt. Wenn jetzt aber plötzlich ein großer Ansturm kommt, werden Befunde verzögert fertig – und einige Menschen müssen dann leider länger darauf warten, als wir das selbst gerne hätten“, so der Laborchef. Pro Zeiteinheit könne eben nur eine bestimmte Menge an Proben bearbeitet werden – dann ist Schluss. Wenn also künftig durch die Möglichkeit, sich aus der Quarantäne freizutesten, mehr Proben im Labor landen, könnte sich die Isolationszeit am Ende doch verlängern.

Priorisierung bei PCR-Tests: Welche Proben haben Vorrang? 

Unterdessen prüft das Bundesgesundheitsministerium bereits Optionen, um die Situation für medizinische Labore zu verbessern. „Wichtig ist und bleibt die Steuerung der Bedarfe. In der Nationalen Teststrategie ist bereits eine Priorisierung der PCR-Testungen bei knappen Kapazitäten aufgeführt“, stellt Gülde klar. Doch die verschieben das Problem nur: Denn wenn bestimmte Gruppen bevorzugt werden, warten andere länger.

Neu ist Idee der Priorisierung bei PCR-Testungen nicht. „Es gab im Verlauf der Pandemie immer wieder Phasen, wo wir das etwa für Krankenhäuser, Altenpflegeeinrichtungen oder Risikogruppen angewandt haben“, erklärt Harzer. „Neu ist, dass Forderungen nach der Priorisierung von Personal aus der kritischen Infrastruktur laut werden.“ Da müsse dann die konkrete Umsetzung geklärt werden: „Ich kann anhand der eingehenden Unterlagen und Proben aus den verschiedenen Entnahmestellen nicht in jedem Fall überprüfen, ob diese wirklich von Menschen aus zu priorisierenden Berufsgruppen kommen.“

Gesundheitsministerium prüft Einsatz von Alternativen zu PCR-Tests

Gülde sieht allerdings einen Weg, wie die Auslastung der Medizinlabore tatsächlich verringert werden könnte: Wenn die Kapazitäten knapp werden, könnten dem Sprecher zufolge vermehrt laborbasierte Antigentests sowie Schnelltests, die wie gängige PCR-Tests auf der Untersuchung von Nukleinsäuren basieren, zum Einsatz kommen. Bei sehr hohen Fallzahlen sei auch denkbar, bei bestimmten Personengruppen zu einer Diagnose nur nach Symptomen oder Antigenschnelltests überzugehen – und damit auf PCR-Tests zu verzichten.

20.25 Urlaubsländer

Auch Harzer hält das für eine gute Möglichkeit. „Im Zweifel und wenn politisch Einigkeit darüber besteht, muss man in Krisen auch mit der zweitbesten Methode vorliebnehmen. Das heißt: Bei einer Nachtestung müssen wir vielleicht auch weniger empfindliche Testsysteme wie Antigentests akzeptieren – wissend, dass die nicht so genau sind wie ein PCR-Test.“

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Bundesregierung BZgA Carsten Breuer Coronavirus Deutschland Husten Krankenhäuser Michael Müller Priorisierung Selbsttest SZ

Corona-Pandemie: Wann ein PCR-Test sinnvoll ist – und wann kostenlos

Laut einem Branchenverband stoßen deutsche Labore bei der Auswertung von PCR-Tests zunehmend an ihre Grenzen. Schuld sei zum einen Omikron, zum anderen aber auch eine fehlende Priorisierung. Wer sollte einen PCR-Test machen? Und wann ist er kostenlos?

Die Labore arbeiten bei der Auswertung von PCR-Tests auf Hochtouren, noch besteht jedoch kein Grund zur Sorge, dass die Belastbarkeitsgrenze überschritten wird. Das könnte sich ändern, sollten Infektionszahlen Omikron sei Dank weiter in die Höhe schießen und der Testbedarf steigen.

„Wir werden mit Sicherheit wie bei allen knappen Ressourcen Kapazitäten bündeln müssen, wo es erforderlich ist. Das gilt auch für Tests“, sagte auch Generalmajor Carsten Breuer, Leiter des Corona-Krisenstabes der Bundesregierung, gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“

Doch, wer sollte definitiv einen PCR-Test vornehmen lassen? Und unter welchen Umständen ist er kostenlos? Ein Überblick.

Für wen ist ein PCR-Test sinnvoll?

Das Bundesgesundheitsministerium bezeichnet den PCR-Test als „Goldstandard der Diagnostik“. Ein PCR-Test sei vor allem dann sinnvoll, wenn ein Bürger Symptome aufweist (z.B. Husten, Fieber, Schnupfen) oder, um einen positiven Schnell-/Selbsttest zu verifizieren. Übrigens: Ein negativer zweiter Schnell- oder Selbsttest hebt das erste Testergebnis nicht auf!

Dort, wo ein regelmäßiger Anspruch nach der Testverordnung bestehe (z.B. Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen) soll weiterhin auf die kostenlosen Antigen-Schnelltests gesetzt werden.

Telegram_Holnburger 20.23

Welche Voraussetzungen gelten für einen kostenlosten PCR-Test?

Damit ist grundsätzlich bereits geklärt, wer Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test hat. Jeder, der laut Schnell- oder Selbsttest positiv auf Corona getestet ist, ist zu einem dann kostenlosen PCR-Test berechtigt – und angehalten. Das gilt auch dann, wenn die Person keine coronatypischen Symptome aufweist.

Es gibt zudem noch weitere Fälle, in denen ein Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test „grundsätzlich“, aber nicht „strikt“ besteht. Soll heißen: In folgenden Fällen erst einmal auf einen Schnelltest zurückgreifen:

Kontaktpersonen von einem Infizierten

Dazu zählen Mitglieder desselben Haushalts und Menschen mit denen eine infizierte Person engen Kontakt in geschlossenen Räumen hatte. Auch der Hinweis eines „erhöhten Risikos“ in der Corona-Warn-App berechtigt grundsätzlich für einen kostenlosen PCR-Test.

14 Tage nach Aufenthalt in einer Einrichtung des Gesundheitswesens, in der es zu einer Infektion kam

Dazu gehören nicht nur Krankenhäuser, sondern unter anderem auch Schulen, Asylbewerberheime und ambulante Pflege.

Menschen, die in einer Einrichtung des Gesundheitswesens behandelt werden oder in ähnlich vulnerablen Bereichen untergebracht werden sollen

Hierzu zählen unter anderem auch Reha-Kliniken und Obdachlosenunterkünfte. Dies gilt allerdings nur dann, wenn die jeweilige Einrichtung einen PCR-Nachweis verlang.

20.25 Urlaubsländer

Wie unterscheidet sich ein PCR-Test von einem Schnelltest? Wann ist das Ergebnis da?

Beim PCR-Test wird laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in der Regel eine Probe aus den Schleimhäuten der Atemwege genommen. Das kann ein Nasenhöhlen- und/oder Rachenabstrich sein. Welche Methode bei der Probenentnahme anfällt, entscheidet der Arzt.

Der PCR-Test sei unter anderem deshalb so zuverlässig, weil das Coronavirus auch bei geringen Mengen nachgewiesen werden kann: Bei der Laboranalyse mit PCR-Verfahren werde das Erbmaterial stark vervielfältigt. Dies würde circa vier bis fünf Stunden dauern – hinzu kämen Transportdauer Vorbereitungszeit und eventuelle Wartezeiten bei hoher Auslastung. In den meisten Fällen liege das Ergebnis aber nach 24 Stunden vor.

Wie hoch ist die aktuelle Belastung der Labore aufgrund der PCR-Tests?

Allein in der ersten Woche des neuen Jahres sind laut dem Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) in den fachärztlichen Laboren in Deutschland rund 56 Prozent mehr PCR-Tests angefordert worden als noch in der Silvesterwoche – rund 1,4 Millionen. Michael Müller zufolge, dem Vorsitzenden der ALM, gelangen die Labore angesichts der in die Höhe schnellenden Infektionszahlen zusehends an die Auslastungsgrenze. Das läge daran, dass in Deutschland derzeit bei PCR-Tests kaum priorisiert werden, sagte er in einem Interview mit der „Rheinischen Post“. Für Menschen mit Corona-Symptomen und auch für Krankenhäuser könne dies zu einem ernsten Problem werden.

Die derzeitige wöchentliche PCR-Testkapazität liege in Deutschland derzeit bei 2,4 Millionen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf Anfrage des stern erklärte. „Eine nennenswerte Steigerung kann nicht zuletzt aufgrund des auch in diesem Bereich zu erwartenden Personalmangels nicht erreicht werden, das BMG prüft derzeit Optionen“, sagt er weiter. 

Am Dienstag hatte der Verband die Auslastung der Testkapazität noch auf 64 Prozent beziffert. Noch sei das kein Grund zur Sorge, so Müller. Allerdings erwarte der Verband, dass die Belastung der Labore weiter steigt, sobald es wie von Bund und Ländern beschlossen möglich ist, sich aus der Quarantäne freizutesten.

Es sei daher zwingend erforderlich, „dass insbesondere die Arztpraxen und Testzentren dazu angehalten werden, sich an der Nationalen Teststrategie auszurichten“, forderte Müller. 

Was könnte sich in Zukunft ändern?

Sollten die Fallzahlen weiterhin rapide ansteigen, gelangen Labore unweigerlich irgendwann einen kritischen Punkt. Dann wäre eine Priorisierung der kritischen Infrastruktur der logische Schritt. So sieht es auch der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen.

PCR-Tests müssten einerseits für wichtige medizinische Diagnostik von Schwersterkrankten und andererseits für das Personal der kritischen Infrastruktur priorisiert bereitgehalten werden, sagte Dahmen am Donnerstag im RBB-Inforadio. „Das kann bedeuten, dass im Einzelfall, beispielsweise beim Freitesten, es zu Verzögerungen kommt. Das bedeutet nicht nur lange Schlangen vor den Test-Zentren, sondern auch, dass es dauert, bis das Test-Ergebnis vorliegt“, räumte Dahmen ein. Die Situation werde sich erst verbessern, wenn man die in die Höhe schnellenden Fall-Zahlen unter Kontrolle bringe.

In der Nationalen Teststrategie sei ohnehin bereits festgelegt, dass im Fall von ausgereizten Kapazitäten eine Priorisierung erfolgt, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums dem stern. Sollten die Labore an ihre Grenzen stoßen, könnten auch „nukleinsäureamplifizierende Schnelltestverfahren breiter zum Einsatz kommen.“ Auch „laborbasierte Antigentests“, die im Vergleich zu gewöhnlichen Schnelltests genauer wären, wären eine Alternative.

Allerdings, so räumt der Sprecher ein, müssten „bestimme Personengruppen“ bei sehr hohen Fallzahlen gegebenenfalls auf PCR-Tests verzichten. Das habe „für den Verlauf der Pandemie und die zu treffenden individuellen Maßnahmen jedoch keine Relevanz.“

Quellen: Bundesministerium für Gesundheit; Mitteilung Akkreditierte Labore in der Medizin; Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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Bundesregierung BZgA Carsten Breuer Coronavirus Deutschland Husten Krankenhäuser Michael Müller Priorisierung Selbsttest SZ

Corona-Pandemie: Wann ein PCR-Test sinnvoll ist – und wann kostenlos

Laut einem Branchenverband stoßen deutsche Labore bei der Auswertung von PCR-Tests zunehmend an ihre Grenzen. Schuld sei zum einen Omikron, zum anderen aber auch eine fehlende Priorisierung. Wer sollte einen PCR-Test machen? Und wann ist er kostenlos?

Die Labore arbeiten bei der Auswertung von PCR-Tests auf Hochtouren, noch besteht jedoch kein Grund zur Sorge, dass die Belastbarkeitsgrenze überschritten wird. Das könnte sich ändern, sollten Infektionszahlen Omikron sei Dank weiter in die Höhe schießen und der Testbedarf steigen.

„Wir werden mit Sicherheit wie bei allen knappen Ressourcen Kapazitäten bündeln müssen, wo es erforderlich ist. Das gilt auch für Tests“, sagte auch Generalmajor Carsten Breuer, Leiter des Corona-Krisenstabes der Bundesregierung, gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“

Doch, wer sollte definitiv einen PCR-Test vornehmen lassen? Und unter welchen Umständen ist er kostenlos? Ein Überblick.

Für wen ist ein PCR-Test sinnvoll?

Das Bundesgesundheitsministerium bezeichnet den PCR-Test als „Goldstandard der Diagnostik“. Ein PCR-Test sei vor allem dann sinnvoll, wenn ein Bürger Symptome aufweist (z.B. Husten, Fieber, Schnupfen) oder, um einen positiven Schnell-/Selbsttest zu verifizieren. Übrigens: Ein negativer zweiter Schnell- oder Selbsttest hebt das erste Testergebnis nicht auf!

Dort, wo ein regelmäßiger Anspruch nach der Testverordnung bestehe (z.B. Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen) soll weiterhin auf die kostenlosen Antigen-Schnelltests gesetzt werden.

Telegram_Holnburger 20.23

Welche Voraussetzungen gelten für einen kostenlosten PCR-Test?

Damit ist grundsätzlich bereits geklärt, wer Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test hat. Jeder, der laut Schnell- oder Selbsttest positiv auf Corona getestet ist, ist zu einem dann kostenlosen PCR-Test berechtigt – und angehalten. Das gilt auch dann, wenn die Person keine coronatypischen Symptome aufweist.

Es gibt zudem noch weitere Fälle, in denen ein Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test „grundsätzlich“, aber nicht „strikt“ besteht. Soll heißen: In folgenden Fällen erst einmal auf einen Schnelltest zurückgreifen:

Kontaktpersonen von einem Infizierten

Dazu zählen Mitglieder desselben Haushalts und Menschen mit denen eine infizierte Person engen Kontakt in geschlossenen Räumen hatte. Auch der Hinweis eines „erhöhten Risikos“ in der Corona-Warn-App berechtigt grundsätzlich für einen kostenlosen PCR-Test.

14 Tage nach Aufenthalt in einer Einrichtung des Gesundheitswesens, in der es zu einer Infektion kam

Dazu gehören nicht nur Krankenhäuser, sondern unter anderem auch Schulen, Asylbewerberheime und ambulante Pflege.

Menschen, die in einer Einrichtung des Gesundheitswesens behandelt werden oder in ähnlich vulnerablen Bereichen untergebracht werden sollen

Hierzu zählen unter anderem auch Reha-Kliniken und Obdachlosenunterkünfte. Dies gilt allerdings nur dann, wenn die jeweilige Einrichtung einen PCR-Nachweis verlang.

20.25 Urlaubsländer

Wie unterscheidet sich ein PCR-Test von einem Schnelltest? Wann ist das Ergebnis da?

Beim PCR-Test wird laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in der Regel eine Probe aus den Schleimhäuten der Atemwege genommen. Das kann ein Nasenhöhlen- und/oder Rachenabstrich sein. Welche Methode bei der Probenentnahme anfällt, entscheidet der Arzt.

Der PCR-Test sei unter anderem deshalb so zuverlässig, weil das Coronavirus auch bei geringen Mengen nachgewiesen werden kann: Bei der Laboranalyse mit PCR-Verfahren werde das Erbmaterial stark vervielfältigt. Dies würde circa vier bis fünf Stunden dauern – hinzu kämen Transportdauer Vorbereitungszeit und eventuelle Wartezeiten bei hoher Auslastung. In den meisten Fällen liege das Ergebnis aber nach 24 Stunden vor.

Wie hoch ist die aktuelle Belastung der Labore aufgrund der PCR-Tests?

Allein in der ersten Woche des neuen Jahres sind laut dem Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) in den fachärztlichen Laboren in Deutschland rund 56 Prozent mehr PCR-Tests angefordert worden als noch in der Silvesterwoche – rund 1,4 Millionen. Michael Müller zufolge, dem Vorsitzenden der ALM, gelangen die Labore angesichts der in die Höhe schnellenden Infektionszahlen zusehends an die Auslastungsgrenze. Das läge daran, dass in Deutschland derzeit bei PCR-Tests kaum priorisiert werden, sagte er in einem Interview mit der „Rheinischen Post“. Für Menschen mit Corona-Symptomen und auch für Krankenhäuser könne dies zu einem ernsten Problem werden.

Die derzeitige wöchentliche PCR-Testkapazität liege in Deutschland derzeit bei 2,4 Millionen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf Anfrage des stern erklärte. „Eine nennenswerte Steigerung kann nicht zuletzt aufgrund des auch in diesem Bereich zu erwartenden Personalmangels nicht erreicht werden, das BMG prüft derzeit Optionen“, sagt er weiter. 

Am Dienstag hatte der Verband die Auslastung der Testkapazität noch auf 64 Prozent beziffert. Noch sei das kein Grund zur Sorge, so Müller. Allerdings erwarte der Verband, dass die Belastung der Labore weiter steigt, sobald es wie von Bund und Ländern beschlossen möglich ist, sich aus der Quarantäne freizutesten.

Es sei daher zwingend erforderlich, „dass insbesondere die Arztpraxen und Testzentren dazu angehalten werden, sich an der Nationalen Teststrategie auszurichten“, forderte Müller. 

Was könnte sich in Zukunft ändern?

Sollten die Fallzahlen weiterhin rapide ansteigen, gelangen Labore unweigerlich irgendwann einen kritischen Punkt. Dann wäre eine Priorisierung der kritischen Infrastruktur der logische Schritt. So sieht es auch der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen.

PCR-Tests müssten einerseits für wichtige medizinische Diagnostik von Schwersterkrankten und andererseits für das Personal der kritischen Infrastruktur priorisiert bereitgehalten werden, sagte Dahmen am Donnerstag im RBB-Inforadio. „Das kann bedeuten, dass im Einzelfall, beispielsweise beim Freitesten, es zu Verzögerungen kommt. Das bedeutet nicht nur lange Schlangen vor den Test-Zentren, sondern auch, dass es dauert, bis das Test-Ergebnis vorliegt“, räumte Dahmen ein. Die Situation werde sich erst verbessern, wenn man die in die Höhe schnellenden Fall-Zahlen unter Kontrolle bringe.

In der Nationalen Teststrategie sei ohnehin bereits festgelegt, dass im Fall von ausgereizten Kapazitäten eine Priorisierung erfolgt, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums dem stern. Sollten die Labore an ihre Grenzen stoßen, könnten auch „nukleinsäureamplifizierende Schnelltestverfahren breiter zum Einsatz kommen.“ Auch „laborbasierte Antigentests“, die im Vergleich zu gewöhnlichen Schnelltests genauer wären, wären eine Alternative.

Allerdings, so räumt der Sprecher ein, müssten „bestimme Personengruppen“ bei sehr hohen Fallzahlen gegebenenfalls auf PCR-Tests verzichten. Das habe „für den Verlauf der Pandemie und die zu treffenden individuellen Maßnahmen jedoch keine Relevanz.“

Quellen: Bundesministerium für Gesundheit; Mitteilung Akkreditierte Labore in der Medizin; Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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Bundesregierung BZgA Carsten Breuer Coronavirus Deutschland Husten Krankenhäuser Michael Müller Priorisierung Selbsttest SZ

Corona-Pandemie: Wann ein PCR-Test sinnvoll ist – und wann kostenlos

Laut einem Branchenverband stoßen deutsche Labore bei der Auswertung von PCR-Tests zunehmend an ihre Grenzen. Schuld sei zum einen Omikron, zum anderen aber auch eine fehlende Priorisierung. Wer sollte einen PCR-Test machen? Und wann ist er kostenlos?

Die Labore arbeiten bei der Auswertung von PCR-Tests auf Hochtouren, noch besteht jedoch kein Grund zur Sorge, dass die Belastbarkeitsgrenze überschritten wird. Das könnte sich ändern, sollten Infektionszahlen Omikron sei Dank weiter in die Höhe schießen und der Testbedarf steigen.

„Wir werden mit Sicherheit wie bei allen knappen Ressourcen Kapazitäten bündeln müssen, wo es erforderlich ist. Das gilt auch für Tests“, sagte auch Generalmajor Carsten Breuer, Leiter des Corona-Krisenstabes der Bundesregierung, gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“

Doch, wer sollte definitiv einen PCR-Test vornehmen lassen? Und unter welchen Umständen ist er kostenlos? Ein Überblick.

Für wen ist ein PCR-Test sinnvoll?

Das Bundesgesundheitsministerium bezeichnet den PCR-Test als „Goldstandard der Diagnostik“. Ein PCR-Test sei vor allem dann sinnvoll, wenn ein Bürger Symptome aufweist (z.B. Husten, Fieber, Schnupfen) oder, um einen positiven Schnell-/Selbsttest zu verifizieren. Übrigens: Ein negativer zweiter Schnell- oder Selbsttest hebt das erste Testergebnis nicht auf!

Dort, wo ein regelmäßiger Anspruch nach der Testverordnung bestehe (z.B. Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen) soll weiterhin auf die kostenlosen Antigen-Schnelltests gesetzt werden.

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Welche Voraussetzungen gelten für einen kostenlosten PCR-Test?

Damit ist grundsätzlich bereits geklärt, wer Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test hat. Jeder, der laut Schnell- oder Selbsttest positiv auf Corona getestet ist, ist zu einem dann kostenlosen PCR-Test berechtigt – und angehalten. Das gilt auch dann, wenn die Person keine coronatypischen Symptome aufweist.

Es gibt zudem noch weitere Fälle, in denen ein Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test „grundsätzlich“, aber nicht „strikt“ besteht. Soll heißen: In folgenden Fällen erst einmal auf einen Schnelltest zurückgreifen:

Kontaktpersonen von einem Infizierten

Dazu zählen Mitglieder desselben Haushalts und Menschen mit denen eine infizierte Person engen Kontakt in geschlossenen Räumen hatte. Auch der Hinweis eines „erhöhten Risikos“ in der Corona-Warn-App berechtigt grundsätzlich für einen kostenlosen PCR-Test.

14 Tage nach Aufenthalt in einer Einrichtung des Gesundheitswesens, in der es zu einer Infektion kam

Dazu gehören nicht nur Krankenhäuser, sondern unter anderem auch Schulen, Asylbewerberheime und ambulante Pflege.

Menschen, die in einer Einrichtung des Gesundheitswesens behandelt werden oder in ähnlich vulnerablen Bereichen untergebracht werden sollen

Hierzu zählen unter anderem auch Reha-Kliniken und Obdachlosenunterkünfte. Dies gilt allerdings nur dann, wenn die jeweilige Einrichtung einen PCR-Nachweis verlang.

20.25 Urlaubsländer

Wie unterscheidet sich ein PCR-Test von einem Schnelltest? Wann ist das Ergebnis da?

Beim PCR-Test wird laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in der Regel eine Probe aus den Schleimhäuten der Atemwege genommen. Das kann ein Nasenhöhlen- und/oder Rachenabstrich sein. Welche Methode bei der Probenentnahme anfällt, entscheidet der Arzt.

Der PCR-Test sei unter anderem deshalb so zuverlässig, weil das Coronavirus auch bei geringen Mengen nachgewiesen werden kann: Bei der Laboranalyse mit PCR-Verfahren werde das Erbmaterial stark vervielfältigt. Dies würde circa vier bis fünf Stunden dauern – hinzu kämen Transportdauer Vorbereitungszeit und eventuelle Wartezeiten bei hoher Auslastung. In den meisten Fällen liege das Ergebnis aber nach 24 Stunden vor.

Wie hoch ist die aktuelle Belastung der Labore aufgrund der PCR-Tests?

Allein in der ersten Woche des neuen Jahres sind laut dem Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) in den fachärztlichen Laboren in Deutschland rund 56 Prozent mehr PCR-Tests angefordert worden als noch in der Silvesterwoche – rund 1,4 Millionen. Michael Müller zufolge, dem Vorsitzenden der ALM, gelangen die Labore angesichts der in die Höhe schnellenden Infektionszahlen zusehends an die Auslastungsgrenze. Das läge daran, dass in Deutschland derzeit bei PCR-Tests kaum priorisiert werden, sagte er in einem Interview mit der „Rheinischen Post“. Für Menschen mit Corona-Symptomen und auch für Krankenhäuser könne dies zu einem ernsten Problem werden.

Die derzeitige wöchentliche PCR-Testkapazität liege in Deutschland derzeit bei 2,4 Millionen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf Anfrage des stern erklärte. „Eine nennenswerte Steigerung kann nicht zuletzt aufgrund des auch in diesem Bereich zu erwartenden Personalmangels nicht erreicht werden, das BMG prüft derzeit Optionen“, sagt er weiter. 

Am Dienstag hatte der Verband die Auslastung der Testkapazität noch auf 64 Prozent beziffert. Noch sei das kein Grund zur Sorge, so Müller. Allerdings erwarte der Verband, dass die Belastung der Labore weiter steigt, sobald es wie von Bund und Ländern beschlossen möglich ist, sich aus der Quarantäne freizutesten.

Es sei daher zwingend erforderlich, „dass insbesondere die Arztpraxen und Testzentren dazu angehalten werden, sich an der Nationalen Teststrategie auszurichten“, forderte Müller. 

Was könnte sich in Zukunft ändern?

Sollten die Fallzahlen weiterhin rapide ansteigen, gelangen Labore unweigerlich irgendwann einen kritischen Punkt. Dann wäre eine Priorisierung der kritischen Infrastruktur der logische Schritt. So sieht es auch der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen.

PCR-Tests müssten einerseits für wichtige medizinische Diagnostik von Schwersterkrankten und andererseits für das Personal der kritischen Infrastruktur priorisiert bereitgehalten werden, sagte Dahmen am Donnerstag im RBB-Inforadio. „Das kann bedeuten, dass im Einzelfall, beispielsweise beim Freitesten, es zu Verzögerungen kommt. Das bedeutet nicht nur lange Schlangen vor den Test-Zentren, sondern auch, dass es dauert, bis das Test-Ergebnis vorliegt“, räumte Dahmen ein. Die Situation werde sich erst verbessern, wenn man die in die Höhe schnellenden Fall-Zahlen unter Kontrolle bringe.

In der Nationalen Teststrategie sei ohnehin bereits festgelegt, dass im Fall von ausgereizten Kapazitäten eine Priorisierung erfolgt, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums dem stern. Sollten die Labore an ihre Grenzen stoßen, könnten auch „nukleinsäureamplifizierende Schnelltestverfahren breiter zum Einsatz kommen.“ Auch „laborbasierte Antigentests“, die im Vergleich zu gewöhnlichen Schnelltests genauer wären, wären eine Alternative.

Allerdings, so räumt der Sprecher ein, müssten „bestimme Personengruppen“ bei sehr hohen Fallzahlen gegebenenfalls auf PCR-Tests verzichten. Das habe „für den Verlauf der Pandemie und die zu treffenden individuellen Maßnahmen jedoch keine Relevanz.“

Quellen: Bundesministerium für Gesundheit; Mitteilung Akkreditierte Labore in der Medizin; Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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Bundesregierung Carsten Breuer Coronavirus Deutschland Kapazitätsgrenze Krankenhäuser Limit Michael Müller Omikronwelle Priorisierung Rheinische Post Rückstau

Am Limit: Ansturm auf PCR-Tests: Omikronwelle bringt Labore ans Limit

Der erhöhte PCR-Test-Bedarf bringt die Labore zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Es droht ein Rückstau an Tests. Eine Priorisierung könnte die Lösung sein.

Die Corona-Tests sind eine wichtige Säule im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus – allen voran die PCR-Tests. Sie gelten als Goldstandard unter den Tests, als besonders genau und zuverlässig. Doch die Omikronwelle bringt die Labore in Deutschland zunehmend an ihre Grenzen. „Die hohen Infektionszahlen gehen mit vielen Tests einher. Weil derzeit kaum priorisiert wird bei PCR-Tests, stoßen die Labore in Deutschland zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen“, so der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin, Michael Müller, der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). Das sei für Kranke und Krankenhäuser kritisch.

„Daher ist es zwingend, dass insbesondere die Arztpraxen und Testzentren dazu angehalten werden, sich an der Nationalen Teststrategie auszurichten“, forderte Müller. Bei knappen Kapazitäten müssten PCR-Tests entsprechend den dortigen Empfehlungen erfolgen. „Dass man sich bald aus der Quarantäne freitesten lassen kann, wird unweigerlich zu einem Mehraufwand der Labore führen.“ Von Bundesregierung und Länder habe es keine Prognosen gegeben, „auf wie viel mehr Tests wir uns einstellen müssen“. Und: „Die Labore werden dem Ansturm nun weitgehend unvorbereitet begegnen müssen.“Telegram_Holnburger 20.23

Corona-Testregime aufrecht erhalten

Am Dienstag hatte der Verband die Auslastung der Testkapazität noch auf 64 Prozent beziffert. Zur Diskussion über Kapazitätsengpässe sagte Müller einer Mitteilung zufolge: „Die Belastung in den Laboren ist zwar erheblich, aber ich sehe keinen Grund für zu große Sorgen.“ Vielmehr komme es bei zunehmendem Testgeschehen und begrenzten Testkapazitäten darauf an, die Teststrategie tatsächlich umzusetzen.

Der Leiter des Corona-Krisenstabes der Bundesregierung, Generalmajor Carsten Breuer, sagte der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag): „Wir werden mit Sicherheit wie bei allen knappen Ressourcen Kapazitäten bündeln müssen, wo es erforderlich ist. Das gilt auch für Tests.“ Sobald es irgendwo eng werde, müsse priorisiert werden. „Da haben Beschäftigte in der kritischen Infrastruktur Vorrang“, sagte er. Das Ziel sei aber, das bisherige Testregime so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. „Wir brauchen möglichst genaue Daten, um zu sehen, wie sich die Welle bei uns auswirkt“, sagte Breuer.

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sprach sich für eine Priorisierung von PCR-Tests aus. Sie müssten einerseits für wichtige medizinische Diagnostik von Schwersterkrankten und andererseits für das Personal der kritischen Infrastruktur priorisiert bereitgehalten werden, sagte Dahmen am Donnerstag im RBB-Inforadio. „Das kann bedeuten, dass im Einzelfall, beispielsweise beim Freitesten, es zu Verzögerungen kommt. Das bedeutet nicht nur lange Schlangen vor den Test-Zentren, sondern auch, dass es dauert, bis das Test-Ergebnis vorliegt“, räumte Dahmen ein. Die Situation werde sich erst verbessern, wenn man die in die Höhe schnellenden Fall-Zahlen unter Kontrolle bringe.

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