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Hurrikan Satellitenbild Todesfall Zerstörung

Video: Satellitenbilder zeigen gewaltige Zerstörung nach Hurrikan „Ian“

Bislang gibt es 21 bestätigte Todesfälle. Tausende Menschen werden noch vermisst.

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Atemwegserkrankung Berlin Coronavirus COVID - 19 Deutschland Erkältung Husten Karl Lauterbach RKI Sars-Cov-2 SPD Todesfall

Corona und Erkältungen: RKI: Derzeit mehr Atemwegserkrankungen als im Vorjahr

Es kommt mit Ansage: Mit dem Herbst zieht die Zahl der Corona-Ansteckungen wieder an. Auch Rhinoviren sind auf dem Vormarsch – und sorgen verbreitet für Schnupfen, Husten und Heiserkeit.

Akute Atemwegserkrankungen wie Covid-19 machen nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) derzeit mehr Menschen in Deutschland zu schaffen als in Vorjahren zur gleichen Zeit.

„Der Infektionsdruck nimmt jetzt im Herbst in allen Altersgruppen der Allgemeinbevölkerung wieder deutlich zu“, heißt es im Covid-19-Wochenbericht, der sich teilweise auch auf andere Erkrankungen der Atemwege bezieht. Darin wird die Zahl der Corona-Infizierten für vorige Woche auf 500.000 bis 1,2 Millionen geschätzt.

Am Freitagmorgen gibt das RKI die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz mit 466,0 an. Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche noch bei 409,9 gelegen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen zieht an: Die Gesundheitsämter melden 96.367 Neuansteckungen (Vorwoche: 50.800), außerdem 140 Todesfälle (Vorwoche: 93).

Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem, weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik.

Um 10 Uhr wollen sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und RKI-Chef Lothar zur Corona-Lage im Herbst äußern.

Rhinoviren auf dem Vormarsch

Laut RKI-Wochenbericht gehören Rhinoviren neben Sars-CoV-2 zu den vorherrschenden Viren, die etwa zu Hausarztbesuchen führen. Diese Erreger lösen Erkältungen aus. Bei schwer verlaufenden Erkrankungen der Atemwege hingegen – gemeint sind Krankenhausbehandlungen -, sei noch kein deutlicher Anstieg zu verzeichnen, hält das RKI mit Blick auf die vergangene Woche fest.

Weil sich Menschen im Herbst wieder vermehrt drinnen aufhalten und mit einem weiteren Anstieg der Erkrankungen gerechnet werden müsse, erinnert das RKI: „Regelmäßiges richtiges Lüften (Stoßlüften) mit hohem Luftaustausch und geringem Wärmeverlust“ sei sehr wichtig, um das Risiko von Ansteckungen zu verringern.

Hintergrund ist, dass man sich in geschlossenen Räumen leichter als im Freien durch Tröpfchen anstecken kann, die Kranke etwa beim Niesen oder Husten ausstoßen. Generell mahnte das RKI, zum Schutz gefährdeter Gruppen die Empfehlungen zum Vermeiden von Infektionen weiterhin einzuhalten.

BA.2.75 wohl eher kein großes Risiko für Herbst und Winter

Wie schon in den Wochen zuvor dürften laut einer Stichprobe fast alle Corona-Ansteckungen hierzulande auf die Omikron-Sublinie BA.5 zurückgehen. Die wegen einiger Mutationen unter Beobachtung stehende Sublinie BA.2.75 hingegen kommt laut RKI nach jüngsten Daten von vorvergangener Woche bisher nur auf einen sehr kleinen Anteil: Er liege unter ein Prozent.

Mehrere Wissenschaftler äußerten in der jüngsten Zeit die Einschätzung, dass diese Variante wohl eher kein großes Risiko für Herbst und Winter darstellen dürfte – es könnten jedoch noch neue auftauchen.

Immunologen sind der Ansicht, dass in Deutschland mittlerweile eine gute Basisimmunität besteht. Das bedeutet nicht unbedingt dauerhaften Schutz vor einer Corona-Ansteckung – der Großteil der Menschen dürfte in dem Fall aber durch Impfungen und/oder Infektion über Gedächtniszellen verfügen, die Schlimmeres verhindern.

Man könne vielleicht zwei, drei Tage Fieber haben oder sich eventuell auch richtig schlecht fühlen, aber am Ende sehr gut mit der Infektion zurechtkommen, sagte Christian Bogdan, Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko), kürzlich. „Das würden wir jetzt nicht als schwere Infektion bezeichnen.“

Es sei bei einem Virus wie Sars-CoV-2 nicht möglich, durch weitere Impfungen auch diese harmloseren Infektionen zu verhindern, betonte der Wissenschaftler. Auch das Senken von Inzidenzen sei kein Impfziel: „Es geht nicht darum, dass wir jetzt irgendwie dieses Zahlenspiel der Inzidenzen weiter betreiben“, sagte Bogdan.

Stiko empfiehlt zweiten Booster bislang nur ab 60

Der Fokus liege vielmehr auf dem Vermeiden schwerer Erkrankung bei gefährdeten Menschen wie Älteren und Vorerkrankten. Entsprechend empfiehlt die Stiko zweite Auffrischungsimpfungen bislang nicht der gesamten Bevölkerung, sondern zum Beispiel den ab 60-Jährigen.

Dies ist momentan auch die einzige Gruppe, bei der laut einem weiteren RKI-Bericht von Donnerstag derzeit noch ein relevanter Zuwachs bei Covid-19-Impfungen verzeichnet wird. Der generelle Abwärtstrend setzte sich vielmehr auch nach dem Hochsommer fort: „Im September 2022 wurde mit rund 636.400 Impfungen in rund 24.900 impfenden Stellen der bisherige Tiefststand des Covid-19-Impfgeschehens erreicht“, heißt es in dem monatlichen Impfreport.

Das RKI appellierte, dass in Langzeitpflegeeinrichtungen „unbedingt“ die anstehenden Grippe-Impfungen zum Anlass genommen werden müssten, um den Covid-19-Impfschutz zu vervollständigen.

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Florida Hurrikan Joe Biden North Carolina Ron Desantis South Carolina Strom Todesfall Überschwemmung Unwetter US-Präsident USA Washington

Unwetter in den USA: Hurrikan „Ian“ gewinnt Richtung South Carolina an Stärke

Zerstörte Häuser, überflutete Straßen: Die Schäden in Florida durch Wirbelsturm „Ian“ sind enorm. Behörden befürchten Todesopfer. Nun nimmt der Hurrikan Kurs auf South Carolina.

Hurrikan „Ian“ hat nach den schweren Verwüstungen im US-Staat Florida jetzt Kurs auf die nächste US-Küste genommen und dabei wieder etwas an Stärke gewonnen. Als Hurrikan der Stufe eins von fünf steuerte er mit Windgeschwindigkeiten von 130 Kilometern pro Stunde auf South Carolina zu, wie das Nationale Hurrikanzentrum in seinem jüngsten Lagebericht schreibt.

Bevor er am Freitag in South Carolina auf Land treffe, könne er noch an Stärke gewinnen, sich dann aber schnell abschwächen und am Samstag landeinwärts ziehen, hieß es. Auch in den Bundesstaaten North Carolina und Georgia warnte das US-Hurrikanzentrum vor gefährlichen Sturmfluten.

Schwere Schäden

„Ian“ war am Mittwoch als einer der stärksten Hurrikans in der Geschichte Floridas auf Land getroffen und hatte heftige Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde, Starkregen, Sturmfluten und Überschwemmungen mit sich gebracht. Der Wirbelsturm zog quer über den Bundesstaat. Auf Videobildern waren zerstörte Häuser und Brücken, überflutete Straßen und zahlreiche an Land gespülte Boote zu sehen.

Die Behörden hielten sich am Donnerstag mit Schätzungen zur Zahl der mutmaßlichen Todesopfer zurück – hatten aber keine Zweifel, dass der Hurrikan Menschenleben gekostet hat. „Wir erwarten absolut, dass es Todesfälle gab“, sagte Floridas Gouverneur Ron DeSantis am Donnerstagabend. Bisher gebe es aber keine bestätigten Zahlen. US-Präsident Joe Biden äußerte düstere Befürchtungen: „Dies könnte der tödlichste Hurrikan in der Geschichte Floridas sein.“

In mehr als 700 Fällen seien in Not geratene Menschen gerettet worden, sagte DeSantis. Unter anderem war die Küstenwache mit Hubschraubern unterwegs, um Menschen von Häuserdächern zu bergen. Mehr als 2,6 Millionen Haushalte waren ohne Strom, im Laufe des Donnerstags wurde für mehr als 350 000 die Energieversorgung wieder hergestellt, wie der Gouverneur sagte. An der Insel Sanibel Island wurde die Brücke zerstört, die sie mit dem Festland verbindet.

Behörden warnen

Behörden warnten Bewohner überfluteter Gebiete vor Gefahren im Wasser wie Schadstoffe aus der Kanalisation, Chemikalien – oder auch Alligatoren. Auch unterbrochene Strom- und Gas-Leitungen könnten Menschenleben kosten. Auf Hubschrauber-Aufnahmen waren brennende Häuser zwischen überfluteten Straßen zu sehen oder Grundstücke, von denen die Gebäude komplett weggeschwemmt wurden. In Fort Meyer landeten schwere Betonblöcke von einem Pier zwischen Wohnhäusern.

„Die Auswirkungen dieses Sturms sind historisch“, sagte Ron DeSantis am Donnerstag. „Und die Schäden, die entstanden sind, sind historisch.“ Dies basiere nur auf ersten Einschätzungen, das ganze Ausmaß werde erst in den kommenden Tagen abzusehen sein. „Wir haben noch nie ein solches Hochwasser erlebt“, sagte DeSantis. „Wir haben noch nie eine Sturmflut dieses Ausmaßes gesehen.“ An manchen Orten werde es Jahre dauern, wieder aufzubauen, was der Sturm zerstört oder beschädigt habe. „Dies wird ein sehr, sehr langer Prozess sein.“

Als er auf die Westküste Floridas traf, lag der Wirbelsturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde nur knapp unterhalb der Schwelle zur höchsten Hurrikan-Kategorie. Auf dem Weg durch Florida schwächte sich „Ian“ zu einem Tropensturm ab, über dem Meer wuchs er aber wieder zu einem Hurrikan der Stärke eins an.

Bidens Reaktion

Biden äußerte sich am Donnerstag in Washington bei einem Besuch in der Zentrale der US-Katastrophenschutzbehörde Fema besorgt: „Die Zahl der Opfer ist noch unklar, aber wir hören erste Berichte über möglicherweise erhebliche Verluste an Menschenleben.“ Auch er warnte, die Situation sei nach wie vor gefährlich. „Wir erleben weiterhin tödliche Regenfälle, katastrophale Sturmfluten, überflutete Straßen und Häuser“, sagte er. „Wir sehen Millionen von Menschen ohne Strom – und Tausende, die in Schulen und Gemeindezentren Schutz suchen.“

Fema-Leiterin Deanne Criswell sagte: „Hurrikan „Ian“ wird ein Sturm sein, über den wir noch jahrzehntelang sprechen werden.“ Die nächsten Tage würden schwierig, es gebe viele komplexe Probleme zu lösen bei den Einsätzen im Sturmgebiet. Es gebe noch keine genaue Einschätzung zu den Schäden. „Aber es wird katastrophal sein.“ Ihre Behörde stelle sich darauf ein, dass Tausende Familien nicht in ihre Häuser zurückkehren könnten und vorübergehend eine Bleibe bräuchten.

Carmine Marceno, der Sheriff von Lee County, eine der am schwersten betroffenen Regionen an der Südwestküste Floridas, sagte dem Fernsehsender CNN, über Nacht seien in dem Bezirk Tausende Notrufe eingegangen. Manche Gebiete seien bislang aber noch nicht zugänglich für Rettungskräfte. „Wir wurden sehr, sehr hart getroffen.“

Video aus Key West (Twitter) Mitteilung Hurrikanzentrum mit Warnung vor Sturmflut Mitteilung Hurrikanzentrum Poweroutage.us Tampa Bay Times Miami Herald New York Times CNN-Ticker

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Florida Hurrikan Joe Biden North Carolina Ron Desantis South Carolina Strom Todesfall Überschwemmung Unwetter US-Präsident

Unwetter: Heftige Schäden – Hurrikan „Ian“ nimmt Kurs auf US-Küste

Zerstörte Häuser, überflutete Straßen: Die Schäden in Florida durch den Wirbelsturm „Ian“ sind enorm. Nun nimmt „Ian“ – wenn auch geschwächt – Kurs auf South Carolina.

Nach den schweren Verwüstungen im US-Staat Florida hat Hurrikan „Ian“ in der Nacht zum Freitag Kurs auf die nächste US-Küste genommen und dabei wieder etwas an Stärke gewonnen.

Als Hurrikan der Stufe eins von fünf steuerte er mit Windgeschwindigkeiten von 130 Kilometern pro Stunde auf South Carolina zu, wie das Nationale Hurrikanzentrum in seinem jüngsten Lagebericht schrieb.

Vor dem Auftreffen auf Land am Freitag in South Carolina könnte er noch an Stärke gewinnen, sich dann aber schnell abschwächen, hieß es. Auch in den Bundesstaaten North Carolina und Georgia warnte das US-Hurrikanzentrum vor gefährlichen Sturmfluten.

Schwere Schäden

„Ian“ war am Mittwoch als einer der stärksten Hurrikans in der Geschichte Floridas auf Land getroffen und hatte heftige Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde, Starkregen, Sturmfluten und Überschwemmungen mit sich gebracht. Der Wirbelsturm zog quer über den Bundesstaat. Auf Videobildern waren zerstörte Häuser und Brücken, überflutete Straßen und zahlreiche an Land gespülte Boote zu sehen.

Die Behörden hielten sich am Donnerstag mit Schätzungen zur Zahl der mutmaßlichen Todesopfer zurück – hatten aber keine Zweifel, dass der Hurrikan Menschenleben gekostet hat. „Wir erwarten absolut, dass es Todesfälle gab“, sagte Floridas Gouverneur Ron DeSantis am Donnerstagabend. Bisher gebe es aber keine bestätigten Zahlen. US-Präsident Joe Biden äußerte düstere Befürchtungen: „Dies könnte der tödlichste Hurrikan in der Geschichte Floridas sein.“

In mehr als 700 Fällen seien in Not geratene Menschen gerettet worden, sagte DeSantis. Unter anderem war die Küstenwache mit Hubschraubern unterwegs, um Menschen von Häuserdächern zu bergen. Mehr als 2,6 Millionen Haushalte waren ohne Strom, im Laufe des Donnerstags wurde für mehr als 350 000 die Energieversorgung wieder hergestellt, wie der Gouverneur sagte. An der Insel Sanibel Island wurde die Brücke zerstört, die sie mit dem Festland verbindet.

Behörden warnen

Behörden warnten Bewohner überfluteter Gebiete vor Gefahren im Wasser wie Schadstoffe aus der Kanalisation, Chemikalien – oder auch Alligatoren. Auch unterbrochene Strom- und Gas-Leitungen könnten Menschenleben kosten. Auf Hubschrauber-Aufnahmen waren brennende Häuser zwischen überfluteten Straßen zu sehen oder Grundstücke, von denen die Gebäude komplett weggeschwemmt wurden. In Fort Meyer landeten schwere Betonblöcke von einem Pier zwischen Wohnhäusern.

„Die Auswirkungen dieses Sturms sind historisch“, sagte Ron DeSantis am Donnerstag. „Und die Schäden, die entstanden sind, sind historisch.“ Dies basiere nur auf ersten Einschätzungen, das ganze Ausmaß werde erst in den kommenden Tagen abzusehen sein. „Wir haben noch nie ein solches Hochwasser erlebt“, sagte DeSantis. „Wir haben noch nie eine Sturmflut dieses Ausmaßes gesehen.“ An manchen Orten werde es Jahre dauern, wieder aufzubauen, was der Sturm zerstört oder beschädigt habe. „Dies wird ein sehr, sehr langer Prozess sein.“

Als er auf die Westküste Floridas traf, lag der Wirbelsturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde nur knapp unterhalb der Schwelle zur höchsten Hurrikan-Kategorie. Auf dem Weg durch Florida schwächte sich „Ian“ zu einem Tropensturm ab, über dem Meer wuchs er aber wieder zu einem Hurrikan der Stärke eins an.

Bidens Reaktion

Biden äußerte sich am Donnerstag in Washington bei einem Besuch in der Zentrale der US-Katastrophenschutzbehörde Fema besorgt: „Die Zahl der Opfer ist noch unklar, aber wir hören erste Berichte über möglicherweise erhebliche Verluste an Menschenleben.“ Auch er warnte, die Situation sei nach wie vor gefährlich. „Wir erleben weiterhin tödliche Regenfälle, katastrophale Sturmfluten, überflutete Straßen und Häuser“, sagte er. „Wir sehen Millionen von Menschen ohne Strom – und Tausende, die in Schulen und Gemeindezentren Schutz suchen.“

Fema-Leiterin Deanne Criswell sagte: „Hurrikan „Ian“ wird ein Sturm sein, über den wir noch jahrzehntelang sprechen werden.“ Die nächsten Tage würden schwierig, es gebe viele komplexe Probleme zu lösen bei den Einsätzen im Sturmgebiet. Es gebe noch keine genaue Einschätzung zu den Schäden. „Aber es wird katastrophal sein.“ Ihre Behörde stelle sich darauf ein, dass Tausende Familien nicht in ihre Häuser zurückkehren könnten und vorübergehend eine Bleibe bräuchten.

Carmine Marceno, der Sheriff von Lee County, eine der am schwersten betroffenen Regionen an der Südwestküste Floridas, sagte dem Fernsehsender CNN, über Nacht seien in dem Bezirk Tausende Notrufe eingegangen. Manche Gebiete seien bislang aber noch nicht zugänglich für Rettungskräfte. „Wir wurden sehr, sehr hart getroffen.“

Video aus Key West (Twitter) Mitteilung Hurrikanzentrum mit Warnung vor Sturmflut Mitteilung Hurrikanzentrum Poweroutage.us Tampa Bay Times Miami Herald New York Times CNN-Ticker

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Florida Hubschrauber Hurrikan Joe Biden North Carolina Ron Desantis South Carolina Strom Todesfall Überschwemmung Unwetter US-Präsident Washington

Unwetter: Heftige Schäden – Hurrikan „Ian“ nimmt Kurs auf US-Küste

Zerstörte Häuser, überflutete Straßen: Die Schäden in Florida durch den Wirbelsturm „Ian“ sind enorm. Nun nimmt „Ian“ – wenn auch geschwächt – Kurs auf South Carolina.

Nachdem er schwere Verwüstungen in Florida angerichtet hat, bewegt sich Hurrikan „Ian“ auf die nächste US-Küste zu.

Mit Windgeschwindigkeiten von 120 Kilometern pro Stunde nahm er am Donnerstag (Ortszeit) Kurs auf South Carolina. Auch in den Bundesstaaten North Carolina und Georgia warnte das US-Hurrikanzentrum vor gefährlichen Sturmfluten.

„Ian“ war am Mittwoch als einer der stärksten Hurrikans in der Geschichte Floridas auf Land getroffen und hatte heftige Winde, Starkregen, Sturmfluten und Überschwemmungen mit sich gebracht. Der Wirbelsturm zog quer über den Bundesstaat. Auf Videobildern waren zerstörte Häuser und Brücken, überflutete Straßen und zahlreiche an Land gespülte Boote zu sehen.

Keine Angaben zu Todesopfern

Die Behörden hielten sich am Donnerstag mit Schätzungen zur Zahl der mutmaßlichen Todesopfer zurück – hatten aber keine Zweifel, dass der Hurrikan Menschenleben gekostet hat. „Wir erwarten absolut, dass es Todesfälle gab“, sagte Floridas Gouverneur Ron DeSantis am Donnerstagabend. Bisher gebe es aber keine bestätigten Zahlen. US-Präsident Joe Biden äußerte düstere Befürchtungen: „Dies könnte der tödlichste Hurrikan in der Geschichte Floridas sein.“

In mehr als 700 Fällen seien in Not geratene Menschen gerettet worden, sagte DeSantis. Unter anderem war die Küstenwache mit Hubschraubern unterwegs, um Menschen von Häuserdächern zu bergen. Mehr als 2,6 Millionen Haushalte waren ohne Strom, im Laufe des Donnerstags wurde für mehr als 350 000 die Energieversorgung wieder hergestellt, wie der Gouverneur sagte. An der Insel Sanibel Island wurde die Brücke zerstört, die sie mit dem Festland verbindet.

Behörden warnten Bewohner überfluteter Gebiete vor Gefahren im Wasser wie Schadstoffe aus der Kanalisation, Chemikalien – oder auch Alligatoren. Auch unterbrochene Strom- und Gas-Leitungen könnten Menschenleben kosten. Auf Hubschrauber-Aufnahmen waren brennende Häuser zwischen überfluteten Straßen zu sehen oder Grundstücke, von denen die Gebäude komplett weggeschwemmt wurden. In Fort Meyer landeten schwere Betonblöcke von einem Pier zwischen Wohnhäusern.

Schwere Schäden

„Die Auswirkungen dieses Sturms sind historisch“, sagte Ron DeSantis. „Und die Schäden, die entstanden sind, sind historisch.“ Dies basiere nur auf ersten Einschätzungen, das ganze Ausmaß werde erst in den kommenden Tagen abzusehen sein. „Wir haben noch nie ein solches Hochwasser erlebt“, sagte DeSantis. „Wir haben noch nie eine Sturmflut dieses Ausmaßes gesehen.“ An manchen Orten werde es Jahre dauern, wieder aufzubauen, was der Sturm zerstört oder beschädigt habe. „Dies wird ein sehr, sehr langer Prozess sein.“

Als er auf die Westküste Floridas traf, lag der Wirbelsturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde nur knapp unterhalb der Schwelle zur höchsten Hurrikan-Kategorie. Auf dem Weg durch Florida schwächte sich „Ian“ zu einem Tropensturm ab, über dem Meer wuchs er aber wieder zu einem Hurrikan der Stärke eins an.

Biden äußerte sich am Donnerstag in Washington bei einem Besuch in der Zentrale der US-Katastrophenschutzbehörde Fema besorgt: „Die Zahl der Opfer ist noch unklar, aber wir hören erste Berichte über möglicherweise erhebliche Verluste an Menschenleben.“ Auch er warnte, die Situation sei nach wie vor gefährlich. „Wir erleben weiterhin tödliche Regenfälle, katastrophale Sturmfluten, überflutete Straßen und Häuser“, sagte er. „Wir sehen Millionen von Menschen ohne Strom – und Tausende, die in Schulen und Gemeindezentren Schutz suchen.“

Fema-Leiterin Deanne Criswell sagte: „Hurrikan „Ian“ wird ein Sturm sein, über den wir noch jahrzehntelang sprechen werden.“ Die nächsten Tage würden schwierig, es gebe viele komplexe Probleme zu lösen bei den Einsätzen im Sturmgebiet. Es gebe noch keine genaue Einschätzung zu den Schäden. „Aber es wird katastrophal sein.“ Ihre Behörde stelle sich darauf ein, dass Tausende Familien nicht in ihre Häuser zurückkehren könnten und vorübergehend eine Bleibe bräuchten.

Carmine Marceno, der Sheriff von Lee County, eine der am schwersten betroffenen Regionen an der Südwestküste Floridas, sagte dem Fernsehsender CNN, über Nacht seien in dem Bezirk Tausende Notrufe eingegangen. Manche Gebiete seien bislang aber noch nicht zugänglich für Rettungskräfte. „Wir wurden sehr, sehr hart getroffen.“

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Berlin Coronavirus Pandemie RKI Robert-Koch-Institut Todesfall

Pandemie: RKI: Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 466,0

Es war ein langer Corona-Sommer mit nur noch wenigen Auflagen im Alltag. Nun steigen die Neuinfektionen und die Inzidenz.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz heute mit 466,0 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben.

Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 409,9 gelegen (Vorwoche: 294,7; Vormonat: 247,1). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 96.367 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 50.800) und 140 Todesfälle (Vorwoche: 93) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 33.312.373 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

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Coronavirus Datenauswertung Deutsche Presse-Agentur Deutschland DWD Europa Extremtemperatur Sommermonat Sterbefallzahl Todesfall Übersterblichkeit Wiesbaden

Hitze: Heißer Sommer lässt Sterbefallzahlen steigen

Eine Datenauswertung zeigt: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Extremtemperaturen und Übersterblichkeit. Steigende Temperaturen sind besonders gefährlich, weil die Bevölkerung immer älter wird.

In den heißen Sommermonaten dieses Jahres sind in Europa überdurchschnittlich viele Menschen gestorben. Die Todesfallzahlen für Deutschland liegen zwar über den Vorjahren, waren aber nicht so extrem wie zum Beispiel im Supersommer 2003.

Welche Rolle Corona bei den Todesfällen dieses Sommers spielt, ist unklar. Dass es einen Zusammenhang mit der Hitze gibt, ist unter Experten indes unbestritten. Die Befunde anderer Länder sind parallel.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für diesen Sommer ein Temperaturplus von 2,9 Grad im Vergleich zum Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 vermeldet. Im Vergleich zum Zeitraum von 1991 bis 2020, in dem es bereits wärmer war, betrug die Abweichung plus 1,6 Grad.

Das Statische Bundesamt hat für die Deutsche Presse-Agentur die Todesfallzahlen für die Monate Juni bis August für die Jahre 2003 bis 2022 summiert. Dabei zeigt sich, dass in diesem Jahr 229.942 Menschen in diesen drei Monaten starben. 2021 waren es 224 696 Todesfälle gewesen – über 5000 weniger. Ausschläge nach oben zeigen die Jahre 2018, 2013, 2006 und 2003.

War es da besonders heiß?

Dafür sieht man sich am besten die Zahl der Hitzewarnungen an, sagt Andreas Matzarakis vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des DWD. In den Jahren 2006 und 2018 zeigt sich tatsächlich eine Häufung von Tagen mit „starker Wärmebelastung“. 2013 – ebenso wie 2010 und 2015 – gab es besonders viele Tage mit „extremer Wärmebelastung“. Für 2003 liegen solche Daten nicht vor.

Dass es einen Zusammenhang zwischen Todesfällen und Hitze gibt, ist unter Experten unbestritten: „Insbesondere in höheren Altersgruppen kommt es infolge hoher Temperaturen regelmäßig zu einem Anstieg der Mortalität“, lautet das Kernergebnis einer Forschungsarbeit, an der das Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des DWD, das Robert Koch-Institut und das Umweltbundesamt beteiligt waren. Für die Publikation wurden Daten von 1992 bis 2021 ausgewertet.

Dröselt man die Sterbefallzahlen für diesen Sommer auf, starben im Juni, Juli und August 8, 12 und 11 Prozent mehr Menschen als im Durchschnitt. Verglichen wurden dabei die laufenden Monate mit dem Mittelwert seit 2018. „Besonders erhöht waren die Sterbefallzahlen im bisherigen Sommer dabei in Kalenderwoche 29 vom 18. bis 24. Juli mit plus 24 Prozent“, so die Statistiker.

Weitere Ursachen

Hitze ist allerdings nicht die alleinige Ursache: Zwar war es in der betreffenden Woche besonders heiß, aber auch die Zahl der Todesfälle mit oder wegen Corona hatte einen Ausschlag nach oben. „In welchem Ausmaß Covid-19, die hohen Temperaturen und weitere Gründe zu den in diesem Sommer deutlich erhöhten Sterbefallzahlen beitragen, können erst die später vorliegenden Ergebnisse der Todesursachenstatistik zeigen“, betonen die Statistiker.

In Bezug auf die Hitze liegen die Zusammenhänge jedoch auf der Hand: Das Herunterkühlen des Körpers belastet Herz und Kreislauf, Flüssigkeitsverlust führt zu Nierenversagen, um nur zwei Beispiele zu nennen. 2020 starben laut Statistischem Bundesamt allein knapp 3300 Menschen am sogenannten Volumenmangel. Damit hat sich die Zahl der Todesfälle durch Flüssigkeitsmangel innerhalb von 20 Jahren mehr als verachtfacht.

Allerdings betrifft Austrocknung besonders ältere Menschen und deren Zahl hat in den vergangenen 20 Jahren zugenommen. Der Anstieg der Krankenhausbehandlungen und Todesfälle wegen Hitzefolgen sei „somit teilweise auch altersbedingt“, hieß es dazu im April in Wiesbaden.

Direkte Schäden durch Hitze und Sonne haben im Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre zu jährlich 19 Todesfällen geführt, wie Destatis berichtete. Beispiele sind etwa Hitzschlag oder Sonnenstich. Weit über diesem Durchschnitt lag das Jahr 2015: Damals gab es 60 Todesfälle dieser Art – der Deutsche Wetterdienst hatte mehr als 17 Tage über 30 Grad gezählt. Auch 2003 war extrem mit 41 Todesfällen – damals war es an 19 Tagen über 30 Grad heiß.

Hitzewelle in Europa

Die Hitzewelle dieses Jahres hatte ganz Europa erfasst. Für Frankreich hat die nationale Statistikbehörde Insee zwischen dem 1. Juni und 22. August rund 11.000 Todesfälle mehr als im Vergleichszeitraum 2019 – dem letzten Jahr ohne Covid – registriert. Die Behörde vermutet, dass der Anstieg mit den drei Hitzewellen zusammenhängt.

In Italien registrierte die Statistikbehörde Istat allein im Juli insgesamt mehr als 62.000 Tote, das sind 20 Prozent mehr als in den Vergleichsmonaten der Vorjahre. Der Anstieg „dürfte großteils auf die außergewöhnlichen und andauernden Hitzewellen zurückzuführen sein, die in diesem Sommer unser Land und viele andere Länder Europas betroffen haben“, schreibt Istat.

Besonders betroffen waren ältere Menschen. Laut einer Erhebung des italienischen Gesundheitsministeriums verzeichneten die größeren Städte des Landes allein im Monat Juli einen Anstieg von knapp 29 Prozent an gestorbenen Einwohnern im Alter von mehr als 65 Jahren. Bei den Über-85-Jährigen war es sogar eine Zunahme von 38 Prozent.

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Florida Hubschrauber Hurrikan Joe Biden North Carolina Ron Desantis South Carolina Strom Todesfall Überschwemmung Unwetter US-Präsident Washington

Unwetter: Hurrikan „Ian“ richtet in Florida „historische“ Schäden an

Zerstörte Häuser, überflutete Straßen: Die Schäden in Florida durch den Wirbelsturm „Ian“ sind enorm. Nun nimmt „Ian“ – wenn auch geschwächt – Kurs auf South Carolina.

Nachdem er schwere Verwüstungen in Florida angerichtet hat, bewegt sich Hurrikan „Ian“ auf die nächste US-Küste zu.

Mit Windgeschwindigkeiten von 120 Kilometern pro Stunde nahm er am Donnerstag (Ortszeit) Kurs auf South Carolina. Auch in den Bundesstaaten North Carolina und Georgia warnte das US-Hurrikanzentrum vor gefährlichen Sturmfluten.

„Ian“ war am Mittwoch als einer der stärksten Hurrikans in der Geschichte Floridas auf Land getroffen und hatte heftige Winde, Starkregen, Sturmfluten und Überschwemmungen mit sich gebracht. Der Wirbelsturm zog quer über den Bundesstaat. Auf Videobildern waren zerstörte Häuser und Brücken, überflutete Straßen und zahlreiche an Land gespülte Boote zu sehen.

Keine Angaben zu Todesopfern

Die Behörden hielten sich am Donnerstag mit Schätzungen zur Zahl der mutmaßlichen Todesopfer zurück – hatten aber keine Zweifel, dass der Hurrikan Menschenleben gekostet hat. „Wir erwarten absolut, dass es Todesfälle gab“, sagte Floridas Gouverneur Ron DeSantis am Donnerstagabend. Bisher gebe es aber keine bestätigten Zahlen. US-Präsident Joe Biden äußerte düstere Befürchtungen: „Dies könnte der tödlichste Hurrikan in der Geschichte Floridas sein.“

In mehr als 700 Fällen seien in Not geratene Menschen gerettet worden, sagte DeSantis. Unter anderem war die Küstenwache mit Hubschraubern unterwegs, um Menschen von Häuserdächern zu bergen. Mehr als 2,6 Millionen Haushalte waren ohne Strom, im Laufe des Donnerstags wurde für mehr als 350 000 die Energieversorgung wieder hergestellt, wie der Gouverneur sagte. An der Insel Sanibel Island wurde die Brücke zerstört, die sie mit dem Festland verbindet.

Behörden warnten Bewohner überfluteter Gebiete vor Gefahren im Wasser wie Schadstoffe aus der Kanalisation, Chemikalien – oder auch Alligatoren. Auch unterbrochene Strom- und Gas-Leitungen könnten Menschenleben kosten. Auf Hubschrauber-Aufnahmen waren brennende Häuser zwischen überfluteten Straßen zu sehen oder Grundstücke, von denen die Gebäude komplett weggeschwemmt wurden. In Fort Meyer landeten schwere Betonblöcke von einem Pier zwischen Wohnhäusern.

Schwere Schäden

„Die Auswirkungen dieses Sturms sind historisch“, sagte Ron DeSantis. „Und die Schäden, die entstanden sind, sind historisch.“ Dies basiere nur auf ersten Einschätzungen, das ganze Ausmaß werde erst in den kommenden Tagen abzusehen sein. „Wir haben noch nie ein solches Hochwasser erlebt“, sagte DeSantis. „Wir haben noch nie eine Sturmflut dieses Ausmaßes gesehen.“ An manchen Orten werde es Jahre dauern, wieder aufzubauen, was der Sturm zerstört oder beschädigt habe. „Dies wird ein sehr, sehr langer Prozess sein.“

Als er auf die Westküste Floridas traf, lag der Wirbelsturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde nur knapp unterhalb der Schwelle zur höchsten Hurrikan-Kategorie. Auf dem Weg durch Florida schwächte sich „Ian“ zu einem Tropensturm ab, über dem Meer wuchs er aber wieder zu einem Hurrikan der Stärke eins an.

Biden äußerte sich am Donnerstag in Washington bei einem Besuch in der Zentrale der US-Katastrophenschutzbehörde Fema besorgt: „Die Zahl der Opfer ist noch unklar, aber wir hören erste Berichte über möglicherweise erhebliche Verluste an Menschenleben.“ Auch er warnte, die Situation sei nach wie vor gefährlich. „Wir erleben weiterhin tödliche Regenfälle, katastrophale Sturmfluten, überflutete Straßen und Häuser“, sagte er. „Wir sehen Millionen von Menschen ohne Strom – und Tausende, die in Schulen und Gemeindezentren Schutz suchen.“

Fema-Leiterin Deanne Criswell sagte: „Hurrikan „Ian“ wird ein Sturm sein, über den wir noch jahrzehntelang sprechen werden.“ Die nächsten Tage würden schwierig, es gebe viele komplexe Probleme zu lösen bei den Einsätzen im Sturmgebiet. Es gebe noch keine genaue Einschätzung zu den Schäden. „Aber es wird katastrophal sein.“ Ihre Behörde stelle sich darauf ein, dass Tausende Familien nicht in ihre Häuser zurückkehren könnten und vorübergehend eine Bleibe bräuchten.

Carmine Marceno, der Sheriff von Lee County, eine der am schwersten betroffenen Regionen an der Südwestküste Floridas, sagte dem Fernsehsender CNN, über Nacht seien in dem Bezirk Tausende Notrufe eingegangen. Manche Gebiete seien bislang aber noch nicht zugänglich für Rettungskräfte. „Wir wurden sehr, sehr hart getroffen.“

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Berlin Coronavirus Pandemie RKI Robert-Koch-Institut Todesfall

Pandemie: RKI: Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 466,0

Es war ein langer Corona-Sommer mit nur noch wenigen Auflagen im Alltag. Nun steigen die Neuinfektionen und die Inzidenz.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz heute mit 466,0 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben.

Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 409,9 gelegen (Vorwoche: 294,7; Vormonat: 247,1). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 96.367 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 50.800) und 140 Todesfälle (Vorwoche: 93) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 33.312.373 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

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Hitze: Heißer Sommer lässt Sterbefallzahlen steigen

Eine Datenauswertung zeigt: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Extremtemperaturen und Übersterblichkeit. Steigende Temperaturen sind besonders gefährlich, weil die Bevölkerung immer älter wird.

In den heißen Sommermonaten dieses Jahres sind in Europa überdurchschnittlich viele Menschen gestorben. Die Todesfallzahlen für Deutschland liegen zwar über den Vorjahren, waren aber nicht so extrem wie zum Beispiel im Supersommer 2003.

Welche Rolle Corona bei den Todesfällen dieses Sommers spielt, ist unklar. Dass es einen Zusammenhang mit der Hitze gibt, ist unter Experten indes unbestritten. Die Befunde anderer Länder sind parallel.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für diesen Sommer ein Temperaturplus von 2,9 Grad im Vergleich zum Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 vermeldet. Im Vergleich zum Zeitraum von 1991 bis 2020, in dem es bereits wärmer war, betrug die Abweichung plus 1,6 Grad.

Das Statische Bundesamt hat für die Deutsche Presse-Agentur die Todesfallzahlen für die Monate Juni bis August für die Jahre 2003 bis 2022 summiert. Dabei zeigt sich, dass in diesem Jahr 229.942 Menschen in diesen drei Monaten starben. 2021 waren es 224 696 Todesfälle gewesen – über 5000 weniger. Ausschläge nach oben zeigen die Jahre 2018, 2013, 2006 und 2003.

War es da besonders heiß?

Dafür sieht man sich am besten die Zahl der Hitzewarnungen an, sagt Andreas Matzarakis vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des DWD. In den Jahren 2006 und 2018 zeigt sich tatsächlich eine Häufung von Tagen mit „starker Wärmebelastung“. 2013 – ebenso wie 2010 und 2015 – gab es besonders viele Tage mit „extremer Wärmebelastung“. Für 2003 liegen solche Daten nicht vor.

Dass es einen Zusammenhang zwischen Todesfällen und Hitze gibt, ist unter Experten unbestritten: „Insbesondere in höheren Altersgruppen kommt es infolge hoher Temperaturen regelmäßig zu einem Anstieg der Mortalität“, lautet das Kernergebnis einer Forschungsarbeit, an der das Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des DWD, das Robert Koch-Institut und das Umweltbundesamt beteiligt waren. Für die Publikation wurden Daten von 1992 bis 2021 ausgewertet.

Dröselt man die Sterbefallzahlen für diesen Sommer auf, starben im Juni, Juli und August 8, 12 und 11 Prozent mehr Menschen als im Durchschnitt. Verglichen wurden dabei die laufenden Monate mit dem Mittelwert seit 2018. „Besonders erhöht waren die Sterbefallzahlen im bisherigen Sommer dabei in Kalenderwoche 29 vom 18. bis 24. Juli mit plus 24 Prozent“, so die Statistiker.

Weitere Ursachen

Hitze ist allerdings nicht die alleinige Ursache: Zwar war es in der betreffenden Woche besonders heiß, aber auch die Zahl der Todesfälle mit oder wegen Corona hatte einen Ausschlag nach oben. „In welchem Ausmaß Covid-19, die hohen Temperaturen und weitere Gründe zu den in diesem Sommer deutlich erhöhten Sterbefallzahlen beitragen, können erst die später vorliegenden Ergebnisse der Todesursachenstatistik zeigen“, betonen die Statistiker.

In Bezug auf die Hitze liegen die Zusammenhänge jedoch auf der Hand: Das Herunterkühlen des Körpers belastet Herz und Kreislauf, Flüssigkeitsverlust führt zu Nierenversagen, um nur zwei Beispiele zu nennen. 2020 starben laut Statistischem Bundesamt allein knapp 3300 Menschen am sogenannten Volumenmangel. Damit hat sich die Zahl der Todesfälle durch Flüssigkeitsmangel innerhalb von 20 Jahren mehr als verachtfacht.

Allerdings betrifft Austrocknung besonders ältere Menschen und deren Zahl hat in den vergangenen 20 Jahren zugenommen. Der Anstieg der Krankenhausbehandlungen und Todesfälle wegen Hitzefolgen sei „somit teilweise auch altersbedingt“, hieß es dazu im April in Wiesbaden.

Direkte Schäden durch Hitze und Sonne haben im Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre zu jährlich 19 Todesfällen geführt, wie Destatis berichtete. Beispiele sind etwa Hitzschlag oder Sonnenstich. Weit über diesem Durchschnitt lag das Jahr 2015: Damals gab es 60 Todesfälle dieser Art – der Deutsche Wetterdienst hatte mehr als 17 Tage über 30 Grad gezählt. Auch 2003 war extrem mit 41 Todesfällen – damals war es an 19 Tagen über 30 Grad heiß.

Hitzewelle in Europa

Die Hitzewelle dieses Jahres hatte ganz Europa erfasst. Für Frankreich hat die nationale Statistikbehörde Insee zwischen dem 1. Juni und 22. August rund 11.000 Todesfälle mehr als im Vergleichszeitraum 2019 – dem letzten Jahr ohne Covid – registriert. Die Behörde vermutet, dass der Anstieg mit den drei Hitzewellen zusammenhängt.

In Italien registrierte die Statistikbehörde Istat allein im Juli insgesamt mehr als 62.000 Tote, das sind 20 Prozent mehr als in den Vergleichsmonaten der Vorjahre. Der Anstieg „dürfte großteils auf die außergewöhnlichen und andauernden Hitzewellen zurückzuführen sein, die in diesem Sommer unser Land und viele andere Länder Europas betroffen haben“, schreibt Istat.

Besonders betroffen waren ältere Menschen. Laut einer Erhebung des italienischen Gesundheitsministeriums verzeichneten die größeren Städte des Landes allein im Monat Juli einen Anstieg von knapp 29 Prozent an gestorbenen Einwohnern im Alter von mehr als 65 Jahren. Bei den Über-85-Jährigen war es sogar eine Zunahme von 38 Prozent.

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