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Frau Frauen Iran Niederschlagung Oslo Polizei Teheran Tod Todesfall

Aktivisten melden mindestens 50 Tote bei Protesten im Iran

Bei der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste im Iran nach dem Tod von Mahsa Amini sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten bislang mindestens 50 Menschen getötet worden. Zuletzt seien sechs Menschen am Donnerstagabend in Reswanschahr in der nordiranischen Provinz Gilan von Sicherheitskräften erschossen worden, teilte die Organisation Iran Human Rights (IHR) mit Sitz in Oslo am Freitag mit. Tausende Gegendemonstranten gingen am Freitag für das Tragen von Kopftüchern auf die Straße.

Ausgelöst wurden die landesweiten Proteste, die sich nach IHR-Angaben inzwischen auf rund 80 Städte ausgeweitet haben, durch den Tod der 22-jährigen Mahsa Amini vor einer Woche. Sie war von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie das islamische Kopftuch offenbar nicht den strikten Vorschriften entsprechend trug. 

Amini brach unter ungeklärten Umständen auf der Polizeiwache zusammen und wurde drei Tage später im Krankenhaus für tot erklärt. Laut Polizei hatte sie einen Herzanfall. Menschenrechtsaktivisten zufolge erlitt die junge Frau einen tödlichen Schlag auf den Kopf.

Bei den darauffolgenden Protesten kamen laut IHR mindestens 50 Menschen ums Leben. Auch aus den nordiranischen Ortschaften Babol und Amol seien Todesfälle gemeldet worden. „Die internationale Gemeinschaft muss der iranischen Bevölkerung gegen eines der repressivsten Regime unserer Zeit beistehen“, forderte IHR-Leiter Mahmood Amiry-Moghaddam. Die iranischen Behörden geben die Zahl der Toten offiziell mit 17 an, darunter seien fünf Sicherheitskräfte.

Die iranischen Behörden hatten als Reaktion auf die Proteste den Zugang zum Internet eingeschränkt und Online-Netzwerke blockiert. Der Iran wolle die Welt daran hindern, „das brutale Vorgehen gegen friedliche Demonstranten zu sehen“, erklärte das US-Finanzministerium am Freitag. 

Die US-Regierung kündigte eine Lockerung der Exportbeschränkungen an, um Iranern den Zugang zu Internetdiensten und Software zu erleichtern. Dies werde Technologiekonzernen ermöglichen, das Internet-Angebot für Iraner auszuweiten, erklärte US-Vizefinanzminister Wally Adeyemo.

In der Hauptstadt Teheran demonstrierten am Freitag zahlreiche Menschen für das Tragen des Kopftuchs und folgten damit einem Aufruf der Behörden, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Bei den Gegenprotesten dankten die Teilnehmer den Sicherheitskräften und verurteilten Frauen, die ihre Kopftücher verbrannt hatten. 

Der Imam der Freitagsgebete forderte die Justiz dazu auf, „schnell gegen die Randalierer vorzugehen, die Menschen brutal behandeln, öffentliches Eigentum in Brand setzen und den Koran verbrennen“. Gläubige skandierten während der Demonstrationen: „Wer das Ende des Schleiers unterstützt, macht Politik nach amerikanischer Art“ und „Tod den Verschwörern“. 

Die iranischen Behörden nahmen derweil einen bekannten Aktivisten sowie eine Journalistin fest. Der bereits mehrfach inhaftierte Aktivist Madschid Tawakoli wurde in der Nacht zum Freitag verhaftet, wie sein Bruder im Onlinedienst Twitter schrieb.

Auch die Reporterin Nilufar Hamedi wurde festgenommen. Dies teilte die Tageszeitung „Schargh“, für die Hamedi arbeitet, im Onlinedienst Telegram mit. Die Journalistin hatte das Krankenhaus besucht, in dem Amini lag, und mit dazu beigetragen, ihren Fall öffentlich zu machen.

Vor den am Freitag bekannt gewordenen Festnahmen war bereits eine Fotojournalistin festgenommen worden, als sie über die Demonstrationen in Teheran gegen die strengen Vorschriften für Frauen berichtet hatte.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bezeichnete den Tod von Amini am Freitag als „schrecklich“. Auch die Todesopfer bei den Protesten „mutiger Frauen“ im Iran „bedrücken mich“, schrieb Scholz im Onlinedienst Twitter. Regierungssprecher Steffen Hebestreit erklärte, wichtig sei „eine rasche und umgehende Untersuchung des Todes“ der jungen Frau.

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Bundesregierung Frau Frauen Freitagsgebet Iran Kopftuch Oslo Polizei Teheran Tod Twitter

Tausende demonstrieren im Iran für das Tragen von Kopftüchern

Tausende Menschen im Iran haben nach dem Tod von Mahsa Amini für das Tragen von Kopftüchern demonstriert. Sie seien nach den Freitagsgebeten durch die Hauptstadt Teheran gezogen und damit einem Aufruf der Behörden gefolgt, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Die Behörden nahmen derweil einen Aktivisten sowie eine Journalistin fest, die über Aminis Tod berichtet hatte. Die Bundesregierung forderte den Iran auf, die Umstände des Todes der jungen Frau aufzuklären, der landesweite Proteste ausgelöst hatte.

Die 22-jährige Mahsa Amini war am Dienstag vergangener Woche von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie das islamische Kopftuch offenbar nicht den strikten Vorschriften entsprechend trug. Amini brach dann unter ungeklärten Umständen auf der Polizeiwache zusammen und starb drei Tage später im Krankenhaus. Laut Polizei hatte sie einen Herzanfall. Menschenrechtsaktivisten zufolge erlitt die junge Frau einen tödlichen Schlag auf den Kopf.

Der Tod Aminis löste im Iran eine landesweite Protestwelle aus. Dabei starben laut Berichten des iranischen Staatsfernsehens 17 Menschen. Laut jüngsten Angaben der Organisation Iran Human Rights (IHR) mit Sitz in Oslo wurden sogar 36 Menschen getötet.

Bei den von der iranischen Regierung unterstützten Gegenprotesten am Freitag dankten die Teilnehmer den Sicherheitskräften und verurteilten Frauen, die ihre Kopftücher verbrannt hatten. „Die große Demonstration der Iraner zur Verurteilung der Verschwörer und der Religionsfrevler hat stattgefunden“, hieß es in einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Mehr.

Der Imam der Freitagsgebete forderte die Justiz dazu auf, „schnell gegen die Randalierer vorzugehen, die Menschen brutal behandeln, öffentliches Eigentum in Brand setzen und den Koran verbrennen“. Gläubige skandierten während der Demonstrationen: „Wer das Ende des Schleiers unterstützt, macht Politik nach amerikanischer Art“ und „Tod den Verschwörern“. Das staatliche Fernsehen zeigte Aufnahmen der Pro-Kopftuch-Proteste. Darauf waren vor allem Männer zu sehen, aber auch einige schwarz verschleierte Frauen.

Die iranischen Behörden nahmen derweil einen bekannten Aktivisten sowie eine Journalistin fest. Der bereits mehrfach inhaftierte Aktivist Madschid Tawakoli wurde in der Nacht zum Freitag verhaftet, wie sein Bruder im Onlinedienst Twitter schrieb.

Auch die Reporterin Nilufar Hamedi wurde festgenommen. Dies teilte die Tageszeitung „Schargh“, für die Hamedi arbeitet, im Onlinedienst Telegram mit. Die Journalistin hatte das Krankenhaus besucht, in dem Amini lag, und mit dazu beigetragen, ihren Fall öffentlich zu machen.

Vor den am Freitag bekannt gewordenen Festnahmen war bereits eine Fotojournalistin festgenommen worden, als sie über die Demonstrationen in Teheran gegen die strengen Vorschriften für Frauen berichtet hatte.

Die Nichtregierungsorganisation Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) forderte die Freilassung aller Journalisten, die wegen der Berichterstattung über den Fall Amini im Iran festgenommen wurden.

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) äußerte sich am Freitag zum Fall Amini. Es sei „schrecklich“, dass die junge Frau in Polizeigewahrsam in Teheran gestorben sei, schrieb er auf Twitter. Regierungssprecher Steffen Hebestreit erklärte, wichtig sei „eine rasche und umgehende Untersuchung des Todes“ der jungen Frau.

Grünen-Chef Omid Nouripour sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland, angesichts der Proteste nach dem Tod der jungen Mahsa Amini stehe „alles auf der Kippe“. „Die Leute wollen nicht mehr gegängelt werden und ein System aushalten, das ausschließlich auf Gängelung ausgerichtet ist.“

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Oslo Polizei

Terror : Tödliche Schüsse in Oslo: Internationale Terrorfahndung

Ende Juni tötet ein Angreifer zwei Menschen in der Nähe einer beliebten Schwulen-Bar in Oslo. Im Zusammenhang mit der Tat ist nun eine internationale Fahndung ausgeschrieben worden.

Drei Monate nach tödlichen Schüssen kurz vor einer Pride-Parade in Oslo hat die norwegische Polizei einen möglicherweise beteiligten Mann zur internationalen Fahndung ausgeschrieben. Ihm werde im Zusammenhang mit der Ende Juni verübten Tat Beihilfe zu Terrorhandlungen vorgeworfen, gab die Osloer Polizei am Freitag bekannt.

Es handle sich um einen norwegischen Staatsbürger in seinen Vierzigern, der der Polizei wegen Straftaten bekannt sei, sagte Polizeianwalt Børge Enoksen auf einer Pressekonferenz.

Der Mann befinde sich im Ausland auf freiem Fuß – in welchem Land wolle man nicht kommentieren. Man arbeite mit ausländischen Behörden zusammen, damit der Gesuchte festgenommen werde.

Zwei Tote und 21 Verletzte

In der Nacht zum 25. Juni hatte ein Angreifer in der Nähe einer beliebten Schwulen-Bar in der norwegischen Hauptstadt Schüsse abgefeuert – eine ursprünglich am selben Wochenende geplante Pride-Parade wurde daraufhin abgesagt. Zwei Menschen starben, 21 weitere wurden verletzt. Die Attacke wurde vom norwegischen Geheimdienst als islamistischer Terroranschlag eingestuft – der Terrorverdacht habe sich erhärtet, sagte Enoksen am Freitag.

Die Polizei geht unter anderem der Theorie nach, ob sich die Tat explizit gegen Homosexuelle richtete. Ein Norweger mit iranischen Wurzeln war wenige Minuten nach den ersten Schüssen festgenommen worden. Er sitzt in Untersuchungshaft, verweigert in Verhören aber die Aussage. Bei dem nun zur Fahndung ausgeschriebenen Mann soll es sich nach Informationen der norwegischen Sender NRK und TV2 sowie der Zeitung „Aftenposten“ um einen in Norwegen bekannten Islamisten handeln, der sich zuletzt in Pakistan aufhielt. Zwischen ihm und dem Angreifer soll es vor der Tat längere Zeit Kontakt gegeben haben.

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Menschenrechtsaktivisten: Mehr als 30 Tote bei Protesten im Iran

Bei den größten Protesten im Iran seit fast drei Jahren sind nach offiziellen Angaben 17 Menschen getötet worden. Die Organisation Iran Human Rights (IHR) mit Sitz in Oslo sprach am Donnerstag sogar von mindestens 31 toten Zivilisten durch das Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Proteste seit dem Tod einer von der Sittenpolizei festgenommenen Frau. Die Behörden schränkten den Zugang zum Internet weiter ein und blockierten die Onlinenetzwerke Whatsapp und Instagram.

Das iranische Staatsfernsehen berichtete, seit Ausbruch der Proteste am Freitag vergangener Woche seien 17 Menschen gestorben. Unter den Toten waren laut der Nachrichtenagentur Tasnim auch fünf Mitglieder der Sicherheitskräfte.

Der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini hatte eine landesweite Welle der Empörung und Proteste ausgelöst. Die junge Frau war vor einer Woche in der Hauptstadt Teheran von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie das islamische Kopftuch offenbar nicht den strikten Vorschriften entsprechend trug.

Amini brach unter ungeklärten Umständen auf der Polizeiwache zusammen und wurde drei Tage später im Krankenhaus für tot erklärt. Laut Polizei hatte sie einen Herzanfall. Menschenrechtsaktivisten zufolge erlitt Amini einen tödlichen Schlag auf den Kopf. 

Der iranische Präsident Ebrahim Raisi verwies am Donnerstag am Rande der UN-Generaldebatte vor Journalisten in New York auf das offizielle Obduktionsergebnis, bekräftigte aber, es würden Ermittlungen aufgenommen. Dies habe er auch persönlich der Familie von Amini versichert.

Seit dem Tod der jungen Frau gab es laut iranischen Staatsmedien in etwa 15 iranischen Städten Proteste, Menschenrechtsaktivisten sprechen von mehr als 30 Städten. Auf Videos in den Onlinenetzwerken ist zu sehen, wie Demonstrantinnen ihre Kopftücher abnehmen und verbrennen oder ihr Haar vor einer jubelnden Menschenmenge abschneiden. In Isfahan zerrissen Protestierende ein Transparent mit einem Bild des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ayatollah Ali Chamenei.

Mit Instagram und Whatsapp wurde nun der Zugang zu den beiden meistbenutzten Apps im Iran blockiert. In den vergangenen Jahren hatten die iranischen Behörden bereits viele andere Plattformen wie Facebook, Telegram, Tiktok, Twitter und Youtube gesperrt. Auch sind die Internetverbindungen seit Beginn der Proteste deutlich verlangsamt.

IHR-Direktor Mahmud Amiri Moghaddam sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Proteste könnten „vielleicht der Anfang einer großen Veränderung“ im Iran sein. „Wir verfolgen die Situation der Menschenrechte und die Demonstrationen im Iran seit 15 Jahren, und ich habe die Menschen noch nie so wütend gesehen“, sagte der Menschenrechtsaktivist. 

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) kündigte am Donnerstag in New York an, das gewaltsame Vorgehen gegen die Demonstranten vor den UN-Menschenrechtsrat zu bringen. Der „brutale Angriff auf die mutigen Frauen im Iran“ sei „auch ein Angriff auf die Menschheit“, sagte Baerbock am Rande der Generaldebatte.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte die in New York anwesenden Staats- und Regierungschefs auf, „einen unabhängigen internationalen Untersuchungs- und Rechenschaftsmechanismus zu unterstützen, um die weit verbreitete Straflosigkeit im Iran zu adressieren“. Die USA verhängten Sanktionen gegen die iranische Sittenpolizei sowie mehrere Sicherheitsverantwortliche.

Unterdessen berichtete die Star-Journalistin Christiane Amanpour im Kurzbotschaftendienst Twitter, ein Berater des iranischen Präsidenten habe sie am Mittwoch in New York aufgefordert, für ein Interview mit Raisi Kopftuch zu tragen. Sie habe dies abgelehnt und darauf verwiesen, dass noch kein iranischer Staatschef dies bei einem Interview außerhalb des Iran verlangt habe. Daraufhin sei das Interview abgesagt worden. 

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Amsterdam Berlin Deloitte Deutschland Europa Frankfurt Hamburg Immobilie Immobilienpreis Inflation Kopenhagen London Miete München Oslo Paris Unternehmensberatung

Studie: Immobilien: Paris und München für Käufer am teuersten

München ist bei Immobilien noch teurer als London: Für Käufer in der bayerischen Landeshauptstadt sieht es düster aus. Nur eine Stadt in Europa ist laut einer Studie noch teurer.

Die Mieten und Immobilienpreise in Deutschland werden nach Einschätzung der Unternehmensberatung Deloitte auch nächstes Jahr weiter steigen. Für Käufer sei München inzwischen die zweitteuerste Stadt in Europa, nach Paris und vor London. Laut Deloitte ist die „Neubautätigkeit in Deutschland weiterhin eher unterdurchschnittlich im europäischen Vergleich“.

Für die am Freitag veröffentlichte Branchenstudie hatten die Experten die Daten aus 68 ausgewählten Großstädten in 23 europäischen Ländern verglichen. Real Estate Leader Michael Müller sagte, europaweit seien die Preise für Bauleistungen gestiegen. Gestörte Lieferketten und knappes Baumaterial erhöhten die Risiken in der Planung und Abwicklung von Bauvorhaben. Personalmangel und die allgemeine Inflation trieben die Baupreise weiter. Steigende Zinsen könnten die Nachfrage und den Preisanstieg aber bremsen.

In München mussten Käufer einer neuen Wohnung laut Deloitte im vergangenen Jahr durchschnittlich 10.500 Euro pro Quadratmeter zahlen. Nur Paris war mit 13.462 Euro noch teurer. Deutlich darunter lagen London, Oslo und Frankfurt mit rund 8400 Euro, Amsterdam (7600 Euro) und Kopenhagen (7300 Euro). In Hamburg bezahlten Käufer laut Deloitte 6900, in Berlin 6500 Euro pro Quadratmeter. Günstig war es dagegen in den bulgarischen Großstädten Varna und Burgas am Schwarzen Meer: Dort waren neue Wohnungen im Durchschnitt für rund 900 Euro pro Quadratmeter zu haben.

Bei den Monatsmieten war Paris ebenfalls am teuersten mit durchschnittlich 29,10 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Oslo, London und Amsterdam. München kam auf Platz zehn mit 18,90 Euro. Für Frankfurt ermittelte Deloitte 15,90, für Berlin 14,30 und für Hamburg 13,60 Euro durchschnittliche Miete pro Quadratmeter.

Jeder achte Mieter mit Wohnkosten überlastet

Obwohl die Mieten in Deutschland vergleichsweise günstig sind, ist rund jeder achte in einer Mietwohnung lebende Mensch in Deutschland ist mit seinen Wohnkosten überlastet. Das hat eine am Freitag vorgestellte Auswertung des Statistischen Bundesamt ergeben. Überlastung bedeutet demnach, dass sämtliche Ausgaben fürs Wohnen einschließlich der zuletzt stark gestiegenen Energiekosten mehr als 40 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens verbrauchen. Das war im vergangenen Jahr bei 12,8 Prozent der Mieter und Mieterinnen der Fall. Für die Gesamtbevölkerung betrug der Wert 10,7 Prozent.

Mit einem Mieteranteil von 50,5 Prozent an der Gesamtbevölkerung liegt Deutschland europaweit an der Spitze. Nur wenige Länder wie Österreich (45,8 Prozent) oder Dänemark (40,8 Prozent) erreichen ähnlich hohe Werte. Das hat in diesen Ländern einen hohen Einfluss der Kaltmieten auf die Inflation zur Folge. Sie stiegen in Deutschland von 2015 bis 2021 um 8,5 Prozent und damit etwas langsamer als sämtliche Verbraucherpreise.

Im Schnitt geben die Menschen 23,3 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen aus, bei Mietern sind es sogar 27,6 Prozent. Am stärksten belastet sind laut Bundesamt mietende Einpersonenhaushalte, die im Schnitt 35,4 Prozent ihres verfügbaren Einkommens fürs Wohnen aufbringen müssen. Vergleichsweise geringe Kosten haben hingegen kinderlose Paare mit 23,7 Prozent. Vor allem gering verdienende Haushalte leiden unter dem Kostendruck. Im unteren Einkommensfünftel lebt mehr als ein Drittel (36,2 Prozent) der Menschen in einem ständig finanziell überlasteten Haushalt.

Nur wenige Neubauwohnungen fertiggestellt

Beim Bestand ist Deutschland mit 43,1 Millionen Wohnungen oder rund 51.800 Wohnungen je 100.000 Einwohner im oberen Drittel. Beim Neubau sieht Deloitte aber noch Potenzial: Im vergangenen Jahr seien in Deutschland nur 372 Wohnungen je 100.000 Einwohner fertiggestellt und nur 299 neu begonnen worden.

In vielen europäischen Ländern sei die solidarische Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine auf dem Wohnungsmarkt spürbar gewesen, am stärksten in Polen, der Slowakei und Ungarn. „Für das zweite Quartal 2022 sank das Angebot entsprechend auf den Mietmärkten, da viele zur Vermietung angebotene Wohnungen zur Unterbringung von ukrainischen Flüchtlingsfamilien genutzt werden“, heißt es in der Studie.

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Wohnen: Immobilienstudie: Paris und München für Käufer am teuersten

München bei Immobilien noch teurer als London: Für Käufer in der bayerischen Landeshauptstadt sieht es düster aus. Nur eine Stadt in Europa ist laut einer Studie noch teurer.

Die Mieten und Immobilienpreise in Deutschland werden nach Einschätzung der Unternehmensberatung Deloitte auch nächstes Jahr weiter steigen. Für Käufer sei München inzwischen die zweitteuerste Stadt in Europa, nach Paris und vor London. Laut Deloitte ist die „Neubautätigkeit in Deutschland weiterhin eher unterdurchschnittlich im europäischen Vergleich“.

Für die am Freitag veröffentlichte Branchenstudie hatten die Experten die Daten aus 68 ausgewählten Großstädten in 23 europäischen Ländern verglichen. Real Estate Leader Michael Müller sagte, europaweit seien die Preise für Bauleistungen gestiegen. Gestörte Lieferketten und knappes Baumaterial erhöhten die Risiken in der Planung und Abwicklung von Bauvorhaben. Personalmangel und die allgemeine Inflation trieben die Baupreise weiter. Steigende Zinsen könnten die Nachfrage und den Preisanstieg aber bremsen.

In München mussten Käufer einer neuen Wohnung laut Deloitte im vergangenen Jahr durchschnittlich 10.500 Euro pro Quadratmeter zahlen. Nur Paris war mit 13.462 Euro noch teurer. Deutlich darunter lagen London, Oslo und Frankfurt mit rund 8400 Euro, Amsterdam (7600 Euro) und Kopenhagen (7300 Euro). In Hamburg bezahlten Käufer laut Deloitte 6900, in Berlin 6500 Euro pro Quadratmeter. Günstig war es dagegen in den bulgarischen Großstädten Varna und Burgas am Schwarzen Meer: Dort waren neue Wohnungen im Durchschnitt für rund 900 Euro pro Quadratmeter zu haben.

Bei den Monatsmieten war Paris ebenfalls am teuersten mit durchschnittlich 29,10 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Oslo, London und Amsterdam. München kam auf Platz zehn mit 18,90 Euro. Für Frankfurt ermittelte Deloitte 15,90, für Berlin 14,30 und für Hamburg 13,60 Euro durchschnittliche Miete pro Quadratmeter.

Beim Bestand ist Deutschland mit 43,1 Millionen Wohnungen oder rund 51.800 Wohnungen je 100.000 Einwohner im oberen Drittel. Beim Neubau sieht Deloitte aber noch Potenzial: Im vergangenen Jahr seien in Deutschland nur 372 Wohnungen je 100.000 Einwohner fertiggestellt und nur 299 neu begonnen worden.

In vielen europäischen Ländern sei die solidarische Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine auf dem Wohnungsmarkt spürbar gewesen, am stärksten in Polen, der Slowakei und Ungarn. „Für das zweite Quartal 2022 sank das Angebot entsprechend auf den Mietmärkten, da viele zur Vermietung angebotene Wohnungen zur Unterbringung von ukrainischen Flüchtlingsfamilien genutzt werden“, heißt es in der Studie.

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Beziehung Hunde Insiderwissen Internum Mette Mette-Marit Netflix Norwegen Oslo

Netflix-Film: Juliane Snekkestad: Ex-Freundin von Mette-Marits Sohn plaudert royale Interna aus

Die Beziehung zu Mette-Marits Sohn ist vorbei, doch die norwegischen Royals sind weiterhin ein Thema in Juliane Snekkestads Leben. Sein Insiderwissen macht das angehende Model jetzt sogar zu Geld.  

Sie weiß viel und möchte mit ihrem Wissen offenbar ein bisschen Profit machen: Vier Jahre lang war Juliane Snekkestad mit Marius Høiby liiert, dem ältesten Sohn von Mette-Marit von Norwegen.

Die Norwegerin war auf Familienfesten dabei und sogar bei öffentlichen Veranstaltungen. Nachdem die Beziehung im März dieses Jahres zerbrach, wagte Snekkestad den Weg in die Öffentlichkeit.

Juliane Snekkestad: Ex-Freundin von Mette-Marits Sohn

Unter anderem arbeitete Snekkestad jüngst mit Netflix zusammen. Dort läuft seit kurzem der Film „Royalteen: Der Erbe“. Es ist ein Liebesfilm, der sich anhört wie die Geschichte von Mette-Marit selbst. Die junge Lena geht nach Oslo und trifft dort auf den norwegischen Kronprinzen Karl Johan alias Kalle, in den sie sich verliebt. Tatsächlich wurde die Geschichte inspiriert von den Anfängen der Beziehung zwischen Mette-Marit und Prinz Haakon. Und wer könnte guten Einblick bekommen haben in die Familiendynamik? Natürlich Juliane Snekkestad. 

STERN PAID Royals Kolumne Die Royals und ihre Hunde 17.18

Laut der norwegischen Zeitung „Dagbladet“ steht der Name der 27-Jährigen im Abspann des Netflix-Filmes. „Royal Consultant“, heißt es dort. So gab sie der Produktion Tipps und Informationen bezüglich der „royalen Kleidung, Abendessen und anderen internen Situationen“. Ihre Arbeit am Film begann laut der Zeitung bereits lange vor den Dreharbeiten. Und kalt erwischt dürfte Snekkestads Job die königliche Familie nicht haben. Wie „Dagbladet“ in Erfahrung gebracht hat, habe die Familie darüber Bescheid gewusst. 

FS Prinz George Wimbledon 12.13

Sie plaudert Interna aus

Wie sehr es die Familie um Mette-Marit und Haakon freut, dass die Influencerin überhaupt so gerne über ihre Zeit mit Marius Høiby spricht, ist jedoch fraglich. Nach der Trennung hatte sie jedenfalls angekündigt, sich in den USA voll auf ihre Karriere fokussieren zu wollen. „Was ich zumindest verraten kann, ist, dass ich wirklich mehr Motivation bekommen habe, mich mehr auf die Arbeit zu konzentrieren, jetzt, wo ich nur noch an mich und die Hunde denken muss. In Zukunft wird es also viel im Ausland geben, denke ich“, erklärte sie im Mai der Modeplattform „MinMote“. Ganz loslassen möchte sie ihre royale Vergangenheit anscheinend aber trotzdem nicht. 

Quellen: „Dagbladet“ / „MinMote“

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Einreisestopp EU Finnland Jonas Gahr Støre Magdalena Andersson Mette Norwegen Olaf Scholz Oslo Russland Sanna Marin Skandinavien SPD Ukraine

Kanzler in Skandinavien: Uneinigkeit über Einreisestopp für Russen

Reicht es, wenn nur die russische Elite mit EU-Einreisesperren sanktioniert wird? Oder sollen auch Touristen für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine bestraft werden?

Trotz der Skepsis von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) drängt Finnland auf einen EU-Einreisestopp für russische Touristen. „Russische Bürger haben den Krieg nicht gestartet, aber wir müssen uns gleichzeitig klar machen, dass sie den Krieg unterstützen“, sagte die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin am Montagabend bei einem Gipfeltreffen der Regierungschefs der fünf nordischen Länder mit Scholz in Oslo.

„Ich finde es nicht richtig, dass russische Bürger als Touristen in die EU, den Schengen-Raum einreisen und Sightseeing machen können, während Russland Menschen in der Ukraine tötet.“ Unterstützung erhielt Marin von ihrer dänischen Kollegin Mette Frederiksen. Scholz blieb dagegen bei seiner Ablehnung einer generellen Einreisesperre und verwies dabei unter anderem auf russische Staatsbürger, die vor Putins Regime flüchten. „Alle Entscheidungen, die wir treffen, sollten es nicht komplizierter für sie machen, Freiheit zu suchen und das Land zu verlassen, um der Diktator in Russland zu entkommen“, sagte er. „Es ist nicht der Krieg des russischen Volks, es ist Putins Krieg.“

Marin: „Ich finde, wir sollten das diskutieren“

Bisher sind Personen aus der politischen und wirtschaftlichen Führung Russlands mit Einreisesperren in die EU belegt. Neben Marin hatte sich in der vergangenen Woche auch die estnische Regierungschefin Kaja Kallas für eine Ausweitung ausgesprochen. Marin forderte in Oslo eine Diskussion darüber im Europäischen Rat. Frederiksen äußerte Verständnis für die Position. „Ich finde es verständlich, dass manche Europäer und vielleicht besonders manche Ukrainer es etwas seltsam finden, dass Russland ein europäisches Land angegriffen hat und wir gleichzeitig Touristen aus diesem Land empfangen, das ein anderes Land angegriffen hat“, sagte die Sozialdemokratin. „Ich finde, wir sollten das diskutieren.“

Die schwedische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson machte sich für ein gemeinsames Vorgehen der EU bei diesem Thema stark, positionierte sich aber ebenso wenig wie Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre. 

Im Anschluss an die Beratungen in großer Runde sah sich Scholz zusammen mit dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre die berühmten Gemälde „Der Schrei“ und „Madonna“ des norwegischen Malers Edvard Munch an und fuhr mit ihm auf einem Passagierschiff mit Elektroantrieb durch den Oslofjord. Die Reise nach Oslo war für ihn auch sein Antrittsbesuch in Norwegen.

Engere Kooperation im Energiebereich

Die beiden Regierungschefs vereinbarten eine noch engere Kooperation im Energiebereich. Scholz würdigte die Bedeutung der norwegischen Gaslieferungen auf dem Weg aus der Abhängigkeit von russischem Erdgas. „Ich bin sehr froh, dass wir mit Norwegen einen sicheren, demokratischen und verlässlichen Partner haben bei der Energieversorgung Deutschlands und Europas“, sagte er. Man wolle nun auch im Bereich der erneuerbaren Energien noch enger zusammenarbeiten.

Norwegen ist seit der drastischen Drosselung der russischen Gaslieferungen Mitte Juni der wichtigste Gaslieferant Deutschlands. Støre sicherte Deutschland weitere Unterstützung zu. „Norwegen ist bestrebt, ein stabiler Gaslieferant für Deutschland zu sein“, sagte er.

Am Abend wollte der Kanzler nach Schweden weiterreisen, wo er am Dienstagmorgen die Ministerpräsidentin Andersson zu einem Gespräch unter vier Augen treffen wird. Anschließend ist ein Besuch beim Lastwagenhersteller Scania geplant, der gemeinsam mit Volkswagen an Konzepten zur Elektrifizierung des Lastverkehrs arbeitet.

Beim Besuch in Stockholm wird es auch um die Erweiterung der Nato gehen. Finnland und Schweden wollen dem westlichen Verteidigungsbündnis beitreten. 23 von 30 Mitgliedstaaten haben schon zugestimmt, darunter auch Deutschland. Unter anderen fehlt aber noch die Türkei, die den Aufnahmeprozess lange blockiert und ihre Zustimmung an Bedingungen geknüpft hatte.

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Einreisestopp EU Finnland Jonas Gahr Støre Magdalena Andersson Mette Norwegen Olaf Scholz Oslo Russland Sanna Marin Skandinavien SPD Ukraine

Kanzler in Skandinavien: Uneinigkeit über Einreisestopp für Russen

Reicht es, wenn nur die russische Elite mit EU-Einreisesperren sanktioniert wird? Oder sollen auch Touristen für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine bestraft werden?

Trotz der Skepsis von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) drängt Finnland auf einen EU-Einreisestopp für russische Touristen. „Russische Bürger haben den Krieg nicht gestartet, aber wir müssen uns gleichzeitig klar machen, dass sie den Krieg unterstützen“, sagte die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin am Montagabend bei einem Gipfeltreffen der Regierungschefs der fünf nordischen Länder mit Scholz in Oslo.

„Ich finde es nicht richtig, dass russische Bürger als Touristen in die EU, den Schengen-Raum einreisen und Sightseeing machen können, während Russland Menschen in der Ukraine tötet.“ Unterstützung erhielt Marin von ihrer dänischen Kollegin Mette Frederiksen. Scholz blieb dagegen bei seiner Ablehnung einer generellen Einreisesperre und verwies dabei unter anderem auf russische Staatsbürger, die vor Putins Regime flüchten. „Alle Entscheidungen, die wir treffen, sollten es nicht komplizierter für sie machen, Freiheit zu suchen und das Land zu verlassen, um der Diktator in Russland zu entkommen“, sagte er. „Es ist nicht der Krieg des russischen Volks, es ist Putins Krieg.“

Marin: „Ich finde, wir sollten das diskutieren“

Bisher sind Personen aus der politischen und wirtschaftlichen Führung Russlands mit Einreisesperren in die EU belegt. Neben Marin hatte sich in der vergangenen Woche auch die estnische Regierungschefin Kaja Kallas für eine Ausweitung ausgesprochen. Marin forderte in Oslo eine Diskussion darüber im Europäischen Rat. Frederiksen äußerte Verständnis für die Position. „Ich finde es verständlich, dass manche Europäer und vielleicht besonders manche Ukrainer es etwas seltsam finden, dass Russland ein europäisches Land angegriffen hat und wir gleichzeitig Touristen aus diesem Land empfangen, das ein anderes Land angegriffen hat“, sagte die Sozialdemokratin. „Ich finde, wir sollten das diskutieren.“

Die schwedische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson machte sich für ein gemeinsames Vorgehen der EU bei diesem Thema stark, positionierte sich aber ebenso wenig wie Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre. 

Im Anschluss an die Beratungen in großer Runde sah sich Scholz zusammen mit dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre die berühmten Gemälde „Der Schrei“ und „Madonna“ des norwegischen Malers Edvard Munch an und fuhr mit ihm auf einem Passagierschiff mit Elektroantrieb durch den Oslofjord. Die Reise nach Oslo war für ihn auch sein Antrittsbesuch in Norwegen.

Engere Kooperation im Energiebereich

Die beiden Regierungschefs vereinbarten eine noch engere Kooperation im Energiebereich. Scholz würdigte die Bedeutung der norwegischen Gaslieferungen auf dem Weg aus der Abhängigkeit von russischem Erdgas. „Ich bin sehr froh, dass wir mit Norwegen einen sicheren, demokratischen und verlässlichen Partner haben bei der Energieversorgung Deutschlands und Europas“, sagte er. Man wolle nun auch im Bereich der erneuerbaren Energien noch enger zusammenarbeiten.

Norwegen ist seit der drastischen Drosselung der russischen Gaslieferungen Mitte Juni der wichtigste Gaslieferant Deutschlands. Støre sicherte Deutschland weitere Unterstützung zu. „Norwegen ist bestrebt, ein stabiler Gaslieferant für Deutschland zu sein“, sagte er.

Am Abend wollte der Kanzler nach Schweden weiterreisen, wo er am Dienstagmorgen die Ministerpräsidentin Andersson zu einem Gespräch unter vier Augen treffen wird. Anschließend ist ein Besuch beim Lastwagenhersteller Scania geplant, der gemeinsam mit Volkswagen an Konzepten zur Elektrifizierung des Lastverkehrs arbeitet.

Beim Besuch in Stockholm wird es auch um die Erweiterung der Nato gehen. Finnland und Schweden wollen dem westlichen Verteidigungsbündnis beitreten. 23 von 30 Mitgliedstaaten haben schon zugestimmt, darunter auch Deutschland. Unter anderen fehlt aber noch die Türkei, die den Aufnahmeprozess lange blockiert und ihre Zustimmung an Bedingungen geknüpft hatte.

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Einreisestopp EU Finnland Jonas Gahr Støre Magdalena Andersson Mette Norwegen Olaf Scholz Oslo Russland Sanna Marin Skandinavien SPD Ukraine

Kanzler in Skandinavien: Uneinigkeit über Einreisestopp für Russen

Reicht es, wenn nur die russische Elite mit EU-Einreisesperren sanktioniert wird? Oder sollen auch Touristen für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine bestraft werden.

Trotz der Skepsis von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) drängt Finnland auf einen EU-Einreisestopp für russische Touristen. „Russische Bürger haben den Krieg nicht gestartet, aber wir müssen uns gleichzeitig klar machen, dass sie den Krieg unterstützen“, sagte die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin am Montagabend bei einem Gipfeltreffen der Regierungschefs der fünf nordischen Länder mit Scholz in Oslo.

„Ich finde es nicht richtig, dass russische Bürger als Touristen in die EU, den Schengen-Raum einreisen und Sightseeing machen können, während Russland Menschen in der Ukraine tötet.“ Unterstützung erhielt Marin von ihrer dänischen Kollegin Mette Frederiksen. Scholz blieb dagegen bei seiner Ablehnung einer generellen Einreisesperre und verwies dabei unter anderem auf russische Staatsbürger, die vor Putins Regime flüchten. „Alle Entscheidungen, die wir treffen, sollten es nicht komplizierter für sie machen, Freiheit zu suchen und das Land zu verlassen, um der Diktator in Russland zu entkommen“, sagte er. „Es ist nicht der Krieg des russischen Volks, es ist Putins Krieg.“

Marin: „Ich finde, wir sollten das diskutieren“

Bisher sind Personen aus der politischen und wirtschaftlichen Führung Russlands mit Einreisesperren in die EU belegt. Neben Marin hatte sich in der vergangenen Woche auch die estnische Regierungschefin Kaja Kallas für eine Ausweitung ausgesprochen. Marin forderte in Oslo eine Diskussion darüber im Europäischen Rat. Frederiksen äußerte Verständnis für die Position. „Ich finde es verständlich, dass manche Europäer und vielleicht besonders manche Ukrainer es etwas seltsam finden, dass Russland ein europäisches Land angegriffen hat und wir gleichzeitig Touristen aus diesem Land empfangen, das ein anderes Land angegriffen hat“, sagte die Sozialdemokratin. „Ich finde, wir sollten das diskutieren.“

Die schwedische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson machte sich für ein gemeinsames Vorgehen der EU bei diesem Thema stark, positionierte sich aber ebenso wenig wie Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre. 

Im Anschluss an die Beratungen in großer Runde sah sich Scholz zusammen mit dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre die berühmten Gemälde „Der Schrei“ und „Madonna“ des norwegischen Malers Edvard Munch an und fuhr mit ihm auf einem Passagierschiff mit Elektroantrieb durch den Oslofjord. Die Reise nach Oslo war für ihn auch sein Antrittsbesuch in Norwegen.

Engere Kooperation im Energiebereich

Die beiden Regierungschefs vereinbarten eine noch engere Kooperation im Energiebereich. Scholz würdigte die Bedeutung der norwegischen Gaslieferungen auf dem Weg aus der Abhängigkeit von russischem Erdgas. „Ich bin sehr froh, dass wir mit Norwegen einen sicheren, demokratischen und verlässlichen Partner haben bei der Energieversorgung Deutschlands und Europas“, sagte er. Man wolle nun auch im Bereich der erneuerbaren Energien noch enger zusammenarbeiten.

Norwegen ist seit der drastischen Drosselung der russischen Gaslieferungen Mitte Juni der wichtigste Gaslieferant Deutschlands. Støre sicherte Deutschland weitere Unterstützung zu. „Norwegen ist bestrebt, ein stabiler Gaslieferant für Deutschland zu sein“, sagte er.

Am Abend wollte der Kanzler nach Schweden weiterreisen, wo er am Dienstagmorgen die Ministerpräsidentin Andersson zu einem Gespräch unter vier Augen treffen wird. Anschließend ist ein Besuch beim Lastwagenhersteller Scania geplant, der gemeinsam mit Volkswagen an Konzepten zur Elektrifizierung des Lastverkehrs arbeitet.

Beim Besuch in Stockholm wird es auch um die Erweiterung der Nato gehen. Finnland und Schweden wollen dem westlichen Verteidigungsbündnis beitreten. 23 von 30 Mitgliedstaaten haben schon zugestimmt, darunter auch Deutschland. Unter anderen fehlt aber noch die Türkei, die den Aufnahmeprozess lange blockiert und ihre Zustimmung an Bedingungen geknüpft hatte.

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