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Börsenkurs DAX Frankfurt am Main Inflation Japan Jerome Powell Konjunktur Leitzinserhöhung London Paris Talfahrt Tokio US-Notenbank USA Yen Zinserhöhung

Börsenkurse sinken nach Zinserhöhung der Fed

Die kräftige Leitzinserhöhung in den USA hat die Börsenkurse auf Talfahrt geschickt. Der Deutsche Aktienindex (Dax) öffnete am Donnerstag im Minus, ebenso die Börsen in Paris und London. Auch der Nikkei in Japan schloss 0,58 Prozent im Minus. 

An der Börse in Frankfurt am Main öffnete der Dax 1,84 Prozent im Minus bei 12.528,37 Punkten. In Paris gaben die Kurse zu Handelsbeginn um 1,70 Prozent nach, in London um 0,92 Prozent. Die Anleger hatten die kräftige Zinserhöhung der US-Notenbank zwar erwartet, waren aber überrascht von den Aussichten auf die kommenden Jahre: So sieht die Fed den Leitzins im kommenden Jahr bei über 4,5 Prozent, die Experten rechnen nicht mit einer Senkung vor 2024. 

In Japan teilte die Zentralbank am Donnerstag mit, sie setze weiter auf eine expansive Geldpolitik. Daraufhin stieg der Kurs des Dollar zum Yen kurzzeitig auf ein 24-Jahres-Hoch. Die Kurse an der Börse in Tokio fielen dennoch – Experten führen das auch auf die Erwartung einer schwächeren Konjunktur weltweit zurück: Exportunternehmen fürchteten ein Abflauen der Konjunktur wegen der Zinserhöhungen, erklärten etwa die Analysten von Daiwa Securities. 

In den USA fielen die Kurse ebenfalls; der Dollar erreichte ein 20-Jahres-Hoch. Höhere Zinsen machen eine Anlage in Dollar und in Staatspapiere attraktiver – in Unternehmen dagegen unattraktiver.

Die US-Notenbank Fed erhöhte den Leitzins im Kampf gegen die hohe Inflation erneut kräftig um 0,75 Punkte auf 3,0 bis 3,25 Prozent. Fed-Chef Jerome Powell räumte ein, dass der Kurs der hohen Zinsen eine Periode des verlangsamten Wachstums und der wachsenden Arbeitslosigkeit mit sich bringe. 

Doch nannte er die Eindämmung der Preissteigerung als wichtigstes Ziel: „Wir müssen die Inflation überwinden. Ich wünsche mir, es gäbe einen schmerzfreien Weg, dies zu tun. Aber den gibt es nicht.“

Powell betonte, dass aufgrund der historischen Erfahrungen eine vorzeitige Lockerung der Geldpolitik nicht ratsam sei. Die Fed werde deshalb ihren derzeitigen Kurs gegen die Inflation weiterverfolgen, „bis der Job erledigt ist“. 

Für das laufende Jahr senkte die Fed ihre Wachstumsprognose deutlich ab. Sie erwartet nur noch ein minimales Wirtschaftswachstum in den USA von 0,2 Prozent. Im Juni war sie noch von einer Steigerung um 1,7 Prozent ausgegangen. Für 2023 erwarten die Fachleute der Fed nun ein Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent.

Beim Leitzins ist es bereits die fünfte Erhöhung in diesem Jahr und die dritte Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte in Folge. Auf derart drastische Maßnahmen hatte die Fed zuletzt in den 70er und 80er Jahren zurückgegriffen. Damals war die Folge ebenfalls eine tiefe Rezession gewesen.

Die Inflation in den USA war im Juni auf 9,1 Prozent gestiegen, den höchsten Wert seit über 40 Jahren. Im Juli ging sie zwar leicht auf 8,5 Prozent zurück und im August auf 8,3 Prozent im Jahresvergleich. Das ist aber nach Einschätzung der Fed noch immer viel zu hoch.

Auch in Großbritannien setzt die Zentralbank im Kampf gegen die Teuerung auf eine weitere Erhöhung des Leitzinses. Beobachter erwarten, dass sie den Satz am Donnerstag um 0,5 Punkte auf 2,24 Prozent anhebt. 

ilo/hcy

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DAX Dreimonatstief Frankfurt Frankfurt am Main MDAX Russland Streitkräfte US-Notenbank

Börse in Frankfurt: Dax fällt vor der Fed auf Tief seit Juli

Vor der mit Spannung erwarteten Leitzinsentscheidung der US-Notenbank Fed ist der Dax am Mittwoch auf ein Dreimonatstief abgesackt. Für Unsicherheit sorgte zusätzlich, dass Russland eine Teilmobilmachung der eigenen Streitkräfte angeordnet hat. Der deutsche Leitindex sackte zunächst um mehr als ein Prozent ab. Mit 12.520 Punkten erreichte er ein Tief seit Juli.

Vor der mit Spannung erwarteten Leitzinsentscheidung der US-Notenbank Fed ist der Dax am Mittwoch auf ein Dreimonatstief abgesackt. Für Unsicherheit sorgte zusätzlich, dass Russland eine Teilmobilmachung der eigenen Streitkräfte angeordnet hat. Der deutsche Leitindex sackte zunächst um mehr als ein Prozent ab. Mit 12.520 Punkten erreichte er ein Tief seit Juli.

Der Dax konnte die Verluste dann aber schnell etwas relativieren, indem er zuletzt noch um 0,47 Prozent auf 12.610,68 Punkte nachgab. Er konnte sich damit wieder knapp über die Marke von 12.600 Punkten vorarbeiten, die ihm zuletzt mehrfach Unterstützung gab. Der EuroStoxx folgte dem ungefähr im Gleichschritt nach unten. Der MDax fiel zwar nur leicht um 0,16 Prozent auf 23.721,41 Zähler, er bewegt sich aber seit Tagen schon auf einem Tief seit 2020.

Laut dem CMC-Markets-Experten Jochen Stanzl geht der Dax auf Tuchfühlung zum Jahrestief, das knapp unter der Marke von 12 400 Punkten liegt. Sollte diese Marke reißen, zeichnet er kein gutes Bild für den Leitindex. „Darunter dürften zahlreiche Verkaufsaufträge von langfristig orientierten Anlegern liegen, die nun endgültig die Reißleine ziehen wollen – und von denen, die kurzfristig eingestiegen, aber noch nicht in die Gewinnzone gekommen sind“, so Stanzl.

Von der Fed wird zur Wochenmitte im Kampf gegen die hohe Inflation wieder ein kräftiger Zinsschritt erwartet. Die meisten Experten gehen davon aus, dass die Notenbanker den Leitzins zum dritten Mal in Folge um 0,75 Prozentpunkte erhöhen werden. Einige Marktteilnehmer rechnen aber auch mit mehr. Händler bezifferten den Anteil derer, die einen ganzen Prozentpunkt erwarten, auf ein Fünftel.

Derweil hat Russland knapp sieben Monate nach Beginn des Krieges eine Teilmobilmachung der eigenen Streitkräfte angeordnet. Verteidigungsminister Sergej Schoigu zufolge sollen 300.000 Reservisten für den Kampf gegen die Ukraine mobilisiert werden. Profiteure einer solchen Nachricht waren einmal mehr die Aktien deutscher Rüstungskonzerne: Rheinmetall und Hensoldt bewegten sich mit bis zu 8,2 Prozent im Plus.

Im Fokus der Anleger blieb auch das Thema Energiekrise mit ihrer preissteigernden Wirkung. Deutschlands größter Gasimporteur Uniper wird deshalb nun verstaatlicht: Wie es sich am Vortag schon abzeichnete, will der Bund alle Aktien im Besitz des bisherigen Mehrheitseigentümers Fortum für 1,70 Euro je Stück kaufen. Außerdem ist eine Kapitalerhöhung über 8 Milliarden Euro zu diesem Preis vorgesehen. Anschließend wird der Bund etwa 98,5 Prozent der Anteile an Uniper besitzen.

Mit dem Schritt kommt es zur von Marktteilnehmern bereits befürchteten Verwässerung bei den Altaktionären von Uniper. Die Titel waren am Vortag mit 4,18 Euro deutlich darüber aus dem Handel gegangen – und entsprechend brach der Kurs nun unter größeren Schwankungen ein. Zuletzt pendelten sich die Papiere mit 3,39 Euro bei einem Abschlag von 19 Prozent ein. Bei Fortum dagegen reagieren die Anleger sehr erleichtert, wie ein Kurssprung um 15 Prozent zeigte.

Mit 2,6 Prozent einer der größten Dax-Verlierer waren die Aktien der Deutschen Post. Goldman-Sachs-Analyst Patrick Creuset gab seine bisherige Kaufempfehlung auf in der Erwartung, dass die Profitabilität des Logistiksektors im dritten Quartal den Höhepunkt erreicht. Er rechnet nun mit einem mehrjährigen Abwärtszyklus und einer neuen Normalität, die schlechter sein könnte als 2019 vor der Pandemie.

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Aktienmarkt Asien DAX Frankfurt Frankfurt am Main MDAX Stabilisierung US-Notenbank Wall Street

Börse in Frankfurt: Dax startet mit Gewinnen

Am deutschen Aktienmarkt hat sich am Dienstagmorgen die Stabilisierung der Kurse fortgesetzt. Der deutsche Leitindex Dax legte im frühen Handel um gut ein Prozent auf 12.934,42 Punkte zu und knüpfte damit an die moderaten Gewinne vom Wochenauftakt an. Die Vorgaben aus dem späten Handel an der Wall Street am Vortag und von den Börsen Asiens stützten den Markt.

Am deutschen Aktienmarkt hat sich am Dienstagmorgen die Stabilisierung der Kurse fortgesetzt. Der deutsche Leitindex Dax legte im frühen Handel um gut ein Prozent auf 12.934,42 Punkte zu und knüpfte damit an die moderaten Gewinne vom Wochenauftakt an. Die Vorgaben aus dem späten Handel an der Wall Street am Vortag und von den Börsen Asiens stützten den Markt.

Im Brennpunkt des Interesses steht unverändert die absehbare neuerliche Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed am Mittwoch. „Vor der morgigen Fed-Sitzung überwiegt die Hoffnung, dass der Aktienmarkt eine weitere Jumbo-Zinsanhebung um 75 oder gar 100 Basispunkte gut verkraften wird“, schrieb Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. An den Börsen sei „eine gewisse Spekulation auf einen einsetzenden Gewöhnungseffekt“ zu beobachten.

Der MDax stieg am Morgen um 0,72 Prozent auf 24.143,06 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 lag mit gut einem Prozent im Plus.

Bei den Einzeltiteln im Dax verteuerten sich Henkel um 1,8 Prozent. Der Konsumgüterkonzern hat dank guter Geschäfte im Segment Klebstoffe die Umsatzprognose für das laufende Jahr erneut erhöht.

Überdurchschnittlich legten die Aktien der Autohersteller zu. Die Aufschläge reichten von 1,3 bei BMW bis zu 4,6 Prozent für die Porsche-Holding. Volkswagen verteuerten sich um 2,3 Prozent. Hier sorgte erneut der anstehende Börsengang der Porsche AG für Fantasie. An diesem Dienstag beginnt die Zeichnungsfrist für die Aktien, die den Investoren in einer Spanne von 76,50 bis 82,50 Euro angeboten werden.

Daneben bewegten Analystenkommentare die Kurse. Fraport-Aktien stiegen um 3,6 Prozent, nachdem die Barclays Bank sie gleich um zwei Schritte von „Underweight“ auf „Overweight“ hochgestuft hatte. An der MDax-Spitze gewannen Jungheinrich 6,3 Prozent, angetrieben von einer Empfehlung des Investmenthauses Oddo-BHF.

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1&1 DAX Euro Stoxx 50 Frankfurt Frankfurt am Main MDAX Porsche Porsche AG US-Notenbank

Börse in Frankfurt: Anleger vor Fed-Entscheid weiter defensiv

Der Dax steuert am Montag auf den fünften Verlusttag in Folge zu. Anleger reduzierten weiter ihr Risiko, bevor am Mittwoch der Zinsentscheid der US-Notenbank erwartet wird.

Der Dax steuert am Montag auf den fünften Verlusttag in Folge zu. Anleger reduzierten weiter ihr Risiko, bevor am Mittwoch der Zinsentscheid der US-Notenbank erwartet wird.

Der deutsche Leitindex verlor zur Mittagszeit 0,93 Prozent auf 12.622,37 Punkte. Während der MDax etwas milder um 0,55 Prozent auf 23.812,00 Punkte fiel, gab der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 um 1,3 Prozent nach.

Unternehmensseitig waren die Blicke auf den VW-Konzern gerichtet wegen Neuigkeiten zum Börsengang der Porsche AG, der nun für den 29. September angekündigt ist. Die Papiere der Konzernholding Porsche SE reagierten mit einem Anstieg um 2,1 Prozent. Die VW-Vorzüge waren mit einem Prozent ins Minus gerutscht.

Mit minus 7,6 Prozent ein auffällig großer Verlierer in der Dax-Indexfamilie waren die Papiere von Sixt. Dafür verantwortlich gemacht wurde eine Analystenabstufung auf „Underperform“ durch die französische Investmentbank Exane BNP.

Mit bis zu 2,7 Prozent unter Druck standen auch die Aktien von 1&1 und dem Mutterkonzern United Internet. Sie litten damit unter dem stockenden Ausbau des eigenen Mobilfunknetzes. Laut 1&1-Mitteilung vom Freitagabend bremsen Lieferprobleme beim wichtigsten Ausbaupartner den Prozess. Das Zwischenziel von 1000 5G-Antennenstandorten bis Ende 2022 werde nicht erreicht, hieß es.

Umgesetzt wurden am Montag noch die jüngsten Indexänderungen. Siemens Energy ist zurück im Dax. Während die Titel des Aufsteigers unter Druck standen, griffen Anleger bei dem Absteiger Hellofresh wieder zu, wie dessen Kursplus von 1,1 Prozent zeigt. Der Kochboxenlieferant hat seine neue Heimat im MDax. Dort und im SDax gab es diverse weitere Änderungen.

Mehrere neue SDax-Mitglieder kamen gehörig unter Druck, jetzt wo die Änderungen vollzogen waren. Darunter befanden sich aus dem Energiebereich die Aktien von Nordex, Uniper und Energiekontor mit Abschlägen zwischen 3,9 und 6,5 Prozent. Auch für Cropenergies ging es um 6,2 Prozent bergab. Der Bioethanol-Hersteller kündigte an, dass wegen Kostendrucks eine Kürzung der Produktion erwogen wird.

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Credit Suisse DAX Euro Stoxx 50 Frankfurt Frankfurt am Main MDAX US-Notenbank

Börse in Frankfurt: Anleger vor Fed-Entscheid weiter defensiv

Der Dax steuert am Montagmorgen auf den fünften Verlusttag in Folge zu.

Der Dax steuert am Montagmorgen auf den fünften Verlusttag in Folge zu.

Anleger reduzierten weiter ihr Risiko, bevor am Mittwoch der Zinsentscheid der US-Notenbank erwartet wird. Der deutsche Leitindex verlor nach einer Handelsstunde 0,70 Prozent auf 12.651,52 Punkte. Während der MDax recht milde um 0,34 Prozent auf 23.861,63 Punkte fiel, gab der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 um mehr als ein Prozent nach.

Eine erhoffte Stabilisierung ist damit auch zu Wochenbeginn zunächst wieder ausgeblieben. Mit hohen US-Inflationszahlen als Auslöser hatte der Dax in der Vorwoche über 2,5 Prozent verloren, nachdem er zwischenzeitlich noch deutlich auf 13.564 Punkte zugelegt hatte. Bei steigenden Rezessionssorgen seien alle Augen nun auf die Leitzinsentscheidung der US-Notenbank Fed gerichtet, hieß es bei der Credit Suisse.

Unternehmensseitig bleiben die Blicke auf den VW-Konzern gerichtet wegen Neuigkeiten zum Börsengang der Porsche AG, der nun für den 29. September angekündigt ist. Die Porsche-AG-Vorzüge werden in einem Korridor zwischen 76,50 und 82,50 Euro pro Stück angeboten, schon an diesem Dienstag soll die Zeichnungsfrist beginnen. Bei der Marktkapitalisierung des Sportwagenbauers werden damit Berechnungen zufolge bis zu 75 Milliarden Euro anvisiert, was eher am unteren Rand bisheriger Expertenschätzungen lag.

Die Papiere der Konzernholding Porsche SE reagierten mit einem Anstieg um 2,6 Prozent. Die VW-Vorzüge bewegten sich im Dax aber immerhin knapp mit 0,1 Prozent im Plus.

Ein in der Dax-Indexfamilie auffällig großer Verlierer waren am Montag die Papiere von Sixt, die im MDax um 8,2 Prozent absackten. Erstmals seit November 2020 wurden sie wieder unter der 90-Euro-Marke gehandelt. Dafür verantwortlich gemacht wurde eine Analystenabstufung auf „Underperform“ durch die Experten der französischen Investmentbank Exane BNP.

Mit bis zu drei Prozent unter Druck standen auch die Aktien von 1&1 und dem Mutterkonzern United Internet. Sie litten damit unter dem stockenden Ausbau des eigenen Mobilfunknetzes. Laut 1&1-Mitteilung vom Freitagabend bremsen Lieferprobleme beim wichtigsten Ausbaupartner den Prozess. Das Zwischenziel von 1000 5G-Antennenstandorten bis Ende 2022 werde nicht erreicht, hieß es. Allerdings wurde auch betont, dass die Probleme keine Auswirkungen auf den geplanten Netzstart haben dürften.

Umgesetzt wurden am Montag noch die jüngsten Indexänderungen. Siemens Energy ist zurück im Dax. Während die Titel des Aufsteigers unter Druck standen, griffen Anleger bei dem Absteiger Hellofresh wieder zu, wie dessen Kursplus von 2,3 Prozent zeigt. Er hat seine neue Heimat im MDax, gemeinsam mit dem Telekomausrüster Adtran sowie den Autozulieferern Stabilus und Hella. Auch im SDax gab es diverse Änderungen – unter anderem mit der Rückkehr von Nordex.

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DAX Energieunternehmen Frankfurt am Main Hellofresh MDAX Siemens Energy

Börse: Siemens Energy ersetzt ab sofort Hellofresh im Dax

Siemens Energy ist wieder Teil des Dax. Das Energieunternehmen kehrt diese Woche in den deutschen Leitindex zurück. Dafür muss Hellofresh weichen.

Das erst im März aus dem Dax in den MDax abgestiegene Energieunternehmen Siemens Energy kehrt an diesem Montag (19. September) in den deutschen Leitindex zurück. Ausscheiden muss dafür der Kochboxenlieferant Hellofresh, der ab sofort im Index der mittelgroßen Werte zu finden sein wird.

Über den Auf- und Abstieg von Unternehmen aus dem deutschen Börsenbarometer entscheidet vor allem der Börsenwert. Den misst der Index-Anbieter am Anteil der frei handelbaren Aktien der einzelnen Unternehmen. Berücksichtigt wird dafür der volumengewichtete Durchschnittskurs in den letzten 20 Handelstagen vor der Überprüfung der Indizes. Für Hellofresh hatte es daher wie erwartet für einen Dax-Verbleib nicht mehr gereicht. Seit Jahresbeginn gingen zwei Drittel an Wert verloren. Die Talfahrt der Aktie hatte nach einer kurzen Phase der Stabilisierung Mitte August nochmals Fahrt aufgenommen.

Wichtig sind Indexänderungen vor allem für Fonds, die Indizes real nachbilden (physisch replizierende ETF). Dort muss dann entsprechend umgeschichtet und umgewichtet werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann.

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Börsenbarometer Brühl DAX Deutsche Börse ESG Evolution Fernsehen Frankfurt am Main Hellofresh Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Umwelt Zalando

Börse: Mehr Klasse oder nur mehr Masse? Ein Jahr Dax-Reform

Vor einem Jahr setzte die Deutsche Börse eine historische Reform um: 40 statt 30 Unternehmen sind seither in der ersten deutschen Börsenliga vertreten. Ist der Dax dadurch besser geworden?

Er gilt als Aushängeschild der deutschen Wirtschaft: Der Dax. Abend für Abend wird der aktuelle Stand des Börsenbarometers im Fernsehen gemeldet, die Anzeigetafel aus dem Frankfurter Handelssaal dürfte Millionen Menschen bekannt sein. Doch ist der Deutsche Aktienindex wirklich ein Abbild der heimischen Wirtschaft? Zum 20. September 2021 brachte die Deutsche Börse eine Reform auf den Weg: Die erste deutsche Börsenliga wurde von 30 auf 40 Mitglieder erweitert. Zudem gelten seither strengere Regeln für Unternehmen, die in den Dax aufrücken und dort bleiben wollen. Die Bilanz nach einem Jahr Dax 40 fällt gemischt aus.

„Die breitere Diversifizierung ist positiv zu sehen“, sagt der Geschäftsführer des Center for Financial Studies an der Frankfurter Goethe-Universität, Volker Brühl. „Allerdings ist zu bemängeln, dass das Thema Nachhaltigkeit/ESG nach wie vor so gut wie keine Rolle im Dax spielt. Das passt einfach nicht in die heutige Zeit.“ Kriterien wie Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung – kurz ESG (englisch für: Environmental Social Governance) – bekommen für Privatanleger und Profiinvestoren immer mehr Gewicht.

„Es ist eine Chance vertan worden, den Dax grüner zu machen“, meint Brühl. „Das ist ein Konstruktionsfehler, der dringend behoben werden muss. Jedes Unternehmen, das in den Dax aufgenommen wird, sollte ein bestimmtes Nachhaltigkeitsranking, einen ESG-Score erreichen.“

Experte: Mehr Evolution als Revolution

Die fehlende Berücksichtigung von ESG-Kriterien bemängelt auch Andreas Strobl, Leiter deutsche Aktien im Wealth & Asset Management der Privatbank Berenberg. Sein Fazit: „Die Dax-Erweiterung ist definitiv eine schlüssige Weiterentwicklung gewesen – doch es bleibt mehr eine Evolution als eine Revolution.“

Lange wurde der Dax, den es seit 1988 gibt, von vier Branchen dominiert: Chemie, Automobil, Energie, Finanzen. Die Öffnung für weitere Unternehmen sollte nach Vorstellung der Deutschen Börse auch dafür sorgen, dass zum Beispiel aufstrebende Internetfirmen einen Platz im Schaufenster der deutschen Wirtschaft bekommen.

Als weiteres Schwergewicht im Dax kam vor einem Jahr der deutsch-französische Flugzeughersteller Airbus hinzu. Außerdem: der Chemikalienhändler Brenntag, der Kochboxenlieferant Hellofresh, die Holdinggesellschaft Porsche, der Sportartikelhersteller Puma, das Biotechnologie- und Diagnostikunternehmen Qiagen, der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius, der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers, der Aromen- und Duftstoffehersteller Symrise sowie der Online-Modehändler Zalando.

„Der Dax ist qualitativ besser geworden. Es werden jetzt wesentlich mehr Sektoren abgebildet. Somit hat der Dax eine breitere Aufstellung und mehr Diversifikation“, sagt Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei Deka Investment.

Welche Unternehmen sind noch interessant?

„Das Unternehmensspektrum der deutschen Wirtschaft wird durch die Erweiterung inzwischen besser abgedeckt“, findet auch Marc Decker, stellvertretender Aktienchef von Quintet, der Muttergesellschaft von Merck Finck. „Allerdings bleibt die Aufstockung trotzdem nur ein zaghafter Versuch, den weiterhin industrielastigen Dax umzugestalten. Weiterhin bleiben Unternehmen aus dem IT-Sektor im weitesten Sinne Mangelware im deutschen Leitindex.“

Auch Tom Koula, Index-Experte der Stifel Europe Bank, meint, es gebe noch einige innovative Unternehmen, die für den Dax interessant sein könnten: „Insbesondere ist das der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech. Spannend ist auch ein Blick auf das süddeutsche Start-up Lilium, das Flugtaxis entwickelt. Beide Unternehmen sind an der US-Technologiebörse Nasdaq notiert, haben aber an der Heimatbörse Deutschland keine Bedeutung.“

Die Aufstockung vor einem Jahr habe international „große Beachtung gefunden“, bilanziert Koula. „Gerade auch in den USA ist das Interesse durchaus gestiegen, auch wenn sich das wegen der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage – Krieg, Inflation, Energiekrise, Euroschwäche – derzeit nicht in der Indexentwicklung widerspiegelt.“ Auch Experte Decker sagt, international gehöre der Dax zu den relevanten Aktienindizes, „wobei sich global agierende Investoren seiner nur eingeschränkten Ausrichtung auf Wachstumswerte natürlich bewusst sind“.

Energieunternehmen Siemens Energy zurück im Dax

Einer der erst vor einem Jahr aufgenommenen Wachstumswerte, Hellofresh, muss sich bereits wieder aus der ersten deutschen Börsenliga verabschieden. Der höhere Börsenwert spült zum 19. September des laufenden Jahres das Energieunternehmen Siemens Energy zurück in den Dax. In einem 2022 insgesamt wechselhaften Börsenumfeld sackten unter anderem die Aktien der Dax-Aufsteiger Hellofresh und Zalando erheblich ab. Beide Unternehmen büßten seit der Aufnahme in den Dax vor einem Jahr mehr als 70 Prozent ihres Börsenwertes ein.

„Nach wie vor gibt es ein ziemliches Auf und Ab in der Dax-Zusammensetzung. Mehr Kontinuität wäre wünschenswert“, sagt der Frankfurter Professor Brühl. „Man muss aber fairerweise sagen, dass die häufigen Wechsel in jüngerer Zeit auch der hohen Volatilität geschuldet sind.“

Die Deutsche Börse hat sich nach dem Betrugsskandal und verspäteten Dax-Rauswurf des Münchener Zahlungsdienstleisters Wirecard vorgenommen, nur noch profitable Unternehmen in den Dax aufzunehmen. Uwe Streich, Aktienstratege bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), meint, diese Regeländerungen seien auf jeden Fall positiv zu bewerten: Sie seien wahrscheinlich mit das Beste an der Dax-Reform.

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DAX Energieunternehmen Frankfurt am Main Hellofresh MDAX Siemens Energy

Börse: Siemens Energy ersetzt ab sofort Hellofresh im Dax

Das erst im März aus dem Dax in den MDax abgestiegene Energieunternehmen Siemens Energy kehrt an diesem Montag (19. September) in den deutschen Leitindex zurück. Ausscheiden muss dafür der Kochboxenlieferant Hellofresh, der ab sofort im Index der mittelgroßen Werte zu finden sein wird.

Das erst im März aus dem Dax in den MDax abgestiegene Energieunternehmen Siemens Energy kehrt an diesem Montag (19. September) in den deutschen Leitindex zurück. Ausscheiden muss dafür der Kochboxenlieferant Hellofresh, der ab sofort im Index der mittelgroßen Werte zu finden sein wird.

Über den Auf- und Abstieg von Unternehmen aus dem deutschen Börsenbarometer entscheidet vor allem der Börsenwert. Den misst der Index-Anbieter am Anteil der frei handelbaren Aktien der einzelnen Unternehmen. Berücksichtigt wird dafür der volumengewichtete Durchschnittskurs in den letzten 20 Handelstagen vor der Überprüfung der Indizes. Für Hellofresh hatte es daher wie erwartet für einen Dax-Verbleib nicht mehr gereicht. Seit Jahresbeginn gingen zwei Drittel an Wert verloren. Die Talfahrt der Aktie hatte nach einer kurzen Phase der Stabilisierung Mitte August nochmals Fahrt aufgenommen.

Wichtig sind Indexänderungen vor allem für Fonds, die Indizes real nachbilden (physisch replizierende ETF). Dort muss dann entsprechend umgeschichtet und umgewichtet werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann.

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Barclays China DAX Einzelhandel Euro Stoxx 50 Frankfurt Frankfurt am Main JPMorgan Chase MDAX Talfahrt US-Notenbank USA Wall Street

Börse in Frankfurt: Dax im Minus – Weitere Talfahrt vor großem Verfall

Vor dem großen Verfall an den Terminbörsen hat sich auch am Freitag die jüngste Talfahrt im Dax fortgesetzt. Negative Impulse kamen von der Wall Street, die am Vorabend neuerliche Verluste insbesondere bei Technologiewerten verzeichnete. Nach dem schwachen Start sackte der deutsche Leitindex im frühen Handel weiter ab und stand zuletzt 1,70 Prozent tiefer bei 12.736,88 Zählern. Mit dem Schock durch die anhaltend hohe Teuerung in den USA und der Aussicht auf einen gravierenden Schritt der US-Notenbank Fed sind die Inflations- und Zinssorgen der Anleger in dieser Woche wieder größer geworden.

Vor dem großen Verfall an den Terminbörsen hat sich auch am Freitag die jüngste Talfahrt im Dax fortgesetzt. Negative Impulse kamen von der Wall Street, die am Vorabend neuerliche Verluste insbesondere bei Technologiewerten verzeichnete. Nach dem schwachen Start sackte der deutsche Leitindex im frühen Handel weiter ab und stand zuletzt 1,70 Prozent tiefer bei 12.736,88 Zählern. Mit dem Schock durch die anhaltend hohe Teuerung in den USA und der Aussicht auf einen gravierenden Schritt der US-Notenbank Fed sind die Inflations- und Zinssorgen der Anleger in dieser Woche wieder größer geworden.

Der MDax der mittelgroßen Werte verlor im frühen Freitagshandel 2,23 Prozent auf 23.910,89 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 1,6 Prozent ein. Teils positive Konjunkturdaten aus China, wo sich Einzelhandel und Industrie zuletzt unerwartet gut entwickelten, würden damit am Markt kaum honoriert, hieß es von Börsianern. Allerdings blieb die erdölverarbeitende Industrie des größten Ölimporteurs der Welt unter Druck.

Im weiteren Tagesverlauf könnte es noch einmal wegen des großen Verfalls zu größeren Schwankungen kommen. Anleger versuchen oft, die Kurse noch in eine für sie günstige Richtung zu bewegen

Im deutschen Leitindex gab es am Morgen nur Verlierer. Dabei stachen die Papiere der Post mit den größten Abschlägen hervor. Sie fielen auf ein Tief seit Mitte 2020 und verloren zuletzt mehr als sechs Prozent. Für den Kursrutsch sorgten die schwachen Zahlen und eine zurückgezogene Gewinnprognose des US-Konkurrenten Fedex. Zur Begründung hatten die US-Amerikaner hatten auf das eingetrübte wirtschaftliche Umfeld verwiesen.

Bewegt zeigten sich auch zahlreiche Immobilienwerte nach großen Sektorstudien von Goldman Sachs, JPMorgan und Barclays. Die sehr zinsempfindliche Branche steht aktuell wegen der Aussichten auf weiter steigende Zinsen der Notenbanken unter Druck und liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Einzelhändlern um die schwächste Branche des Jahres. Auch am letzten Handelstag der Woche zeigte sich der Sektor europaweit schwach. Hierzulande standen Vonovia, Deutsche Wohnen, LEG & Co nach den teils skeptischen Analystenstimmen allesamt im Minus.

TAG Immobilien jedoch kletterten gegen den Trend an der MDax-Spitze um zweieinhalb Prozent nach oben – Barclays-Experte Sander Bunck hob sein Votum um zwei Stufen auf „Overweight“.

Aktien des angeschlagenen Versorgers Uniper blieben im Abwärtssog und fielen mit mehr als 15 Prozent auf dem letzten MDax-Platz auf ein Rekordtief. Chemiewerte wie BASF, K+S und Wacker Chemie fielen ebenfalls mit hohen Verlusten von bis zu sieben Prozent auf – die Branche ist der größte Gasverbraucher in Deutschland und entsprechend stark von der Energiekrise betroffen.

Auch Anteile am Sportartikelhersteller Adidas setzten nach einer skeptischen Studie durch die Analysten von Cowen ihre Talfahrt fort auf ein weiteres Tief seit 2016. Hier betrug das Minus zuletzt 1,7 Prozent.

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DAX Dow-Jones-Index Euro Stoxx 50 Frankfurt am Main Inflation Kursrutsch MDAX Nasdaq Wall Street

Dax: Moderate Gewinne im Dax nach jüngstem Kursrutsch

Der Dax ist der Wall Street gefolgt und hat sich stabilisiert. Der deutsche Leitindex stieg um 0,59 Prozent auf 13.104,41 Punkte. Geschockt von der hartnäckigen US-Inflation war das Börsenbarometer zuletzt in zwei Tagen um bis zu 4,5 Prozent von seinem Erholungshoch bei 13.564 Punkten im Bereich der 100-Tage-Linie abgesackt. Diese beschreibt die langfristigste Entwicklung.

Der Dax ist der Wall Street gefolgt und hat sich stabilisiert. Der deutsche Leitindex stieg um 0,59 Prozent auf 13.104,41 Punkte. Geschockt von der hartnäckigen US-Inflation war das Börsenbarometer zuletzt in zwei Tagen um bis zu 4,5 Prozent von seinem Erholungshoch bei 13.564 Punkten im Bereich der 100-Tage-Linie abgesackt. Diese beschreibt die langfristigste Entwicklung.

Der MDax der mittelgroßen Werte legte um 0,44 Prozent auf 24.907,32 Punkte zu. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,5 Prozent nach oben.

An der Wall Street hatte sich der Dow Jones Industrial am Mittwoch nach einem Tief seit Mitte Juli fangen können und war ins Plus gedreht. Besonders deutlich erholten sich Technologiewerte an der Börse Nasdaq.

Nach dem unerwartet deutlichen Preisauftrieb für Verbraucher habe die Abschwächung auf Herstellerebene am Vortag geholfen, die Gemüter wieder etwas zu beruhigen, hieß es bei der Schweizer Investmentbank Credit Suisse. In den USA hatte sich der Preisauftrieb auf Herstellerebene stärker als erwartet abgeschwächt, wie gestern bekannt wurde.

Dem aktuellen Bernecker-Börsenbrief „Bernecker-Daily“ zufolge geht „der Kampf um die Stabilisierung der Märkte gegen die Ängste einer deutlichen Zinsanhebung“ weiter. 30 Prozent aller Akteure in New York setzten bei der nächsten Zinssitzung der US-Notenbank am Mittwoch auf einen Zinsschritt von einem Prozentpunkt. Das habe es ganz selten gegeben.

Vor diesem Hintergrund waren europaweit und auch hierzulande Bankaktien gefragt, denn höhere Zinsen verbessern in der Regel die Ertragschancen der Finanzinstitute. So gewannen die Papiere der Deutschen Bank an der Dax-Spitze 2,7 Prozent. Im MDax hatten die Anteile der Commerzbank mit einem Plus von 4,2 Prozent die Nase vorn.

Unter den größten Verlierern im Dax gaben die Aktien von Munich Re um 0,3 Prozent nach. Die Papiere litten etwas unter einem skeptischen Analystenkommentar. Um den jüngsten Kursanstieg zu rechtfertigen, müsste sich unter anderem die Schaden-Unfall-Relation des Rückversicherers im kommenden Jahr verbessern, schrieb der Experte Will Hardcastle von der Schweizer Großbank UBS. Das aber sei höchst unwahrscheinlich.

Am MDax-Ende verloren die Papiere von Kion nach ihrem Kurseinbruch in Höhe von knapp 30 Prozent zur Wochenmitte nun mehr als 4 Prozent. Zwischenzeitlich waren sie auf ein Rekordtief abgesackt. Der Gabelstapler-Hersteller hatte am Mittwoch seinen Geschäftsausblick drastisch gesenkt.

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