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Carbonara Italien Pasta Rezept

Einfach Essen – Die Genusskolumne: Drei Pasta-Klassiker vereint in einem Gericht: Pasta alla zozzona

Nach dem Fasten folgte in Italien früher oft die Sünde: Pasta alla zozzona. Die Nudeln nach schmutziger Art, wie sie übersetzt heißen, sind in einer Zeit entstanden, in der die katholische Kirche mehrmals im Jahr zum Fasten aufrief. Was sie auch sind: lecker.

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AFP Deutschland Festnahme Frankreich Frauen Iran Italien London Mahsa Amini Männer Nachrichtenagentur Fars Niederlande Polizei Tod Unruhen

Mindestens ein Deutscher im Zusammenhang mit Protesten im Iran festgenommen

Im Zusammenhang mit den Protesten im Iran sind nach Angaben der dortigen Regierung auch neun Ausländer festgenommen worden, darunter mindestens ein Deutscher. Diese Ausländer seien „vor Ort“ festgenommen worden oder „in die Unruhen verwickelt“, hieß es. Die Sicherheitskräfte gehen mit großer Härte gegen die Proteste vor, die durch den Tod der Kurdin Mahsa Amini in Polizeigewahrsam entfacht worden waren. Am Freitag kam es dabei offenbar auch zu Schusswechseln mit Regierungsgegnern.

Nach Angaben des iranischen Geheimdienstministeriums kommen die neun festgenommenen Ausländer aus Deutschland, Polen, Italien, Frankreich, den Niederlanden, Schweden und weiteren Ländern. Nähere Angaben zu den Gründen und Umständen ihrer Festnahme wurden nicht gemacht. Außerdem seien 256 Mitglieder von verbotenen Oppositionsgruppen festgenommen worden, teilte das Ministerium mit.

Die Proteste dauern inzwischen seit zwei Wochen an. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) wurden dabei infolge der harten Gangart der Sicherheitskräfte mindestens 83 Menschen getötet. Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars meldete rund 60 Tote.

Der Fernsehsender Iran International mit Sitz in London zeigte Filmaufnahmen vom Freitag aus der südostiranischen Stadt Sahedan, die offensichtlich Polizisten dabei zeigen, wie sie mit ihren Schusswaffen auf Männer feuern, die eine Polizeiwache angreifen. Zu sehen waren auch Männer mit blutenden Wunden, die auf Tragen lagen. Die Nachrichtenagentur AFP war allerdings zunächst nicht in der Lage, die Echtheit dieser Bilder zu verifizieren.   

Iranische Staatsmedien berichteten, Angreifer in Sahedan, der Hauptstadt der Provinz Sistan-Balutschestan, hätten zuerst mit scharfer Munition geschossen, die Polizei das Feuer erwidert. Die Angreifer hätten auch Molotow-Cocktails geschleudert. Mehrere Polizisten sowie Passanten seien bei dem Schusswechsel verletzt worden, meldete das staatliche Fernsehen. Nach Angaben des regionalen Polizeichefs Achmed Taheri wurden drei Polizeistationen angegriffen. 

In einem anderen Video auf Iran International war zu sehen, wie in der südwestlichen Stadt Achwas die Sicherheitskräfte offenbar Tränengas einsetzten, um eine Menge auseinanderzutreiben. In der Stadt Ardabil im Nordwesten riefen Frauen ohne Kopfbedeckung laut Iran International „Tod dem Diktator!“.

Während der Proteste nehmen Frauen immer wieder die vorgeschriebenen Kopftücher ab, manchmal verbrennen sie die Tücher auch. Die 22-jährige Amini war offenbar vor zweieinhalb Wochen von der Sittenpolizei in der Hauptstadt Teheran festgenommen worden, weil sie das islamische Kopftuch nicht den Regeln entsprechend getragen hatte. Nach Angaben von Aktivisten soll sie von der Polizei geschlagen worden und deshalb später im Krankenhaus gestorben sein. 

Amnesty International warf den iranischen Behörden vor, mit Absicht tödliche Gewalt zur Unterdrückung der Proteste einzusetzen. Laut einem der Menschenrechtsorganisation zugespielten offiziellen Dokument habe der Befehlshaber der Streitkräfte in der Provinz Masandaran seine Untergebenen angewiesen, „gnadenlos, bis hin zur Verursachung von Todesfällen, gegen jede Art von Unruhen durch Randalierer und Anti-Revolutionäre vorzugehen“.

Zuletzt hatte der Iran auch den Druck auf Prominente und Journalisten verstärkt. Das Committee to Protect Journalists (Komitee zum Schutz von Journalisten) teilte mit, die Festnahme von mindestens 29 Journalisten dokumentiert zu haben. Am Freitag wurde laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna auch der iranische Ex-Fußballspieler Hossein Manahi festgenommen, nachdem er die Proteste in den Onlinenetzwerken unterstützt hatte. 

Auch den Sänger Scherwin Hadschipur nahmen die Sicherheitskräfte fest, wie mehrere iranische Exilmedien und die Menschenrechtsgruppe Article 19 berichteten. Sein aus Twitter-Beiträgen über die Proteste zusammengestellter Song „Baraje“ („Dafür“) war im Bilderdienst Instagram millionenfach angesehen worden.

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AFP Deutschland Festnahme Frankreich Frauen Iran Italien London Mahsa Amini Männer Nachrichtenagentur Fars Niederlande Polizei Tod Unruhen

Mindestens ein Deutscher im Zusammenhang mit Protesten im Iran festgenommen

Im Zusammenhang mit den Protesten im Iran sind nach Angaben der dortigen Regierung auch neun Ausländer festgenommen worden, darunter mindestens ein Deutscher. Diese Ausländer seien „vor Ort“ festgenommen worden oder „in die Unruhen verwickelt“, hieß es. Die Sicherheitskräfte gehen mit großer Härte gegen die Proteste vor, die durch den Tod der Kurdin Mahsa Amini in Polizeigewahrsam entfacht worden waren. Am Freitag kam es dabei offenbar auch zu Schusswechseln mit Regierungsgegnern.

Nach Angaben des iranischen Geheimdienstministeriums kommen die neun festgenommenen Ausländer aus Deutschland, Polen, Italien, Frankreich, den Niederlanden, Schweden und weiteren Ländern. Nähere Angaben zu den Gründen und Umständen ihrer Festnahme wurden nicht gemacht. Außerdem seien 256 Mitglieder von verbotenen Oppositionsgruppen festgenommen worden, teilte das Ministerium mit.

Die Proteste dauern inzwischen seit zwei Wochen an. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) wurden dabei infolge der harten Gangart der Sicherheitskräfte mindestens 83 Menschen getötet. Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars meldete rund 60 Tote.

Der Fernsehsender Iran International mit Sitz in London zeigte Filmaufnahmen vom Freitag aus der südostiranischen Stadt Sahedan, die offensichtlich Polizisten dabei zeigen, wie sie mit ihren Schusswaffen auf Männer feuern, die eine Polizeiwache angreifen. Zu sehen waren auch Männer mit blutenden Wunden, die auf Tragen lagen. Die Nachrichtenagentur AFP war allerdings zunächst nicht in der Lage, die Echtheit dieser Bilder zu verifizieren.   

Iranische Staatsmedien berichteten, Angreifer in Sahedan, der Hauptstadt der Provinz Sistan-Balutschestan, hätten zuerst mit scharfer Munition geschossen, die Polizei das Feuer erwidert. Die Angreifer hätten auch Molotow-Cocktails geschleudert. Mehrere Polizisten sowie Passanten seien bei dem Schusswechsel verletzt worden, meldete das staatliche Fernsehen. Nach Angaben des regionalen Polizeichefs Achmed Taheri wurden drei Polizeistationen angegriffen. 

In einem anderen Video auf Iran International war zu sehen, wie in der südwestlichen Stadt Achwas die Sicherheitskräfte offenbar Tränengas einsetzten, um eine Menge auseinanderzutreiben. In der Stadt Ardabil im Nordwesten riefen Frauen ohne Kopfbedeckung laut Iran International „Tod dem Diktator!“.

Während der Proteste nehmen Frauen immer wieder die vorgeschriebenen Kopftücher ab, manchmal verbrennen sie die Tücher auch. Die 22-jährige Amini war offenbar vor zweieinhalb Wochen von der Sittenpolizei in der Hauptstadt Teheran festgenommen worden, weil sie das islamische Kopftuch nicht den Regeln entsprechend getragen hatte. Nach Angaben von Aktivisten soll sie von der Polizei geschlagen worden und deshalb später im Krankenhaus gestorben sein. 

Amnesty International warf den iranischen Behörden vor, mit Absicht tödliche Gewalt zur Unterdrückung der Proteste einzusetzen. Laut einem der Menschenrechtsorganisation zugespielten offiziellen Dokument habe der Befehlshaber der Streitkräfte in der Provinz Masandaran seine Untergebenen angewiesen, „gnadenlos, bis hin zur Verursachung von Todesfällen, gegen jede Art von Unruhen durch Randalierer und Anti-Revolutionäre vorzugehen“.

Zuletzt hatte der Iran auch den Druck auf Prominente und Journalisten verstärkt. Das Committee to Protect Journalists (Komitee zum Schutz von Journalisten) teilte mit, die Festnahme von mindestens 29 Journalisten dokumentiert zu haben. Am Freitag wurde laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna auch der iranische Ex-Fußballspieler Hossein Manahi festgenommen, nachdem er die Proteste in den Onlinenetzwerken unterstützt hatte. 

Auch den Sänger Scherwin Hadschipur nahmen die Sicherheitskräfte fest, wie mehrere iranische Exilmedien und die Menschenrechtsgruppe Article 19 berichteten. Sein aus Twitter-Beiträgen über die Proteste zusammengestellter Song „Baraje“ („Dafür“) war im Bilderdienst Instagram millionenfach angesehen worden.

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Facebook Frau Guinessbuch Italien Kamera Sardinien Sonntag

Gesellschaft: Langes Leben: Im Dorf der Hundertjährigen auf Sardinien

Altwerden auf Sardinien: Auf der italienischen Insel liegt in aller Abgeschiedenheit das „Dorf der Hundertjährigen“, das auch im Guinnessbuch der Rekorde steht. Was ist das Geheimnis der Menschen dort?

Mit seiner vorromanischen Kirche, dem zentral gelegenen Platz und den kleinen Geschäften könnte Perdasdefogu ein Ort wie jeder andere in Italien sein. Überschaubar, schnuckelig, aber wenig aufsehenerregend. Die Ortschaft im Südosten der beliebten Ferieninsel Sardinien ist jedoch eine Rekordhalterin.

Perdasdefogu ist als Dorf der Hundertjährigen bekannt und hat es damit ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft. Der beschwerliche Weg dorthin lässt das nicht vermuten. Eine enge, kurvige Straße schlängelt sich hoch zu dem Ort in den schroffen Bergen Sardiniens. Schon am Ortseingang macht eine steinerne Tafel auf den Rekord aufmerksam. Im Dorf erinnert die Piazza Longevità (Platz des langen Lebens) daran. Die Rentner, die sämtliche italienische Regierungen und Krisen miterlebten, sind das Aushängeschild.

Der Stolz der Gemeinde wird auch an der Hauptstraße sichtbar, die durch den Ort führt. Die pastellfarbenen Fassaden der Häuser sind verziert mit Schwarz-Weiß-Fotos der Methusalems mit deren Namen und Geburtsjahr.

Da ist zum Beispiel Vittorio Lai. Verschmitzt lächelt er in die Kamera, auf dem Bild trägt er eine feinkarierte Schiebermütze und eine Winterjacke, die so gar nicht zur Wärme des endenden Sommers passt. Darunter: weißes Hemd mit Fliege. Die Mütze setzte er auch auf, als er am vergangenen Sonntag ins Wahllokal ging, um über das neue italienische Parlament abzustimmen. Auf seiner Wählerkarte, die auf einem in der Facebook-Gruppe des Ortes veröffentlichten Foto zu sehen ist, steht sein Geburtsdatum: 12. Februar 1922.

Lai ist einer der neun 100- und über 100-Jährigen, die derzeit in Perdasdefogu leben. Das Guinness-Buch bescheinigt dem Ort, derjenige mit der höchsten Quote an Einwohnern zu sein, die ein solches Alter erreicht haben. Lai ist so lange verheiratet, wie das Leben vieler nicht einmal wird: 78 Jahre. Das spreche wohl auch für seinen Charakter und den seiner Frau, kommentiert die Reporterin des Fernsehsenders Rai. „Na ja, manchmal sagt sie, ich sei ein bisschen frech“, antwortet Lai in einem jüngst ausgestrahlten Beitrag. „Ich sage, einmal bin ich frech, ein andermal du, also gleichen wir uns aus.“ 

Selbstgemachte Minestrone

Annunziata Stori ist die jüngste 100-Jährige in dem Ort mit seinen 1780 Einwohnern. Sie feierte den Eintritt in ihr zweites Lebensjahrhundert am 16. August. Da kam dann natürlich auch Bürgermeister Bruno Chillotti, um persönlich zu gratulieren.

„Gesund wie ein Fisch“ sei sie. Lebhaft und fröhlich, nehme keine Medikamente und koche ihre Minestrone immer noch mit selbst gemachter Fregula, der typisch sardischen Nudelsorte, schreibt der Regisseur Pietro Mereu. Der hatte der vor ein paar Jahren die Dokumentation „Der Club der Hundertjährigen“ gedreht. Auf Facebook veröffentlichte Mereu ein Foto von sich und Stori, auf dem sie – ganz in schwarz gekleidet und mit Kopftuch – an einem Tisch steht. In einer der großen Schalen vor ihr Tomaten, eine Aubergine und Paprika.

Ist die Ernährung also das Geheimnis der Hundertjährigen? Mereu sagt, die Menschen in der Provinz Ogliastra hätten ein sehr hartes Leben gelebt, aber mit viel weniger Stress als heutzutage. Statt dem Rhythmus von Handy und E-Mails seien sie dem der Natur gefolgt.

Der Ort sei von der Landwirtschaft geprägt gewesen, sagt auch Antonio Brundu. Er ist der älteste Bewohner des Ortes. „Die Leute haben immer an der frischen Luft gearbeitet“, erzählt er der Rai. Seine Haut ist noch straff, leicht gebräunt – nur an den fehlenden Vorderzähne sieht man ihm sein Alter an. Er ist 104 Jahre und fünf Monate alt. Die exakte Lebensdauer, sie gehört im hohen Alter wieder betont.

Salvatore Mura, Historiker und Gemeinderat in Perdasdefogu, nennt mehrere Gründe, mit denen sich das lange Leben vieler Bewohner erklären lasse. Die Gene seien ein Faktor. Hinzu komme, dass sich die Dorfältesten seit jeher von Produkten aus „Null Metern Entfernung“, also aus ihrem eigenen Garten, ernährten. Doch auch das soziale Netz spiele mit rein. „Bis zu ihrem letzten Tag leben sie in der Familie“, sagt Mura. Auch das halte physisch und körperlich fit.

Ein einfaches, Ruhiges Leben

Statt die Hochbetagten an einem Tag wie dem Internationalen Tag der älteren Menschen am 1. Oktober zu ehren, wird jeder 100. Geburtstag in Perdasdefogu gefeiert. Mura sagt, dieses Jahr stehe kein weiterer mehr an, dafür könnte es nächstes Jahr neue Hundertjährige geben.

Auf der Straße aber begegne man den Hundertjährigen nicht mehr so oft, sagt Massimo. Er ist Barista im Café an der zentralen Piazza Europa und bedient gerade seine Gäste. Im Sommer sei es vielen zu heiß. Und nicht allen gehe es prächtig. Eine Frau könne zum Beispiel kaum mehr sprechen und sei in einer Pflegeeinrichtung untergebracht. Massimos Frau sei die Nichte einer, die weit mehr als 100 Jahre alt wurde, sagt der Kellner.

Warum die Menschen ausgerechnet in Pedasdefogu so alt werden? „Das liegt einfach am sardischen Lebensstil“, sagt er. Im Ort gebe es kein Drogenproblem, die Leute ernährten sich gesund, ihr Leben sei einfach und ruhig.

Auch die Wissenschaft beschäftigt sich mit der Langlebigkeit der Sarden. Ein Projekt will 13 000 DNA-Proben von Einwohnern der Provinz Ogliastra sequenzieren, um Erklärungen für das Phänomen zu finden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa kürzlich. Auch die Universität Sassari ist an der Untersuchung beteiligt. Rektor Gavino Mariotti sagt: „Wir hoffen, zeigen zu können, dass die Menschen auf Sardinien gut leben, auch als Werbefaktor für unser Land.“

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Abtreibung Genua Giorgia Meloni Italien Schwangerschaftsabbruch

Nach Melonis Wahlsieg: Eingeschränkter Zugang zu Abtreibungen in Italien befürchtet

Nach Giorgia Melonis Wahlsieg wachsen in Italien Befürchtungen, dass sich der Zugang zu Abtreibungen erschweren könnte. In einigen Regionen, in denen bereits rechte Parteien regieren, beobachten Familienplanungszentren dies seit Jahren.

Am internationalen „Safe Abortion Day“ demonstrierten am Mittwoch Menschen weltweit für das Recht auf sichere Abtreibung. Auch in Italien gingen in verschiedenen Städten tausende Demonstrierende auf die Straße. Nach dem Wahlsieg des rechten Bündnisses rund um die rechtsradikale, postfaschistische Partei „Fratelli d’Italia“ (Brüder Italiens) fürchten nun viele Italiener:innen, der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen könnte schwieriger werden. Die Partei der voraussichtlichen neuen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ist unter anderem für ihre sehr konservative Familienpolitik bekannt, eines ihrer erklärten Ziele ist, dass Italiens sinkende Geburtenrate wieder steigt.

Die 45-Jährige hatte bislang stets zurückgewiesen, das gesetzliche Recht auf Abtreibung abschaffen zu wollen. Auf einer Kundgebung in Genua Mitte September hatte sie allerdings laut italienischen Medienberichten geäußert, man wolle Frauen, die glaubten, eine Abtreibung sei ihre einzige Möglichkeit, dennoch „das Recht geben, eine andere Entscheidung zu treffen.“ Diese unklare Aussage fachte die Debatte weiter an.STERN PAID Wahlanalyse Italien 11.34

Immer mehr Ärzte in Italien lehnen Abtreibungen aus Gewissensgründen ab 

Viele Aktivist:innen befürchten, dass die Zugänge zu Abtreibung doch nach und nach so erschwert werden könnten, dass sie auch ohne ein generelles Verbot immer unzugänglicher wird.

Seit 1978 gilt in Italien ein Gesetz, welches Abtreibungen in den ersten 90 Tagen erlaubt – allerdings nur mit Beratungsgespräch und einer anschließenden siebentägigen Bedenkzeit. Ärzte dürfen eine Abtreibung allerdings aus Gewissensgründen ablehnen. Dies geschah bereits in den letzten Jahren immer häufiger. 2019 lag der Durchschnitt der Ablehnungen laut einem Bericht der Tagesschau bei 70 Prozent. In einzelnen Regionen sollen es laut „ORF“ mittlerweile 80 bis 90 Prozent sein.

Familienplanungszentren warnen vor allem in Norditalien vor Einschränkungen

Vor allem in den Regionen Norditaliens, in denen Parteien des rechten Bündnisses regieren, berichten Familienplanungszentren von zunehmenden Schwierigkeiten für Frauen, eine Abtreibung vornehmen zu lassen. In Verona hat ein Abgeordneter der rechten Lega-Partei, die auch zu Melonis Wahlbündnis gehört, bereits im Oktober 2018 einen Gesetzesvorschlag „zur Prävention von Abtreibungen und zur Unterstützung der Mutterschaft“ eingebracht, welcher im Stadtrat eine große Mehrheit erhielt. Wie die „Tagesschau“ berichtete, enthielt der Antrag den Vorschlag, schwangeren Frauen 18 Monate lang einen Betrag von 160 Euro monatlich anzubieten, damit sie sich gegen eine Abtreibung entscheiden. Medienberichten zufolge plant auch Meloni Maßnahmen wie solche Zahlungen.

Auch in der italienischen Region Marken, in der die Fratelli d’Italia bereits seit zwei Jahren regieren, soll es deutlich schwieriger geworden sein, an Abtreibungen zu kommen, wie Familienplanungszentren berichten. Eine nationale Regelung sieht eigentlich vor, dass medikamentöse Schwangerschaftsabbrüche bis zur neunten Woche erlaubt sind. In Marken wurde die Grenze auf sieben Wochen heruntergesetzt – zwei Wochen, die einen großen Unterschied machen können. Denn Schwangere erfahren meist erst zwischen der vierten und sechsten Woche überhaupt von ihrer Schwangerschaft. Weil in Italien nach einer erfolgten Beratung zudem noch eine Woche Bedenkzeit verpflichtend ist, bevor eine Abtreibung vorgenommen werden darf, ist das Zeitfenster für einen medikamentösen Abbruch in Marken erheblich begrenzt. Eine Maßnahme des Gesundheitsministeriums, die es zusätzlich zu Krankenhäusern auch Gesundheitskliniken ermöglicht, Medikamente zur Abtreibung auszuhändigen, wurde in der Region nicht umgesetzt. Wo Europa Schlagseite nach rechts hat

Unabhängig davon, ob und wie offensiv Giorgia Melonis Partei den Zugang zu Abtreibungen zukünftig erschweren wird: Monica Cirinnà, Senats-Abgeordnete der mittig-links ausgerichteten „Partito Democratico“, ist sich sicher, dass Italien in Sachen Frauenrechten unter Meloni Rückschritte machen wird. Meloni gebe ihre rechtsextreme Kultur nicht auf, laut derer Frauen nur ein gewisses Maß an Freiheit zugestanden werden solle.

Quellen:Guardian I, Guardian II, Euronews I, Euronews II, ORFLa Repubblica, Tagesschau

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AFP Deckelung Erdgas EU EU-Kommission Frankreich Gaspreisdeckel Importe Importpreis Italien Preisobergrenze Priorität Spanien Ursula von der Leyen

Gruppe von 15 EU-Ländern fordert Gaspreisdeckel für Importe

Mehr als die Hälfte der EU-Staaten hat eine Deckelung der Importpreise für Erdgas gefordert. Eine solche Preisobergrenze habe „Priorität“, heißt es in einem Brief von 15 der 27 Mitgliedstaaten an die EU-Kommission, welcher der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch vorlag. Zu den Unterzeichnern gehören Frankreich, Spanien und Italien. Deutschland trägt den Vorstoß nicht mit.

Die 15 Länder riefen die EU-Kommission in dem Brief auf, bis zum Sondertreffen der Energieminister am Freitag einen Vorschlag für den Preisdeckel zu machen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte vor drei Wochen einen „Preisdeckel für russisches Gas“ ins Gespräch gebracht. Diese Idee scheiterte aber am Widerstand osteuropäischer Staaten, die von russischen Energielieferungen abhängig sind.

In dem Brief heißt es nun: „Die Obergrenze sollte für alle Erdgas-Großhandelstransaktionen gelten und nicht nur für Einfuhren aus bestimmten Hoheitsgebieten“ wie Russland. Mit einem solchen Rahmen könne die EU zudem die Inflation sowie Zusatzgewinne in dem Sektor begrenzen.

Mit Blick auf eine allgemeine Preisobergrenze hatte sich die EU-Kommission zuvor bereits skeptisch geäußert. Sie warnte, die USA und andere würden ihr in Europa benötigtes Flüssiggas (LNG) dann in Asien verkaufen. Ähnlich sieht es dem Vernehmen nach die Bundesregierung.

Auch in Deutschland wird derzeit über einen Gaspreisdeckel diskutiert. Dieser soll allerdings direkt die Preise für die Verbraucher begrenzen.

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AFP Deckelung Erdgas EU EU-Kommission Frankreich Gaspreisdeckel Importe Importpreis Italien Preisobergrenze Priorität Spanien Ursula von der Leyen

Gruppe von 15 EU-Ländern fordert Gaspreisdeckel für Importe

Mehr als die Hälfte der EU-Staaten hat eine Deckelung der Importpreise für Erdgas gefordert. Eine solche Preisobergrenze habe „Priorität“, heißt es in einem Brief von 15 der 27 Mitgliedstaaten an die EU-Kommission, welcher der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch vorlag. Zu den Unterzeichnern gehören Frankreich, Spanien und Italien. Deutschland trägt den Vorstoß nicht mit.

Die 15 Länder riefen die EU-Kommission in dem Brief auf, bis zum Sondertreffen der Energieminister am Freitag einen Vorschlag für den Preisdeckel zu machen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte vor drei Wochen einen „Preisdeckel für russisches Gas“ ins Gespräch gebracht. Diese Idee scheiterte aber am Widerstand osteuropäischer Staaten, die von russischen Energielieferungen abhängig sind.

In dem Brief heißt es nun: „Die Obergrenze sollte für alle Erdgas-Großhandelstransaktionen gelten und nicht nur für Einfuhren aus bestimmten Hoheitsgebieten“ wie Russland. Mit einem solchen Rahmen könne die EU zudem die Inflation sowie Zusatzgewinne in dem Sektor begrenzen.

Mit Blick auf eine allgemeine Preisobergrenze hatte sich die EU-Kommission zuvor bereits skeptisch geäußert. Sie warnte, die USA und andere würden ihr in Europa benötigtes Flüssiggas (LNG) dann in Asien verkaufen. Ähnlich sieht es dem Vernehmen nach die Bundesregierung.

Auch in Deutschland wird derzeit über einen Gaspreisdeckel diskutiert. Dieser soll allerdings direkt die Preise für die Verbraucher begrenzen.

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Baustoff Dresden Italien Sachsen Stahl Textil TU Dresden

Unikat: Baustoff der Zukunft: Weltweit erstes Carbonhaus in Dresden

Vor Jahrzehnten haben Dresdner Wissenschaftler den Textil- oder Carbonbeton erfunden. Inzwischen wird auch anderswo dazu geforscht – aber in Sachsens Landeshauptstadt steht nun ein Unikat mit großer Perspektive.

Auf dem Gelände der TU Dresden steht das weltweit erste Gebäude aus Carbonbeton. Der „Cube“ ist mit Ausnahme der Fenster-Stahl-Glaskonstruktion komplett aus Beton mit nichtmetallischer Bewehrung gebaut. „Das ist der Baustoff der Zukunft“, sagt der Professor für Massivbau an der TU Dresden und Bauherr, Manfred Curbach. Zu dem Material wird seit 28 Jahren in Sachsens Landeshauptstadt geforscht.

„Wir haben schon an ungefähr 150 Bauwerken in acht Ländern Carbonbeton eingesetzt, zur Verstärkung oder als Fassade“, sagt Curbach. Der „Cube“ vereine als Anschauungsobjekt jetzt alles, „was wir können“. Zu dem Material werde inzwischen auch andernorts geforscht, etwa in Italien, und es verbreite sich immer mehr. Aber: „Wir sind im Moment die einzigen, die tatsächlich so viel Know-how haben, dass wir ein Haus aus Carbonbeton bauen können.“

Carbonbeton verfügt über eine Bewehrung aus Kohlenstofffasern, die im Unterschied zu Stahl viel leichter, flexibler formbar und hoch belastbar ist und nicht rostet. Es sei „ein ziemlich großer Mosaikstein, um das gesamte Bauen klimaneutral zu machen“, sagt Curbach. Man brauche weniger Beton, um den Stahl vor Witterungseinflüssen zu schützen, und könne bis zu 70 Prozent CO2-Ausstoß sparen. „Auf die Herstellung von Zement gehen sieben bis acht Prozent des globalen CO2-Ausstoßes zurück.“

Das momentan aus Erdöl hergestellte Carbon könne alternativ auch aus dem Lignin des Holzes gewonnen werden „und – die neueste Technik – aus dem CO2 der Luft“. Ein Münchner Kollege habe eine Form von Blaualgen gefunden, „die sich vom CO2 der Luft ernähren und als Ergebnis ihres Stoffwechsels Polyacrylnitril, PAN, ausstoßen“. Damit könnten durch Pyrolyse Carbonfilamente hergestellt werden. „Im Labor klappt das bereits“, sagt Curbach. „Wir werden Blauaulgen in speziellen Einrichtungen züchten, damit sie uns das CO2 auffuttern und wir es quasi als Rohstoff verwenden können.“

Für Carbonbeton spricht laut Curbach zudem, dass er deutlich länger hält als Stahlbeton, „auf jeden Fall 200 Jahre oder mehr“. Damit könnten auch sehr viel leichter geschwungene Strukturen gebaut werden. „Beton kann jede beliebige Form annehmen.“ Und mit dem Baustoff lasse sich heizen, denn der Carbonstahl liege nur wenige Millimeter unter dem Beton und werde erwärmt, wenn Spannung anliege. „Wandheizung ist noch angenehmer als Fußbodenheizung.“

Informationen zum Projekt

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Baustoff Dresden Italien Sachsen Stahl Textil TU Dresden

Unikat: Baustoff der Zukunft: Weltweit erstes Carbonhaus in Dresden

Vor Jahrzehnten haben Dresdner Wissenschaftler den Textil- oder Carbonbeton erfunden. Inzwischen wird auch anderswo dazu geforscht – aber in Sachsens Landeshauptstadt steht nun ein Unikat mit großer Perspektive.

Auf dem Gelände der TU Dresden steht das weltweit erste Gebäude aus Carbonbeton. Der „Cube“ ist mit Ausnahme der Fenster-Stahl-Glaskonstruktion komplett aus Beton mit nichtmetallischer Bewehrung gebaut. „Das ist der Baustoff der Zukunft“, sagt der Professor für Massivbau an der TU Dresden und Bauherr, Manfred Curbach. Zu dem Material wird seit 28 Jahren in Sachsens Landeshauptstadt geforscht.

„Wir haben schon an ungefähr 150 Bauwerken in acht Ländern Carbonbeton eingesetzt, zur Verstärkung oder als Fassade“, sagt Curbach. Der „Cube“ vereine als Anschauungsobjekt jetzt alles, „was wir können“. Zu dem Material werde inzwischen auch andernorts geforscht, etwa in Italien, und es verbreite sich immer mehr. Aber: „Wir sind im Moment die einzigen, die tatsächlich so viel Know-how haben, dass wir ein Haus aus Carbonbeton bauen können.“

Carbonbeton verfügt über eine Bewehrung aus Kohlenstofffasern, die im Unterschied zu Stahl viel leichter, flexibler formbar und hoch belastbar ist und nicht rostet. Es sei „ein ziemlich großer Mosaikstein, um das gesamte Bauen klimaneutral zu machen“, sagt Curbach. Man brauche weniger Beton, um den Stahl vor Witterungseinflüssen zu schützen, und könne bis zu 70 Prozent CO2-Ausstoß sparen. „Auf die Herstellung von Zement gehen sieben bis acht Prozent des globalen CO2-Ausstoßes zurück.“

Das momentan aus Erdöl hergestellte Carbon könne alternativ auch aus dem Lignin des Holzes gewonnen werden „und – die neueste Technik – aus dem CO2 der Luft“. Ein Münchner Kollege habe eine Form von Blaualgen gefunden, „die sich vom CO2 der Luft ernähren und als Ergebnis ihres Stoffwechsels Polyacrylnitril, PAN, ausstoßen“. Damit könnten durch Pyrolyse Carbonfilamente hergestellt werden. „Im Labor klappt das bereits“, sagt Curbach. „Wir werden Blauaulgen in speziellen Einrichtungen züchten, damit sie uns das CO2 auffuttern und wir es quasi als Rohstoff verwenden können.“

Für Carbonbeton spricht laut Curbach zudem, dass er deutlich länger hält als Stahlbeton, „auf jeden Fall 200 Jahre oder mehr“. Damit könnten auch sehr viel leichter geschwungene Strukturen gebaut werden. „Beton kann jede beliebige Form annehmen.“ Und mit dem Baustoff lasse sich heizen, denn der Carbonstahl liege nur wenige Millimeter unter dem Beton und werde erwärmt, wenn Spannung anliege. „Wandheizung ist noch angenehmer als Fußbodenheizung.“

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Belgien Deutsche Presse-Agentur Deutschland Energiepreis EU EU-Kommission Frankreich Gaspreisdeckel Griechenland Italien Kadri Simson Notfallmaßnahme Russland

Energie: 15 EU-Staaten fordern europäischen Gaspreisdeckel

Zahlreiche Länder der Europäischen Union fordern in einem Brief an die EU-Kommission einen Gaspreisdeckel. Deutschland hatte sich gegen einen solchen Vorschlag ausgesprochen.

Als Notfallmaßnahme gegen die hohen Energiepreise hat mehr als die Hälfte der Länder in der Europäischen Union einen EU-weiten Gaspreisdeckel gefordert. Griechenland, Italien, Belgien, Frankreich und elf andere Staaten sendeten einen Brief mit den entsprechenden Forderungen an die EU-Energiekommissarin Kadri Simson. Darin fordern die Regierungen die EU-Kommission auf, umgehend einen Vorschlag für einen Maximalpreis für Gas vorzustellen. Dieser solle sich auf Gaslieferungen aus dem Ausland beziehen – etwa Importe aus Russland und anderen Ländern – aber auch auf Transaktionen an Großhandelsplätzen innerhalb der EU, heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Wie das konkret aussehen könnte, und wie hoch der Deckel sein soll, ließen die Staaten offen. Fest steht, dass ihnen die bisherigen Vorschläge der EU-Kommission, die für Gesetzesinitiativen zuständig ist, nicht weit genug gehen. Die Behörde hatte zuletzt keine konkreten Vorschläge für einen Gaspreisdeckel gegen die hohen Preise gemacht. Stattdessen schlug sie vor, zunächst die übermäßigen Gewinne von Öl- und Gaskonzernen sowie vieler Stromproduzenten abzuschöpfen und mit dem Geld Verbraucher zu entlasten.

Ein Preislimit wäre nach Ansicht der Behörde und von Ökonomen ein noch drastischerer Eingriff in den Markt. Es wird befürchtet, dass dies dazu führen würde, dass Drittstaaten dann weniger oder gar kein Gas mehr an die EU-Länder liefern und es stattdessen anderswo verkaufen würden – etwa nach Asien. Die Staaten argumentieren in ihrem Brief jedoch, dass ein Preisdeckel den Inflationsdruck eindämmen und gleichzeitig die Erwartungen steuern könne. „Er kann so gestaltet werden, dass die Versorgungssicherheit und der freie Fluss von Gas innerhalb Europas gewährleistet sind und gleichzeitig unser gemeinsames Ziel, die Gasnachfrage zu senken, erreicht wird“, schreiben die Staaten.

Deutschland ist gegen Preisdeckel

Insbesondere Deutschland hatte sich gegen einen Preisdeckel ausgesprochen. Die Bundesrepublik erhält quasi kein Gas mehr aus Russland und zahlt viel für Lieferungen aus anderen Ländern wie Norwegen. „Für Deutschland wäre das sicherlich ein großes Problem, wenn man nicht mehr höher als andere Mitgliedstaaten bieten könnte, um benötigtes Gas nach Deutschland zu bekommen“, sagte der Ökonom Georg Zachmann von der Brüsseler Denkfabrik Bruegel der Deutschen Presse-Agentur. „Für einige gut versorgte EU-Länder wäre es attraktiv, wenn die Deutschen eben nicht mehr das Gas wegkaufen können und die Preise nach oben treiben.“

Der Brief wurde von Belgien, Bulgarien, Kroatien, Frankreich, Griechenland, Italien, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Portugal, Rumänien, der Slowakei, Slowenien und Spanien unterzeichnet. Am Freitag treffen sich die Energieminister der EU-Staaten, um mögliche Notfallmaßnahmen zu beschließen.

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