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DAX Euro Stoxx 50 Frankfurt Frankfurt am Main Jerome Powell JPMorgan Chase MDAX Morgan Stanley Rezession US-Notenbank US-Senat US-Wirtschaft

Dax fällt unter 13.000 Punkte

Börse in Frankfurt

Der Dax hat am Donnerstag seine Vortagesverluste ausgeweitet und ist unter die Marke von 13.000 Punkten gesackt. Die Stimmung an den Aktienmärkten bleibt nervös.

Im frühen Handel büßte der deutsche Leitindex 1,41 Prozent auf 12.958,57 Punkte ein und fiel auf den tiefsten Stand seit März. Der MDax der mittelgroßen Werte gab um 2,30 Prozent auf 26.618,37 Zähler nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,24 Prozent auf 3421,56 Punkte.

Der Chef der US-Notenbank (Fed), Jerome Powell, hatte am Mittwoch mit seiner Rede vor dem Bankenausschuss des US-Senats den Anlegern ihre Nervosität nicht nehmen können. Einerseits bezeichnete er die US-Wirtschaft als «sehr stark», und sie könne die Erhöhungen des Leitzinses wegstecken. Andererseits gestand er jedoch auf Nachfrage ein, dass eine Rezession infolge höherer Zinsen «sicherlich eine Möglichkeit» sei. Ein sogenanntes «soft landing», also ein Herauskommen aus der Lage ohne größere Verwerfungen, sei eine Herausforderung.

Mit Blick auf die Einzelwerte am deutschen Markt standen vor allem Umstufungen im Fokus, und die bezogen sich auf Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe. So wurden Aroundtown von JPMorgan auf «Underweight» abgestuft, was die Aktie zeitweise mit einem Abschlag von mehr als zehn Prozent an das Ende des MDax katapultierte. Zuletzt gab sie achteinhalb Prozent ab.

Vantage Towers gaben um knapp sechs Prozent nach. Der Optimismus der US-Bank Morgan Stanley zur Aktie der Vodafone-Sendemastentochter ist gewichen. Analyst Emmet Kelly stufte das Papier auf «Equal-weight» ab und senkte das Kursziel von 38 auf 32 Euro. Damit sieht er, gemessen am Xetra-Schlusskurs von Mittwoch bei 27,54 Euro, allerdings immer noch ein Kurspotenzial von 16 Prozent.

Zu Rheinmetall äußerte sich Analyst Richard Schramm von der britischen Bank HSBC nun vorsichtiger und strich unter anderem aus Bewertungsgründen seine Kaufempfehlung. Das Kursziel hob er von 220 auf 240 Euro an und verwies auf seine hochgesetzten Wachstumserwartungen für die Rüstungssparte des Konzerns. Skeptisch schaut er indes auf die Autozuliefersparte. Die Aktie büßte etwas mehr als fünf Prozent ein.

Die Anteile von Salzgitter hielten sich im SDax stabil. Nach einem kritischen Blick der US-Bank JPMorgan auf die gesamte europäische Stahlbranche am Vortag samt einer damit einhergehenden Abstufung auf «Underweight», waren sie da um 11 Prozent abgesackt. Nun meldet sich die US-Bank Morgan Stanley zu Wort und stufte ihrerseits die Papiere des Stahlherstellers von «Underweight» auf «Equal-weight» hoch. Am gestrigen Nachmittag hatte Salzgitter zudem erneut die Prognose erhöht.

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Erholung Frankfurt MDAX Nordex US-Notenbank

Börse in Frankfurt: Dax setzt Erholung fort: Wieder über 13.400 Punkte

Der Dax hat sich am Dienstag weiter stabilisiert.

Der Dax hat sich am Dienstag weiter stabilisiert.

Im frühen Handel überwand er wieder die Marke von 13.400 Punkten und machte seine heftigen Verluste vom Donnerstag nahezu wett. In der vergangenen Woche hatte nach der US-Notenbank auch die Schweizerische einen großen Zinsschritt bekanntgegeben und die Anleger damit nervös gemacht.

Das deutsche Börsenbarometer legte zur Mittagszeit um 1,01 Prozent auf 13.400,01 Punkte zu. Der MDax der mittelgroßen Werte gewann 0,92 Prozent auf 27.736,59 Zähler und auch europaweit wurden Gewinne verbucht.

Einzelne Unternehmen standen vor allem mit negativen Nachrichten im Blick. Um knapp 8 Prozent sackte das Papier von Nordex ab. Der wegen der verzögerten Zahlenvorlage tags zuvor aus dem SDax geflogene Windanlagenbauer startete mit laut Händlern «überraschend hohen Verlusten» in das Jahr 2022. Das bereinigte operative Ergebnis vor Neuausrichtungskosten (Ebitda), das im Vorjahr noch positiv gewesen war, rutschte zudem ebenfalls in den Minusbereich. Nordex hatte die Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal wegen eines Cyber-Sicherheitsvorfalls verschieben müssen.

Der Frankfurter Online-Broker Flatexdegiro rechnet angesichts der jüngsten Geschäftsentwicklung mit einem Rückgang der Kunden-Aktivität in diesem Jahr. Die Aktie reagierte mit Verlusten von zuletzt 5,0 Prozent.

Um 2,4 Prozent legten auch die Anteile von Fuchs Petrolub zu. Der Schmierstoffhersteller will über einen Zeitraum von rund zwei Jahren für bis zu 200 Millionen Euro eigene Aktien erwerben, die dann eingezogen werden. Beginnen will man mit dem Rückkauf am 27. Juni. Der Zeitpunkt ist günstig: Die Papiere fielen vor einer Woche auf das tiefste Niveau seit 2012.

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Erholung Euro Stoxx 50 Frankfurt Frankfurt am Main Inflation JPMorgan Chase Kursrutsch MDAX Nachdruck Nordex SDAX SNB US-Notenbank

Börse in Frankfurt: Dax setzt Erholung mit Nachdruck fort

Der Dax hat sich am Dienstag nach seinem heftigen Kursrutsch in der vergangenen Woche weiter stabilisiert.

Der Dax hat sich am Dienstag nach seinem heftigen Kursrutsch in der vergangenen Woche weiter stabilisiert.

Im frühen Handel stieg der Leitindex um 1,13 Prozent 13.415,74 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Werte gewann 1,19 Prozent auf 27 809,66 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 1,25 Prozent zu.

Am Donnerstag hatte das deutsche Börsenbarometer die Marke von 13.000 Punkten nur knapp gehalten, nachdem es von seinem Monatshoch bei 14 709 Punkten über zehn Prozent verloren hatte. Hauptthema bleibt die immense Inflation und das Gegensteuern der Notenbanken mit Zinserhöhungen. Am Mittwoch hatte zunächst die US-Notenbank (Fed) einen großen Zinsschritt bekannt gegeben. Tags darauf hatte die Schweizerische Nationalbank mit einer deutlichen Zinsanhebung überrascht und die Anleger nervös gemacht.

Einzelne Unternehmen standen vor allem mit negativen Nachrichten im Blick. Um etwas mehr als zwölf Prozent sackte das Papier von Nordex ab. Der wegen der verzögerten Zahlenvorlage tags zuvor aus dem SDax geflogene Windanlagenbauer startete laut Händlern mit überraschend hohen Verlusten in das Jahr 2022. Nordex hatte die Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal wegen eines Cyber-Sicherheitsvorfalls verschieben müssen.

Aktien aus der Einzelhandelsbranche zählten ebenfalls zu den Verlierern. Nicht zuletzt, nachdem sich nun die US-Bank JPMorgan und auch die Investmentbank Oddo BHF skeptisch äußerten. Die Lebenshaltungskosten stiegen und machten das Leben teurer, schrieb etwa JPMorgan-Analystin Georgina Johanan. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte dürfte sich das bemerkbar machen, erwartet sie und senkte unter anderem ihr Anlageurteil für den Online-Modehändler About You auf «Neutral».

Oddo-Analyst Andreas Riemann argumentiert ähnlich und sieht wachsende Risiken für Gewinnwarnungen. Dass Aktien wie Adidas, Zalando und Puma im Dax oder Hugo Boss im MDax dennoch zulegten, dürfte den bereits vorangegangenen kräftigen Verlusten geschuldet sein. Die About-You-Aktie gab dagegen im SDax um 1,8 Prozent nach.

Uniper schwächelten im Index der mittelgroßen Werte mit minus 0,4 Prozent. Der Energiekonzern könnte Schwierigkeiten haben, die mit seinen Kunden unterzeichneten Verträge zu erfüllen, falls Moskau die Gaslieferungen weiter drosselt oder längerfristig weniger Gas bereitstellt, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. «Wir erfüllen jetzt die Verträge, die wir mit unseren Kunden abgeschlossen haben, doch inwieweit wir das weiterhin tun können, weiß ich nicht», sagte Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach im Interview der Agentur.

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Bank of Japan EZB Inflation Japan Leitzins Notenbank Straffung Tokio US-Notenbank Yen

Gegen den Trend: Japans Notenbank lässt Geldpolitik extrem gelockert

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins angehoben und auch die Europäische Zentralbank hat einen Schritt in die gleiche Richtung gemacht. Japan hingegen fährt unbeirrt einen gegensätzlichen Kurs weiter.

Japans Zentralbank widersetzt sich dem globalen Trend zur geldpolitischen Straffung und lässt die Zügel trotz der steigenden Inflation und der rasanten Talfahrt des Yen extrem gelockert.

Während die US-Notenbank Fed ihren Leitzins am Vortag kräftig angehoben hatte, beschloss die Bank of Japan (BoJ) am Freitag nach zweitägiger Tagung, ihre wichtigsten geldpolitischen Hebel unverändert zu lassen. So sollen die kurzfristigen Zinssätze bei minus 0,1 Prozent und die langfristigen bei etwa null bleiben. Auch hält die BoJ an ihren Käufen von Staatsanleihen und Aktien fest.

Damit fahren die japanischen Notenbanker weiter unbeirrt einen gegensätzlichen Kurs im Vergleich zu den Kollegen in Europa und den USA. In Reaktion auf die Entscheidung der BoJ wertete der Yen gegenüber dem Dollar weiter rasant ab, fing sich daraufhin aber wieder. Der Handel am Devisenmarkt verlief jedoch weiter volatil.

Die japanische Währung war diese Woche gegenüber dem Dollar auf ein 24-Jahres-Tief gesackt. Die Schwäche des Yen schürt an den Märkten die Besorgnis, dass die Haltung der BoJ die Inflation verschärft und der Wirtschaft schadet, statt ihr mit niedrigen Zinsen Auftrieb zu verleihen. Andererseits war die Entscheidung der Notenbank, an ihrem Kurs einer gelockerten Geldpolitik festzuhalten, erwartet worden.

Zwar steigen die Preise auch in Japan, die Inflation wird jedoch vor allem durch die hohen Energiepreise getrieben. BoJ-Gouverneur Haruhiko Kuroda hatte denn auch vor der Entscheidung zu erkennen gegeben, dass es ungeachtet der dramatischen Abschwächung des Yen vorerst zu keiner Straffung der Zügel kommen dürfte.

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Federal Reserve System Inflation Jerome Powell Nordea Notenbank Rezession US-Notenbank USA

Inflation: Durch die hohe Inflation lassen die Notenbanken die Märkte alleine. Was Anleger jetzt tun sollten | stern PLUS

Die US-Notenbank wird heute voraussichtlich kräftig die Zinsen anheben. Was allerdings „kräftig“ heißt, ist unklar. Was jetzt zu tun ist, erklärt Witold Bahrke, Stratege für Makro-Themen bei Nordea Asset Management.

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1970er Arbeitslosenquote Coronavirus Coronavirus-Pandemie Federal Reserve System Großbritannien Inflation Jerome Powell Leitzins Paul Volcker Preisstabilität Rezession Schweiz US-Notenbank USA Zinsschritt

Inflation: Fed mit größtem Zinsschritt seit 1994 – Angst vor Rezession

Die US-Notenbank ist den Zielen der Preisstabilität und Vollbeschäftigung verpflichtet. Doch zumindest von ersterem kann derzeit keine Rede sein. Deshalb entscheidet sich die Fed nun für einen drastischen Schritt.

Mit dem größten Zinsschritt seit fast 30 Jahren will die US-Notenbank die steigende Inflation bekämpfen und schürt die Angst vor einer Rezession.

Die Federal Reserve (Fed) erhöht ihren Leitzins stark um 0,75 Prozentpunkte, wie sie am Mittwoch bekannt gab. Fed-Chef Jerome Powell betonte zwar, dass ein so hoher Zinsschritt «natürlich ungewöhnlich» und nicht üblich sei. Gleichzeitig stellte er für Ende Juli eine erneute Anhebung um 0,5 oder 0,75 Prozentpunkte in Aussicht. Für die Fed ist es nun ein Drahtseilakt, die steigende Inflation zu stoppen und gleichzeitig das Wirtschaftswachstum nicht zu sehr auszubremsen. Auch in der Schweiz und Großbritannien strafften die Notenbanken am Donnerstag ihre Geldpolitik.

Der aktuelle Zinsschritt ist die dritte Erhöhung des Leitzinses seit dem Beginn der Coronavirus-Pandemie – und der erste Anstieg um 0,75 Prozentpunkte seit 1994. Eigentlich hatten die Zentralbanker vor einigen Woche noch einen Anstieg um 0,5 Prozentpunkte signalisiert. Daten aus der vergangenen Woche zeigten jedoch, dass die Verbraucherpreise im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,6 Prozent gestiegen waren – dies setzte die US-Notenbank stark unter Druck. Sie überrascht eigentlich eher ungern die Märkte. Kurz vor der Fed-Sitzung wurde schließlich gar über eine Anhebung von einem Prozentpunkt spekuliert – und an den legendären Fed-Chef Paul Volcker erinnert.

Fed versichert: Versuchen nicht, Rezession herbeizuführen

Volcker hob den Leitzins in den 1970er und 80er Jahren drastisch an – er stieg zeitweise auf mehr als 20 Prozent. Auch damals hatte die größte Volkswirtschaft der Welt mit enormer Inflation zu kämpfen. Volcker wird zugute gehalten, die Inflation als Zentralbankchef erfolgreich bekämpft zu haben. Kritiker machten seinen Kurs jedoch für den Anstieg der Arbeitslosigkeit und einen Einbruch des Wirtschaftswachstums verantwortlich. Seine Maßnahmen waren so radikal, dass die USA dadurch in eine Rezession rutschten. Fed-Chef Powell versuchte nun eine klare Botschaft zu vermitteln: Die Fed ist entschlossen, die Inflation zu senken. Man versuche dabei nicht, eine Rezession herbeizuführen, versicherte er.

Wenn die Zinssätze steigen, leihen sich Bürgerinnen Bürger sowie die Wirtschaft weniger Geld oder müssen für Kredite mehr ausgeben. Folglich nimmt das Wachstum ab, Unternehmen können höhere Preise nicht mehr einfach weitergeben. Das alles hat direkte Auswirkungen auf den Alltag der Menschen – etwa bei Kreditkartenrechnungen, Krediten und Hypotheken. Ziel ist es, die Nachfrage im Laufe der Zeit zu senken, damit die Preise sinken und sich stabilisieren können. Die Folge: Die Inflation sinkt.

Wird das Wachstum aber zu schnell ausgebremst, könnten die USA in eine Rezession schlittern. Eine Rezession ist ein allgemeiner wirtschaftlicher Abschwung. Die Entscheider der Fed rechnen nun zum Jahresende im Mittel mit einem Leitzins von 3,4 Prozent und sogar 3,8 Prozent im kommenden Jahr – das ist allerdings noch sehr weit von den Volcker-Zeiten entfernt. «Wir verfügen sowohl über die notwendigen Instrumente als auch über die nötige Entschlossenheit, um die Preisstabilität im Interesse der amerikanischen Familien und Unternehmen wiederherzustellen», sagte Powell. Wichtig sei dabei nun auch das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Fed.

Höhere Arbeitslosenquote als notwendiger Kompromiss

Die Prognosen der US-Notenbank zeigen nun auch dank der Zinserhöhung einen Anstieg der Arbeitslosenquote in den kommenden Jahren. Für Powell ist das offenbar ein notwendiger Kompromiss. Die Arbeitslosenquote lag im Mai bei niedrigen 3,6 Prozent – ein Erfolg, für den sich US-Präsident Joe Biden immer wieder rühmt. «Eine Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent bei einer Inflation, die sich Richtung 2 Prozent bewegt – ich denke, das wäre ein erfolgreiches Ergebnis», sagte Powell nun.

«Natürlich sind wir nie der Meinung, dass zu viele Menschen arbeiten und weniger Menschen Arbeit haben müssen», betonte der Fed-Chef auf die Frage, ob nun Menschen im Kampf gegen die Inflation ihren Arbeitsplatz verlieren sollten. «Aber wir sind auch der Meinung, dass man ohne Preisstabilität keinen Arbeitsmarkt haben kann, wie wir ihn uns wünschen.»

Powell betonte auch, dass der Krieg in der Ukraine und die Corona-Lockdowns in China einen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaft haben. «Das Problem ist, dass man nicht weiß, ob diese Kräfte in welchem Ausmaß anhalten werden», sagte der 69-Jährige. Es sei offen, ob man absehbar in eine Welt zurückkehre, die ein wenig mehr wie «die alte Welt aussehe». «Oder werden wir uns in einer Welt befinden, in der es immer wieder zu größeren Versorgungsschocks kommt, wie in den 70er Jahren, die dann wieder verschwinden und sich die Dinge wieder einpendeln?», fragte er. Angesichts der Ungewissheit sei es nun wichtig, «in der neuen Welt» für Preisstabilität zu sorgen.

Auch in der Schweiz entschied sich die Notenbank für einen überraschenden Zinsschritt. Die SNB erhöhte den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte und erklärte dies wie die Fed als Maßnahme gegen inflationären Druck. Die Erhöhung setzte den Aktienmärkten in Europa am Donnerstag schwer zu. In Frankfurt verlor der Dax am Nachmittag knapp drei Prozent. Er bewegte sich damit auf dem niedrigsten Niveau seit Anfang März. Auch die britische Notenbank straffte ihre Geldpolitik weiter und erhöhte den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte. Dieser Schritt war allerdings erwartet worden.

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Finanzmarkt Teuerungsrate US-Notenbank

Video: US-Notenbank wagt größten Zinssprung seit 1994

An den Finanzmärkten war angesichts der jüngst überraschend auf 8,6 Prozent gestiegenen Teuerungsrate mit diesem ungewöhnlich großen Schritt gerechnet worden.

An den Finanzmärkten war angesichts der jüngst überraschend auf 8,6 Prozent gestiegenen Teuerungsrate mit diesem ungewöhnlich großen Schritt gerechnet worden.

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Federal Reserve System Inflation Jahrzehnt Leitzinserhöhung US-Notenbank USA

Fed verkündet höchste Leitzinserhöhung seit knapp drei Jahrzehnten

Im Kampf gegen die hohe Inflation setzt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) auf die stärkste Leitzinserhöhung seit knapp drei Jahrzehnten.

Im Kampf gegen die hohe Inflation setzt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) auf die stärkste Leitzinserhöhung seit knapp drei Jahrzehnten. Die Fed gab am Mittwoch eine Anhebung des Leitzinses um 0,75 Prozentpunkte bekannt. Das ist die drastischste Erhöhung seit dem Jahr 1994. In den USA war die Inflation zuletzt auf 8,6 Prozent angestiegen, was die Notenbank unter massiven Druck gebracht hat.

Im Kampf gegen den starken Anstieg der Verbraucherpreise hatte die Fed in den vergangenen Monaten bereits zwei Mal den Leitzins erhöht: Im März hob die Notenbank den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte an und beendete damit ihre wegen der Corona-Pandemie beschlossene Nullzins-Politik. Anfang Mai folgte dann eine Erhöhung um 0,5 Punkte auf das Niveau zwischen 0,75 und 1,0 Prozent. Die neue Zinsspanne liegt nun zwischen 1,5 und 1,75 Prozent.

Zuletzt hat sich die Inflation in den USA aber noch verstärkt: Sie stieg im Mai auf 8,6 Prozent und damit den höchsten Wert seit mehr als 40 Jahren. Beobachter hatten eigentlich erwartet, dass die Inflationsrate nach 8,5 Prozent im März und 8,3 Prozent im April weiter zurückgeht. Ziel der US-Notenbank ist eine Inflation von etwa zwei Prozent.

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Europa EZB Finanzmarkt Frankfurt Frankfurt am Main Geldpolitik Isabel Schnabel Italien Sondersitzung US-Notenbank

Geldpolitik: Unruhe an den Märkten alarmiert EZB – Sondersitzung

Verkaufswelle an den Anleihenmärkten, Kursverluste bei Aktien – die jüngsten Entwicklungen an den Märkten beunruhigen Europas Währungshüter. In einer Sondersitzung berät der EZB-Rat die Lage.

Europas Währungshüter stemmen sich gegen die jüngste Unruhe an den Finanzmärkten. Der EZB-Rat kam am Mittwoch zu einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung zusammen, «um die aktuelle Marktlage zu erörtern», wie eine Sprecherin der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt auf Anfrage mitteilte.

Die Sprecherin bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Schon das Bekanntwerden der «Ad-hoc-Sitzung» beflügelte den Euro und sorgte für etwas Beruhigung an den Aktienmärkten.

Tags zuvor hatte EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel in einer Rede bereits deutlich gemacht, dass die Notenbank einen ungeordneten Anstieg der Finanzierungskosten stärker verschuldeter Länder im Euroraum nicht hinnehmen wird: «Wir werden keine Veränderungen der Finanzierungsbedingungen dulden, die über die fundamentalen Faktoren hinausgehen und die Übertragung der Geldpolitik gefährden.»

Zinsen gestiegen

In den vergangenen Tagen waren die Zinsen an den Kapitalmärkten stark gestiegen, während sich die Stimmung an den Aktienmärkten deutlich verschlechterte. Analysten nannten als Hauptgrund die straffere Geldpolitik der US-Notenbank Fed, aber auch die Aussicht auf Zinserhöhungen der EZB.

Der EZB-Rat hatte bei seiner jüngsten regulären Sitzung am vergangenen Donnerstag angesichts der rekordhohen Teuerung nach langem Zögern den Ausstieg aus der seit Jahren ultralockeren Geldpolitik beschlossen: Die milliardenschweren Anleihenzukäufe werden zum 1. Juli beendet. Bei der nächsten regulären Sitzung des EZB-Rates am 21. Juli will die Notenbank die Leitzinsen erstmals seit elf Jahren wieder erhöhen, zunächst um jeweils 0,25 Prozentpunkte.

Frisches Geld wird teurer

Besonders deutlich waren in den vergangenen Tagen die Kapitalmarktzinsen in südeuropäischen Ländern gestiegen. In Italien kletterte der Zins für zehnjährige Staatsanleihen wieder über die Marke von vier Prozent. Ende März lag er nur halb so hoch.

Der Renditeabstand – der Spread – zwischen Staatsanleihen aus Deutschland und denen höher verschuldeter Euroländer, insbesondere Italiens, hat sich zuletzt ausgeweitet. Heißt: Für Länder wie Italien wird es teurer, sich am Markt frisches Geld zu besorgen, weil sie Investoren wieder höhere Zinsen bieten müssen. Das könnte für solche Staaten angesichts ohnehin gewaltiger Schuldenberge zum Problem werden.

Ein Grund für die jüngste Entwicklung ist die Ankündigung der EZB, ihre Neukäufe von Staatsanleihen Anfang Juli einzustellen. Zwar will die EZB Gelder aus auslaufenden Wertpapieren für einen längeren Zeitraum wieder investieren. Aber mit dem Ende der Zukäufe greift die Notenbank den Staaten in deutlich geringerem Ausmaß als in den vergangenen Jahren über den Kauf von Anleihen unter die Arme.

Denkbar ist, dass die EZB bei der Wiederanlage von Geldern aus auslaufenden Anleihen bestimmte Länder stärker berücksichtigt. EZB-Direktoriumsmitglied Schnabel verwies am Dienstag auf den Beschluss der Notenbank aus dem Dezember, wonach Gelder aus dem Ende März ausgelaufenen Corona-Notkaufprogramm PEPP besonders flexibel wieder eingesetzt werden können.

Bei Bedarf neue Instrumente

Die EZB habe deutlich gemacht, «dass im Rahmen unseres Mandats unter angespannten Bedingungen Flexibilität ein Element der Geldpolitik bleiben wird», erklärte Schnabel. Diese Verpflichtung könne «innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums in die Praxis umgesetzt werden», sollte die EZB zu dem Schluss kommen, dass die Übertragung ihrer Geldpolitik gefährdet sei. «In diesem Fall können die Reinvestitionen aus fällig werdenden Wertpapieren im Rahmen des PEPP flexibel über die Zeit, die Anlageklassen und die Länder hinweg angepasst werden», sagte Schnabel. Nach bisheriger Planung will die EZB Tilgungsbeträge der im Rahmen des PEPP-Programms erworbenen Wertpapiere mindestens bis Ende 2024 bei Fälligkeit wieder anlegen.

Schnabel bekräftigte zudem frühere Äußerungen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die Notenbank werde bei Bedarf auch neue Instrumente entwickeln, um sicherzustellen, dass ihre Geldpolitik das Hauptziel stabiler Preise bei einer mittelfristigen Inflationsrate von zwei Prozent erreicht. Das Engagement für den Euro sei das Werkzeug der Notenbank gegen eine Fragmentierung im Währungsraum der 19 Länder, sagte Schnabel: «Dieses Engagement hat keine Grenzen.»

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Europa EZB Finanzmarkt Frankfurt Frankfurt am Main Isabel Schnabel Italien Sondersitzung US-Notenbank

Unruhe an den Märkten alarmiert EZB – Sondersitzung

Verkaufswelle an den Anleihenmärkten, Kursverluste bei Aktien – die jüngsten Entwicklungen an den Märkten beunruhigen Europas Währungshüter. In einer Sondersitzung berät der EZB-Rat die Lage.

Europas Währungshüter stemmen sich gegen die jüngste Unruhe an den Finanzmärkten. Der EZB-Rat kam am Mittwoch zu einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung zusammen, «um die aktuelle Marktlage zu erörtern», wie eine Sprecherin der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt auf Anfrage mitteilte.

Die Sprecherin bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Schon das Bekanntwerden der «Ad-hoc-Sitzung» beflügelte den Euro und sorgte für etwas Beruhigung an den Aktienmärkten.

Tags zuvor hatte EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel in einer Rede bereits deutlich gemacht, dass die Notenbank einen ungeordneten Anstieg der Finanzierungskosten stärker verschuldeter Länder im Euroraum nicht hinnehmen wird: «Wir werden keine Veränderungen der Finanzierungsbedingungen dulden, die über die fundamentalen Faktoren hinausgehen und die Übertragung der Geldpolitik gefährden.»

Zinsen gestiegen

In den vergangenen Tagen waren die Zinsen an den Kapitalmärkten stark gestiegen, während sich die Stimmung an den Aktienmärkten deutlich verschlechterte. Analysten nannten als Hauptgrund die straffere Geldpolitik der US-Notenbank Fed, aber auch die Aussicht auf Zinserhöhungen der EZB.

Der EZB-Rat hatte bei seiner jüngsten regulären Sitzung am vergangenen Donnerstag angesichts der rekordhohen Teuerung nach langem Zögern den Ausstieg aus der seit Jahren ultralockeren Geldpolitik beschlossen: Die milliardenschweren Anleihenzukäufe werden zum 1. Juli beendet. Bei der nächsten regulären Sitzung des EZB-Rates am 21. Juli will die Notenbank die Leitzinsen erstmals seit elf Jahren wieder erhöhen, zunächst um jeweils 0,25 Prozentpunkte.

Frisches Geld wird teurer

Besonders deutlich waren in den vergangenen Tagen die Kapitalmarktzinsen in südeuropäischen Ländern gestiegen. In Italien kletterte der Zins für zehnjährige Staatsanleihen wieder über die Marke von vier Prozent. Ende März lag er nur halb so hoch.

Der Renditeabstand – der Spread – zwischen Staatsanleihen aus Deutschland und denen höher verschuldeter Euroländer, insbesondere Italiens, hat sich zuletzt ausgeweitet. Heißt: Für Länder wie Italien wird es teurer, sich am Markt frisches Geld zu besorgen, weil sie Investoren wieder höhere Zinsen bieten müssen. Das könnte für solche Staaten angesichts ohnehin gewaltiger Schuldenberge zum Problem werden.

Ein Grund für die jüngste Entwicklung ist die Ankündigung der EZB, ihre Neukäufe von Staatsanleihen Anfang Juli einzustellen. Zwar will die EZB Gelder aus auslaufenden Wertpapieren für einen längeren Zeitraum wieder investieren. Aber mit dem Ende der Zukäufe greift die Notenbank den Staaten in deutlich geringerem Ausmaß als in den vergangenen Jahren über den Kauf von Anleihen unter die Arme.

Denkbar ist, dass die EZB bei der Wiederanlage von Geldern aus auslaufenden Anleihen bestimmte Länder stärker berücksichtigt. EZB-Direktoriumsmitglied Schnabel verwies am Dienstag auf den Beschluss der Notenbank aus dem Dezember, wonach Gelder aus dem Ende März ausgelaufenen Corona-Notkaufprogramm PEPP besonders flexibel wieder eingesetzt werden können.

Bei Bedarf neue Instrumente

Die EZB habe deutlich gemacht, «dass im Rahmen unseres Mandats unter angespannten Bedingungen Flexibilität ein Element der Geldpolitik bleiben wird», erklärte Schnabel. Diese Verpflichtung könne «innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums in die Praxis umgesetzt werden», sollte die EZB zu dem Schluss kommen, dass die Übertragung ihrer Geldpolitik gefährdet sei. «In diesem Fall können die Reinvestitionen aus fällig werdenden Wertpapieren im Rahmen des PEPP flexibel über die Zeit, die Anlageklassen und die Länder hinweg angepasst werden», sagte Schnabel. Nach bisheriger Planung will die EZB Tilgungsbeträge der im Rahmen des PEPP-Programms erworbenen Wertpapiere mindestens bis Ende 2024 bei Fälligkeit wieder anlegen.

Schnabel bekräftigte zudem frühere Äußerungen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die Notenbank werde bei Bedarf auch neue Instrumente entwickeln, um sicherzustellen, dass ihre Geldpolitik das Hauptziel stabiler Preise bei einer mittelfristigen Inflationsrate von zwei Prozent erreicht. Das Engagement für den Euro sei das Werkzeug der Notenbank gegen eine Fragmentierung im Währungsraum der 19 Länder, sagte Schnabel: «Dieses Engagement hat keine Grenzen.»

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